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Überbehütung, Einmischung und Klammern - Helikoptereltern

380 Beiträge, Schlüsselwörter: Liebe, Schule, Kind, Eltern, Erziehung, UNI, Helikopter, Einmischung, Klammern

Überbehütung, Einmischung und Klammern - Helikoptereltern

14.07.2015 um 11:19
Hallo Allmy-User.

Ich hoffe der Thread wird nicht gelöscht, und es sind nur sachliche Antworten erwünscht,
ich mag gerne was los werden.


" Ich gehöre zu den Kindern, die eine sogenannte "Helikopter Mama" hatten.
Ich durfte nicht alleine raus, in dem Alter wo mein Sohn jetzt ist. Geschweige denn alleine zu Schule mit dem Bus fahren mit Freunden, meine Mutter bezahlte lieber das teure Taxi!
Und ich war schon da 10 Jahre! Mir war das immer peinlich, alles hat meine Mutter mir abgenommen, und sie würde es heute noch tun, wenn ich sie nicht bremsen würde...
Meine Mutter klammert heute noch, und ich hab sich trotzdem überalles lieb, aber dadurch, habe ich als Kind lange gebraucht, selbständiger zu werden, bzw mein Selbstvertrauen war kaum vorhanden, die Auswirkungen, sind bis heute da." " in meiner Familie gab es auch ein Fall da war diese Mutter noch schlimmer, und das Kind hat heute kein bis neutrales Verhältnis zu dieser Frau!


Was ich sagen möchte ich bin selber Mama von einem 7-Jährigen Sohn,
und ich weiß das Überbehütung und klammern, auch eine Art Kindeswohlgefährdung ist!
Man kann Kinder nicht vor allem beschützen, oder helfen...
Und ich möchte nicht weiter ins Detail gehen, sonst artet das leider aus...

Auf jeden Fall, habt eure Kinder lieb, bestärkt es, und gibt ihnen Selbstvertrauen!
Und jedes Kind muss sich entfalten können, Grundschulkinder dürfen sehr wohl alleine raus,
ohne Aufsicht, und solange man ein Auge drauf hat und das Kind sich an die Regeln hält,
steht doch nichts ihm weg. Und jeder muss es für sich entscheiden, aber ein Gefallen tut man den Kindern nicht, aus eigender Erfahrung.


Lg eure BackToLife


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14.07.2015 um 11:22
@BackToLife
In deinem letzten Absatz hast du doch alles wichtige zusammengefasst, da bin ich total einig mit dir.

Darf ich dich fragen, wie sich diese Kindheit auf dich ausgewirkt hat (sorry wenn es dir zu persönlich wird oder so musst du natürlich nciht drauf antworten). Mich würde interessieren wie du dich selbst heute siehst, was du bei deinem Sohn nun anders machst und ob du je mit deiner Mutter darüber gesprochen hast? Ich stelle mir das wahnsinnig anstrengend vor, für alle beteiligten.


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Überbehütung, Einmischung und Klammern - Helikoptereltern

14.07.2015 um 11:30
Wie in so vielen Dingen muss man die goldene Mitte finden.
Die Kinder sollen ihre Erfahrungen selber sammeln, doch gleichzeitig muss man dennoch ein Auge auf sie halten.
Man muss genau wissen was ich meinem Kind in welchen Alter zumuten kann.

Wenn ich z.b. sehe, das meine Kinder gerade Schwierigkeiten haben etwa eine zu Flasche zu öffnen, komme ich nicht sofort angerannt, sondern lass sie erst mal alleine probieren, erst wenn es gar nicht klappt und sie auch Hilfe anfordern, helfe ich ihnen.
Meistens schaffen sie das "Problem" selbst zu lösen, eine Erfahrung die sie nie gemacht hätten wäre ich sofort angerannt.


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ramisha
ehemaliges Mitglied

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Überbehütung, Einmischung und Klammern - Helikoptereltern

14.07.2015 um 11:41
Als meine Kinder noch klein waren - und das ist jetzt so ca. 30 Jahre her - habe ich z.B. meinen 3jährigen Sohn allein die 300 m zum Kindergarten auf einer wenig befahrenen Straße allein geschickt und zu einer bestimmten Uhrzeit kam er von dort auch wieder allein nach Hause.

