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Wie steht ihr zu grenzenloser Nächstenliebe?

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14.02.2018 um 13:08
@moric
Ich muss dich leider enttäuschen, aber ich greife ein. Das hat einen gaaanz ganz einfachen grund und zwar kann ich es nicht mit meinem gewissen in einklang bringen helfen zu können, mich aber bewusst dagegen zu entscheiden. Klappt nicht bei persönlicher betroffenheit, klappt noch weniger bei mir völlig fremden personen. Ich könnte im leben nicht den tod eines menschen auf meine kappe nehmen mit der begründung "ist ja nur hitler, hat meine familie vergast, kann der ruhig ersaufen". Bekomm ich nicht hin. Die taten der person geraten für mich in solchen situationen in den hintergrund.


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14.02.2018 um 13:12
Elmsfeuer schrieb:Das sind doch alles Höflichkeitszyklen, die wir unterbewusst eingedroschen bekommen haben und wenn jemand fragt, ob er an der Kasse vorgelasssen wird, sagt man einfach meistens ja und empfindet dabei eher Ärger als Frieden.
Würdest du dich wirklich so dir selbst gegenüber verhalten?
Das ist doch gelebter Alltag in einer so dicht besiedelten Gesellschaft... wenn jemand fragt, ob ich ihn an der Kasse vorlassen könnte, dann schaue ich erst einmal, wie viel er eingekauft hat... wenn er einen vollen oder auch halbvollen Einkaufswagen vor sich herschiebt, dann zeige ich ihm einen Vogel und fühle mich verarscht und ausgenutzt... wenn es nur ein paar Teile sind, dann, na klar, kann er vor... why not?

Wenn es bspw. jemand wäre, der wirklich schnell zum Bus muss oder irgendwie sonst im Druck ist, dann lasse ich natürlich vor... wenn ich merke, ich werde ausgenutzt oder verarscht, dann sage ich nein... das ist Alltag und solche Situationen kommen immer mal wieder vor...

Man muss sich schon ein wenig positionieren und es ist nicht meine Aufgabe, es allen und jedem recht zu machen... so kommt man nicht durch den Gesellschaftsalltag, ohne sich an den Rand drängen zu lassen...

Ich nehme dir auch nicht so recht ab, dass du mit allen Menschen klar kommst... du wirst dich auch schon noch wehren und ab und an auf deine Rechte pochen, nicht jeden vorlassen, nicht jeden anlächeln und auch nicht Leuten mit der größten Gutmutigkeit begegnen, die dir verbal in den Hintern treten oder dich offensichtlich übervorteilen wollen.

Wie sieht es mit der Familie aus? Mit den Verwandten? Da hat doch jeder so sein Päckchen mit manchen zu tragen... man versteht sich einfach nicht immer mit jedem...


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14.02.2018 um 13:14
gastric schrieb:Klappt nicht bei persönlicher betroffenheit, klappt noch weniger bei mir völlig fremden personen.
Dann weiß ich nicht, warum du mich enttäuschen musst... denn genau DAS war ja meine Einschränkung, eben dass du persönlich davon betroffen bist.

Wenn du also persönlich betroffen wärst (sagen wir du wüsstest eben davon, dass deine nächsten Verwandten oder auch Freunde durch die Greueltaten des Nazi-Regimes umgekommen wären), würdest du den Drecksack retten?

EDIT:
gastric schrieb:ch könnte im leben nicht den tod eines menschen auf meine kappe nehmen mit der begründung "ist ja nur hitler, hat meine familie vergast, kann der ruhig ersaufen". Bekomm ich nicht hin. Die taten der person geraten für mich in solchen situationen in den hintergrund.
Ach so... da hast du ja schon darauf geantwortet... also, das nehme ich dir nicht ab... jedenfalls nicht einfach so... in so eine Situation kann man sich im voraus nicht reindenken, befürchte ich... ich könnte das nicht garantiert sagen, ob ich da helfen würde... ich kann es nicht sagen.

Du hast doch eine solche Situation nicht wirklich erlebt, oder? Wie kannst du wissen, dass du nicht vor Rachegedanken dort am Ufer einen Freudentanz aufführst?


