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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

1.458 Beiträge, Schlüsselwörter: Integration, Gesellschaften

Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 03:32
Hallo,


diese Frage beschäftigt mich schon von klein auf. Einfach aus dem Grund, weil ich in zwei Gesellschaften groß geworden bin.
Zum einen in der deutschen, heißt Schule, Freunde etc und zum anderen in der, ich nenne sie mal die hier lebende Parallelgesellschaft, woher meine Eltern ursprünglich kommen und mir somit zwei voneinander verschiedene Kulturen, Normen und Werte bei gebracht wurden.
Ich wusste nie wozu ich gehöre und weiß es bis heute nicht.
Für die andere Gesellschaft, bin ich schon fast zu deutsch :D . Für die deutsche bin ich (allein vom optischen her) niemals ganz deutsch.
Diese X-Gesellschaft (spielt keine Rolle woher meine Eltern kommen) ist sehr groß und stark miteinander verknüpft.
Die Erwartungen sind ganz andere als die die man in der deutschen Welt gegenüber steht. Vorallem als Frau. Ich wollte immer eine Deutsche sein, aber musste als Kind bis zum jetzigen Erwachsenenalter feststellen, dass ich nie als solche ernsthaft angesehen werde. Ganz egal wie gut wir uns integriert haben.
Ja, ich fühle mich mehr deutsch. Kann mich mehr mit dieser Gesellschaft und den Menschen identifizieren als mit der X-Version.

Reicht dieses Gefühl, Integration und ein deutscher Pass um deutsch zu sein? Viele würden ja sagen, aber die Realität /meine persönlichen Erfahrungen sehen leider anders aus.


Gerade jetzt, wo die ganzen Flüchtlinge nach Deutschland kommen und immer die Rede von Integration ist, erinnert mich (bin auch ein Kind von Flüchtlingen) nur daran, dass sie hoffentlich nicht dasselbe Problem/Zwiespalt in Zukunft haben werden.


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 03:49
Wenn du die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt bist du Deutscher.
Punkt.

Alles andere ist so ziemlich irrelevant.


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migrantbird
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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 03:53
Hallo @cecilia
cecilia schrieb:Einfach aus dem Grund, weil ich in zwei Gesellschaften groß geworden bin.
nur kurz... steh heut Nacht mehr auf Mucke, als auf austauschbare Antworten.
Falls es dich interessiert...:
Man steht immer in Bezug zu verschiedenen Menschen, Eigenschaften, Gesellschaftsverständnissen ... immer!
die EINE gibts doch gar nicht, was es ja so komplex und so einfach zugleich macht miteinander umzugehen... sei du selbst, ein bisschen Teil des Ganzen und machs dir da gemütlich wo es dir gefällt!
cecilia schrieb:Ich wusste nie wozu ich gehöre und weiß es bis heute nicht.
Zu beiden, was ist daran kompliziert?
Kompliziert wirds ggf. wenn du aus beiden deinen persönlichen Anteil generieren willst.
Muss aber auch nicht sein.
cecilia schrieb:Die Erwartungen sind ganz andere als die die man in der deutschen Welt gegenüber steht. Vorallem als Frau. Ich wollte immer eine Deutsche sein, aber musste als Kind bis zum jetzigen Erwachsenenalter feststellen, dass ich nie als solche ernsthaft angesehen werde. Ganz egal wie gut wir uns integriert haben.
Tja, was soll ich sagen bzw. fragen.. warum? Wieso? was ist denn für dich Integration?
cecilia schrieb:erinnert mich (bin auch ein Kind von Flüchtlingen) nur daran, dass sie hoffentlich nicht dasselbe Problem/Zwiespalt in Zukunft haben werden.
Tja, ich muss dich enttäuschen: Diesen Zwiespalt kann man zwar von verschiedenen Gesichtspunkten sehen, aber ich denke er gehört zeitlebens zum Identifikationskampf dazu, dazu braucht man keinen Migrationshintergrund.

Wenn du gerne hier bist und einen Sinn im Leben hier siehst ohne ad hoc schreiend weglaufen zu wollen, bist du doch sicherlich zufrieden mit deinem derzeitigen Lebensmittelpunkt, oder?! ;)


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 06:50
Weder die Staatsbürgerschaft noch das aussehen ist meiner Meinung nach entscheidend.

Man kann jetzt mit dem beispiel kommen: "Eine Maus, welche in einem Pferdestall geboren wurde, ist noch lange kein pferd"

Jedoch denke ich dass das deutscher sein eher von der Einstellung kommt, fühlst du dich deutsch, bist du letztlich deutsch.

