Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

137 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: England, Krankenschwester, Lucy ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

20.03.2026 um 01:03
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Das ist jetzt etwas aus dem Zusammenhang gerissen.

Es tut mir leid, wenn der Eindruck entstanden ist, dass ich solche Frauen (und Männer) für viel wahrscheinlichere Mörder halte.
Sorry. Es war nicht persönlich gemeint, und wahrscheinlich passte es auch nicht direkt zum Kontext. Ich habe oft nur das Gefühl (oder die Sorge), dass man nicht jedes private Details über Intimleben u.s.w. an die Öffentlichkeit bringen muss. Zumal es sich ja auch im Nachhinein herausstellen könnte, dass sie unschuldig ist. Jedenfalls sehe ich es nicht als unnormal an, wenn eine junge Frau noch nie einen Partner hatte. Dafür kann es viele verschiedene und gute Gründe geben.

Wegen ihres teilweise unverständlichen Verhaltens: wurde irgendwo mal diskutiert, ob sie evtl. zum Autismus-Spektrum gehören könnte?


2x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

20.03.2026 um 01:38
Zitat von GhostspiderGhostspider schrieb:Betreffend der Post-its: ich würde auch nicht davon ausgehen, dass sie gezielt Krankenschwester wurde, um Babies zu töten.
Die ihr in der Ausbildung bescheinigte besondere Gefühlskälte könnte dem aber fürsprechen.


melden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

20.03.2026 um 02:06
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Wegen ihres teilweise unverständlichen Verhaltens: wurde irgendwo mal diskutiert, ob sie evtl. zum Autismus-Spektrum gehören könnte?
Das ist ein guter Hinweis, denn sie hat sich schon in der Ausbildung seltsam verhalten, siehe meinen Beitrag hier:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:
Lucy Letby failed nurse placement for being 'cold'

Lucy Letby failed her final year student nurse placement because she was "cold" and lacking empathy with patients and families, a public inquiry has heard.

Her assessor, Nicola Lightfoot, told how she felt Letby did not have the "overall characteristics" to become a successful nurse.
Quelle: https://www.bbc.com/news/articles/clyz904y0xyo

Übersetzung:

"Lucy Letby scheiterte am Pflegepraktikum wegen „Kälte“

Lucy Letby hatte ihr Abschlusspraktikum im letzten Studienjahr nicht bestanden, weil sie als „kalt“ und ohne Empathie gegenüber Patienten und deren Familien bewertet wurde, wie eine öffentliche Untersuchung hörte.

Ihre Prüferin, Nicola Lightfoot, erklärte, dass sie der Meinung war, Letby verfüge nicht über die „allgemeinen Eigenschaften“, die für eine erfolgreiche Krankenschwester nötig seien."

Quelle: https://www.bbc.com/news/articles/clyz904y0xyo

Dazu hatte Letby auch fachliche Defizite, wie in dem Artikel ausgeführt wird.

Außerdem wird noch von ihrem seltsamen Verhalten berichtet, dass auch von den Eltern beobachtet wurde und Letby schließlich verdächtigt machte, aber evtl. doch nur Unvermögen ist:
'Expressionless'

Describing Letby as "quiet and shy", she said: "She didn't show good interpersonal skills with children, parents, nurses or the wider team." She added that Letby "often had quite an expressionless look" which some staff "found awkward".
Quelle: Dito.

Übersetzt:

"'Ausdruckslos'

Letby wurde als „still und schüchtern“ beschrieben, wobei die Mentorin ergänzte: „Sie zeigte keine guten zwischenmenschlichen Fähigkeiten im Umgang mit Kindern, Eltern, Pflegekräften oder dem weiteren Team.“
Sie fügte hinzu, dass Letby „oft einen ziemlich ausdruckslosen Blick hatte“, was einige Mitarbeiter als „befremdlich“ (oder unangenehm) empfanden.".

Gegen Ende des Artikels wird ihr noch ein unangemessenes Verhalten in Zusammenhang mit der Tragödie um die Drillinge Baby O, P und Q vorgeworfen
Sie zeigte also seltsames Verhalten

– in der Ausbildung,
– in der Wahrnehmung mancher Kollegen und Ärzte,
– gemäß den Erinnerungen der Eltern der toten Kinder,
– bei Polizeiverhören und
– vor Gericht.

Passt perfekt zu einer vermuteten "Serienmörderpsychopathin" und so wurde dieses seltsame Verhalten auch ausgelegt, also zu ihren Ungunsten.

Wenn sie aber statistisch fehlerhaft ins Visier genommen wurde, weil man Todesfälle außerhalb ihrer Schichten nicht näher untersucht hat und zudem auch nicht berücksichtigte, dass sie wegen Extraschichtem besonders häufig anwesend war, wird sie zu Unrecht verdächtigt.

Auch die Tatsache, dass mit ihrer Versetzung die Todesserie endete, lässt keinen Schluss zu, da zeitgleich die Station herabgestuft wurde und keine besonders kritischen Frühgeborenen mehr auf nahm (ich weiß aber nicht, ob das vor Gericht behandelt wurde).

Selbst die teils "belastenden" Funde bei den Hausdurchsuchungen überzeugen mich persönlich - allesamt - nicht (darüber wollte ich auch noch einen Beitrag schreiben).
– Den grünen Post-it hätte man außerdem ohne psychiatrisches Gutachten vor Gericht gar nicht bewerten sollen (mit gesundem Menschenverstand, juristisch war das aber möglich).
– Die schlampigen Kalendereinträge an den Todestagen mancher Kinder wurden grob und hanebüchen zu ihren Ungunsten ausgelegt ("LD" = "Long Day" wurde zu "LO" = "Live Over", einer Abkürzung, die es gar nicht gibt).
– Die 257 medizinischen Unterlagen im zu Hause einer Pflegekraft sind wohl gar nicht so ungewöhnlich.

Viele Textnachrichten könnten ganz andere Bedeutungen gehabt haben ("bang" z. B., wollte sie in den folgenden Tagen nach dem Urlaub einfach nur Party machen?).

Wenn man ihr unterstellt, sie hätte wegen Dr. A. die Vorfälle provoziert, obwohl der doch gar nicht bei jedem anwesend war, hat die Anklage das nächste (falsche) Puzzlestück.



Also liegt am Ende nur eine Verkettung unglücklicher Umstände vor, die in Summe einen Justizirrtum ergab?


Andererseits:

An Dr. Breareys Stelle hätte ich auch darauf bestanden, dass sie die Station verlässt und nie wieder kommt.


Früher gab es mal eine Sendung "Wie würden Sie entscheiden?" – ich könnte es nicht.


1x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

20.03.2026 um 03:50
Zitat von FyraFyra schrieb:Mit Verlaub, aber das ist Quatsch.
Besonders, wenn du ein Extremfrühchen hast wirst du niemals monatelang ununterbrochen daneben stehen können.
Sehr schwierig, aber machbar, wenn man sich abwechselt.
Man lernt mit der Zeit, all die Gerätschaften zu verstehen und übernimmt sehr viele Aufgaben und entlastet die Schwestern sogar.
Ich habe da mal vor vielen Jahren eine Doku über Extremfrühchen gesehen, in denen Eltern längere Zeit begleitet wurden. Sie mieteten sich sogar eine Wohnung, die direkt bei der Klinik lag. War aber in Amerika irgendwo.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Wegen ihres teilweise unverständlichen Verhaltens: wurde irgendwo mal diskutiert, ob sie evtl. zum Autismus-Spektrum gehören könnte?
Das ist ein guter Hinweis, denn sie hat sich schon in der Ausbildung seltsam verhalten, siehe meinen Beitrag hier
Dazu wäre sicher ihr Privatleben interessant, besonders Aussagen von Freundinnen.
Auf den Fotos in der Doku sah sie sehr lebensfroh aus und wirkte komplett anders, als dann vor Gericht.
Aber Fotos können auch täuschen, wie auch ein Prozess wiederum einschüchternd wirken kann.


1x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

20.03.2026 um 04:06
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Dazu wäre sicher ihr Privatleben interessant, besonders Aussagen von Freundinnen.
Auf den Fotos in der Doku sah sie sehr lebensfroh aus und wirkte komplett anders, als dann vor Gericht.
Aber Fotos können auch täuschen, wie auch ein Prozess wiederum einschüchternd wirken kann.
Was ich immer wieder gelesen habe ist, dass sie im Freundeskreis als 'beige' beschrieben wurde, das entspricht wohl sinngemäß unserem "farblos", wobei sich beige mehr auf Charaktereigenschaften bezieht.

Sie wird auch als schüchtern und introvertiert beschrieben.

Auf den Partybildern wirkt sie anders, vielleicht wäre sie gerne anders gewesen, extrovertiert, selbstbewusst, aber womöglich war dieses "Posieren" vor der Kamera nur Show, sie wollte sich vielleicht so zeigen, wie sie gerne wäre.


melden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 01:28
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:@Cpt.Germanica, gibt es denn auch Berichte/Aussagen von der Freundin, die Lucy in Schutz nahm und nicht an ihre Schuld glaubt?
Das, @Agrimony, ist die, von der wir das wissen:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 14.03.2026:Nach Aussagen einer Schulfreundin soll Lucy ihr berichtet haben, ihre Geburt sei schwierig gewesen und sie habe intensive medizinische Hilfe zum Überleben benötigt. Diese Freundin erklärte zudem, dass Lucy diese Erfahrung später als möglichen Einfluss auf ihre Berufswahl genannt hat.
Dawn Howe ist ihr Name.

