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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

228 Beiträge, Schlüsselwörter: Mordfall, Juni 2006, Karen Gaucke

Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

25.04.2018 um 21:40
Yamaica schrieb:Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie der Anwalt der Familie G. auf die Idee kam, dass das Kind noch leben könnte.
ich könnte mir vorstellen, dass solche Aussagen in der Öffentlichkeit auch taktisch waren, um auf den Täter, auf mögliche Mitwisser, nach dem Tod des Täters vielleicht auch auf die Anwältin des Täters öffentlich Druck auszuüben, etwas zum Verbleib der Opfer zu sagen.
Gut denkbar also, dass diese Aussagen nicht wirklich seiner Überzeugung entsprachen und auch die Angehörigen, wie zB. die Mutter sich dessen sehr wohl klar waren...


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Benandante
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

07.05.2018 um 08:32
@otternase
Denkst Du denn auch, dass es Mitwisser gegeben haben könnte oder gar ein Dritter als Täter in Frage kommt?


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

08.05.2018 um 12:52
@Benandante

1) meine persönliche Theorie zu dem Fall kann ich hier nicht schreiben, weil sie negatives über das Opfer enthält und daher den Regeln widersprechen würde. Aber soweit kann ich sagen, auch ich halte Michael P für den (Allein)täter, glaube also nicht, dass es einen anderen Täter oder Mittäter gegeben hat. Mitwisser könnte es geben, sind für meine Theorie jedoch nicht erforderlich.

2) wie Du ja hier auch schon ausgeführt hast, gibt es im Tatverlauf, wie er als Annahme auch dem Urteil zugrundeliegt, mehr als nur eine Schwäche. Der Verlauf kann daher auch ganz anders gewesen sein und daher könnte es auch durchaus Mitwisser, Mittäter oder sogar einen anderen Täter gegeben haben. Für wahrscheinlich halte ich das nicht gerade, aber auch nicht für ausgeschlossen.


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Widmerpool
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

10.04.2019 um 13:17
@otternase
Wenn Michael P. tatsächlich erst nach dem Fußballspiel "aufgeräumt" hätte, wo wäre dann das Baby in der Zeit gewesen? Mitnehmen zum Fußball können hätte er es nicht.

Es in der Wohnung zu lassen, wäre hoch riskant gewesen, denn es hätte zu Schreien beginnen können (Hunger/ Windel voll). Und so aufmerksam wie die Nachbarn von Frau Gaucke waren, wäre aufgefallen, daß etwas nicht stimmt, wenn das Baby, von dem die Nachbarn sogar wissen, wann es zum Schlaf gebettet wird, die Nacht durch wie am Spieß schreit. Das wurde auch nicht berichtet.

Hat er es zeitnah nach Frau Gaucke getötet? Aber in der Wohnung gab es keinen Hinweis, daß das Baby auch tot ist. Und die Wohnung wurde sehr gründlich untersucht. Selbst wenn er es unblutig getötet hätte, hätten Spuren anderer Art (Erbrochenes etc.) zurückbleiben können.

Seltsam ist doch auch, daß neben dem Maxi-Cosi die besondere Ernährungstabelle fehlt. Die wird er - anders als den Tragesitz - kaum zum Transport des Kindes benötigt haben. Und die Mitnahme macht keinen Sinn, wenn das Baby tot ist.

Hat er es jemandem (einem Mitwisser/einer Mitwisserin) übergeben?


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

10.04.2019 um 20:44
Widmerpool schrieb:wo wäre dann das Baby in der Zeit gewesen?
Variante 1: er hat das Baby sofort einem Dritten übergeben, noch auf dem Weg zwischen der Wohnung von Gaucke und dem Treffen zum Fuss-Gucken.

Variante 2: er hat auch das Baby zu diesem Zeitpunkt getötet. Ein Baby kann zB. mit einem Kissen relativ lautlos und spurenlos erstickt werden. Natürlich hätten Spuren zurückbleiben können, aber nicht müssen...

Variante 3: er hat das Baby nicht in der Wohnung, sondern an anderem Ort getötet, zB. in dem dritten Auto, über welches ich zuvor spekuliert habe

Variante 4: das Baby befand sich an dem Abend gar nicht in der Wohnung. Karen Gaucke hatte es selbst einem Dritten gegeben. Diese Variante ist allerdings recht unwahrscheinlich, denn einerseits, warum sollte sie das Kind einem Dritten für diesen Abend geben und andererseits, warum sollte dieser Dritte dann das Kind anschliessend versteckt halten? Kann man, glaube ich (fast) ausschliessen.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 16:15
Dieser Fall lässt mich nicht los. Ich habe jahrelang zwei Straßen weiter gewohnt und zum Zeitpunkt der Tat genau in dem Gebiet, in dem vermutet wurde, dass er ihre Leichen verborgen hat.