Manche Ausländer benehmen sich hier deutscher als jeder Deutsche.


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Hatori
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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 07:21
Ich war immer der Meinung, wer deutsch ist, dessen Vorfahren haben lange in Deutschland gelebt und sind blond- oder braunhaarig. :D


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 07:22
Wenn man den Status "Deutscher" unbedingt brauch, dann ist man es vermutlich, wenn man sich so fühlt?

Ich erwähne es eigentlich nur wenn ich es muss, beim ausfüllen von Dokumenten zB.
Ansonsten ist das ein selbstläuferding, keiner rennt auf mich zu "ey ey ey samma bist du deutsche?" ich würd vermutlich drauf antworten "ey ey ey samma warst du ne Zangengeburt?"
cecilia schrieb:Reicht dieses Gefühl, Integration und ein deutscher Pass um deutsch zu sein? Viele würden ja sagen, aber die Realität /meine persönlichen Erfahrungen sehen leider anders aus. 
Für mich wäre das Gefühl wichtiger. Womit fühle ich mich verbundener?
Ein Pass drückt aus, wo mein aktueller Wohnort ist.
Da steht nicht drin "wohnt gern in Deutschland"


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 07:23
@Hatori
Da haben wir also den Biodeutschen.


Ich finde Deutsch ist, wer die deutsche Sprache spricht, in Deutschland lebt, sich deutsch "fühlt" und im besten Fall auch noch die deutsche Staatsbürgerschaft hat, um auch Wählen zu dürfen.


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Hatori
ehemaliges Mitglied

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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 07:50
satansschuh schrieb:Da haben wir also den Biodeutschen.
Ich schrieb, das WAR meine Meinung, nicht, das IST immer noch meine Meinung. ;)


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 07:54
@Hatori
Und deine heutige Meinung? Die hättest du ruhig dazuschreiben können. Aber immerhin kannst du jetzt noch einen zusätzlichen Beitrag sammeln :)


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Hatori
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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 08:07
@satansschuh

Da hab ich ja auch was von, von diesem zusätzlichen Beitrag, was? :)

Wie es jetzt ist, kann ich dir nicht sagen, deshalb schrieb ich nur, wie ich es mal gesehen hab. Aber die Menschen, die "Scheiß Deutsche!" rufen sind ganz sicher keine Deutschen, auch wenn sie es auf ihrem Perso stehen haben.


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 08:11
@Hatori
Wolltest Du mir etwas mitteilen?


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Hatori
ehemaliges Mitglied

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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 09:07
@Abahatschi

Nein, hatte dich ausversehen ge@et, sorry.


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 09:10
Ich finde, migrantbird hat einen richtig guten Beitrag geschrieben und das, obwohl ihm/ihr gerade nicht unbedingt nach "austauschbaren Antworten" war.

Ansonsten: Ich finde, die Nationalität betrachtet man meistens viel zu oberflächlich. Man misst ihr eine Bedeutung bei, die dazu führt, das Vieles, was unter der Oberfläche liegt, nicht thematisiert wird. Würde man in die Tiefe gehen, dann zeigten sich oft ganz andere Zustände. Dann sähe die Nationalität wie ein zerpflücktes Huhn aus.

Nur ein Beispiel: Nehmen wir mal an, Deutschland wäre eine Gesellschaft, in der es nur "Biodeutsche" geben würde. Kein einziger Mensch mit Migrationshintergrund.
Bräuchte man dann keine Gerichte mehr? Müssten sich alle Anwälte, Richter und Staatsanwälte einen neun Job suchen? Auch alle Polizisten und der Verfassungsschutz?

Würde es dann keine Streitigkeiten mehr mit dem "blöden Nachbarn" geben, mit der Kollegin, die einen zur Weißglut treiben kann, mit anderen Fahrgästen in öffentlichen Verkehrsmitteln? Könnte man im Internet alles bedenkenlos und locker handhaben, sofern der Betreiber einer Seite nachweislich in Deutschland ist?

Auch bräuchte man keine Parteien mehr außer einer einzigen. Keine Opposition, alles einig und friedlich?
Die Betreiber von öffentlichen Verkehrsmitteln könnten ihre Fahrscheinkontrollen einstellen, Firmen, die Sicherheitspersonal anbieten, würden allesamt pleite gehen, der Schlüsseldienst könnte auch bald einpacken, weil die Leute wie auf manchen Inseln im Mittelmeer es immer noch tun, ihre Wohnungstüren nicht einmal nachts abschließen.
Sämtliche Detektive von Kaufhäusern könnten nach Hause gehen, man könnte alles unterschreiben, was irgendwer einem vorsetzt, jeder vertraut blindlings jedem, Handwerker bezahlt man im Voraus und ist auch nachher vollends und immer begeistert von der getanen Arbeit und und und..

