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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

1.969 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Missbrauch, Vertrauen, Häusliche Gewalt ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

09.06.2026 um 21:24
Zitat von watnuwatnu schrieb:Das muss er doch auch vorher gewusst haben, dass diese Journalistin schon mal an einer Geschichte beteiligt war, gegen die er vorgegangen ist. Das weiß er doch!"
Die Geschichte dazu ist übrigens folgende:
Im August 2022 veröffentlichte Kunze mit zwei weiteren Autorinnen einen Zeit-Artikel über ab 2019 gegen den Berliner Galeristen Johann König erhobene Vorwürfe der sexuellen Belästigung und des Machtmissbrauchs.[6] Königs Anwalt Christian Schertz erwirkte vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung (Az. 324 O 397/22) wegen falscher Tatsachenbehauptungen und unzulässiger Verdachtsberichterstattung. Mit dem Urteil des Gerichts wurden Teile der Berichterstattung untersagt.[7] Die Zeit entfernte und veränderte Passagen des Artikels, der weiterhin online ist.[8
Quelle: Wikipedia: Anne Kunze

Danke ansonsten für die Transkriptierung aus dem Podcast. Interessant


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

09.06.2026 um 22:25
Dieses "Tischgespräch" in Anwesenheit der ZEIT-Autorinnen, über dessen Existenz unter dem Titel "Herr Ulmen möchte nun doch nicht" in der ZEIT berichtet wurde, ohne in den Inhalt zu gehen, das war ja Ende März 2026.

Vor neun Wochen.
Ob Herr Rossi, äh Herr Ulmen nochmals sein Glück (ver-)suchen wird, ein öffentliches Statement abzugeben? Offensichtlich ist der Sachverhalt zu komplex, um ihn bei Insta oder auf X/twitter darzulegen.

Welche Wege wären sinnvoll?


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

10.06.2026 um 07:08
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:Welche Wege wären sinnvoll?
Schweigen, das ist der einzige sinnvolle Weg für CU.
Und den Kaffee wie immer mit Milch trinken, nichts weglassen oder Menge ändern, sonst hagelt es wieder Artikel und Analysen was dahinter stecken könnte.
Ich finde es echt Schade wie Sensationsbohei diesen gesellschaftlich wichtigen Fall zerstört.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

10.06.2026 um 08:05
Zitat von watnuwatnu schrieb:Es ging mir um Ausgewogenheit bzw., dass nicht nur die Ansicht der einen Partei (Medienanwälte) im Thread steht
das ist doch eh nicht der Fall, dass nur die Ansicht der einen Partei hier steht, im Gegenteil.
Und im Podcast wird auch im Grunde nicht anders darüber geredet, als wir es hier machen. Also für mich nichts Neues.
Es gibt im Moment eben nicht wirklich etwas Neues, da muss man abwarten, ob noch etwas kommt und wenn, was da noch kommt. Z.B. ob Anklage erhoben wird gegen Ulmen.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

10.06.2026 um 09:44
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:Welche Wege wären sinnvoll?
Es kommt drauf an, was er möchte.und was die Zielgruppe ist. Will er wieder in der Branche auf die Beine kommen, so ist vermutlich absolute Reue notwendig (im Sinne von "Fetisch, mache jetzt Therapie, tut mir alles leid" usw.). Möchte er lediglich, dass er eine bestimmte Zielgruppe ansprechen, die ihm jetzt etwas gewogen ist, müsste er weiter Zweifel säen.

