Pharus schrieb:Und außerdem hat es einen nützlichen Nebeneffekt: Man bleibt fit. Ich kenne so viele, die ständig nur mit dem Auto unterwegs sind. Sie können keinen einzigen Kilometer am Stück laufen, ohne dabei eine Schnappatmung zu kriegen. Ohne ein Auto integriert man zwangsläufig mehr Bewegung in seinen Alltag, was ich persönlich gut finde. Muss schließlich auch auf meine Figur achten und meine Ausdauer trainieren.
Absolut. Ich kann viele Sportarten aufgrund meiner Behinderung sowieso nicht machen, aber laufen (gehen, stramm gehen, nicht joggen) ist mir möglich. Und das ist mir wichtig diesbezüglich fit und selbstständig zu bleiben. Es ist natürlich keine Garantie, das ist mir klar; es verbessert die Situation aber.
gruselich schrieb:@Raspelbeere
Aber was mich schon mal interessieren würde ist, was ihr dann mit dem verdienten Geld macht, ihr lebt ja eher sparsam und bescheiden, ihr seid höher qualifiziert oder hochqualifiziert und habt keine Kinder (?). DINKS nennt man das auch - double income, no kids
Also ich verstehe schon das Prinzip von Minimalismus, aber frugal und sparsam ist ja nicht das selbe wie minimalistisch.
Ich mag auch keine Anhäufung von Gegenständen, was man alles gerne so kaufen wollten würde und dann nicht wirklich braucht oder benutzt, aber wenn ich extra viel auf der Kante übrig hätte finanziell über lange Zeit, ich würde auf etwas hinsparen, wahrscheinlich eine Immobilie 1 Haus am Meer, oder schicke wohnung in einer attraktiven Stadt. Habt ihr so etwas, oder lebt ihr ohne weitere Wünsche permanent eher einfach und bescheiden, aber happy und macht nicht viel mit dem (wohlverdienten) verdienten Geld?
Kein Problem darauf zu antworten.
Nein, Kinder haben wir nicht und haben auch keine geplant. Einfach kein Kinderwunsch da, und es wäre für mich auch gesundheitlich eher schwierig (aber realisierbar wenn es denn unbedingt sein sollte). Nicht der andere Typ DINK bei dem Kinder "nicht in den Lebensstil passen" weil man z.B. viel reist oder keine feste Partnerschaft hat. Mein Mann und ich sind 20 Jahre zusammen, durchgängig. Somit relativ bodenständige Leute.
Geld ist bei uns z.T. Altersvorsorge (als Abiturnachholer nach Ausbildung hatten mein Mann und ich beide längere Ausbildungszeiten, zu erben wird es nichts Relevantes geben, und nein, wir erwarten das auch nicht) sowie schlichtweg um für Notfälle Ersparnisse zu haben, allgemein einen gewissen Puffer. Wir hatten z.B. schon Situationen wie: einer finanzierte den anderen für ein komplettes Jahr, ohne dass irgendein Arbeitslosengeld etc. gegriffen hat, und wir konnten einfach weiterwohnen wie bisher. Wir hatten auch schon den Notfall, sehr spontan für eine unfreiwillige, a***.... arg teure Reise zahlen zu müssen.
Gewisser Puffer, falls ggf. mein Mann früher aus dem Arbeitsleben raus will und sich nochmal fortbilden will (evl. ein zweites Studium für ihn?).
Allein das macht es sehr viel entspannter: Ich bin bei meist arbeitslosen (letztendlich Hartz IV beziehenden) Eltern aufgewachsen, mein Mann immerhin in einer Familie in der der Vater als Handwerker doch solide verdiente. Aber alles kleine Verhältnisse.
