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Die Sucht nach einer Person

115 Beiträge, Schlüsselwörter: Liebe, Sucht, Abhängigkeit, Verzweiflung

Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 13:01
@Stonechen
Richtig, wenn was nicht passt, klappt es nicht. 
Das ist eigentlich der Schlüssel: Nicht traurig sein, sondern froh darüber. :D
Stonechen schrieb:Eine Strategie wäre sich stetig selbst glücklich zu machen und den anderen daran teilhaben zu lassen- und nicht von ihm erwarten das er/sie dich glücklich macht.
Gemeinsames Glück kommt von allein, wenn ein jeder sich selbst nicht aus dem Bilderrahmen drängt und sich selbst gut behandelt.
Gegenseitige Rücksichtnahme bedeutet nicht, dem anderen morgens den roten Teppich auszurollen.
Nee, auf den Gedanken komm ich nicht.
Trotzdem macht sie mich glücklich, indem wir eine schöne Zeit miteinander haben.
Und das werde ich ihr natürlich nicht verbieten. Wer wäre denn so dämlich?^^


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 13:08
@sunshinelight

Dann dürfte deine innere Kälte und Leere in Sachen Liebe, eigentlich kein Thema für dich sein- denn allein sein kann durchaus Vorteile haben.
Natürlich spreche ich hier nicht von 18 Jahre single sein; gut auch da gibts Menschen die das glücklich macht; aber ich meine das allein sein in einer Beziehung oder Affaire.

Wenn der andere mal NICHT da ist, kann man sich
1. darauf freuen sich wiederzusehen
2. die Zeit für sich nutzen
3. eigene Bedürfnisse befriedigen, die in der Beziehung vllt keinen Platz finden (Hobby, Mehrarbeit/Überstunden) was auch immer

Wer selbst mit sich nichts anzufangen weiss, der geht natürlich in Ruhephasen einer Beziehung gnadenlos unter.
Es heisst ja auch MIT dem Partner leben und nicht Für den Partner leben.
Wer sich selbst an die Liebe versklavt und dadurch die schönen anderen Dinge des Lebens als unwichtig erachtet, der kann auch die wahre Schönheit der Liebe nie begreifen.

Liebe macht frei - engt nicht ein- rundet die eigene Persönlichkeit ab !


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 13:43
sunshinelight schrieb:Wenn man doch verliebt ist, dann braucht man doch die Person, oder nicht?!
Ist halt die Frage für was man sie braucht.
Zum atmen? Nein
Um seinen allgemeinen Alltag (Arbeit, Miete zahlen, Arztbesuch ect) zu bewältigen? Nein

Eher um seinen (was auch normal ist) Sextrieb zu befriedigen, loszulassen, sich demjenigen zu
öffnen, seine Wünsche, Träume oder auch Pläne dem Objekt der Begierde mitzuteilen.
Eventuell auch um seinen Freundeskreis zu erweitern oder Interessen,Hobbys zu teilen.
sunshinelight schrieb:Die Aussage, dass man niemanden braucht, ist auch schon nicht richtig.

Man hat doch seine Freunde, seine Verwandten und so weiter.
Ja die hat man und den meißten von uns tut so eine Konstellation auch gut.
Nur stell ich mir die Frage, ob man diese nun wirklich braucht.?
Ich meine in Bezug auf den Threadtitel, nämlich die Sucht nach einer Person.

Eine Sucht ist nie gut, und ich denke die nach einer Person nicht fördernd für das eigene Ich.


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 13:45
Stonechen schrieb:Dann dürfte deine innere Kälte und Leere in Sachen Liebe, eigentlich kein Thema für dich sein- denn allein sein kann durchaus Vorteile haben.
Ja, aber nicht während einer Trennung, da da alles grundsätzlich keinen Spaß mehr macht.
Man fühlt nur Schmerz, Trauer und das 24/7.
Morgens, wenn man aufsteht, fühlt man sich hundeelend, weil einem alles wieder einfällt, oder man träumt von einer Versöhnung, wird wieder wach und einem wird klar, dass alles immer noch so bitter ist.

