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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

154 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Waffen

Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 19:17
@Alicet
@Plan_B
Und was willst du damit nun sagen? Wenn es alle beherzigen gibt es keine Waffen mehr?


Ja.


Das meinst du nicht ernst, oder?
Wenn das möglich wäre, wäre die Frage nach Waffenproduzenten völlig irrelevant. Denn dann kann man auch gleich daran appelieren dass niemand überhaupt Gewalt einsetzt.


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 19:22
Ohne die Erfindung von Waffen wären der Mensch nicht das was er heute ist. Sie haben es ermöglicht effizienter zu jagen als andere Beutegreifer, sind ein probates Mittel Bedrohungen auszuschalten und sind desweiteren auch als Statussymbol zu erachten, das betrifft aber eher nicht den Markus Müller aus Braunschweig.
Die Erfindung der Schußwaffe an sich, beruht eig. nur auf der Intention Kriege zu dominieren. Jagdwaffen gab es später. Eig. ist es auch egal ob ein Jagd oder ein semi-automatisches Sturmgewehr eingesetzt wird um auf nen Menschen zu schiessen. Der Effekt ist bei beiden der selbe. Bullet in da head und das wars. Geht sicher auch mit nem Bolzen von der Armbrust, oder aus der Hand eines Messerwerfenden. Nicht zu vergessen das Steine werfen, oder jemanden zu Tode prügeln, da ist ein Kugelhagel sicher schneller und "humaner".
Waffen sind nun mal zum töten gedacht, da ist es moralisch eig. nicht verwerflich das es eine mannigfaltige Auswahl an Projektilwaffen gibt.

Klar werden Ungerechtigkeiten mit Waffen verübt. Aber der Mensch ist eben nicht perfekt und zum Teil eben auch verflucht böse, diejenigen die bspw. Sturmgewehre entwickeln und bauen lassen, tun das sicher nicht aus Boshaftigkeit, sondern sind darauf erpicht, Schußwaffen effizienter und zuverlässiger zu gestalten.
Zudem gilt hierzulande insbesondere, das kein Privathaushalt voll/semi-automatische Sturmgewehre oder Maschinengewehre verwahren darf. Sollte ich irren berichtigt das ruhig.

Es obliegt also ganz dem Schützen, was er mit seiner Waffe anstellt. Der Ingeneur hat damit nichts zu tun, und braucht sich darüber wegen kein schlechtes Gewissen machen. Schliesslich kann ein solcher nichts für die Schlechtheit anderer, und auch der Ingeneur muss Geld verdienen.

Klar find ich es persönlich auch nicht toll, aber was solls, ich kann das allenfalls verurteilen und für unmenschlich erklären, ändert alles nichts. Der Rubel rollt halt ne. Wird sich so schnell oder eher nie ändern.


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Puschelhasi
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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 19:24
@Kc

Das kann ich dir zwar nicht pauschal beantworten, aber ich denke das erklaert sich oft recht einfach, wenn das Geld stimmt dann beruhigt das ungemein. ;) Letztlich wie solche Technologien eingesetzt werden kann man niemals kontrollieren, Wiederverkauf, usw. usw.

Ich war mal auf einer Waffenmesse in Jordanien, und da geht es ums Geschaeft, genau wie bei jedem anderen Business, natuerlich gibt es klare Richtlinien und Tabukunden...daran haelt man sich auch. Immerhin sind diese Angelegenheiten ja voellig legal, dort tummeln sich keine Kriminellen.


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 19:24
Hätte, wäre, könnte, sollte... Hach ja der Idealismus... aber wir waren ja alle mal jung.
Noch anzmerken wäre, dass diese Diskussion Idealismus gegen Pragmatismus grade erheblich von der Fragestellung abweicht.


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 20:37
@KillingTime

Na das ist doch aber eigentlich pure Verdrängung, was man dann betreibt als Sanitäter oder Polizist oder Feuerwehrmann.

Und wie gesagt: Bei Verdrängung besteht doch immer die Gefahr, dass es dann irgendwann mal ,,klick macht" und einem die ganzen Toten und Schwerverletzten, die man gesehen hat, wieder vor Augen stehen.

