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Hartz 4 und Weihnachten

478 Beiträge, Schlüsselwörter: Geld, Weihnachten, Zusammenhalt, Familien, Alg2

Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 14:28
@Sector7

Der Strompreis setz sich immer aus Leistungspreis und Grundgebühr zusammen und die Grundgebühr liegt meist umme 100€ pro Jahr.
Ich hab nen Leistungspreis von 27,65Ct/kWh und käme bei 1500kWh auf 43,50 pro Monat.

mfg
kuno


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Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 14:31
@kuno7

Klar, aber die Grundgebühr wird vom Staat separat bezahlt, wie Miete und Heizung, die ist im Regelsatz also m.E. nicht enthalten.


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Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 14:33
Sector7 schrieb:Klar, aber die Grundgebühr wird vom Staat separat bezahlt
Hm, das wäre mir neu. Kann man das irgendwo nachlesen?

mfg
kuno


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Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 14:42
@kuno7

Auf die Schnelle finde ich nur die Übernahme der Grundgebühr bei Stromheizung und einen Zusatzbetrag für Warmwasser per Durchlauferhitzer. Somit gebe ich dir einfach recht, müssen Grundgebühr plus Arbeitspreis aus dem Regelsatz bezahlt werden, dann fehlen 10 €. Sollte man mal anpassen. ^^


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Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 14:56
Ist das nun hier eine Diskussion die aufzeigen soll wie Hartz 4 Empfänger es trotzdem schaffen können
mit begrenztem Budget ein einigermassen beschauliches Weihnachtsfest für sich und
ihre Kindern zu bewältigen, oder eine Grundsatzdiskussion über das für und wieder und die
Grundsätzlichkeit des Hartz 4 Bezuges ?
Komm da gerade nicht ganz mit...


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Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 18:09
Sector7 schrieb:Argumentum ad hominem
Argumentum ad hominem
Unter einem argumentum ad hominem (lateinisch etwa „Beweis[führung] [bezogen] auf den Menschen“) wird ein Scheinargument verstanden, in dem die Position oder These eines Streitgegners durch Angriff auf dessen persönliche Umstände oder Eigenschaften angefochten wird.
Wikipedia: Argumentum_ad_hominem

Dir deine Aussagen mit deinen Aussagen zu widerlegen ist weder ein Scheinargument, noch ein Angriff gegen dich. Wenn du dich angegriffen fühlst, dann würde ich mir Gedanken machen und mal nach der Ursache suchen.
Ich könnte dir da allerdings einen Tipp geben: er liegt bei dir.

Denn siehe hier
Sector7 schrieb:Wenn du nicht konkret darlegen kannst, was an den von mir genannten Beträgen lebensunwürdig ist
Das habe ich doch schon getan.
ALG2 ist zum überbrücken, also vorübergehend. Nicht auf Dauer. Kranke Menschen leben damit aber auf Dauer und können nicht mitleben, kaum ihre Bedürfnisse (nein, keine Drogen) erfüllen, sondern eben nur überleben.
Da ein Mensch aber von grundauf Bedürfnisse besitzt, ist ein solcher Betrag, der Menschen zum überbrücken dient, für Menschen, die dauerhaft damit leben müssen, unwürdig.


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Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 18:21
Sector7 schrieb:SGB-Existenzminimum bedeutet in Deutschland, dass ein Erwachsener die Warmmiete für eine 50 m² Wohnung (400-700 € je nach Wohnort) bekommt, von der GEZ befreit wird sowie kranken- und pflegeversichert (ca. 200 €) ist.

Zusätzlich wird die Grundsicherung gezahlt (Aufteilung 1 Person):

Nahrungsmittel und Getränke = 150 €
Alkohol, Tabak und Drogen = 0 €
Andere Waren und Dienstleistungen, Gesundheitspflege, Bekleidung = 120 €
Internet, Freizeit, Unterhaltung, Kultur, Bildung, Mobilität = 120 €
Energie / Strom (ohne Heizung / Warmwasser) = 35 €