Also eine Nationalität und alles gut?


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 09:13
@ruku
Die Frage war nicht wer krimineller ist.


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 09:39
Ich betrachte das eher als "Zugständnis". Wenn z.B. ein Schwarzafrikaner, der zwar hier in Deutschland geboren wurde und sich dadurch ganz und gar als Deutscher betrachtet, aber vom Ursprung gar nichts "Deutsches" an sich hat, dann trägt das eine gewisse Komik mit sich.

Im Umkehrschluss würde das ja auch bedeuten, das man sich im Grunde von seinen Wurzeln distanziert, oder gar schämt. Warum?


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 10:12
@cecilia
Ich hab die Tage mit einer Kollegin genau über dieses Phänomen gesprochen. Sie ist hier in Deutschland geboren und ihre Eltern kommen aus der Türkei. Sie spricht perfektes deutsch, lebt aber auch ihren Glauben, den Islam. Und sieht natürlich auch türkisch aus. Hier in Deutschland ist sie keine deutsche und in der Türkei ist sie keine Türkin. Das gibt ihr auch zudenken, wenn man so zwischen den Welten lebt. Ich persönlich sage sie ist deutsche aber viele andere sehen das wohl anders.
Und wenn es nach mir ginge könnte man die Nationalität eh abschaffen. ;)


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 17:33
Interessante Antworten.
Ich finde die Frage kann man nicht so leicht beantworten. Ich selber behaupte ich sei Deutsche, aber bin es letztendlich niemals zu 100%.
Mal andersherum:
Ein "Urdeutscher" der nach Ghana auswandert, Nachkommen mit Deutschen hat, dort mehrere Generationen leben und behaupten: "Ich bin ein Ghanae".

@McMurdo
Danke für die Antwort. Aber mir stellt sich die Frage : Kann man deutsch sein, wenn man muslimisch ist?
Ich würde diese Frage eher mit nein beantworten. Den Grund kann man sich denken. Möchte nicht ins Detail gehen.
Ich selber gehöre keiner Religion an.

Was mir übrigens aufgefallen ist: Deutsche die ich neu kennenlerne, fragen selten in den ersten Gesprächsminuten wo ich denn herkomme.
Ganz anders als die Menschen die ebenfalls einen Migrationshintergrund haben. Oft gehört " Woher kommst du? " zu den ersten Fragen.
"Ich komme aus Deutschland! Wir sind gerade in Deutschland und sprechen deutsch! "
Oft kommt es dann zu Diskussionen, weil mich diese Frage mittlerweile nervt. Es ist auch Fakt, dass je nach dem woher meine Eltern kommen, man mich mit verschiedenen Eigenschaften assoziiert. Wenn ich das Land Italien nenne, verbindet man meine Person unbewusst mit anderen Eigenschaften, als wenn ich das Land Ägypten z.B. nenne. Deswegen beantworte ich diese Frage ungern, da ich ohne vorbehalte oder Vorurteile in erster Linie als Mensch wahrgenommen werden möchte.
@silberhauch
Ich schäme mich nicht für die Herkunft meiner Eltern.
Das ist nicht der Grund.

Aber ich beobachte oft im Internet, wie viele Jugendliche mit Migrationshintergrund, sich mehr mit ihrem Herkunftsland identifizieren und sich als solche ausgeben. Ich empfinde es manchmal auch als Undankbar. Was hat denn dieses Herkunftsland für diese in Deutschland lebenden Menschen getan?
Kann einfach nicht nachvollziehen, woher dieser falscher Nationalstolz kommt.
Auch über diesen Punkt diskutiere ich gerne mit diesen Menschen.


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 17:43
Nerok schrieb:Wenn du die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt bist du Deutscher.
Faktisch korrekt.

Du bist Weltbürger, eine Randerscheinung, eine Nummer..dem Rest alles gute, weiterhin auch "mensch" zu sein. :)


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Wann ist man "deutsch/Deutscher"?

03.09.2016 um 17:57
cecilia schrieb:Aber mir stellt sich die Frage : Kann man deutsch sein, wenn man muslimisch ist?
Ich würde diese Frage eher mit nein beantworten. Den Grund kann man sich denken. Möchte nicht ins Detail gehen.
Ich selber gehöre keiner Religion an.
Kann man deutscher sein wenn man keiner Religion angehört? Ich denke nicht. Deutsche sind christlich. ;)


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