Ganz anders als heutzutage mir/uns sagen zu können: Beim Umzug kommt einmal ein Reinigungsdienst, Maler, ein Umzugsunternehmen (sehr nützlich schonmal weil ich selbst kaum anpacken kann). Der Auslandsumzug geht, auch wenn Reisekosten nur teilweise erstattet werden und auch erst nach Monaten. Falls nötig wäre auch sofort ein Umzug zurück nach Deutschland nötig. Wir mieten die schönere Wohnung, auch falls sie 100 Euro mehr im Monat kostet. Kaution für die neue Wohnung ist kein Problem, auch wenn die der vorherigen noch nicht zurück ist. Oder ohne überlegen zu müssen den einmal dringend benötigten mit nur einem Tag Vorlaufzeit organisierten Interkontinentalflug buchen können, obwohl nur noch First Class verfügbar war (schweinchenteuer... fliegen ansonsten Economy, aber es war leistbar ohne rechnen und schlechtes Gewissen). Auch wirklich so entspannend, dass heutzutage es kein großes Ding mehr ist, wenn etwas zu reparieren, zu ersetzen ist, was zu zahlen ist - ich kenne das aus meiner Jugend, jungen Erwachsenenzeit, eigentlich bis 30, ganz anders.
Vor einiger Zeit hat es danach ausgesehen, dass ich gesundheitlich länger ausfalle (war dann glücklicherweise nicht so); wir hätten dann Geld für ggf. eine Haushaltshilfe, öfter mal Taxifahrten gebraucht und das einfach bezahlen können.
Es ist nun nicht so, dass wir uns nichts gönnen würden. Einmal im Jahr eine Urlaubsreise ist bei uns jetzt meist der Fall. Eben nicht in ein Luxusresort mit Edelfleisch und Weinbegleitung am Tisch (auch nicht unser Fall), aber doch Urlaube die uns gefallen (solange wir beide noch fit genug dazu sind: Wanderurlaub, sind gerade am Planen für die nächste Saison).
Hobbies sind drin - bezahlbar, und Platz für die Sachen. Seit ein paar Jahren wieder ein Haustier (Bartagame, falls du die nicht kennst: das ist ein größeres Reptil das ein großes Terrarium braucht und hat, sinnvollerweise auch was für Tierarztkosten und einem falls nötigen Ersatz der Ausrüstung beiseitelegen) und es wird da auch nicht passieren, aus Geldmangel das Tier abgeben zu müssen oder ggf. nötigen Tierarzt nicht bezahlen zu können.
Bei bestimmten anderen Dingen hätten wir persönlich gar nicht das Bedürfnis danach, z.B.: Urlaub im Luxus-Resort, Schönheitsbehandlungen, teures "Weggehen" a la Luxus-Bars wo man Tausender lässt, oder andauernd essen gehen. Oder ein Auto, Motorrad. Ist definitiv nicht so, dass wir davorstehen würden und ein "steht uns nicht zu!" aufkäme.
Wohnung oder Einfamilienhaus: hatten wir uns durchaus überlegt, aber das ist hier nicht praktikabel. Man kann hier nicht einfach einen Bungalow hinbauen o.ä. Woanders wäre es wohl gewesen: Kleines Haus, Nutzgarten.
Schicke Wohnung in einer attraktiven Stadt: Wir wohnen hier gerne und die Wohnung ist auch eher gut; ist zur Miete und ich muss zugeben, bei Besichtigung (wir wussten den Mietpreis noch nicht) sah das eher aus wie "puh, das können wir uns aber nicht leisten" (stellte sich dann als gut leistbar heraus). Haus am Meer: Aufgrund der Lage der Stadt ist das sogar am Meer
;) 5 Gehminuten runter zum Strand.
Einfach in eine beliebige Stadt umziehen macht für uns keinen Sinn, da meine Stelle nicht einfach "mitnehmbar" ist (bin Physikprof. hier an der Uni, möchte das auch bleiben, würde ich nicht realistisch einfach wieder in einer beliebigen Stadt finden, selbst wenn sie eine entsprechende Uni hat).
Letztendlich: Falls am Ende des Lebens das Geld nicht aufgebaucht ist weil es einfach nicht benötigt wurde und dann z.B. in eine Stiftung geht, die Bildung unterstützt, ist auch das alles andere als verkehrt.