Weil Verdrängung eben immer heisst: Es wird überhaupt nichts verarbeitet, man schließt mit nichts ab, sondern man unterdrückt nur Gefühle wie Trauer, Angst oder Mitgefühl.

Dabei staut sich doch dann allerhand auf und irgendwann bricht der Damm und man bekommt die Schläge mit doppelter Härte ab, finde ich.


Da würde ich doch sagen, dass psychologische Betreuung und Verarbeitung der bessere Weg ist, als einfach nur ein kaltes ,,ist halt ein Job".


@Anja-Andrea
Anja-Andrea schrieb:Es kommt immer darauf an wozu man die Waffen nutzt. Hitler beispielsweise wurde nicht durch beten besiegt. nein die Aliierten kamen mit Flugzeugen, Schiffen, Panzern, Kanonen und Maschienengewehren und haben der Nazidiktatur beseitigt.
Weshalb? Auch, wenn man damit Diktatoren tötet - Kriegswaffen wie Schnellfeuergewehre, Raketen und Panzer sind allein dazu gedacht, zu vernichten.

Da kann man eigentlich gar nichts interpretieren, was den Zweck angeht ;)

Man kann sich höchstens drüber streiten, ob der Zweck mal die Mittel heiligt, wie man so schön sagt.

@Plan_B
Ich sehe mich nicht in der Verantwortung dafür, dass dieser Panzer gebaut wird. Er würde auch ohne mein Zutun gebaut werden. Da ist mir mein Hemd (Arbeitsplatz) näher als des anderen Jacke.
Ich bin ein kleines Rädchen in dem Prozess. Würde ich ihn alleine planen, konstruieren und bauen und dann noch verkaufen, dann wäre ich in der Verantwortung dafür, dass Zerstörungen angerichtet werden.
Also sagst du, du bist erst dann für etwas verantwortlich, wenn du allein vom allerersten Gedanken über das erste Schräubchen bis hin zur ,,Schlüsselübergabe" des Panzers alles selbst gemacht hast?

Eine überraschende Einstellung - denn daraus würde ja folgen, dass NIEMAND für die Herstellung und den Verkauf von Panzern und anderen Kriegswaffen verantwortlich sei. Denn keine moderne Kriegswaffe wird nur von einer einzelnen Person alleine erdacht und hergestellt.

Da hast du aber eine interessante Entschuldigung geliefert für die Hersteller von Waffen ;)

,,Weil nichts alleine hergestellt wird, ist auch niemand verantwortlich" - tatsächlich?

Oder reden wir dann nicht eher von ,,sich aus der Verantwortung ziehen"?
allmotley schrieb:Wobei man selbst da bedenken muss, dass ein Produkt und die Haftung dafür auf den Käufer übergeht. Für dessen Handeln bin ich nicht verantwortlich. Aber ich mache es möglich. Darüber könnte man philosophieren.
Nun also bist du doch in gewisser Weise schon verantwortlich - denn ohne das von dir gebaute Objekt wäre der Käufer gar nicht in der Lage, damit zu tun, was er will.
allmotley schrieb:Ich sage ja nicht: Ich bin nicht sicher, wofür der Panzer später eingesetzt wird, sondern ich sage: Ich mache mir keine Gedanken darüber. Mein Tellerrand endet hier im kleinen Bereich meines Berufes.
Wem ist geholfen, wenn ich weiterdenke?
Hm, ich lese da ein typisches ,,ich kann ja doch nichts ändern...".

Das tragische: Solange so viele Menschen denken, sie könnten nichts ändern in der Gesellschaft und in der Welt, solange haben sie auch keine Macht und keinen Einfluss, etwas zu ändern.

Wenn man sich anguckt, wer Erfinder, Anführer, bedeutende Leute waren und sind, dann trifft auf diese meist die Eigenschaft zu, dass sie freiwillig oder gezwungen ,,Macher" sind - dass sie eben nicht nur gesagt haben, sie könnten doch nichts ändern, sondern eben loslegten.

Dirigierten, sich über Lösungen Gedanken machten, sich als erste weigerten, etwas zu tun etc.


