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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

319 Beiträge, Schlüsselwörter: Mobbing, Klassentreffen, Ehemaligentreffen

Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

27.11.2018 um 10:07
Ich wurde in Kindheit und Jugend zwar nicht von MitschülerInnen "gemobbt", den Bergiff gab es damals noch gar nicht, aber ich war trotzdem nur ein einziges Mal auf einem Klassentreffen nach rd. 20 Jahren. Da stellte ich dann fest, dass mich, ausser verschwommenen und idealisierten Erinnerungen nichts, aber auch absolut nichts mehr mit meinen MitschülerInnen von anno dunnemals verband. Seither habe ich davon Abstand genommen. Ich hatte stets Besseres zu tun.


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Serpens
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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

27.11.2018 um 10:52
Die Schulzeit nach der Grundschule war alles Andere als Schön.
Und da waren rumgetretene Schulsachen und Eigentum, sowie Beschimpfungen aufgrund eines Muttermals auf dem Kopf, sowie einem Sportattest nur das Geringste.
Meine Eltern waren die letzten Schuljahre Dauergast und ich frage mich bis Heute, warum ich nicht die Schule wechseln durfte.

Sei es drum.
Ich lege keinen Wert auf Klassentreffen, es ist mir egal was aus den Leuten geworden ist und es geht sie einen feuchten Scheiss an, was ich so treibe.
Sollen sie sich doch ins eigene Knie fiddeln.


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

27.11.2018 um 16:06
@PedroThomaso
Bis zum Ende der 6. Klasse bin ich gedemütigt, verprügelt, bestohlen und sexuell bedrängt worden. Es fing in der Grundschule an und steigerte sich immer mehr (die Klasse blieb bis dahin die gleiche), so dass zur Schule gehen für mich die pure Quälerei war. Da meiner Mutter leidlich egal war, was passierte, musste ich es lange aushalten. Als Kind hat man da ja keine Wahl. Egal, ob ich mit einer Gehirnerschütterung, blutender Nase, verrenktem Arm oder bespuckt von oben bis unten nach Hause kam, meine Jacke und Hose zerschnitten, Schulsachen in die Schultoilette gestopft oder meine Haare angekokelt wurden, ihre Reaktionen spielten sich zwischen "stell Dich nicht so an" bzw. "reiss Dich zusammen" und "wehr Dich halt" ab.
Vor ein paar Jahren, als ich noch auf Facebook war, hat jemand eine Klassengruppe erstellt um ein Treffen zu organisieren. Ich war fassungslos, dass derjenige mich tatsächlich zu der Gruppe zugefügt hat, nach allem, was da in der Vergangenheit passiert ist.
Ich habe nicht mal im Traum daran gedacht, dort hin zu gehen. Warum sollte ich? Mit diesen Menschen verbinde ich nur sehr, sehr unangenehme Erinnerungen.

Die Klassentreffen zum 1. und 10. Jubiläum der Klasse, in der ich im Anschluß war, habe ich besucht. Mit den Leuten hatte ich ja ein paar wirklich nette Jahre, und es war interessant, die mal wieder zu sehen.

Zu den Leuten der Klassen, die ich danach besucht habe, hatte ich schon während der Schulzeit keine Verbindung, also hat mich ein Klassentreffen nie interessiert.


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

27.11.2018 um 17:53
@Doors
Ich schätze bei mir auch dass mich nichts verbindet mit meinen klassenkollegen.

@Serpens
@grätchen
So eine schulzeit hatte ich auch. Habt ihr es halbwegs geschafft abzuschließen.