Dass Clara noch lebt halte ich für unwahrscheinlich. Es wäre doch aufgefallen, wenn vor 13 Jahren jemand plötzlich ein Baby bei sich leben hätte. Der Fall war doch monatelang in der Presse.

Dass der Ernährungsplan fehlte, könnte auch einfach daran liegen, dass Clara mit ihren sieben Monaten evtl. alt genug für eine Beendigung ihrer speziellen Diät gewesen ist und der Plan daher schlicht weggeworfen worden war.

Jedesmal, wenn in Hannover menschliche Knochen gefunden werden, hoffe ich sofort, dass ihr Verbleib doch noch aufgeklärt wird.
Vor einiger Zeit wurde in der Eilenriede ein Schädel gefunden, aber es war offensichtlich nicht ihrer...

Wie tragisch, dass auch der Täter verstorben ist und sich nie überwinden konnte, den Ort zu nennen.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 16:55
FrokenLisbeth schrieb:Wie tragisch, dass auch der Täter verstorben ist und sich nie überwinden konnte, den Ort zu nennen.
@FrokenLisbeth
Er hat die Tat stets abgestritten. Ich denke, er konnte die Morde mit seinem Außenbild nicht in ein Einklang bringen.
Von so einem Menschen ist nicht zu erwarten, dass er vor seinem Tod ein Geständnis ablegt (und verrät, wo er die Leiche abgelegt hat.)
Ich denke auch, dass das Kind tot ist. Besonders das Kind war ihm doch im Weg,- es sollte Unterhalt zahlen - und er hatte eine neue Freundin. Das Kind am Leben lassen- eine Möglichkeit suchen, wo es leben kann,- wäre aus seiner Sicht inkonsequent gewesen.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 17:19
Ich habe damals viele Aussagen zu seiner Persönlichkeit gelesen. Er schien ein recht eiteler und perfektionistischer Mensch gewesen zu sein.
Genau wie du schreibst, konnte er wahrscheinlich vor sich selbst nicht zu dieser Tat stehene.

Was ich nicht wusste... ich habe vorhin in einen Artikel gelesen, dass der (damals) Angeklagte vor Gerichte nicht wirklich zufrieden mit der Taktik seiner Anwältin gewirkt hätte, vor Gericht zu schweigen. Als er sich äußern wollte, ist der Anwalt sofort eingeschritten.

Und... aus der HAZ 2016:

"Die Rechtsanwältin des ehemaligen Tui-Managers, Hela Rischmüller-Pörtner, hatte im Verfahren auf die Schweigetaktik ihres Mandanten gesetzt, in dem Glauben, ohne die Leiche käme eine Verurteilung nicht zustande. Nach der Verurteilung hoffte er möglicherweise auf die Revision und die Beschwerde beim Verfassungsgericht – und schwieg weiter. Im Jahr 2012 erlag Michael P. einem Krebsleiden. Seine Anwältin starb im Mai diesen Jahres."

(Quelle http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Matthias-Waldraff-Anwalt-der-Eltern-von-Karen-Gaucke-in-Hannover-Cla...)

Das ganze Fall ist an Tragik kaum zu überbieten.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 17:23
otternase schrieb am 25.04.2018:ich könnte mir vorstellen, dass solche Aussagen in der Öffentlichkeit auch taktisch waren, um auf den Täter, auf mögliche Mitwisser, nach dem Tod des Täters vielleicht auch auf die Anwältin des Täters öffentlich Druck auszuüben, etwas zum Verbleib der Opfer zu sagen.
Der Täter ist 2012 gestorben.
Aber er scheint sich im Gefängnis mit Freunden zu dem Fall besprochen zu haben. Zumindest wurde bekannt, dass er gesagt haben soll, dass Clara nicht in der Wohnung gewesen sein soll. Aber das kann natürlichauch ein Schutzbehauptung gewesen sein.

