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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

322 Beiträge, Schlüsselwörter: Mordfall, Karen Gaucke, Juni 2006

Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

29.02.2020 um 13:26
@otternase
Ja, mit dem Gestank hast du schon recht. Er müßte den Sack direkt in der Nacht davor in die Tonne gestopft haben. Mit dem Kontrollieren, ich weiß nicht, vielleicht ist das bei Euch in Deutschland strenger. Ich bin ja aus Österreich und da wurde noch nie was kontrolliert. Ich benutze die Riesensäcke öfter im normalen Haushalt, wenn ich ausmiste oder so.


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otternase
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

29.02.2020 um 13:51
GreteLenz
schrieb:
Merkwürdig, dass man im Kofferraum des Fahrzeugs so wenige Spuren gefunden hat. Hätte man vom Abtransport nicht Haare finden müssen oder Hautschuppen? Selbst wenn er die Opfer eingepackt hat? So dicht kann ja eine Verpackung gar nicht sein, dass die moderne Forensik nicht noch irgendwelche durchgesickerten Spuren von Blut oder Erbrochenem finden kann. Seltsam.
sehe ich genauso. Daher gehe ich mit ziemlicher Sicherheit davon aus, dass der Wagen eben NICHT für die Leichenverbringung eingesetzt wurde, sondern eine andere Aufgabe hatte. Es war einfach das Pech von Michael P, dass er -obwohl er den Wagen nicht im Kontext des Mordes einsetzte- trotzdem Spuren in den Wagen getragen hat.
GreteLenz
schrieb:
Hat man eigentlich einen Leichenspürhund im Zusammenhang mit dem PKW eingesetzt?
davon würde ich ausgehen, immerhin hat man solche ja an verschiedenen als mögliche Ablageorte identifizierten Stellen eingesetzt
GreteLenz
schrieb:
Andere Frage: Warum ist er eigentlich das Risiko eingegangen, seinen Besuch bei ihr vorher telefonisch anzukündigen?
den Besuch bei ihr hatte ja sie angesetzt. Es gab Streitigkeiten in Sachen Unterhalt, sie behauptete, er habe Unterlagen gefälscht oder Unterlagen zurückgehalten, um sich arm zu rechnen und den Unterhalt zu drücken. Er sollte an diesem Abend ihr seine Unterlagen offenlegen...
Leider ist nie öffentlich geworden (vielleicht auch nie untersucht worden?), ob ihre Vorwürfe richtig waren! Egal, ob sie wahr waren oder aber nicht, in beiden Fällen wäre daraus ein Motiv seinerseits abzuleiten, allerdings wäre abhängig davon die Motivlage unterschiedlich. Wenn ihre Vorwürfe der Wahrheit entsprachen und er wirklich Unterlagen gefälscht haben sollte, dann würde das die Vermutung, dass er sich mit dem Mord um Unterhalt drücken wollte, die Unterhaltshöhe für ihn ein Mordmotiv war, stärken. Wenn aber ihre Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprachen, dann würde das ein Licht werfen auf ein hochgradig vergiftetes Klima zwischen den beiden, der einen Mord aus Hass gut denkbar erscheinen lässt. Für mich ist dieses letztere das wahrscheinlichere...
FritzPhantom
schrieb:
Mit dem Kontrollieren, ich weiß nicht, vielleicht ist das bei Euch in Deutschland strenger.
das mag auch abhängig vom jeweiligen lokalen Entsorger sein, ich habe zu der Zeit, zu der dieser Mord geschah, in Braunschweig gelebt und da wurde extrem streng darauf geachtet. Kann mich noch erinnern, im Sommer 2007 einen schriftlichen "Anschiss" vom Entsorger bekommen zu haben, weil ich mich erdreistet hatte, einen alten Bürostuhl statt als Sperrmüll anzumelden, einfach zerlegt und in den Restmüll gesteckt hatte....


