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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

269 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: England, Krankenschwester, Lucy ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

06.05.2026 um 17:18
Hat nicht direkt mit dem Fall zu tun. Ich bin zufällig auf den Fall Kathleen Folbigg aus Australien gestoßen, die verurteilt wurde, ihre vier Kinder ermordet zu haben. Nach 20 Jahren Haft wurde sie freigesprochen, da DNA gezeigt hat, dass die Kinder an einer Erbkrankheit litten, die plötzlichen Herztod begünstigt. Ansonsten gab es keine Beweise gegen sie, und auch Tagebucheinträge wurden nachträglich neu bewertet.

Wikipedia: Kathleen Folbigg

Finde eine gewisse Analogie zum Fall von Lucy Letby interessant, die auch zeigt, dass derartige Fehlurteile tatsächlich geschehen.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

06.05.2026 um 17:28
@redsherlock
Dann müsste man aber argumentieren, warum bei der hohen Anzahl an Opfern nie eine solche Erbkrankheiten als gemeinsamer Nenner festgestellt wurde.
Es mag Fehlurteile geben, technisch halte ich dein Beispiel jedoch für nicht vergleichbar.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

06.05.2026 um 18:50
@redsherlock
Ich möchte nicht pingeliger als der Pabst erscheinen, aber trotzdem der Hinweis zu Kathleen Folbigg.
Sie wurde nicht „ für unschuldig“ erklärt.
Sie hat ein soggn Pardon ( mercy) nach 20 Jahren Haft erhalten. Nicht durch einen Richter erlassen, sondern, sondern vom Gouverneur.
Wichtig nochmal : she has not been aquitted!
Und weil sie nicht für unschuldig erklärt wurde, steht ihr ( bisher zumindest) keinerlei finanzielle campensation zu.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

06.05.2026 um 18:52
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Dann müsste man aber argumentieren, warum bei der hohen Anzahl an Opfern nie eine solche Erbkrankheiten als gemeinsamer Nenner festgestellt wurde.
Meinst du jetzt bei Lucy Letby, oder bei dem Fall aus Australien? Im letzteren wurde das halt nicht gemacht bzw. war vielleicht auch DNA-technisch noch nicht möglich. Abgesehen davon will ich ja nicht behaupten, dass das bei Lucy Letby genauso sein muss. Ich wollte nur darauf hinaus, dass es auch andere Gründe/Erklärungen geben kann als die 'offensichtlichen'.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

06.05.2026 um 18:55
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Sie wurde nicht „ für unschuldig“ erklärt.
Doch! Sie wurde erst begnadigt und ein paar Monate später freigesprochen.
Second judicial inquiry

On 18 May 2022, Attorney-General Mark Speakman announced another inquiry into Folbigg's convictions.[26] On 5 June 2023 the NSW Attorney-General Michael Daley advised the Governor Margaret Beazley to exercise the royal prerogative of mercy and pardon Folbigg.[27] She was released from prison the same day.

Exoneration

On 8 November 2023, ABC News reported that Folbigg would have her case referred to the Court of Criminal Appeal to consider whether she should be exonerated.[28] On 14 December 2023, the court quashed her previous convictions, finding that there was reasonable doubt of her guilt.[29]
Quelle: Wikipedia: Kathleen Folbigg


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

06.05.2026 um 19:09
@redsherlock
Oh Asche auf mein Haupt. Ich hatte damals tatsächlich nur bis zum Pardon mitverfolgt. Erstaunlich und erfreulich. Nun hat man ihr letztes Jahr 2 Millionen $ zugesprochen? Für 20 Jahre?
Um es trotzdem nochmal, auf den hier diskutierten Fall, herunterzubrechen, wir hatten ja hier schon mal über ihre Perspektiven gesprochen.
Momentan braucht Frau Letby sehr viel Geduld plus Optimismus.
Die Anträge ihrer Verteidigung liegen zur Begutachtung vor dieser Commission. Die werden mit ähnlichen Anträgen überhäuft und der Ausgang ist eher schwer zu erahnen.
Also das alles kann Jahre dauern.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

02.06.2026 um 11:06
Ich habe hier was Interessantes gefunden.
Interner Bericht erhebt schwere Vorwürfe gegen Ärzte
Demnach soll Lucy Letby damals selbst Beschwerde gegen die beiden leitenden Ärzte Dr. Stephen Brearey und Dr. Ravi Jayaram eingereicht haben. Hintergrund waren Spannungen auf der Neugeborenenstation, nachdem Letby nach Angaben der Zeitung auf mögliche Versorgungsprobleme hingewiesen haben soll.