@watnu Danke für den Podcast-Tipp.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

10.06.2026 um 13:44
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:nicht der Fall, dass nur die Ansicht der einen Partei hier steht, im Gegenteil.
Ich habe doch ausdrücklich geschrieben, wen ich als Partei bezeichne:
Zitat von watnuwatnu schrieb:dass nicht nur die Ansicht der einen Partei (Medienanwälte) im Thread steht (...) schon verlinkte Erklärung der Medienanwälte (...) Der u. g. FAZ-Artikel geht kurz auf die Reaktion der anderen Partei (ZEIT) ein.
- -
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Und im Podcast wird auch im Grunde nicht anders darüber geredet, als wir es hier machen.
Abgesehen davon, dass ich mich (o. a. UserInnen) nicht als Partei bezeichnete: Ich schaue gerne über den Tellerrand hinaus und finde den Podcast interessant. Wer nicht an den medienrechtlichen Aspekten interessiert ist, muss ihn nicht anhören. Das bleibt jeder/jedem selbst überlassen.
- -
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Also für mich nichts Neues.
Mir geht es auch nicht darum, hier spektakuläre Neuigkeiten oder z. B. Promi-Getratsche zu verbreiten. Deshalb meine Info, worum es mir in meinem gelöschten FAZ-Zitat ging. Damit wissen auch Diejenigen, die hier andere Interessen haben, dass sie nichts verpasst haben.

- -
Zitat von KTGKTG schrieb:Podcast
War ein Zufallsfund, als ich nach einem Ersatz für die FAZ, also einem zitierbaren Statement der ZEIT bzw. der Autorinnen suchte ;)


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

10.06.2026 um 13:54
Zitat von watnuwatnu schrieb:Ich habe doch ausdrücklich geschrieben, wen ich als Partei bezeichne:
ja, habe ich auch verstanden
Zitat von watnuwatnu schrieb:Abgesehen davon, dass ich mich (o. a. UserInnen) nicht als Partei bezeichnete:
bezeichne ich hier irgendwelche user als Partei oder warum die Anmerkung?
Zitat von watnuwatnu schrieb:Wer nicht an den medienrechtlichen Aspekten interessiert ist, muss ihn nicht anhören. Das bleibt jeder/jedem selbst überlassen.
aber ich darf schon noch meine Meinung abgeben?
Zitat von watnuwatnu schrieb:Damit wissen auch Diejenigen, die hier andere Interessen haben, dass sie nichts verpasst haben.
:D was soll man denn da "verpassen"?


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

10.06.2026 um 14:06
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:was soll man denn da "verpassen"?
Den Inhalt des FAZ-Artikels, den du aufrufen wolltest.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

11.06.2026 um 07:23
CF geht mit ihrem spanischen Anwalt in die nächsthöhere Instanz, um das Verfahren auf Mallorca zu halten.
Ein Gericht auf Mallorca hat die Abgabe des Ermittlungsverfahrens in der Sache der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die deutsche Justiz bestätigt. Ein Widerspruch von Fernandes gegen eine gleichlautende frühere gerichtliche Entscheidung sei zurückgewiesen worden, bestätigten die Rechtsanwälte beider Seiten auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatte bereits die »Mallorca Zeitung« entsprechend berichtet. Eine Justizsprecherin antwortete zunächst nicht auf eine Anfrage.

(...)

Im April hatte das Gericht schon einmal entschieden, den Fall nach Deutschland abgeben zu wollen. Dagegen hatte Fernandes’ spanischer Rechtsanwalt Jorge Agüero Lafora Widerspruch eingelegt, nun ist dieser abgelehnt worden. Fernandes will nach Angaben von Lafora weiter, dass das Verfahren gegen ihren Ex-Mann bei der Justiz auf Mallorca bleibt und die Ablehnung ihres Widerspruchs von der nächsthöheren Gerichtsinstanz überprüft wird. »Rechtsmittel sind eingelegt«, teilte der Rechtsanwalt auf Anfrage mit.
Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/collien-fernandes-spanisches-gericht-will-fall-fernandes-nach-deutschland-abgeben-a-03b16a6c-2045-4938-8e55-2479f466e4f2
vom 10.06.2026

Ihre Hoffnung liegt auf den Gesetzen und der Justiz in Spanien, spezialisiert auf Gewalt gegen Frauen, auch im digitalen Bereich.
In Spanien gibt es anders als in Deutschland Sondergerichte und spezialisierte Staatsanwaltschaften zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.
Quelle: siehe oben

Der Fall Fernandes/Ulmen ist nun auch auf ihrer Insel angekommen: Die "Mallorca Zeitung" berichtet.
Zuvor hatte bereits die »Mallorca Zeitung« entsprechend berichtet.
Quelle: siehe oben


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

11.06.2026 um 14:25
Zitat von KTGKTG schrieb:Will er wieder in der Branche auf die Beine kommen, so ist vermutlich absolute Reue notwendig (im Sinne von "Fetisch, mache jetzt Therapie, tut mir alles leid" usw.).
So konnte er evtl. CF hinhalten. Ähnlich wie es CF bezüglich der Vorwürfe der körperlichen Gewalt gegen CU erzählte (s. u., Interview).
Möglicherweise hatte CF zuerst darauf vertraut, dass CU wenigstens so viel Anstand besitzt, öffentlich zuzugeben, dass nicht sie, sondern er hinter den Accounts steckte, über die er über 10 Jahre lang Inhalte an Hunderte Empfänger verschickte - und damit an Hunderte potenzielle Multiplikatoren (einfache Weiterverbreitung digitaler Inhalte). Wie geschrieben, hätte man m. E. die Verletzungen und (Ruf-)Schädigung, die CF erlitten hat, auf anderem Weg nicht mehr einfangen können.
CU hätte ansonsten öffentlich keine Details nennen müssen.

Stattdessen hat er über seine Medienanwälte gewaltigen Druck aufgebaut, der inzwischen großteils verpufft ist, etwa die "rechtswidrige Berichtserstattung" und die bekannten Vorwürfe ggü. CF.
U. g. RAin berichtet von einer "freiwilligen" Zensur, die sich Medienhäuser durch solche Praktiken auferlegen. (Um die Gefahr eines kostenintensiven Rechtsstreits zu umgehen.) Auffällig ist, dass sich darüber niemand empört, der/die hier angeblich die Fahne für andere Freiheitsrechte schwenkt(e). Diese Art der "freiwilligen Zensur" betrifft nicht nur diesen Fall und Lebensbereich.
„Raus mit der Story“: Juristin hätte Ulmen-Recherche sofort veröffentlicht
(…)
[Medienanwältin Stefanie ] Schork beobachtet seit längerem eine wachsende Verunsicherung in Redaktionen und Justitiariaten, insbesondere bei prominenten Fällen. Die Angst vor rechtlichen Risiken sei „oft größer als die Rechtslage es erfordert“. Dabei sei Verdachtsberichterstattung unter klaren Voraussetzungen zulässig.

Im konkreten Fall hätte sie die Veröffentlichung nach eigener Aussage „ohne zu zögern“ freigegeben. Die Dichte der Beweistatsachen sei „beeindruckend“, das öffentliche Interesse offensichtlich.
Quelle: https://kress.de/news/beitrag/152421-raus-mit-der-story-juristin-haette-ulmen-recherche-sofort-veroeffentlicht.html , Stand 24. März 2026, Hervorhebung durch mich

RTL-Interview ab ca. 9.00:
Während der Partnerschaft habe CF das als Problem angesehen, dass sie gemeinsam lösen müssten. Im Nachhinein denkt sie, sie würde das heute mit einem anderen Mindset angehen: "Das ist das Problem der Täter."
"Ich habe das immer als unser gemeinsames Problem gesehen, im Sinne von: Dann gehen wir mal zur Therapie, dann schauen wir unser Problem in den Griff bekommen. Man nimmt das ja ernst, so eine Ehe, und man denkt, das ist jetzt so. Wir haben geheiratet und unsere Probleme gehen wir dann eben gemeinsam an."
Wenn er/man das nicht in den Griff bekomme, dann sollte die Frau den Täter verlassen, auch wenn er z. B. sagt [vorwirft]: `Warum verlässt du die Familie?!“´ (…)
Auf Frage von FL: "Ich habe immer mal wieder [die Sachen gepackt]. Dann heißt es, `gib uns doch noch ne Chance, ich habe es jetzt eingesehen. Und mit einer neuen Therapie wird es bestimmt besser. ´ Man hofft immer wieder auf dieses es wird besser, es wird besser."


