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Marianne Bachmeier

363 Beiträge, Schlüsselwörter: Rache, Selbstjustiz, Marianne, Bachmeier

Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 18:06
Ich bin froh, dass so eine Frau von der Bildfläche im wahrsten Sinne des Wortes verschwunden ist, weil ich Angst hätte dass sie noch weitere Menschen erschießt, sicher man kann nachvollziehen, wieso sie ihn erschossen hat aber trotzdem gibt es keine Rechtfertigung dafür. Der Mann war in meinen Augen krank und hätte eine Terapie gebraucht und vielleicht wäre er heute ein besserer Bürger als du und ich, wer weiß. Selbstjustiz ist tiefstes Mittelalter, solche Menschen gehören weggesperrt, was ist denn das nächste mal für eine Begründung? Das nächste mal erschießt sie einen Taschendieb und wird dafür wieder gefeiert? Gott sei Dank kann sie das nicht mehr, ich muss erstmal kotzen gehen.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 19:11
@wanagi
So ein Blödsinn, ich hab vollstes Verständnis für Frau Bachmeier, allerdings darf man sich auch in solchen Momenten nicht von Emotionen leiten lassen. Nachvollziehen kann ich es aber aus ihrer Sicht. Rechtlich war die Tat natürlich falsch. Aber ich werde mich hüten, über die Frau zu richten. Das steht mir nicht zu in dem Fall. Gefährlich war sie aber vermutlich nicht. Den Vergleich Mord an ihrem Kind mit einem Taschendieb finde ich sehr unangebracht.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 19:21
wanagi
schrieb:
Ich bin froh, dass so eine Frau von der Bildfläche im wahrsten Sinne des Wortes verschwunden ist, weil ich Angst hätte dass sie noch weitere Menschen erschießt, sicher man kann nachvollziehen, wieso sie ihn erschossen hat aber trotzdem gibt es keine Rechtfertigung dafür. Der Mann war in meinen Augen krank und hätte eine Terapie gebraucht und vielleicht wäre er heute ein besserer Bürger als du und ich, wer weiß. Selbstjustiz ist tiefstes Mittelalter, solche Menschen gehören weggesperrt, was ist denn das nächste mal für eine Begründung? Das nächste mal erschießt sie einen Taschendieb und wird dafür wieder gefeiert? Gott sei Dank kann sie das nicht mehr, ich muss erstmal kotzen gehen.
Du glaubst daran dass ein Kinderschänder/Mörder ein besserer Mensch werden könnte als du oder ich? Wie? Durch eine spontane Erleuchtung? Glaubst du ernsthaft dass ein Soziopath jemals Empathie entwickeln könnte? Ich glaube nicht daran und selbst wenn sie aus rechtlicher oder gar moralischer Sicht falsch gehandelt hat, es hat im Endeffekt einen Menschen getroffen der für Kinder eine Gefahr darstellte und einem Kind! das junge Leben genommen hat - einfach so.

Ich kann die Mutter aus persönlicher emotionaler Sicht vollkommen verstehen. Er hat ihr das womöglich wertvollste im Leben genommen. Für sie war er ein Monster (für andere sicher auch) und kein Mensch mehr. Er hatte kein Mitleid für ihre Tochter übrig und kein Erbarmen und sie hatte womöglich nichts mehr zu verlieren.

Ich finde es irgendwie grotesk dass man hier die Mutter mehr verurteilt als den Kindermörder - ihm mehr geistige Unzulänglichkeit zugesteht als einer trauernden und traumatisierten Mutter.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 19:35
@Eya
Eya
schrieb:
. Für sie war er ein Monster (für andere sicher auch) und kein Mensch mehr.
So darf man niemals denken, auch wenn es weh tat muss man immer an das Gute im Menschen glauben, fast jeder kann sich zu einem besseren Menschen wandeln aber diese verrückte Frau hat diesem Menschen das Recht dazu genommen, auch wenn er ihrer Tochter das genommen hat, das gibt ihr aber genauso wenig das Recht dazu, wir leben in einem Rechtsstaat und nicht mehr im Mittelalter, heutzutage gibt es Therapieangebote zu hauf, sie hätte sich in Therapie begeben können und das versuchen zu verarbeiten, der Täter hätte auch eine Therapie machen können, vielleicht 10 Jahre oder 20 Jahre, vielleicht hätte er danach noch etwas sinnvolles im Leben machen können, anderen helfen z.b. aber diese Frau hat ihm das Recht darauf genommen, deswegen ist sie in meinen Augen kein Stück besser als er.
Eya
schrieb:
Ich finde es irgendwie grotesk dass man hier die Mutter mehr verurteilt als den Kindermörder - ihm mehr geistige Unzulänglichkeit zugesteht als einer trauernden und traumatisierten Mutter.
Diese nette Frau, wie du sie beschreibst hat einem Menschen auch das Leben genommen, ich glaube du siehst sie in einem besseren Licht, als sie tatsächlich gelebt hat.
Es gibt tausende Eltern hier in Deutschland, wo die eigenen Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind oder sogar noch Mord aber sie werden trotzdem nicht zu einem miesen Mörder, sie glauben an das Gute und verzweifeln nicht in unsagbarer Wut.
@abberline
abberline
schrieb:
Nachvollziehen kann ich es aber aus ihrer Sicht.
Ja nachvollziehen ja aber verstehen im Sinne von "sowas würde ich auch tun" nicht, glaube und vertraue auf das Gute, auch in schweren Zeiten, das leben ist nicht immer einfach.
abberline
schrieb:
Den Vergleich Mord an ihrem Kind mit einem Taschendieb finde ich sehr unangebracht.
Mich regen nur solche Versuche von Rechtfertigung auf, gerade von Mördern oder Totschlägern, da sprechen in meinen Augen kindliche, gekränkte Seelen aus ihnen "Er hat mir das weggenommen, jetzt nehm ich sein Leben weg" wenn man so anfängt zu denken, findet man für alles eine Rechtfertigung...


