schnüffelnase schrieb:Jeder darf sich doch mittlerweile als "Opfer" bezeichnen oder von sich behaupten eins zu sein. Das ist doch mainstream mittlerweile.
Na gut, vielleicht bin ich da zu kritisch. Ich halte es aber nicht unbedingt für ein glückliches Signal, wenn Politiker jemandem Raum geben, der strafrechtlich relevante Vorwürfe gegen eine konkrete Person bisher nur via soziale Medien oder über die Presse erhoben hat. Man muss da nicht unbedingt Nachahmer ermutigen. Den folgenden Aufsatz dazu finde ich, obwohl nicht mehr ganz frisch, immer noch lesens- und bedenkenswert:
https://www.telemedicus.info/das-internet-ist-kein-privater-richtplatz/Um nicht missverstanden zu werden: Gewalt gegen Frauen ist selbstverständlich ein Thema, das nicht nur gesellschaftlich, sondern auch politisch diskutiert werden muss.
Ich frage mich nur, ob Klöckner/Bär dafür unbedingt Shelby einladen mussten. Ich hätte das Opfer eines rechtskräftig verurteilten Sexualtäters mindestens ebenso geeignet gefunden. Erstens hätte da festgestanden, dass es sich wirklich um ein Opfer handelt, zweitens hätte dieses Opfer aus eigener Erfahrung darüber berichten können, wie es ihm im Ermittlungs- und Strafverfahren ergangen ist, ob ausreichende psychologische Opferhilfe da war, welche subjektiv vielleicht als unwürdig empfundene Befragungen von StA, Gericht, aber vor allem von der Verteidigung des Angeklagten sich das Opfer gefallen lassen musste, wie schwer es evt. gewesen ist, Opferentschädigung zu bekommen. Da hätten Klöckner/Bär dann auch konkrete Empfehlungen mitnehmen können, was sich da für Opfer gesetzlich verbessern könnte.
Oder man hätte eine oder mehrere Bewohnerinnen eines Frauenhauses mitsamt jemandem vom Betreuungspersonal einladen können, da hätte man auch Erkenntnisse sammeln können. Aber vielleicht ist das alles ja passiert, und Shelby ist nun zusätzlich eingeladen. Irgendwelchen Erkenntnisgewinn versprechen sich Klöckner/Bär ja offenbar von der Einladung.