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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

262 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Spaß, Beruf, Hobby ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

21.07.2026 um 05:43
Zitat von FerneZukunftFerneZukunft schrieb:Am Zweitliebsten hätte ich mit mit behinderten Menschen (vor allem Kinder) gearbeitet, aber in dieser Branche war mir der Verdienst viel zu gering.
Das sind auch sehr wichtige Berufe, die, wie ich finde, in der Gesellschaft viel zu wenig geschätzt und anerkannt werden - leider :cry:!

Und du hast auch Recht; die Bezahlung ist echt zu gering. Vor allem für das, was diese Menschen leisten.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

21.07.2026 um 05:56
Zitat von rainloverainlove schrieb am 11.07.2026:Wenn ich arbeiten könnte würde ich gern Förster.
Ich liebe den deutschen Wald.
Oh ja - ein toller Beruf!

Ich bin auch sehr gerne im Wald :tannenbaum:.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

21.07.2026 um 10:49
Zitat von Jules20Jules20 schrieb:Anwältin fand ich als Kind auch voll spannend, hab aber gedacht, ich müsste dann zwangsläufig die Menschen vertreten, die etwas falsch gemacht haben.
So etwas könnte ich nicht. Aber natürlich muss es auch solche Personen geben.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

22.07.2026 um 00:03
Zitat von SoftfaceSoftface schrieb am 18.07.2026:Yes, that's it ! Mit nem dicken Lexus rumcruisen, wenigstens einmal im Monat ein Objekt vermitteln und dabei mit ein paar Stunden
"Arbeit" so eine fette Courtage einsacken , wofür weniger Begabte sich mindestens einen Monat lang die Seele aus dem Leib schuften müssten.
So ein Quatsch! Ich hatte geschrieben, warum mich dieser Beruf interessieren würde.
Das hat nichts mit monetären Überlegungen zu tun, vermutlich wäre das monatliche Einkommen meinem derzeitigen Einkommen relativ ähnlich.


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22.07.2026 um 19:28
Am liebsten wäre ich professioneller Meerestier-Detangler und Seegraspflanzer.


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23.07.2026 um 07:12
Henker


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24.07.2026 um 05:34
Zitat von nairobinairobi schrieb:
Zitat von Jules20Jules20 schrieb:Anwältin fand ich als Kind auch voll spannend, hab aber gedacht, ich müsste dann zwangsläufig die Menschen vertreten, die etwas falsch gemacht haben.
So etwas könnte ich nicht. Aber natürlich muss es auch solche Personen geben.
Da hast du Recht!


Ich könnte das auch nicht, weil ich einen sehr hohen Gerechtigkeitssinn habe. Mir wurde auch schon immer bescheinigt, dass ich sehr integer sei und auch immer für andere einstehe.

Daher könnte ich mir zum Beispiel schon eher vorstellen, dass ich Fachanwalt für Sozialrecht oder so bin und dann Menschen zu ihrem Recht verhelfen kann.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

26.07.2026 um 07:31
@Jules20

Wenn man sich nicht als Pflichtverteidiger eintragen lässt, kann man sich die Mandantschaft doch aussuchen und muss nicht alles annehmen.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

26.07.2026 um 08:11
Zitat von Jules20Jules20 schrieb:Daher könnte ich mir zum Beispiel schon eher vorstellen, dass ich Fachanwalt für Sozialrecht oder so bin und dann Menschen zu ihrem Recht verhelfen kann.
Ja, es gibt da echt viele Themengebiete.
In der Schwangerschaftsgymnastik war damals eine Richterin für Baurecht dabei. Das stelle ich persönlich mir nicht so interessant vor.

Meine Schwester ist in einer sehr großen Kanzlei angestellt, die sich auf Verkehrsrecht spezialisiert haben. Die beschäftigen sich vorwiegend mit Verkehrsunfällen.
Zitat von Nyx_07Nyx_07 schrieb:Wenn man sich nicht als Pflichtverteidiger eintragen lässt, kann man sich die Mandantschaft doch aussuchen und muss nicht alles annehmen.
Es gibt sehr viele Anwälte. Wenn man noch nicht so bekannt ist, wird man nicht so wählerisch sein können.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

26.07.2026 um 09:57
Zitat von nairobinairobi schrieb:Es gibt sehr viele Anwälte. Wenn man noch nicht so bekannt ist, wird man nicht so wählerisch sein können.
Meine Schwester hat sich damals nicht eintragen lassen und hat es auch finanziell überlebt. Es ist eben eine Frage des Charakters. Die Beauftragung zu einer Pflichtverteidigung kann man eben nicht so leicht ablehnen, dann lieber bisschen weniger Geld am Anfang, meinte sie.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

26.07.2026 um 11:30
@Nyx_07
@nairobi

Die Gedanken und Diskussion ist mir nicht unbekannt und ich habe mich ihr selbst stellen müssen, da ich Rechtsanwalt und Strafverteidiger bin. Was man allerdings im Unterschied zu Laien zunächst einmal lernt, ist, dass die Aufgabe und die Möglichkeit eines Strafverteidigers anders ist, als viele denken: es ist nicht die Aufgabe, einen Straftäter vor einer gerechten Strafe koste es was es wolle zu schützen. Das Stichwort ist Gerechtigkeit.

Vor dem Studium habe ich ähnlich gedacht, ich will nicht einen Kindermörder vor dem Gefängnis bewahren - und auch im Zivilrecht nicht auf der falschen Seite stehen, zum Beispiel als Anwalt einer Versicherung dafür sorgen, dass, wenn Oma Elises Haus abbrennt, sie keine Zahlung der Versicherung erhält usw. Daher habe ich auch erst mal Karriere beim Staat gemacht, vermeintlich auf der sicheren Seite. Eines Tages habe ich mich aber selbstständig gemacht, weil ich gern mein eigener boss bin, und die "Seite gewechselt."

Aber mir wurde dann schon bewusst, dass die Rolle eine andere ist: es geht um fairness, oder eben auf deutsch um Gerechtigkeit. Und ein Beschuldigter steht dem riesigen und ressourcenreichen Staatsapparat gegenüber, ganz allein. Und um sicherzustellen, dass das "System" funktioniert, braucht auch er einen Verteidiger, der darauf achtet, dass alle die Regeln einhalten.

Wird mein Mandant nach einem gerechten Verfahren, wegen eindeutiger Schuld dann auch zu einer gerechten Strafe verurteilt, kann ich gut schlafen. Haben Polizei oder Staatsanwaltschaft aber getrickst, dann stehe ich dagegen.

Den allermeisten Mandanten geht es auch darum. Ihnen ist klar, dass sie nicht ohne Strafe davonkommen wenn sie die Tat begangen haben, was bei 95% der Mandanten so ist. Aber sie wollen, dass es fair zugeht.

Die 5% Beschuldigten, die wirklich unschuldig sind, die allerdings sind das Sahnehäubchen in der Karriere des Verteidigers.

Dennoch ziehe ich auch bestimmte Grenzen, einfach auf grund meiner persönlichen Erfahrungen. Ich nehme zum Beispiel keine Fälle von Trunkenheit im Verkehr an, auch wenn ich natürlich weiss, dass auch solche Beschuldigte ein Recht auf einen Anwalt haben. Ich habe aber zuviele Opfer selbst gesehen oder gekannt. Das ist nicht mein Ding. Zum Glück kann ich mir inzwischen meine Mandanten aussuchen und muss finanziell nicht jedes Mandat annehmen. Andere Kollegen werden diese Fälle annehmen.

