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Selbstgeschriebene Gedichte

724 Beiträge, Schlüsselwörter: Kunst, Gedichte, Lyrik, Poesie, Faust

Selbstgeschriebene Gedichte

01.07.2020 um 23:15
@JanaLu

Ui, öhm unbewusst gern geschehen :)


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Selbstgeschriebene Gedichte

02.07.2020 um 11:40
@Stonechen
Eines der schönsten,lebendigsten Gedichte,
die ich je gelesen hab.
Danke dir!


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Selbstgeschriebene Gedichte

02.07.2020 um 11:43
@Picassoratio

Vielen Dank :)


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Selbstgeschriebene Gedichte

13.07.2020 um 09:36
Ups, ein Gedicht?
Das kann ich nicht.

Doch mit Reimen
will ich meinen
könnt' ich dienen

Allerdings gäb's böse Minen

von all jenen, die mich kennen,
die weit und schnell davon schon rennen

Weil sie sagen
diese Plagen
seien nicht mehr anzuhören,
es würde sie zutiefst verstören
dass ich Sprache so verhunze -
mir entlockt das nur ein Schmunzeln

Und so behalt ich halt für mich
(oder interessiert es dich?)
welche Reigen und Figuren aus den Worten
jederzeit und allerorten
ungefragt entstehn im Kopf -
na ja, das ist ein alter Zopf.
Oder doch ein alter Hut?
Knopf dran, Freunde, alles gut...


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Selbstgeschriebene Gedichte

13.07.2020 um 11:26
:Y: Bombe :D richtig toll


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Selbstgeschriebene Gedichte

13.07.2020 um 21:38
Worte schnell gesprochen,
in Bedeutungslosigkeit gebrochen,
jemanden ins Herz,
zurück bleibt Schmerz.
Vertrauen ist ein zartes Pflaster,
nicht bezahlbar, nicht mit Zaster.
Leere, umhüllt von bunter Fantasie,
geschehen wird es nie.
Soviel Farben, soviel geschmücktes Reich,
die Bedeutung doch eher bleich.
Die virtuelle Welt,
ist was viele heilend hält.
Doch ist der Flimmerkasten aus,
sitzt auch du allein in deinem Haus.
Da ist nichts bunt und die Fantasie ist fort,
irgendwo an einem anderem Ort.


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Selbstgeschriebene Gedichte

13.07.2020 um 22:54
Ich dichte seit einer ganzen Weile.
Hier mal meine drei Neusten:

Kleingartenträume

Kleingartenträume:

So oft saß ich hier und grämte mir,
weil mich umschwirrte ein Fliegentier.

Summ und brumm, um den Kopf herum
Auf und nieder, immer wieder,
sitzt es hier
und sitzt es da
"Das gottverfluchte Fliegentier!
Ich werde gleich recht sonderbar!"

Eine zweite Kreatur sich zur Kopie gesellt,
"Ich Pächter des Unglücks der Welt!
Eine Idee muss her, ein Geistesblitz
eine Strategie mit gehörigem Witz!"

Und auf sprang ich und drang zur Tat,
wusste ich, dass die Erlösung naht.
"Zum Baumarkt, Kutscher, auf!", rief ich
"Das Insektentum endliches Gericht
nichts minder schwirrt mir im Sinne rum,
schwirrt wie eine Fliege, also sei es drum."

Wie der Derwisch in den Laden wetzen,
zu den ausgestellten Pflanzen hetzen,
such die eine, die mir helfen mag,
Die einzige, an dessen Herzen lag
mir zu helfen in dieser schrecklichen Mär!
Und so fand ich sie, meine Dionaea!

"Doch ein Werkzeug brauchts, das ist gewiss
um zu Bannen in dein Maul den Fliegenschiss"
Und so griff ich noch zur Patsche,
in einem ehrlichen Bestreben:
"Ich hau sie damit nicht zur Matsche,
Sondern will sie dir zu fressen geben."

Zwei Wochen ist es her, dass es sich zu trug,
und ohne, das mich jemand ernstlich frug,
verkündige ich frech und froh und frei,
Es sind Fliegen derer nicht nur drei
Sondern Achte gar gefressen worden
verdaut, verwertet, auserkoren.

