kore
Ich halte es nicht für sinnvoll zur Beantwortung solcher Fragen bis in die Uhrzeit zurück zu gehen. Ja, es mag ja sein, dass es vor einigen 100 Millionen Jahren mal eine weibliche Amöbe gab, die stärker als ihre männlichen Gegenstücke war. Ändert das etwas? Bleib doch mal bei den Primaten, im speziellen bei den Menschen. Ich weiß nicht, was es dem Ego bringen sollte, ständig auf irgendwelche anderen Arten zu verweisen. Die menschliche Spezies ist alt genug, um selbst eine Stammesgeschichte zu haben. Wie das vor "Urzeiten" war, lässt sich ohnehin nicht mehr eindeutig feststellen, weil es von Spezies zu Spezies unterschiedlich ist.
Klar, die damaligen "Menschen" waren uns heute womöglich körperlich überlegen. Aber das galt ja auch für die Männer. Ich denke nicht, dass es relativ gesehen einen Unterschied macht.
kore schrieb:Es ist lachhaft zu behaupten es sei geschlechtsspezifisch, ob eine Frau Frisör oder ein Mann Techniker lernt.
Was wiederum eine Behauptung darstellt, die du nicht beweisen kannst. Im Gegenteil. Ich habe diese Behauptung als solche nicht aufgestellt, ich habe einfach nur die Frage in den Raum geworfen.
"Da finde ich die Frage interessant, wie stark das dann letztendlich doch von der Biologie abhängt."
Also bitte, wenn du schon versuchst zu zeigen, wo Männer Frauen die Worte im Mund umdrehen, dann versuche das richtig zu begründen, sonst geht der Schuss nach hinten los
;)Aber um beim Thema zu bleiben. Diese Frage IST interessant, auch wenn du es nicht einsehen magst. Es ist heute noch nicht klar, wie stark rollenspezifisches Verhalten tatsächlich von der Biologie abhängt.
Zum Beispiel wählen sich Frauen im Schnitt eher Partner, die sozial über ihnen stehen. Ich kenne gerade keine Kultur, in der das nicht so ist. Da es sich um ein Thema auf sexueller Ebene bezieht, liegt der Schluss nahe, dass diese Eigenschaft angeboren ist. Sollte dies so sein, ist es absolut verständlich, wieso Männer eher bestrebt sind im Beruf aufzusteigen und schon hätten wir eine passende Erklärung dafür. Und wenn schon ein paar Wochen alte Kleinkinder sich in verschiedenen Eigenschaften unterscheiden, dann wird die These, dass Männlein und Weiblein eben nicht ganz gleich sind, wieder bestärkt. Wie gesagt, das sind Spekulationen, es streiten sich selbst Experten.
Ich habe lediglich die Frage aufgeworfen und weiß nicht, wie du daraus eine Behauptung machen kannst.
kore schrieb:Wenn überhaupt ist genau das, auf die von mir beschriebene gesellschaftliche Problematik zurückzuführen, die sich ja um einiges gebessert haben mag. Gleiche Bezahlung ist aber Fehlanzeige!
Nun, jetzt stellst du aber eine Behauptung auf, die du nicht begründen kannst. In meinen Augen ist es wiederum lachhaft, zu versuchen ALLES auf gesellschaftliche Umstände zurückzuführen. Es dürfte eher eine Mischung darstellen, aber ich lehne mich nicht so weit aus dem Fenster um das als feststehendes Wissen zu deklarieren.
Die Bezahlung ist, wie bereits gesagt, bei gleichem Humankapital im wesentlichen auch gleich.
Natürlich ist es nichts gutes, wenn ein Mann nach Hause kommt und seine Familie schlägt. Ich halte aber "Hilflosigkeit" als Begründung wieder für genauso ein Schlagwort wie vieles andere. Letztendlich ist es eine leere Hülle, weil man praktisch überall Hilflosigkeit unterstellen kann.
kore schrieb:Letztlich zu behaupten Männer hätten ja gar nichts einzuwenden dagegen, daß Frauen sich stärker mit alten Rollenmustern identifizierten, zeigt die Perversion erneut. Genau aus diesem Grunde ist die Gleichberechtigung als gescheitert anzusehen. Anstatt daß Männer endlich hier ihre volle Verantwotung erkennen und auch übernehmen reichen sie diese der Frau mit dem Vorzeichen einer Doppelbelastung zurück und behaupten es sei zeitgemäß und in Ordnung so, wenn eine Frau arbeite und Kinder habe und gucken dann scheel, wenn sie sich diesem Teufelskreis unter evtl. Überbelastung entziehen will.
Ach dieses "Buzzword" Doppelbelastung ist doch immer wieder schön. Im empirischen Untersuchungen fand man heraus, dass die Gesamtarbeitszeit von Männern und Frauen (incl. Haushalt usw.) nahezu identisch ist, je nach Staat ein wenig anders. Viele Frauen, die Kinder groß ziehen, arbeiten beispielsweise nur halbtags.