Ein Entwurf eines internen Untersuchungsberichts kommt laut The Sun zu einem bemerkenswerten Schluss. Darin heißt es übersetzt: „Pflegekräfte und Mitglieder der Klinikleitung vertreten die Ansicht, dass der Drang, Lucy Letby für den Anstieg der Sterblichkeit verantwortlich zu machen, von Stephen Brearey und Ravi Jayaram ausging.“

Weiter wird in dem Dokument gewarnt, die Vorwürfe gegen Letby würden auf einem „Bauchgefühl“ beruhen. Wörtlich heißt es dem Bericht zufolge: „Ich halte es für besorgniserregend, dass diese Bedenken auf einem Bauchgefühl basieren.“ Deshalb stelle sich die Frage, ob die Angelegenheit sogar unter die Richtlinien zu Mobbing und Belästigung falle.
Quelle: https://www.rtl.de/news/england-wurde-kinderkrankenschwester-lucy-letby-zum-suendenbock-gemacht-id30876333.html

Sehr interessant ist auch folgendes:
Nach Angaben der Zeitung soll die Klinik Letbys Beschwerde damals sogar teilweise bestätigt haben. Bevor jedoch weitere Schritte gegen die Ärzte eingeleitet werden konnten, hatten diese bereits die Polizei eingeschaltet.
Quelle: s.o.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

03.06.2026 um 03:12
Zitat von uhurauhura schrieb:Ich habe hier was Interessantes gefunden.
Danke. Wenn sich das bewahrheitet, hätte Lucy Letby erstens gute Aussichten auf eine Neubewertung ihres Falls bis hin zu einem neuen Prozess, und zweitens -- sollte sie unschuldig sein -- auf eine Freilassung.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

03.06.2026 um 05:47
Ich habe mir mal einiges zum Fall durchgelesen insbesondere auch ihre psychischen Auffälligkeiten + das Geschriebene.

Meine Einschätzung: Wer diese Person wieder auf Kleinkinder loslässt, muss selber was an der Waffel haben


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

03.06.2026 um 08:26
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:Ich habe mir mal einiges zum Fall durchgelesen insbesondere auch ihre psychischen Auffälligkeiten + das Geschriebene.

Meine Einschätzung: Wer diese Person wieder auf Kleinkinder loslässt, muss selber was an der Waffel haben
Was für psychische Auffälligkeiten meinst du?
Hast du dir mal meinen Artikel durchgelesen? Dort steht u.a. auch drin, dass man die Notizen auseinander gerissen und im einzelnen zitiert hat. Zusammenhängend würden die Notizen ein ganz anderes Bild ergeben.
Für mich sieht es so aus, als ob die Ärzte einen Sündenbock gebraucht haben. Den haben sie dann in Lucy gefunden. Sie hatte ja auf die Missstände auf der Station hingewiesen und auch schon gemeldet. Außerdem war sie durch ihre vielen Schichten fast immer anwesend.
Langsam glaube ich, dass sie zu Unrecht verurteilt wurde. Allerdings bin ich immer noch ein wenig hin und her gerissen.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