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

29.02.2020 um 14:13
@otternase
Wow, die Müllpolizei! Da bin ich ja froh, das das bei uns nicht so ist, bei allem Umweltschutz. 😳


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GreteLenz
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

29.02.2020 um 14:33
@otternase
Irgendjemand hatte ja schon vermutet, dass der Mietwagen vielleicht nur als Platzhalter dienen sollte, um bei der schwierigen Parkplatzsituation im Volgersweg auf jeden Fall sicherzustellen, dass das Verbringungsfahrzeug unmittelbar vor dem Haus halten kann.

Dann wäre er vielleicht mit dem eigentlichen Verbringungsfahrzeug am Tattag angereist, hätte dies kurz in zweiter Reihe geparkt, hätte dann den bereits Tage vorher (nach geduldiger Suche) im Volgersweg plazierten Mietwagen aus der Parklücke gefahren und unmittelbar danach das Verbringungsfahrzeug in die Parklücke gekurvt. Dann noch den Mietwagen irgendwo in einer Seitenstraße abstellen und fertig.

Das hätte ihm zwar nur geringe Vorteile gebracht, so dass man den Sinn des ganzen Aufwands infrage stellen kann. Aber ganz sicher hätte es am Tattag unnötigen Stress rausgenommen, weil es ihm die schwierige Parkplatzsuche direkt vor dem Haus am Tag der Tat selbst erspart hätte.


Trotzdem...auch wenn sie den Termin zum Besprechen des Unterhalts selbst angesetzt hat... In dem Moment, wo er zum Mord an einem Termin erschien, der vorher mit ihr abgesprochen war, musste er immer damit rechnen, dass entweder eine weitere Person als Zeuge vor Ort war oder dass sie im Vorfeld ihren Eltern oder wem auch immer von dem Besuch berichtet hätte, was dann ja auch so war.

Besser wäre es gewesen, zu einem anderen Zeitpunkt spontan vorbeizukommen. Vielleicht einen Tag vor dem geplanten Termin.

Er konnte ja ihren Tagesablauf als alleinerziehende Mutter mit einem Neugeborenen relativ einfach voraussehen und wusste, wann sie in etwa zuhause war.

Wäre das Treffen nicht vereinbart worden und hätte die Freundin dies nicht bei der Polizei angegeben, hätte ihn vermutlich niemand hinreichend sicher mit der Tat in Zusammenhang bringen können. Weiterreichende Untersuchungen wie z.B. die Überprüfung der Mietwagenunternehmen wären vermutlich unterblieben.


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otternase
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29.02.2020 um 14:53
GreteLenz
schrieb:
Wäre das Treffen nicht vereinbart worden und hätte die Freundin dies nicht bei der Polizei angegeben, hätte ihn vermutlich niemand hinreichend sicher mit der Tat in Zusammenhang bringen können. Weiterreichende Untersuchungen wie z.B. die Überprüfung der Mietwagenunternehmen wären vermutlich unterblieben.
als nähester Verwandter des ja auch verschwundenen Kindes wäre Michael P auf jeden Fall in den Fokus geraten. Noch mehr, als dass bekannt war, dass er sich mit Karen in einem Rechtsstreit zum Unterhalt befand. Ich denke, dass weitergehende Untersuchungen auf jeden Fall stattgefunden hätten
GreteLenz
schrieb:
In dem Moment, wo er zum Mord an einem Termin erschien, der vorher mit ihr abgesprochen war, musste er immer damit rechnen, dass entweder eine weitere Person als Zeuge vor Ort war oder dass sie im Vorfeld ihren Eltern oder wem auch immer von dem Besuch berichtet hätte, was dann ja auch so war.
ja, andererseits: wenn er zB. im Flur des Hauses von einem Nachbarn gesehen worden wäre an dem Tag, bewies das nichts, denn dass er dort einen Termin hatte und auch da war, hat er ja nicht bestritten. Solange er nicht beim Betreten der Wohnung oder mit der Leiche über der Schulter gesehen wurde, war seine Behauptung, pünktlich zum Termin dagewesen zu sein, aber Karen hätte nicht geöffnet, nicht widerlegbar und warf keinen Verdacht auf ihn.
Wenn er hingegen an einem anderen Tag dort vorbeigekommen wäre und dabei gesehen worden wäre, wäre allein diese Sichtung bereits ein starkes Indiz gegen ihn, was hätte er da zu suchen gehabt...