Der Appetit lässt nach, man ist einfach nicht mehr zu gebrauchen.
Naja, gibt einige, die das besser handlen können, da muss ich mit einem Notizzettel daneben stehen und dringend ein Interview führen.
Stonechen schrieb:Wer selbst mit sich nichts anzufangen weiss, der geht natürlich in Ruhephasen einer Beziehung gnadenlos unter.
Ja, aber das muss ja nicht so sein, wenn man jemanden brauch.
Wenn alles intakt ist, macht alles andere sowieso mehr Spaß, was einem schon vorher Spaß gemacht hatte.
laucott schrieb:Eine Sucht ist nie gut, und ich denke die nach einer Person nicht fördernd für das eigene Ich.
Richtig.


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 14:09
sunshinelight schrieb:unter.
Ja, aber das muss ja nicht so sein, wenn man jemanden brauch.
Wenn alles intakt ist, macht alles andere sowieso mehr Spaß, was einem schon vorher Spaß gemacht hatte.
Inwiefern denn brauchen?
Da gibt es ja Unterschiede die von krankhaft brauchen bishin zu normal brauchen reichen.

Wenn es darum geht, dass man den Partner brauch um zu reden, seine Sorgen loszulassen usw muss man erst recht ganz vorsichtig unterscheiden können.
Es gibt Menschen, die richten all ihre Probleme an den Partner und erwarten das man alle Probleme gemeinsam löst- vergessen dabei aber völlig, dass man manches trotz intakter Beziehung, einfach mal allein geregelt bekommen muss.

Nicht jedes "ich brauche dich" ist positiv für den Partner.
Beziehungsprobleme löst man gemeinsam.. Probleme mit einem selbst, löst man allein oder sucht sich professionelle Hilfe. Denn das könnte (auf Dauer) ein Beziehungskiller werden sonst.
Jedenfalls wäre es bei mir so- ich kann nur von mir reden.
sunshinelight schrieb:Ja, aber nicht während einer Trennung, da da alles grundsätzlich keinen Spaß mehr macht.
Man fühlt nur Schmerz, Trauer und das 24/7.
Morgens, wenn man aufsteht, fühlt man sich hundeelend, weil einem alles wieder einfällt, oder man träumt von einer Versöhnung, wird wieder wach und einem wird klar, dass alles immer noch so bitter ist.

Der Appetit lässt nach, man ist einfach nicht mehr zu gebrauchen.
Naja, gibt einige, die das besser handlen können, da muss ich mit einem Notizzettel daneben stehen und dringend ein Interview führen.
Das nennt sich allgemein Liebeskummer.
Dazu bedarf es nichtmal zwingend eine bestimmte Person, manche empfinden Liebeskummer allein aus der Tatsache heraus, das sie alleine sind.
Es fehlt ihnen generell an menschlicher wärme und Zuneigung und diese Menschen sind geneignter dazu, sich irgendwen in eine Beziehung zu holen damit das allein sein aufhört.
Der Partner wird vorher nicht geprüft, ergo stellt sich während der Beziehung heraus, dass man nicht zusammen passt. Solche Menschen trennen sich häufiger als andere -> fühlen sich dadurch öfter allein und vorallem schlimmer allein als vorher.
Grundgedanke "man es hat schon wieder nicht geklappt, was hab ich nur an mir?"
Das Allein sein wird immer negativer und mit jeder gescheiterten Beziehung auswegsloser- man sucht noch schneller Ersatz- trennt sich wieder weil die Rahmenbedingungen wieder micht passten.
Ein ewiger Kreislauf...