Hier ist das erste Interview, das sie je gegeben hat, kurz nach Prozessende im Jahr 2023 der BBC:

Youtube: Lucy Letby friend Dawn Howe - 'I will never believe she is guilty' (BBC Interview)
Lucy Letby friend Dawn Howe - 'I will never believe she is guilty' (BBC Interview)
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.


Sie erwähnt dabei auch, warum Lucy Letby Kinderkrankenschwester werden wollte (s. o.).

Laut Dawn Howe hält Lucys gesamter Freundeskreis geschlossen zu ihr (ein Phänomen, das man auch vom Parkhausmörder von München kennt, allerdings war da nach einigen Jahren gerade mal noch einer übrig).


Mir persönlich kommt es im Video so vor, als möchte Dawn Howe das glauben, was sie sagt, weil sie die Wahrheit nicht wahr haben möchte, oder nicht ertragen kann. So wirklich überzeugend wirkt sie im Interview auf mich nicht.

Niemand kann in jemanden hinein schauen, auch die beste Freundin nicht, und jeder hat seine Geheimnisse, verborgenen Seiten, mitunter dunkle Seiten. Es gab genügend Serienmörder bei denen es hinterher hieß: "Das hätten wir nie gedacht!" (man denke nur an Ted Bundy oder Gary Ridgway).


In diesem Artikel der BBC vom 19.08.2023 wird (neben anderen lesenswerten Aspekten zum Fall Lucy Letby) besagtes Interview mit Dawn Howe abgedruckt:
Then I met Dawn.

Dawn didn't feature in the trial, but she and Letby go way back - they grew up together and are still in touch.

Dawn was immediately warm and likeable. We went for a drive and she pointed out the cathedral green where she and Letby used to hang out, and their favourite restaurants.

"That's where we used to spend lunch times, away from all the popular kids," Dawn told me as we drove past the geography block of their old school.

"You weren't popular?" I asked.

She laughed. "No, we were the nerdy ones that concentrated on our studies, and didn't mess around in the lessons."

The friends had moved on to sixth form college together, and while most of their circle had no firm career plans, Dawn told me Letby was clear about her path.

"It was always her aspiration - her dream - to become a nurse and to help babies," Dawn said. "She told me she'd had quite a difficult birth herself and was quite poorly, and I think that's affected a lot of her life.

"She feels that's what she was called to do - to help children who might have been born in similar circumstances."

Unwavering in her loyalty and belief that her friend was incapable of murder, was it possible that Letby had pulled the wool over her eyes?

Dawn let out a long sigh, before answering.

"The only way I'd ever believe that she's guilty is if she tells me she's guilty," she said.

I was struck by Dawn's certainty, but my own mind was far less settled. Like Dawn, I needed to hear directly from the nurse herself.
Quelle: https://www.bbc.com/news/uk-66104004

Übersetzung:
Dann traf ich Dawn.

Dawn spielte im Prozess keine Rolle, aber sie und Letby verbindet eine lange Geschichte – sie sind zusammen aufgewachsen und stehen immer noch in Kontakt.

Dawn war sofort herzlich und sympathisch. Wir machten eine Spritztour, und sie zeigte mir die Grünanlage an der Kathedrale, wo sie und Letby früher abhängten, sowie ihre Lieblingsrestaurants.

„Dort haben wir immer unsere Mittagspausen verbracht, weg von all den beliebten Kids“, erzählte mir Dawn, als wir am Erdkunde-Trakt ihrer alten Schule vorbeifuhren.

„Ihr wart nicht beliebt?“, fragte ich.

Sie lachte. „Nein, wir waren die Nerds, die sich auf ihr Lernen konzentrierten und im Unterricht keinen Blödsinn machten.“

Die Freundinnen besuchten später gemeinsam die gymnasiale Oberstufe. Während die meisten in ihrem Freundeskreis keine festen Karrierepläne hatten, war sich Letby laut Dawn über ihren Weg im Klaren.

„Es war schon immer ihr Bestreben – ihr Traum –, Krankenschwester zu werden und Babys zu helfen“, sagte Dawn. „Sie erzählte mir, dass ihre eigene Geburt ziemlich schwierig war und es ihr sehr schlecht ging, und ich glaube, das hat ihr ganzes Leben geprägt. Sie hat das Gefühl, dass es ihre Berufung ist – Kindern zu helfen, die unter ähnlichen Umständen geboren wurden.“

Unerschütterlich in ihrer Loyalität und dem Glauben, dass ihre Freundin zu einem Mord unfähig sei – war es möglich, dass Letby ihr Sand in die Augen gestreut hatte?

Dawn stieß einen langen Seufzer aus, bevor sie antwortete.

„Der einzige Weg, wie ich jemals glauben würde, dass sie schuldig ist, wäre, wenn sie mir selbst sagt, dass sie schuldig ist“, sagte sie.

Dawns Gewissheit beeindruckte mich, aber meine eigenen Gedanken waren weit weniger gefestigt. Genau wie Dawn musste ich es direkt von der Krankenschwester selbst hören.
Quelle: Siehe oben.


Die "newstalkzb" aus Neuseeland veröffentlicht Inhalte des Interviews ebenfalls, bringt es aber mit "twisted" etwas mehr auf den Punkt, zumindest aus Sicht 2023, denn da gab es noch kein "Expert Panel" und die Zweifel an der Schuld Letbys hielt sich noch in Grenzen (abgesehen eben - wie so oft in solchen Fällen - von Eltern und Freundeskreis):
'Kindest person': Friend of killer nurse Lucy Letby's twisted statement

A childhood friend of UK killer nurse Lucy Letby has miraculously stood by the 33-year-old, releasing an astonishing statement in support of the murderer.
Quelle: https://www.newstalkzb.co.nz/news/world/lucy-letby-childhood-friend-of-killer-nurse-says-she-will-never-believe-she-is-guilty/

Übersetzung:
„Freundlichster Mensch“: Verdrehte Aussage der Freundin der Kindermörderin Lucy Letby

Eine Kindheitsfreundin der britischen Killer-Krankenschwester Lucy Letby hat auf erstaunliche Weise zu der 33-Jährigen gehalten und eine überraschende Erklärung zur Unterstützung der Mörderin veröffentlicht.
Quelle newstalkzb.

Und weiter:
Now, her childhood friend, Dawn Howe, has released a twisted statement, saying she will never believe that that Letby is a killer.

Howe described the murderous nurse as the “kindest person I have ever known” in an interview with the BBC.

“Unless Lucy turned around and said ‘I’m guilty’, I will never believe that she’s guilty,” she expressed while choosing to speak on behalf of Letby’s friends.

She went on to say there is no way she could have done what she’s “accused of” and that the “accusation” is “out-of-character”.

“We know she couldn’t have done anything that she’s accused of, so without a doubt, we stand by her. I grew up with Lucy and not a single thing that I’ve ever seen or witnessed of Lucy would let me for a moment believe she is capable of the things she’s accused of.

“It is the most out-of-character accusation that you could ever put against Lucy. Think of your most kind gentle soft friend and think that they’re being accused of harming babies.”
Quelle newstalkzb, übersetzt:
Jetzt hat ihre Kindheitsfreundin, Dawn Howe, eine verdrehte Erklärung abgegeben und gesagt, dass sie niemals glauben werde, dass Letby eine Mörderin ist.

Howe beschrieb die mörderische Krankenschwester in einem BBC-Interview als den „freundlichsten Menschen, den ich je gekannt habe“.

„Es sei denn, Lucy würde sich umdrehen und sagen ‚Ich bin schuldig‘, werde ich niemals glauben, dass sie schuldig ist“, sagte sie und sprach damit im Namen von Letbys Freundeskreis.

Sie fügte hinzu, dass es keine Möglichkeit gebe, dass sie das getan habe, wofür sie „beschuldigt“ wird, und dass die „Anschuldigung“ „nicht zu ihrem Charakter passt“.

„Wir wissen, dass sie nichts von dem getan haben könnte, wofür sie beschuldigt wird, also stehen wir ohne Zweifel zu ihr. Ich bin mit Lucy aufgewachsen, und nichts, was ich jemals bei ihr gesehen oder erlebt habe, würde mich auch nur einen Moment lang glauben lassen, dass sie zu den Dingen fähig ist, deren sie beschuldigt wird.

„Es ist die untypischste Anschuldigung, die man je gegen Lucy erheben könnte. Denkt an euren freundlichsten, sanftesten, weichherzigsten Freund – und stellt euch vor, er würde beschuldigt, Babys zu schädigen.“
Quelle newstalkzb.


Wie man diesem Artikel vom 10.02.2026 entnehmen kann hält Dawn Howe immer noch zu Letby, die Argumentation hat sich nicht geändert:
I’m Lucy Letby’s childhood best friend and this is why I know she’s innocent
Quelle: https://thetab.com/2026/02/10/im-lucy-letbys-childhood-best-friend-and-this-is-why-i-know-shes-innocent

Und dann wird im Wesentlichen das Interview der BBC aus 2023 zitiert:
Dawn described her friend as a “kind” and “gentle” friend and thinks that due to her caring nature, there’s absolutely no way she’d be capable of murdering babies, as she has been convicted of.