Ich finde, das klingt immer so ein wenig wie Entschuldigung oder Ausflucht, die Metapher vom ,,kleinen Mann, der ja nichts ändern kann" ;)

@MareTranquil
MareTranquil schrieb:Die Produzenten der Kriegswaffen haben ein ganz pragmatisches Argument auf ihrer Seite: Kriege gab es schon immer, und deren Gewalttätigkeit hängt nicht von der Art der verwendeten Waffen ab. Auch in modernen Zeiten finden die abscheulichsten Kriegsverbrechen, Massaker und ethnischen Säuberungen oft mit Macheten statt.
Mit Macheten kannst du aber keine Kriege führen.

Für Kriege brauchst du Kampfflugzeuge, Panzer, Sturmgewehre, Raketen, Granaten, Mörser...

Macheten sind allein für den Nahkampf zu gebrauchen und wenn dein Gegner nicht an dich rankommt, reicht schon ein simpler Pfeil oder ein geworfener Stein, um ihn auszuschalten.

Mit einer Machete alleine als Waffentyp kann man nicht solche Verheerungen anrichten, wie mit den modernen Kriegswaffen.
MareTranquil schrieb:Nein. In einem Krieg, in dem alle mit Sturmgewehren ausgerüstet sind, ist es genauso "leicht" und "wahrscheinlich", eine Menge Gegner niederzumähen wie in einem Krieg, wo alle mit Äxten ausgerüstet sind. In der antike sind ja auch nicht 99% der Beteiligten unverletzt vom Schlachtfeld abmarschiert, weil es mit Speeren und Schwertern so viel schwieriger ist.
Also ich sehe es doch als großen Unterschied, ob ich mich nun mit meinem Schwert oder meiner Axt direkt in die Nähe meines Gegners geben muss, seine Angriffe abwehren, seine Verteidigung durchbrechen und dann dessen Blut abbekomme, aus nächster Nähe erlebe, wie er verreckt und dann sofort in Gefahr bin, dass sein Kamerad mich erledigt ODER ob ich mich aufstelle, eine kleine Fingerbewegung mache und durchgehend zwanzigmal Schießen kann, wobei ich im Idealfall innerhalb von Sekunden 20 Gegner erschossen habe.

Es ist der Aufwand, der den Unterschied macht, mit dem Schnellfeuergewehr kann ich mit minimalem Aufwand maximale Zerstörung erreichen - bei einer Axt oder einem Schwert muss ich einen im Vergleich weitaus größeren Aufwand betreiben, um 20 Feinde zu erschlagen oder zu erstechen und setze mich auch viel größerer Gefahr aus.

Und selbst wenn mein Gegner auch ein Sturmgewehr hat, so ist es doch noch immer etwas anderes, dass wir einfach nur ein paar Fingerbewegungen machen und aufeinander zielen, aus der Ferne, als uns wirklich ,,Auge in Auge" gegenüberzustehen und zu kämpfen.
MareTranquil schrieb:Was, wie gesagt, absolut nichts damit zu tun hat ob jetzt die von mir hergestellte TacDeath-9 mit FlashRippter(TM)-technologie verwendet wird oder eine Kettensäge/Axt.
Nun, um dir mal eine andere Analogie vorzuführen - ein Smart und ein Dodge Viper SRT sind beides Autos, richtig?
Aber welches Auto ist wohl leistungsstärker und effektiver, wenn man schnell von A nach B kommen will?


@cassiopeia88
cassiopeia88 schrieb:Waffentöten keine Menschen, Menschen töten enschen!
Und Menschen wiederum bauen die Waffen, mit denen andere Menschen wieder andere Menschen töten!

Heisst also: Wenn Mensch kein vollautomatisches Sturmgewehr bauen würde, dann könnte auch niemand dieses vollautomatische Sturmgewehr nehmen und damit mal eben zwanzig Leute in Reihe abmähen.
cassiopeia88 schrieb:Klar könnten beide Berufsgruppen ihre Arbeit aus moralischen Gründen niederlegen, doch für Nachschub ist gesorgt, eine Veränderung der Verhältnisse ist nur auf höherer Ebene möglich.
Die ,,höhere Ebene" aber schert sich nicht im Geringsten um eine Änderung der Verhältnisse, sofern der Preis stimmt, wenn die ,,Basis" sie nicht dazu anhält und zwingt!