Partner (knapp 400 €) und Kinder (je ca. 250-300 €) bekommen eine eigene Grundsicherung + zusätzl. Wohnraum. Eine Familie mit 2 Kids kommt mit Grundsicherung + Wohnkosten für eine ca. 100 m² Wohnung nach meiner Berechnung also auf ca. 2000 - 2500 € netto (vergleichbar mit einem Netto-Arbeitseinkommen).
Ich kenne diese Aufstellung, dennoch bleibt es das Minimum oder was der Gesetzgeber als Minimum ansieht.
Und anhand der Tabelle sieht man doch ganz gut, dass es nicht leicht ist damit wirklich zu leben. Ich möchte auch zu dem zusätzlichen Wohnraum für Kinder sagen, dass dies erst ab einen gewissen Alter der Fall ist. Und die Berechnung für Familie mit 2 Kindern mag auf den ersten Blick stimmen aber nun rechne mal die Ausgaben dagegen, da wird das sehr eng. Das ist aber auch nur die Theorie, die Praxis sieht mitunter anders aus.
Sector7 schrieb:K.A. was daran (s.o.) "unwürdig" sein soll? Der erzwungene Verzicht auf Alk, Rauchen und Drogen? :) Das zahlt der Steuerzahler halt nicht und das ist m.E. auch oft der Hauptgrund für das Jammern über die Höhe der GS, denn mit Rauchen und Alk schießt das Budget schnell mit 100-200 € pro Person ins Minus.
Das immer wieder auf Alkohol, Rauchen und Drogen beim Thema ALGII die Sprache kommt zeigt doch, was viele Leute für ein falsches Bild vom Großteil von ALGII-Beziehern haben. Ich denke wir reden über die ganz Standardmäßigen Ausgaben die man als Mensch eben so hat. Und die subjektive Sicht auf die Dinge ist nicht zwangsläufig die Realität.
Aber an sich stimme ich dir zu, viele der Starkraucher und Alkoholkonsumenten gibt schon eine ordentliche Stange Geld dafür aus.
Sector7 schrieb:Ich sage nicht, dass das viel ist, ich gebe ein X-faches davon aus, aber unwürdig? Nope, sehe ich nicht so. Mindestlohn ist im Verhältnis zur GS unwürdig, denn die Niedriglohn-Arbeiter gehen quasi für dasselbe Budget den ganzen Monat hustlen. Wirklich unwürdig leben nur Obdachlose, die könnten zwar jederzeit das SGB-Existenzminimum in Form von Sozialhilfe oder H4 beantragen, aber die meisten werden wohl Bürokratie und Pflichten ablehnen bzw. nicht mehr schaffen.
Und das sind die Vergleiche die ich eben nicht nachvollziehen kann. Da denkt man doch zwangsläufig als Betroffener, dass es einem zu gut geht was aber nicht der Wahrheit entspricht.
Sector7 schrieb:Mein Fazit Topic: Wer als Eltern mit Grundsicherung (inkl. H4) nicht raucht, nicht kifft etc. und nicht trinkt sowie sich vllt. um Gebrauchtgeschenke oder bei sozialen Einrichtungen um Weihnachtsspenden bemüht oder ein paar Stunden als Hilfskraft arbeiten geht, kann sich selbst und seinen Kids m.E. auch finanziell ein adäquates Weihnachten / Leben bieten. Jedenfalls besser, als überall anders auf der Welt ohne Arbeit :-)