Ich gehe allerdings sowieso nicht von einem durchgeplanten Mord aus. Mag sein, dass er Mordgedanken gegen sie hegte, dass er sich vielleicht auch einen Plan zurechtgelegt hatte, sie zu töten, dass er das vorbereitete, aber dass der Mord gerade an dem Abend nicht dem Plan entsprach. Das Nachtatverhalten, das Verstecken der Leichen mag dann wieder nach Plan stattgefunden haben, aber ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass die Tat selbst an diesem Abend nicht so geplant war.
Ich gehe eher davon aus, dass ein Streit eskalierte, der dazu führte, dass er Karen blindwütig tötete, abweichend von seinem ursprünglichen Mordplan, der wohl anders ausgesehen hätte. Oder dass Karen ihm mit irgendwas drohte, beispielsweise irgendwas über ihn publik zu machen, und er sich so "gezwungen" sah, den Mord abweichend früher als geplant zu begehen.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

01.03.2020 um 10:02
otternase
schrieb:
Ich gehe allerdings sowieso nicht von einem durchgeplanten Mord aus. Mag sein, dass er Mordgedanken gegen sie hegte, dass er sich vielleicht auch einen Plan zurechtgelegt hatte, sie zu töten, dass er das vorbereitete, aber dass der Mord gerade an dem Abend nicht dem Plan entsprach.
Also wenn der Zeitpunkt der Tatausführung als einziger Punkt abweicht, ist das in meinen Augen trotzdem noch ein durchgeplantes Verbrechen. Aber da die Zeit eben sehr knapp bemessen war, war mMn intensive Vorbereitung nötig, was das Zeitfenster für die Tat weiter verkleinert. Ich denke eher nicht, dass er quasi jederzeit zuschlagen konnte und das über Tage/Wochen/Monate.
otternase
schrieb:
Ich gehe eher davon aus, dass ein Streit eskalierte, der dazu führte, dass er Karen blindwütig tötete, abweichend von seinem ursprünglichen Mordplan, der wohl anders ausgesehen hätte. Oder dass Karen ihm mit irgendwas drohte, beispielsweise irgendwas über ihn publik zu machen, und er sich so "gezwungen" sah, den Mord abweichend früher als geplant zu begehen.
Etwas anderes ist, ob er sich tatsächlich die Option offen hielt, Karen und das Kind unter bestimmten Umständen (Ergebnis des Gesprächs etc.) zu verschonen oder ob er in jedem Fall zu diesem Zeitpunkt zugeschlagen hätte, egal was Karen sagt oder macht. Die Antwort darauf hat der Täter mit in sein Grab genommen. Seine Vorbereitungen/Planung waren mMn aber zu intensiv und konkret, als das ich hier von rein theoretischen Gedankenspielen des Täters oder eine Grobplanung für einen möglichen "Tag X" ausgehen würde. Ich denke, er wollte sie auf jeden Fall töten. Und die planung bestimmte dann möglicherweise den Zeitpunkt. So mein Eindruck.


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otternase
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01.03.2020 um 13:22
@Slaterator
klar, dass es eine Vorsatztat, also ein Mord war, dass er Pläne geschmiedet hat, wie er sie umbringen könnte, dass er auch den Mord geplant und vorbereitet hatte, daran besteht auch für mich kein Zweifel.
Aber ich denke, dass die dann konkrete Ausführung, was Ort, Zeit und Tötungsmethode betrifft, nicht seinem Plan entsprach. Erst die Verbringung und das Verschwindenlassen der Leiche entsprachen dann wieder seinem Plan.