03.06.2026 um 15:57
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:Wer diese Person wieder auf Kleinkinder loslässt, muss selber was an der Waffel haben
Abgesehen von deiner respektlosen Ausdrucksweise, glaube ich auch nicht, dass das jemals passieren wird. Momentan sehe ich es so: es gibt keinen wirklichen Beweis für ihre Schuld, es gibt Indizien, aber auch mindestens so viele Indizien, die gegen sie sprechen bzw. sie entlasten. Schon allein deswegen bin ich der Überzeugung, dass sie nicht lebenslänglich eingesperrt werden darf. Da muss man sich schon sehr sicher sein. Man zerstört hier ja das Leben einer Frau. Okay, und selbst wenn sie bald freikäme, im Extremfall sogar rehabilitiert (weil vielleicht andere Personen oder Fakten in den Fokus geraten), dann wird sie sicherlich dennoch nicht mehr in dem Beruf arbeiten können. Weil das Misstrauen ihr gegenüber, gerade von Eltern, weiter bestehen wird. Diese Art von Beruf ist für sie verbrannt, so oder so.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

03.06.2026 um 19:34
Zitat von uhurauhura schrieb:Was für psychische Auffälligkeiten meinst du?
ich versuche mal einige zusammen zu bringen. Teddys in ihrem Schlafzimmer, es soll ausgesehen haben wie im Kinderzimmer. Diese wirren Zettel wo sowas drin steht wie "HASS", ich bin ein böser Mensch, ich bin schuldig. Das Argument "aus dem Zusammenhang gerissen" kling nach Verteidigersprech, denn ehrlich, eigentlich ist der Zusammenhang hier nicht mehr so wichtig, eher die Tatsache, überhaupt solche komischen Dinge zu schreiben.

Dann soll sie die Eltern immer so komisch angestarrt haben während sie um ihr Kind trauerten. Auf der einen Seite war sie übertrieben heulig, was die Eltern unisono als gestellt empfanden, auf der anderen wiederum völlig gefühlskalt. Kann übrigens ein Zeichen für Depression sein, weil so unterschiedlich und widersprüchlich.
Ich habe bestimmt noch ganz viel vergessen, denn im sehr ausführlichen Eingangsbericht standen so viele Merkwürdigkeiten drin, dass ich nicht alle behalten konnte.
Insgesamt ergibt sich für mich persönlich ein Gesamtbild dieser Frau, welches erstens diese Tat begründen kann und zweitens, wenn sie es denn tatsächlich nicht war, auf keinen Fall irgendwas mit hilfsbedürftigen Menschen zu tun haben darf


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

04.06.2026 um 00:15
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:ich versuche mal einige zusammen zu bringen. Teddys in ihrem Schlafzimmer, es soll ausgesehen haben wie im Kinderzimmer. Diese wirren Zettel wo sowas drin steht wie "HASS", ich bin ein böser Mensch, ich bin schuldig. Das Argument "aus dem Zusammenhang gerissen" kling nach Verteidigersprech, denn ehrlich, eigentlich ist der Zusammenhang hier nicht mehr so wichtig, eher die Tatsache, überhaupt solche komischen Dinge zu schreiben.

Dann soll sie die Eltern immer so komisch angestarrt haben während sie um ihr Kind trauerten. Auf der einen Seite war sie übertrieben heulig, was die Eltern unisono als gestellt empfanden, auf der anderen wiederum völlig gefühlskalt. Kann übrigens ein Zeichen für Depression sein, weil so unterschiedlich und widersprüchlich.
Ich habe bestimmt noch ganz viel vergessen, denn im sehr ausführlichen Eingangsbericht standen so viele Merkwürdigkeiten drin, dass ich nicht alle behalten konnte.
Insgesamt ergibt sich für mich persönlich ein Gesamtbild dieser Frau, welches erstens diese Tat begründen kann und zweitens, wenn sie es denn tatsächlich nicht war, auf keinen Fall irgendwas mit hilfsbedürftigen Menschen zu tun haben darf
Sorry, ich habe das Gefühl, du hast nicht viel Menschenkenntniss/-verständnis. Für 'merkwürdiges' Verhalten gibt es oft ganz simple Erklärungen. Und Teddybären im Zimmer sind wohl in keinster Weise ein Hinweis dafür, eine Kindermörderin zu sein. Das ist vollkommen abwegig. Auch die Zettel und ein 'merkwürdiges' Verhalten den Eltern gegenüber lassen sich psychologisch leicht erklären, ohne dass man sofort auf Mord kommen muss.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