Das mit den sozialen Einrichtungen ist eine Idee aber hast du da schon mal ausgeholfen oder nen Blick riskiert? Ich kann dir sagen, wer nicht schnell ist hat Pech. Man kann froh sein, dass es sowas wie die Tafeln und soziale Einrichtungen gibt aber das zeigt auch, dass der Staat irgendwo versagt hat.
kuno7 schrieb:Ich hab ja nich mal gesagt, der Satz dürfe nich höher sein, ich sagte nur, ich kann nachvollziehen, dass mancher keinen höheren Anreiz zum ausnutzen geben möchte und ja, ein höherer Regelsatz wäre ein höherer Anreiz.
Nein, du sagst das er niedriger sein könnte. Wo würdest du denn kürzen, wenn du die Tabelle die @Sector7 gepostet hat zum Vorbild nimmst?
kuno7 schrieb:Das sind aber die, die ich meine. Wer sich angemessen verhält, braucht sich auch nich angesprochen fühlen.
Es liest sich aber tatsächlich so, als ob du alle über einen Kamm scherst. Warum sollen Bedürftige für die Fehler von Sozialbetrügern/-schmarotzern büßen?
kuno7 schrieb:Doch, das kann man vergleichen und es passt auch gut in die Diskussion. Du darfst da nur eben nich reininterpretieren, ich würde befürworten, H4ler sollten wie Obdachlose leben.
So hat es sich aber gelesen.
kuno7 schrieb:Stimmt, das sage ich und zwar deshalb, weils ne Tatsache is.
Und damit führst du deine Argumentation ad absurdum, denn in dem vorherigen Zitat von dir sagst du noch was anderes.
kuno7 schrieb:Nein, dass kann leider nich jeder. In Gegenden mit miesem oder gar fehlendem Sozialsystem wird täglich die Existenz von Menschen wegen zB. mangelnder Ernährung oder Gesundheitsversorgung beendet. Sowas gibts hier eher nich.
Und wir reden auch nur von hier, nicht von Amerika, nicht von Afrika sondern von Deutschland.
Und auch mit diesem Satz hast du dich verstrickt, denn du bist der Ansicht, dass Obdachlose es auch irgendwie schaffen, da ergibt dieses Argument also gar keinen Sinn. Es bleibt also dabei: Existieren kann jeder, Leben nicht alle. Denn die bloße Existenz ist ja an nichts gebunden.
sunshinelight schrieb:Genau, was ist daran unwürdig, sich nicht mit in die Gesellschaft schmeißen zu können, weil für viele Aktivitäten das Geld nicht passt, sich dauernd in allem einschränken zu müssen, nicht feiern gehen zu können... Genau, leben muss man nicht, überleben ist alles.
Genau...
Leider gibt es Menschen die genau so denken, aus welchen Gründen erschließt sich mir nicht recht.
laucott schrieb:Ist das nun hier eine Diskussion die aufzeigen soll wie Hartz 4 Empfänger es trotzdem schaffen können
mit begrenztem Budget ein einigermassen beschauliches Weihnachtsfest für sich und
ihre Kindern zu bewältigen, oder eine Grundsatzdiskussion über das für und wieder und die
Grundsätzlichkeit des Hartz 4 Bezuges ?
Komm da gerade nicht ganz mit...
Ja, stimmt. Eigentlich müssten wir damit in den Hartz4-Thread im Politikforum aber die Diskussion entstand aus dem Grund, weil man aufzeigen wollte, dass Weihnachten als ALGII-Empfänger nicht unbedingt leicht auf die Beine zu stellen ist.