“It is the most out-of-character accusation that you could ever put against Lucy. Think of your most kind, gentle, soft friend and think that they’re being accused of harming babies,” she continued.

Letby’s friend said it was always the 36-year-old’s “dream” to become a nurse and “help babies” because her life was saved by nurses when she was born.

“She was very grateful to be alive to the nurses who helped save her life. She feels that’s what she was called to do – to help children who might have been born in similar circumstances.”

Deutsch:

Dawn beschrieb ihre Freundin als „freundlich“ und „sanft“ und ist der Ansicht, dass sie aufgrund ihres fürsorglichen Wesens auf keinen Fall dazu fähig wäre, Babys zu ermorden, wie es ihr zur Last gelegt wurde.

„Es ist die am wenigsten charakteristische Anschuldigung, die man jemals gegen Lucy erheben könnte. Denkt an euren freundlichsten, sanftesten, sensibelsten Freund und stellt euch vor, dass dieser beschuldigt wird, Babys zu schaden“, fuhr sie fort.

Letbys Freundin sagte, es sei immer der „Traum“ der 36-Jährigen gewesen, Krankenschwester zu werden und „Babys zu helfen“, weil ihr eigenes Leben bei ihrer Geburt von Krankenschwestern gerettet worden sei.

„Sie war sehr dankbar, am Leben zu sein, gegenüber den Krankenschwestern, die ihr Leben gerettet haben. Sie fühlt, dass das ihre Berufung war – Kindern zu helfen, die unter ähnlichen Umständen geboren wurden.“
Quelle: thetab.

Und dann wird noch auf ein Video vom letzten Dezember verwiesen:
In December 2025, Dawn made a 10-minute video titled “My friend is innocent – The Real Lucy Letby” where she spoke about why she believes her friend didn’t commit the crimes. You can watch the full interview below.
Quelle: thetab.

Das Video: Youtube: Dawn – Meine Freundin ist unschuldig – Die wahre Lucy Letby
Dawn – Meine Freundin ist unschuldig – Die wahre Lucy Letby
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.
(mit zahlreichen Bildern von Dawn und Lucy aus besseren Zeiten).


melden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 04:10
@Cpt.Germanica
vielen Dank für Infos und Videos.
Anscheinend wollen/dürfen sich, eine ihr sehr nahestehenden Freundin und Kolleginnen nicht öffentlich äußern

Es gibt ja massig Videos zu dem Fall und als ich mir deine oben verlinkten Videos ansah, stieß ich auf zwei andere, die ich auch sehr interessant fand.

Hier werden Lucys Aussagen vor Gericht zu den Notizen auf den Zetteln wiedergegeben.
Die Stimme von Lucy spricht eine Sprecherin, die ähnlich spricht wie Lucy, das wird am Anfang auch erklärt.
Es erscheint so, als ob die Gerichtsprotokolle vorliegen.
Für mich wirkt das seriös, aber vielleicht kennst du das ja und kannst auch was darüber sagen.

Youtube: Lucy Letby in ihren eigenen Worten
Lucy Letby in ihren eigenen Worten
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.



Da wird der neue Anwalt von Lucy Mark McDonald interviewt.
Er spricht u.a. über die neuen Gutachten und über Lucy.

Youtube: Inside Lucy Letby's prison cell: ‘Why are they doing this to me?’ | The Daily T
Inside Lucy Letby's prison cell: ‘Why are they doing this to me?’ | The Daily T
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.



1x zitiert1x verlinktmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 14:53
Danke für die Videos und Infos @Agrimony.
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Hier werden Lucys Aussagen vor Gericht zu den Notizen auf den Zetteln wiedergegeben.
Die Stimme von Lucy spricht eine Sprecherin, die ähnlich spricht wie Lucy, das wird am Anfang auch erklärt.
Es erscheint so, als ob die Gerichtsprotokolle vorliegen.
Für mich wirkt das seriös, aber vielleicht kennst du das ja und kannst auch was darüber sagen.
Ich kenne den Kanal – und ebenso dieses Video – seit Kurzem und habe erst vor wenigen Tagen damit begonnen tiefer in diese Videoreihe einzusteigen.

Er ist von jemandem, der den Prozess die gesamten 10 Monate vor Ort verfolgt hat und in einem seiner Videos empfiehlt, sich mit Letbys Verhalten vor Gericht zu befassen, statt die einseitigen Sichtweisen der Kritiker unreflektiert zu übernehmen.

Dieses Video (Titel "My Experience of Lucy Letby") hat mich vorgestern nun doch erwägen lassen, dass Letby schuldig sein könnte:

Youtube: My Experience of Lucy Letby
My Experience of Lucy Letby
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.


Mir geht es konkret um die bzgl. Baby I im Video geschilderten Auffälligkeiten in Letbys Aussage vor Gericht. Diese höchst interessante Passage beginnt bei Minute 06:01.

Zunächst mal zur Vorgeschichte:

Letby sollte am 13. Oktober 2015 Tag Baby I überwachen, während die zuständige Krankenschwester Ashleigh Hudson nur kurz in einem anderen Zimmer mithelfen wollte. Das Baby war zu dem Zeitpunkt stabil und seine Entlassung war für die nächsten Wochen vorgesehen.

Als Hudson nach etwa 20 Minuten zurück kam stand Letby in der Türöffnung und es ergab sich ein zunächst belangloses Gespräch. Das Licht im Zimmer von Baby I war abgedunkelt, sodass man in Verbindung mit dem Baldachin des Bettchens von Baby I dessen Gesicht von der Tür aus nicht sehen konnte (warum man so einen Staubfänger und kitschigen Nippes auf einer Station für Neugeborene überhaupt hat steht auf einem anderen Blatt).

Schließlich hat Letby ihre Kollegin Hudson darauf hingewiesen, dass Baby I blass aussieht. Hudson hat daraufhin umgehend die Zimmerbeleuchtung eingeschaltet und ist sogleich zu Baby I gegangen nur um festzustellen, dass das Kind nicht mehr atmet und im Sterben liegt. Diese plötzliche Veränderung der Verfassung des Kindes fand sie bemerkenswert und kam für sie vollkommen überraschend (ebenso für die behandelnde Ärztin Frau Dr. Lucy Bebee), das Kind konnte aber wiederbelebt werden.

Für das Gerichtsverfahren wurde die Situation nachgestellt um zu demonstrieren, dass das Gesicht des Kindes von der Tür aus nicht erkennbar war und damit auch nicht ersichtlich, dass es blass ist:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 15.03.2026:ich später mit den Worten „Ich hatte mehr Erfahrung, daher wusste ich, worauf ich achten musste.“

 128437319 6.rac23-20-image006selectedby

Rekonstruktion des Behandlungszimmers von Baby I in der fraglichen Nacht des 13. Oktobers 2015 für das Gericht
Letby sollte so nachgewiesen werden, dass sie gewusst haben muss, dass Baby I sich in einem kritischen Zustand befindet, noch bevor es nach dem Einschalten der Zimmerbeleuchtung augenscheinlich wurde (Täterwissen).

Als Letby mit diesem Umstand im Verhör konfrontiert wurde kam es zu einer bemerkenswerten Situation, denn sie hat sich (aus Sicht der Anklage und vieler Prozessbeobachter) versprochen indem sie antwortete

  • "I had more experience, so I knew what I was looking for." (deutsch „Ich hatte mehr Erfahrung, deshalb wusste ich, wonach ich suche.“, alternativ „ ... deshalb wusste ich, worauf ich achten musste.“)

nur um sich dann gleich zu verbessern

  • "I knew what I was looking at" (deutsch „Ich wusste, was ich da sah.“).


Der Ankläger Nick Johnson KC wollte Letby mit dieser Korrektur nicht davon kommen lassen und hat daher nachgefragt, was es mit "I knew what I was looking for" auf sich hat, was sie damit meint (denn es war möglicherweise ein Freud'scher Versprecher und damit ein Hinweis auf Täterwissen weil sie ggf. wusste, was passieren würde, was er ihr auch vorwarf).

Letby hat daraufhin darum gebeten, dass Verhör abzubrechen, es wird ihr zu viel, sie ist mittlerweile ganz konfus, bringt die Tage durcheinander, braucht eine Pause.

Der Richter hat dann mit der Begründung, dass es für alle viel an diesem Tag war, das Verhör abgebrochen und die Verhandlung beendet.

Im Video wird dieser Vorfall ausführlicher beschrieben (sehr sehenswert).


Zu Baby I nochmal kurz:

Ich hatte ohnehin erwogen noch etwas dazu zu schreiben (was ich auf jeden Fall auch noch tun werde, fragt sich nur wann):
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 15.03.2026:Aus meiner Sicht würde es sich lohnen, auf alle verhandelten Babys näher einzugehen, also näher als ich es bisher getan habe (selbst zu Baby I ist sicher noch nicht alles gesagt), aber das ist eben auch eine Frage der Zeit ...
Ich werde alle Aspekte, die ich bislang in verschiedenen Beiträgen geschildert habe, zusammenfassen, also die vier Angriffe, die Todesumstände, Letbys Verhalten laut der Kindsmutter, die Trauerkarte, die Facebook-Suchen, Letbys Aussage vor Gericht.


Zurück zum Video:

Laut dem Sprecher des Videos hat sich Letby in den 14 Tagen, in denen sie insgesamt im Zeugenstand war, immer wieder in Widersprüche verwickelt, Unstimmigkeiten präsentiert und konnte letztlich des Lügens überführt werden.