04.06.2026 um 15:59
Beitrag von uhura (Seite 13)

Danke für Deinen obigen Beitrag @uhura.
Demnach soll Lucy Letby damals selbst Beschwerde gegen die beiden leitenden Ärzte Dr. Stephen Brearey und Dr. Ravi Jayaram eingereicht haben. Hintergrund waren Spannungen auf der Neugeborenenstation, nachdem Letby nach Angaben der Zeitung auf mögliche Versorgungsprobleme hingewiesen haben soll.
Zitat von uhurauhura schrieb:Quelle: https://www.rtl.de/news/england-wurde-kinderkrankenschwester-lucy-letby-zum-suendenbock-gemacht-id30876333.html
Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Würde eine Mörderin so etwas tun? Aufmerksamkeit auf eine Todesserie lenken? Auf den ersten Blick nein, wäre doch dumm, aber vielleicht als Ablenkungsmanöver?

Wer kennt nicht den Klassiker: Der Mörder findet die Leiche und informiert die Polizei?

Könnte es etwas in der Art sein?

(Ich muss allerdings sagen, dass ich zu Lucy Letbys Unschuld tendiere.)


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

04.06.2026 um 16:10
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Und Teddybären im Zimmer sind wohl in keinster Weise ein Hinweis dafür, eine Kindermörderin zu sein.
Das scheint bei jungen Leuten heutzutage durchaus üblich zu sein, eine Art Mode, vielleicht der Wunsch nach heiler Welt in unsicherer werdenden Zeiten.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Auch die Zettel
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:lassen sich psychologisch leicht erklären, ohne dass man sofort auf Mord kommen muss.
Für mich sind die Zettel mittlerweile sogar entlastend da bei näherer Betrachtung eher Ausdruck der Verzweiflung einer Unschuldigen. Man muss sich nur mal vorstellen mit solchen Vorwürfen zu leben!

Außerdem soll ihr Therapeut ihr dazu geraten haben ihre Gefühle aufzuschreiben. Genau das hat sie laut Verteidigung gemacht, und nichts anderes. (Wissen tut es natürlich nur sie selbst.)


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

04.06.2026 um 16:55
@Cpt.Germanica
Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass Täter sich im Nachtrag, sich immer in wieder Tatortnähe begeben, sich überaus eifrig, sogar an Ermittlungen beteiligen wollen. Damit wollen sie signalisieren, mich müsst ihr gar nicht in den Focus nehmen. Ich glaube das nennt man : ein Gefühl der Schuld, was derjenige erlebt, der sich bewusst ist, dass er etwas Falsches getan hat. So die Übersetzung dieses Phänomens. In manchen Justizsystemen, wird das sogar als als Indiz gewertet.
Im Fall des ermordeten Fabian zb, ist die Angeklagte zb mit ihrer Freundin, am oder in Tatortnähe spazierengegangen. ( was sie sonst nie tat) und hat auch sonst, ein zutiefst beunruhigendes Nachtatverhalten gezeigt, bzgl ihrer mentalen Instabilität.

Das nur so am Rande. Es ist bekannt und längst bewiesen, dass die wenigsten Täter ihre Taten einfach so wegstecken und Business as usual betreiben. So etwas zieht oft nachhaltige Konsequenzen, auf die mentale Stabilität des Täters selbst.
Geht man also davon aus, dass die „ Handlungen“ von Lucy Letby, sie selbst warscheinlich am meisten erschrocken haben, könnte das vieles erklären, was sie danach an Auffälligkeiten gezeigt hat.
Sie hat versucht sich von den monströsen Taten zu entkoppeln, was eine enorme Anstrengung erfordert. Sie sieht sich nicht als Täterin. Manchen gelingt das, mehr oder weniger gut.
War denn Lucy L, Deiner Meinung nach, sehr eifrig oder auskunftsfreudig, als die Ermittlungen im Anfangsstadium waren? Gab es Veränderungen im Verhaltensmuster ( zb in ihren Privatbereichen ( der Dr Freund, die Freunde, die Eltern)?
Wie gesagt, es ist gut möglich, dass sie in einem permanenten Erschöpfungszustand war, Arbeitsüberlastung, insgesamt unzufrieden mit den Lebensumständen? Gab es dokumentierte frühere Auffälligkeiten, bevor sie dort den Job hatte.
Was ich nach wie vor bemerkenswert finde, dass sie diesen Arbeitsplatz bewusst gewählt hat, obwohl sie dort wohl ( ihre Mitschülerin?) eher nicht so gut behandelt wurden. Also kein so einladendes Klima dort.