Damit komme ich gut zurecht und ich hoffe, ich leiste auch so der Gesellschaft einen Dienst.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

26.07.2026 um 14:51
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Die Gedanken und Diskussion ist mir nicht unbekannt und ich habe mich ihr selbst stellen müssen, da ich Rechtsanwalt und Strafverteidiger bin. Was man allerdings im Unterschied zu Laien zunächst einmal lernt, ist, dass die Aufgabe und die Möglichkeit eines Strafverteidigers anders ist, als viele denken: es ist nicht die Aufgabe, einen Straftäter vor einer gerechten Strafe koste es was es wolle zu schützen. Das Stichwort ist Gerechtigkeit.
Ja, so hat meine Schwester es auch gesehen und trotzdem hat sie sich dagen entschieden weil gewissen Verbrechen sie einfach derart angewidert hätten, dass sie keine gute Verteidigerin gewesen wäre. So hat sie es jedenfalls erklärt.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

26.07.2026 um 16:10
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Die Gedanken und Diskussion ist mir nicht unbekannt und ich habe mich ihr selbst stellen müssen, da ich Rechtsanwalt und Strafverteidiger bin. Was man allerdings im Unterschied zu Laien zunächst einmal lernt, ist, dass die Aufgabe und die Möglichkeit eines Strafverteidigers anders ist, als viele denken: es ist nicht die Aufgabe, einen Straftäter vor einer gerechten Strafe koste es was es wolle zu schützen. Das Stichwort ist Gerechtigkeit.

Vor dem Studium habe ich ähnlich gedacht, ich will nicht einen Kindermörder vor dem Gefängnis bewahren - und auch im Zivilrecht nicht auf der falschen Seite stehen, zum Beispiel als Anwalt einer Versicherung dafür sorgen, dass, wenn Oma Elises Haus abbrennt, sie keine Zahlung der Versicherung erhält usw. Daher habe ich auch erst mal Karriere beim Staat gemacht, vermeintlich auf der sicheren Seite. Eines Tages habe ich mich aber selbstständig gemacht, weil ich gern mein eigener boss bin, und die "Seite gewechselt."

Aber mir wurde dann schon bewusst, dass die Rolle eine andere ist: es geht um fairness, oder eben auf deutsch um Gerechtigkeit. Und ein Beschuldigter steht dem riesigen und ressourcenreichen Staatsapparat gegenüber, ganz allein. Und um sicherzustellen, dass das "System" funktioniert, braucht auch er einen Verteidiger, der darauf achtet, dass alle die Regeln einhalten.

Wird mein Mandant nach einem gerechten Verfahren, wegen eindeutiger Schuld dann auch zu einer gerechten Strafe verurteilt, kann ich gut schlafen. Haben Polizei oder Staatsanwaltschaft aber getrickst, dann stehe ich dagegen.

Den allermeisten Mandanten geht es auch darum. Ihnen ist klar, dass sie nicht ohne Strafe davonkommen wenn sie die Tat begangen haben, was bei 95% der Mandanten so ist. Aber sie wollen, dass es fair zugeht.

Die 5% Beschuldigten, die wirklich unschuldig sind, die allerdings sind das Sahnehäubchen in der Karriere des Verteidigers.

Dennoch ziehe ich auch bestimmte Grenzen, einfach auf grund meiner persönlichen Erfahrungen. Ich nehme zum Beispiel keine Fälle von Trunkenheit im Verkehr an, auch wenn ich natürlich weiss, dass auch solche Beschuldigte ein Recht auf einen Anwalt haben. Ich habe aber zuviele Opfer selbst gesehen oder gekannt. Das ist nicht mein Ding. Zum Glück kann ich mir inzwischen meine Mandanten aussuchen und muss finanziell nicht jedes Mandat annehmen. Andere Kollegen werden diese Fälle annehmen.
Vielen Dank für deine persönliche Sicht auf den Beruf des Strafverteidigers/Pfichtverteidigers.

Das Außenbild bildet ja für uns Laien meist nur die Sachebene ab: die Tat, die Opfer, den Tatzeitpunkt, die Beschuldigten und die damit unmittelbar zusammenhängenden Beweise. Persönliche Wahrnehmungen und ihre Interpretationen, die dann ab und zu in uns hochkochen, stützen sich ja größenteils eher auf unbewusste Vorurteile, Emotionen oder möglicherweise auf eigene Erfahrungen.