Er beschreibt sie ab Minute 19:11 wörtlich als "A Very, very skilled liar, a manipulator, someone who ist deceiving people like it's absolutely nothing - like its second nature!" (deutsch „Eine sehr, sehr geschickter Lügnerin, eine Manipulatorin, jemand, der Menschen täuscht, als wäre es absolut nichts – als wäre es seine zweite Natur!“).

Der Sprecher betont in seinen Videos aber immer wieder, dass seine Meinung bzgl. Letby nur auf seinem persönlichen Eindruck basiert, nur seine Meinung ist.


3x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 15:19
P.S.:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Letby hat daraufhin darum gebeten, dass Verhör abzubrechen
Peinlicher Tippfehler, "das Verhör".

Man kann einen Beitrag noch so oft durchlesen, irgendein Vertipper passiert einem immer (vor allem wenn man ständig am Text 'rum feilt, evtl. stand da ursprünglich "dass das Verhör abgebrochen wird").


melden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 15:45
Aus Gründen der Fairness und der Ausgewogenheit möchte ich noch eine mögliche Gegenposition beziehen:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Letby sollte so nachgewiesen werden, dass sie gewusst haben muss, dass Baby I sich in einem kritischen Zustand befindet, noch bevor es nach dem Einschalten der Zimmerbeleuchtung augenscheinlich wurde (Täterwissen).

Als Letby mit diesem Umstand im Verhör konfrontiert wurde kam es zu einer bemerkenswerten Situation, denn sie hat sich (aus Sicht der Anklage und vieler Prozessbeobachter) versprochen indem sie antwortete

"I had more experience, so I knew what I was looking for." (deutsch „Ich hatte mehr Erfahrung, deshalb wusste ich, wonach ich suche.“, alternativ „ ... deshalb wusste ich, worauf ich achten musste.“)

nur um sich dann gleich zu verbessern

"I knew what I was looking at" (deutsch „Ich wusste, was ich da sah.“).


Der Ankläger Nick Johnson KC wollte Letby mit dieser Korrektur nicht davon kommen lassen und hat daher nachgefragt, was es mit "I knew what I was looking for" auf sich hat, was sie damit meint (denn es war möglicherweise ein Freud'scher Versprecher und damit ein Hinweis auf Täterwissen weil sie ggf. wusste, was passieren würde, was er ihr auch vorwarf).

Letby hat daraufhin darum gebeten, dass Verhör abzubrechen, es wird ihr zu viel, sie ist mittlerweile ganz konfus, bringt die Tage durcheinander, braucht eine Pause.

Der Richter hat dann mit der Begründung, dass es für alle viel an diesem Tag war, das Verhör abgebrochen und die Verhandlung beendet.
Natürlich kann es auch sein, dass Letbys Versprecher "normal" war und kein Freud'scher.

Evtl. hat sie, nachdem sie sich versprochen hat, sogleich bemerkt, dass sie sich missverständlich ausgedrückt hat – und dass dies eine Gefahr für sie darstellt –, und hat daher umgehend eine Korrektur nachgeliefert:

"I knew what I was looking for." --> "I knew what I was looking at."

Der Ankläger hat natürlich sogleich versucht, ihr einen Strick daraus zu drehen.

Sie war mittlerweile womöglich tatsächlich müde und hat sich daher gedacht, dass ihr in ihrem Zustand vielleicht noch weitere Versprecher unterlaufen, die man ihr ggf. auch nur wieder negativ auslegt.

Daraufhin hat sie um einen Abbruch des Verhörs gebeten – und manche haben dies prompt als verdächtig erachtet.


melden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 15:55
Letztlich zeigt diese Episode auch, wieso Verteidiger es meist am liebsten haben, dass ihre Klienten nicht aussagen.
Egal ob schuldig oder nicht.
Sollte sie schuldig sein war das einfach ein Zeichen dafür, dass widerspruchsfreies Aussagen -insbesondere bei einer längeren Aussage - extrem schwierig ist.
Aber so ein Versprecher oder blöde missverständliche Formulierung ist natürlich auch in dem Fall ihrer Unschuld möglich.


1x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 16:57
@Cpt.Germanica: Nochmals ein großes Lob für diese detailreichen, ausgewogenen, sachlichen Darstellungen. Ich bin zwar nicht ewig lange hier aktiv, aber die Arbeit, die da drin steckt, ist schon außergewöhnlich und bemerkenswert!


1x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 17:35
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Letby sollte am 13. Oktober 2015 Tag Baby I überwachen, während die zuständige Krankenschwester Ashleigh Hudson nur kurz in einem anderen Zimmer mithelfen wollte. Das Baby war zu dem Zeitpunkt stabil und seine Entlassung war für die nächsten Wochen vorgesehen.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 14.03.2026:Baby I, ein Mädchen, stirbt nach insgesamt vier dramatischen Zusammenbrüchen, die innerhalb weniger Wochen auftraten. Dieser Fall war besonders langwierig und emotional belastend für das Personal. Er gilt auch deswegen als herausragend, weil das Kind über einen langen Zeitraum immer wieder "attackiert" worden sein soll, bis es schließlich verstarb.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 14.03.2026:Kind I (Oktober 2015): Ein Mädchen. Letby unternahm vier Versuche, sie zu töten, bevor sie schließlich durch Luftinjektionen starb. Urteil: Schuldig.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 14.03.2026:- Kurz bevor Baby I am 23.10.2015 endgültig zusammenbrach, schrieb Letby einer Kollegin, dass das Baby „nicht gut aussehe“ und sie ein „schlechtes Gefühl“ habe (laut Anklage bereitete sie damit das Umfeld psychologisch auf den Tod vor, den sie selbst herbeiführen wollte).
War der beschriebene Vorfall am 13.10.2015 der erste dieser vier "Zusammenbrüche"? Tut mir leid, wenn ich es überlesen habe, ich habe es auf die Schnelle nicht gefunden: War sie bei allen "Zusammenbrüchen" zugegen? Wie kann man sich einen solchen medizinischen Zusammenbruch vorstellen, denn mich irritiert, dass diese andere Krankenschwester erst per Augenschein erst feststellen konnte, dass das Baby nicht mehr atmet. Ich hätte mir vorgestellt, dass frühgeborene Babies durch Maschinen dauerhaft überwacht werden. Es war schließlich 2015 und nicht 1975 oder so.


1x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 17:43
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:@Cpt.Germanica: Nochmals ein großes Lob für diese detailreichen, ausgewogenen, sachlichen Darstellungen. Ich bin zwar nicht ewig lange hier aktiv, aber die Arbeit, die da drin steckt, ist schon außergewöhnlich und bemerkenswert!
Danke @klara.verstand für die Anerkennung und die lobenden Worte. Da steckt tatsächlich viel Arbeit d'rin, die zu Lasten anderer Hobbys geht, aber der Fall fesselt mich!
Zitat von simiesimie schrieb:Aber so ein Versprecher oder blöde missverständliche Formulierung ist natürlich auch in dem Fall ihrer Unschuld möglich.
Mein Problem mit dem Fall ist, dass ich zwar für praktisch alles, was man ihr negativ ausgelegt hat (z. B. die Funde bei der Hausdurchsuchung und die Ergebnisse der Recherche ihres Online-Verhaltens sowie Weiteres), die Gegenpositionen überzeugender finde als die der Ermittler bzw. der Anklage (z. B. grüner Post-it mit u. a. mutmaßlichen Selbstbezichtigungen, weitere wirre Notizzettel, 257 medizinische Unterlagen, benutzter Papier-Schredder, Terminkalendereinträge zu den Schichten mit Todesfällen, Foto der Gedenkkarte an die Eltern von Baby I, Textnachrichten an Kollegen und Freunde, ihre Bekanntschaft mit Dr. A. ... hierzu, also zu den für mich schwachen Indizien, wollte ich auch noch einen Beitrag schreiben) und dennoch nicht von ihrer Unschuld überzeugt bin.

Sobald bei meiner Beschäftigung mit dem Fall etwas für mich neues, Letby Belastendes, auftaucht, finde ich nach reiflicher Überlegung wieder eine Gegenposition, die mich bald mehr überzeugt als die Sichtweise der Polizei und der Anklage.

Aber wenn ich mir die einzelnen behaupteten Angriffe, Mordversuche und Morde, ansehe zweifel ich an Zufällen:

In teils sehr kleinen Zeitfenstern kollabierten urplötzlich stabile, mehr oder weniger gesunde Babys, manche kurz vor der Entlassung stehend, teilweise mehrfach und mitunter mit tödlichen Folgen, für Ärzte und Pfleger jeweils unerwartet sowie unerklärlich, und das auch in solchen Zimmern, für die Letby gar nicht zuständig war, aber just in den Momenten der Zusammenbrüche dennoch anwesend (und dieses Phänomen wanderte mit ihr von der Nachtschicht in die Tagschicht, wohin man sie aufgrund der Vorfälle bewusst versetzt hatte, was bei ihr für großen Unmut sorgte). Dazu ihr konkretes, verdächtiges Verhalten in den Einzelfällen.

Hallo???

Und nur diese genannten Umstände der Zusammenbrüche und Todesfälle halte ich persönlich für belastend, allerdings für ausreichend belastend, ich muss keine Post-its oder sonst was zu ihren Ungunsten "zurechtbiegen", um ihre Schuld ernsthaft zu erwägen.


