Snowman_one schrieb:Denn es ist einfach nichts mehr passiert.
Auch die Dame am Timessquare bei Regen, die das Filmmachen revolutionieren sollte, hat noch keine Filme hervorgebracht.
Trailer ja, Filme nein.
Das ist aber nicht, weil es noch nicht so weit ist. KI kann halt nicht mehr.
Wie gesagt, es basteln Laien schon kleine Kurzfilme (paar Minuten) oder Musikvideos (inkl. die Musik dafür) damit, in einer recht guten visuellen Qualität.
Wenn das gerade für Privatpersonen und Endverbraucher kein revolutionieren ist, weiß ich auch nicht weiter. Ich hab schon vor 1-1,5 Jahren mit Suno Radiohits produziert, bzw. Songs, die man qualitativ nicht mehr wirklich von nicht-generativen Werken unterscheiden kann. Mittlerweile wurde das nur besser von der Qualität. In der Version 2.5 oder 3 (vor 1-2 Jahren) etwa war vieles noch sperrig und von der Sprachqualität als generativ oder sagen wir mal heftig geauto-tuned erkennbar. Mittlerweile? Nahtlos.
Was Videogenerierung angeht sind gerade Minimax Hailuo, Kling und Veo ganz gut dabei. Sora (V2) ist IMO noch zu clunky bzw. vom Stil her zu markant erkennbar (schlechter).
Ist natürlich immer die Frage welchen Anspruch du stellst. Wenn du nur ich sage mal Hollywood-ähnliche tripple A Filmwerke mit bester narrativer Kohärenz und Länge von mindestens ner Stunde oder so zählen willst, ist es da noch rar, auch für Privatpersonen zu teuer/aufwändig. Und Hollywood etc. nutzt so was vermutlich noch nicht wegen backlash-Potenzial.
Aber von dem was ich bisher sehe und was sich auch Privatpersonen (paar hundert Dollar Abo und ggf. Editierungskosten on top) leisten können ist das Potenzial für Kurzfilme oder aufwendigere Werke da, wenn sich genug Leute dransetzen. Wenn ich mir den Fortschritt der letzten ~3 Jahre anschaue und dann - sofern Blase nicht platzt und Technik gehemmt wird - annehme, dass ähnlicher Fortschritt in den nächsten 3 Jahren weitergehen könnte, dann Prost Mahlzeit. Ich rede hier jetzt vom reinen Verbessern der Technik und ggf. der Möglichkeit, für Endnutzer längere Clips mit mehr Kohärenz und weniger zusätzlichem Editierungsaufwand zu erstellen - unabhängig davon was Hollywood macht.
Kurzfilme und das was man früher Machinimas nannte sind schon möglich und da, wenn auch oft je nach Modell schwierig oder je nach Stil und Ahnung erfordert es ggf. noch zusätzliche Editierungskenntnisse oder ein 2. oder 3. Modell zum Feinschliff.
Hier ein Beispiel für ein Musikvideo, wo alles KI-generiert ist und dann noch hier und da nachbearbeitet wurde:
Ego [Jailhouse Lock]Stills - Hailuo
Video Generation - Hailuo/ Headra
Music Generation - Suno
Image Editing - Pixlr
Sound & Video Editing - Filmora Wondershare
3D Model/ Point Cloud - Agisoft Photoscan/ Cloud Compare
Quelle: Vom jeweiligen YT Videoupload (habe Reddit-version verlinkt weil die von der Auflösung etwas besser skaliert scheint)
Wer das unabhängig der Geschmackspräferenz zu Musik oder Aesthetik immer noch für "gimmicky" hält: Puh, keine Ahnung. Da wird von Laien oder kleinen Teams Zeug produziert, wofür man früher ein aufwändiges Produktionsteam usw. gebraucht hat und das tausende Dollar gekostet hätte. Das gibts mittlerweile in "Studioqualität" für Laien für ein paar hundert Dollar, wenn sie wissen wie sie mit welchen Tools umgehen müssen und halbwegs kreative und narrative Ahnung haben.
martenot schrieb:Zumindest was einfachere Abfragen betrifft,
Man sollte KI/LLM nicht nur als Chatbots die man was fragen kann sehen sondern auch andere use-cases bedenken bzw. bewerten. Ich denke zumindest, dass das in einer allumfassenderen Bewertung der Technik wichtig ist. Bei Sachfragen und RPG/DND-Interaktionen (ich nutze KI/LLM-Anbieter auch für roleplay bzw. DND), da winke ich oft selbst ab weil ständig viele Fehler gemacht werden. Bei diversen Modellen.
Bei generativen kreativen use-cases, wie Bilder, Audio, Video? Puh, da ist die Technik schon je nach Modell und eigener Kreativität ziemlich krass oder nützlich. Ein Beispiel habe ich ja oben verlinkt. Für mich ist das Zeug, was man vorher nur im Fernsehen als Hochwert-Produktion erwarten konnte. Und jetzt kann das quasi "Jedermann" (bzw. -frau) mit weitaus geringen Hürden.