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Klarnamenpflicht im Netz

340 Beiträge, Schlüsselwörter: Internet, Überwachung, Foren, Social Media, Klarnamen, Klarnamenpflicht

Klarnamenpflicht im Netz

15.02.2020 um 09:30
@Fennek

Wie in vielen Bereichen werden Verfahren ja erst wirkungsvoll erschaffen, wenn Gesetze dazu zwingen.
Ich schätze das es mittelfristig einfachere und billigere Methoden geben wird, eventuell bekommt man eine Art elektronischen Ausweis vom Amt oder ähnliches.
Optimist schrieb:Wie auch immer, so ein Gesetz wäre ein vollkommener Hemmschuh. Und ich empfinde die Begründung wegen Kriminalität nur als Vorwand dafür, dass der Staat Kontrolle will.
Denn wenn es wirklich nur um Kriminelle ginge...
... bei genügend krimineller Energie finden die immer einen Weg. Da wäre es unnötig alle Anderen bluten zu lassen um den geringen Prozentsatz fern zu halten (alles nur meine Meinung).
Was in Deutschland lässt Dich denn vermuten, das wir in einem Überwachungsstaat leben oder die Politik dahingehend steuert?

Es ist doch eher so, daß das Internet mittlerweile eine zu große Bedeutung hat, als das es weiter ein rechtsfreier Raum bleiben kann.

Dazu kommt doch, daß es damit die Gesetze der realen Welt aushebelt. Wie kann es sein, daß der Staat Dich vor Betrug, Verleumdung, Diebstahl in der realen Welt schützen soll, aber im Internet ist das alles ok und Maßnahmen, die zu mehr Sicherheit im Internet führen, werden verteufelt?


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15.02.2020 um 09:58
cejar schrieb:Dazu kommt doch, daß es damit die Gesetze der realen Welt aushebelt.
sehe ich nicht so, denn es gibt einen großen Unterschied:
In der realen Welt muss man Leben - ob man will oder nicht.
Im Internet muss man nicht leben, man kann sich raushalten, abschotten und braucht nichts preis geben (z.B. in Facebook).
Wenn nun jemand - der in Facebook gar nicht bekannt ist, jedoch dennoch über seinen realen Namen gemobbt wird, das ist dann wieder ein anderes Ding und natürlich schlimm.

Da sollte es wirklich Regelungen geben (solche Kommentare z.B. sofort löschen usw).
Aber Adressen - auch nur dem Betreiber - preisgeben finde ich eben daneben.
Im realen Leben tratschen doch auch Menschen untereinander und mobben Andere in der Öffentlichkeit (über Promis wird z.B. auch hergezogen) und da hat auch niemand ein Namensschild und Adresse um den Hals, wer sowas tut.
cejar schrieb:Wie kann es sein, daß der Staat Dich vor Betrug, Verleumdung, Diebstahl in der realen Welt schützen soll, aber im Internet ist das alles ok und Maßnahmen, die zu mehr Sicherheit im Internet führen, werden verteufelt?
weil es eben wie gesagt ein riesen Unterschied ist. Und was z.B. Diebstahl betrifft, da muss eben jeder verantwortungsvoll sein und sich selbst informieren und aufklären. Die Wohnung schließt man doch auch ab und lässt keine Fremden rein... bis auf Omis, welche auf Drücker reinfallen.
Wenn etwas im Internet passiert, gibts doch auch jetzt schon Möglichkeiten, da muss man nicht wieder was verschärfen und Kontrolle haben wollen.
cejar schrieb:Was in Deutschland lässt Dich denn vermuten, das wir in einem Überwachungsstaat leben oder die Politik dahingehend steuert?
eben solche angedachten Gesetze, weil dies mMn in keinster Weise Kriminalität verhindern können.
Kriminelle fnden immer einen Weg. Deshalb empfinde ich die Begründung "wegen Krimineller" als Ausrede.
Und Mobbing wird man damit sicher auch nicht verhindern können.