Ich würde mal die Frage stellen, ob wie heute die gleichen Verhältnisse hätten in Deutschland, wenn es damals keine Studentenproteste gegeben hätte?

Oder ob wir auch heute den Atomausstieg hätten, wenn nicht Grüne und Aktivisten und Demonstranten über Jahrzehnte hinweg hartnäckig darauf hin gearbeitet hätten?


Die Volksmasse hat die Macht - aber diese Macht ist wertlos, solange das Volk sich ihrer nicht bewusst ist und sie in Anspruch nimmt, solange es sich von ,,Alternativlosigkeit" der Politik einwickeln lässt!

@Dr.AllmyLogo
Dr.AllmyLogo schrieb:Richtig, oder es kommt ein anderer kleiner Dreher, der die Drehbank besetzt.
Der kleine Arbeiter kann so gut wie nichts ausrichten, da müssen schon die von der oberen Etagen etwas machen.
Aber die wollen ja das Geld nicht das Gewissen.
Die ,,oberen Etagen" machen aber nichts, wenn man ihnen nicht auf die Füße tritt, wenn sie nicht viele und immer mehr Leute nerven und dazu anhalten, ihr Handeln zu ändern.

Und da sind wir dann wieder bei dem Punkt, den ich eben angesprochen habe: Die Bevölkerung, die ,,kleinen Leute" können im Prinzip sehr viel machen!
Sie lassen sich nur allzu leicht von Behauptungen einwickeln, sie könnten nichts, sie wären schwach usw., sie hätten gar keine Macht.

Das ist eine Lüge!

@theendisnear
theendisnear schrieb:Wenn alle Stricke reißen, zieht immer noch die Argumentation, den Krieg durch das Entwickeln modernerer Waffensysteme humaner zu machen. Ist evtl. etwas pragmatisch gedacht, aber nicht in Gänze falsch - zur Beruhigung des eigenen Gewissens es wohl reichen.
Ist es wirklich humaner, d.h. ,,menschlicher", wenn ein Mensch (und oft genug noch eine Reihe anderer Menschen) durch die derzeit beliebten ,,Drohnen" aus tausenden Kilometern entfernt getötet werden, wie in einem Videospiel?

Wenn also quasi die Technik dazu führt, dass die Kontrahenten gar nicht mehr in Kontakt kommen und zumindest eine Partei sich quasi einer ,,Maschinenarmee" gegenüber sieht?

Weiss ich nicht, ob man das ,,human" nennen kann oder ob es nicht vielmehr einen Krieg immer unpersönlicher und vom moralischen her leichter zu führen macht.

Einen ,,sauberen" Krieg gibt es meiner Ansicht nach nicht, da kann man sich noch so sehr drüber beglückwünschen, was Drohnen angeblich für tolle Zielquoten haben.

Sehr wohl könnte es aber sein, dass man als Soldat in der direkten Auseinandersetzung, nicht am PC, vielleicht erlebt, dass die Angehörigen des Volkes der Feinde vielleicht doch nicht alles fanatische Irre sind, die man vernichten muss - sondern auch Menschen mit Freud, Leid und allem drum und dran. Und man kann sich fragen, ob es wirklich nötig ist, jetzt zu schießen oder ob es nicht vielleicht andere Wege gibt.


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 20:48
@Kc
Kc schrieb:Sehr wohl könnte es aber sein, dass man als Soldat in der direkten Auseinandersetzung, nicht am PC, vielleicht erlebt, dass die Angehörigen des Volkes der Feinde vielleicht doch nicht alles fanatische Irre sind, die man vernichten muss - sondern auch Menschen mit Freud, Leid und allem drum und dran. Und man kann sich fragen, ob es wirklich nötig ist, jetzt zu schießen oder ob es nicht vielleicht andere Wege gibt.
In der Vergangenheit hat dies im Krieg auch keine Rolle gespielt und soviel wird sich nicht an den psychischen Vorgängen geändert haben, welche Menschen zum töten im Nahkampf befähigt haben.