Meine Tochter ging morgens allein den Weg zur Schule (wenn sie sich nicht gerade mit Schulkameraden traf) und das waren zwei/drei Kilometer auf Straßen einer "gemütlich" beleuchteten Kleinstadt Randberlins und im Winter um 7:30 Uhr ziemlich schummrig.

Ich bin zwar heute "aus dem Schneider", wüsste allerdings nicht, ob ich meine Kinder nicht doch sicherheitshalber begleiten würde, obwohl ich glaube, nicht "über zu behüten", noch zu "klammern".

Und ohne als "alte Unke" rüberkommen zu wollen, behaupte ich: Die Zeiten haben sich geändert!

Kindesentzug, Entführung, Missbrauch, Mord - davon hat man "seinerzeit" seltener gehört und ich glaube nicht, dass es am Mangel des Informationsflusses durch Presse, Rundfunk und TV lag.


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14.07.2015 um 11:43
Woher sollen Eltern denn wissen was richtig und was falsch ist?
Ich kenne jemanden, der hat jetzt seit kurzem ein Kind und versucht alles richtig zu machen, wie nach Schema, nach Anleitung "der Arzt sagt..." oder "die Hebamme sagt..."
So Sachen wie das Kind muss immer eine Schicht mehr tragen als man selbst (an Kleidung), weil es ein anderes Temperaturempfinden hat und es muss dies und jedes können und so viele Mahlzeiten am Tag haben usw.
Versucht eben alles richtig zu machen, aber meiner Meinung nach ist das vollkommen übertrieben, wenn du siehst, dass dein Kind schwitzt, dann ist es egal was der Arzt sagt und wenn du siehst, dass dein Kind fett wird ist es auch egal was der sagt...
Aber das was ich verstehen kann ist, es ist ihr erstes Kind und woher soll sie denn wissen was richtig und was falsch ist, ihr bleibt doch kaum was anderes als zu googlen oder sich an das zu halten, was die Hebamme sagt.
Ein Punkt ist z.B. "wenn der kleine erst mal alt genug ist, dass er in die Schule kommt war eh alles umsonst" (vielleicht auch schon im Kindergarten), da kannst du dann nichts mehr machen und wenn ich teilweise höre wie sich Kinder in dem alter so unterhalten und was die so von sich geben... aber gut, es sind eben Kinder und wir sind da alle durch gegangen und man bleibt auch nicht so, nur eine Phase. Aber ich denke als Eltern siehst du das evtl. nicht ganz so eben weil du versuchst alles richtig zu machen.


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14.07.2015 um 11:50
Das erinnert mich btw an... ich hab neulich eine Anleitung gelesen über wie man Kinder am besten von den Windeln abgewöhnt und mit dem lesen stellte sich heraus, dass es dort um Kinder ab 2 Jahre ging und ich wunderte mich.
Meine Mutter sagte, sie hat damals angefangen uns ans Töpfchen zu gewöhnen, da waren wir 5 Monate alt.
In der Anleitung gab es so Aussagen wie "zwingen Sie Ihr Kind bloß zu nichts, machen Sie keinen Druck und erklären Sie ihm wofür das gut ist, jedes Kind hat seine eigene Zeit um so weit zu sein, manche brauchen eben länger".
So... wenn eine Mutter das nun liest, woher soll sie denn wissen was nun richtig und was falsch ist?
Bei der Anleitung gab es dann so Kommentare und manche meinten "also wir haben damit angefangen sobald es sitzen konnte" und andere dann "mit solchen Aussagen macht man Eltern, bei denen das nicht so klappt nur Druck in dieser Leistungsgesellschaft, in der selbst kleine Kinder so schnell wie möglich selbstständig und besser werden müssen als die anderen" (schon lustig wenn man sich überlegt, dass es dabei ums Klo-gehen ging...)


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14.07.2015 um 11:52
@YaaCool


Man kann nicht alles richtig machen, als Elternteil,unmöglich,
aber man kann sein bestes geben. Als Mutter hat man ein Instinkt und eine Intuition.
Und man spürt es einfach was das Baby, später Kind braucht....

Auf Fremde/Aussenstehende habe ich selten gehört, und ich lag fast immer richtig.


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Überbehütung, Einmischung und Klammern - Helikoptereltern

14.07.2015 um 11:53
Ja, siehst du und deiner Mutter hat diese Intuition eben gesagt.. siehe deine Anfangsgeschichte


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14.07.2015 um 11:54
@YaaCool

Meine Mutter hatte eher Angst, und geklammert in vielen Dingen^^


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14.07.2015 um 11:56
Aber sie hat dir nie etwas böses gewollt damit, sie ist eben so. Was hätte sie also sonst tun sollen? Eine Anleitung lesen und gegen ihr Gefühl handeln? Weil es da steht? Weil andere Eltern das so oder so machen? Woher sollte sie denn wissen was richtig ist.


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tic
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Überbehütung, Einmischung und Klammern - Helikoptereltern

14.07.2015 um 11:59
sei froh, als ich außer Grundschule nach Hause kam war keiner da, Essen mussten wa selber machen, draußen konnte ich überall hin und so ziehmlich alles machen was ich wollte bis dann Abends Stievvater Nr.1 nach Haus kam und anfing zu saufen...


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14.07.2015 um 12:00
Bei dem vorhin beschriebenen Kind zB denke ich oft "also wenn das mein Kind wäre...", ja, ich wäre ganz anders, ich würde ganz anders damit umgehen weil ich eben ganz anders bin als seine Mutter. Aber es sagt niemand, dass ich damit richtig liegen würde (oder sie) weil das im Grunde ja doch keiner weiß.


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14.07.2015 um 12:01
@YaaCool


Nein, böses hat sich echt nichts gewollt, dass dachte ich nie.

@tic

Okay, dass ist auch nicht schön, ein gesunder Mittelweg wäre erstrebenswert gewesen.


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14.07.2015 um 12:08
Guten Tag, @BackToLife.

Die Eltern geben Impulse und die Kinder reagieren darauf, zumindest sobald sie in der Lage dazu sind. Die Kunst dabei ist, diese Reaktionen und damit einhergehend, die Bedürfnisse des eigenen Kindes zu erkennen/zu deuten und diesen dann dementsprechend entgegenzukommen. So sehe ich das. :ok:

Es ist und sollte immer ein gesundes Miteinander sein und dementsprechend auf Gegenseitigkeit beruhen; eine Art individuelles Zusammenspiel.

(Ich war ein Koala-Kind; aufgewachsen bei Bären-Eltern.)

Grüße.


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Überbehütung, Einmischung und Klammern - Helikoptereltern

14.07.2015 um 12:13
Als ich deinen Post so gelesen hab, hab ich mich btw gefragt wieso du "so" damit umgegangen bist.
Ich meine... meine Schwester war zb auch so ein Klammerkind und ich war immer eher so das Gegenteil davon, wir hatten die selben Eltern und sie sind gleich mit uns umgegangen und immer dann wenn meine Eltern versucht haben mich mehr zu beschützen hat mich das angespornt mich stärker dagegen zu wehren. Also keine Ahnung aber ich denke ihr alleine darfst du dann auch nicht die Schuld dafür geben.


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TatjanaT.
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Überbehütung, Einmischung und Klammern - Helikoptereltern

14.07.2015 um 13:04
Ich habe zwar keine eigenen Kinder, aber meine kleine Schwester. Ich war neun als sie kam und meine Mutter war damals schon nicht mehr fähig sich zu kümmern, also war sie mein Kind. Mittlerweile ist sie bald 30, verheiratet und hat zwei Kinder. Trotzdem möchte ich am liebsten 24/7 auf ihr glucken wie ein altes Huhn, ebenso wie auf ihren Töchtern die für mich wie meine eigenen sind. Ich glaube das bekomme ich nicht aus mir raus.


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Überbehütung, Einmischung und Klammern - Helikoptereltern

14.07.2015 um 13:25
Sowohl dieses Extrem als auch das Extrem der Vernachlässigung sind problematisch. Wie @linner74 schon gesagt hat, muss man hier das richtige Maß finden.

