bahoma schrieb:
Lotte49 schrieb:Witze auf Kosten eines toten Tieres finde ich, um ehrlich zu sein, ein bisschen schäbig.
Seh ich genauso. So ein "Ätschibätschi-Verhalten" erscheint mir genauso suspekt wie jemand der dem Wal ein Liedchen singt.
azazeel schrieb:
Lotte49 schrieb:Witze auf Kosten eines toten Tieres finde ich, um ehrlich zu sein, ein bisschen schäbig.
Gilt das auch z.B. für Insekten oder nur für einzelne Mitgeschöpfe, die einem durch eine ausführliche Berichterstattung ans Herz gewachsen sind?
Ich kann in der Aussage von
@Lotte49 keine Wertigkeit zugunsten einer bestimmten Spezies erkennen, deshalb ist sie für mich stimmig und ich verstehe sie.
Es ist davon auszugehen, dass die allermeisten Menschen unbewusst zwischen unterschiedlichen Tierarten differenzieren. Das eigene Haustier wird als Individuum geliebt, weil es sozusagen als Familienmitglied wertgeschätzt wird. Im Zusammenleben lernen Mensch und Tier sich kennen, sei es durch Mimik, Laute, Anpassung oder irgendwelche andere Dynamiken. Bekannt ist, dass vertraute Tiere feine Antennen für unsere Stimmungen und Emotionen entwickeln (können) und uns in schweren Phasen nonverbal trösten (können).
Ja, und auch wir können uns in die Emotionen unseres Haustiers hineinversetzen, vermeiden es aber gleichzeitig, über die Individualität oder das Leid von Nutztieren nachzudenken, um sie essen zu können. Auch blenden wir das weltweite, durch übergroße Tierpopulationen entstandene Elend vieler Tiere aus (streunende Hunde/Katzen oder Tiere, die auf Nahrungssuche in menschliche Siedlungen geraten und getötet werden). Weiterhin spielt es auch eine Rolle, welchen (moralischen) Status ein Tier in der jeweiligen Kultur hat. Und genau diese individuellen Perspektiven aus ethisch menschlicher Sicht, lassen sich auf alle Tierarten übertragen und
bleiben somit aus einer gegensätzlichen Position wiederum angreifbar.
Ich bin überzeugt, fast jeder Mensch weist Tieren unterschiedliche Wertigkeiten zu und das ist auch gut so und okay! Für mich persönlich hätte das Buckelwalweibchen zB keinen Namen bekommen müssen.
Letztlich schützen wir uns mittels persönlicher Gewichtungen immer auch selber. Eine Überflutung an Empathien für alle im Elend lebenden Tiere würde mich jedenfalls komplett lähmen!
Selbiges Verhaltensmuster lässt sich auch auf das Sozialleben von uns Menschen übertragen. Der engste, vertraute Kreis (insbesondere unsere eigenen Kinder) sind meist wichtiger als weit entfernte Menschen.
Das Bild eines toten Flüchtlingskindes an einem türkischen Strand erschüttert die Welt. Dabei spielen sich schon seit Monaten täglich Todesdramen auf dem Meer ab.
Quelle: h**ps://www.deutschlandfunkkultur.de/fotografie-und-fluechtlinge-ein-solches-bild-ist-ein-schock-100.html
Auch ich blende diese Tragödien möglichst aus und beschäftige mich eher oberflächlich mit Menschen, die aufgrund von politischen Konflikten und Verfolgung aus den Krisengebieten flüchten. Nur, wenn, wie jetzt gerade wiedermal, eine persönliche Begegnung stattfindet und dadurch Nähe und Interesse am Schicksal eines Menschen aufkommt, entsteht Interesse, weil nah!
Justsaying schrieb:Keiner von uns kann in der heutigen Zeit wohl behaupten, so zu leben, dass kein Wal oder sonstiges Tier zu Schaden kommt.
Danke