Daher mein Rat - allein sein üben
Allein sein schätzen lernen ... dann prüft man die potenzielle Partnerin viel intensiver und ist schlussendlich weniger allein. ;)


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 14:46
Stonechen schrieb:Inwiefern denn brauchen?
Da gibt es ja Unterschiede die von krankhaft brauchen bishin zu normal brauchen reichen.
Wenn man vom brauchen spricht, kann man durchaus vom normalen Brauchen ausgehen und nicht immer das krankhafte Brauchen im Kopf haben.
Stonechen schrieb:Das nennt sich allgemein Liebeskummer.
Bleiben wir lieber beim normalen Liebeskummer.
Daran merkt man schon, dass der andere gebraucht wurde.
Nämlich für gegenseitige Nähe, Zuneigung, Vertrautheit und Gespräche.
Der Partner wird gebraucht.
Ansonsten kann man ja alles einfach in die nächste Tonne kloppen.
Man muss nicht alles krankhaft sehen, nur weil das Wort “brauchen“ so eine ungeheure Kraft hat, die hier in Verbindung stets negativ besetzt wird.
Wenn dein Mann jetzt gehen würde, wohin mit deinen Gefühlen für ihn? Du brauchst ihn aufgrund deiner Gefühle, die ohne ihn sinnlos sind, jedoch aber nicht verschwunden.
Menschen mit Gefühlen brauchen einander.
Nur weil das Thema jetzt Sucht an einer Person ist, muss es nicht heißen, dass brauchen immer mit einer Sucht gleichzusetzen ist.


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 15:59
sunshinelight schrieb:Wenn dein Mann jetzt gehen würde, wohin mit deinen Gefühlen für ihn? Du brauchst ihn aufgrund deiner Gefühle, die ohne ihn sinnlos sind, jedoch aber nicht verschwunden.
Menschen mit Gefühlen brauchen einander.
Nur weil das Thema jetzt Sucht an einer Person ist, muss es nicht heißen, dass brauchen immer mit einer Sucht gleichzusetzen ist.


Ich brauche ihn aber nicht weil ich generell Zuneigung usw benötige. Ich kann durchaus 3 Jahre und länger auf jegliche körperliche Beziehung verzichten, wenn ich finde das da kein richtiger ist von dem ich mich zB anfassen lassen will.
Ich habe mich für ihn entschieden, weil ich gerne Zeit mit ihm verbringe und mir vorstellen kann, dass auch in 50 Jahren noch so zu fühlen.
Ich brauche ihn aber nicht um mich nicht allein zu fühlen. Verstehst du?
Ich hatte vor ihm auch Beziehungen und war dennoch immer allein- bis ich verstanden habe, WARUM das so war.
Das Gefühl hat nicht er mir genommen sondern ich mir selbst weil ich meine Einstellung dazu geändert habe.

Natürlich wäre ich tottraurig wenn er mich verlassen würde und ich würd vermutlich jeden klaren Gedankengang sofort sterben lassen weil die Trauer so groß wäre.
Aber, ich würde nicht sofort für Nachschub sorgen um nicht mehr allein zu sein oder um mich wieder gebraucht zu fühlen.

Aber ich verstehe was du sagen möchtest, aus meiner Position heraus ist es einfach von Glück zu reden oder davon, sich nicht allein zu fühlen.
Allerdings weisst du nicht durch welche Höllen ich vor dieser Ehe gehen musste und das all diese negativen Erfahrungen mich haben erst umdenken lassen.


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 17:27
Wie man von so etwas los kommt?

Nimm Abstand, das ist das einzige Mittel was hilft. Anfangs ist es noch schlimm, doch irgendwann vermisst Du nichts mehr. Nur musst du diesen Schritt auch wirklich gehen wollen.
Ich dachte auch mal ohne die betreffende Person nicht leben zu können. Inzwischen frage ich mich was ich an diesem Menschen überhaupt gefunden habe, da mir jede Sympathie abhanden gekommen ist.
Man sieht die betreffende Person mit genügend Abstand irgendwann mit anderen Augen...

Wie auch immer- das sind verschenkte Monate oder Jahre. Häng' Dein Herz nicht an einen Menschen, sei Dir selbst wertvoll und suche dir jemanden der Dich so liebt wie Du ihn.
Alles andere ist nur Unglück auf Raten.