Video RTL-Interview: Beitrag von watnu (Seite 88)


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

11.06.2026 um 16:05
Zitat von watnuwatnu schrieb:So konnte er evtl. CF hinhalten.
Nicht Worte zählen, sondern Taten.

Auch bei "ILY".


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

11.06.2026 um 21:13
Herzlichen Glückwunsch!
Leuchtturm-Preis: „Spiegel“-Recherche zu Collien Fernandes ausgezeichnet

Wer die Auszeichnung erhält.

Hamburg – Das Team einer „Spiegel“-Recherche über digitale sexualisierte Gewalt erhält den Leuchtturm-Preis 2026 von Netzwerk Recherche. Ausgezeichnet werden die Journalistinnen und Journalisten Lukas Eberle, Roman Höfner, Max Hoppenstedt Heinrichs, Juliane Löffler, Marvin Milatz und José Bautista.

(...)

Daniel Drepper, Vorsitzender von Netzwerk Recherche, würdigte die Arbeit als besonders sorgfältige Recherche. Solche Veröffentlichungen seien wichtig für gesellschaftliche Debatten darüber, „wie wir miteinander leben wollen“. Der Leuchtturm zeichne Recherchen aus, die öffentliche Diskussionen voranbringen.



Der Leuchtturm-Preis wird von Netzwerk Recherche einmal jährlich für besondere publizistische Leistungen vergeben. Ausgezeichnet werden Recherchen, die für den öffentlichen Diskurs von besonderer Bedeutung sind und häufig wenig beachtete Themen aufgreifen.



Die Preisverleihung findet am 13. Juni 2026 im Rahmen der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche beim NDR in Hamburg statt.
Quelle: https://www.newsroom.de/news/aktuelle-meldungen/journalistenpreise-12/leuchtturm-preis-spiegel-recherche-zu-collien-fernandes-ausgezeichnet-978623/

Für mich ein positives Signal, wir wollen mit einer anderen Männlichkeit leben.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

11.06.2026 um 22:24
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:wir wollen mit einer anderen Männlichkeit leben.
Wie sieht denn diese "andere Männlichkeit" aus und warum ist das überhaupt grundlegend notwendig?


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

12.06.2026 um 09:45
Zitat von AniaraAniara schrieb:Wie sieht denn diese "andere Männlichkeit" aus und warum ist das überhaupt grundlegend notwendig?
Meinem Statement wird da von dir eine Aussage zugeschrieben, und ein Ausmaß, was beides nicht Inhalt sind.

Mit einer "anderen Männlichkeit leben" will sagen, nicht mit jener Männlichkeit leben, die der Spiegel aufgedeckt hat.
Ob das einen "grundlegenden" Change zur Folge hat? Keine Ahnung, in meinem persönlichen Umfeld nicht.

Unternehmen haben sich von CU, dem jerks-Macher, als testimonial distanziert. Das ist weitreichender und signalstärker als der initiative Spiegel-Artikel, da besonders der Stop des Werbespots von Magenta-TV. Ein Gesetz gegen (sexuelle) digitale Gewalt wurde angekündigt.

Was macht das alles? Nicht bei jedem dürfte die Ursache so mutmaßlich tiefenpsychologisch sein wie bei CU, bei vielen dürfte es das Nutzen einer technischen Möglichkeit sein, bei anderen oberflächlich unreflektiert, bei anderen only fun. Es wird nicht bei jedem ein fundamentaler Part seiner männlichen Persönlichkeit sein. Meine Vermutung, das Rauchverbot am Arbeitsplatz und in Kneipen war grundlegender.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