Das einzige was man erreichen würde, hatte ein anderer user gestern schon geschrieben, dass kleine Foren kaputt gehen und es dann nur noch groß "Monopole" gibt.
Ist vielleicht so gewollt? Wenn es nicht gewollt wäre, würde man über solch ein Gesetz nicht nachdenken, denn jedem logisch Denkendem müsste doch klar sein, dass es dann genau so kommen würde oder siehst du das anders?


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Klarnamenpflicht im Netz

15.02.2020 um 10:52
@Optimist

Wie Du siehst, sehe ich das komplett anders.

Ich bin nicht der Meinung das man bei Morddrohungen über soziale Medien einfach die Schuld beim Opfer sucht, schließlich ist er ja freiwillig in den sozialen Medien und ich finde tatsächlich Deinen Einlass dazu mehr als bedenklich. Auch wer Dinge freiwillig macht muss vor realer und verbaler Gewalt geschützt werden, wo kommen wir denn dahin, wenn wir tolerieren, daß beleidigt, bedroht, diffamiert werden darf und wir dann noch sagen selbst schuld, hättest dich ja nicht im den sozialen Medien sehen lassen müssen.

Und während für meine Generation soziale Medien noch eher als Option gesehen wird, ist es doch gerade für jüngere Generationen fast Pflicht, diese Medien zu nutzen um nicht ausgegegrenzt zu werden - dazu kommen noch die Personen des öffentlichen Lebens bei denen die Online-Präsenz erwartet wird, wie Politiker oder Kulturschaffende.


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15.02.2020 um 12:10
@cejar
okay, ich kann deine Argumente nachvollziehen und somit ziehe ich das mit dem Unterschied reales Leben vs Intenet (ob man teilnehmen muss oder nicht) zurück.

Aber dann vergleichen wir reales Leben und digitales Leben noch mal von einer anderen Warte aus, nämlich das hier (das jetzt Unterstrichene vor allem):
Optimist schrieb:was z.B. Diebstahl betrifft, da muss eben jeder verantwortungsvoll sein und sich selbst informieren und aufklären.
Die Wohnung schließt man doch auch ab und lässt keine Fremden rein...
Wenn etwas im Internet passiert, gibts doch auch jetzt schon Möglichkeiten, da muss man nicht wieder was verschärfen und Kontrolle haben wollen.
Optimist schrieb:Im realen Leben tratschen doch auch Menschen untereinander und mobben Andere in der Öffentlichkeit (über Promis wird z.B. auch hergezogen) und da hat auch niemand ein Namensschild und Adresse um den Hals, wer sowas tut.
Also in Kurzform:
- im r.L kann man Kriminelle, Hetzer und Mobber ermitteln und bestrafen ... und im dig.L. genau so
- im r.L hat niemand seinen Namen und Adresse auf der Stirn, es muss ermittelt werden, wenn Unrecht geschehen ist ... und im dig. L. genauso.

Deshalb bleibe ich bis jetzt noch bei dieser Meinung:
cejar schrieb:Was in Deutschland lässt Dich denn vermuten, das wir in einem Überwachungsstaat leben oder die Politik dahingehend steuert?
Optimist schrieb:eben solche angedachten Gesetze, weil diese mMn in keinster Weise Kriminalität verhindern können.
Kriminelle fnden immer einen Weg. Deshalb empfinde ich die Begründung "wegen Krimineller" als Ausrede.
Und Mobbing wird man damit sicher auch nicht verhindern können.
Optimist schrieb:Das einzige was man erreichen würde, ... dass kleine Foren kaputt gehen und es dann nur noch große "Monopole" gibt.
Ist vielleicht so gewollt?
Wenn es nicht gewollt wäre, würde man über solch ein Gesetz nicht nachdenken, denn jedem ... müsste doch klar sein, dass es dann genau so kommen würde oder siehst du das anders?
Vor allem zu dem Letzen würde mich auch noch mal deine Meinung interessieren?