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14.02.2018 um 13:22
@moric
Tja siehste mal ich kann es, wenn es auch nicht um meine menschlichen verwandten ging, sondern um tierische "verwandte". Ich hab dem drecksack trotz dem bewussten quälen und fast töten eines meiner tiere erste hilfe geleistet. Als der übern berg war dann zur sau gemacht, angezeigt und ihm zumindest einen teil seines lebens ziemlich madig gemacht.

Ich fürchte mir fehlt das auge um auge gen irgendwie. Ich kann da nicht bewusst entscheiden, sondern MUSS helfen.


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14.02.2018 um 13:38
gastric schrieb:sondern um tierische "verwandte". Ich hab dem drecksack trotz dem bewussten quälen und fast töten eines meiner tiere erste hilfe geleistet. Als der übern berg war dann zur sau gemacht, angezeigt und ihm zumindest einen teil seines lebens ziemlich madig gemacht.
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es nicht doch etwas anderes ist, wenn nahestehende menschliche Verwandte in einer solchen grauenvollen Weise involviert wären, aber ich will da auch nicht drauf rumreiten... vielleicht kannst du es wirklich im voraus so sehen... ich weiß es einfach nicht... irgendwie kommt man da auch wohl vom Thema ab... oder passt es doch?

Es wäre jedenfalls schön, wenn dieser fürchterliche Titel verschwinden würde.


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14.02.2018 um 13:53
Ich würde Hitler aus dem See fischen ... und ihn dann an seine Opfer oder deren Hinterbliebene übergeben, zwecks "weiterer Verwendung". Und dabei zusehen. Rache ist Blutwurst ... und ein schneller Tod längst nicht immer die schlimmstmögliche Alternative.

Nächstenliebe hat bei mir enge Grenzen. Wer sich mir oder Dritten gegenüber als Schweinehund erweist, hat keine mehr zu erwarten. Nächstenliebe heißt bei mir nicht, daß man sich von jedem Bösewicht auf der Nase herumtanzen lassen muß oder tatenlos zusehen muß, wie der Bösewicht jemanden schädigt. Wer sich hinter angeblicher Nächstenliebe verschanzt, um nicht handeln zu müssen, ist in Wahrheit nur ein erbärmlicher Feigling.
Aber auch in harmloseren Fällen heißt Nächstenliebe nicht, daß man sich blind ausnutzen lassen muß.
N. ist sowas wie ein Vertrauensvorschuß, den man anderen Menschen gewähren kann - viele brauchen ihn nicht, manche nutzen ihn schamlos aus (und werden dafür von der Liste der Vertrauenswürdigen gestrichen), manchen bringt sie echte Hilfe, die potentiell irgendwann zurückgezahlt wird.


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14.02.2018 um 13:58
Nun ist Herr Hitler bekanntlich tot und muss nicht mehr nach der Konferenz aus dem Wannsee gefischt werden.
Somit hat sich der als Opfer von Nächstenliebe schon mal selbst erledigt.

Aktueller:

Eine Gruppe junger Nazis steht vor der Wohnung der Flüchtlingsfamilie mit dem Mollie in der Hand, aber ach: Gas alle (Das schlimmste was Nazis passieren kann) und fragt den Nächstenliebenden: "Ey Alda, hasse ma Feua?"

Wer von Euch wäre so lieb und würde den liebreizenden Menschen in ihrer Notlage helfen?


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14.02.2018 um 14:02
Elmsfeuer schrieb:Öffnet man sich einem Mensch, den man vorher nicht leiden konnte, akzeptiert und, einen Schritt weiter, liebt ihn egal was er tut und getan hat, verspürt man selber eine Freiheit und der entsprechende Mensch plötzlich eine Zuneigung.
Ich habe das Gefühl man muss sich erst selbst lieben um überhaupt andere Menschen lieben zu können und erst recht bedingungslos lieben zu können. Davon bin ich allerdings noch ein ganzes Stückchen weit weg. Also noch eine menge Arbeit für mich.

Weiterhin bin ich der Meinung dann erstmal zu lernen die Menschen zu lieben die mir wertvoll sind, die mich lieben, die mich unterstützen etc.

Macht es überhaupt Sinn Menschen wie Hitler zu lieben? Für mich nein, auf solche Menschen möchte ich gerne verzichten.