Es stellt sich dann die Frage, warum er entgegen seinem Plan Karen zu diesem Zeitpunkt, an diesem Ort und auf diese Weise getötet hat. Ich kann mir dafür nur zwei Erklärungen vorstellen, die eine, dass es zu einem handfesten Streit kam und er sie nicht geplant und bewusst in dem Moment getötet hat, sondern blindwütig ausgerastet ist, dass es also eben doch keine geplante Tat war, sondern er quasi seinem eigenen Plan zuvorkam.
Oder, und das ist meiner Ansicht nach die wahrscheinlichere Erklärung, dass er sich durch die Entwicklung der Dinge gezwungen sah, seinen Mordplan vorzeitiger auszuführen und dabei zu improvisieren.

Dafür sehe ich unter anderem zwei Anhaltspunkte:
- der Bruder sagte zum Zustand seiner Schwester, als sie davon erfuhr, dass Michael P ein zweites Kind gezeugt hatte: ""Ich habe meine Schwester noch nie so aufgelöst und verletzt erlebt wie damals, als sie davon erfuhr." (Quelle: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-50578090.html )
- der Vater von Karen sagt im Interview aus dem Gespräch mit ihr kurz vor ihrem Tod, sie habe bezogen auf den angesetzten Termin wörtlich gesagt "jetzt setze ich ihm die Pistole auf die Brust, der muss jetzt kommen und seine Verhältnisse offenlegen"
Für mich deutet das darauf hin, dass es möglich ist, dass Karen Michael unter Druck gesetzt hat (um mal das Wort "erpresst" zu vermeiden), möglicherweise damit, über ihn Informationen an die Öffentlichkeit zu tragen, zB. auch an seinen Arbeitgeber, die ihm schaden würden.

@frauzimt hatte vor längerer Zeit das mal geschrieben:
frauzimt
schrieb am 24.04.2018:
Ob sie auch beruflich etwas gegen ihn in der Hand hatte? (Das wäre meine Sekulation)
Dann hätte er sich auf seinen beiden Wirkungsfeldern angegriffen gefühlt.
damals hatte ich diese Möglichkeit noch eher für unwahrscheinlich gehalten, inzwischen bin ich zur Überzeugung gelangt, dass das durchaus gut denkbar ist. Zwar hätte sich Karen in Sachen Unterhalt selbst geschadet, wenn sie zB. etwas gegen ihn in der Hand hatte und publik gemacht hätte, was für ihn zu Arbeitsplatzverlust geführt hätte, aber von jemandem, der "aufgelöst und verletzt" ist, kann man eine solche kühle Überlegung nicht unbedingt erwarten, vielleicht war sie in einem Zustand und dazu wildentschlossen, Michael P zu schaden, auch unter Inkaufnahme dessen, dass sie sich damit selbst schadet...

Dh. ich halte es für möglich, dass sie an dem Abend im Streit mit Michael P ihm drohte bzw. dazu entschlossen zeigte, am nächsten Tag zB. seinem AG etwas mitzuteilen, was ihm beruflich erheblich geschadet hätte. Und um dies zu verhindern, sah sich Michael P im Zugzwang, den für einen späteren Zeitpunkt und andere Rahmenbedingungen geplanten Mord sofort auszuführen, um sie sofort zum Schweigen zu bringen!


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

02.03.2020 um 12:20
Hat jemand das Buch "Der Fall Gaucke: Ein Gerichtskrimi" gelesen?


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

02.03.2020 um 16:51
otternase
schrieb:
Es stellt sich dann die Frage, warum er entgegen seinem Plan Karen zu diesem Zeitpunkt, an diesem Ort und auf diese Weise getötet hat. Ich kann mir dafür nur zwei Erklärungen vorstellen, die eine, dass es zu einem handfesten Streit kam und er sie nicht geplant und bewusst in dem Moment getötet hat, sondern blindwütig ausgerastet ist, dass es also eben doch keine geplante Tat war, sondern er quasi seinem eigenen Plan zuvorkam.
Der Punkt ist, seine Bemühungen/Planungen etc. waren bereits in einem sehr konkreten Stadium und duldeten mMn nicht viel Aufschub. Wenn, hat er die Tat nur um wenige Stunden/Tage vorgezogen, weil er gewissermaßen "Gefahr für ihn in Verzug" gesehen haben könnte oder -wie Du schreibst- aus blinder Wut heraus. Aber das er Pläne in der Schublade hatte und der Tatzeitpunkt völlig variabel war, kann ich mir nicht recht vorstellen.


