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Christiane F./Wir Kinder vom Bahnhof Zoo: Realitätsgehalt

431 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Drogen, Sound, Heroin ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Christiane F./Wir Kinder vom Bahnhof Zoo: Realitätsgehalt

30.04.2021 um 16:18
Zitat von arpanetarpanet schrieb:Genau. Ich denke, dieser Selbstbetrug ist ganz typische für Suchtkranke und quasi Teil der Sucht.
Man hat ja noch weitgehend alles unter Kontrolle und alles ist halb so schlimm und deshalb ist auch gar nicht so schlimm, wenn man sich noch eine Dosis gönnt.
Ich habe es selbst bei einem entfernten Bekannten gehört vor vielen Jahren.
Mag für einige zutreffen, aber es gibt nicht DEN Heroinabhängigen. Und dieses leugnen (sich selber und anderen gegenüber) wird auch nur am Anfang der Sucht funktionieren. Den meisten dürfte durchaus bewusst sein, dass sie abhängig sind, gerade bei Heroin. Spätestens wenn man nicht genug Geld auftreiben kann und der kalte Entzug beginnt wird die Illusion, die Sucht im Griff zu haben, gnadenlos zerstört. Wer es dann noch schafft, sich das dennoch einzureden, dass ist dann schon ganz große Kunst.

Das sich Christiane F. die Prostitution "schön" geredet hat kann ich durchaus nachvollziehen. Kann durchaus Selbstschutz sein um nicht kaputt zu gehen, insbesondere mit Blick auf ihr damaliges Alter. Ich habe schon von vielen Heroinabhängigen Erzählungen über den Drogenstrich gehört. Da warten gewisse Freier, dass die sich Prostituierenden auf Entzug kommen um Preise zu drücken und diverse Sexpraktiken zu fordern die weit über Blowjob und GV hinaus gehen. Je entzügiger desto eher wird dem dann auch nachgegeben. Hauptsache die Hölle des Entzugs kann beendet werden. Und es ist bestimmt nicht gerade förderlich für die Psyche, schon gar nicht für Teenager, die ihre Sexualität erst entwickeln, wenn sie einem Freier für einen Appel und Ei ohne Rücksicht auf die eigenen Grenzen/Tabus die Forderungen erfüllen.


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Christiane F./Wir Kinder vom Bahnhof Zoo: Realitätsgehalt

06.05.2021 um 22:20
Zitat von DwarfDwarf schrieb am 29.04.2021:Einige Jahre später und mit der Lebenserfahrung die ein Erwachsener hat, wäre ihre Erzählung vielleicht anders ausgefallen.
Davon würde ich ausgehen.
Man sollte in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, dass C. F. bei mehreren späteren Interviews/ öffentlichen Auftritten davon sprach, dass sie das [erste] Buch bereue und sich wünschte, es wäre nie geschrieben / veröffentlicht worden.

Ich denke, das Buch, 1981 dann auch der Film, waren Fluch und Segen zugleich für sie, natürlich wurden ihr durch ihre "Berühmtheit" gewisse Dinge ermöglicht, die der "Durchschnittsabhängigen" (die es nicht gibt) so wohl nicht unbedingt möglich gewesen wären, sei es die Promo-Tour durch die USA für den Film, das Kennenlernen von / feiern mit Musikern wie Van Halen, David Bowie oder auch ihre Zeit in der Schweiz bei den Diogenes - Verlegern, wo sie unter anderem auf Literaten wie Dürrenmatt traf.
Andererseits war es aber wohl zugleich auch ein Fluch, "Deutschlands berühmteste / bekannteste Fixerin" zu sein, sie beschreibt in einem Interview (oder war es im zweiten Buch?) wie Journalisten / "Fans" einfach bei ihr zu Hause vor der Tür stehen, ihre Privatsphäre nicht respektieren bzw diese mit Füßen treten.
Ständig unter der "Beobachtung der Öffentlichkeit" zu stehen, wird es ihr nicht unbedingt erleichtert haben, clean zu werden.

Und wenn man es mal ganz realistisch betrachtet:
Die wenigsten Abhängigen, die so lange "drauf" waren wie C. F. schaffen es wirklich dauerhaft clean zu leben. Die meisten sind entweder vorher bereits verstorben, sind - nach wie vor - in Substi (C. F. ja auch), häufig mit zusätzlichen BeiKonsum und / oder gesundheitlich vollkommen ruiniert.
Traurig, aber leider wahr.