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

27.11.2018 um 19:15
PedroThomaso schrieb:Habt ihr es halbwegs geschafft abzuschließen.
@PedroThomaso
Das kann ich gar nicht so eindeutig beantworten.
Jetzt, nach so vielen Jahren, beschäftigt es mich im Alltag natürlich nicht mehr. Außer bei Gelegenheiten wie dieser Diskussion, da kommen die Erinnerungen und die damit verbundenen Gefühle wieder hoch.
Insgesamt bin ich aber ein Mensch geworden, der überwiegend lieber für sich bleibt. Vielleicht wäre das anders gekommen? Das kann ich wirklich nicht sagen.
Ich hatte 1994 noch einmal mit einer Mobbing-Situation auf einer neu angetretenen Arbeitsstelle zu tun. Auch dort konnte ich mir selber nicht helfen und die Vorgesetzten fühlten sich nicht zuständig. Also bin ich gegangen, und das war auch gut so.
Genugtuung hat mir wenige Monate später ein Treffen mit einer ehemaligen Kollegin dieser Station, die zeitgleich mit mir dort angefangen und länger durchgehalten hat, verschafft. Sie erzählte mir, dass keine zweite Monate, nachdem ich dort aufgehört hatte, das gesamte Team der Station aufgelöst und zwangsversetzt wurde, da sich alle katastrophal miteinander zerstritten hatten. Ich bin also gerade noch rechtzeitig dort weg gekommen, bevor es dort richtig zur Sache ging.

Bei Konflikten im Allgemeinen kommt es bei mir immer darauf an, wie gut ich die Person kenne, mit der ich eine Auseinandersetzung führen muss. Wenn es jemand ist, der mir emotional nicht nahe steht, nimmt es mich viel mehr mit, ich fühle mich dann schnell wieder schutzlos und ausgeliefert. Was aber nicht bedeutet, dass ich mich mit gesenktem Kopf oder eingeklemmten Schwanz davon schleichen. Ich habe durchaus gelernt, mich zu wehren, wenn es wichtig ist. Allerdings gehe ich auch nicht so schnell an die Decke, wie manch anderer, oder fühle mich schnell angegriffen. Mir ist es wichtiger, eine Situation erst einmal zu verstehen.
Zum Beispiel letzte Woche auf der Arbeit (habe dort erst vor sechs Wochen angefangen) habe ich etwas gesucht, was eine Kollegin kurz vorher verräumt hatte. Diese Frau ist - sorry, es ist leider so- maximal einfach gestrickt und hat anscheinend eine schlechte Impulskontrolle. Sie hat absolut nicht gerafft, worum es ging, hat mir nicht eine Sekunde zugehört sondern mich stattdessen angebrüllt.
Das war mir zuviel Kindergarten und die Sache nicht wert, darauf einzusteigen. Vor allem, da ich in dieser Firma nicht bleiben werde.

Oha, das war jetzt viel Text... 😄 Wie Du siehst, kommt man durchaus drüber weg, ist aber sicherlich geprägt.


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Serpens
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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

27.11.2018 um 19:24
@PedroThomaso

Ich weiß nicht so recht.
Bis Heute habe ich mangelndes Selbstvertrauen, gehe nicht gern so gern unter Leute und habe auch eher Bekanntschaften anstelle von Freunden.
Seltsamerweise stören mich Menschen auf Konzerten und am See etwas gar nicht.
Ob das damit zusammenhängt?
Möglich, trotzdem versuche ich mich so gut es geht im Leben zu behaupten.

Mein Sozialleben polliere ich derzeit mit einer gediegenen Age of Sigmar (Warhammer-Runde) auf und bin dort auch herzlich aufgenommen worden.
Es hilft ein bisschen die eigenen Unsicherheiten zu bekämpfen. (Ich bin jetzt 35...)

Auch habe ich die "Genugtuung", dass meine ehemaligen Peiniger alle auf ihren Bildern durchweg Verbraucht aussehen, mehrere Kinder haben und irgendwie.. nunja bei Einigen würde man "Fliesentischbesitzer" dazu sagen.

Auf div. Arbeitsstellen wiederum knüpfe ich eigentlich schnell Kontakte und hatte bis jetzt keine negativen Erfahrungen sammeln müssen.
Hoffentlich bleibt das so.

Aber Eines habe ich aus der Schulzeit mitgenommen, auf der Nase rumtanzen lasse ich mir nicht mehr.


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

27.11.2018 um 20:16
@grätchen
Welchen job hast du? Must du mir nicht sagen. Ist in deiner branchne das betriebsklima immer so?