Ich sagte, Männer hätten da eher weniger dagegen einzuwenden, weil es dem alten Rollenbild des Beschützters und Ernährers entspricht - nicht weil sie die "Doppelbelastung" auf Frauen abwelzen wollen!
kore schrieb:Ich glaube Du hast wirklich keine Ahnung was es bedeutet als Frau, möglicherweise alleine, zwei bis drei Kinder großzuziehen und Vollzeit zu arbeiten und sich dann auf die Suche nach einem geeigneten und sicheren Platz für die Kleinen zu machen.
Stimmt, aber zum einen gibt es auch Männer, die dieses Problem haben (wesentlich weniger, richtig, aber dennoch), zum anderen ist dieser Weg, auch wenn es hart klingt, oft freiwillig gewählt. Du präsentierst hier mal wieder ein Extrembild. Stellt nicht den Regelfall dar.
kore schrieb:Die männliche Welt hat die Gleichberechtigung nicht befürwortet, weil sie den Frauen nutzt, sondern weil sie selbst diese Aufgaben niemals wirklich übernehmen wollten und so der Frau ein trügerisches Schlupfloch ließen, daß sie immer in die gleiche Falle zurücklocken soll.
Hm ich weiß nicht so recht, ich würde ehrlich gesagt lieber meine Kinder großziehen als jeden Tag 10 Stunden auf der Arbeit zu verbringen um das nötige Kleingeld heranzuschaffen. Auch bin ich selbst froh, wenn meine Tochter ein angenehmes Leben hat und sich in der Welt zurechtfinden kann. Du solltest nicht vergessen, dass Männer auch Partnerinnen und Töchter haben, die sie lieben und denen sie nichts böses wollen. Abgesehen davon gaben, wenn ich das richig in Erinnerung hab, 80% an, mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen zu wollen. Ist natürlich nur eine Umfrage.
kore schrieb:Deshalb haben sich Zustände bis heute im Wesentlichen für Frauen nicht geändert. Der Mann weigert sich nach wie vor erwachsen zu werden und mit Verlaub vielleicht liegen darin auch viele Prügeleien in Ehen verborgen, da sie kindlichem Trotz eher als Beschützerinstinkten entspringen.
Ich halte die Männer bereits für erwachsen. Sie haben in der Gesellschaft nur andere Aufgaben. Ironischerweise sterben WESENTLICH mehr Männer im Beruf als Frauen - weil sie Geld für ihre Familie brauchen. Nichts für Ungut, aber einem solchen Mann vorzuwerfen er sei nicht erwachsen, ist das Zynismus. Genau deshalb kann ich auch nicht sehen, wo Kindlichkeit zu Gewalt in der Ehe füren sollte. Gerade die "kindlichen" Männer, die praktisch eine zweite Mami suchen, sind doch die harmlosesten. (Stichwort Ödipussi
;) )
Wenn ich den letzen Abschnitt so lese, kommt mir das fast wie eine Verschwörungstheorie vor. Ja, Männerseilschaften, die nur eines wollen: Frauen unterdrücken! Ich weiß nicht so genau wie du dir das vorstellst, falls es da einen männlichen Geheimbund gibt, ich habe noch keine Einladung bekommen :p
Das mit der Gentechnik ist doch so eine Sache, klar kann man irgendwann auf Frauen verzichten, aber doch genauso auf Männer. Viele Frauen gehen heute zu ner Samenbank und suchen sich den Wunschkanidaten aus.
Wie schon erwähnt, jeder Mann ist gleichzeit Sohn, Ehemann, Vater, Onkel, Cousin oder was auch immer von einer Frau. Ich weiß nicht für wie bösartig du "uns" hältst, aber wieso sollten wir unseren Liebsten was Böses wollen?
Das mit den Kindern ist übrigens auch eine interessante Entwicklung, sie lässt sich jedoch auf viele Faktoren zurückführen. Ganz weit oben stehen ironischerweise zwei Punkte:
Frauen sind besser ausgebildet als früher, was dazu führt, dass es weniger Männer auf gleicher Augenhöhe gibt (gerade für die "Elite"). Die haben es schwer einen Partner zu finden, weil im Schnitt - ob nun angeboren oder anerzogen - immer noch der Gedanke mitschwingt, nicht nach "unten" zu heiraten. In Umfragen kommt heraus, dass sie einfach keinen passenden Partner finden.
Und zweitens, was wohl mehr ausmachen dürfte. Frauen stehen heute mehr im Berufsleben, ein Kind zu bekommen ist meist auch eine Entscheidung gegen die Karriere.
Wir schweifen aber nun schon sehr weit vom Thema ab.
Gewalt in der Ehe sich meiner Meinung nach jedoch nicht auf einen einzigen Punkt reduziert werden. Dafür ist der Sachverhalt zu komplex. Ich meine nur, dass "Kindlichkeit" keine gute Erklärung ist. Jedoch muss ich auch zugeben, dass ich keinen prügelnden Mann kenne, genauso wenig wie eine prügelnde Frau (von dem/der ich weiß..). Gesellschaftliche Strukturen machen es jedoch scheinbar schwer, aus so einem Verhältnis auszubrechen. Das gilt aber interessanterweise auch für Männer. Wenn es also nur die männlich strukturiere Welt wäre, von der du redest, dann sollte letzteres nicht der Fall sein. Das lässt mich darauf schließen, dass immer eine Abhängigkeit im Spiel ist.