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otternase
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

02.03.2020 um 18:01
Slaterator
schrieb:
Wenn, hat er die Tat nur um wenige Stunden/Tage vorgezogen, weil er gewissermaßen "Gefahr für ihn in Verzug" gesehen haben könnte oder -wie Du schreibst- aus blinder Wut heraus. Aber das er Pläne in der Schublade hatte und der Tatzeitpunkt völlig variabel war, kann ich mir nicht recht vorstellen.
jein.
Ich könnte mir vorstellen, halte es sogar für wahrscheinlich, dass er -wie Du auch schriebst- den Mord noch von irgendwas abhängig gemacht hat.

Nehmen wir mal an, sie hat ihm in der Tat gedroht, irgendwas publik zu macht, was ihm zB. seinen Job gekostet hätte und er wusste das bereits.
Dann könnte er sich folgendes überlegt haben:
- "wenn ich mich mit ihr irgendwie fair einigen kann, schliesslich hat sie hinsichtlich Unterhalt ja auch ein Interesse, dass ich meinen Job behalte, dann sei es so"
- "wenn sie hingegen überzogene Forderungen hat oder auf stur stellt, dann vertröste ich sie erstmal, gehe zum Schein darauf ein und dann führe ich meinen Mordplan aus" (und dafür hatte er eben schon einen fertigen Mordplan in der Schublade)

Und dann könnte es an dem Abend dazu gekommen sein, dass Karen sich nicht (mehr) vertrösten liess, vielleicht gar nicht mehr zu einer Einigung bereit war, gar nicht mehr verhandeln wollte, sondern schon festentschlossen war, ihn auffliegen zu lassen, oder gar dass sie gar ahnte, dass er für sie eine Gefahr darstellte und daher quasi als "Lebensversicherung" einem Dritten ihr Wissen anvertrauen wollte. Und angesichts dessen konnte er seinen Mordplan nicht mehr plangemäß umsetzen, sondern "musste" sie sofort töten.
Ich bin mir sicher, dass es nicht seinem Plan entsprach, Karen zu töten zu einem Zeitpunkt, wo er mit ihr verabredet war, wovon Dritte wussten. Ich bin mir sicher, dass es nicht seinem Plan entsprach, Karen in ihrer Wohnung zu töten. Und ich bin mir sicher, dass es nicht seinem Plan entsprach, Karen auf so blutige Weise zu töten bzw. blutig zu "zerlegen"...


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

02.03.2020 um 18:16
otternase
schrieb:
Ich bin mir sicher, dass es nicht seinem Plan entsprach, Karen zu töten zu einem Zeitpunkt, wo er mit ihr verabredet war, wovon Dritte wussten. Ich bin mir sicher, dass es nicht seinem Plan entsprach, Karen in ihrer Wohnung zu töten. Und ich bin mir sicher, dass es nicht seinem Plan entsprach, Karen auf so blutige Weise zu töten bzw. blutig zu "zerlegen"...
Un d wie passt der Leihwagen in diese These?
Die wiederhergestellten google-Suchkriterien 'Bolzenschussgerät' und 'Unterschied Mord und Totschlag' sprechen doch eindeutig für eine geplante Tat.