Von mir, dem gütigen Gotte der Fliegenfalle
Bald sind sie tot, das verspreche ich, sie alle.
"Vielleicht aber auch", das denke ich bei mir
"reinkarniere ich einst selbst als so ein Tier?"
Zweifel kommen auf, oh Schuld und Pein -
soll die Venusfliegenfalle das Schicksal sein?

Schulter zucken, rein das Vieh,
"Und wenns so wäre, ich erführ es nie."

Vom Knacken im Gebälk

Ein Ereignis trug sich zu, ich muss’s berichten,
vom Pferd erzählen werd‘ ich euch mitnichten.
Ich geh nun auf die dreißig zu, ich hör euch schon
„So weit ists nun nicht, du naiver Menschensohn!“

„Ach, ist das so“, entgegne während ich deute
auf den winzigen Unterschied – damals und heute.
Ein Jahr ist ein Tag und ein Tag nur ein Augenblick
Das ist der Zahn der Zeit und des Alterns großer Trick.

Und so rafft man sich auf, streicht die Krümel vom Bauch,
Man weiß es ja auch, man ist statuell nur ein Lauch
Mit Armen wie Salzstangen, ohne Hände wie Bratpfannen
Schultern hängend wie Laub, vom ständigen Sitzen alles taub.

Ran an die Hantel und ran an den Gegner,
Bis zum Ziel sind es nur einhundert Meter.
Dann nochmal tausend und nochmal mehr
das jeden Tag, da kommt das Drama her.

Schlimmer noch als der Sport an sich
Ist der stete Motivationsmangel für mich.
Jeden Tag dieselbe Körperleier,
wäre ich Prolet, so ging es auf die Eier.

Aber man tut es doch und freut sich bald:
Die Schultern werden endlich etwas breit.
Dem Tod ein Schnippchen geschlagen
dem Verfall den Sieg davongetragen.

Doch keine wenige Wochen in dem Drill,
da wird es um des Turnens Thema still.
Denn weiß jeder und sagt es immer fort,
doch ungehört: Der elende Sport ist Mord!

In der Schulter hat sich was zerrissen,
da hat der Sport als solcher glatt verschissen.
Den verdammten Kiefer ausgerenkt
fühlt sich an wie sauber ausgehängt.

Die Fresse steht auf und zu weit auf der Seite
glatt als ob ich einen Kamelekaukurs leite.
Es gab sich zwar nach ein paar Tagen
Doch liegt das Ereignis schwer im Magen.

Still und leis‘ reih ich mich jetzt ein,
in meinem kleinen Kämmerlein
in die Reihe jener von der Schlauen Sort‘:
„Der Sport, der elende, der ist und bleibt schlicht Mord.“

Vom erholt sein

Es ist die Wonne pur, der Dunkelheit Kuss
wenn die Uhr mir zeigt, ich ins Bette muss.
Der freundliche Atem der Nacht umhüllt
Mich und dich und den Raum er erfüllt.

Die Augen werden schwer, der Geist so lahm,
so bricht sich der Träume Freude ihre bahn.
Man schlummert dahin, danach Stand der Sinn
Nach einem ganzen Tag, an dem ich mich plag.

Der Boden der Tatsachen, am nächsten Morgen mich erfasst
Fremde Geister die über mich lachen, eine Bettstatt die mich hasst.
Mein Rücken schmerzt, ist gar krumm verdreht
Der Kopf so schwer, dass er von selbst nicht steht.

Der Sehnen und der Muskeln Krampf ist ins Genick gezogen,
unerbittlicher Schmerz durchdringt in heißen Wogen
Mein ältliches Gerippe, vielleicht liegts an meiner Sippe,
hört ich schon die Mutter fluchen: „Ich werde mir neue Knochen suchen!“

Die Knie krumm, die Lider schwer, lieber schlaf ich nimmer mehr.
Denn auch die ärgste Müdigkeit sich nie verfliegt,
wenn man nächstens nicht still und ruhig da liegt.
Doch wühlt man sich und grämt sich nur, dann schmerzt in einer Tour.