Anklage und Verteidigung konzentrieren sich hingegen sachlich und objektiv auf die Tat selbst und weniger auf die gesamte Lebensgeschichte eines Beschuldigten.

Ein Pflichtverteidiger befindet sich also in einer ganz anderen Rolle als wir. Seine moralische Verantwortung bedeutet in erster Linie, er muss seinen Mandanten nach bestem Wissen und Gewissen verteidigen, selbst wenn er weiß oder vermutet, dass dieser die Straftat begangen haben könnte. Und das ist die Krux an der Sache: ein Pflichtverteidiger muss teils sehr brutale Verbrechen mit dem eigenen Gewissen vereinbaren und trotzdem klare Linie fahren können, die Interessen des Mandanten schützen und sicherstellen, das Gesetze eingehalten werden, damit der Angeklagte keiner willkürlichen Behandlung ausgesetzt ist.

Zudem kommt ja oftmals noch der gesellschaftliche Druck, die Feindseligkeiten der Öffentlichkeit und der Medien gegenüber dem Beschuldigten, auch das kann einen Pflichtverteidiger sehr belasten. Schwerer, schwerer Job!

Ferdinand von Schirach hat diesen inneren Zwiespalt eines Pflichverteidigers in dem sehr lesenswerten, spannenden Roman

DER FALL COLLINI

hervorragend veranschaulicht.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

26.07.2026 um 18:57
Zitat von Nyx_07Nyx_07 schrieb:Die Beauftragung zu einer Pflichtverteidigung kann man eben nicht so leicht ablehnen
Wie ich schon erwähnte ist es oft so, dass junge Anwält:innen, die sich erst noch etablieren müssen, oft froh sind, wenn sie diese Mandate überhaupt erhalten. Um Mord und Totschlag geht es dabei auch selten, da diese Delikte ja zum Glück nicht so häufig sind.
Wahrscheinlich kann man auf anderen Gebieten (Wirtschaft/Industrie) viel mehr verdienen. Ich denke da z.B. an Rechtsstreitigkeiten, die sich über Jahre hinziehen und wobei hohe Millionenkosten entstehen, da ausschlaggebend der Streitwert ist (z.B. bei dem AKW Mülheim-Kärlich, das nur wenige Monate am Netz war)
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:die Aufgabe und die Möglichkeit eines Strafverteidigers anders ist, als viele denken: es ist nicht die Aufgabe, einen Straftäter vor einer gerechten Strafe koste es was es wolle zu schützen. Das Stichwort ist Gerechtigkeit.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Und ein Beschuldigter steht dem riesigen und ressourcenreichen Staatsapparat gegenüber, ganz allein. Und um sicherzustellen, dass das "System" funktioniert, braucht auch er einen Verteidiger, der darauf achtet, dass alle die Regeln einhalten.
Es ist aber schon so, dass es auch Anwält:innen gibt, die sich vor allem in der Öffentlichkeit gut darstellen wollen, denn das ist ja auch Werbung für sie und kann neue Mandate generieren. Man lebt ja auch von Weiterempfehlungen.
D.h. wenn ein Verteidiger vor Gericht tolle Kniffe präsentieren und die Gegenseite dumm aussehen lässt wird man im allgemeinen schon denken, dass diese Person etwas auf dem Kasten hat und ein super Anwalt ist. Klappern gehört zum Handwerk, ist das nicht so @Rick_Blaine ?
Anwälte wie auch Ärzte dürfen in Deutschland Werbung ja nur in einem sehr begrenzten Umfang machen. Könntest Du hierzu vielleicht noch etwas sagen @Rick_Blaine ?
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Den allermeisten Mandanten geht es auch darum. Ihnen ist klar, dass sie nicht ohne Strafe davonkommen wenn sie die Tat begangen haben, was bei 95% der Mandanten so ist. Aber sie wollen, dass es fair zugeht.
Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden.
Es kommt ja in erster Linie auf die Aktenlage an. Wenn eine Beweislast z.B. erdrückend scheint wird die Verteidigungsstrategie sich daran orientieren.