Die generellen Einwände der Statistiker wie z. B. Richard Gills mögen wissenschaftlich berechtigt sein, das macht Letby aber noch nicht zwingend zu einer Unschuldigen, man hat ja nicht nur auf ihre Anwesenheiten gesetzt sondern sich auch en détail angesehen, was sie während dieser Vorfälle gemacht hat.

Die statistisch fragwürdige Tabelle könnte ein formaler Mangel sein und das Urteil potentiell kippen (ich bin kein Jurist), die Verurteilung als solche aber korrekt.


Dr. Dewie Evans belastendes Gutachten ist für mich jedoch vom Tisch, hier vertraue ich vollauf auf Dr. Shoo Lee (siehe hierzu auch meine verschiedenen Beiträge weiter oben).


[Exkurs: Interessanter Weise ist der Richter im Prozess gegen Letby von einem höheren Gericht davor gewarnt worden, zwingend der Argumentation Dr. Evans zu folgen:
The last half-hour is spent with McDonald and Dr Shoo Lee pulling apart most (not all – we do not get an explanation of the handover sheets, which Letby says she accidentally brought home then couldn’t properly dispose of, despite a shredder being found in the house) of the evidence.

McDonald notes that the trial judge was, in a very unusual move, emailed by a court of appeal judge during the trial to state “in robust terms” the latter’s concerns that Evans might be a witness whose evidence could be tailored as needed.
Quelle: https://www.theguardian.com/tv-and-radio/2026/feb/04/the-investigation-of-lucy-letby-review-netflix

Übersetzung:
Die letzte halbe Stunde verbringen McDonald [Anm. d. Verf.: Der Strafverteidiger Mark McDonald hat das Mandat für Lucy Letby im September 2024 übernommen] und Dr. Shoo Lee damit, den Großteil der Beweise zu zerpflücken. (Nicht alle – wir erhalten keine Erklärung für die Übergabeprotokolle, von denen Letby sagt, sie habe sie versehentlich mit nach Hause gebracht und könne sie dann nicht ordnungsgemäß entsorgen, obwohl in ihrem Haus ein Aktenvernichter gefunden wurde.)

McDonald stellt fest, dass dem Prozessrichter – in einem höchst ungewöhnlichen Vorgang – während des Verfahrens von einem Richter des Berufungsgerichts eine E-Mail geschickt wurde, um ‚in deutlichen Worten‘ dessen Bedenken mitzuteilen, dass Evans ein Zeuge sein könnte, der seine Aussagen nach Bedarf anpasst.
Quelle: S. o.

Ende Exkurs]


Trotzdem überzeugt mich nicht, dass Dr. Shoo Lee wissen will, dass es keinesfalls Morde waren.

Ich hatte das Expert Panel, dem er vorsteht, zunächst so verstanden, dass es für jeden der sieben behaupteten Morde ein alternatives Szenario gibt, also dass jeder dieser Todesfälle auch natürliche Ursachen haben kann.

Evtl. habe ich Dr. Lee falsch verstanden, oder er hat seine Meinung konkretisiert, oder aber geändert ("verschärft"), oder die Presse hat unklar berichtet, jedenfalls liest es sich mittlerweile so, als würde Dr. Lee Fremdeinwirkung absolut ausschließen und Letbys Verurteilung daher für fraglos falsch halten.

Und auch wenn ich kein Arzt bin macht mich das stutzig: Lässt sich das nur aufgrund der Aktenlage und ohne, dass er eine Obduktion machen konnte, so eindeutig sagen?

Ich frage mich daher:

Macht das Expert Panel jetzt am Ende den gleichen Fehler wie zuvor Dr. Evans, nur in der anderen Richtung?


Ich frage mich auch, ob Leute wie der Dr. Shoo Lee oder Richard Gill jemals näher betrachtet haben, wie Letby sich in den "Todesschichten" verhalten hat? Na gut, ein Gutachter oder Experte muss das ausklammern, damit er zu einem sachlichen, neutralen Gutachten kommt, d'accord.


Ja, das Urteil steht womöglich auf tönernen Füßen. Und wenn Letbys angebliche Taten nicht nachweisbar sind, dann soll sie frei kommen.


1x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

21.03.2026 um 19:46
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:War der beschriebene Vorfall am 13.10.2015 der erste dieser vier "Zusammenbrüche"? Tut mir leid, wenn ich es überlesen habe, ich habe es auf die Schnelle nicht gefunden: War sie bei allen "Zusammenbrüchen" zugegen?
Es war der seitens Anklage behauptete zweite Angriff.

Ich denke Du @klara.verstand hast das nicht überlesen, ich bin bei Baby I bislang vor allem auf den 13.10.2024 eingegangen und außerdem auf den Aspekt der Trauerkarte, jedoch (noch) nicht detailliert auf alle angeblichen Angriffe.

Ich habe lediglich im Rahmen der Facebooksuchen die vier Tage der dramatischen, lebensbedrohlichen Vorkommnisse erwähnt:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 14.03.2026:Unmittelbar nachdem das Baby am 30. September 2015 das erste Mal kollabierte suchte Letby die Mutter erneut auf Facebook.
- In der Phase, in der Baby I mehrfache Zusammenbrüche erlitt (13. und 14. Oktober 2015), gab es weitere Suchen.
- Kurz vor dem Tod am 23. Oktober 2015 suchte Letby die Mutter dann erneut
(Hinweis: Die Facebook-Suchen zu den Angehörigen von Baby I habe ich jetzt nur insoweit zitiert, als sie Informationen zu den Tagen der Zusammenbrüche enthalten, es gab aber mehr Suchen.)
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:Wie kann man sich einen solchen medizinischen Zusammenbruch vorstellen, denn mich irritiert, dass diese andere Krankenschwester erst per Augenschein erst feststellen konnte, dass das Baby nicht mehr atmet.
Ich hab das mal auf die Schnelle zusammen gesucht, mit dem Hinweis, dass das Gutachten von Dr. Evans, welches für jede Form von Zusammenbrüchen bzw. Kollapsen eine medizinische Erklärung zu Ungunsten Letbys liefert, vom Expert Panel als wissenschaftlich nicht haltbar betrachtet wird und angeblich andere Ursachen in Frage kommen, die nicht für Mord sprechen. Unabhängig davon bleiben es Kollapse.


Man beobachtete an Zusammenbrüchen:

  • Atemaussetzer (Apnoe)

  • Herzstillstände

  • Kreislaufkollapse


Zusätzliche Beobachtungen:

  • ungewöhnlich hohe Insulinwerte, die zu gefährlich niedrigem Blutzucker führten – aber mit forensisch unsicheren Tests ermittelt wurden (Baby F und Baby L)

  • flüchtige Hautverfärbungen (rote, pinkfarbene oder violette Flecken), die das Personal so noch nie zuvor beobachtet hatte

  • Luft in Blutgefäßen (erst postmortal festgestellt)

  • aufgeblähte Bäuche

  • massives Erbrechen (jenseits einer üblichen Fütterung)

  • unerklärliche Blutungen (insbesondere Baby E)

  • atypisches Schreien, schrill und ununterbrochen, ungewöhnlich für dieses Alter, wurde von den Krankenschwestern als Schmerzensschrei interpretiert, den sie so noch nie gehört hatten (nur Baby N)
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:Ich hätte mir vorgestellt, dass frühgeborene Babies durch Maschinen dauerhaft überwacht werden. Es war schließlich 2015 und nicht 1975 oder so.
Also im Fall von Baby K ist dokumentiert, dass es Alarmsysteme gab, die bei diesem Kind aber nicht auslösten:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 15.03.2026:In der selben Nacht löste sich der Beatmungsschlauch von Baby K weitere zwei Male, was zu einer Verschlechterung des Zustands des Kindes führte. Es wurde festgestellt, dass Letby zu beiden Zeitpunkten anwesend war, obwohl sie eigentlich Patienten in einem anderen Zimmer hätte betreuen sollen. Es blieb technisch ungeklärt, warum der automatische Alarm nicht ertönte. Baby K wurde später in ein Spezialkrankenhaus verlegt, verstarb dort jedoch einige Tage später.
Man geht davon aus, dass Letby den Alarm unterdrückt haben könnte, da kein technischer Grund gefunden wurde.


melden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

22.03.2026 um 13:18
"Looking for", "looking at". Das kann doch ein normaler Versprecher sein, auch wenn die Bedeutungen hier sehr entscheidend sind. Aber sowas passiert doch jedem mal (mir auch). Das jetzt als ein wichtiges Indiz zu werten, überzeugt mich nicht.


melden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

22.03.2026 um 19:45

– Die Outings der Lucy Letby als Serienmörderin (oder auch nicht) –




Ich habe mittlerweile weitere Videos des YT-Kanals "Crime Scene 2 Courtroom" angesehen, von denen @Agrimony eines hier schon verlinkt hatte (siehe Beitrag von Agrimony (Seite 5)).



Bei dem folgenden ('Lucy Letby - The Unreleased Police Interviews') geht es um Polizeiverhöre, die in gewohnter Weise nachgesprochen werden:

Youtube: Lucy Letby - The Unreleased Police Interviews
Lucy Letby - The Unreleased Police Interviews
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.


Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe nichts gefunden, was ich auch nur irgendwie verdächtig finde.