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 20:47
Stonechen schrieb:Ich brauche ihn aber nicht weil ich generell Zuneigung usw benötige
Von ihm schon, denn du fühlst ja was.
Stonechen schrieb:Ich brauche ihn aber nicht um mich nicht allein zu fühlen. Verstehst du?
Klar, davon rede ich auch nicht.
Jemanden brauchen heißt nicht, dass man ohne ihn dann allein wäre.
Stonechen schrieb:Aber, ich würde nicht sofort für Nachschub sorgen um nicht mehr allein zu sein oder um mich wieder gebraucht zu fühlen.
Das ist auch gar nicht das, worauf ich hinauswill, sondern sage, dass du ihn brauchst, nicht irgendeinen und nicht, um nicht allein zu sein.

Es geht um Gefühle zweier Menschen und die Auslebung eben dieser.

Und dass das auch ein Brauchen ist.

Und nicht ständig die Assoziation des Brauchens mit “ich wär sonst allein und du bist grad da“ oder “ich bin total abhängig“ und auch nicht “ohne dich wär ich niemand“.

Hier wird mir generell zu viel überdefiniert und falsch gedeutet und somit geschlussfolgert.


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 21:33
@sunshinelight

Du ich will dir das doch garnicht absprechen.
Ich sagte lediglich das man das Gefühl des brauchens durchaus für sich mal überdenken sollte und verstehen, DASS es verschiedene Variationen davon gibt.

Gibt unendlich viele Situationen wo ich meinen Mann brauche, oder meine Mutti, oder den Postboten und und und.
Aber eben im gesunden Rahmen und nicht aus einer gewissen Abhängigkeit heraus.

Die Sucht nach einer bestimmten Person definiert nicht die Person,die besuchtet wird.
Sondern durch den, der ein Suchtproblem hat.

Denn das genau ist es- ein Problem -> Sucht.
Wird die durch eine bestimmte Person nicht befriedigt wird sich der Sucht(kranke) eine andere Person oder ein anderes Ventil suchen um seine Sucht ausleben zu können.

Wenn man thematisch von Sucht spricht und dann das Wort "brauchen" mit in den Kontext setzt, dann ist klar, dass dieses brauchen kein gutes gesundes sein wird.
Daher lass uns die verschiedenen Arten von "brauchen" nicht weiter thematisieren. In DIESEM Kontext ist es ungesund weil Sucht.

Und eine Sucht ist NIE gut.


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Die Sucht nach einer Person

15.09.2017 um 23:03
Stonechen schrieb:Du ich will dir das doch garnicht absprechen.
Ich sagte lediglich das man das Gefühl des brauchens durchaus für sich mal überdenken sollte und verstehen, DASS es verschiedene Variationen davon gibt.
Also eigentlich versuche ich, das hier zu übermitteln.
Weil hier wird Brauchen in eine negative Waagschale gelegt, weshalb ich hier erzähle, dass es nicht das bedeutet, was andere deuten. Also dass es nicht unbedingt ins Negative (=Richtung Sucht, Abhängigkeit) gezogen werden muss, sondern durchaus eine gesunde Linie besteht, in denen man andere Menschen einfach brauch. 

Viele erzählen hier nämlich, dass sie keinen brauchen und nur sich.

Ja, ich weiß, ich kann mir auch selber Essen machen, duschen, Schnürsenkel binden, ne Tür öffnen, Fernsehen gucken, aufstehen, trinken, arbeiten, Termine wahrnehmen, auf's Klo gehen und meinen Hobbies nachgehen...

Nein, das kann ich alleine.


Was ich nicht kann?
Ich kann zwar Selbstgespräche führen, mich mir selber öffnen, mir vertrauen... aber -> hat keinen großen Effekt.
Ich meine, das tu ich eh schon.

Was ich mir nicht geben kann, wären schöne Stunden im Kino mit einer mir wichtigen Person, keine Schmetterlinge im Bauch, ähhh, mit mir kuscheln kann ich auch nicht, mich selbst küssen auch nicht, öhm, auf meinen Schoß setzen kann ich mich auch nicht

->und wenn wir schon dabei sind, so machen andere Dinge wie Fernsehen gucken, aufwachen, einschlafen, nach Hause kommen und ausgehen noch viel mehr Spaß, wenn man es mit jemanden machen kann, den man liebt.

Ja, für das brauche ich eine andere Person.