Überbehütung führt dazu, dass man später Erwachsene hat, die sich nicht mal selbst die Schuhe binden können (überspitzt dargestellt), geschweige denn Kochen, Einkaufen, Bügeln, Putzen etc.

Vernachlässigung geht sehr zu Lasten der kindlichen Psyche. Die Kinder kennen keine Regeln und haben keine Vertrauensperson bzw. jemanden der sie liebt, was dann häufig zu psychischen Krankheiten führt.


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14.07.2015 um 13:31
Da fällt mir gerade ein schönes Beispiel ein, wenn ihr erlaubt erzähle ich das mal eben.
Ich war vor ein paar Tagen bei meiner Friseuse und habe ihr erzählt, dass ich demnächst von Zuhause ausziehe und in eine andere Gegend ziehe. Ich bin jetzt fast 18, die Tochter der Frau ist ein paar Monate jünger als ich, glaube ich. Jedenfalls meinte sie ganz schockiert: "Oh Gott, also, wenn das meine Tochter machen würde, da würde ich mitumziehen!"
Ich kann mir fast gar nicht vorstellen, dass das so ernst gemeint war - ich meine, irgendwann verlassen Kinder nun mal das Haus, für mich ist das völlig natürlich und doch auch überhaupt kein Problem. Aber sie konnte sich das gar nicht vorstellen.

Einer meiner Verwandten wurde auch furchtbar überbehütet. Seine Mutter will das mit mir am liebsten auch machen, hat sie aber nie geschafft. Da ist meine Mutter immer dazwischen gegangen und irgendwann sträubte ich mich selber dagegen. Mit ihm ist genau das passiert, was @Reliable grade angesprochen hat. (Etwas abgeschwächt natürlich)
Reliable schrieb:Überbehütung führt dazu, dass man später Erwachsene hat, die sich nicht mal selbst die Schuhe binden können (überspitzt dargestellt), geschweige denn Kochen, Einkaufen, Bügeln, Putzen etc.
Ich hab selber (noch) keine Kinder, aber lange mit welchen gearbeitet. Da war ich schon immer sehr aufmerksam und vorsichtig - waren ja auch nicht meine Kinder.


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14.07.2015 um 13:47
@Luminita
Bei der Geschichte fällt mir die Schwiegermutter meines Bruders ein.

Bei ihr war es bis vor kurzem normal, dass die inzwischen erwachsenen Töchter (und mein Bruder) im selben Haus wohnen. Jetzt ist mein Bruder mit seiner Frau ausgezogen. Das war gleich mal ein Grund für die Frau, den Kontakt abzubrechen. Sowas geht ihrer Meinung nach gar nicht, zerstört die Familie usw..

Die jüngere Schwester meiner Schwägerin ist auch so eine, die absolut keine Selbstständigkeit besitzt. Alles müssen immer andere für sie machen. Es wundert mich ein wenig, dass sie es inzwischen immerhin geschafft hat, seit einem Jahr eine Ausbildung zu machen. Das Thema Arbeiten, war vorher auch immer so ne Sache.

Diese Frau hat es damals schon stark bemängelt, dass meine Eltern so weit weg in ihre Heimatstadt zurück gezogen sind (über 400 km) ohne uns Kinder (die da schon erwachsen waren) mitzunehmen. Für mich war das nie ein Problem, weil ich eben schon erwachsen war und eh gerade von zu Hause ausgezogen war. Mein Bruder hatte damit eher Sorgen, hat es ihnen aber auch nicht übel genommen.


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14.07.2015 um 15:04
Ich habe meine Kinder nie aufs Töpfchen gesetzt, sondern sofort auf die Toilette (mit entsprechendem Sitz für Kinder), denn wenn man sie zuerst aufs Töpfchen setzt, muss man sie wieder an die Toilette gewöhnen.

Genauso mit dem Fahrradfahren: ich habe sie sofort aufs Rad ohne Stützräder gesetzt, denn irgendwann nimmt man die Stützräder weg und sie müssen das Gleichgewicht üben, also warum nicht gleich?
Eine vorherige große Hilfe waren Laufräder, mit denen konnten sie schon das Gleichgewicht üben.


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