Wie wohnt ihr so?
gestern um 12:39Ich lege da auch sehr viel Wert auf Qualität und dass Dinge, wenn sie vorhanden sind, auch wirklich genutzt werden - will mir nicht die Wohnung zustellen, und auch nicht "Geld zum Fenster rauswerfen" für "Besuchsbeeindrucker".Pharus schrieb:Welche Dinge sind das? Also bei mir wird man schon das Wichtigste finden. Ich lege eher Wert auf Qualität und darauf, dass die Gegenstände von mir wirklich genutzt werden. Ich habe eine kleine Küche mit einer Küchenzeile, aber recht schick und modern. Das ist mir wichtig. Bei anderen Sachen wie dem Fernseher - da kann ich auch No Name Geräte kaufen. Hauptsache sie funktionieren. Mein Fernseher (Telefunken) habe ich schon seit 10 Jahren.
(Eine funktioierende Küche ist mir auch sehr wichtig, da wir alle Mahlzeiten zu Hause selbst zubereiten inkl. Brot backen.)
Bei uns findet man z.B. nicht:
- Couch
- Fernseher, großer Displays, auffällig große Lautsprecherboxen
- Wäschetrockner
- Klimaanlage (obwohl wir in einer heißen Wüstenregion leben); in vorherigen Wohnungen war sie z.T. verbaut, wurde von uns aber nicht genutzt
- Kaffeemaschine (wer einen Kaffee mag, nimmt sich den Porzellanfilter aus dem Schrank)
(würde ggf. nicht "erwartet", aber ist doch häufig: Thermomix, Küchenmaschine, Brotbackautomat, oder auf dem Balkon Gasgrill; so bei uns nicht vorhanden)
- überhaupt kein Wohnzimmer: unsere Wohnung besteht aus Küche (mit Essecke), Bad, Schlafzimmer (klein; Bett und der schon vorhandene Schrank, von dem wir nur die Hälfte für Kleidung nutzen), Büro (da bei uns einer dauerhaft im Homeoffice arbeitet (IT-Projektleiter) und der andere teilweise (Prof.))
Viele hätten wahrscheinlich in dem Einkommensbereich, bei den Berufen und in dem Alter, sind Anfang/Mitte 40, ein Wohnzimmer, sowie ein Arbeitszimmer für jeden, also zwei.
Gäste sitzen bei uns am Esstisch; wenn nötig, werden die Balkonstühle reingestellt um mehr Sitzplätze zu bieten. (Normalerweise sind nur so viel Stühle am Tisch wie es Bewohner gibt, d.h zwei.)
Wir haben auch z.B. keinen Staubsaugerroboter, sondern nutzen den Besen (überwiegend glatte Böden) und einen kleinen Staubsauger, der war gebraucht. Auch nicht vorhanden, erwähne das aber extra, da ich oben "beim Reinkommen" schrieb und diese Dinge nunmal nicht in der Wohnung wären: Wir haben auch kein Auto und auch kein sonstiges motorisiertes Fahrzeug.
Hier fällt das ggf. nicht so stark auf, Kollegen haben das aber z.T. schon bemerkt, und insbesondere in den USA sind wir damit schon stark aufgefallen. (Wir leben aktuell in Chile, haben zuvor aber 10 Jahre in den USA gelebt, vergleichbare Berufe wie jetzt, Einrichtung wie oben, und auch damals städtisch, da wir wie auch jetzt an Unis beschäftigt waren.)
Auch ich würde mir keinen Wäschetrockner anschaffen, obwohl er für uns locker leistbar wäre (Berufe siehe oben).Pharus schrieb:Interessant. Ich trockne bewusst meine Wäsche an der frischen Luft. Könnte mir einen Trockner zwar leisten, aber wie gesagt- ist mir nicht wichtig genug.
Es gibt jetzt immer mehr, auch junge, Leute, die sich gegen ein Auto entscheiden. Und sie verdienen nicht schlecht. In der Stadt braucht man sowas nicht unbedingt. Auf dem Land hat ein Auto durchaus Funktion.
Wäschetrockner brauchen nicht nur Energie, sondern schinden die Wäsche auch herunter. Käme nur in Frage wenn das Wäscheaufkommen so immens wäre dass man die Wäsche ansonsten nicht trocken bekäme; ist so aber nicht gegeben.
Auch ein Auto, zwei Autos wären für uns leistbar; wäre mir das wichtig, könnte ich mir sogar einen Neuwagen sofort anschaffen, ohne Kredit.
In einer Wohnung war mal ein Wäschetrockner verbaut; wir nutzten ihn nie.
Wo das war bzgl. Wäschetrocknen auf dem Balkon und Busbenutzung gilt als "arm": USA. Absolut warme Region, die Wäsche war innerhalb eines halben Tages schranktrocken; Busbenutzung war über meinen Arbeitgeber kostenlos (Jahresticket inbegriffen, musste nicht mal beantragt werden). Dort bekam ich von Kollegen aber auch ansonsten aus dem Umfeld mit, auch anderswo bei ehrenamtlicher Tätigkeit: Man war stolz darauf, dass keine Wäsche draußenhängt und man nicht an Bushaltestellen gesehen wird, oft mit der Konnotation, man sei fleißig und arbeite und das zeige man damit auch. Umgekehrt wurden wir öfter als arm eingeschätzt (war uns egal).
Auf dem Land hat ein Auto durchaus Funktion.Ich bin in der Grenzregion CZ-D aufgewachsen, kleiner Ort, Ausbildungsplatz und Berufsschule nicht vernünftig mit dem Bus erreichbar gewesen, Fahrgemeinschaft klappte auch nicht: Führerschein mit 17, kleiner Gebrauchtwagen. Klar geht das nicht anders. Meine Eltern leben noch immer dort, und es geht einfach nicht ohne Auto. das sehe ich absolut ein. Selbst habe ich das Auto aufgegeben sobald ich es nicht mehr brauchte - seit dem Studium lebe ich berufsbedingt durchgängig in Städten.
Zu unserer Wohnung gehört ein Parkplatz (zu allen Wohnungen hier auf dem Gelände gehört pro Wohnung exakt ein Parkplatz). Er kann für umgerechnet 60 Euro im Monat weitervermietet werden, was wir derzeit auch tun.martenot schrieb:Im übrigen gibt es für meine Wohnung keinen Parkplatz, und in meinem Stadtviertel sind Parkplätze knapp. Aber das stört mich nicht.