Alle Fragen der Ermittler beantwortet sie für meine Begriffe schlüssig, nachvollziehbar und glaubwürdig. Sie verwickelt sich in keine Widersprüche und bleibt keine Antworten schuldig. (Alles wie gesagt nur meine Wahrnehmung.)


Auf die Post-its möchte ich im Folgenden etwas näher eingehen, weil diese ja vor Gericht als besonders belastend gewertet wurden:

Die Post-its sollen aus dem Juli 2016 stammen, als sie frisch von der Station in die Verwaltung abgezogen worden war, was sie tief getroffen hat, da sie sehr an ihrem Job hing (ihre letzte Schicht als Pflegerin war am 30.06.2016). Die bekanntesten beiden sind der grüne und der gelbe Zettel, aber es wird auch auf andere eingegangen.

Letby erklärt den Ermittlern anschaulich, dass sie sich in dieser Phase in einer tief verzweifelten Stimmung befand. Sie hatte aufgrund der Vorwürfe, die im Raum standen und auf ihr lasteten, das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben, nicht gut genug gewesen zu sein. Es klingt, als hätte sie sich enorme Vorwürfe gemacht, die in diese Post-its einflossen, eine Art "Selbstzerfleischung". Den Vermerk "HATE" auf dem grünen Zettel bezeichnet sie als Ausdruck von Selbsthass.

Selbst die vor Gericht als am belastendsten gewerteten Notizen ("Selbstbezichtigungen") kann sie für meine Begriffe so erklären, dass sie glaubhaft harmlos erscheinen:

"I AM EVIL I DID THIS" (in Großbuchstaben – „Ich bin böse, ich habe das getan“) .

"I killed them on purpose because I’m not good enough to care for them" („Ich habe sie mit Absicht getötet, weil ich nicht gut genug bin, mich um sie zu kümmern“).

Es ist so zu verstehen: Sie nahm sich die Anschuldigungen der Ärzte sehr zu Herzen und fragte sich, ob sie (fachlich) etwas falsch gemacht hat.

Mein Eindruck: Sie schien in dieser Phase innerlich fast an den besagten Umständen zu zerbrechen, auch wenn sie nach außen hin weiterhin den Eindruck eines fröhlichen Partygirls machte.

Möglicherweise ein Fall von „Introjektion“ – unter extremem Stress übernimmt sie die Vorwürfe von außen (also die der Ärzte) ungefiltert und empfindet sie als eigene „Wahrheit“ (allerdings nicht im Sinne von Morden sondern fachlichen Verfehlungen, die zu den Todesfällen führten).


Eine gute Übersicht der Post-ist findet sich hier:

https://www.theguardian.com/uk-news/article/2024/sep/03/i-am-evil-i-did-this-lucy-letbys-so-called-confessions-were-written-on-advice-of-counsellors

Dieser Artikel des Guardian vom 3. September 2024 erklärt auch, wie es zu den Post-its gekommen sein soll, nämlich auf anraten sowohl des Betriebsärtzlichen Dienstes des Chester Hospitals als auch ihrer Hausärztin (Chester GP):
Sources close to the case have told the Guardian that the Countess of Chester hospital’s own head of occupational health and wellbeing, Kathryn de Beger, encouraged Letby to write down her feelings as a way of coping with extreme stress. Letby’s Chester GP [Anm. d. Verf. "Chester General Practitioner"] also advised her to write down thoughts she was struggling to process, according to these sources.
Quelle wie oben bzw. https://www.theguardian.com/uk-news/article/2024/sep/03/i-am-evil-i-did-this-lucy-letbys-so-called-confessions-were-written-on-advice-of-counsellors

Deutsch:

„Quellen, die dem Fall nahe stehen, haben dem Guardian berichtet, dass die Leiterin für Arbeitsgesundheit und Wohlbefinden des Countess of Chester Hospitals, Kathryn de Beger, Letby ermutigt habe, ihre Gefühle aufzuschreiben um so mit extremem Stress umzugehen. Laut diesen Quellen riet auch Letbys Hausärztin in Chester ihr, Gedanken, die sie nur schwer verarbeiten konnte, schriftlich festzuhalten.“


Kathryn de Beger war die Leiterin der Abteilung für Arbeitsmedizin und Wohlbefinden am Countess of Chester Hospital. Sie führte mehrere Beratungsgespräche mit Letby, nachdem diese von der Station abgezogen worden war. De Beger war von Letbys Unschuld überzeugt und eine ihrer größten, innerbetrieblichen Unterstützerinnen.

Chester GP ("General Practitioner") steht für Letbys Hausärztin in Chester.


Erwähnenswert ist noch, dass Letby auf Nachfrage der Ermittler eine Erklärung liefert, warum die Anzahl an Sterbefällen 2015 anstieg: Die Station war personell an ihre Grenzen geraten und gleichzeitig kamen mehr Hochrisiko-Patienten als in den Vorjahren.



Hier noch ein Video besagten Kanals ('Lucy Letby - Her Private Messages Uncovered'), das mich wieder nicht davon überzeugt, dass Letby sich als Serienmörderin geoutet hat. Es geht um WhatsApp-Nachrichten, die zwischen ihr und ihrer ehemaligen Kollegin und engen Freundin sowie Gewerkschaftsvertreterin Hayley Griffiths ausgetauscht wurden.

Am 20.03.2027 kommt es zu einem makabren Chat-Verlauf über die Vertuschung von Morden. Dies wird im Video bis Minute 04:46 behandelt (weiter habe ich nicht geschaut).

Youtube: Lucy Letby – Ihre privaten Nachrichten enthüllt
Lucy Letby – Ihre privaten Nachrichten enthüllt
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.


Zum Sachverhalt:

Griffiths schrieb am 20. März 2017 an Letby, dass sie die US-Krimiserie "How to Get Away with Murder" („Wie man mit Mord davonkommt“) schaut und dort „gute Tipps“ bekommt.

Griffith schreibt als erste und beginnt so das "Gespräch": „Ich schaue gerade eine Sendung namens „Wie man mit Mord davonkommt“, ich lerne da einige gute Tipps x“ [das "x" steht für ein Küsschen]
(Originaltext Griffith: "I'm currently watching a programme called "How to Get Away with Murder", I'm learning some good tips x")

Letbys Antwort: „Ich hätte dir ein paar Tipps geben können [zwei verschiedene Smileys] X“
(Originaltext Letby: "I could have given you some tips X")

Griffith Erwiderung: „Ich bauche jemanden zum üben um zu sehen, ob ich damit davon komme“
(Originaltext Griffith: "I need someone to practice on to see If I can get away with it")

Letby: „Mir fallen zwei Personen ein, an denen du üben könntest, und wir helfen dir beim Vertuschen X“
(Originaltext Letby: "I can think of two people you could practice on and we'll help you cover it up X")

Anmerkung: Manche vermuten, dass Letby mit "two people" die Ärzte Dr. Stephen Brearey und Dr. Ravi Jayaram gemeint hat, welche Letby im Verdacht hatten Babys ermordet zu haben und gegen den Willen des Krankenhausmanagements schließlich durch setzten, dass Letby die Station verlässt.

Griffith weiter: "Deal I will get thinking of a plan [zwei Smileys]"
(Originaltext: „Abgemacht, ich werde mir einen Plan überlegen.“)

Letby: „Buch die Kreuzfahrt als unsere Flucht.“
(Originaltext: "Get the cruise booked as our Getaway"

Griffith schlussendlich (original): "Yep x"

Damit endet dieser Chat.


Diese Nachrichten wurden im Rahmen der Thirlwall Inquiry, welche die Versäumnisse des Krankenhauses im Fall Lucy Letby aufarbeitet, 2024 publik.

Die Inquiry hat den Verlauf hier veröffentlicht, siehe Seite 3 und 4 des Dokuments, zusammen mit weiteren Textnachrichten aus der Zeit März 217 bis Juni 2018 (insgesamt 43 Seiten):

https://thirlwall.public-inquiry.uk/wp-content/uploads/thirlwall-evidence/INQ0108368.pdf


Griffith hat sich in ihrer Zeugenaussage vor der Thirlwall Inquiry am 6. November 2024 reuig gezeigt und unter Tränen bei den Opferfamilien, die zum Teil anwesend waren, entschuldigt. Sie bedauerte ihre Nachrichten rückblickend.


Die BBC und andere Medien berichteten darüber, hier nur eine kleine Auswahl:
Letby 'offered tips on getting away with murder'
Quelle: https://www.bbc.com/news/articles/cwy1qkx7230o
Lucy Letby joked about murder tips in WhatsApp messages, inquiry hears
Quelle: https://www.manchestereveningnews.co.uk/news/uk-news/lucy-letby-joked-murder-tips-30313351
Lucy Letby joked about ‘tips’ on how to get away with murder, inquiry told
Quelle: https://www.independent.co.uk/news/uk/crime/lucy-letby-inquiry-prison-appeal-b2642483.html


Für mich sind das noch keine Belege für die Eiseskälte eine Mörderin o. ä., das kann genau so gut schwarzer Humor sein oder bitterer Sarkassmuss "in eigener Sache", Galgenhumor.

Sind Briten nicht ohnehin bekannt für ihren schwarzen Humor?