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14.02.2018 um 14:09
Ausserdem wurde Herr Hitler seinerzeit ja bereits von mehr als genug Menschen geliebt. Da hätte ich mich nicht anschliessen müssen.


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14.02.2018 um 14:15
Alari schrieb:Zumindest glaube ich nicht, dass er, sollte es ihn als einzelnen Menschen gegeben haben was ich nicht voellig verneinen kann, Gottes Sohn war. :)
Sorry OT Jesus: Im antiken Judentum war "Sohn Gottes" ein Ehrentitel für Personen, die sich um das ganze jüdische Volk verdient gemacht hatten, oder für Israel als Gesamtheit. Leibliche Göttersöhne gab es nur im Heidentum (Götter wie Zeus, die halbmenschlichen Nachwuchs rechts und links des Weges hinterließen), für gläubige Juden war das ein undenkbares Konzept. Aber das junge Christentum wurde ja mit der Missionierung von Heiden im Hinterkopf konzipiert, weshalb der angebliche Sohn Gottes wörtlich, im heidnischen Sinne, genommen wurde, und an das glauben die Christen bis heute. Jesus selbst soll sich immer als "Menschensohn" bezeichnet haben, den "Sohn Gottes" konnte er nur als verdienten Titel - siehe oben - beanspruchen, wenn es ihm gelungen wäre, die Religion seiner Zeit zu erneuern, quasi ein Möchtegern-Luther seiner Zeit, aber bestimmt kein Gründer einer neuen Religion.
Das Christentum, einschließlich seiner heidnischen Anteile, ist bekanntlich ein Produkt seiner Nachfolger.

... and back to Topic: MissGreen hat da einen Punkt. Wer sich nicht selber lieben kann und deshalb in einem chronischen Gefühl von Unsicherheit lebt, tut sich auch schwer mit Nächstenliebe. Aus Angst, selber dadurch untergebuttert zu werden, weil die eigene Position nicht standfest ist.


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Venom
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14.02.2018 um 14:45
Ich bin selber Gläubig und trotzdem hasse ich Hitler und all seine Folger und Nachfahren die ihn verniedlichen wie die Pest. Ich finde sogar jegliche Vergeltungsmaßnahmen der Antifaschisten während und nach dem Weltkrieg gut, und? Außerdem lasse ich mich nicht mit solchen Menschen gleichstellen, wir sind nicht gleich.


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Warhead
ehemaliges Mitglied

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14.02.2018 um 16:32
@Elmsfeuer
Was für ein Glück für den lieben Adolf das es so viele Mittäter gab die ihm die schwere Arbeit der Selektion,Konzentrierung und Liquidierung abnahmen,vor allem bei der Verteilung der arisierten Beute gingen sie ihm gerne zur Hand


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14.02.2018 um 17:16
Denk das Problem ist dass man andere nicht wirklich liebt, wenn man ihren Feind liebt, sofern lieben akzeptieren heißt.
Klar kann man jeden, egal was er tut, jesusartig lieben und irgendwie versuchen zu verstehen wieso er so ist, aber wenn er andere Leben riskiert, dann kann man den weiter lieben, muss ihn aber dennoch plattmachen oder zumindest mit Gewalt einschreiten.

Wenn ich alle liebe dann liebe ich auch alle aus Minderheiten, und dann kann ich Hitler nicht akzeptieren. Ich kann ihm sagen dass er in die Irre geleitet wurde oder sowas und versuchen das logisch zu beweisen, ich kann sogar Chancen geben, aber wenn er diese nicht annimmt, und das tun solche Ideologen nicht, dann muss ich ihm dennoch irgendwann die Knarre an den Kopf halten, spätenstens dann, wenn ich vor der Wahl stehe: entweder er oder andere, die unschuldig sind.


