@calligraphie HateAid selbst definiert es da schon etwas klarer.
Was ist das größte Problem mit Deepfakes?
Josephine Ballon: Das allergrößte Problem ist, dass es selbst für technische Laien wahnsinnig einfach ist, Deepfakes zu erstellen. Dafür braucht man nicht mehr als ein Profilbild von Instagram oder LinkedIn, um dieses Bildmaterial zu erstellen. Da gibt es Apps für oder auch Browser-Angebote. Dann können die im Internet hochgeladen werden.
Und in dem Moment, wo das passiert, verlieren diejenigen, die es hochgeladen haben, jegliche Kontrolle darüber. Das zweite Problem ist, dass Deepfakes nicht explizit strafbar sind, sondern dass es sich da bisher maximal um einen Bagatelldelikt handelt und es keinen Straftatbestand gibt, der explizit auch den sehr schweren Eingriff in das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung abbildet.
Das heißt, rechtliche Möglichkeiten sich zu wehren, haben Opfer da gar nicht?
Ballon: Doch, es gibt Möglichkeiten. Es handelt sich dabei in der Regel um eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild. Aber das ist etwas, was nur sehr selten strafverfolgt wird. Auch die Ermittlungen sind sehr aufwendig, weswegen die Strafverfolgungsbehörden meistens entscheiden, die Strafverfahren einzustellen. Das liegt auch daran, dass es sich eher um "leichte" Straftaten handelt.
Ballon Wir brauchen einen Straftatbestand, der explizit das Phänomen von sexualisierten Deepfakes und den damit verbundenen Eingriff in das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung abbildet. Außerdem darf dieser Straftatbestand kein Bagatelldelikt bleiben.
Quelle:
https://www.ndr.de/kultur/gesellschaft/juristin-zu-deepfakes-rechtlich-gelten-sie-als-bagatelldelikte,deepfakes-110.html?utm_source=firefox-newtab-de-deIch muss gestehen, je mehr ich in diesem Fall lese, bin ich ebenfalls hin- und hergerissen. Auf der einen Seite, das durchaus öffentlich zu machen, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen und auf der anderen - die Wahrung der Unschuldsvermutung. Daher finde ich es eigentlich gut, dass viele Juristen sich hierzu äußern. Warum auch nicht, ne? Immerhin haben sie das nicht umsonst studiert und es ist ihr Fachgebiet und viele derer vertreten nunmal diejenigen, die in der Öffentlichkeit stehen. Und die rechtliche Seite ist nicht unwichtig. Auch für die, die sich solidarisieren.
Zu Roth geb ich dir durchaus recht! Nicht nur über diesen Fall sollte sie Heulen.
:|Es kann übrigens nicht jeder einfach in Spanien Klage einreichen. CF kommt zugute, dass sie dort leben und Spanien einfach eine andere Gesetzeslage hat und wie schon im anderen Artikel erwähnt, kommt das u.U. auch CU zugute, weil die öffentliche Vorverurteilung dort nicht gegeben ist. Die beurteilen den Fall einfach sachlich. Hier ist es derzeit emotional aufgeheizt. Dennoch habe ich das Gefühl, dass CF einfach offiziell eine große Öffentlichkeit erreichen wollte, um aus der Opferrolle rauszutreten und allen, die diese deepfakes konsumieren und ihr Umfeld, das diese erhalten hat, davon in Kenntnis zu setzen, dass nicht sie selbst dahinter steckt.
Den Punkt finde ich übrigens eh strange, dass irgendjemand überhaupt gedacht haben könnte, dass sie selbst solche Aufnahmen an randoms verschickt oder ihrem Umfeld. Unglaublich, dass da jahrelange Online-Beziehungen geführt worden sein sollen.
:palm: