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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

203 Beiträge, Schlüsselwörter: Mordfall, Karen Gaucke, Juni 2006
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

16.07.2017 um 10:35
@otternase
Es geht nicht darum, etwas in Randdetails der Story hineinzuinterpretieren, sondern darum, die verfügbaren Informationen auszuschöpfen. Die sind spärlich genug.

Dem Hinweis auf den Waldspaziergang des Täters scheint bisher noch nicht nachgegangen worden zu sein.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

18.07.2017 um 12:39
Hallo, ich möchte meine Gedanken einbringen. Der Fall Gaucke hat mich von Anfang an beschäftigt. Ich bin aus Hannover und wohnte zum Tatzeitpunkt ganz in der Nähe (Luftlinie ca. 800 Meter). Meine Postfiliale und meine Schneiderin sind im Volgersweg.

Wenn ich geplant so eine Tat planen würde und ich Zeit hätte ihn zu planen, würde ich wohl folgende Überlegungen haben:

> Eine Leichenablage in einem See würde ich nicht vornehmen. Grund: Ich komme (wahrscheinlich) im Dunklen an. Es können 20 Nachtangler am See sitzen, ich würde sie wohl nicht wahrnehmen können. Wer schon einmal in der Nacht mit einem Auto an einem ruhigen Ort (Wald/See/usw.) gefahren ist, weiß wohl, dass man eine ganze Zeitlang zur Orientierung braucht, diese Zeit (und endgültige Gewissheit) habe ich nicht.
Wie beschwere ich die Leichen so, dass Sie nicht wieder auftauchen? Wie komme ich an eine tiefe Stelle im See? Nur vom Ufer aus reinwerfen, wird nicht reichen. Ich kann nicht sicherstellen, dass der See nicht auch von Sporttauchern genutzt wird, die dann zufällig darauf stoßen.
Dies wäre nicht meine Methode.

> Vergraben im Wald wäre auch nicht meine Methode. Wer schon einmal in der Nähe von Bäumen eine tiefe Grube graben musste, wird bestätigen, dass das eine Arbeit ist, die Stunden dauert. Vorbereiten ist unsicher, da im Wald immer mal wieder Spaziergänger, Jäger, Jagdpächter, Pilzsucher, Liebespaare usw. unterwegs sind, die misstrauisch sein könnten. Außerdem gibt es vielleicht Wildkameras. Auch hier gilt für mich das gesagte wie zum See (Nachts ankommen und erst mal orientieren).

Meine Arbeitshypothese ist, dass Michael P. die Leichen (den er muss meiner Meinung nach das Baby zeitnah zu Karen Gaucke getötet haben, denn es hätte jederzeit aufwachen und schreien können und sich vielleicht nicht von ihm beruhigen lassen, dann hätte er ein Problem gehabt) auf einer Baustelle abgelegt hat.
In der Nähe seines Arbeitsplatzes (Karl-Wiechert-Allee) wird ständig an Großbaustellen gearbeitet, es ist dort nachts sehr ruhig (nur eine Handvoll Wohnungen vorhanden), er kannte die Gegend wohl sehr gut und hatte Zeit, alles zu beobachten. Ein (oder mehrere) Mittagsspaziergänge nach der Kantine klären auch die eventuell vorhandenen Überwachungskameras.
Die Karl-Wiechert-Allee liegt quasi in einem Dreieck zwischen dem Tatort, seiner Wohnung in der Lutherstraße und eben seiner Arbeitsstelle.
Die Fahrtzeiten wären sehr gering gewesen und die Gefahr einer zufälligen Entdeckung (mögliche PKW/Fahrer-Alkoholkontrollen durch die Polizei während der Fußball-WM 2006) auch.

Ich glaube, dass er erst einen geeigneten Ablageort sah und dann die Entscheidung zur Tat reifte, die er vorher vielleicht schon als Möglichkeit im Kopf durchspielte.