Und ja, eines muss man wirklich sagen, die Strukturen und Missstände dort im Arbeitsumfeld, die waren bekannt. Überarbeitung war da garantiert. Wer viel arbeitet ( am Limit ) dem passieren uG mehr Fehler, aufgrund ständiger Erschöpfung.
Also ich sage es mal so, wenn Lucy L diese Morde begangen hat, dann hat ihr Umfeld, die Bedingungen dort, es ihr eigentlich ziemlich erleichtert, dass alles so lange und massig durchzuziehen, ohne dass die Alarmglocken mal geklingelt haben.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

05.06.2026 um 01:54
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Das scheint bei jungen Leuten heutzutage durchaus üblich zu sein, eine Art Mode, vielleicht der Wunsch nach heiler Welt in unsicherer werdenden Zeiten.
Ich kenne das sogar von älteren Herrschaften, sogar Ehepaaren. Finde das jetzt auch nicht sonderlich ungewöhnlich. Die wenigsten werden öffentlich darüber sprechen, weil es ihnen peinlich ist.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

05.06.2026 um 04:09
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Ich kenne das sogar von älteren Herrschaften
z.B. Prinz Andrew, wobei der ja auch höchstwahrscheinlich nicht gerade unschuldig ist.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

05.06.2026 um 16:28
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Damit wollen sie signalisieren, mich müsst ihr gar nicht in den Focus nehmen. Ich glaube das nennt man : ein Gefühl der Schuld, was derjenige erlebt, der sich bewusst ist, dass er etwas Falsches getan hat. So die Übersetzung dieses Phänomens.
Der Aspekt ist mir neu, ich ging ehrlich gesagt stets von sowas aus:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Ablenkungsmanöver
Ist das also mehr eine Verdrängung der eigenen Tat bzw. psychologisch als Solche zu werten?
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:War denn Lucy L, Deiner Meinung nach, sehr eifrig oder auskunftsfreudig, als die Ermittlungen im Anfangsstadium waren?
Tatsächlich ist (mir) wenig darüber bekannt.

Aber auffällig finde ich persönlich, dass sie sich die Rückkehr an "ihre" Station regelrecht erkämpfen wollte. Ich habe weiter oben schon dazu geschrieben und ich finde es unter den damaligen Umständen sehr, sehr ungewöhnlich. Hier der bemerkenswerte "Gipfel" dieser Bemühungen:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 16.03.2026:Parallel dazu schickte Letby im Januar 2017 eine E-Mail an ihre Stationskolleginnen, in der sie behauptete, vollständig von allen Vorwürfen entlastet worden zu sein. Außerdem forderte sie ihre Kolleginnen auf, bei ihrer Rückkehr „einfühlsam und unterstützend“ („sensitive and supportive“) zu sein
Der ganze Beitrag findet sich hier: Beitrag von Cpt.Germanica (Seite 2)
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Im Fall des ermordeten Fabian zb, ist die Angeklagte zb mit ihrer Freundin, am oder in Tatortnähe spazierengegangen. ( was sie sonst nie tat) und hat auch sonst, ein zutiefst beunruhigendes Nachtatverhalten gezeigt, bzgl ihrer mentalen Instabilität.
Auch bei diesem höchst interessanten, brandaktuellen Fall dachte ich: Die Frau will von sich ablenken! Natürlich bin ich für andere Interpretationen offen.
Zitat von DerBastiDerBasti schrieb:Prinz Andrew, wobei der ja auch höchstwahrscheinlich nicht gerade unschuldig ist
In diesem hier diskutierten Fall wohl schon.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

06.06.2026 um 04:45
Schuldig oder unschuldig – das ist weiterhin die Frage. Im Folgenden ein umstrittener Vorfall aus dem Jahr 2013, der zu weiteren Vorwürfen gegen Lucy Letby führte.