Manche Dinge gehen allein. Aber eben nicht alles.

Für so vieles braucht jemand anderes.

 
Stonechen schrieb:Gibt unendlich viele Situationen wo ich meinen Mann brauche, oder meine Mutti, oder den Postboten und und und.
Aber eben im gesunden Rahmen und nicht aus einer gewissen Abhängigkeit heraus.
Genau das sage ich ja.
Ich rede hier nicht von Abhängigkeit.
Sondern dass brauchen nicht unbedingt das bedeuten muss, was andere sich vorstellen: nämlich Abhängigkeit.


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Illyrium
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Die Sucht nach einer Person

16.09.2017 um 02:49
Ich war mal in dem Süchtig nach einer Person meiner ersten großen liebe.
Wenn er Arbeiten war bin ich regelrecht gestorben oder wenn er weggegangen ist. Mit der zeit was es so schlimm das ich ihn in streit verwickelt habe so das er nicht auf Arbeit ging oder noch groß überhaupt weg.

Ich bin ihm sogar hinterher gefahren weil ich es nicht ausgehalten habe.
Und ich war der Meinung wenn ich ihn nicht haben darf hat er kein recht mehr zu leben..
Nach der Trennung hab ich furchtbar gelitten nichts gegessen viel geweint und Alkohol (Tequila) was das ganze nicht besser machte.

In der Klinik und anschließend mit Therapie und Medikamente hab ich gelernt wie man damit umgehen kann.

Meine heutige Beziehung läuft ganz normal bzw fast. Aber ich kann ihn gehen lassen auch wenn er mal ne Woche bei seinen verwanden ist ,
ist das ok jetzt für mich.


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tzz
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Die Sucht nach einer Person

16.09.2017 um 08:24
Der Umgang mit dem Wort Sucht macht es hier für mich aus. Jeder sucht ja etwas, wir alle sind süchtig nach etwas, dem Gefühl lebendig zu sein, Bestätigung, Aufmerksamkeit, dem ganzen menschlichen Spektrum eben. Daran kann ich nichts Negatives erkennen, so lange man sich darin auch wiederfindet und unter der Situation nicht mehr leidet, als sie einem bringt.

So wie ich das sehe, sind die Kräfte in kaum einer Beziehung genau gleich verteilt, einer von beiden ist immer süchtiger, nachgiebiger, kompromissbereiter, weicher, abhängiger. Mir würde es nichts ausmachen regelrecht süchtig nach jemand zu sein, so lange dieses Gefühl nicht einseitig ist. Das setzt allerdings so einiges voraus, Beidseitigkeit auf allen Ebenen, und ist damit eine seltene Bonnie und Clyde Romanze, mit mehr Hollywood Format, als Bezug zur Realität, schon klar. Würdest du für mich sterben? ^^

Trotzdem löst diese Vorstellung bei etlichen Zuschauern eine Sehnsucht aus, genau so etwas einmal erleben zu dürfen. Und zu denen gehöre sicherlich ich auch.


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t.e.lawrence
ehemaliges Mitglied

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Die Sucht nach einer Person

17.09.2017 um 20:36
@all

Was ist eigentlich mit der Freiwilligkeit. Das Wort brauchen und andere Wörter in dem Bereich lassen mich irgendwie an einen inneren Zwang denken. Kein direkt empfundener Zwang, mehr so unbewusst. Brauchen tun Menschen ja sehr viel zum Leben damit sie sich wohl und gesund fühlen. Essen, Wohnung, Anteilnahme usw.

In Bezug auf andere Menschen erscheint mir brauchen aber etwas merkwürdig.
Die Ausführungen von MiniMy gefallen mir da sehr gut und die finde ich auch richtig und menschlich. Trotzdem haftet für mich an dem Wort brauchen etwas zwanghaftes an, da es nicht anders zu gehen scheint, als etwas zu brauchen und was demnach erfüllt werden muss/soll. Innerer Zwang? Wie bei essen und atmen etwa?