Vielleicht hat er ja doch mit irgendwem über mehr Details gesprochen, als bis heute bekannt ist.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 17:29
FrokenLisbeth schrieb:Aber er scheint sich im Gefängnis mit Freunden zu dem Fall besprochen zu haben. Zumindest wurde bekannt, dass er gesagt haben soll, dass Clara nicht in der Wohnung gewesen sein soll. Aber das kann natürlichauch ein Schutzbehauptung gewesen sein.
@FrokenLisbeth

Wie du oben schreibst eitel und perfektionistisch
Ich würde hinzufügen: selbstbezogen, auf seine Aussenwirkung bedacht

Auf das, was er im Gefängnis erzählt habe soll, gebe ich nichts.
Er hat im Knast sicher weiter an seiner Fassade gearbeitet:

ich bin unschuldig, ich wurde aufgrund von Indizien verurteilt, ein Justizirrtum


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 17:46
Ich sehe es genauso.
Schon schräg, wie man seiner eigenen Wirkung alles andere unterordnen kann. Er hat damals bei seinen weiblichen Kollegen bei der TUI für einigen Wirbel gesorgt. Und letztlich ist ihm seine Selbstüberschätzung zum Verhängnis geworden.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 18:20
FrokenLisbeth schrieb:Ich sehe es genauso.
Schon schräg, wie man seiner eigenen Wirkung alles andere unterordnen kann. Er hat damals bei seinen weiblichen Kollegen bei der TUI für einigen Wirbel gesorgt. Und letztlich ist ihm seine Selbstüberschätzung zum Verhängnis geworden.
@FrokenLisbeth

Ich glaube sogar, dass es Täter gibt, die irgendwann selber von ihrer Unschuld überzeugt sind.
Dann passt das eigene Bild wieder.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 21:42
Das Schweigen des Täters könnte auch durchaus mit einem Komplizen oder einer Komplizin zu tun gehabt haben...wenn er schon verurteilt wurde, musste er diesen ja nicht mit reinreiten...

Wenn man eine weitere Person annimmt, die an der Tat, in welcher Weise auch immer, beteiligt war, passt alles besser: die Leichenbeseitigung, das Reinigen der Wohnung, das zeitweilige Unterbringen des Kindes, das Bewegen möglicherweise mehrerer Tatfahrzeuge...


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 22:06
frauzimt schrieb:Besonders das Kind war ihm doch im Weg,- es sollte Unterhalt zahlen - und er hatte eine neue Freundin.
naja, das glaube ich nun eher nicht so recht. Mit der neuen Freundin hatte er immerhin auch ein Kind. Auch dort musste er Unterhalt zahlen. Da er zweifach unterhaltspflichtig war, wäre der Unterhalt pro Kind geringer als bei einem einzelnen Kind gewesen... Er hatte ein gutes Gehalt und die Höhe des Unterhalts hätte ihn nicht wirklich aus der Bahn geworfen.
Ich bin mir sehr sicher, dass das Motiv der Tat nicht allein im Unterhalt lag. Das war ein Streitpunkt zwischen den beiden, aber das allein hätte nicht zum Mord geführt. Ich denke, es war da etwas anderes, etwas was direkt in der Person Karen Gaucke lag, es was sie wusste, drohte zu verbreiten, oder etwas, womit sie bei ihm einen wunden Punkt getriggert hatte, möglicherweise gezielt und bewusst ihn gereizt hatte, nicht ahnend, wie heftig seine Reaktion sein würde.
Und daher kann ich mir schon vorstellen, dass er Karen töten wollte, aber das unschuldige Kind nicht töten wollte, sondern fremduntergebracht hat. Möglicherweise waren -zumindest in seiner Vorstellung- auch die Eltern von Karen Gaucke involviert in dem, was Karen ihm zum Feind gemacht hatte, weshalb er nicht nur Karen töten, sondern auch Clara auf ewig ihren Grosseltern vorenthalten wollte, weshalb er sogar schwieg, als er wegen Mordes auch an dem Kind verurteilt wurde.