Es sind noch nicht alle Teile der Welt weit genug, um friedlich miteinander leben zu können, das heisst die Bedrohung angegriffen zu werden ist möglicherweise hoch.

Und zudem kann es eigentlich nur noch politisch geregelt werden, denn Arbeitskräfte finden sich immer.


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 20:48
Das komische ist ich spiele auch Spiele wo ich schießen muss ! Aber ich hasse die echten Waffen denn die sind gefährlich und können nichts anderes als Lebewesen zu verletzen oder gar zu töten! Ich meine wozu braucht man denn diese Dinge wenn man uns doch ne Stimme gegeben hat zu reden und diskutieren usw. Ich verstehs nich !?


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 20:58
@Kc
Kc schrieb:Mit Macheten kannst du aber keine Kriege führen.

Für Kriege brauchst du Kampfflugzeuge, Panzer, Sturmgewehre, Raketen, Granaten, Mörser...

Macheten sind allein für den Nahkampf zu gebrauchen und wenn dein Gegner nicht an dich rankommt, reicht schon ein simpler Pfeil oder ein geworfener Stein, um ihn auszuschalten.

Mit einer Machete alleine als Waffentyp kann man nicht solche Verheerungen anrichten, wie mit den modernen Kriegswaffen.
Und wie kommt es dann, dass schon zu biblischen Zeiten ganz Städte bis auf das letzte Kind abgeschlachtet wurden? Was ist denn bitte noch schlimmer als der komplette Genozid?
Kc schrieb:Also ich sehe es doch als großen Unterschied, ob ich mich nun mit meinem Schwert oder meiner Axt direkt in die Nähe meines Gegners geben muss, seine Angriffe abwehren, seine Verteidigung durchbrechen und dann dessen Blut abbekomme, aus nächster Nähe erlebe, wie er verreckt und dann sofort in Gefahr bin, dass sein Kamerad mich erledigt ODER ob ich mich aufstelle, eine kleine Fingerbewegung mache und durchgehend zwanzigmal Schießen kann, wobei ich im Idealfall innerhalb von Sekunden 20 Gegner erschossen habe.
Im Durchschnitt tötet jeder Soldat in einem Krieg höchstens einen anderen Soldaten, logischerweise. Was du dir hier ausdenkst, ist absurd weit weg jeder Realität. Krieg ist was anderes als ein Amoklauf im Einkaufszentrum.
Kc schrieb:Es ist der Aufwand, der den Unterschied macht, mit dem Schnellfeuergewehr kann ich mit minimalem Aufwand maximale Zerstörung erreichen - bei einer Axt oder einem Schwert muss ich einen im Vergleich weitaus größeren Aufwand betreiben, um 20 Feinde zu erschlagen oder zu erstechen und setze mich auch viel größerer Gefahr aus.
Erstens: Die Gefahr, der ich mich aussetze, ist so ziemlich immer gleich groß, wenn der Gegner genauso gut ausgerüstet ist wie meine Seite.
Zweitens: Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, so absurd kommt mir diese Aufwandsrechnung vor. Denkst du, es sterben weniger Soldaten, wenn man nach all der Ausbildung, dem monatelangen Aufenthalt in allgemeiner Feindnähe und zig Kilometern Marsch unter ständiger Gefahr ein paarmal mehr den Arm heben muss?

Aber deine ganze Argumentation scheinst du ja folgendermaßen zusammenzufassen...
Kc schrieb:Und selbst wenn mein Gegner auch ein Sturmgewehr hat, so ist es doch noch immer etwas anderes, dass wir einfach nur ein paar Fingerbewegungen machen und aufeinander zielen, aus der Ferne, als uns wirklich ,,Auge in Auge" gegenüberzustehen und zu kämpfen.
...und das ist, sorry, VON VORN BIS HINTEN BESCHEUERT!

Willst du mir jetzt ernsthaft weismachen, dass bei einem Krieg mit Schwertern weniger Leute sterben als mit Sturmgewehren, weil die Soldaten (denen übrigens klar ist, dass jedes aus-der-Reihe-tanzen ihrerseits die Todesgefahr für ihre Freunde erhöht) 10 Meter voneinander stehen bleiben, weil sie es dann doch nicht übers Herz bringen, den Gegner zu töten?