Für mich hat sich die Diskussion hier auch erledigt, da ich meine Sicht niedergeschrieben habe und es nicht mehr um das eigentliche Thema geht. :)


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Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 18:33
sunshinelight schrieb:Dir deine Aussagen mit deinen Aussagen zu widerlegen ist weder ein Scheinargument, noch ein Angriff gegen dich. Wenn du dich angegriffen fühlst, dann würde ich mir Gedanken machen und mal nach der Ursache suchen.
Ich könnte dir da allerdings einen Tipp geben: er liegt bei dir.
Ein Tipp von mir: Selbstreflexion

Ich habe eine Regelsatz-Position aus der genannten Quelle 1:1 übernommen und dich gefragt, ob diese Position, für die der Staat offensichtlich nix bezahlt (Alk, Kippen, Drogen = 0 €), zu deiner subjektiven Bewertung "lebensunwürdig" gehört oder führt.

Daraufhin hast du mir angedichtet, ich würde Empfänger von Grundsicherung in die Ecke Alki, Junkie, Kettenraucher stellen - ganz schwache Vorstellung, isso ...
sunshinelight schrieb:ALG2 ist zum überbrücken, also vorübergehend. Nicht auf Dauer. Kranke Menschen leben damit aber auf Dauer und können nicht mitleben, kaum ihre Bedürfnisse (nein, keine Drogen) erfüllen, sondern eben nur überleben.
Da ein Mensch aber von grundauf Bedürfnisse besitzt, ist ein solcher Betrag, der Menschen zum überbrücken dient, für Menschen, die dauerhaft damit leben müssen, unwürdig.
ALG2 ist kein Arbeitslosengeld sondern eine Grundsicherungsleistung / Hilfeleistung des Steuerzahlers, die nur deiner Interpretation nach der kurzfristigen Überbrückung dient. In Wirklichkeit ist der einzige Unterschied zur Sozialhilfe der, dass ein ALG2-Bezieher gesundheitlich mind. zu 3 Std. tägl. Arbeit fähig ist. Viele dieser Menschen müssen auch dauerhaft mit der Grundsicherung leben und sind i.d.R. bereits ab Antrag kaum Vollzeit vermittelbare Langzeitarbeitslose oder gesundheitlich eingeschränkt.


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Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 18:38
@sunshinelight
@Kürbisgesicht

Ich beziehe mich mal nur auf das Topic Weihnachten:

Wer Weihnachten als Fest der Liebe und / oder religiös betrachtet, weder teure Geschenke noch besonderes Essen und Feiern erwartet, für den ist die differenzierte Betrachtung des Regelsatzes uninteressant. Man kann aber niemandem vorschreiben, was er unter "schöne Weihnachten" zu verstehen hat, daher ist die Diskussion zweigeteilt und dein Standpunkt @sunshinelight nachvollziehbar.

Keiner kann abstreiten, dass der überwiegende Teil der Gesellschaft "schöne Weihnachten" mit Zusatzkonsum / Zusatzkosten verbindet, was sich im Prinzip irgendwo in der Grundsicherung widerspiegeln müsste, denn dauerhafter Verzichts- / Improvisationszwang wäre bei gesellschaftlichen Konventionen und langfristig vom Staat abhängigen Menschen eher keine Option. Eine Art Weihnachtsgeld resultierend aus den Gepflogenheiten des unteren Einkommen-Viertels der Gesellschaft fände ich für Langzeit-Grundsicherungsempfänger zumindest diskutabel, insofern das in der Grundsicherung nicht inkludiert ist.


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Hartz 4 und Weihnachten

04.10.2019 um 18:44
Sector7 schrieb:Ein Tipp von mir: Selbstreflexion
Ein guter Tipp, den du beherzigen solltest.
Sector7 schrieb:Daraufhin hast du mir angedichtet, ich würde Empfänger von Grundsicherung in die Ecke Alki, Junkie, Kettenraucher stellen - ganz schwache Vorstellung, iss
Das solltest du besser zitieren können.
Sector7 schrieb:ALG2 ist kein Arbeitslosengeld
Du weißt schon, was ALG heißt, oder?
Sector7 schrieb:Viele dieser Menschen müssen auch dauerhaft mit der Grundsicherung leben und sind i.d.R. bereits ab Antrag kaum Vollzeit vermittelbare Langzeitarbeitslose oder gesundheitlich eingeschränkt.
Viele dieser Menschen können sich aber was dazuverdienen und müssen nicht zwingend Vollzeit arbeiten, während in der Grundsicherung der Sozialhilfe die Sozialhilfe das alleinige Einkommen darstellt.
Wie du merkst, geht es also nicht um ALG2 Bezieher, sondern immer noch um die erwerbsunfähigen Menschen, die allein mit dem Satz leben müssen.