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Christiane F./Wir Kinder vom Bahnhof Zoo: Realitätsgehalt

18.05.2021 um 05:15
Zitat von abberlineabberline schrieb am 13.04.2021:Es weiss nicht zufällig jemand, inwieweit Christiane mit dem Lied "Für immer Gropiusstadt" von Stadion der Weltjugend zu tun hat? Gerüchteweise zusammen mit Nadja Brunckhorst? Das Lied ist nicht auf youtube, Spotify etc und nur auf dem "Statement 1961" LP Sampler von Anfang der 2000er Jahre. Cooles Ding, wo etliche, alte Industrial/Noise/Neofolk Helden wie Gerechtigkeitsliga, Schloss Tegal und Co drauf sind. Quasi auch alles, was in der Berliner Noise/Ritual/Ambient Szene der 80er und 90er so angesagt war. Sogar Maschinenzimmer 412 (die Black Metaller wissen Bescheid)
Auf der LP sind leider keine näheren Angaben zu dem Titel. Musikalisch würde es zu frühen Werken von Christiane passen.
Da ich mich für Industrial interessiere, habe ich mir den Sampler nun mal angehört.
In dem Stück sind Samples aus dem Film ("Überall nur Pisse und Kacke") und (ich glaube) Christiane F.s Stimme, wohl aus einer Doku.
Aber ich würde vermuten, dass das einfach irgendwer zusammengestellt hat. Weil das (vage) Thema des Samplers ist ja Berlin und die Teilung. Da passt das thematisch natürlich (v.a. weil ja die DDR-Reichsbahn die Hoheit über die (oder einige?) Westbahnhöfe hatte, soweit ich weiß).
Oder hast du irgendeinen anderen Anhaltspunkt dafür, dass Christiane persönlich an dem Stück beteiligt war?


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Christiane F./Wir Kinder vom Bahnhof Zoo: Realitätsgehalt

18.05.2021 um 12:23
Zitat von MasineMasine schrieb am 29.04.2021:@Pharmi

Danke, dass du die Bedeutung des Begriffs "Junkie" hier eingebracht hast. Bis dahin habe ich nie genau darüber nachgedacht und ihn einfach nur im Sinne von "drogenabhängig" gesehen. Aber tatsächlich stammt das Wort ja von junk = Müll ab.
Natürlich erklärt sich damit von selbst, einen Menschen nicht als solchdn zu bezeichnen
Dem Dank möchte ich mich anschließen. Ich hab den Begriff auch immer völlig gedankenlos als Synonym für suchtkrank benutzt und mir nie Gedanken drüber gemacht, dass es Betroffene als abwertend empfinden könnten.

Auch darum möchte ich @Pharmi dafür danken, dass er hier auch die Seite der Betroffenen einbringt und zumindest mich dazu gebracht hat, meinen eigenen Umgang mit dem Thema und Betroffenen zu hinterfragen.


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Christiane F./Wir Kinder vom Bahnhof Zoo: Realitätsgehalt

21.05.2021 um 12:24
@arpanet
Danke für die Info. Ich hab nur eine Rezension gelesen, in der es Andeutungen und Geheimniskrämerei in der Richtung gab. Musikalisch würde es ja grob passen. Sie bewegte sich ja damals durchaus im Abwärts, Einstürzende Neubauten, Psychic TV Umfeld. Auch die Macher des Samplers kommen aus der frühen Berliner Industrial Szene. Aber wie Du richtig sagst, es kann sich auch um jemand handeln, der lediglich Samples benutzt


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Christiane F./Wir Kinder vom Bahnhof Zoo: Realitätsgehalt

26.05.2021 um 01:31
Zitat von abberlineabberline schrieb am 21.05.2021:@arpanet
Danke für die Info. Ich hab nur eine Rezension gelesen, in der es Andeutungen und Geheimniskrämerei in der Richtung gab. Musikalisch würde es ja grob passen. Sie bewegte sich ja damals durchaus im Abwärts, Einstürzende Neubauten, Psychic TV Umfeld. Auch die Macher des Samplers kommen aus der frühen Berliner Industrial Szene. Aber wie Du richtig sagst, es kann sich auch um jemand handeln, der lediglich Samples benutzt
Ja also ich bin ziemlich sicher, dass das ganze Stück nur aus Samples besteht.
Ich stimme aber zu, dass die Idee, dass es (trotzdem) von Christiane F. selbst erstellt worden sein könnte zumindest nicht ganz unplausibel ist.

Wie du sagst war sie in der frühen Industrial-Szene unterwegs und mindestens bei einem Noise-Konzert auch auf der Bühne. Und ihr damaliger Freund Alexander Hacke von den Neubauten arbeitete auch schon Anfang der 80er mit Samples von Tonbändern.
Youtube: Berlin Atonal 1982, Alexander Hacke (aka. Alexander von Borsig) cassette tape performance
Berlin Atonal 1982, Alexander Hacke (aka. Alexander von Borsig) cassette tape performance

Zudem fällt die Veröffentlichung in eine Phase (Mitte 2000er) in der mehrere Sachen mit ihrer Beteiligung (wieder-)erschienen.
https://www.discogs.com/de/artist/7102476-Christiane-Felscherinow
https://www.discogs.com/de/artist/316419-Sentimentale-Jugend

Aber naja... alles sehr schwache Hinweise.
Aber vielleicht würden es die 'Compilation-Zusammensteller' nach nun fast 20 Jahren sogar einfach verraten, wenn man nachfragen würde, ob das Stück von ihr ist.


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