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14.02.2018 um 17:17
Elmsfeuer schrieb:wer kann schon von sich behaupten, selbst Menschen wie Hitler, Mengele oder Stalin trotz ihrer vielen Fehler zu lieben und zu akzeptieren?
Ich nicht und ich würde es auch nicht wollen. "Fehler" ist für mich etwas, was man aus Unvermögen oder aus Versehen tut. Nicht aber Mord, Menschenversuche, Massenmorde (bzw. die Aufträge dazu) und ähnliche grausamen Verbrechen.
Oder meintest du mit "Fehler" die Charaktereigenschaften, die diese Personen zu derartigen Verbrechen bewogen haben? Auch dann heißt die Antwort "nein". Ich kann solche Leute weder lieben noch würde ich es wollen. Ich weiß aber, dass es Leute gibt, die glauben, das zu können und das zu tun, und die stolz auf ihre Liebesfähigkeit sind. Ich kann diese Leute aber weder beneiden noch bewundern.
Elmsfeuer schrieb:"Kann man vergeben oder ist das ganze Konzept der Nächstenliebe nur oberflächlich vorhanden?"
Vergeben kann man nur, was einem selbst angetan wurde. Das ist schon bei einfachen Beleidigungen so; wie viel mehr noch bei schlimmeren Taten oder gar so grauenhaften Verbrechen. Es steht niemandem zu, im Namen des Opfers dessen Täter zu vergeben (es sei denn, das Opfer hat einen ausdrücklich dazu ermächtigt), mag man sich auch für noch so gut und Nächsten-liebend halten.

Als Nicht-Betroffener (und selbst Nachkommen sind nicht wirklich selbst betroffenen) einem Mann wie Hitler die Nazi-Verbrechen zu "verzeihen", ist meiner Meinung nach nicht nur eine Anmaßung gegenüber den Betroffenen, sondern eine Verharmlosung von deren Leid, ja (in meinen Augen) sogar Verrat an den Opfern. Nur diese haben das Recht zu verzeihen, nicht aber die Pflicht dazu.


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14.02.2018 um 17:25
Eigentlich ein guter Beitrag.
Eigentlich.

@Elmsfeuer
Warum du diese Person als Test genommen hast naja, solche Menschen haben mit ihre Negativität liebe nicht verdient.
Man sollte zwar alles bedingungslos lieben und akzeptieren es gibt aber grenzen.


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14.02.2018 um 17:26
Sollte man einem Menschen wie Hitler überhaupt lieben beziehungsweise verzeihen? Macht es dann nicht wieder gefährlich? Relativiere ich da nicht schrecklicheTaten?
Ist diese alle Lieben nicht auch ein wenig eine Ausrede, so wie die Buße? Dann kannnsich ja jeder alles erlauben und es wird verziehen. Ne, persönlich möchte ich das nicht.
Lieber konzentriere ich mich dann auf wichtigere Dinge in meinem Leben als Hitler zu "lieben".


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14.02.2018 um 17:29
AlteTante schrieb:Als Nicht-Betroffener (und selbst Nachkommen sind nicht wirklich selbst betroffenen) einem Mann wie Hitler die Nazi-Verbrechen zu "verzeihen", ist meiner Meinung nach nicht nur eine Anmaßung gegenüber den Betroffenen, sondern eine Verharmlosung von deren Leid, ja (in meinen Augen) sogar Verrat an den Opfern. Nur diese haben das Recht zu verzeihen, nicht aber die Pflicht dazu.
Das finde ich sehr gut ausgedrückt und damit wäre auch für@Elmsfeuer m. E. nach beantwortet, dass man nicht einfach so vergeben kann, das können nur die Opfer... wenn man betroffen ist, kann man verzeihen, muss es aber nicht. Das wäre schon ein Akt der Nächstenliebe, auch seinem Täter verzeihen zu können und dies passiert ja auch, ich weiß nicht wie oft, aber ich habe das auch schon in Fernsehbeiträgen gesehen.

Was die Nazi-Verbrechen angeht, um es mal als Beispiel zu nehmen, so kann man heutzutage auch als junger Mensch sagen, man fühle sich nicht schuldig, aber man habe eine Verantwortung, darauf aufzupassen und darauf zu achten, dass sich so etwas nie wiederholt. So sehe ich das jedenfalls.


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14.02.2018 um 17:31
Lightspeed schrieb:Warum du diese Person als Test genommen hast naja
Der TE hat sicher nach einem Extrembeispiel gesucht. Der Ladendieb, der im Supermarkt eine Flasche Wein klaut, wäre da sicher zu harmlos.
moric schrieb:wenn man betroffen ist, kann man verzeihen, muss es aber nicht.
Und selbst der Betroffene kann nur das Leid verzeihen, das ihm selbst angetan wurde. Aber nicht das Leid der vielen Millionen anderer Betroffener.


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