Und auch wenn das Zeitfenster eng war, das Fussball-Schauen mit seinen Freunden hat er sicherlich als Alibi eingeplant.
Ich denke auch, ohne Verabredung hätte er schwer erklären können, was er im Fall des Falles jemanden zu treffen, im Haus gemacht hätte.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

02.03.2020 um 18:26
otternase
schrieb:
Ich könnte mir vorstellen, halte es sogar für wahrscheinlich, dass er -wie Du auch schriebst- den Mord noch von irgendwas abhängig gemacht hat.
Soweit bin ich bei Dir, weil wir das nicht natürlich nicht ausschließen oder mit einer Wahrscheinlichkeit bewerten können. Diese Option hätte nur er selbst bestätigen/ausschließen können. Aber:
otternase
schrieb:
- "wenn sie hingegen überzogene Forderungen hat oder auf stur stellt, dann vertröste ich sie erstmal, gehe zum Schein darauf ein und dann führe ich meinen Mordplan aus" (und dafür hatte er eben schon einen fertigen Mordplan in der Schublade)
Das setzt voraus, dass der Plan zeitlich eben recht variabel war. Genau daran habe ich meine Zweifel. Sein Alibi und der Mietwagen sind Knackpunkte. Deshalb gehe ich nur von einem Zeitfenster weniger Stunden/Tage aus. Ich halte es für sehr gut denkbar, dass er sie grundsätzlich an diesem Tag töten wollte. Ob sie ihn von diesem Vorhaben durch irgendein Verhalten hätte abbringen können, ist selbstverständlich sehr gut möglich. Er konnte ja den Plan einfach verwerfen. Aber das werden wir nicht mehr überprüfen können.


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otternase
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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

02.03.2020 um 18:55
FrokenLisbeth
schrieb:
Un d wie passt der Leihwagen in diese These?
Aufgrund des minimalen Umfangs an Spuren in dem Wagen und aufgrund dessen, dass Michael P die Tat beging, obwohl er wusste, dass die Vermietung nicht nur seine Daten aufgenommen hatte, sondern ihn auch mit dem Wagen Fotografiert hatte, gehe ich davon aus, dass der Wagen bei der Tat keine Rolle spielte, weder nach Plan eine unmittelbare Rolle spielen sollte noch tatsächlich gespielt hat.
Ich gehe eher davon aus, dass der Wagen für die Tatvorbereitung eine Rolle spielen sollte. Da es aber nicht zu der Tat nach Plan kam, können wir auch nicht ahnen, wie sein ursprünglicher mordplan aussah und welche Rolle da der Wagen gespielt hätte.
FrokenLisbeth
schrieb:
Die wiederhergestellten google-Suchkriterien 'Bolzenschussgerät' und 'Unterschied Mord und Totschlag' sprechen doch eindeutig für eine geplante Tat.
Natürlich hatte er einen Mordplan. Aber der sah eben anders aus als wie die Tat am Ende stattgefunden hat. Die Suche nach ‚Bolzenschussgerät‘ deutet doch sehr deutlich darauf hin, dass er nach einer Methode ohne große Blutlache suchte...

Ich spekuliere mal frei weg ins Blaue:
Er könnte geplant haben, Karen mit dem Baby zu einem Ausflug einzuladen. Kinderwagen sind groß und sperrig, der von Klara passte vielleicht nicht in seinen eigenen Wagen. Also hat er den Mietwagen genommen, um Karen mit Baby zu einem Waldspaziergang einzuladen. Dann wäre er mit ihr zu dem Ort gefahren und weiter gegangen, wo er sie am Ende auch entsorgt hat, nur hätte er sie erst dort zB mit einem dort versteckt bereitliegendem Bolzenschussgerät ziemlich lautlos, relativ unblutig und ohne viele Spuren getötet. Dann hätte er sie so entsorgt, dass sie niemand findet.
Aber Karen ging nicht auf die Einladung zum Spaziergang ein, oder sie wollte ihr Wissen, mit dem sie ihn unter Druck setzte, vor diesem Spaziergang mit Dritten teilen. Und so ‚musste‘ Michael P Karen ungeplant schon in der Wohnung töten, auf blutige Weise und musste die Leiche dann an den geplanten Ablageort fahren. Und das war eben, abseits von der Tatsache, dass sie am Ende tot war und vom Ablageort, nicht plangemäß.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

