Hallo
@JestersTear ! Was die Verbindungen Zodiac Taten - nördliche Ostküste angeht, völlig unabhängig, ob Zodiac nur ein schreibender Aufschneider war oder nicht, sind schon sehr auffällig.
Zu deinen Fragen:
JestersTear schrieb:Hier könnte man allerdings fragen, woher ein echter Ripper wußte, daß Eddows eine kranke Niere hatte?
Das dürfte für einen X-beliebigen Psychopathen aus dem viktorianischen Zeitalter mit bloßem Auge erst einmal schwer zu erkennen gewesen sein.
Glaubt man deshalb, daß der Ripper Arzt gewesen sein könnte?
Mit diesen Fragen hast du in ein Ripperwespennest gestochen. Dort stehen sich 2 bzw. 3 Seiten unversöhnlich gegenüber. Diejenigen, die glauben, daß der Ripper über beträchtliche medizinische Kenntnisse verfügte, diejenigen, die strikt der Meinung sind, der Ripper war nichts als ein schnetzelnder Irrer und eine kleinere Gruppe, die den Ripper für einen begabten Amateur halten.
Es gibt für jede Sichtweise Argumente.
Ich persönlich glaube, daß der Ripper zumindest bedeutende anatomische Kenntnisse hatte. Er mu0 nicht unbedingt Arzt gewesen sein, aber in einem OP oder Sektionsräumen hat er sich ausgekannt.
Viele Ripperlogen halten sich an Dr. Bonds Bericht vom MJK Tatort, daß der Ripper nichts weiter als ein rasender Irrer war. sie übersehen 2 wichtige Dinge. Bond war wie alle, die dort ermittlen mußten, tief geschockt ob der Grausamkeit der Tat, was ihn mehr beeinflußte, als er sich selbst eingestanden hat.
Das sieht man gut im Vergleich mit den Berichten und A,ussagen der Ärzte Brown und Phillips, die viel tiefer zu den Ermittlungen zum Ripper hinzugezogen wurden als es Bond je war. Wenn es um die Frage nach den medizinischen Kenntnissen des Rippers geht, wanden sie sich wie Regenwürmer unter einer Höhensonne, aber gaben zumindest grundlegende Kenntnisse zu. Warum diese Zrückhaltung?
Man darf die Zeit nicht vergessen. Ärzte waren, wie auch heute noch, ein sehr angesehener Beruf und von starkem Korpsgeist beseelt. Das einer der Ihren dieser Wahnsinnige sein könnte, war für die damalige Arzteschaft ein Alptraum und hätte dem Ruf der Ärzte schweren Schaden zugefügt. Also wurde so gut es ging drumherum geredet.
Für mich ist Mitre Square der Knackpunkt. Der Ripper hat dort eine Niere entfernt, in fast kompletter Dunkelheit, auf den Knien, unter massivem Zeitdruck (der Ripper wußte, die nächste Polizeistreife ist maximal 15 Minuten später vor Ort) und er hat nicht wild rumgeschnitten! Der obduzierende Arzt konnte Jacks Schritte nachvollziehen und hätte die Niere selbst nur wenig anders entfernt. (Die wenigen Unterschiede dürften den Umständen geschuldet sein, ein dunkler Straßenplatz ist eben kein OP)
Dazu kamen Dinge, wie sie Ärzte tun. Jack hat um den Nabel herumgeschnitten, was er nicht hätte tun müssen, denn Mord war seine Intention. Ebenso was er mit dem Sygmoidabschnitt des Darms machte, den ein Unkundiger wohl rausgeschitten, rausgezogen oder sogar einfach offen liegen gelassen hätte.
Ich halte das für Automatismen einer Ausbildung. Ich finde es auch höchstinteressant, daß alle Verstümmelungen an der Leiche erst nach der Entfernung der Niere ausgeführt wurden. Ich glaube, dem Ripper war klar geworden, daß er mit der Extraktion unter miserablsten Umständen sein Blatt vorgezeigt hatte, was sein medizinisches Können betraf. Und darum verstümmelte er die Leiche nachträglich, um davon abzulenken.
Ich halte die massiven Verstümmelungen an Mary Kelly auch teils für Vertuschungsversuche. Ja, er im MJK-Fall alles an Grausamkeit und Wahsinn rausgelassen, aber die Verstümmelungen müssen auch Tarnung gewesen sein. Denn Können blitzt zwischen den Zeilen auf.
Der einfachste Weg unter den Umständen vor Ort (ein einfaches Zimmer) ans Herz zu kommen, wäre das Herz samt Beutel rausschneiden. Das hat Jack aber nicht getan. Er hat den Herzbeutel geöffnet wie bei einer Herz-OP! Warum hätte das ein rasender Wahnsinniger, der gerade sein Magnum Opus vollbringt, tun sollen? Oder überhaupt können?