Wie gesagt, dies ist eine Hypothese, basierend auf meinen Vorstellungen und den mir vorliegenden Informationen. Natürlich kann er trotzdem eine dieser Methoden genommen haben. Dann aber mit mehr Risiko.

Ich hoffe sehr, dass die Mutter von Karen (der Vater ist bereits gestorben) die beiden irgendwann zeitnah christlich bestatten kann und damit einen Ort für die Trauerarbeit haben kann.

Sven

P.S. Die Strafverteidigerin von Michael P. ist letztes Jahr auch bereits verstorben.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

07.01.2018 um 11:46
Hallo an alle🤗
Mich beschäftigt gerade der Fall sehr! Auch wenn er schon so lange her ist!
Was ich mich immer schon gefragt habe! So wie Sven schon geschrieben hat! Ist das Thema Baustellen!
Es kann doch nicht sein, dass so Menschen einfach verschwinden können! Wird das nicht von der Polizei kontrolliert? Welche gerade zugeschüttet wird?

Beim Fall Clara fällt mir nur ein, würde vielleicht kontrolliert ob ihr Schlafsack da war? U- Heft? Krankenkarte...
Ich habe selbst gerade eine Tochter von 10 Monaten, da hat man nur 1-2 Schlafsäcke! So könnte man doch auch schauen, ob sie dort geschlafen hat...


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

07.01.2018 um 12:48
@SvenHannover

Hallo Sven,

von der Baustellen-Vermutung hatte ich am 15.06.2016 bereits auch hier geschrieben.

Da wurde dieses große Parkdeck gebaut und dementsprechend viel Erde beweg... Dieses Gebiet war ja früher eine recht große Brache mit Tümpeln und Senken.


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Benandante
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

28.01.2018 um 13:06
@SvenHannover
Ist bekannt, wer der Kanzleiverweser der verstorbenen Anwältin ist? Man könnte doch mal versuchen, bei ihm oder ihr vorzufühlen, ob nach dem Tod des Beschuldigten und der Anwältin noch ein Grund besteht, die Handakten von der Einsichtnahme auszuschließen. Es mag ja durchaus sein, dass sich der Täter bzgl. Ablageort gegenüber seiner Anwältin offenbart hat und dies in den Handakten nachweisbar ist. Auf diese Weise könnte man möglicherweise an den Ablageort der Leichen kommen. Schade wäre es, wenn die Akten nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist geschreddert werden würden, ohne dass dieser letzte Versuch einer Tataufklärung probiert wurde.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

28.01.2018 um 13:16
@Benandante
Das unterliegt alles über den Tod hinaus der anwaltlichen Schweigepflicht


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Benandante
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

28.01.2018 um 14:41
Da die Befugnisse von Michael P. aus seinem postmortalen Persönlichkeitsrecht im Rahmen der Universalsukzession auf dessen Erben übergehen, könnten diese die Schweigepflicht aufheben.

Man müsste also grundsätzlich nur das Einverständnis der Erben des Verstorbenen Michael P. einholen, um die anwaltlichen Akten einsehen zu können bzw. diese bitten, die Akten einzusehen und die Auskunft über den Verbleib der Leichen zu geben.


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Benandante
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

06.04.2018 um 06:12
Mich beschäftigt die Frage, ob es eine alternative Erklärung für die im Kofferraum des Mietwagens gefundenen Blutpartikel geben könnte.

Ich bin zu dieser Frage gekommen, weil es offenbar außer den Blutpartikeln keine weiteren Spuren von Frau Gaucke im Kofferraum und auch sonst in dem gemieteten Wagen gab.

Hätte nicht in dem Falle, dass Frau Gauke und Clara in den Kofferraum des Mietwagens transportiert worden wären, auch anderes Spurenmaterial im Kofferraum gefunden werden müssen z.B. Bekleidungs-Fasern oder Haare?