02.03.2020 um 19:41
@otternase

Also wir liegen in unseren Annahmen näher beieinander als es vlt. den Anschein macht... ;) Wir sind uns -denke ich- einig, dass seine Mordpläne schon sehr weit gediehen waren und damit bereits den Bereich des "Angedachten", einer lediglich theoretischen Möglichkeit, verlassen hatten. Ich schließe daraus, dass der Wille, den Plan auch tatsächlich in die Tat umzusetzen, bereits vorhanden war. Es war also höchstens eine Frage der Zeit. Wenn er sich ggf. -wie Du es anführst- erdacht hatte, sie im Zuge z.B. eines Spazierganges zu töten, dann reden wir hier über Stunden/Tage, nicht über Wochen. Der Wagen war gemietet, ein Alibi ersonnen. Daraus schließe ich, dass er lediglich die passenden Umstände innerhalb eines sehr kleinen Zeitfensters abwartete. Das ist das Eine.

Das Andere ist, -da gebe ich Dir völlig Recht- dass die Tatumstände (Tötung in der Wohnung, Blutbad etc.) ein sehr hohes Risiko mit sich brachten und diese Vorgehensweise nicht so recht zu der allgemein unterstellten, sonst präzisen und risikominimierenden Vorgehensweise des Täters passen mag. Insofern kannst Du natürlich richtig liegen, dass er tatsächlich von seinem ursprünglichen Plan abwich. Entweder, weil er keine Möglichkeit mehr sah, den ursprünglichen Plan noch umsetzen zu können oder aus einer Wut/Emotion heraus. Der Transport zum Ablageort dürfte in dem Fall dann dementsprechend improvisiert gewesen sein. Keine Frage.

Allerdings denke ich schon, dass er sie an diesem Tag töten wollte, vlt. mit der Option, bei einem bestimmten Verhalten davon doch noch spontan abzusehen. Letzteres ist -wie gesagt- mit seinem Ableben nicht mehr aufzuklären. Doch das er einen Plan verfolgte, der nur als Option für irgendwann in der Schublade lag, glaube ich eher nicht.


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03.03.2020 um 12:57
Slaterator
schrieb:
Allerdings denke ich schon, dass er sie an diesem Tag töten wollte
es wäre interessant zu wissen, für welchen Zeitraum er den Wagen gemietet hat, ob er den schon am nächsten Tag wieder abgab oder ob er den noch längere Zeit gemietet und benutzt hat. Hat da jemand eine Info dazu?


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03.03.2020 um 14:54
otternase
schrieb:
es wäre interessant zu wissen, für welchen Zeitraum er den Wagen gemietet hat, ob er den schon am nächsten Tag wieder abgab oder ob er den noch längere Zeit gemietet und benutzt hat. Hat da jemand eine Info dazu?
Aus den mir bekannten Quellen leider keine Info.


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

03.03.2020 um 15:31
otternase
schrieb:
es wäre interessant zu wissen, für welchen Zeitraum er den Wagen gemietet hat, ob er den schon am nächsten Tag wieder abgab oder ob er den noch längere Zeit gemietet und benutzt hat. Hat da jemand eine Info dazu?

Dort hatte P. am Tag des Verschwindens von Karen und Clara Gauke um 15 Uhr einen Toyota Avensis Kombi gemietet. P. habe ausdrücklich nach einem Kombi verlangt. Aus versicherungsrechtlichen Gründen wird bei der Anmietung das Auto von allen Seiten und auch der Kunde fotografiert. Zwei Tage später brachte P. das Auto zurück.