Woher kommt es dann, dass die Schlachten in der Antike meistens (viel öfter als heute, btw) mit der vollständigen Auslöschung einer Seite geendet haben? Wiederspricht das deiner Theorie nicht ein wenig?


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 21:09
allmotley schrieb: Das meinst du nicht ernst, oder?
Doch.
MareTranquil schrieb: Erst mal: Das mit den Tieren braucht du nicht extra zu erwähnen, von denen rede ich sowieso nicht.
Das ist aber wichtig! Denn dadurch wird ja erstmal klar gestellt, in welchem Rahmen wir uns bewegen - welche Legitimation der Produktion von Waffen überhaupt über die erwähnten Zwecke zukommt.
MareTranquil schrieb:Damit ich dich richtig verstehe: Es geht dir gar nicht darum, weniger Kriege oder weniger Tote oder weniger grausame Tode zu erreichen - das alles ist dir für die Moral völlig egal.
Es geht dir nur darum, dass es moralisch korrekt ist, keine "Waffen" - und zwar nach deiner Definition des Wortes - herzustellen. Verstehe ich dich da richtig?
siehe oben - was ist die Legitimation dahinter?
Wozu denn überhaupt Waffen herstellen?

Wenn sie dazu dienen, Menschen zu töten, dann ist das illegitim. Es sei denn, man heißt das Töten von Menschen (und wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen!) gut.
Aber das ist ja ein anderes Thema ;)
MareTranquil schrieb:Abgesehen gibt es eine große Menge Waffen, die, wenn sie eingesetzt werden, ihren Zweck verfehlt haben. Insbesondere die Atomwaffen des kalten Krieges, aber auch die Dienstwaffe eines Polizisten sowie sämtliche Waffen einer auf Armee mit Abschreckungsdoktrin. Das solltest du bei deinem "Waffen sind nur zum Töten da" vielleicht mal berücksichtigen.
Waffen als "Abschreckung" - sehe ich in der Tat kritisch.
die Gefahr besteht einfach, dass es nicht bei der Abschreckung bleibt - und wie man ja gesehen hat, in Bezug auf die atomaren Waffen, haben wir unser Überleben offenbar auch nur einem glücklichen Zufall zu verdanken
cassiopeia88 schrieb: Der klitzekleine Haken hierbei ist, dass unser menschliches Verhalten sehr tief in uns verankert ist und momentan Waffen wenigstens zum Eigenschutz der Polizei und natürlich des Staates gebraucht werden. Deswegen ist die Forderung auch so irrsinnig, welche du stellst.
Tja ... habe ich oben schon ausgeführt, warum man das durchaus kritisch sehen darf.

Im Übrigen halte ich es für sehr fatalistisch, zu sagen, naja, die Menschen sind halt so, bleibt uns ja nichts anderes übrig ...

wir alle bestimmen doch, wie wir leben wollen
cassiopeia88 schrieb: Das töten von Menschen hier, muss auf anderen Wegen verhindert werden, bis da Lösungen gefunden sind, braucht es seine Zeit. Aber wenn man mal die Entwicklung der letzten Jahrhunderte anschaut, erkennt man dass die Menschen weitaus friedlicher geworden sind. Ich sehe das gelassen.
ich finde nicht, dass die Menschheit so wahnsinnig friedlicher geworden ist ... zur Gelassenheit ist diesbezüglich kein Anlass gegeben.
MareTranquil schrieb:Wenn das möglich wäre, wäre die Frage nach Waffenproduzenten völlig irrelevant. Denn dann kann man auch gleich daran appelieren dass niemand überhaupt Gewalt einsetzt.
Was ist denn so schlecht an dem Gedanken, Gewalt als solche abzulehnen?
theendisnear schrieb: Noch anzmerken wäre, dass diese Diskussion Idealismus gegen Pragmatismus grade erheblich von der Fragestellung abweicht.
Finde ich, ehrlich gesagt nicht.

