fassbinder1925
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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes
gestern um 23:10Ich habe mit so Aussagen ein bisschen Probleme. Das hört sich für mich so an, als würde man sagen, man kann gut damit Leben, dass jemand nicht ohne Prozess ins Gefängnis geschmissen wird, aber das Gut sollte uns als Gesellschaft nicht groß tangieren.Thilda schrieb:Der Staat handelt nach dem Grundsatz der Unschuldsvermutung. Der funktioniert also ganz wunderbar und das ist GUT so.
Die Gesellschaft glaubt einer Betroffenen von sexueller, digitaler Gewalt und das ist ebenso GUT so.
Und das sehe ich ganz anders. Sie ist natürlich dafür da, dass eben keiner ohne fairen Prozess bestraft wird, aber auch dafür, dass ein Bürger eben bis dahin generell nicht als Verbrecher gebrandmarkt ist.
Es ist natürlich ein bisschen utopisch, dass man das immer hundertprozent lebt. Würde jeder sagen, er will sich bis zu einem rechtskräftigen Urteil keine Meinung bilden, könnten wir den Thread hier schließen und die ganze Krimi-Rubrik dazu. Wenn ich jetzt morgen erfahren würde, ein Bekannter steht im Verdacht ein fürchterliches Verbrechen begangen zu haben, würde es mir schwer fallen so weiterzumachen als wäre nichts. Aber ich finde so eine verzwickte Situation fürchterlich.
Ich könnte mir vorstellen, dass viele Leute die jetzt wie selbstverständlich sagen „Ich glaube grundsätzlich den Opfern“, das nicht zwingend sagen würden, wenn es um eine gestohlene Rolex geht. Sondern da würden vllt manche sagen, ich will
Mir kein Urteil erlauben, ob die Beschuldigung richtig ist. Nun sind Sexualstraftaten zwar schlimmer als ein Diebstahl und man hat ein größeres Bedürfnis den Opfern beizustehen, aber die Logik dahinter ist ja die Gleiche.
Das Gleiche mit der Unterlassungserklärung. Gäbe es eine, würde man dem doch genauso wenig Bedeutung beimessen. Und zwar verständlicherweise. Das hat keinen wirklichen Beweiswert.Stirnsänger schrieb:Weil die andere Seite keine Unterlassungsklage anstrengt, z.B?
Das erinnert mich an die Argumente bei Kriminalfällen, wenn die Leute sagen „Wenn ich unschuldig bin, dann schweige ich nicht, sondern beteure meine Unschuld.“ Aber das macht halt logisch überhaupt keinen Sinn. Ich frage mich da immer, ob die Leute wirklich glauben, dass ein skrupelloser Dreifachmörder Hemmungen hat (straflos) zu lügen. Das kannst du teilweise Medizinern oder Mathematikern erklären etc. sie werden es nie kapieren. Denen geht die Logik dafür ab. Im Fall Fernandes macht es da schon eher Sinn auf das fehlende Motiv hinzuweisen.
Aber auch da muss man sagen, wenn man total rational bleibt, ist das halt auch erstmal eine Spekulation. Und Unschuldsvermutung heißt auch erstmal keinen Unterschied bei Fällen zu machen. Denn wo fängt man da an und hört man da auf?
Wie gesagt, in der Realität schwierig. Wenn im Frühstücksfernsehen gebracht wird, dass jemand vor 10 Leuten seine Frau umgebracht hat und am Tatort festgenommen wird, dann rede ich da auch nicht drüber, als wäre noch alles total unklar. Aber ich habe es immer im Hinterkopf, warum es eigentlich nicht ganz richtig ist.Ich sehe das nicht als Handlung, die uns als Gesellschaft voranbringt oder viel zivilisierter macht. Alles Andere ist fast immer emotional gedacht.