In den letzten Jahren sind die Rechte von Beschuldigten gestärkt worden, vor allem mit der letzten Reformierung der StPO, Stichwort "Notwendige Verteidigung", die natürlich aus polizeilichen Sicht schon eine Einschränkung darstellt. Aber so ist es eben.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Dennoch ziehe ich auch bestimmte Grenzen, einfach auf grund meiner persönlichen Erfahrungen. Ich nehme zum Beispiel keine Fälle von Trunkenheit im Verkehr an, auch wenn ich natürlich weiss, dass auch solche Beschuldigte ein Recht auf einen Anwalt haben.
Also nicht wie bei der Serie "Better call Saul", wo "Saul Goodman" wirbt mit dem Slogan "Don't drink and drive - but in you do, call me!" ^^
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Persönliche Wahrnehmungen und ihre Interpretationen, die dann ab und zu in uns hochkochen, stützen sich ja größenteils eher auf unbewusste Vorurteile, Emotionen oder möglicherweise auf eigene Erfahrungen.
Ja, das ist natürlich schon so, im Beruf muss man lernen, das abzutrennen. Sonst wird man nur schwer klarkommen.
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Ferdinand von Schirach hat diesen inneren Zwiespalt eines Pflichverteidigers in dem sehr lesenswerten, spannenden Roman

DER FALL COLLINI

hervorragend veranschaulicht.
Danke für diesen Tip, den ich mal im Hinterkopf behalte. 👍
Von Schirach hat ja schon öfters in seinen Werken Gewissenskonflikte und Kollisionen thematisiert.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

26.07.2026 um 22:52
Zitat von nairobinairobi schrieb:but in you do
But if you do.
Mein Handy hatte hier ungewollt "korrigiert".


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

27.07.2026 um 03:11
Zitat von nairobinairobi schrieb:Es ist aber schon so, dass es auch Anwält:innen gibt, die sich vor allem in der Öffentlichkeit gut darstellen wollen, denn das ist ja auch Werbung für sie und kann neue Mandate generieren. Man lebt ja auch von Weiterempfehlungen.
D.h. wenn ein Verteidiger vor Gericht tolle Kniffe präsentieren und die Gegenseite dumm aussehen lässt wird man im allgemeinen schon denken, dass diese Person etwas auf dem Kasten hat und ein super Anwalt ist. Klappern gehört zum Handwerk, ist das nicht so @Rick_Blaine ?
Das ist auch etwas, was in der Öffentlichkeit weitaus übertrieben gefühlt wird. Weder übernehme ich gerne Fälle irgendwelcher Monster, damit ich damit werben kann - die Diskussion hier zeigt ja gerade, dass die Sache nach Hinten losgeht. Noch kann ich mir leisten, einen solchen Fall kostenlos zu übernehmen, was ja auch immer wieder behauptet wird.

Ich lebe seit einigen Jahren ganz ohne Werbung im klassischen Sinn sondern nur von der Weiterempfehlung durch ehemalige Mandanten bzw. meist derer Familien. Man schätzt die umfassende, faire Beratung, die gewissenhafte Erfüllung der Aufgaben und meine menschliche Art - so sagen es die meisten. In einem Wort: die Professionalität.

Eigene Emotionen spielen mal mehr mal weniger eine Rolle, wichtig ist, dass man sich dessen bewusst ist. Das ist bei Ärzten genauso: auch ein Arzt mag innerlich im Zwiespalt sein, wenn er dem mehrfachen Kindermörder das Leben retten soll...

Im Übrigen: wenn ich die Gegenseite, also Polizei oder Staatsanwaltschaft, vor Gericht "dumm" aussehen lassen kann, dann nur weil sie auch dumm waren. Meine Erfahrung ist, die allermeisten Staatsanwälte und Polizisten sind schlau und professionell und bieten da keine Angriffsfläche.

