Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Lebt ja auch eine ganze Industrie von.
Der Einwand geht am Thema vorbei bzw das Gerede von der "Gefängnisindustrie" erklärt weder Serienmörder noch Mörder oder andere Gewaltverbrecher. Wer für Life Without Parole infrage kommt, sitzt nicht wegen Falschparkens ein. Die eigentliche Frage lautet: Wessen Interesse wiegt höher, das Freiheitsinteresse des Täters oder das Sicherheitsinteresse der Bevölkerung?
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Das nennt man Prävention. Aber die USA bauen "präventiv" lieber riesige Gefängnisse. 2 Mio. Weggesperrte, 10% davon lebenslänglich, reichen halt noch nicht. Lebt ja auch eine ganze Industrie von.
Das ist ein klassischer Kategorienfehler.

Opferschutz bedeutet nicht nur Wiedergutmachung, die ist bei Mord unmöglich. Opferschutz bedeutet, weitere Opfer zu verhindern. Ein Mörder, der nie wieder freikommt, kann niemanden mehr töten.

Und dass Gerechtigkeit unmöglich sei, weil das Opfer nicht zurückkehrt, ist ein erstaunliches Argument. Nach dieser Logik wären sämtliche Strafen sinnlos. Strafrecht dient nicht der Wiederbelebung von Opfern, sondern dem Schutz der Gesellschaft. Genau deshalb gibt es lebenslange Freiheitsstrafen.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:In Deutschland scheinen wir ganz gut mit so einem "gebrochenen Versprechen" klarzukommen.
Deutschland ist nicht die USA.

Truth in Sentencing war, wie bereits dargelegt, eine Reaktion auf die massive Gewalt- und Kriminalitätswelle der 1980er und frühen 1990er Jahre. Man kann ihre Wirksamkeit kritisieren, aber so zu tun, als seien die Rahmenbedingungen identisch gewesen, ist historisch schlicht falsch.

Rechtspolitik funktioniert nicht nach dem Motto: "Bei uns geht's auch ohne." Sie muss auf die Realität reagieren, nicht auf Wunschvorstellungen.