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Hartz 4 und Weihnachten

05.10.2019 um 00:14
Kürbisgesicht schrieb:Nein, du sagst das er niedriger sein könnte. Wo würdest du denn kürzen, wenn du die Tabelle die Sector7 gepostet hat zum Vorbild nimmst?
Klar könnte er niedriger sein, war er ja auch schon, is schlicht ne Tatsache. Ich würde überhaupt nix kürzen, eher erhöhen und da hatte ich die "Stromkosten Position" auch schon angesprochen.
Du solltest einfach mal verstehen, das wenn jemand sagt etwas könnte niedriger sein er nich sagt es solle niedriger sein, sondern lediglich erklärt, dass die Möglichkeit besteht.
Kürbisgesicht schrieb:Es liest sich aber tatsächlich so, als ob du alle über einen Kamm scherst.
Also wenn ich etwas weder sage noch meine und sogar nochmal expliziet klar stelle es nich gemeint zu haben, du aber dennoch eben das was ich nie gesagt und gemeint habe aus meinen Aussagen herrauslesen möchtest, dann is das nun sicher nich meine Schuld. Das musst du dann schon mit dir selbst ausmachen.
Kürbisgesicht schrieb:Und damit führst du deine Argumentation ad absurdum, denn in dem vorherigen Zitat von dir sagst du noch was anderes.
Nein, allerdings verstehst du meine Aussagen offensichtlich nich oder willst sie nich verstehen.
Kürbisgesicht schrieb:Es bleibt also dabei: Existieren kann jeder, Leben nicht alle. Denn die bloße Existenz ist ja an nichts gebunden.
Nein, es bleibt dabei, dass das Unsinn is, aber du wirst die Erklärung wohl auch beim zweiten mal nich verstehen, daher können wirs auch dabei belassen.

mfg
kuno


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Hartz 4 und Weihnachten

06.10.2019 um 15:56
sunshinelight schrieb:Du weißt schon, was ALG heißt, oder?
Das ist hier leider irreführend, denn ALG2 ist tatsächlich kein Arbeitslosengeld.

Ich bemühne mal Wiki:
Die amtliche Bezeichnung ist (anders als diejenige der früheren Arbeitslosenhilfe) dreifach irreführend:

Das ALG II ist keine Variante eines übergeordneten Arbeitslosengeldes, sondern etwas ganz anderes neben dem Arbeitslosengeld. Im Vordruck zur Einkommensteuererklärung steht unter den Beispielen für Lohnersatzleistungen auch „Arbeitslosengeld“; hier ist ALG II jedoch nicht einzutragen.

Um ALG II zu beziehen, muss man nicht vorher ein anderes Arbeitslosengeld bezogen haben; amtlich gibt es kein „Arbeitslosengeld I“.

Um ALG II zu beziehen, muss man nicht arbeitslos sein. ALG II kann auch ergänzend zu Arbeits- und anderem Einkommen bezogen werden (auch ergänzend zum Arbeitslosengeld).
(Quelle: Wikipedia - Arbeitslosengeld II)

Von daher scheint es richtig zu sein, wenn @Sector7 schreibt:
Sector7 schrieb:ALG2 ist kein Arbeitslosengeld


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Hartz 4 und Weihnachten

06.10.2019 um 16:57
@Hawkster
Das mag schon sein. Ich hab ja auch nur gesagt, dass es die Bezeichnung dafür ist.
Was ALG2 tatsächlich ist, lag ja eh zugunsten meiner Argumentation.


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Hartz 4 und Weihnachten

06.10.2019 um 19:07
Sector7 schrieb:Wer Weihnachten als Fest der Liebe und / oder religiös betrachtet, weder teure Geschenke noch besonderes Essen und Feiern erwartet, für den ist die differenzierte Betrachtung des Regelsatzes uninteressant.
Da würde ich als Erwachsener zustimmen. Ich selbst bastle viel selbst, backe selbst ... Wenn ich einen Blick auf meinen (sogar christlich erzogenen) Nachwuchs werfe ... dann wird es schwierig. Da spielt Kommerz eine große Rolle, es gibt solche "must have" Dinge - und schon wird es schwierig .... Klar muss man nicht alles kaufen, aber ....
kuno7 schrieb:Ich würde auch jedem, der mit wenig Geld auskommen muss raten aufzuhören zu rauchen (wenns ein Raucher is) oder auf Fleisch teilweise oder ganz zu verzichten, weil man sich so gesünder ernähren kann ohne viel Geld ausgeben zu müssen.
Ich war ja auch zehn Jahre "arm arm" und lag weit unterhalb des Existenzminimums (ich habe das Abi nachgeholt und dann studiert) - wenn du richtig arm bist, dann bringen dir einige Tipps nicht. Bei mir war es so, dass ich z.B. keinen Kühlschrank hatte, weil ich keine Transportmöglichkeit hatte und auch der Strom für mich als Einzelperson zu teuer gewesen wäre. Mein Fahrrad wurde geklaut, ich habe auf ein neues gespart -das war meine einzige Mobilitätsmöglichkeit, d.h. du kannst dann ohne großen Aufwand (und den konnte ich nicht betreiben) nur sehr lokal begrenzt einkaufen.