Und so steht man da, und denkt sich bald
„Ich werde also wirklich langsam alt.
Das Glück: Nach einem Spaziergang und gutem Essen
hat man das ennuyierende Geschmerze längst vergessen.


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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 04:41

Wurst zum Frühstück


Naa wer ist denn hier am Werke?
Der Pinsel mit die Schlechtschreibstärke.
Heute schwing ich meine Feder
für die Di Da Dummi @Dani. - Ela
💔In deiner Brust sind zwei Fragmente?
Ich schenke dir ne Quietscheente.
Ja manchmal hab ich lange Weilen,
Dann verzapf ich solche Zeilen.
Wenn mir da Dichten nicht mehr hilft
spiel ich hoch 5 mit einer Milf.
Milf ist änglisch und heißt Mami
Oh der Pinsel mag die Danni.
Du bist weit weg - uns trennen Welten
Ich denk an dich und Wände schmelzen. :D
Nimmst mir Schmerz - du bist ein Dieb
Du Fossil :troll: ich hab dich lieb.
:D :) ;)
:lv:



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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 09:26
Fühlst du dich?

Hörst du sie? Ich hör schon. Auf leisen Sohlen,
donnernd die Schritte, völlig unverhohlen
Die Watte an der Sohle kaum angehoben,
Hat mein Herzschlag sich verschoben.
Fühlst du dich? Ich mich nicht.

Näher kommend, sekundenschnell,
Augen zu, denn gleich wird’s hell.
Meine Schreie, stumm, still und grell
die hört niemand, niemand der nicht will.
Fühlst du dich? Ich mich nicht.

Von allem was man zu empfinden kennt,
enthält nur Furcht dieses eine Element,
was die Erfahrung ins Hirn mir brennt
und du mir in die Haut dein Ornament.
Fühlst du dich? Ich mich nicht.

Du bist kein Mensch, nicht mal ein Tier
was wollen tust du nicht von mir.
Du hast kein Bestreben, kein Metier,
kein Argument wegen dem du stündest hier.
Fühlst du dich? Ich mich nicht.

Es ist der Wahnsinn, der dich reitet,
über dessen Kliff man gleitet,
als Tandemflug, an dich gekettet,
mit einer Kugel Blei, dich mich rettet.
Fühlst du dich? Ich mich nicht.

Man stellt sich ab, wie ein Notausknopf
Man stellt sich ab, zuerst den Kopf,
dann den Körper, zusehen wie ich tropf
als Blut von deiner Hand und auf den Boden klopf.
Fühlst du dich? Ich mich nicht.

Kreatur, Abschaum, Missgeburt, mehr bist du nicht,
heute weiß ich das, und schneids in dein Gesicht.
Ich war nur ein Kind, ohne jegliches Gewicht.
Und irgendwann, dann halt ich mein Gericht.
Fühlst du dich? Ich mich nicht.

Denn Karma, du Fotze, ist eine Schlampe
und irgendwann führt sie dich auch zur Rampe
und weist dann nach links zum Bad – danke!
Aus deiner Haut bastel ich eine Lampe.
Fühlst du dich? Ich mich nicht.

Beiseite den Zorn, beiseite den Hass, beiseite die Wut, beiseite das Gas.
Es hilft ja nichts, das muss ich gestehen, selbst würdest du vom Erdenrund gehn,
Ich bin kaputt, zerrüttet schon immer, da hilft dann kein Selbstmitleidsgewimmer.
Und so schluck ich es und ertrage, und stelle mir jeden Tag nur die eine Frage:

Fühlst du dich? Ich tat das nie.
Fühlst du dich? Ich weiß nicht wie.

SpoilerIn diesem Gedicht habe ich ein Stück weit versucht, meine eher zerfickte Kindheit ein wenig zu verarbeiten. Ist schon sehr persönlich, also don't do Schindluders.


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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 14:53
Nicht-Tänzer

Ich tanze nicht mehr.
Hab ich eh nie gemacht, aber mit Dir hätte ich getanzt, wenn Du mich gefragt hättest.

Aber Du hast mich nie gefragt.


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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 15:05
@EinElch

Das ist in aller Tragik ein VERDAMMT gutes Gedicht!