Daher halte ich es zwar für wenig wahrscheinlich, aber durchaus nicht für unmöglich, dass Clara lebt und der Täter es sich sogar einiges hat kosten lassen, vielleicht sogar mehr als der Unterhalt gewesen wäre, dass nie herauskommt, dass Clara noch lebt.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 22:43
otternase schrieb:Er hatte ein gutes Gehalt und die Höhe des Unterhalts hätte ihn nicht wirklich aus der Bahn geworfen.
@otternase
Ist eine Weile her, dass ich hier gelesen habe.
War es nicht so, dass Frau. G. klagte, dass er eben keinen Unterhalt zahlt?
Er hätte können, wie du sagst, aber er hatte keinen Bock darauf.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 22:47
frauzimt schrieb:War es nicht so, dass Frau. G. klagte, dass er eben keinen Unterhalt zahlt?
nicht ganz:
Karen Gaucke behauptete, er habe für die Berechnung des fälligen Unterhalts falsche Angaben gemacht oder sogar Unterlagen gefälscht, mit dem Ziel, sich "arm zu rechnen" und so weniger Unterhalt zahlen zu müssen!
Leider ist es wohl hinterher nie überprüft worden, ob dieser Vorwurf gerechtfertigt war oder nicht.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 23:28
Wenn das Baby nicht da war, wäre der Mord an ihr sinnlos gewesen.

Denn dann wäre er nicht aus der Unterhalts-Nummer raus gewesen. Und er hätte es bei einer nur verschwundenen Mutter auch nicht zur Adoption freigeben können.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

11.04.2019 um 23:30
Man kann die heutige Parkplatzsituation nicht mit der zur Tatzeit vergleichen.


Und das sich quasi alle gegenseitig in die Wohnung hätten sehen können, halte ich für realitätsfern.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

