philae schrieb:Hab großen Respekt davor.
Ich auch.
Und kann da anderen auch nur zustimmen, dass man bereits auf Selbsterkenntnis und den Versuch zu unternehmen und dem festen Willen, es auch zu schaffen, sowas von stolz sein kann.
Also auch nochmal von mir
@BerlinerLuft; Hut ab! Und wünsche dir alles Gute.
philae schrieb:Manche sagen, ich könne stolz auf meine Bücher sein, die ich geschrieben habe. Ich bin es nicht.
Oh. Kann man hier irgendwo Ausschnitte zum Lesen finden?
Hast du sie nur für dich geschrieben oder auch veröffentlicht?
Ich könnte mir vorstellen, dass es vielen Autoren als auch nur Hobbyautoren so ergeht, dass sie auf ihre Werke selbst gar nicht stolz sind oder den Umständen und Hintergründen wegen nicht, viele oder einige Leser das aber anders sehen könnten. Und seis nur, weil ihnen das jeweilige Buch gefällt.
Ich habe übrigens großen Respekt vor allen, die es überhaupt durchziehen, auch nur für sich, ein ganzes Buch zu schreiben. Respekt vor dem Durchhaltevermögen.
Was das angeht, kann ich auch wieder nicht stolz auf mich sein, da ich schon eine Menge in meinem Leben begonnen, aber nie fertig gestellt habe.
Wäre zwar so oder so nicht der Rede wert gewesen, weil mir fehlt auch das Talent, aber ich sage auch mal so, selbst wenn nur unlogischer Mist am Ende bei rausgekommen wäre und auch sprachlich mehr oder weniger ne Katastrophe gewesen wäre, so hätte man ja immerhin stolz auf die reine Fertigstellung, also es überhaupt mal durchgezogen zu haben, sein können.
PS.
Ein Hauptberuflicher als auch Hobbylektor hätte ne Menge Arbeit bei mir gehabt, haha.
martenot schrieb:Das geht mir ziemlich genauso. Meine beruflichen Ziele (so wie ich sie mir gewünscht hätte) habe ich nie erreicht. Wobei ich andererseits auch nie wirklich abgestürzt bin (sozial oder beruflich). Ich hätte sicher mehr aus mir machen können
Ich hatte lange Zeit nie konkrete und schon gar nicht ehrgeizige berufliche Ziele. Meine Ausbildung nur mal begonnen, weil Hauptsache irgendwas nach der Schule machen. Faulheit und Desinteresse zogen sich auch durch meine gesamte Lehrzeit und am Ende auch nur wieder mehr oder weniger Schwein gehabt, bestanden zu haben. Dem Beruf auch was abgewinnen zu können, je nachdem sogar Spaß an ihm zu haben, kam dann erst im Verlauf als ausgelernter Geselle und Arbeiter.
Ehrgeiz und mit dem festen Willen, es auch zu schaffen, weil es mich aber auch grundsätzlich interessiert hat, hatte ich dann nur einmal bei meiner beruflichen Umorientierung und Weiterbildungsmaßnahme und für die ich damals auch selbst an die Arbeitsagentur herangetreten bin, so einen auf den: Wenn dann das hier bitte.
Nach den paar Monaten und dem IHK-Abschluss fand ich auch gleich einen Job und auch Bereich, der mir zugesagt hat und das auch noch bei einem sehr renommierten und sogar öffentlichem Kunden. Dort wurde ich dann auch im Verlauf objektbezogen bereichsübergreifend eingesetzt.
martenot schrieb:Ich hätte sicher mehr aus mir machen können, aber - man soll ja eigentlich nicht immer die Schuld auf andere schieben
Das hätte ich auch. Und was das angeht, gebe ich auch nur mir die Schuld. Schuld, weil faules und desinteressiertes Schwein (schon in der Schule bzw. ab 8.Klasse fing es an) gewesen und lange Zeit auch gar nicht gewusst habe, was mir wirklich liegt/liegen könnte - und seis auch nur die ganze Theorie betreffend.
martenot schrieb:meine Eltern hatten mir als Kind und Jugendlicher stark eingeimpft, dass ich nichts taugen würde
Ja, leider hast du das schon mal erzählt und tut mir wirklich sehr leid für dich und je nach Kind prägt sowas auch und ich finde, da darf man sich dann auch nicht nur selber die Schuld geben, denn wenn sowas Einfluss darauf hat und jetzt nur mal auch allgemein, dass aus einem nicht geworden ist oder auch nur nicht seine gesteckten Ziele erreichen konnte, tragen solche Eltern auf jeden Fall eine Mitschuld daran.
Bei mir war es genau umgekehrt; Mir gab man immer das Gefühl, etwas Wert zu sein und das auch völlig egal, was ich mal aus mir machen würde.
Dass ich aber wenigstens mal meinen Schulabschluss und danach auch wenigstens eine Ausbildung mache und bestehe, war aber meiner Mutter schon wichtig, zeigte es mir nur auf liebevolle Weise.
martenot schrieb:Das waren ehrlich gesagt keine guten Voraussetzungen, um an sich selbst und seine Fähigkeiten zu glauben. Jedenfalls bin ich mein ganzes Leben lang voller Selbstzweifel gewesen, die letztlich stark bremsend wirken, wenn man Ziele erreichen will.
Kann ich mir sehr gut vorstellen und wie gesagt, bei solchen Hintergründen kann man die Schuld auch nicht nur bei sich selbst suchen.
martenot schrieb:Wenn, dann bin ich im kleineren Rahmen hin und wieder mal stolz, z.B. weil es mir mit viel Engagement gelungen ist, meine Kniearthrose ohne OP in den Griff zu bekommen.
Das freut mich. Darauf kannst du auch stolz sein.
Ich bin ja wie gesagt nur ein klein wenig Stolz auf mich, mal vom Teufelszeug Alk von einen auf den anderen Tag losgekommen zu sein und bis heute auch trocken geblieben zu sein. Aber ohne Warnschrei meines Körpers damals hätte es wahrscheinlich noch lange nicht Klick bei mir gemacht.
Tja ansonsten fällt mir noch ein, dass ich es immer wieder Mal geschafft habe, nur allein durch Ernährungsumstellung (vor allem wegen LowCarb-Ernährung) innerhalb weniger Wochen und Monate abzunehmen.
Einmal auch vor 14 Jahren geschlagene 20 Kg innerhalb von 3 Monaten.
Da hatte ich dann aber auch wirklich jedes Mal den festen Willen dazu - einschließlich danach auch das Gewicht über Jahre zu halten.
Gab aber auch immer wieder mal Phasen, da hatte ich diesen Willen nicht mehr und so wurde man dann auch mal wieder dicker, bis dann wieder mal der Punkt erreicht war, an dem es Klick gemacht hatte (oder auch nur deshalb, um auf andere attraktiver zu wirken), mit dem immer gleichen Ergebnis, dass sichtbare Erfolge schnell wieder eintraten, achtete ich nur darauf, was aber auch wann ich etwas esse.
PS.
Natürlich hatte man sich je nach Phase auch zusätzlich wieder mehr bewegt, aber mehr als häufiger Spazieren zu gehen, war es dann auch nicht.