Kurz nachdem Lucy Letby im August 2023 erstmals verurteilt worden war ging Emily Morris, die Mutter eines Kindes, welches bereits 2013 auf Letbys Station verstorben war, an die Öffentlichkeit.

Emily Morris hegte bereits 2013 einen Verdacht gegen Letby. Sie fand deren Verhalten so ungewöhnlich, dass sie sich laut eigenem Bekunden noch vor dem Tod ihres Sohnes Alvin – vergeblich – an das Krankenhaus wandte.

2018 wurde der Todesfall dann im Zuge der Letby-Ermittlungen ("Operation Hummingbird") von der Cheshire Police untersucht, man konnte aber keinerlei verdächtige Sterbeumstände erkennen, da das Kind unter Muskeldystrophie litt.

Nichtsdestotrotz machte Emily Morris den Tod ihres Sohnes 2023 mit an Letby gerichteten Vorwürfen öffentlich und forderte eine neuerliche Untersuchung. Die Cheshire Police kam aber zu keiner anderen Einschätzung des Sachverhalts als 2018.

Der Crown Prosecution Service (CPS), die Anklagebehörde für England und Wales, hat zudem im Januar 2026 beschlossen, keine weiteren Anklagen gegen Lucy Letby zu erheben. Ein im Juli 2025 dem CPS übergebenes Dossier der Operation Hummingbird enthält Beweismittel zu elf mutmaßlichen neuen Straftaten gegen Lucy Letby, darunter zwei Mordvorwürfe und neun Versuche des versuchten Mordes an neun Babys. Welche Kinder betroffen sind ist nicht bekannt. Die Entscheidung des CPS fußt auf der Einschätzung, dass die dem Dossier zugrundeliegenden Beweise nicht ausreichen, um eine realistische Aussicht auf Verurteilung zu gewährleisten. Ich hatte hier schon dazu geschrieben: Beitrag von Cpt.Germanica (Seite 1)


Zurück zu Alvin Morris bzw. dem, was The Standard und die BBC (von mir stellvertretend für die britische Presse ausgewählt) im Jahr 2023 dazu schrieben (jeweils in Auszügen, Übersetzung stets mit DeepL bzw. https://www.deepl.com/de/translator):


Zunächst The Standard:
Lucy Letby: Mutter fordert neue Ermittlungen zum Tod ihres Babys, nachdem sie ein Foto mit dem Mörder gefunden hat

Eine trauernde Mutter hat die Polizei aufgefordert, die Ermittlungen im Fall ihres verstorbenen Babys wieder aufzunehmen – nachdem sie ein „erschreckendes“ Foto von sich und der „aufdringlichen“ Lucy Letby gefunden hatte.

Emily Morris, 35, war mit ihrem neugeborenen Sohn Alvin im Countess of Chester Hospital, während die mörderische Krankenschwester dort arbeitete.

Sie beschrieb Letby als „anhänglich“ und behauptet, man habe sie damals abgewimmelt, als sie dem Krankenhaus gegenüber Bedenken wegen ihres Verhaltens äußerte.

Die Serienmörderin war sogar in der Nacht vor Alvins Tod im Jahr 2013 bei ihm, und Emily behauptet, sie habe dem Krankenhaus ihre Bedenken bezüglich Letby mitgeteilt – doch diese seien ignoriert worden.

Nachdem sie ein „erschreckendes“ Foto von Alvin und Letby bei seiner Taufe entdeckt hatte, hat Frau Morris nun gefordert, die Ermittlungen zu seinem Tod wieder aufzunehmen.

Die Polizei hatte ihr bereits 2018 mitgeteilt, dass keine verdächtigen Umstände vorlägen – doch nach Letbys Verurteilung wegen Mordes im vergangenen Monat erklärte sie, sie wolle, dass der Fall erneut geprüft werde.