Die Blutspuren im Kofferraum sind auch offenbar keine Tropfspuren gewesen, was m.E. zu erwarten gewesen wäre, wenn eine - auch verpackte - blutende Leiche oder Leichenteile in einem Kofferraum transportiert worden wäre/n, sondern lediglich Absplitterungen angetrockneter Blutanhaftungen. Ähnliche Anhaftungen fanden sich ja wohl an den Schuhen des Verurteilten, was nahelegt, dass sich die Blutpartikel von den Schuhen abgelöst haben, etwa als der Verurteilte die Schuhe in den Kofferraum warf.

Das scheint zunächst ein schlagendes Indiz zu sein dafür, dass der Verurteilte mit dem blutenden Opfer in Berührung gekommen ist und damit als Täter sehr wahrscheinlich in Frage kommt. (Der Verurteilte erklärte das Blut an seinen Schuhen wohl damit, dass Frau Gaucke in seiner Gegenwart einmal Nasenbluten gehabt haben müsse und dabei wohl Blut auf seine Schuhe gekommen sei, was zugegebenermaßen nicht plausibel klingt.)

Aber warum gibt es Blutspuren an den Schuhen, die der Täter offenbar nicht gesehen oder in Kauf genommen hat, aber nicht an der restlichen Kleidung des Täters? Hat er die blutverschmierte Kleidung vom Tattag vielleicht beseitigt? Aber warum dann nicht die Schuhe? Wenn der Täter ein planendes Bewusstsein dafür gehabt hätte, dass ihn blutige Kleidung auch nach der Tat verraten könnte und er deshalb die Kleidung vom Tattag beseitigt hätte, wäre es da nicht naheliegend gewesen, die Schuhe auch zu beseitigen?

Wenn er sich bereits in der Mord Wohnung umgezogen und in der Eile vom Tatort weg gestrebt hätte und seine Schuhe hastig in den Kofferraum geworfen hätte, hätte er dann nicht auch gleich die gewechselte blutige Kleidung in den Kofferraum geworfen? Wären dabei nicht auch charakteristische Kontaktspuren der vom Blut feuchten Kleidung (Abdrücke mit Fasermuster) entstanden oder Fasern angetragen worden, die mit Blut kontaminiert gewesen wären? Hat er die Kleidung vielleicht in eine mitgebrachte Tasche gepackt, so dass Kontaktspuren der blutigen Kleidung im Kofferraum nicht entstehen konnten? Aber warum hat er dann nicht auch gleich die Schuhe in die Tasche getan?

Für mich lässt das alles die Spekulation zu, dass tatsächlich das Blut, das man an den Schuhen von Michael P. gefunden hat, auf andere Weise an diese Schuhe gelangt sein kann und diese Schuhe deshalb für Michael P völlig unverdächtig waren. Er musste sie nicht beseitigen, weil er nie auf die Idee gekommen wäre, dass diese ihn mit einem Mord in Verbindung bringen könnten.

Für mich erscheint denkbar, dass er tatsächlich, wie verabredet, zu dem Termin mit Frau Gauke gehen wollte und diese ihm die Tür nicht geöffnet hat ...weil sie bereits tot war. Während er vor der Tür wartete, trat er in eine auf dem Türvorleger oder auf dem Treppenhausfußboden vorhandene, noch nicht geronnene Blutspur und sorgte damit für die Anhaftungen im Profil seiner Turnschuhe, die im Autokofferaum abplatzten.

Diese alternative Erklärung berücksichtigt sowohl das Vorhandensein und die Art der Blutspuren im Kofferraum des Mietwagens, wie auch die Tatsache, dass es weder sonstiges Spurenmaterial von Frau Gaucke im Auto noch Hinweise auf blutige Kleidung des Verurteilten gibt. Sie erklärt auch schlüssiger das Verhalten des Verurteilten am Tatabend, dem seine Freunde nichts angemerkt haben und klärt die Frage nach dem engen Zeitkorridor zwischen dem Zeitpunkt des verabredeten Treffens mit Frau Gaucke und dem späteren Public Viewing im Biergarten.