Quelle http://mitfugundrecht.de/2007/10/bgh-verurteilung-wegen-doppelmordes/


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03.03.2020 um 15:52
@Dornenrose
lieben Dank für die Info.
Genaugenommen müsste man nun noch wissen, ob er das Auto bereits für Abgabe an diesem Tag reserviert hatte oder ob er den Wagen vorzeitig zurückgebracht hat. Und wie lange im Voraus er den Wagen reserviert hatte. Aus letzterem könnte man ablesen, wann er die Pläne geschmiedet hatte, sich vermutlich zu dem Mord entschlossen hatte (wenn er wirklich, wie er behauptete, Karen vier Tage vorher besucht hat, könnte das der Moment gewesen sein, das Ergebnis jenes Gesprächs gewesen sein, dass er sich zum Mord entschied; bzw.: war der Zeitpunkt der Wagenreservierung vor oder nach dem Termin, zu dem der Termin zum Gespräch an jenem Abend mit Karen vereinbart wurde) Was auch noch interessant wäre: wie ist Michael P eigentlich zu der Autovermietung und nach Abgabe wieder zurückgekommen? Seinen eigenen Wagen hat er ja offenbar nicht benutzt, sonst hätte der in der Zeit der Miete ja bei der Vermietung gestanden. Hat Michael P ÖPNV genutzt oder hat ihn jemand hingebracht/abgeholt?


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Mordfall Karen Gaucke - Täter verstorben

03.03.2020 um 17:09
otternase
schrieb:
(...) wann er die Pläne geschmiedet hatte, sich vermutlich zu dem Mord entschlossen hatte
Schön und gut. Aber wie relevant ist für uns eigentlich die Feststellung, wann er den Mord geplant hat ? Das er den Mord geplant hat, ist klar. Das er der Täter ist, auch klar. Das Verbrechen ist damit ja grundliegend geklärt. Aber eine Frage bleibt: Wo verblieben die sterblichen Überreste ? Eine zweite Frage, ob er tatsächlich allein handelte oder er Unterstützer/Mitwisser hatte. Diesbezüglich bringt uns die Feststellung, wann er die Tat beschloss und warum er sie tötete nicht unbedingt weiter... Oder gibt es da etwas, das ich übersehe ?


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otternase
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03.03.2020 um 17:56
@Slaterator
Wie bei vielen Fragen ist es auch hier natürlich so, dass man erst wenn man die Antwort hat, wissen kann, ob die Frage relevant war.
Unmittelbar zur Leiche führt die Antwort sowieso nicht, denn die Ermittler kennen die Antworten auf beide Fragen sicherlich und haben dennoch Karen und Clara nie gefunden. Aber die Antworten würden etwas mehr über die Anatomie der Tat verraten und wären daher für uns sicher interessant!

Speziell natürlich die zweite Frage, wie kam Michael P nach Braunschweig zur Autovermietung zwecks Abholung des Wagens und wie nach Rückgabe wieder zurück nach Hannover? Gab es da einen Dritten, den er eingeweiht hat, also einen Mitwisser, der ihn gefahren hat? Oder hat er einem Dritten mit irgendwelcher Story um den Fahrdienst gebeten und wenn ja, mit welcher Story? Oder ist er mit ÖPNV gefahren? Das hätte aber viel Zeit gekostet, wie konnte er das noch neben der Arbeit erledigen? Hat er sich freigenommen, hat er irgendwie begründet, warum er freigenommen hat? Oder gab es vielleicht noch ein drittes Fahrzeug, was er benutzt hat und welches möglicherweise auch eine wichtige Rolle bei der Verbringung der Leiche spielte?

Mal folgende Theorie (ganz anders als die Theorie zuvor): Michael P hat sich einen Ort ausgesucht, wo er Karen und Clara verschwinden lassen will. Er hat sich irgendwie ein Fahrzeug beschafft, dass weder vermisst noch mit ihm in Verbindung gebracht wird, eine alte Schrottkarre. Mit dem Wagen fährt er zu Karen. Er tötet Karen und Clara, verlädt sie und fährt die mit der Schrottkarre weg. Dann lässt er Karen und Clara mitsamt der Schrottkarre verschwinden, versenkt sie zB in einem See, auch seine blutverschmierte Kleidung entsorgt er dort. Das ist möglicherweise ein sehr abgelegener Ort und damit er von dort auch nachts schnell und ungesehen wegkommen kann, nachdem er die Schrottkarre versenkt hat, hat er in der Nähe den Mietwagen mitsamt frischer Kleidung abgestellt, den er nun nimmt, um wieder zum nächsten Alibitermin rechtzeitig zurück zu sein...
Sein Fehler war, dass er eine kleine Anhaftung Blut in den Mietwagen getragen hat.


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