12.06.2026 um 16:25
Zitat von AniaraAniara schrieb:Wie sieht denn diese "andere Männlichkeit" aus und warum ist das überhaupt grundlegend notwendig?
Besteht für dich kein grundlegendes Problem?
Es geht nicht darum, alle Männer als Gewalttäter abzustempeln. Es geht aber auch nicht nur um CU.
Es geht darum, ein Bewusstsein für u. g. Probleme zu schaffen, auf die der Journalist und Moderator Jonas Reese aufmerksam macht. In ähnliche Richtung geht auch der Kommentar von Till Reiners, den ich verlinkte. Solange die Folgen der u. g. "alten Strukturen und Denkweisen" marginalisiert werden, wird sich nichts ändern:
(…) Jeder Mann sollte sich seiner Privilegien bewusst werden – und sich selbst hinterfragen.
(…)
Wieder einmal muss eine Person des öffentlichen Lebens medienwirksam und mit der Kraft ihrer Reichweite an die Öffentlichkeit gehen, um auf ein sehr tief liegendes Problem in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen. Sie muss all den Schmutz aushalten, der ihr reflexhaft entgegengeworfen wird. Sie muss das Risiko eingehen, die öffentliche Meinung nicht auf ihre Seite zu bekommen und ihre berufliche Existenz aufs Spiel setzen.
Was ist mit all den Opfern digitaler Gewalt, die keine Mittel haben, so einen Kampf zu führen?

In der Debatte über den Fall Ulmen-Fernandes tun sich tiefe Gräben auf. Es scheint so, als liefe neben den zahlreichen Kriegen in der Welt weiterhin auch ein Geschlechterkrieg hierzulande. Es wird Zeit, sich in diesem Krieg auf die richtige Seite zu stellen. Und zwar gegen diejenigen, die das Patriarchat aufrechterhalten, Frauen weiter unterdrücken wollen.
Dieser Kampf fängt zuallererst auch bei jedem einzelnen Mann an. Denn jeder Einzelne sollte seine Rolle hinterfragen, sich seiner Privilegien bewusst werden und ja, auch fragen, woher kommt womöglich seine Lust am Erniedrigen, am Unterdrücken, am Quälen. Woher kommt dieses Erbe, das Männer schon lange von Generation zu Generation weitergeben? Es reicht nicht zu sagen: Ich bin emanzipiert und gehe zwei Monate in Elternzeit.
Es braucht echte Vorbilder für Männer
Leider wimmelt es heutzutage von männlichen Negativ-Vorbildern. Um Veränderung aber nachhaltig zu etablieren, braucht es echte Vorbilder. Männer müssen also selbst anfangen, positive Vorbilder zu erschaffen.
(…)
Und ja es ist ungerecht, aber dabei brauchen Männer auch die Unterstützung der Frauen. Frauen sollten diesen Prozess begleiten.
(…)
Es ist ein langer, gemeinsamer Prozess, diese alten Strukturen und Denkweisen aufzubrechen.
Collien Fernandes hat mit ihrem Mut weitere Räume dafür geöffnet, es ist höchste Zeit, diese zu nutzen.
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/ulmen-fernandes-maenner-deepfakes-kommentar-100.html

Beispiele für o. g. Negativ-Vorbilder:
Beitrag von watnu (Seite 83)


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

13.06.2026 um 17:48
Hier die Preisverleihung heute Nachmittag an die fünf Journalisten und eine Journalistin vom "Spiegel" für ihren Artikel zum Fall Fernandes/Ulmen, im Rahmen der 25. Jahrestagung von Netzwerk Recherche.