Das würde natürlich bedeuten, dass es einen anderen Täter geben muss und wirft die Frage auf, wer das gewesen sein könnte...


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

07.04.2018 um 19:29
@Benandante

Dein Szenario ist in sich logisch. Es stellt sich allerdings dann tatsächlich die Frage, wer ein Motiv gehabt haben könnte, Karen Gaucke und ihre Tochter zu töten? Und da liegt der Hase im Pfeffer. Michael P. hatte ein nachvollziehbares Motiv, der Tod der beiden nützte ihm. Aber wer hätte sonst etwas davon gehabt, die beiden zu töten???


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Benandante
ehemaliges Mitglied

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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

07.04.2018 um 20:00
@heideblume
Das weiß ich natürlich nicht. Ich kenne dafür zu wenige Hintergründe. Aber meines Wissens ist Michael P. innerhalb kürzester Zeit zweimal Vater geworden... und hat jedenfalls für das andere Kind wohl ohne Probleme Unterhalt gezahlt. Warum hat er nach den Erkenntnissen des Urteils Frau Gaucke und die gemeinsame Tochter getötet, aber nicht die andere Frau und deren Kind?

Er hatte ein ganz gutes Einkommen und die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsverpflichteten wird nach meiner Kenntnis bei der Berechnung der Unterhaltshöhe durchaus berücksichtigt. Deshalb stelle ich mir schon die Frage, ob die Unterhalts-Problematik (allein) als vorausgesetztes Motiv wirklich tragfähig ist. Auch wenn sich das natürlich anbietet.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

07.04.2018 um 20:45
Nun ja, es gab ja schon recht viele Indizien und durchaus nachvollziehbare Motive. Hier ist alles recht gut zusammengefasst:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50578090.html

Ich bin mir zu 99,9 % sicher, dass da der Richtige ins Gefängnis gekommen ist.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

09.04.2018 um 07:45
Benandante schrieb:Er hatte ein ganz gutes Einkommen und die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsverpflichteten wird nach meiner Kenntnis bei der Berechnung der Unterhaltshöhe durchaus berücksichtigt. Deshalb stelle ich mir schon die Frage, ob die Unterhalts-Problematik (allein) als vorausgesetztes Motiv wirklich tragfähig ist. Auch wenn sich das natürlich anbietet.
Karen Gaucke hat gegenüber Freunden und ihren Eltern behauptet, dass er die Berechnung des Unterhalts sabotiert habe, indem er falsche bzw. gefälschte Unterlagen eingereicht habe oder Unterlagen unterdrückt habe.
Ich könnte mir schon vorstellen, dass dort ein Motiv lag. Sowohl für den Fall, dass dieser Vorwurf der Wahrheit entsprach, aber auch und gerade, wenn er nicht der Wahrheit entsprach!

Leider habe ich in sämtlichen Quellen nie eine Info gefunden, wie die Lage in dem Unterhaltsstreit tatsächlich lag, es scheint wohl nie im Nachhinein geprüft worden zu sein, ob er dort tatsächlich gelogen hat und versucht hat, durch falsche Angaben seinen Verpflichtungen teilweise zu entgehen oder ob der Vorwurf von Karen verkehrt war.
Das erstaunt mich umso mehr, als dass das doch für die Aufklärung des Tatmotivs ein wichtiger Aspekt hätte sein können?!
heideblume schrieb:Hier ist alles recht gut zusammengefasst:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50578090.html
naja, ich finde den Artikel etwas zu glatt. So eindeutig wie dort dargestellt war die Sache am Ende nicht, auch wenn ich ebenfalls denke, dass der Richtige verurteilt wurde... Aber es sind sehr viele Fragen offengeblieben, nicht nur die nach dem Verbleib der Opfer. Und diese offenen Punkte übergeht der Artikel meiner Ansicht nach allzu freimütig...