12.04.2019 um 01:22
otternase schrieb:Mit der neuen Freundin hatte er immerhin auch ein Kind. Auch dort musste er Unterhalt zahlen. Da er zweifach unterhaltspflichtig war, wäre der Unterhalt pro Kind geringer als bei einem einzelnen Kind gewesen... Er hatte ein gutes Gehalt und die Höhe des Unterhalts hätte ihn nicht wirklich aus der Bahn geworfen.
Es stimmt, er verfügte sicherlich über die finanziellen Möglichkeiten, für beide Kinder zu sorgen. Aber wollte er es auch ? Hier kommt wieder die offensichtlich gestörte, egozentrische Persönlichkeit des Täters zum tragen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass -aus welchen Gründen auch immer- in seiner verqueren Weltsicht sowohl das Opfer, als auch das Kind keinerlei Zuwendungen von ihm verdienten. Im Gegenteil: Vlt. verdienten sie aus seiner Sicht nur noch eine einzige "Zuwendung" seinerseits, die er dann auf grausame und äußerst gefühlskalte Art und Weise schließlich auch in die Tat umsetzte. Er mußte mMn schon einen unbändigen, außerordentlich großen Hass verspüren, um mMn zu so einem Schritt fähig zu sein.
otternase schrieb:Ich bin mir sehr sicher, dass das Motiv der Tat nicht allein im Unterhalt lag. Das war ein Streitpunkt zwischen den beiden, aber das allein hätte nicht zum Mord geführt. Ich denke, es war da etwas anderes, etwas was direkt in der Person Karen Gaucke lag, es was sie wusste, drohte zu verbreiten, oder etwas, womit sie bei ihm einen wunden Punkt getriggert hatte, möglicherweise gezielt und bewusst ihn gereizt hatte, nicht ahnend, wie heftig seine Reaktion sein würde.
Auch ich vermute, dass der finanzielle Aspekt allein nicht die alles entscheidende Rolle gespielt hat. Es war mMn eher ein sehr persönlicher Grund, der ihn zu diesem Schritt bewog. Etwas, dass mutmaßlich seine Eitelkeit, seine Außenwirkung/Ruf/Persönlichkeitswahrnehmung nach außen und/oder seine Beziehungen/Umfeld betraf. Irgendetwas hatte ihn möglicherweise derart beleidigt, dass er fortan seine planerischen Fähigkeiten, Zeit und Aufmerksamkeit in die Planung/Umsetzung dieses schrecklichen Verbrechens investierte. Ich persönlich halte es dabei durchaus für möglich, dass sich das Opfer über den Grund selbst und die Dimension der schrecklichen Konsequenzen daraus, überhaupt nicht klar gewesen sein muß. Eine Mutter würde (im Normalfall !) nichts tun, was ihr Kind oder sie selbst unmittelbar gefährdet. Ich unterstelle ihr deshalb, dass sie sich nie zu dem Gespräch bereiterklärt und (mit Kind !) in dieses Gespräch begegeben hätte, wenn sie etwas von dem Gefahrenpotenzial dieser Situation auch nur erahnte.
otternase schrieb:Und daher kann ich mir schon vorstellen, dass er Karen töten wollte, aber das unschuldige Kind nicht töten wollte, sondern fremduntergebracht hat. Möglicherweise waren -zumindest in seiner Vorstellung- auch die Eltern von Karen Gaucke involviert in dem, was Karen ihm zum Feind gemacht hatte, weshalb er nicht nur Karen töten, sondern auch Clara auf ewig ihren Grosseltern vorenthalten wollte, weshalb er sogar schwieg, als er wegen Mordes auch an dem Kind verurteilt wurde.
Schwer da etwas zu mutmaßen. Es ist mMn schon möglich, dass er zwischen der Mutter und dem Kind in der Wahrnehmung unterschied. Doch beides hing unmittelbar zusammen. Das Kind wäre nicht zwingend in seine Obhut gekommen, wenn nur Karen verstorben wäre. Vor allem dann nicht, sollte er Unterlagen zur Unterhaltsermittlung in seinem Sinne nachweislich gefälscht haben. Doch diese planerische Sicherheit wäre nach meiner Auffassung in seiner verqueren Welt von entscheidender Bedeutung gewesen. Der Täter wollte nie etwas dem Zufall überlassen und das Kind nicht irgendwelchen Dritten Personen. Seien es nun Karens Eltern, Pflegeeltern oder sonstwem außer ihm selbst. Er wollte und brauchte die Kontrolle, wie es bei all seinen Projekten beruflich wie privat der Fall war. Deshalb habe ich erhebliche Zweifel daran, dass er zu einer für ihn großen Empathie gegenüber dem Kind fähig war, es als "unschuldig" zu verschonen und ihm in der Obhut anderer Personen eine Chance auf das eigene Leben zu geben. Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass er das Kind möglicherweise aus wiederum persönlichen Gründen schon garnicht in der Obhut der Großeltern wissen wollte. Doch mMn war jede Alternative außer ihm selbst für ihn inakzeptabel.
otternase schrieb:Daher halte ich es zwar für wenig wahrscheinlich, aber durchaus nicht für unmöglich, dass Clara lebt und der Täter es sich sogar einiges hat kosten lassen, vielleicht sogar mehr als der Unterhalt gewesen wäre, dass nie herauskommt, dass Clara noch lebt.
Die theoretische Möglichkeit besteht natürlich. Doch die Wahrscheinlichkeit dafür ist für mich verschwindend gering. Der Großteil der nicht von den leiblichen Eltern großgezogenen Kinder merkt irgendwann, dass irgendetwas nicht stimmen kann. Die Gefahr ist mMn sehr groß, dass irgendwann im Laufe von Jahrzehnten etwas herauskommt, dass dem Kind die Gewissheit und Stein ins Rollen bringt. Es reicht z.B. schon eine Erkrankung die einen Gentest der vermeintlichen Eltern erfordert oder zu Tage bringt, dass es keine Geburtsurkunde gibt, die elterliche Blutgruppe nicht mit der eigenen zusammenzubringen ist, ein Streit, bei dem Plötzlich und ungewollt jemand etwas verrät, usw. usf. Tausend Möglichkeiten.
Hätte ein Täter vom Schlage eines Michael P. diese Option, diese Risiko in Kauf genommen ? Zu welchem Zweck ? Ein für ihn unkalkulierbares Risiko hätte er wahrscheinlich immer bestmöglich ausgeschlossen. Das Kind hätte ihn immer an die Vorkommnisse, seine Tat erinnert. Es hätte ihn womöglich irgendwann als Vater entlarvt. Es wäre Zeit seines Lebens quasi eine tickende Zeitbombe gewesen, fähig, auch post mortem sein Ansehen und seine gewollte Außenwirkung nachhaltig zu schädigen oder ihn des Mordes verdächtig zu machen. Das er bis zu seinem Ende, sogar mit dem sicheren, eigenen Ableben vor Augen weiter schwieg, zeigt ja schon recht deutlich, wie sehr er um Aufrechterhaltung der Kontrolle bemüht war und versuchte, eine Unschuldsvermutung ihm gegenüber aufzubauen. Wahrscheinlich tat er sich in diesem Moment mehr selbst Leid, als er Empathie gegenüber den Opfern und deren Hinterbliebenen in deren Ungewissheit entgegenzubringen fähig war.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

12.04.2019 um 13:05
Katinka1971 schrieb:Man kann die heutige Parkplatzsituation nicht mit der zur Tatzeit vergleichen.
Ist dem so? Bebauung in diesem Bereich und PKW Dichte der Bewohner waren 2006 doch nicht signifikant anders als heute, warum also soll die Parkplatzsituation so sehr anders gewesen sein?


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