Da, wo ich wohnte, fuhr der öffentliche Nahverkehr nicht hin. Also bin ich schon 3km zur Uni und zurück gelaufen - das Problem war nicht das Laufen, sondern die Zeit, die man für alles gebraucht hat.

Um da rauszukommen, musste ich dann immer Geld investieren, z.B. wo als Aushilfe beworben, Vorstellungsgespräch gehabt, Job nicht bekommen, waren wieder 8€ fürs S-Bahn Ticket (bei uns gab es jahrelang kein Semesterticket). Immer, wenn ich 100€ oder mehr gespart hatte, passierte irgendwas - Stromnachzahlung, Zuteilung in ein Praktikum am anderen Ende der Stadt (musste dann ein U Bahnticket kaufen).

Ich hatte so viele "kostenlose" Strategien, z.B. Äpfel am Straßenrand pflücken oder manchmal einfach nichts essen. Ich kann mich noch dran erinnern, dass wir wieder irgendein neu erschienenes Buch kaufen mussten und ich beschlossen habe, das Wochenende einfach nichts zu essen, um Geld zu sparen. Am Sonntagabend bekam ich Probleme mit dem Kreislauf und es war klar - ich muss nun was essen. Ich hatte nichts im Haus, lief zum Bahnhof (ca. 3km) und kaufte mir dort ein trockenes Brötchen (glaube ich). Auf dem Rückweg fand ich 100€, einfach so, zusammengerollt, im Bordstein. Ich habe sie nicht abgegeben. Ich fing aber an zu weinen, einfach, weil ich ohne die 100€ einfach nicht über die Runden gekommen wäre.

Und dann läufst du "heim" - in ein kleines, schiefes, ungemütliches Zimmer und du läufst an den netten Häusern vorbei. Ich habe z.T. babygesittet und die Kinder aßen einfach ihren Teller nicht leer und das wurde dann entsorgt ... Das macht was mit dir - es ist, wie wenn du durch ein Glas von der Gesellschaft abgetrennt bist und reinschaust, aber nicht dazu gehörst.
kuno7 schrieb:Ich würde auch raten ein vorhandenes Auto abzuschaffen und mehr auf Rad und ÖPNV zu setzen, wenn die Umgebung es einigermaßen zulässt. Natürlich wird das nich jedem gefallen, andere werden es vielleicht versuchen und es lassen, wenns nich gefällt und wieder andere werden sich damit wohl fühlen, so wie ich zB.
Das kann man machen. Und das Leben ist nie ein Ponyhof. Wie geschrieben, ich musste das machen - mir ist mein Rad 2x geklaut worden und es hat ewig gedauert, bis ich ein neues (also ein gebrauchtes Neues, natürlich) zusammengespart hatte. Eins wurde auch gefunden, total vandalisiert und zu nichts mehr zu gebrauchen. Einzelfahrten mit dem ÖPNV sind oft richtig richtig teuer ....

Die Konsequenz ist, dass du nur die nötigsten Strecken fährst, sonst daheim bleibst und hoffst, dass der Monat irgendwie vorbeigeht ohne eine Nachzahlung, eine Kostenstelle, die du nicht bedacht hast ....


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06.10.2019 um 20:02
@missmary

Ich weiß nun nich genau, wie Studenten normalerweise ihre Studienzeit so finanzieren, aber gibts da nich Bafög und Nebenjobs? Klingt jedenfalls recht krass, was du da so schreibst.
Meine Ratschläge waren jetz aber auch an H4/Grundsicherungsempfänger gerichtet, die ihre 424€ plus Miete und KV erhalten.

mfg
kuno


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Hartz 4 und Weihnachten

06.10.2019 um 20:14
@kuno7

Bafög wenn das nicht geht Wohngeld.
Wenn das nicht geht Studienkredit bei der KfW.
Oder halt nebenbei noch arbeiten.

Bei @missmary muss schon viel schief gelaufen sein um zu so verzweifelten Maßnahmen zu greifen.