Frau Morris aus Deeside, Wales, sagte: „Alvin starb, während sie [Lucy] auf ihn aufpasste.

[...]

„Sie war sehr anhänglich, sie wollte ständig in der Nähe der Babys sein.

„Ich hielt sie für freundlich, aber man merkte, dass etwas mit ihr nicht stimmte...“

[...]

Alvin wurde mit Muskeldystrophie geboren – einer Erkrankung, die durch fortschreitende Schwächung und Schwund der Muskeln gekennzeichnet ist –, machte aber Fortschritte.

Frau Morris sagte, Alvins Tod sei für alle ein Schock gewesen, da er so große Fortschritte gemacht habe.

Die Polizei teilte ihr 2018 mit, dass sie in Alvins Fall keine verdächtigen Umstände festgestellt habe – doch sie akzeptiert das nicht.

[...]
Quelle: https://www.standard.co.uk/news/uk/lucy-letby-emily-morris-alvin-death-countess-chester-hospital-killer-b1104933.html


Und die BBC berichtete:
Lucy Letby: Mutter aus Deeside wird von einem Foto mit ihrem Baby vor dessen Tod verfolgt

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[Anm. d. Verf.: Links im Bild Lucy Letby, in der Bildmitte Alvin Morris mit seiner Mutter Emily bei der Taufe im Krankenhaus]

[...]

Eine Mutter, deren einmonatiges Baby auf der Station starb, auf der Lucy Letby arbeitete, sagte, sie sei „entsetzt“ über ein Foto der Krankenschwester mit ihrem Sohn.

Emily Morris aus Deeside, Flintshire, berichtete, sie habe sich gerade darauf vorbereitet, das Countess of Chester Hospital zu verlassen, als ihr Sohn Alvin 2013 starb.

Sie sagte, Letbys „seltsames“ Verhalten werde durch ein kürzlich veröffentlichtes Bild belegt.

Sie fordert eine erneute Untersuchung des Todesfalls, und die Polizei teilte mit, dass Ermittlungen im Gange seien.

Die 35-jährige Frau Morris und Alvins Stiefvater Mark Lewis, 39, sahen das Bild erst am Donnerstag zum ersten Mal.

Es war auf einer CD gespeichert, die in einer Erinnerungskiste lag, und sie hatten keinen Laptop, auf den sie die Bilder hätten herunterladen können.

„Es hat uns schockiert. Es ist wirklich schwer, eine Person, die diesen Babys das angetan hat, direkt neben sich zu sehen. Das macht einen krank“, sagte Frau Morris.

„Man sieht, wie sie nach seiner Decke greift. Ich habe allen erzählt, dass sie das getan hat, und jetzt gibt es den Beweis. Das ist der Beweis, dass sie bei ihm war.“


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[Anm. d. Verf.: Mutter und Kind im Bildvordergrund]

[...]

Bei Alvin wurde Muskeldystrophie diagnostiziert, und er wurde nach seiner Geburt auf der Neugeborenenstation betreut.

Frau Morris sagte, sie habe sich erstmals Sorgen um Letbys Verhalten gemacht, als sie zur Taufe ihres Sohnes im Krankenhaus war.

„Sie wollte ihn anfassen, die Bettwäsche wechseln und sich ständig über ihn beugen“, sagte sie.

„Und man denkt sich einfach: ‚Das ist seltsam für eine Krankenschwester.‘ Aber alle anderen Krankenschwestern hatten keinerlei Probleme mit ihm.

Bei der Taufe, als meine Familie sich über den Kinderwagen beugte, um ihn zu verwöhnen, behielt sie meine Familie ständig im Auge.“

[...]

Letby schrieb eine Widmung in Alvins Taufbuch, die lautete: „Für Alvin, mit lieben Grüßen an deinem besonderen Tag.“

Frau Morris sagte: „Es war herzzerreißend, ihren Namen in dem Buch zu sehen, denn in den Nachrichten hatten wir immer wieder gelesen, dass die Kinder, die ins Visier genommen wurden, genau diejenigen waren, denen sie geschrieben hatte.