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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 15:58
Rattenpinsel
schrieb:
Wurst zum Frühstück


Naa wer ist denn hier am Werke?
Der Pinsel mit die Schlechtschreibstärke.
Heute schwing ich meine Feder
für die Di Da Dummi @Dani. - Ela
💔In deiner Brust sind zwei Fragmente?
Ich schenke dir ne Quietscheente.
Ja manchmal hab ich lange Weilen,
Dann verzapf ich solche Zeilen.
Wenn mir da Dichten nicht mehr hilft
spiel ich hoch 5 mit einer Milf.
Milf ist änglisch und heißt Mami
Oh der Pinsel mag die Danni.
Du bist weit weg - uns trennen Welten
Ich denk an dich und Wände schmelzen. :D
Nimmst mir Schmerz - du bist ein Dieb
Du Fossil :troll: ich hab dich lieb.
:D :) ;)
WOW!!!!
Danke.. hab Dich auch lieb, Pinselchen :lv:


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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 16:12
@Kontermann
Deines, das Schöne!
Fühle ich total :)


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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 16:14
JanaLu
schrieb:
Deines, das Schöne!
Fühle ich total :)
Danke :)
Das freut mich :)


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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 19:22
Dani.
schrieb:
WOW!!!!
Danke.. hab Dich auch lieb, Pinselchen :lv:
Gerne gerne
Traubenkerne :D :lv:


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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 21:18


Pinselgewinsel

Mein Pinselchen ist ja so schnucklig
Von hinten aber bißchen bucklig
Sein liebevolles Arschgesicht
strahlt wie der Vollmond hell im Licht
Man schaut ihn an und hat ihn gerne
Am liebsten jedoch aus der Ferne

Handwerklich ist er geschicklich
So Bastelkram macht ihn echt glücklich
Und seine Wortspiele sind so lustig
Des öfteren schon lachen musst' ick

Pinselchen - mein Lieblingsuser
Du bist mein allerliebster Looser
Komm lass Dich drücken an mein Herz
Und nimm mir meinen Seelenschmerz

Ich hab Dich lieb, das sollst Du wissen
Drum will ich Deine Seele küssen
Für immer werd ich bei Dir sein
Schließ mich ganz fest ins Herzchen rein

Und die Moral von der Geschicht:
Ohne meine Ratte geht es nicht!








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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 21:20
@Dani.
😁💕 Das ist richtig gut Söckchen. Danke 😘😘


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Selbstgeschriebene Gedichte

14.07.2020 um 21:55
Rattenpinsel
schrieb:
😁💕 Das ist richtig gut Söckchen. Danke 😘😘
Nur für Dich :lv:


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Selbstgeschriebene Gedichte

15.07.2020 um 00:16
Also, ich habe heute mein Opus Magnum verfasst, glaube ich.

Der Berg ruft



Hörst du den Berg rufen?
Ich schon, also komm in die Hufen!
Lange war der Weg versperrt,
Nun wird er mit Anwesenheit beehrt.

Weit haben wirs nicht, sollt das nicht locken,
regnen wird's nicht, ist‘s sonnig und trocken.
Gesagt, getan - denn der Berg ruft,
drum wird er heut besucht.

Aufgemacht, die Tür verschlossen,
heute wird nur scharf geschossen.
Den Fuß kaum hinausgesetzt,
haben UV-Strahlen mir die Haut zerfetzt.

"Naja, jetzt ist drauf gepfiffen",
Sag ich und blicke an mir runter
das Hautpapier komplett zerrissen
Und nichts als Kohlen drunter.

Vornehme Blässe? Wen kümmert sowas schon!
Ich werde jetzt ein Südseekannibalensohn.
"Was nicht tötet, härtet ab!", ruf ich triumphierend
Und dem Tod entkam ich knapp, ein Auto fast touchierend.

Woher es kam, das sah ich nicht;
Schmolz grad das Auge aussem Xicht.
Geblendet vom ewigen nuklearen Feuer,
Einem tosenden, brennenden Ungeheuer
Das ein Depp mal "Sol" genannt,
Als Gott verehrt in irgendeinem Land
- aus Sand.