Es gibt freilich Ausnahmen, wie im berühmten O.J. Simpson Prozess: nachweislich rassistische Polizisten, die auch noch Beweisstücke tagelang im Kofferraum ihres Wagens transportieren, anstatt sieumgehend zur Wache zu bringen.... das kann man sich nicht ausdenken. Dass ein Anwalt wie Johnnie Cochran das ausnutzt ist vollkommen legitim.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

27.07.2026 um 04:57
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Ich lebe seit einigen Jahren ganz ohne Werbung im klassischen Sinn sondern nur von der Weiterempfehlung durch ehemalige Mandanten bzw. meist derer Familien. Man schätzt die umfassende, faire Beratung, die gewissenhafte Erfüllung der Aufgaben und meine menschliche Art - so sagen es die meisten. In einem Wort: die Professionalität.
Natürlich. Ich selbst habe für meine Scheidung eine erfahrene Fachanwältin aufgesucht. Der Name war mir schon seit Jahren auch dienstlich bekannt und sie hat ihre Sache auch gut gemacht. Mein Ex-Mann und ich haben sie zusammen aufgesucht.
Es ist schon gut, wenn man eine Empfehlung von jemandem hat, der zufrieden war. Diese Anwältin ist einige Jahre später sogar Justizrätin geworden. Natürlich habe ich sie später auch anderen Bekannten empfohlen.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Meine Erfahrung ist, die allermeisten Staatsanwälte und Polizisten sind schlau und professionell und bieten da keine Angriffsfläche.
Dafür gibt es auch Schulungen bzw. wird das sicher in dem Fach Dienstkunde in der Ausbildung bereits angesprochen.
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Eigene Emotionen spielen mal mehr mal weniger eine Rolle, wichtig ist, dass man sich dessen bewusst ist. Das ist bei Ärzten genauso: auch ein Arzt mag innerlich im Zwiespalt sein, wenn er dem mehrfachen Kindermörder das Leben retten soll...
Klar. Oder z.B. bei dem Kinderarzt, der Meldung macht, wenn er Anzeichen auf Misshandlung hat, obwohl er dies ja wegen der berufsständischen Schweigepflicht nicht müsste.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

27.07.2026 um 06:29
Zitat von nairobinairobi schrieb:Wie ich schon erwähnte ist es oft so, dass junge Anwält:innen, die sich erst noch etablieren müssen, oft froh sind, wenn sie diese Mandate überhaupt erhalten.
Danke. Darum ging es doch gar nicht. Es schrieb der Userin nur, dass man es schlecht ablehnen KANN.


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27.07.2026 um 07:49
Zitat von nairobinairobi schrieb:Klar. Oder z.B. bei dem Kinderarzt, der Meldung macht, wenn er Anzeichen auf Misshandlung hat, obwohl er dies ja wegen der berufsständischen Schweigepflicht nicht müsste.
Genau, wobei das immer darauf ankommt, wo man ist. Hier wo ich praktiziere ist es umgekehrt, der Arzt ist gesetzlich verpflichtet das zu melden und würde sich strafbar machen, wenn er es nicht tut.

Dabei wird deutlich, dass gesetzliche Vorgaben oft anders sind, als das Gefühl es diktiert, und das ist gerade im Strafrecht eben oft auch ein Problem. Und dafür sind Anwälte da...

Insgesamt, um zum Thema des threads zurückzukommen, es ist ein spannender und sehr abwechslungsreicher Beruf, der aber auch hohe Anforderungen an Wissen und Professionalität hat. Mir macht er sehr grossen Spass.


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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?

27.07.2026 um 08:52
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:Insgesamt, um zum Thema des threads zurückzukommen, es ist ein spannender und sehr abwechslungsreicher Beruf, der aber auch hohe Anforderungen an Wissen und Professionalität hat. Mir macht er sehr grossen Spass.
Es ist sehr schön, wenn mam dieses Fazit ziehen kann.
Eigentlich ist es egal, was jemand tut, wenn er darin für sich einen Sinn erkennt. Das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun ist für viele Menschen doch essentiell.


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