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16.02.2020 um 04:59
@cejar
hab gesehen, dass du seit meinem Beitrag woanders noch was gepostet hast.
Nun gehe ich also davon aus, du möchtest mir hier nichts mehr antworten? Schade.
Oder kann ich davon ausgehen, dass dich meine Argumente überzeugt haben? :)


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16.02.2020 um 11:37
@Optimist

Leider sind die momentanen Möglichkeiten nicht ausreichend - eben weil Du Dich mit falschen Namen in den sozialen Medien anmelden kannst. Aktuell kann man die IP Adresse rausfinden - die aber von mehreren Personen genutzt werden kann oder in einem ganz ungünstigen Fall aus eine Internet-Café kommt.

Aber nun zu dieser These:
eben solche angedachten Gesetze, weil diese mMn in keinster Weise Kriminalität verhindern können.
Kriminelle fnden immer einen Weg. Deshalb empfinde ich die Begründung "wegen Krimineller" als Ausrede.
Und Mobbing wird man damit sicher auch nicht verhindern können.
Kaum eine kriminaltechnische Methode verhindert Kriminalität direkt sondern hilft bei der Aufklärung. Beispielsweise verhindern DNA Proben, Hausdurchsuchungen, Telefonüberwachungen auch keine Verbrechen - lediglich indirekt, denn je höher die Wahrscheinlichkeit ist, das ein Verbrechen aufgedeckt wird, desto schwerwiegender die Entscheidungsfindung, tatsächlich ein Verbrechen zu begehen. Auch für diese ganzen Mittel mussten erstmal gesetzliche Grundlagen erschaffen werden, dennoch möchte man doch nicht abstreiten, das eine Hausdurchsuchung bei Verbrechern nötig und angemessen ist.

Und nun gibt es genau so ein Instrument, das die Ermittlungen vereinfacht OHNE das ein User tatsächlich unter Klarnamen posten muss und damit Reaktionen befürchten kann. Nun wird bei einer Straftat der Anbieter kontaktiert und schon hat man zumindest eine gute Vorstellung, wer der Täter ist, auch hier werden natürlich einige Spitzfindige Möglichkeiten finden, aber das ist bei allen Verbrechen so - aber der Otto-Normalverbraucher wird mal überlegen, ob er Straftaten im Netz begeht.

Ich mache mir auch keine Sorge darüber, das irgendjemand beispielsweise die Datenbank von Allmystery hackt - welchen Nutzen sollte derjenige haben? Was bringt einem Hacker nun die Möglichkeit meinen Nicknamen mit meinem tatsächlichen Namen zu verbinden? Will er mich erpressen? Im Zweifelsfall stehe ich immer hinter dem was ich hier sage und schäme mich nicht dafür, und selbst wenn nun jmd der mich kennt meine Kommentare hier liest und weiß das ich die geschrieben habe- so what?
Optimist schrieb:Das einzige was man erreichen würde, ... dass kleine Foren kaputt gehen und es dann nur noch große "Monopole" gibt.Ist vielleicht so gewollt? Wenn es nicht gewollt wäre, würde man über solch ein Gesetz nicht nachdenken, denn jedem ... müsste doch klar sein, dass es dann genau so kommen würde oder siehst du das anders?
Darauf bin ich schon eingegangen - aus meiner Erfahrung werden effiziente Methoden meist entwickelt wenn eine der Gesetzgeber dazu Anlaß gibt - beispielsweise durch neue Gesetze. Ich glaube das es mittelfristig kostengünstigere und schnellere Möglichkeiten geben wird um Online seine Identität zu bestätigen, sei es durch eine Art Online-Pass oder eine Art Nummer kombiniert mit Fingerabdruck oder was ganz anderes.


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16.02.2020 um 15:34
Zur einfacheren Verfolgung von Straftätern klingt es sinnvoll, aber sein wir doch mal ehrlich:
wer kriminelle Energie hat und Schlechtes macht im Internet, der würde immer einen Weg finden, dieses Ganze zu umgehen.
Daher weniger sinnvoll, greift evtl eher als Abschreckung gegen Hetze und Mobbing.

Für den normalen Durchschnittsmenschen eher ne unschöne Sache. Finde ich nicht gut. Datenschutz halte ich sowieso für eine ziemlich wackelige Angelegenheit. Man kann jetzt schon viel zu viel im Internet nachvollziehen und Hacker wird es immer geben, die Daten abziehen.

