Tussinelda schrieb:das ist traurig aber wahr:
Mal abgesehen vom Whataboutism und davon, dass die Diskussion damit komplett vom Wal auf ein anderes Thema verlagert wird, das Argument beantwortet nicht die Frage, ob Hope Hilfe verdient hat. Es kritisiert lediglich, dass andere Probleme ebenfalls Aufmerksamkeit verdienen.
Nach derselben Logik könnte man praktisch jede Berichterstattung über Einzelschicksale infrage stellen. Wenn ein verschüttetes Kind gerettet wird, ein vermisster Wanderer gesucht wird, oder ein Bergsteiger aufwendig geborgen wird, könnte man ebenfalls fragen, warum gleichzeitig nicht mit derselben Intensität über andere menschliche Schicksale berichtet wird.
Die eigentliche Frage ist doch, geht es darum, dass Hope "nur" ein Tier war, oder würde dieselbe Argumentation auch für menschliche Einzelschicksale gelten?
Die Aufmerksamkeit für Hope, mit Verweis darauf andere Probleme abzuwerten, beantwortet weder die Frage nach einer möglichen Rettung noch die Frage nach dem Umgang mit einem leidenden Individuum.
So dürfte man sich letztlich mit keinem einzelnen Schicksal mehr beschäftigen.
Nyx_07 schrieb:Antibiotika , hätte man welche Mengen benötigt? Wie hätte man diese Gaben, es sind ja immer einige Gaben, in den Wal hineinbekommen und vor allem die Rückstände wieder aus dem Ostseewasser heraus? Medikamente sind doch schon ein riesiges Problem für Kläranlagen und können nicht rückstandsfrei abgebaut werden. Wie ist das dann uungeklärt in die Ostsee? Man hätte doch sämtliches Getier um den Wal in Mitleidenschaft gezogen und Menschen, die so einen verseuchten Fisch essen gleich mit.
Multiresistente Keime, sagt dir was?
Wie jetzt? Antibiotika werden bei Zuchtfischen und Nutztieren regelmäßig eingesetzt, also bei Tieren, die wir unter oft fragwürdigen Bedingungen halten, um sie anschließend zu töten und zu essen. Das scheint gesellschaftlich akzeptabel zu sein. Aber bei dem Versuch, ein einzelnes Wildtier zu retten, das sich zudem in einem riesigen, stark verdünnenden Gewässer befindet, soll das plötzlich ein Problem sein?
Im Übrigen wurden Großwale bereits mit Antibiotika behandelt. Einmal Google bemühen genügt.
Ob eine Behandlung Hope gerettet hätte, weiß natürlich niemand. Aber das ist auch gar nicht der Punkt. Es geht darum, ob ein Rettungsversuch überhaupt in Betracht gezogen werden sollte. Wer behauptet, Antibiotika seien wegen möglicher Rückstände oder angeblicher technischer Unmöglichkeit von vornherein ausgeschlossen gewesen, stellt das als Fakt dar, obwohl es dafür Beispiele aus der Realität gibt, die genau das Gegenteil zeigen.
Interessant finde ich auch die Verhältnismäßigkeit der Argumentation, zig Zuchtfische erhalten Antibiotika, aber bei einem einzelnen Wal soll die Umwelt plötzlich das entscheidende Gegenargument sein. Kannste dir nicht ausdenken
:D