Hier denke ich an die Freiwilligkeit, an das freiwillige geben von menschlichen Aspekten, gemeinsamen Erlebnissen, Anteilnahme, Interesse, Essen, usw. – in Bezug auf andere Menschen. Ehrlich gesagt hat für mich in Bezug auf andere Menschen die Freiwilligkeit den höchsten Wert. Noch vor brauchen. Besonders schön ist es da natürlich etwas freiwillig von jemand zu bekommen, was ich gerade brauche.

Vom Gefühl her ist es etwas tiefgreifend anderes, schöneres, als es z.B. zu verlangen oder herbei zu manipulieren oder jemand dazu zu überreden mir zu geben, was ich gerade brauche. Oder länger darauf zu warten, da der andere Zeit braucht um sich zu entscheiden. Wenn sich Menschen verstehen, zwei oder eine Gruppe, oder die Familie, lässt sich bei gegenseitigem Verständnis erkennen, was jemand braucht.

Wenn er es dann freiwillig von jemand bekommt, ohne in irgendeiner Form stärkeren Druck ausüben zu müssen, ist das wunderbar in meinen Augen. Jemand gibt freiwillig, z. B. eine Umarmung, wenn sich der andere schlecht fühlt, ohne erst lange zu überlegen, ob er den anderen jetzt umarmen soll oder nicht. Und der, der umarmt wird, bekommt es genau dann, wann er es braucht und fühlt auch das freiwillige geben des anderen. Es bessert dann sein befinden sicher schnell und auf ehrliche, freiwillige Art. Schöner kann es nicht sein, finde ich.


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Die Sucht nach einer Person

17.10.2017 um 13:07
@jasyx
Kann ich voll nachvollziehen. Wenn man verliebt ist, ist das mit einer Sucht definitiv gleichzusetzen. Man hat nur noch eins im Kopf, man läuft wie auf Wolken... man kann an nix anderes mehr denken.


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Die Sucht nach einer Person

17.10.2017 um 13:33
jasyx schrieb am 10.09.2017:So gut wies geht zusammengefasst und nun zu meiner Frage: Habt ihr auch schon mal sowas ähnliches gehabt und wenn ja wie seid ihr davon losgekommen bzw. seid ihr überhaupt davon losgekommen bzw. wollt ihr überhaupt davon loskommen?
Ein Mal in meinem Leben ist mir das so passiert. Es war mehr als "verliebt sein" - es war schlicht und ergreifend Hörigkeit, eine - meiner Meinung nach -  kranke Art der "Abhängigkeit". Zeitweise ging es mir dabei ums nackte Ueberleben. Alleine die Vorstellung, er könnte mich verlassen, hat mich über Selbstmord nachdenken lassen.

Meine ganzen Freunde, meine Familie, alle haben schon nach kürzester Zeit aus meinen Erzählungen herausgehört, dass der Mann mich krank macht und mir geraten, mich zurückzuziehen. Ich habe die abstrusesten Entschuldigungen für ihn gefunden, um zu rechtfertigen warum ich mit ihm zusammen sein muss. Er hingegen war da wenn es ihm gepasst hat, hat das genommen, was für ihn gestimmt hat. Wenn es für ihn nicht gepasst hat, hat er sich einen Scheiss um mich gekümmert. Für wenige Augenblicke wo ich mich mit ihm wohlgefühlt habe, wo ich mich von ihm akzeptiert gefühlt habe (von geliebt fühlen kann man da nicht reden, das hatte ich nie!), habe ich vor- und nachher tage- und wochenlang gelitten. Ich habe mehr und mehr meinen Kummer im Alkohol ertränkt, dafür kaum mehr gegessen. Innert kürzester Zeit war ich 10kg leichter.

Hin und wieder hatte ich einen "lichten" Moment wo ich genau realisiert habe, dass das nicht funktionieren kann und ich wusste, dass es besser wäre, ihn schnellstmöglich in die Wüste zu schicken. Aber die Vorstellung alleine hat mich in Panik versetzt und ich habe mir weiterhin alles gefallen lassen.