Finde es ziemlich gefährlich, hier Pragmatismus festzulegen, oder als gegeben vorauszusetzen, wo dieser doch erst definiert werden muss (nur, weil die Verhältnisse im Moment so sind, bzw. einfach so hingenommen werden, heißt das ja nicht, dass man nicht den Wunsch nach Veränderung hegen darf ;) )- und in diesem Sinne ist es völlig in Ordnung, sich zu überlegen, ob man den Bau von Waffen, die dem Töten von Menschen dienen, als verurteilenswert ansehen darf.


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 21:16
@Alicet
Alicet schrieb:siehe oben - was ist die Legitimation dahinter?
Wozu denn überhaupt Waffen herstellen?

Wenn sie dazu dienen, Menschen zu töten, dann ist das illegitim. Es sei denn, man heißt das Töten von Menschen (und wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen!) gut.
Aber das ist ja ein anderes Thema ;)
Da du meinen Punkt an der Sache offenbar nicht verstehen willst, versuch sich noch mal ganz klar und ganz deutlich.

Mit merh und neueren Waffen, die hergestellt und verkauft werden, sterben nicht mehr Menschen als ohne neue Waffen. Es wird nicht mehr Leid in der Welt geben, wenn neue Waffen hergestellt werden. Insofern kann ich nicht erkennen, was am Herstellen von Waffen unmoralisch sein soll.

Jetzt klar? Kannst du mir bitte direkt darauf antworten, wo da der Denkfehler liegt?
Alicet schrieb:Was ist denn so schlecht an dem Gedanken, Gewalt als solche abzulehnen?
Das ist im allgemeinen nicht schlecht, aber inzwischen hat auch der letzte Hippie kapiert, dass "Was wenn Krieg ist und keiner geht hin?" nunmal nicht funktioniert.


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02.06.2013 um 21:30
MareTranquil schrieb:Da du meinen Punkt an der Sache offenbar nicht verstehen willst, versuch sich noch mal ganz klar und ganz deutlich.

Mit merh und neueren Waffen, die hergestellt und verkauft werden, sterben nicht mehr Menschen als ohne neue Waffen. Es wird nicht mehr Leid in der Welt geben, wenn neue Waffen hergestellt werden. Insofern kann ich nicht erkennen, was am Herstellen von Waffen unmoralisch sein soll.

Jetzt klar? Kannst du mir bitte direkt darauf antworten, wo da der Denkfehler liegt?
Danke :)

Okay, das eine war die moralische Seite, und was du zu bedenken gibst, ist die praktische.

Aber auch da find ich durchaus, dass es einen ganz praktischen Grund hat, das Herstellen von Waffen zu unterbinden!

Es ist mir klar (hab ich aber auch schon geschrieben), dass man zur Not auf dem Anderen auch mit einem Küchenmesser oder ner Axt losgeht - dennoch, die Hemmschwelle ist da viel geringer!

Weil den Menschen in diesem Punkt bereits (glücklicherweise) klar geworden ist, dass da irgendwas nicht richtig dran ist.

Das ist ja das Schlimme, an der modernen Kriegsführung:
Das Leid des erklärten Gegners wird, wenn überhaupt, nur noch abstrakt wahrgenommen - ist doch klar, dass es sich da ganz einfach unbeschwerter töten lässt, wenn man so will.
MareTranquil schrieb:Das ist im allgemeinen nicht schlecht, aber inzwischen hat auch der letzte Hippie kapiert, dass "Was wenn Krieg ist und keiner geht hin?" nunmal nicht funktioniert.

Tja, und warum hats nicht funktioniert?
Weil es noch nie versucht worden ist .

Die "Hippies", wie du so charmant sagst, sind schlicht in der Minderheit.


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 21:38
@TheProAnimals
Sackniere schrieb:Das komische ist ich spiele auch Spiele wo ich schießen muss ! Aber ich hasse die echten Waffen denn die sind gefährlich und können nichts anderes als Lebewesen zu verletzen oder gar zu töten! Ich meine wozu braucht man denn diese Dinge wenn man uns doch ne Stimme gegeben hat zu reden und diskutieren usw. Ich verstehs nich !?
der grund ist die dumme persönlichkeit der menschen, da bei vielen die einzige möglichkeit ist, wenn sie mit worten ncihtmehr weiterkommen zuzuschlagen
wenn die menschheit einmal moralisch soweit ist, sich ncihtmehr mit gewalt einen konfikt austragen zu müssen(also meines erachtens 3 jahre nachdem sich die menschheit selbst zu grunde gerichtet hat) werden wir auf kriegswaffen verzichten können und sie nur noch für die jagd oder den sport verwenden.