@Serpens
Ich schätz das meine peiniger wohl mitlerweile vollassis oder sonstige spacken geworden sind. Gut assi waren die ja schon damals.


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

28.11.2018 um 04:28
@PedroThomaso mein Job ist kein Geheimnis, ich bin Krankenschwester.
Und nein, das Betriebsklima ist zum Glück nicht immer so, das wäre ja schlimm!

Ich habe auch mal eine oder zwei Fragen an Dich: Wie geht es Dir nach den Erlebnissen, die Du mit Mobbing hattest? Macht sich das im Alltag bemerkbar?


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

28.11.2018 um 17:57
@grätchen
Im alltag macht es sich nur bemerkbar wenn diese,sorte tieenager in der Nähe sind oder hinter mir laufen, da habe ich ein komisches gefühl, sonst zum Glück gar nicht.


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

29.11.2018 um 22:13
Ich wurde auch auf 7 von 8 Schulen gemobbt: wenn ich heutzutage auf dieselben Persönlichkeitsmerkmake treffe interessiert mich immer welche Mankos meiner Mobber zu ihrem Verhalten führte. So kann ich mir das ganze Erklären und auch größtenteils Verzeihen: auch diese Leute sind Opfer ihres Selbstwertes jedoch ist mir meiner bewusst. Ich bezweifle das der Bullensohn-Fascho der mit am schlimmsten war das jemals rafft. Deswegen tuen mir, aus sozialwissenschaftlichen Aspekten meine Mobber heute echt leid: ein Kind/Jugendlicher sollte dringend mehr unterstützt werden bei der Persönlikeitsentwicklung! Die einzige von 8 ohne Mobbing war eine katholische Mädchenschule: wir waren ALLE DAGEGEN das schweißt zusammen.


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30.11.2018 um 06:03
@Mira22
Du hast recht damit wie du damit umgehst. Es ist halt vielen eltern nicht klar wie ihre kinder wirklich in der schule sind.


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Redox
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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

03.12.2018 um 11:07
Ich würde dir unbedingt raten zu einem dieser Treffen zu gehen, lieber Peter.

Aus einem ganz einfach Grund. Kinder, die selbst nie in einer Opferroller waren, können mit ihrem Jugendlichen Leichtsinn ja noch gar nicht erfassen, was sie da der anderen Seele eigentlich antun.

Ich war nie Mobber oder Gemobbter. Allerdings gab es auch bei uns diese 2 bis 3 Personen die es prinzipiell immer von der ganzen Klasse abbekamen. Und da muss ich zu meinem bedauern sagen, dass auch ich in dieser Gruppendynamik hier und da mal wörtlich Abfälliges gesagt habe.

Nun war es beim Klassentreffen meist so, das man in seinem Erwachsenenalter sich ganz anders begegnet. Ich habe mich viel mit diesen besagten 3 Personen unterhalten und sie alle haben sich sehr gut gemacht bisher im Leben. Der eine hat wirklich brav abgenommen, der andere sein äußerliches in ein sehr gepflegtes verwandelt usw.

Und das Schöne: Man kann ihnen, auch wenn es Jahre zu spät ist, genau diesen Menschen nachträglich seine Bewunderung und seinen Respekt ausdrücken.

Und was mir auch bei all diesen Gesprächen aufgefallen ist. Genau diese Menschen, die es jahrelang schwer hatten, sind dann doch meist diese, die keinen Rachegroll gegen einen hegen, oft sehr viel Selbsthumor besitzen und eine sehr freundliche und hilfsbereite Ader haben.

So lernte man sich praktisch neu kennen, und diese Erfahrung war eine sehr schöne. Für beide Seiten so denke ich.


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03.12.2018 um 17:47
@Redox
Wahrscheinlich wurden diese Leute nicht so extrem gemobbt wie manche hier oder auch ich. Ich denk wenn es nicht so schlimm oder extrem war dann geht das auch mit einem klassentreffen, manche und auch ich hatten kurz danach seelische zusammenbrüche und danach ging nichts mehr. Ich denk jetzt mal du hast etwa mein alter oder bist etwas jünger als ich, ich bin 30 und es ist mittlerweile über 10 jahre her aber ich könnte mir nicht vorstellen dorthinzugehen weil es mich damals so fertig gemacht hat.