In ihrer Laudatio pointiert Anja Reschke

- was investigativer Journalismus ist
- welchen Wumms der Artikel in Nachbar-Redaktionen, im Freundeskreis, in der Gesellschaft, auf der Straße und das wochenlang auslöste
- dass Artikel und Thema in Folge von anderen Medien aufgegriffen wurden
- wie CF diffamiert wurde, um zu versuchen, die männliche Normalität wieder herzustellen
- dass der Artikel so formuliert werden muss, dass er rechtlichen Vorwürfen standhält
- dass der Artikel neues Vertrauen geschaffen hat

https://youtube.com/live/pGj_Zl04rm4?is=C5EDiQ9Dat0l76YM
ca. 23 min


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

13.06.2026 um 21:02
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:- wie CF diffamiert wurde, um zu versuchen, die männliche Normalität wieder herzustellen
Solch ein Satz hat wieder mal ein deutliches Geschmäckle, was mir so gar nicht gefällt. Was CU getan hat, hat ganz und gar nichts mit "männliche Normalität" zutun.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

14.06.2026 um 01:35
Zitat von AniaraAniara schrieb:Solch ein Satz hat wieder mal ein deutliches Geschmäckle, was mir so gar nicht gefällt. Was CU getan hat, hat ganz und gar nichts mit "männliche Normalität" zutun.
Um genau zu sein, Frau Reschke sprach von "um die alte männliche Ordnung wieder herzustellen". Eben nochmal reingeschaut. Für mich war das jetzt kein großer Unterschied zwischen Ordnung und Norm(alität), im Hinblick auf das Patriarchat.

Soweit zur Begrifflichkeit.
Zitat von AniaraAniara schrieb:Was CU getan hat, hat ganz und gar nichts mit "männliche Normalität" zutun.
Dein Satz kann verschieden gelesen werden.
Könntest du @Aniara
bitte ausführlicher darlegen, was du meinst?


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

16.06.2026 um 11:43
Zur E-Mail von CU an seinen Anwalt und des Zitats im "Spiegel":

Dr. Felix W. Zimmermann von legal tribune online hat das gestern ausführlich und spannend aufgedröselt und gibt eine persönliche Einschätzung zur - laut Autor innerhalb der kommenden drei Wochen - anstehenden Entscheidung des OLG Hamburg, ob der "Spiegel" aus der E-Mail hätte zitieren dürfen.
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb am 10.05.2026:Mich irritiert, dass Ulmen in einer E-Mail quasi ein Geständnis vor seinem Rechtsanwalt abgelegt hat.
Dazu auf lto.de: Die Post zwischen Anwalt und Mandant genießt verfassungsrechtlichen Schutz, auch vor dem Start eines Ermittlungsverfahrens.
Nachrichten, Briefe zwischen Mandanten und Verteidiger dürfen weder beschlagnahmt und verwertet werden (§ 97 Abs. 1 StPO) – und zwar entgegen des Wortlauts des § 97 Abs. 2 StPO – auch nicht beim Beschuldigten selbst.

Aus diesem Grund hat der BGH sogar schon ein Mord-Urteil aufgehoben. Auch Unterlagen aus einem Anbahnungsverhältnis vor Einleitung eines Ermittlungsverfahrens sind nach herrschender Rechtsprechung geschützt (LG München I, LG Gießen, LG Braunschweig, LG Frankfurt Oder; a.A. LG Bonn).
Daraus entnehme ich, CU hat nicht unbedacht gehandelt als er seinem Anwalt alles freimütig in der Mail schilderte, inklusive seinem Geständnis. Vorausgesetzt, das Formular der Mandatsübernahme wurde zuvor von ihm unterschrieben, so mein Hinweis.
In der Mail gesteht Ulmen auch gegenüber dem Anwalt die Vorwürfe. Der Text bleibt aber nicht bei der Wiedergabe des Geständnisses stehen, sondern zitiert auch Äußerungen, die Ulmens psychischen Gesundheitszustand und seine sexuellen Neigungen betreffen.
CU's Ehrlichkeit als Mandant ist Voraussetzung für eine passende Rechtsberatung.
Ein Anwalt, der vom Mandanten nur noch das zu hören bekommt, was am nächsten Tag in der Zeitung stehen könnte, berät auf falscher oder unvollständiger Grundlage.