Daher: wenn das kommt, dann verabschiede ich mich aus dem Internet. Fakt.


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16.02.2020 um 18:55
@cejar

Deine Argumente klingen schon plausibel. Einige meiner Einwände sind nun vom Tisch.
Eines aber nicht und zwar wegen solcher Reaktionen:
Yael schrieb:wenn das kommt, dann verabschiede ich mich aus dem Internet. Fakt.
fänd ich nicht gut, wenn Viele so reagieren würden.
Kleine Foren würden dann vielleicht nicht aus finanziellen Gründen "sterben" sondern wegen fehlender user und es würden also doch nur die Großen übrig bleiben.
Es bleibt also noch bei meinem Argument, dass die Gefahr von "Monopolen" besteht und da könnte man dann wirklich fragen, ob das evtl. gewollt wäre?

Desweiteren:
Einerseits will man so wenig wie möglich Kontrollen, z.B. wehren sich manche Interessengruppen verbal mit Händen und Füßen gegen mehr Videoüberwachung usw. (wo dies in meinen Augen tatsächlich abgebracht wäre, da mehr vorzubeugen).
Und andererseits haben einige - wie du z.B. @cejar - nichts gegen mehr Kontrolle im Internet.
Ist für mich irgendwie ein Widerspruch.

Und ich hätte nichts gegen mehr Kontrolle, aber nur da wo es angebracht wäre und effektiv was bringt - bei Abwägung aller Vor- und Nachteile (z.B. dass dann eben user ausbleiben wäre ein Nachteil).


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Klarnamenpflicht im Netz

22.02.2020 um 18:05
Ich bin dafür und hätte überhaupt kein Problem damit.

Ich stehe zu dem was ich tue/schreibe.

Ebenso glaube ich nicht, dass dadurch mehr Verbrechen stattfinden würden.

Vorteilhaft daran wäre auch, dass dann jeder genauer überlegt, was er schreibt - es könnte ja Konsequenzen haben (Beruf).


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23.02.2020 um 04:16
FerneZukunft schrieb:Vorteilhaft daran wäre auch, dass dann jeder genauer überlegt, was er schreibt - es könnte ja Konsequenzen haben (Beruf).
naja das sehe ich wieder etwas kritisch, da man sich ja dann automatisch zurücknimmt und natürlich nicht mehr ganz so offen seine Meinung herausposaunt...denn man sägt sich ja nicht den Ast ab auf dem man sitzt bzw. seine "Geldquelle".
So könnte eine Art Zensurgesellschaft entstehen, wenn jeder gleich berufliche Konsequenzen zu befürchten hätte, das kann nicht gut sein.
Siehe China.


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23.02.2020 um 07:50
FerneZukunft schrieb:Ebenso glaube ich nicht, dass dadurch mehr Verbrechen stattfinden würden.
Vermutlich nicht. Aber signifikant weniger würden sie auch nicht werden, wie hier ja schon festgestellt wurde, da viele Leute sich im Netz bereits mit Klarnamen zeigen und sich dadurch nicht von Hetze usw. abhalten lassen.


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23.02.2020 um 08:01
knopper schrieb:da man sich ja dann automatisch zurücknimmt und natürlich nicht mehr ganz so offen seine Meinung herausposaunt...denn man sägt sich ja nicht den Ast ab auf dem man sitzt bzw. seine "Geldquelle".
So könnte eine Art Zensurgesellschaft entstehen,
DDR relouded... Da hat sich auch jeder überlegt, was er in der Öffentlichkeit sagt und aufgepßt, das er nur das von sich gibt, was offiziell gewünscht oder toleriert wurde, um keine Nachteile zu haben.
Das nennt man "Gleichschaltung".
Wer sowas befürwortet, hat wohl nie in einer Diktatur gelebt...


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23.02.2020 um 10:53
Vomü62 schrieb:DDR relouded... Da hat sich auch jeder überlegt, was er in der Öffentlichkeit sagt und aufgepßt, das er nur das von sich gibt, was offiziell gewünscht oder toleriert wurde, um keine Nachteile zu haben.
Das nennt man "Gleichschaltung".
Wer sowas befürwortet, hat wohl nie in einer Diktatur gelebt...
Soviel Unsinn...

Du kannst weiterhin alles schreiben und sagen was Du willst, sollte dies jedoch justiziabel sein, dann können Ermittler Behörden Deine Kontaktdaten anfordern.

Was Gleichschaltung bedeutet, solltest Du besser noch mal nachschlagen, bevor Du Dich weiter verrennst.


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23.02.2020 um 10:57
@cejar
Der Punkt ist aber, dass man Postings im Internet mit einer Rede auf einer Bühne vor einem Publikum vergleichen kann. Dort würde man nicht unbedingt alles mögliche ausplaudern, oder? Es gibt da gewisse intime Dinge, über die man eventuell bloss im Schutze der Anonymität schreiben würde.


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23.02.2020 um 11:00
Für Jugendliche unter 16 bringt die Klarnamenpflicht Schwierigkeiten. Für den Jugendschutz gar nicht so schlecht, aber im Grundsatz meiner Ansicht nach viel zu pauschal.
Der am heutigen Freitag im Bundesrat nach einer Länderinitiative aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern diskutierte Entwurf zu einer Verschärfung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) sperrt Jugendliche unter 16 Jahren praktisch aus allen mitgliederstarken Foren und Spieleplattformen aus.

Die Vorlage (Drucksache 70/20) enthält in Paragraph 3 Klarstellungen zu den vorab in Medien-Interviews verharmlosend nur "Klarnamenpflicht" genannten Begrifflichkeiten. Demnach sollen soziale Netzwerke und - neu - auch Spieleplattformen mit mehr als zwei Millionen inländischen Nutzern die Namen und die Anschrift ihrer Nutzer nicht nur erfassen, sondern sie auch verifizieren.


Klarnamenpflicht < Identifikationspflicht
Die Identifikation soll demnach per amtlichen Ausweis, elektronischem Identitätsnachweis beziehungsweise mit einer qualifizierten elektronischen Signatur oder einem anerkannten elektronischen Identifizierungssystem erfolgen. Letzteres kennt man als Postident.

Der Haken daran: Kinder und Jugendliche haben in Deutschland in der Regel erst ab 16 Jahren einen Personalausweis, davor kann er lediglich auf Wunsch der Eltern ausgestellt werden. Ob ein Kinderreisepass als Ausweis anerkannt wird, ist nicht bekannt. Kommt der Entwurf so durch, wäre die Folge, dass sich Kinder und Jugendliche in sozialen Netzwerken und Gaming-Plattformen nicht mehr anmelden können, da ihre Betreiber sie nicht vorlagenkonform identifizieren können.
Quelle: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Klarnamenpflicht-Jugendliche-fliegen-aus-Foren-und-Spieleplattformen-4660754.htm...


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Klarnamenpflicht im Netz

23.02.2020 um 11:40
cejar schrieb:sollte dies jedoch justiziabel sein, dann können Ermittler Behörden Deine Kontaktdaten anfordern.
Käse. Wenn ich schon die Diskussionen darüber lese, was wer als "Hetze", "Rassistisch" usw. usf. einstuft, dann ist doch der Willkür Tür und Tor geöffnet, und natürlich der Selbstzensur.
Wenn ich also vermeiden will, das irgendjemand mich verklagen/anzeigen/denunzieren will, dann sage ich meine Meinung nicht in der Schärfe, die m.M. nach angebracht ist. Wenn jedes Schneeflöckchen meint, sich beim geringsten Sonnenstrahl in seiner Wohlfühlblase beeinträchtigt zu werden und gegen mich aktiv werden zu müssen, dann haben wir eben solche verhältnisse wie in der DDR, wo man schon mal bei Massenveranstaltungen beim Machen von "unangebrachten" ,"staatsfeindlichen" Witzen einen Ellenbogen ins Kreuz bekommen hat, weil der Hintermann meinte, man solle das Maul halten.
Und genau das sehe ich hier kommen.
So, und nun halte ich mein Maul, ich hab keine Lust, auf meine alten Tage von Euch Mimosen eins reingewürgt zu bekommen, bloß weil ich keine Schneeflöckchensprache benutze.