Doch meine Ohren hören und hören gut
Das der Berg mich noch immer rufen tut.
„Nagut“ sag ich und „lass mal stecken!
An der Natur wird man sicher nicht verrecken!“

Und so lass ich meine Erinnerung den Pfad suchen,
denn der verdammte Berg, er hört nicht auf zu rufen.


Und so halte ich ein Zwiegespräch mit mir,
vergleich‘ mit einem Brief, im Kopf, auf Papier.
Oder eine Serie von Briefen
mit Rändern und Serifen,
mit Höflichen „Sies“ und „Ihre“
„S‘ Befinden stets?“ – „Ich friere!“
„Sie frieren hier?“ – „Ja, ists denn wohl Ihr Bier?“

„Ne, das isses wahrlich leider nicht.
Meine Meinung fällt wohl auch nicht ins Gewicht?“

„Das haben Sie allzu gut verstanden, werter Mann!
Ich frag mich ob man ihr Befinden raten kann?“

„Den Versuch kann ich nicht nehmen,
allerdings nicht viel drauf geben,
von Ratekünsten halt ich wenig,
den Künstler allzu überheblich.“

„Es hat ja nichts mit Kunst zu tun,
Sie dreikäsehoher Hurensohn!
Ich bin Sie, im Kopfe drin,
von dem Typ, nichts als Gespinn!“

„Wohl an, wohl wahr, da haben Sies,
meine Antwort war wohl fies,
weil ich die Frage zu bequemlich
und meiner allzu ähnlich,
unnütz fand und redundant.“

Ist das so? Ich frag Sie dann,
wie gut kommen wir voran?
Es sind hundert Meter, vielleicht zehn noch drauf,
dreitausendsiebenhundert plus Stufen folgen noch darauf!

Worauf wollen Sie wohl raus?“ – „Kommen Sie noch nicht drauf?
Ich weiß es wohl, weil Sie es wissen!“ –
Man hat ihm ins Gehirn geschissen!


Der letzte Satz, der kam von anderswo,
wo bitte war ein Kopf ein Klo?
Ein Passant mit entsetzten Blicken,
hör die Augen planlos klicken –
er verstand wohl nicht, das ab und zu,
wenn man glaubt man sei in aller Ruh,
das dies und jene auch mal laut ausspricht,
ich sehe halt auch nicht ohne mein Gesicht.

Langsam gewöhnt sich die geschundene Netzhaut
an die sengenden Todesstrahlen, wer hätt‘s geglaubt.
Nun sehe ich wieder und kann sicher schreiten
und seh den Fuß des Bergs vom Weiten.
Ein Schritt zugelegt, die Ebene durchquert,
der Faulheit Klammer abgewehrt.

Wie die Preußen bei der Erstürmung der Düppler Schanzen,
mit Asthmaspray im Anschlag und vollgepacktem Ranzen
Es wird gelingen, noch nie konnte eine Schlacht jeden Recken
im Verlaufe des Getümmels, durchs Gewimmel zu Grunde strecken.
Und hier bin ich der einzige Soldat, kampfentflammt und voll in Fahrt!

Doch wie zu allen Zeiten, alle deutsche Landser
und damals wie heute, jeder dritte deutsche Panzer
komme ich nicht allzu weit, die Erklärung gleich bereit:
„Das sind technische Probleme,
die es ohne Gott halt schlicht nicht gäbe!
Nichts was man dagegen tun kann,
keine Frau und erst Recht nicht dieser Mann!“

Also plumps ich zu Boden, stoß mir die Hoden,
spring wieder auf, fall‘ in ‚nen Strauch.

Da bleib ich mal liegen für die Minuten
bis mich die Rufe vom Berg wieder rufen.
„Ja doch!“ brüll ich zurück,
„du nervtötentes geologisches Stück!
Ich steh ja auf, ich geh ja schon,
ich klettere weiter auf den felsigen Thron!
Aber ich warne dich, Sohn des Gebirges,
wenn da oben schlecht Wetter herrscht – verbirg es!“



Und so ziehe ich weiter, sehe Ross und Reiter,
die vom Gipfel kommen, sich kalt und beklommen,
sich klammern an Stecken und Stangen,
um den nächsten, sicheren Tritt bangen.
Und ich ihnen entgegen, im frohen Bestreben,
ein Vorbild zu sein in ihrer ermüdenden Pein.
Ein Anblick, ein Auswuchs, von epischer Manneskraft
die mit einem Blick gleich zeigt was ein Mann so schafft
der den Willen hat, und auch den Mut,
festes Schuhwerk – doch leider keinen Hut.