1x zitiert1x verlinktmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

22.03.2026 um 22:37
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Sobald bei meiner Beschäftigung mit dem Fall etwas für mich neues, Letby Belastendes, auftaucht, finde ich nach reiflicher Überlegung wieder eine Gegenposition, die mich bald mehr überzeugt als die Sichtweise der Polizei und der Anklage.
Das ist das schwierige an dem Fall, da er sehr polarisiert.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Aber wenn ich mir die einzelnen behaupteten Angriffe, Mordversuche und Morde, ansehe zweifel ich an Zufällen:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Und nur diese genannten Umstände der Zusammenbrüche und Todesfälle halte ich persönlich für belastend, allerdings für ausreichend belastend, ich muss keine Post-its oder sonst was zu ihren Ungunsten "zurechtbiegen", um ihre Schuld ernsthaft zu erwägen.
In dem Video "Lucy Letby - In ihren eigenen Worten", welches ich weiter oben schon verlinkt hatte, sagt sie aus, dass sie innerhalb von 12 Monaten wahrscheinlich hunderte von Babys betreut hat. /ca. ab Minute 5

Wer wählte denn die Babys aus, welche zur Pflege aufgenommen und welche gleich an andere Spezialkliniken verwiesen wurden?
Ging das von der Klinikleitung aus, oder entschieden das die Ärzte?
Wurde diese Entscheidung aufgrund der Personalstärke und Kompetenz des zur Verfügung stehenden Pflegepersonals getroffen?
Lucy Letby soll ja angeblich sehr viel Erfahrung gehabt haben und auch die entsprechende Ausbildung (irgendwo wurde mal was von Leveln gesagt).
Wie setzte sich das Pflegepersonal auf der Station zusammen und gibt es darüber Informationen?
Könnte es sein, dass, als Lucy ins Büro versetzt wurde, dadurch auch weniger Frühchen aufgenommen wurden, da durch das Fehlen von Lucy auf der Station zu wenig Fachpersonal zur Verfügung stand?

Was mich auch wundert, warum ihr von der Krankenhausleitung geraten wurde, mit niemanden von der Station über den wahren Grund ihrer Versetzung zu sprechen und es ihr nur erlaubt war, mit Dr. A und einer anderen Pflegekraft zu reden?
Ab ca. Minute 10 aus dem oben verlinkten Video.


Hier habe ich ein Video über ein Interview mit Karen Rees, der Pflegeleiterin, die angeblich Lucy für unschuldig hält.
Leider klappt es bei mir nicht mit der deutschen Übersetzung und alles kann ich leider nicht verstehen.
Sie soll nicht ausreichend informiert worden sein, weil sonst hätte sie anders gehandelt.
Hier findet man einen Artikel von 2023, in dem das Interview zusammengefasst wird.
https://www.itv.com/news/granada/2023-08-22/ex-nursing-boss-wasnt-given-enough-information-to-remove-lucy-letby

In dem Artikel von 2025 steht, dass Karen Rees zur Verteidung von Lucy aussagen wollte, aber nie die Gelegenheit bekam, aber auch nicht als Zuschauerin teilnehmen durfte, weil sie eine potentielle Zeugin war.
She told The Sunday Times she wanted to attend Letby’s trial at Manchester Crown Court but was prevented from doing so because she was a potential witness.
She also offered to give evidence for Letby’s defence but was never called, saying she always believed her to be innocent.
Quelle:
https://www.independent.co.uk/news/uk/home-news/lucy-letby-karen-rees-arrested-b2699078.html

Youtube: Karen Rees Full Interview (Nurse who worked with Lucy Letby)
Karen Rees Full Interview (Nurse who worked with Lucy Letby)
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.



Auch wieder aus der Serie "Crime Scene 2", welches schon eher wieder auf Lucys Schuld hinweist.
Es geht dort hauptsächlich um die Drillinge.
Eine Kollegin wird interviewt und sie berichtet über Verhalten von Lucy, welches sie für auffällig hielt.
Ab ca. Minute 10:40 erzählt sie, wie Lucy auf eine Kollegin zustürmte und diese zur Seite nahm, um ihr vom Tod von Baby O oder P zu berichten und das sie das Verhalten unnatürlich fand.
Mir zeigt das aber eher, dass Lucy sehr aufgewühlt war und mit einer, wahrscheinlich ihr eher nahestehenderen Kollegin, darüber sprechen musste.

Auch der Vorfall, der ab ca. Minute 7:10 beschrieben wird und als unangemessen beurteilt wird, kann durchaus Lucys emotionaler Verfassung geschuldet sein. Sie bot den Eltern der Drillinge an, für Baby P eine Box zu gestalten, wie sie es auch schon am Vortag für Baby O machte und sie soll dabei sehr aufgeregt gewirkt haben.

Youtube: Lucy Letby, eine Kollegin, äußert sich!
Lucy Letby, eine Kollegin, äußert sich!
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.



Die Übersetzungen in Deutsch der Videos sind schlecht und es wird einiges falsch übersetzt.
Das macht es für mich eher schwer, das zu beurteilen.

Ich wollte darüber mehr rausfinden und stieß auf eine Seite, die anscheinend Gerichtsprotokolle wiedergibt, falls ich das richtig interpretiere.
https://lucyletbyinnocence.com/Lucy-Letby-Case-11.html

@Cpt.Germanica, kennst du diese Seite?


Dort las ich auch einige Textnachrichten in Bezug auf die Drillinge.
Hier mal ein Ausschnitt nach dem Tod von Baby O und P.
10.48pm: Letby messages a doctor at 10.48pm:
LL: We've lost 2 babies I Was caring for and now this happened today, makes you think 'am I missing something/good enough'

R: Lucy, if anyone knows how hard you've worked over the last three days it's me. The standard of care delivered is tertiary nicu level. if *anybody* says anything to you about not being good enough or performing adequately I want you to promise me that you'll give my details to provide a statement. I don't care who it is and I don't care if I've left the trust.

R: Promise?

LL: Well I sincerely hope I won't ever be needing a statement

But thank you, I promise

R: And I don't either.

You'll know that the coch nicu mortality rate is a bit higher than the network average. It makes people (consultants) look at trends and patterns. That may have been why DrG came to ask.
Mit Deepl ins Deutsche übersetzt:
LL: Wir haben zwei Babys verloren, die ich betreut habe, und jetzt ist heute das passiert – da fragt man sich: „Habe ich etwas übersehen? Bin ich gut genug?“

R: Lucy, wenn jemand weiß, wie hart du in den letzten drei Tagen gearbeitet hast, dann bin ich das. Die Qualität der Betreuung entspricht dem Niveau einer tertiären Neugeborenen-Intensivstation. Wenn *irgendjemand* dir gegenüber etwas darüber sagt, dass du nicht gut genug bist oder deine Arbeit nicht angemessen erbringst, möchte ich, dass du mir versprichst, meine Kontaktdaten weiterzugeben, damit ich eine Stellungnahme abgeben kann. Es ist mir egal, wer es ist, und es ist mir egal, ob ich die Klinik verlassen habe.

R: Versprochen?

LL: Nun, ich hoffe aufrichtig, dass ich nie eine Stellungnahme brauchen werde.

Aber danke, ich verspreche es.

R: Und ich auch nicht.

Du weißt ja, dass die Sterblichkeitsrate auf der Neugeborenen-Intensivstation etwas höher ist als der Netzwerkdurchschnitt. Das veranlasst die Leute (Fachärzte), Trends und Muster zu untersuchen. Das könnte der Grund gewesen sein, warum Dr. G. gekommen ist, um nachzufragen.
Diese Nachrichten zwischen dem Arzt und ihr und auch die anderen Nachrichten, die man dort lesen kann, können natürlich taktisch für eine Mörderin sprechen, aber mich lassen sie eher an die Unschuld von Lucy glauben.

Für mich macht das mittlerweile den Eindruck, dass bevor Lucy verhaftet wurde, weder die Kollegen noch die Ärzte (außer Dr. Brearey und Dr. Gibbs) die Todesfälle mit ihr in Verbindung brachten und erst danach, als es durch die Presse ging, Zusammenhänge sahen.
Sehr seltsam finde ich auch, dass es so wenig Entlastungszeugen gab, die öffentlich zu Lucy standen.
Einige trauten sich, wenn überhaupt, sich nur verfremdet und anonym zu äußern.

Ich bin kann mir momentan gut vorstellen, dass tlw. von den Ärzten die Zustände dort gerne unter den Tisch gekehrt worden wären und Lucy eher als Störenfried angesehen wurde, der die Zustände anprangerte und sich beschwerte.
Vieles passt für mich aber trotzdem nicht zusammen und würde eher für ihre Schuld sprechen.


1x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 00:19
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Auch wieder aus der Serie "Crime Scene 2", welches schon eher wieder auf Lucys Schuld hinweist.
Der Kanal hat eine klare Tendenz, ja.
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Es geht dort hauptsächlich um die Drillinge.
Eine Kollegin wird interviewt und sie berichtet über Verhalten von Lucy, welches sie für auffällig hielt.
Ab ca. Minute 10:40 erzählt sie, wie Lucy auf eine Kollegin zustürmte und diese zur Seite nahm, um ihr vom Tod von Baby O oder P zu berichten und das sie das Verhalten unnatürlich fand.
Dann komme ich auf diese "Ankündigung" zurück ...
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 19.03.2026:Gegen Ende des Artikels wird ihr noch ein unangemessenes Verhalten in Zusammenhang mit der Tragödie um die Drillinge Baby O, P und Q vorgeworfen, aber das passt dann eher als Ergänzung meines Beitrags zu „back with a bang“ (Beitrag von Cpt.Germanica (Seite 3) ), bei Gelegenheit.
... und bringe die Passage eines Artikels, den ich ursprünglich im Zusammenhang mit etwaiger Inkompetenz Letbys hier vorgestellt hatte:
Ms Lightfoot also told the hearing she overheard an "inappropriate" comment from Letby in the wake of the deaths of two triplets in June 2016 - who Letby was convicted of murdering.