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

09.04.2018 um 08:55
Dieser Artikel wurde schon mal verlinkt.
Aber der User hat nicht dazu geschrieben, was das Besondere an dem Text ist und man klickt ja nicht wahllos links an.

Ich finde diese Seite sehr lesenswert. In der Hauptsache äußert sich der Anwalt der Eltern des Opfers.
Er war damals sicher, dass das Kind noch lebt.

Ich kann es mir nicht vorstellen, aber lest selbst.
http://www.rae-waldraff.de/assets/14.06.16-np-gaucke-wa.pdf


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

09.04.2018 um 19:10
danke @frauzimt für das einstellen des Artikels, den ich noch nicht kannte.

Mutter Gaucke, scheint eine großartige und starke Frau zu sein.

dieser Fall berührt mich immer mal wieder und ich würde mir sehr wünschen, dass Frau Gaucke ihre Tochter doch noch beerdigen kann und vielleicht ihre Enkelin wiedersieht...


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Benandante
ehemaliges Mitglied

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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

22.04.2018 um 17:24
Letzten Freitag war ich mal wieder in Hannover. Da ich etwas Zeit hatte, bis mein Zug fuhr, ging ich die paar hundert Meter vom Bahnhof zum Volgersweg und sah mir einmal die Situation vor Ort an.

Zwei Sachen sind mir dabei aufgefallen, die ich merkwürdig finde:

Zum einen ist die Bebauung dort sehr dicht. Das Gebäude, in dem Karen Gaucke gewohnt hat, ist eingefügt in eine Art Karree, das in Form eines langgezogenen Rechtecks um einen begrünten Innenhof herum gebaut ist. Blickt man aus den Fenstern des Hauses zum Volgersweg hinaus, schaut man direkt auf die Häuser auf der Gegenseite. Man kann davon ausgehen, dass man von der gegenüberliegenden Straßenseite in die Fenster schauen kann. Wenn keine Gardine vorgezogen ist, müsste man eigentlich alles sehen können, was in den gegenüberliegenden Räumen passiert. Das gleiche gilt für die rückwärtige Front des Hauses. Dort kann ohne weiteres von den hinteren Fenstern der Häuser an der gegenüberliegenden Längsseite des Karees in die Fenster des Hauses hineingesehen werden. Die meisten Leute, die ich kenne, ziehen ihre Jalousien oder Vorhänge erst zu, wenn sie Licht anmachen. Da die Tat aber an einem Sommerabend bei Helligkeit draußen geschah, ist es doch recht unwahrscheinlich, dass Jalousien oder Gardinen bei der Tötung des Opfers bereits heruntergezogen waren. Gibt es wirklich keine Tatzeugen?

Das Zweite, das ich noch merkwürdiger finde, ist, dass, wie in anderen Straßen in Hannover auch, im Volgersweg ein echtes Parkplatzproblem besteht:

Das Haus in dem Karen Gaucke wohnte, hat keine Tiefgarage. Vor dem Haus stehen in diesem Teil des Volgersweg auf beiden Straßenseiten die Autos durchgehend Stoßstange an Stoßstange geparkt!!! Lediglich die Einfahrten werden notdürftig freigehalten.

Ich bin mittags da gewesen, als vermutlich die Mehrzahl der Strassenbewohner bei der Arbeit war. Abends, wenn die meisten nach Feierabend zu Hause sind, dürfte sich die Parkplatzsituation vor Ort nicht anders, geschweige denn gar besser gestalten.

Wie hat der Mörder das gemacht? Wie konnte er nach seinem Tatplan sicher damit rechnen, tatortnah einen Parkplatz zu kriegen? Wie konnte er somit zeitlich kalkulieren, dass er es schaffen würde, die Leiche mit dem PKW vom Tatort wegzubringen? Zumal er einen sehr engen Zeitkorridor zur Verfügung hatte und weder stundenlang nach einem Parkplatz suchen konnte, noch die Leichen erst in irgendeine Nebenstrasse schleppen konnte!? Bei einem Spontanparken in einer Ausfahrt in Wohnungsnähe hätte er das Risiko getragen, dass die Anwohner die Polizei gerufen hätten. Das gleiche Risiko hätte beim Parken in zweiter Reihe bestanden. Die Parksituation befrachtet den Tatplan mit derartig viel Risiko, dass ein solches Vorgehen des Täters geradezu einen Widerspruch zu seiner angeblich minutiösen Planung der Tat bildet.

