Motzfussel schrieb:Ich komme ja aus dem Kleintierschutz. Bis vor kurzem war FIP bei Katzen ein riesen Schreckgespenst und im Grunde ein Todesurteil. Dann kamen Medikamente, in D und Ö nicht zugelassen. Schnell bildeten sich "Notfallgruppen" wo Menschen dafür sorgten, dass das Medikamente zum Tier kamen. Und zwar zackig, FIP ist gnadenlos. Warum erzähle ich das? Weil lernen und Weiterentwicklung so wichtig ist und Leben rettet ( bei Mensch und Tier) und es Menschen braucht, die Handlen. In Forschung aber eben auch unterschwellig. Wir werden nie Helfen können, wenn wir es nicht versuchen, nicht lernen, es immer "nur" ein Tier ist. Und wie schon öfter gesagt, auch erlösen ist eine Option, die Forschung und Mut braucht.
Danke. Gut auf den Punkt gebracht.
Ich hab ja seinerzeit im 1.-Hilfe-Kurs gelernt, der einzige Fehler bei einem Notfall, sei nicht zu helfen. Nun gut, das ist einige Jahrzehnte her, aber das scheint gerade in der Gesellschaft irgendwie zu kippen. Ich lerne gerade, wer hilft, wird am Ende fertig gemacht, also besser nichts machen. Und ja, ich wäre auch bei Hilfe am Menschen mittlerweile unsicher, ob nicht Handyaufnahmen von nichtstuenden Gaffern einen unsicheren oder ggf. sogar nicht 100% korrekt ausgeführten Griff zeigen oder auch nur Raum für Spekulationen hinsichtlich eines möglichen Fehlers lassen könnten und ich am Ende der Arsch bin...
Motzfussel schrieb:Und wo ich ganz fest bei bleibe: Man bewertet keinen "Patienten" aus der Ferne, stellt eine Diagnose auf Sichtung und entscheidet damit über Leben und Tod, wenn es anders geht. Niemals werde ich begreifen, wie sich jemand als Tierschützer oder tierlieb bezeichnen kann und nichts tut, um zumindest Leid zu lindern.
100 Prozent deiner Meinung.
Ich bin froh, dass sich jemand gefunden hat, der sich dem Risiko des Rettungsversuchs gestellt hat. Ansonsten hätte das Tier dort im Worst Case noch Monate im Schlick gelegen, weil sich keiner getraut hat, irgendwas zu tun (außer große Töne spucken). Dann hätten mit größter Wahrscheinlichkeit irgendwann die Super-Experten, die jetzt nicht müde werden, immer und immer wieder gegen die Rettungsinitiative und alles, was dazugehört, zu schießen, am Pranger gestanden, weil immer mehr Menschen (und die vor allem die erwarteten Touris) sich dieses Elend und Leid sicher nicht über weitere Wochen oder gar Monate als "würdevolles Sterben" hätten verkaufen lassen. Das hätte ich dem Wal wirklich nicht gewünscht, dass er da noch so lange hätte zum Verenden liegen müssen.
Es ist traurig, dass der Rettungsversuch nicht erfolgreich war, aber ich bin froh, dass es diesem Tier erspart geblieben ist, über weitere Wochen im Schlick feststeckend zu verenden, während alle geflissentlich wegschauen. Des Weiteren finde ich es zutiefst bedauerlich, dass die ach so rationalen Experten, die sich als die Überlegenen hinstellen und von der Presse auch als solche gehandelt werden, in ihrer Position nicht mehr hinbekommen, als gegen den Rettungsversuch zu stänkern. Es gäbe so viel zu klären und zu untersuchen - für die Zukunft. Dafür müsste man gar nicht unbedingt bei den Losern aus der Rettungsinitiative anfangen, die ja eh nur lügen und nichts gebacken kriegen. Man könnte ganz vernünftig und mit gutem Beispiel vorangehen und sich erstmal ausführlich mit den Daten auseinandersetzen, die dem Umweltministerium in MV auch aus der Zeit, in der die Initiative tätig war, ganz sicher vorliegen dürften. Aber nein, das ist dann wohl doch wieder zu viel Initiative. Nase rümpfen und nachtreten ist wohl einfacher...