She said she overheard her telling a colleague: "You'll never guess what's happened."

Ms Lightfoot said: "The way she said it seemed like she was talking about some sort of exciting event she had witnessed.

"It wasn't an appropriate response to the death of a child.

"I have never, and I have never since, seen a response like that to a nurse involved in a patient's passing."
Quelle: https://www.bbc.com/news/articles/clyz904y0xyo

Deutsch:

„Frau Lightfoot berichtete der Anhörung zudem, dass sie im Nachgang zum Tod zweier Drillinge im Juni 2016 – für deren Ermordung Letby verurteilt wurde – einen „unangemessenen“ Kommentar von Letby mitangehört habe.

Sie sagte, sie habe mitbekommen, wie Letby einer Kollegin erzählte: „Du errätst nie, was passiert ist.“

Frau Lightfoot sagte dazu: „Die Art und Weise, wie sie es sagte, wirkte, als spräche sie über eine Art aufregendes Ereignis, das sie miterlebt hatte.“
„Es war keine angemessene Reaktion auf den Tod eines Kindes.“

„Ich habe weder davor noch danach jemals erlebt, dass eine Pflegekraft so auf den Tod eines Patienten reagiert hat.“


Anmerkungen:

Die Aussage erfolgte 2024 vor der Thirlwall Inquiry, welche das Versagen des Krankenhauses im Fall Lucy Letby prüft.

Frau Nicola Lightfoot ist die ehemalige Beurteilerin Lucy Letbys, die in selbigem Artikel von den Problemen Letbys im Abschlusspraktikum berichtete: https://www.bbc.com/news/articles/clyz904y0xyo

Wenn ich es richtig sehe, gibt es also zwei Personen, eine Kollegin und eine ehemalige Beurteilerin (die warum auch immer zugegen war), welche Letbys Verhalten nach dem Tod eines der Drillinge unverständlich fanden, gerade so, als wäre es eine aufregende Sensation, also im positiven Sinne.
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Mir zeigt das aber eher, dass Lucy sehr aufgewühlt war und mit einer, wahrscheinlich ihr eher nahestehenderen Kollegin, darüber sprechen musste.
So wie sie mitunter beschrieben wird, introvertiert, schüchtern, unsicher, emotionslos, ausdrucksloser Blick, dann wieder seltsames Starren, des Weiteren Ehrgeiz, Übereifer, die ganze Mischung, z. T. auch ggü. Polizei und vor Gericht gezeigt, da kann ich mir vorstellen, dass es ihr nicht gelungen ist, die Information über den Tod eines Kindes in ihrer Aufregung angemessen 'rüber zu bringen.

Oder mal ganz salopp gesagt: Es gab schon Bekloppte, denen ihr Verhalten zum Verhängnis wurde, obwohl sie absolut unschuldig waren. Ich sehe das tendenziell auch im Fall von Amanda Knox so, die sich z. B. vor Gericht sicher keinen Sympathien gemacht hat, als sie am Valentinstag 2009 mit einem "All You Need Is Love"-T-Shirt an und einem diebischen Grinsen auf erschienen ist. Das passt halt dann perfekt ins Bild einer narzisstischen Mörderin, so kann man sich auch ein Bein stellen. Und ich bin von Knox' Unschuld überzeugt, nur um das klar zu stellen.

Lucy Letbys oft als seltsam empfundenes Verhalten wird ihr definitiv geschadet haben. Auch, dass sie der Urteilsverkündung fern blieb, passte für viele "in's Bild" einer Serienmörderin.
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Ich wollte darüber mehr rausfinden und stieß auf eine Seite, die anscheinend Gerichtsprotokolle wiedergibt, falls ich das richtig interpretiere.
https://lucyletbyinnocence.com/Lucy-Letby-Case-11.html

@Cpt.Germanica, kennst du diese Seite?
Ja @Agrimony, ich bin auch schon mal darüber gestolpert, aber habe sie noch nicht näher betrachtet. Es gibt noch so viel zu lesen und schauen ...

Momentan hinterfrage ich das Narrativ der Anklage, übernommen von den Medien – und daher auch von mir hier wiederholt wieder gegeben –, dass Lucy bei jedem Vorfall verdächtig im Mittelpunkt stand. Evtl. ist die Seite hilfreich dabei, der Titel "Lucy Letby Innocence" suggeriert es.
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Für mich macht das mittlerweile den Eindruck, dass bevor Lucy verhaftet wurde, weder die Kollegen noch die Ärzte (außer Dr. Brearey und Dr. Gibbs) die Todesfälle mit ihr in Verbindung brachten und erst danach, als es durch die Presse ging, Zusammenhänge sahen.
DAS würde mich auch interessieren, wie die Station vor Lucys Versetzung eigentlich dachte, ob sie sich überhaupt Gedanken machten.
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Sehr seltsam finde ich auch, dass es so wenig Entlastungszeugen gab, die öffentlich zu Lucy standen.
Einige trauten sich, wenn überhaupt, sich nur verfremdet und anonym zu äußern.
Ich vermute die Stimmung in UK war zu aufgeheizt, um sich solidarisch mit Lucy zu zeigen. Manche sagen ja, es war eine Hexenjagd und Lucy ist auch im Gefängnis nicht sicher.


2x zitiertmelden

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 01:32
P.S.:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:She said she overheard her telling a colleague: "You'll never guess what's happened."
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Sie sagte, sie habe mitbekommen, wie Letby einer Kollegin erzählte: „Du errätst nie, was passiert ist.“
Wenn man berücksichtigt, dass Lucy laut Dr. Bebee bei einer Kollegin geweint haben soll, weil die Todesfälle immer ihr passieren ...
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 15.03.2026:Interessant ist auch, dass Dr. Bebee in der selben Zeugenausssage von einer weinenden Letby berichtet hat, die sie gesehen haben will:

Letby hat sich laut Dr. Bebee während einer Häufung von Zusammenbrüchen von Säuglingen in einem der Pflegebereiche der Station mit einer anderen Krankenschwester weinend unterhalten und soll dabei gesagt haben, solche Vorfälle würden „ihr oft passieren“.

Zitat Dr. Beebe: „Ich erinnere mich, dass Lucy mit einer anderen Krankenschwester weinte, und es ging im Wesentlichen darum: ‚Es trifft immer mich, wenn so etwas passiert, meine Babys, es passiert mir einfach immer wieder‘“

Sie erklärte dem Staatsanwalt Philip Astbury auf dessen Nachfrage, dass sie sich nicht genau daran erinnert, wann Letby diese Äußerung gemacht hat.
... dann könnte man es auch so verstehen:

Es verstirbt wieder ein Kind in Lucys Anwesenheit und Zuständigkeit (einer der Drillinge).

Lucy sagt daraufhin zu ihrer Kollegin: „Du errätst nie, was passiert ist.“ ("You'll never guess what's happened."; dann wird sie weiter gesprochen und von dem Vorfall berichtet haben).

Soll so viel heißen wie: "Stell Dir vor, es hat wieder einen meiner Patienten getroffen!".

Damit wäre zumindest die Wortwahl von Lucy unspektakulär. Und der Rest ergibt sich aus einem versehentlich unpassenden Tonfall, der freudig wirkt (in Wahrheit war sie womöglich nur vom Stress des Notfalls noch aufgeregt).

Wem von uns ist das noch nicht passiert, den falschen Ton zu treffen? Kann man bei einer solchen Tragödie überhaupt den richtigen Ton treffen?

Wäre natürlich interessant zu wissen, ob sich Lucy beide Male mit der selben Krankenschwester unterhalten hat.


Aber auch wenn Lucy diese Tragödie um die Drillinge irgendwie "aufgeputscht" hat (Dr. Brearey und die Eltern der Drillinge wollen eine Art Energie wahr genommen bzw. Euphorie beobachtet haben, als wäre sie stimuliert, würde sich laut dem Vater sogar an der Tragödie und dem Schmerz der Eltern weiden) macht sie das noch lange nicht zur Mörderin. Es kann ganz anders in ihr ausgesehen haben, und dass solche Notfälle Adrenalin auslösen kann man sich auch als Laie gut vorstellen. Des Weiteren, dass sie sowohl in den Momenten der Notfälle wie im Automatikmodus funktioniert hat als auch im Nachhinein, wo sie vielleicht selbst noch unter Schock stand (der Vater hat sie später als "roboterhaft" beschrieben). Sie muss also noch lange nicht der Feuerwehrmann gewesen sein, der selbst Feuer legt um anschließend löschen zu können (was man ihr aber als mögliches Motiv ausgelegt hat; zu den angeblichen Motiven wollte ich im Übrigen auch nochmal was schreiben).

Wenn alle "schrägen Vögel" Serienmörder wären, dann wäre die Menschheit längst ausgestorben.


1x zitiertmelden