Denkbar wäre, dass er mit seinem eigenen PKW eine Parklücke vor dem Haus frei gehalten, am Tattag den Wagen beiseite gefahren, den mitgebrachten gemieteten Toyota Avensis in die freigehaltene Parklücke gefahren hätte und dann mit dem eigenen PKW zum Public Viewing gefahren wäre, während der Toyota auf den Abtransport der Leichen wartete. Das würde jedoch wohl eine weitere Parklücke voraussetzen.

Ausserdem hätte das Risiko bestanden, dass Frau Gaucke den abgestellten PKW in der Nähe ihrer Wohnung wiedererkennt. Möglicherweise wäre hierfür auch ein weiterer Fahrer oder jedenfalls eine weitere Person nötig gewesen, der in dem Moment, wo der Täter den PKW aus der freigehaltenen Parklücke an eine andere Stelle fährt, sicherstellt, dass diese nicht sofort wieder belegt wird.

Vielleicht hat er den gemieteten Toyota vor dem Haus bereits Stunden vor dem eigentlichen Tatgeschehen in eine frei gewordene Parklücke gestellt? Dann wäre er zur Tat wohl mit seinem eigenen PKW angefahren und mit diesem vom Tatort weg zum Public Viewing. Für seinen PKW hätte er für die Tatzeit aber trotzdem eine weitere unkalkulierbare Parklücke gebraucht.

Wie man es dreht und wendet: der Täter hätte für seine Zwei-Auto-Nummer zwei Parkplätze in einer normalerweise komplett zugeparkten Strasse benötigt...!!! Ist das wahrscheinlich?

Könnte das alles ganz anders gewesen sein?


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

22.04.2018 um 17:35
Benandante schrieb:Man kann davon ausgehen, dass man von der gegenüberliegenden Straßenseite in die Fenster schauen kann. Wenn keine Gardine vorgezogen ist, müsste man eigentlich alles sehen können, was in den gegenüberliegenden Räumen passiert.
Du hast dich mit dem Fall beschäftigt.
Von mir nur ein Gedanke dazu:
Gardine/Jalousie zugezogen, weil ein sehr kleines Kind in der Wohnung war?
Im Kinderzimmer bestimmt.


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Benandante
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

22.04.2018 um 17:48
@frauzimt
Das mag sein. Aber das eigentliche Mordgeschehen soll sich in der Küche abgespielt haben...


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22.04.2018 um 17:54
Benandante schrieb:@frauzimt
Das mag sein. Aber das eigentliche Mordgeschehen soll sich in der Küche abgespielt haben...
Ja, dort hat man Blutspuren gefunden. Das hab ich gelesen.
Aber auch hier könnte es eine normalen Fensterschutz gegeben haben.
Oder hast du etwas Anderes gelesen?
So weit hab ich mich nicht eingelesen.

Ich finde das nicht ungewöhnlich, gerade weil sie ein Baby hatte.
Man kennt die Gewohnheiten nicht.
Evtl. hatte sie das Bedürfnis eine Höhle zu schaffen, bisschen Sichtschutz, damit sie mit ihrem Kind nicht beobachtet wird?
Intime Situation, Stlllen, Nacktheit einfach mit sich und Kind allein sein wollen.


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Benandante
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

22.04.2018 um 18:29
@frauzimt
Auch das ist natürlich denkbar... und wenn man davon ausgeht, dass der Täter das Opfer überfallartig niedergeschlagen hat, wird Frau Gaucke am Boden gelegen haben und auch bei einer normalen Scheibengardine wäre wahrscheinlich nichts mehr zu sehen gewesen.