Ich denk die paar abfälligen Sprüche kann man verzeihen, es geht sich da beim mobbing ja auch um viel extremere sachen wie Schläge oder andauerndes kleinreden und um das meiden von den personen etc.

Ich denk die leute sind heute deshalb viel stärker weil sie nicht die selben fehler machen möchten wie die mobber.


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

06.12.2018 um 09:14
Ich kann da ganz gut mitreden. Meine Erfahrungen in der Realschule waren dramatisch. Es gab danach mehrere Klassentreffen, aber ich war nie dabei und ich würde mich auch nie!!! dort blicken lassen, obwohl ich dort erhobenen Hauptes aufkreuzen könnte, da ich es vermutlich am weitesten gebracht habe.
Es gibt einige, denen ich nicht verzeihe. Wenn ich einen von denen zufällig treffe, begegne ich ihm freundlich und höflich und verabschiede mich schnell.

Meine Meinung: Es bringt nichts zu einem solchen Klassentreffen zu gehen, außer alte Wunden aufzureißen.

Ich hoffe für dich, dass du es schaffst, dich von diesen Erinnerungen zu distanzieren (vergessen kann man das nicht). Lass die Loser ihren eigenen Weg gehen und halte Kontakt zu den (wenigen?) wertvollen Menschen, die es in deiner Klasse vermutlich auch gab.


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

09.12.2018 um 12:51
@PedroThomaso

Nein,ich würde da nicht hingehen.Bekam mal 2010 eine Einladung,habe aber abgelehnt.
Ich wurde fertiggemacht,vorallem ging es vom Klassenvorstand aus.Ich will diese Person nicht sehen.
Wenige Jahre nachdem ich aus der Schule war,bekam ich Panikattacken,wenn eine Frau meinen Klassenvorstand ähnlich sah.....
Wiedersehen?Nur über meine Leiche!
Abgesehen hatte ich den anderen Kindern jahrelang nichts mehr zu sagen und dabei soll es auch bleiben!


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

09.12.2018 um 14:10
@Josie321
Ich hatte auch panikattacken die alles andere als schön waren. Klingt im großen und ganzen so als hättest du deine Erfahrungen noch nicht wirklich verarbeitet.


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09.12.2018 um 14:42
@PedroThomaso

Habe ich schon.Aber so 5 Jahre nach Schulende hatte ich noch Panikattacken.
Ich war aber trotzdem an einem Wiedersehen nicht interessiert!


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

09.12.2018 um 22:01
@Josie321
Wenn du unter den panikatacken leidest ist es natürlich keine gute idee dahin zu gehen.


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Ehemaligen- und Klassentreffen als langjähriges Ex-Mobbingopfer

23.12.2018 um 22:09
Ich bekam die schlafparalysen aber auch durch die medikamente.

Mittlerweile weiß ich das es schöafparalysen waren. Können schlafparalysen auch durch traumata ausgelöst werden?


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23.12.2018 um 23:22
Meine Schulzeit ist jetzt fast 30 Jahre her. Bin das letzte Mal vor rund 20 Jahren angefragt worden, wegen eines Klassentreffens.
Ich bin auch tatsächlich hingegangen.
Schwanzvergleiche en masse. Wirklich wie man es aus der alten Werbung kennt "Mein Haus, meine Frau, mein Auto, mein Boot". Leute, die ich in der Schulzeit mochte, wirkten fremd und irgendwie gab es keine gemeinsame Wellenlänge mehr. Leute, die mich in der Schulzeit links liegen ließen, ließen mich auch dann links liegen (Immerhin konsequent!) und selbst unser damaliger Klassenlehrer wusste gar nicht mehr, wer ich überhaupt bin oder war.

Das war mein letztes Mal und auf zukünftige Treffen kann ich gerne verzichten. Da geh ich lieber im Park die Tauben füttern. Die freuen sich wenigstens, wenn sie mich mit einem Stück Brot sehen.


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