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Hartz 4 und Weihnachten

07.10.2019 um 07:59
Nerok schrieb:Bei @missmary muss schon viel schief gelaufen sein um zu so verzweifelten Maßnahmen zu greifen.
Ich finde es bewundernswert wenn sich Menschen zu helfen wissen.
Im meiner Studienzeit (2. Bildungsweg) habe ich ähnlich gelebt.
Zu wissen wo unten ist hilft sehr im Leben.

Heute vermiete ich Wohnungen an Hartz IV Empfänger und bin erschrocken wie sich bei einigen
Mietern nur alles darum dreht wie sie ohne zu arbeiten Geld vom "Amt" bekommen.
Kaum ein Mieter ist bereit mal Verantwortung zu übernehmen.
Weder für sich, für den Flur, den Garten oder auch nur für ihren eigenen Müll.

Da müssen Mitarbeiter der Stadtwerke täglich den Müll vor dem Häusern wegräumen.
Mitarbeiter von Penny und Aldi suchen mehrmals in der Woche die Einkaufswagen
aus dem Wohngebiet wieder zurück.

Jede Nebenkostenabrechnung wird aber von deren Anwälten oder Mieterbund geprüft.
Und ständig erklären mir Vollassis was ihre Rechte und meine Pflichten sind.

Mir tun Leute sehr leid die nach 35 Jahren Arbeit in Altersarmut stürzen.
Gleiches gilt für alleinerziehende Mütter.
Die können sich selber nicht helfen.
Das sind aber leider die wenigsten.


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Hartz 4 und Weihnachten

07.10.2019 um 08:40
@teleman

Ich selbst vermiete auch an einen Grundsicherungsempfänger und kann nich von derlei Problemen berichten. Vielleicht haste einfach nur Pech mit den Leuten oder ich hab Glück, denke aber so Pauschal kann man das gar nich sagen.

mfg
kuno


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Hartz 4 und Weihnachten

07.10.2019 um 09:24
@kuno7
Ich glaube du hast Glück. Gut, nicht jeder ist "Vollassi" und man kann nicht immer aufgrund subjektiver Erfahrungen auf alles oder alle anderen schließen aber mein Onkel hat lange genug vermietet. Auch an solche. Ca. 2 Jahrzehnte selbst miterlebt weil im gleichen Haus.

Im Schnitt waren jene die "schlechteren" Mieter die etwaige Klischees erfüllt haben oder auch handfeste Probleme bereitet haben. Kann nicht auf alle bezogen werden, schon klar. Ich habe ja selbst ne Weile bezogen und war meines Erachtens wiederum ein Positivbeispiel ob nun als Mieter oder arbeitswilliger aber Teile der Bezieher erfüllen nunmal etwaige Klischees.

Ich hab mit beiden Seiten ausreichend interagiert um zumindest in den Fällen die ich erlebt habe eine handfeste Meinung bilden zu können.

Wie dem auch sei, ich denke man kann mit etwas Planung (Im Voraus, Dinge zurücklegen) und Kreativität ein gutes Weihnachtsfest bzw eine gute Weihnachtszeit erleben. Oder es annehmbarer machen.


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Hartz 4 und Weihnachten

08.10.2019 um 04:32
Warden schrieb:aber Teile der Bezieher erfüllen nunmal etwaige Klischees.
Und um genau diese Leute sollten auch mit Druck gezwungen werden
Verantwortung zu übernehmen.
Und sei es nur für 20qm Flur vor der eigenen Wohnungstür.

Vollassis, also echte assoziale Menschen finde ich ürigens öfter in Kreisen mit
einem Jahreseinkommen von über 1 Mio EUR/Jahr.
Steuern zahlen? Umweltschutz? Sozial engagieren?
In den Kreisen = NULL.

Na ja... Weihnachten und kleine Kinder da wird jeder weich.
Ich denke es würde sehr helfen wenn diese Familien die Gelegenheit bekommen
würden durch Eigeninitiative sich mal mehr leisten zu können.

Eigeninitiative wird im Sozialsystem heute immer bestraft.
Die Hürde vom Hartz4 Empfänger zum Gehaltsempfänger ist einfach zu hoch.


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