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Der Fall Ingrid Sonnleitner

80 Beiträge, Schlüsselwörter: Entführung, Bayern, Vermisste Person, Achtziger Jahre

Der Fall Ingrid Sonnleitner

06.02.2019 um 23:56
@domlau hatte vor einiger Zeit mal diese (berechtigte) Frage gestellt:
(nachdem ich versucht hatte, Fälle deutschsprachiger Vermisster mit Entführungsopfern Nordkoreas aus der damaligen Zeit in Verbindung zu bringen)
domlau schrieb am 19.06.2014:guten abend,

...könntest du bitte einmal erläutern, wo die ähnlichkeiten nordkoreanische entführungsfälle/ vermißtenfälle cuxhavener raum/ ingrid sonnleitner erkennbar sind?

wurden da z.b. in allen fällen kurz vor dem verschwinden fernöstlich aussehende personen von zeugen gesichtet? ...wäre ein indiz!
Nun bin ich auf den Fall einer seit 1978 vermissten Österreicherin gestoßen, die tatsächlich als letzter bestätigter Kontakt mit einem Asiaten auf Reisen ging.

Bei der Vermissten handelt es sich um Lieselotte Pichelbauer, gebürtig aus dem Waldviertel.
Österreich hatte sie aber schon verlassen, lebte in Paris und strebte dort eine Karriere als Fotomodel an.
Bei einem Griechenland-Urlaub lernte sie eine Gruppe junger Leute kennen, welche über ein Sportboot verfügte.
Nach dem Segel-Trip erhielt sie über diesen Kontakt ein Angebot in Japan in ihrem Traumberuf zu arbeiten.
Mit einem Japaner flog sie nach Teheran und schickte von dort eine Karte an Ihre Schwester, wonach es nun nach Japan gehen sollte - wo sie aber nie ankam.
Nachforschungen ergaben, dass der "Japaner" mit gefälschter Identität im Teheraner Hotel eingecheckt hatte.

Hier sind nun viele Kriterien enthalten, die man aus bestätigten Nordkorea-Entführungsfällen kennt:
- (Traum-)Job-Versprechen im Ausland (meist Japan)
- (Fake-) Japaner als Agent
- Änderung der (versprochenen) Flugroute
- Enführer-Gruppe, der ein Boot zur Verfügung steht
- Sommer 78 Höhepunkt der nordkoreanischen Kindnapping-Aktivitäten

http://www.sukuukai.jp/English/Victims2.html

Auf den Fall Lieselotte stieß ich in dem Buch:

Spurlos - die spektakulärsten Vermissten-Fälle der Interpol / von Kurt Tozzer + Günther Kallinger (2003, überreuter-verlag)

(dort werden auch noch weitere Fälle dargestellt, die in jene Richtung deuten könnten)

Seite 181:
Bildschirmfoto 2019-02-06 um 23.30.31


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Der Fall Ingrid Sonnleitner

13.02.2019 um 11:42
Ich finde den Fall sehr interessant, v.a. mit dem Brief der schon VOR Ingrids Verschwinden abgeschickt wurde. Ich glaube an ein (zunächst) freiwilliges Verschwinden. Weil....:

Der Brief wurde vor dem Verschwinden abgegeben. Bei einer geplanten Entführung würde man doch mit so einem Brief warten, bis man das Opfer tatsächlich in seiner Gewalt hat. Vielleicht geht ja noch etwas schief und man muss die Entführung vertagen. Da der Brief aber vorher abgeschickt wurde, war derjenige sich wohl seeehhr sicher, dass Ingrid tatsächlich an diesem Tag verschwindet, meiner Meinung nach weil sie es mitgeplant hatte....

Abgesehen davon ist München und Salzburg an die 2 Stunden auseinander. Ich will jetzt nicht sagen dass es unmöglich ist, dass derjenige noch am selben Tag nach München gefahren ist und Ingrid am selben Nachmittag entführte, aber sonderlich wahrscheinlich finde ich das nicht...

Sie hat ihrem Freund gesagt, sie wolle mir einer Kollegin ins Kino. Das war anscheinend gelogen und ein falsches Alibi. So zumindest habe ich das verstanden, weil ich habe nichts von einer Kollegin gelesen, die befragt wurde, weil Ingrid die Verabredung hat platzen lassen.

Sie hat ein Telefonat geführt, das sie "nervös gemacht hat". Spricht für etwas, das außergewöhnlich ist und nicht alle Tage vorkommt.....

Ingrid war anscheinend der Typ für Heimlichkeiten und Vertuschung, immerhin hatte sie jahrelang einen heimlichen Freund. Also ich finde die Überlegung nicht ganz abwegig, dass sie noch weiterging. Vielleicht hat sie auch überlegt, wie es mit ihrem Freund weiter gehen soll. Wenn sie ihn tatsächlich heiraten will, müsste sie ja zugeben, dass sie ihre Eltern jahrelang belogen hat. Vielleicht waren ihre Gefühle ohnehin über die Jahre abgeflaut. Und mit dem Verschwinden konnte sie 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen, nämlich ihrem Elternhaus entkommen und ihren Freund ohne unangenehme Aussprache los werden....

Beispiele in der Vergangenheit haben gezeigt, dass es durchaus sein kann, dass jemand Jahrzehntelang anonym im Ausland lebt. Aber diese Beispiele sind selten. Es überwiegen die Fälle, wo der/die Vermisste leider tot ist. Ich halte alles in allem ein zunächst freiwilliges Verschwinden mit späterer Tötung für am wahrscheinlichsten. Was meint ihr?


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