Schlussendlich bin ich in einer Psychiatrie gelandet. Und der Kerl wusste genau, dass er sich jetzt Mühe geben muss, immerhin habe ich ihm doch die eine oder andere Annehmlichkeit geboten die er offenbar nicht missen wollte, das hatte aber mit Gefühlen seinerseits gar rein nichts zu tun. Selten war er so lieb und zuvorkommend wie in diesen 5 Wochen. Trotz psychischem Zusammenbruch hatte ich das Gefühl, dass jetzt alles gut wird. "Er hat halt nur etwas Zeit gebraucht zu merken, dass ich ihm wichtig bin" - war meine Ausrede, auch mir gegenüber.

Als ich wieder zu Hause war, ging das gleiche Spiel weiter wie vor meinem Klinikaufenthalt. Und dann eines Tages, lag mein Wohnungsschlüssel den er hatte in meinem Briefkasten in einem zerrissenen Umschlag wo "LG" drauf stand. Da bin ich aufgewacht, ich war ihm also ein schlichtes LG wert ... nicht mal liebe Grüsse ausschreiben konnte er?!

Ich habe lange gebraucht bis es mir wieder gut gegangen ist, wirklich lange. Heute, 4 Jahre später, schüttle ich den Kopf über mich, bin mir aber bewusst, dass meine gefühlstechnische Konstellation als ich ihn damals kennenlernte, wirklich ungünstig war und ich all meine Hoffnungen in diesen Menschen projiziert habe. Ich möchte nicht sagen, dass mir das nie wieder passieren kann, aber ich werde mich - wenn ich es denn beeinflussen kann - hüten, je wieder in eine solche Situation zu kommen.

Diese Beziehung war einfach nur krank. Wenn man über Selbstmord nachdenkt schon beim blossen Gedanken verlassen zu werden, dann hat das nichts mehr mit normalen Gefühlen zu tun, resp. man hat verpasst, sich selbst zu lieben und ist zu sehr auf den Anderen fokussiert. Immer daran denken, dass die Selbstliebe ein sehr wichtiger Teil ist, vor allem auch wenn man jemand anderen liebt.


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Die Sucht nach einer Person

16.11.2017 um 14:28
@all
Wie lange hat es bei euch so gedauert, bis ihr aus diese Abhängigkeit von einer Person verarbeitet habt? Also die Zeit nach der Trennung? Bei mir dauert es nun etwa 1 Jahr und ist manchmal noch sehr präsent und es nervt mich mittlerweile ungemein.


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Die Sucht nach einer Person

16.11.2017 um 14:58
@Dasdeeeeniz
Du meinst, wie lange es dauert, bis man die Liebe zu einer Person "verarbeitet" hat?
MMn gibt es da nichts zu "verarbeiten". Entweder man liebt die Person oder nicht. Liebe ist für mich bedingungslos.

Oder was verstehst du unter "Abhängigkeit" zu einer Person?


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Die Sucht nach einer Person

16.11.2017 um 15:04
@Subway
Lies doch den Thread ;))
Diese Abhängigkeit geht über Liebe definitiv hinaus und ist auch nicht gesund, da man sich kein Leben ohne diese Person vorstellen kann. Man hängt sein ganzes Lebensglück an eine Person und glaubt ohne diese nicht existieren zu können. Ich war beispielsweise richtig verzweifelt, wusste nicht ein noch aus, dachte diese Sehnsucht würde meinen Brustkorb sprengen, wäre am liebsten nicht mehr im hier und jetzt gewesen. Ich habe einfach keinen Ausweg mehr gesehen. Absoluter Tunnelblick. Das hat sich mittlerweile gebessert, aber diese Sehnsucht ist noch da, mal mehr mal weniger stark.
Kann Teil einer abhängigen Persönlichkeitsstörung sein...


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16.11.2017 um 15:15
@Dasdeeeeniz
Also mehr als Liebe geht mMn nicht.
Ich denke, wenn man wirklich so abhängig ist, hat das ohnehin nicht viel mit Liebe zu tun.

Wenn man tatsächlich so ungesund auf einen Menschen fixiert ist, liegt das mMn daran, dass man in i-einer Form psychisch labil ist - und dem sollte man i-wie Abhilfe schaffen.


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