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23.02.2020 um 15:01
knopper schrieb:das sehe ich wieder etwas kritisch, da man sich ja dann automatisch zurücknimmt und natürlich nicht mehr ganz so offen seine Meinung herausposaunt
Wenn Du anonym in einem Forum schreibst, wie es bei Deinem Arbeitgeber zugeht? Die betreffende Firma kannst Du eh nicht nennen, somit werden sich die Zustände nicht ändern.
Zustände am Arbeitsplatz kann man entweder still schweigend hinnehmen, oder man geht zu Arbeiterkammer/Gewerkschaft, Beratungsstellen oder zum Rechtsanwalt.
Wenn sich jemand (auch anonym) als radikal, diskriminierend, kriminell,… outet, wird er ausgeschlossen.

Das Einzige, was man anonym schreiben könnte, ist, dass man seinen Partner/in betrügt, seine Freunde ausnutzt,…. Bringt das etwas?
Luminita schrieb:Aber signifikant weniger würden sie auch nicht werden, wie hier ja schon festgestellt wurde, da viele Leute sich im Netz bereits mit Klarnamen zeigen und sich dadurch nicht von Hetze usw. abhalten lassen.
Menschen, die sich offen zu etwas bekennen, sind mir lieber, als die Mauerblümchen. Real brav, ruhig, verständnisvoll,.... und anonym im Netzt aufdrehen

Eines passt für mich nicht zusammen. Im Internet will man beim Schreiben anonym bleiben und ist übervorsichtig. Im Realleben wird aber häufig vergessen, dass alles kameraüberwacht ist. In einer Autowaschstraße ist beispielsweise das Zeichen „Videoüberwachung“ vor der Einfahrt deutlich sichtbar – man glaubt nicht, wobei sich die Leute bei der Durchfahrt filmen lassen und nein, der Waschschaum an der Autoscheibe deckt nicht alles ab. Das Video war sehr amüsant….


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Klarnamenpflicht im Netz

23.02.2020 um 15:16
FerneZukunft schrieb:Im Internet will man beim Schreiben anonym bleiben
Man muss anonym bleiben,nicht man "will".
Das wäre tatsächlich das Ende der Meinungsfreiheit.
Wie soll Ich mich bspw. negativ über unsere Regierung äußern,ohne gleich den Verfassungsschutz
auf den Hals geschickt zu bekommen?
Oder als Volksverhetzer gejagt zu werden?

Dann könnte Ich niemals von Herrn Schäuble sagen:
"Vom Attentatsopfer zum Rollstuhltäter"
(nur so als Beispiel)


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23.02.2020 um 15:29
Klarnamenpflicht wird sicherlich irgendwann kommen.
Aber was führt denn dazu, daß Menschen sich im Internet benehmen wie sie es im RL nicht tun? Ganz klar, die Anonymität.
Wenn man in Beiden Welten erstmal dieselbe Voraussetzung schaffen will, müsste man eine EchtBildPflicht einführen.
Wenn ich im RL jemanden beleidige ist ja immer mein Gesicht im Spiel und nicht meine Identität. Das ist selbstverständlich.
Das sehe ich aber noch viel unerreichbarer als Klarnamenpflicht.


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23.02.2020 um 15:45
LuckyLook schrieb:Wie soll Ich mich bspw. negativ über unsere Regierung äußern,ohne gleich den Verfassungsschutz
LuckyLook schrieb:"Vom Attentatsopfer zum Rollstuhltäter"
Ich würde mich auch solche Dinge öffentlich sagen trauen. Bei uns herrscht Meinungsfreiheit - da wird niemand wegen seiner politischen Meinung eingesperrt.
Es gibt aber leider viele Länder, wo man so etwas nicht öffentlich sagen dürfte.


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