Allerdings bleibt die Merkwürdigkeit mit der Parkplatzsituation und den zwei Autos. Das macht mir wirklich zu schaffen.

Danke Dir übrigens für das Einstellen des Artikels mit dem Interview von Rechtsanwalt Waldraff.

Ich kann mir nicht genau erklären, was er mit seinen Feststellungen bezwecken will. Glaubt er nicht in die Täterschaft von Michael P.? Will er Mitwisser aus der Reserve locken?

Angeblich hat Karen Gaucke doch 19:45 Uhr mit einer Freundin telefoniert. Die Nachbarin sagte, dass Clara nicht wie üblich um 19.30 Uhr geschrien habe. Daraus - und aus einem angeblich fehlenden Diätplan - will Waldraff ableiten, Karen Gaucke habe das Kind an diesem Abend zu Dritten in Obhut gegeben.

Selbst wenn sie das Kind, damit es beim Gespräch nicht stört, an diesem Abend zu Dritten gegeben hätte, was ich ungewöhnlich finde, wie wahrscheinlich ist es, dass diese Dritten sich nicht unmittelbar nach der Tat gemeldet hätten?

Denn zunächst dürften diese Leute ja von dem Mord gar nichts gewusst haben, aber es wäre ihnen doch wohl aufgefallen, dass sie das Kind nicht zur verabredeten Zeit zurück bringen konnten. Was macht man in so einer Situation? Man nimmt doch dann wohl an, dass irgendetwas passiert ist, versucht anzurufen und ruft gegebenenfalls die Polizei an oder Angehörige von Frau Gauke?! Nichts dergleichen ist dokumentiert...

Und keine Mutter würde ihr Kind ganz fremden Menschen anvertrauen. Es müsste also jemand Vertrauenswürdiges aus dem unmittelbaren Nahbereich von Karen Gaucke gewesen sein. Ich glaube nicht, dass die Polizei diese Personen nicht einzeln abgeprüft hat.

Das würde auch nur Sinn ergeben, wenn diese Personen selbst gerade ein Kind verloren hätten z.B. durch plötzlichen Kindstod oder ähnliches, dieser Todesfall aber nicht gemeldet worden wäre und sie Klara als ihr eigenes Kind hätten ausgeben können. Aber würde das nicht auffallen z.B. bei den regelmäßigen U-Untersuchungen, wo doch der gleiche Kinderarzt das Kind zu sehen bekommt? Dann würde der Kinderarzt z.B. plötzlich ein Krankheitsbild bei dem Kind feststellen, das eine besondere Ernährung erfordert, das das Kind vorher nicht gehabt hat.

Die Aussage der Nachbarin finde ich auch merkwürdig: Kinder sind keine Uhrwerke und schreien nicht regelmässig zu genauen Uhrzeiten. Das weiß ich als Vater recht genau. Wie kann die Nachbarin das Schreien eines Babys immer zur gleichen Zeit hören und registrieren, aber man liest gar nichts davon, dass sie etwas vom Tatgeschehen gehört hätte z.B. von einem zu Boden fallenden Körper oder von einer Kampfsituation oder vom Türenklappen zu ungewöhnlichen Zeiten?


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22.04.2018 um 18:33
Benandante schrieb:Danke Dir übrigens für das Einstellen des Artikels mit dem Interview von Rechtsanwalt Waldraff.
Ich kann mir nicht genau erklären, was er mit seinen Feststellungen bezwecken will. Glaubt er nicht in die Täterschaft von Michael P.? Will er Mitwisser aus der Reserve locken?
Das wundert mich auch sehr.
Ich würde davon ausgehen, dass auch das Kind nicht mehr lebt.
Will er den Eltern von KG Trost geben?
Kann mir keinen Reim auf seine Mutmaßung, das Kind könnte noch leben, machen.


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