Und der Hut wars, der hätt mich geschützt,
vor dem sengenden Sonnenblendbrandgeschütz.
Und so war es kein Bildnis vom schreitenden General,
der Anblick von mir war im Gegenteil ganz fatal;
die Frauen keuchten, die Pferde scheuten,
Ein Mädchen sucht Schutz, weinend im Arm vom Vater,
sah ich aus wie verkohlter Meteroiteneinschlagskrater:
Alles verkohlt, in Fetzen hängend,
der Augapfel liquid aus der Höhle drängend,
Das Grinsen schief, das Brabbeln leise,
ein strenger Mief, ein Zombie auf Reise!

Der Gipfel naht, ich riech sie schon,
Gipfelluft vom Himmelsthron!
Doch was sehen die entzündeten Augen,
kann mein Verstand denn nichts mehr taugen?
Ein Schelm, wer sich das hat ausgedacht,
ein Schelm, der dabei hat auch noch gelacht.
Dem tapferen Wandersmann ein Bein gestellt,
sich eine Treppe auf der Spitze noch dazu gesellt.
Daran schließt an in voller Pracht – Glas und Stahl, dass es kracht.

Umringt bin ich nur von Forst, wer war das für ein Horst,
der die Aussicht hat da hochverlegt?
„Hat man sich denn nicht genug gequält?
Einhundersechzigstufenund!“

Tu ich meinen Unmut kund.
Auf der Hälfte der Stufen allerdings,
endet abrupt der steinerne Sims,
der mich getragen hat bis hier her.
„Bis jetzt wars noch gar nicht schwer!“

Gitterstufen, ich hör sie rufen,
nichts für meine ollen Kufen.
Es ist die Sache die mich plagt,
das beim Blick nach unten die Schätzung nagt:
„Trägt das wohl, ist das wohl tief?
Ist der Balken vielleicht schief?
Kommt der Wind und trägt mich einfach fort?
Schlag ich auf auf fernem Ort?
Gedärme und Gehirn sind überall,
Feuerwehr, Notarzt, Bullerei?
Oder packt der Irrsinn mich komplett,
und ich schwing mich einfach übers Brett?
Was ist wenn der Adler mich ergreift
und auch noch triumphierend kreischt,
wenn er mich in seinen Horst verschleppt
und seine Jungzucht zum Frühstück weckt?
Ist ein Irrer gar dort oben?
Hat er mich als Opfer aus erkoren?
Wie ein wilder Stier, dem die Eier verbrannt,
kommt er mit Geschrei auf mich zu gerannt?
Ach, ich bin schon oben und keiner ist da,
na das lief ja wunderbar.“



So steh ich da und schau ins Tal – da hör ichs Rufen noch einmal.
„Was denn jetzt zum Teufel, Donnerwetter!
Langsam geht es nicht mehr wirklich besser!
Auf das Gebälk da steig ich bestimmt nicht rauf,
für einen Berg bist du ziemlich komisch drauf.“


Runter komm ich in diesem Sinne auch nicht wieder,
denn da oben brennt die Sonne mal so richtig nieder.
Und während ich so da steh und so staune,
geht meine Farbe langsam so ins Braune.
Dann noch dunkler, dann schon schwarz,
dann fang ich an zu kleben wie Tannenharz.
Langsam lauf ich durch das Gitter,
bin halt eh nur noch wie Glibber.

An diesem Punkt ist das auch schon nicht mehr wichtig,
denn endlich bin ich angekommen, diesmal aber richtig.


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Selbstgeschriebene Gedichte

15.07.2020 um 10:12
@EinElch

Weils viel zu lesen ist, hier zum zuhören (anderswo wurde darum gebeten, der Vollständigkeit halber auch hier)


Dateianhang: Der Berg ruft.wmv (28242 KB)


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