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02.06.2013 um 21:43
@Alicet
Alicet schrieb:Es ist mir klar (hab ich aber auch schon geschrieben), dass man zur Not auf dem Anderen auch mit einem Küchenmesser oder ner Axt losgeht - dennoch, die Hemmschwelle ist da viel geringer!
Ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass du (und andere wie @Kc) einfach Argumente aus einem Amoklauf-Thread nehmen und sie für Krieg verwenden, kann das sein?

Wenn du mal in einer Armee bist, die Ausbildung durchlaufen hast, einige Zeit im Kriegsgebiet verbracht hast, mit deinen Kameraden verbrüdert bist, dir klar ist das jedes aus-der-Reihe-tanzen deinerseits die Lebensgefahr für deine Kameraden erhöht, und du dich mit deiner Kompanie auf dem Weg in eine schlacht befindest...

...denkst du wirklich, es gäbe eine Situation, in der du zwar mit dem Gewehr schießen würdest, aber mit einer Axt in der Hand würdest du 10 Meter vor dem auf dich zustürmenden Gegner stehenbleiben weil du plötzlich moralische Bedenken hast?


Bei einem Amoklauf mag das Argument ja durchaus passen, aber bei einem Krieg?


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 21:46
@Kc
Falls du dich wirklich in solche Menschen reindenken willst, empfehle ich dir wärmstens den Film 'Thank you for smoking'. Handelt zwar primär über einen Tabaklobbyisten, aber auch ein Waffenvertreter kommt darin zum 'Schuss'. Ist übrigens auch eine sehenswerte Komödie.

Was anderes: Na das ist doch aber eigentlich pure Verdrängung, was man dann betreibt als Sanitäter oder Polizist oder Feuerwehrmann.

Das müssen diese Berufsgruppen auch, sonst machen sie den Job nicht lange. Sie gehen kaputt, wenn sie sämtliche Schicksale, mit denen sie täglich konfrontiert sind, zu nah an sich heranlassen. Selbiges gilt auch für Ärzte, Trauerbegleiter und viele andere Berufsbilder. Zum Beispiel Gerichtsvollzieher, die sehen sozusagen jeden Tag das Elend und müssen denen noch was aus den Rippen schneiden.

Also wie gesagt, solche Jobs benötigen etwas Distanz, es ist fast unumgänglich.


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 21:47
wenn nicht von hier, dann bekommen die ihre waffen von wo anders, hier gibts wenigstens qualität. ( auch wenn jüngste meldungen was anderes dazu sagen )


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 21:47
Tja was soll man machen. Viele Menschen sind einfach unberechenbar und einfach nur dumm wenn sie andere Menschen ( auch hilflose ) umbringen


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Waffenbau/Dual Use - was sind das für Menschen, wie denken sie?

02.06.2013 um 21:47
@MareTranquil
ich hab mit dem Amoklauf-Thread nichts zu tun ;)

es geht doch darum, dass das von dir geschilderte Szenario so, wie du es beschreibst, von vornherein gar nicht existent wäre, wenn man nur die Option hätte, mit Küchenmessern aufeinander loszugehen ... bzw. wäre das einfach eine einleuchtende Konsequenz ;)


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02.06.2013 um 21:48
D4VE schrieb:wenn nicht von hier, dann bekommen die ihre waffen von wo anders, hier gibts wenigstens qualität.
Das ist entweder Sarkasmus oder sehr zynisch.


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02.06.2013 um 21:51
allgemeine begründung für schlechte Taten. das ist es.


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02.06.2013 um 21:53
Wenn man die Qualität von Waffen betont, betont man ihre Güte und ihre Leistungsfähigkeit, was irgendwie schräg rüber kommt.


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