„Deshalb glaube ich insgeheim, dass Alvin vielleicht ins Visier genommen worden war.“

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[Anm. d. Verf.: Taufbuch von Alvin Morris mit Eintragung von Lucy Letby]

Frau Morris sagte, die Polizei, die im Fall von Lucy Letby ermittelt, habe ihr 2018 mitgeteilt, dass sie im Fall von Alvin keine verdächtigen Umstände festgestellt habe, forderte sie jedoch auf, die Beweise erneut zu prüfen.

[...]

Detective Superintendent Paul Hughes von der Polizei von Cheshire erklärte, die Behörde sei „entschlossen, eine umfassende und gründliche Untersuchung des gesamten Zeitraums durchzuführen, in dem Lucy Letby als Krankenschwester tätig war“.

„Diese Untersuchung läuft weiterhin im Rahmen eines transparenten und unvoreingenommenen Verfahrens“, sagte er.

„Die Familien aller Babys, die von dieser Untersuchung betroffen sind, wurden informiert und werden unterstützt. Wir werden natürlich ausführlichere Informationen bereitstellen, sobald dies möglich ist.“
Quelle: https://www.bbc.com/news/uk-wales-66670643



Auffällig ist für mich, dass einige Beobachtungen der Mutter Emily Morris ein wiederkehrendes Muster darstellen:


1.) Die als übertrieben empfundene Präsenz und Aufmerksamkeit Letbys dem Kind (also Alvin Morris) gegenüber wollen auch die Eltern der Drillinge Baby O, P und Q im Bezug auf ihre Kinder beobachtet haben (Baby O und Baby P verstarben, Baby Q überlebte).


2.) Das Anstarren, das aktuell sogar Gefängnismitinsassinnen von Lucy Letby extrem verunsichert (siehe Beitrag von Cpt.Germanica (Seite 9)).

Dieses Starren ist zumindest von den Eltern der Kinder C, E, I, L und M bezeugt worden (siehe unter anderem hier: Beitrag von Cpt.Germanica (Seite 1)).

Der Vater der Kinder L und M (beide überlebten, ihre Kollapse gelten jedoch als versuchte Morde, Kind L erholte sich vollständig, Kind M dagegen behielt bleibende Hirnschäden) will von Letby sogar während des Gerichtsprozesses so fixiert worden sein, dass er bei nächster Gelegenheit den Sitzplatz wechselte:
During the trial, he said he had to sit in Letby's line of view one day, saying the nurse kept looking over at him. "That made me feel quite uncomfortable and uneasy and I had to move in the afternoon, so I was out of her view."
Quelle: https://www.bbc.com/news/uk-66570308

(DeepL-Übersetzung: Während des Prozesses sagte er, er habe eines Tages in Letbys Blickfeld sitzen müssen, und die Krankenschwester habe ihn ständig angesehen. „Das war mir ziemlich unangenehm und beunruhigend, und am Nachmittag musste ich den Platz wechseln, damit ich nicht mehr in ihrem Blickfeld war.“)


3.) Der Eintrag Letbys im Taufbuch Alvins, eine mögliche Parallele
und



Ich muss sagen, dass mich der Bericht des Vaters der verstorbenen Kinder Baby L und Baby M, er sei von Lucy Letby während der Verhandlung penetrant angestarrt worden, sehr irritiert (ich bin erst vorhin bei meinen Recherchen für diesen Beitrag darauf gestoßen). Er hat am fraglichen Verhandlungstag nicht als Zeuge ausgesagt sondern war lediglich als Zuhörer vor Ort, daher gab es für Letby keinen Grund unaufhörlich seinen Blickkontakt zu suchen und diesen ggf. zu halten.

Auch wenn das Starren eine harmlose Marotte Lucy Letbys sein könnte (wir haben schon über diese Möglichkeit diskutiert), warum sollte eine Unschuldige den traumatisierten Vater zweier betroffener Kinder unaufhörlich anstarren?

Wenn Eltern dagegen im Zeugenstand waren soll sie stets vor sich hingeblickt haben, aber nicht in Richtung der Zeugen.


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