Laut Urteil des LG Hamburg im Mai 2026 durfte der "Spiegel" aus der Mail zitieren, begründet darin,
dass die Meinungsfreiheit nach Art. 5 Abs. 1 Grundgesetz (GG) des Spiegels gegenüber dem Allgemeinen Persönlichkeitsrecht Ulmens (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) überwiegt.
Auch intimes und sexuelles:
Eine Rechtsverletzung der Intimsphäre wegen Offenbarung von Sexualverhalten sah das LG nicht. Auch wenn Ulmen sich nicht strafbar verhalten habe, greife der Gedanke der Rechtsprechung zu Sexualstraftaten: Wer in die Sphäre anderer eingreift, könne sich nicht ohne Weiteres auf den Schutz eigener höchstpersönlicher Sexualität berufen.

Das überzeugt im Ausgangspunkt. Collien Fernandes wurde auch unabhängig von strafrechtlichen Bewertungen schwerwiegend in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt. Aber auch die "Männer", die auf Ulmens Masche reinfielen, können unabhängig von strafrechtlichen Bewertungen Opfer sein, da sie sich ihrerseits naheliegend intim geöffnet haben. Außerdem hat Ulmen auch wenn er seine Identität geheim halten wollte, seine Sexualität faktisch nach außen getragen.
Der Autor auf lto.de sieht das Urteil des LG Hamburg in zwei Punkten kippbar:

1. Die mentale Verfasstheit von CU beim Schreiben der Mail greift nicht in Rechte Dritter ein und durfte deshalb nicht zitiert werden.
Während es Ulmens Intimsphäre nicht verletzt, zu offenbaren, dass er hinter den Fake-Profilen steckt, dürfte dies bei dem vom Spiegel publizierten gesundheitlichen und psychologischen Selbsteinschätzungen von Ulmen anders aussehen. Denn diese höchstpersönlichen Worte berühren – anders als der Sachverhalt an sich – gerade keine Sphären und Rechte anderer Personen. Eine solche differenzierte Betrachtungsweise fordert das BVerfG etwa in seiner jüngeren Tagebuch-Entscheidung ausdrücklich.
2. Die höchstvertrauliche Kommunikation zwischen Mandant und Anwalt wurde verletzt, da Teil des "Kernbereichs privater Lebensführung".
Während das BVerfG in früherer Rechtsprechung Gespräche über Straftaten vom Kernbereich privater Lebensgestaltung pauschal ausgenommen hat (BVerfGE 109, 279, 319 – Großer Lauschangriff), führt es in jüngerer Rechtsprechung eine Rückausnahme für Verteidigerkommunikation ein. Es formuliert, dass "trotz Straftatenbezug" Situationen der höchstpersönlichen Privatsphäre unterfallen können "in denen Einzelnen gerade ermöglicht werden soll, ein Fehlverhalten einzugestehen oder sich auf dessen Folgen einzurichten, wie Beichtgespräche oder vertrauliche Gespräche mit einem Psychotherapeuten oder einem Strafverteidiger" (...) (BVerfGE 141, 220, 277 – BKA-Gesetz).
Der Autor schlußfolgert erschreckend:
Erst recht gehört es zum Kernbereich, wenn dieses Geständnis im Ergebnis nicht einmal ein strafrechtliches Verhalten betreffen sollte.
Weiter teilt der Autor seine Einschätzung zu den Punkten:

Wann Berichterstattung trotzdem möglich sein muss
Weder überwiegendes noch überragendes Informationsinteresse
Keine Rechtsphären anderer Personen betroffen
Quelle, für alle Zitate:
https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/ulmen-anwaltsmail-spiegel-lg-hamburg-hoechspersoenlich-vertraulichkeit


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

16.06.2026 um 12:14
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:Daraus entnehme ich, CU hat nicht unbedacht gehandelt als er seinem Anwalt alles freimütig in der Mail schilderte, inklusive seinem Geständnis. Vorausgesetzt, das Formular der Mandatsübernahme wurde zuvor von ihm unterschrieben, so mein Hinweis.
also hat er - Deiner Meinung nach - quasi geplant, dass CF die mail findet und an den Spiegel weitergibt und der dann Passagen veröffentlicht?


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