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 19:52
wanagi
schrieb:
So darf man niemals denken, auch wenn es weh tat muss man immer an das Gute im Menschen glauben, fast jeder kann sich zu einem besseren Menschen wandeln aber diese verrückte Frau hat diesem Menschen das Recht dazu genommen, auch wenn er ihrer Tochter das genommen hat, das gibt ihr aber genauso wenig das Recht dazu, wir leben in einem Rechtsstaat und nicht mehr im Mittelalter, heutzutage gibt es Therapieangebote zu hauf, sie hätte sich in Therapie begeben können und das versuchen zu verarbeiten, der Täter hätte auch eine Therapie machen können, vielleicht 10 Jahre oder 20 Jahre, vielleicht hätte er danach noch etwas sinnvolles im Leben machen können, anderen helfen z.b. aber diese Frau hat ihm das Recht darauf genommen, deswegen ist sie in meinen Augen kein Stück besser als er.
Das trifft auf Menschen zu die aus schlechten Verhältnissen kommen und es nicht anders gelernt haben oder keine andere Perspektive sahen aber mitnichten bei einem Soziapathen der davor Kinder sexuell missbraucht hat und dann eines gar ermordet hat. Oha! Ohne es vorher sexuell zu missbrauchen, Hut ab! Und auch wenn du das anders siehst aber das einzig Gute bei manchen Menschen ist nur, wenn über ihnen Gänseblümchen wachsen.
wanagi
schrieb:
Diese nette Frau, wie du sie beschreibst hat einem Menschen auch das Leben genommen, ich glaube du siehst sie in einem besseren Licht, als sie tatsächlich gelebt hat.
Es gibt tausende Eltern hier in Deutschland, wo die eigenen Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch geworden sind oder sogar noch Mord aber sie werden trotzdem nicht zu einem miesen Mörder, sie glauben an das Gute und verzweifeln nicht in unsagbarer Wut.
Sie hat davor unbescholten gelebt und erst als ihr dieser Mann den "Lebenssinn" genommen hat, hat ihr Urtrieb wohl das Ruder übernommen und deshalb finde ich die milde Strafe auch gerechtfertigt. Sie ist das eigentliche Opfer und nicht er, auch wenn sie ihn "heimtückisch" erschossen hat. Und ja, das mag sein dass es diese Eltern gibt aber wie wir wissen, reagiert eben jeder Mensch anders auf derartige Belastungen und du kennst ihre wahren Gedanken oder Beweggründe nicht.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 19:58
@Eya
Eya
schrieb:
finde ich die milde Strafe auch gerechtfertigt.
Über die Strafe will ich garnicht reden, mir geht es darum dass niemand zu solchen Mitteln greift, denn JEDER und ALLES hat seinen Platz in der Gesellschaft auch Vergewaltiger oder Kinderschänder haben ein Recht darauf, sich zu ändern, nach ihrer Strafe nämlich, heutzutage gibt es so gute Therapieangebote mit hoher Resozialisierungsmöglichkeit und geh bitte nicht immer vom schlimmsten aus, diese Fälle gibt es auch aber wenn du so rangehst wirst du zu einem Misanthropen...
Eya
schrieb:
Sie ist das eigentliche Opfer
Falsch, sie hat sich zu einem Opfer selbst stilisiert, das wahre Opfer ist ihre Tochter!


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:02
rhapsody3004
schrieb:
Da hat der damalige Ankläger (StA) mehr als ein Auge zugedrückt.
Ich habe mir vorhin die Doku angeguckt.

Der damalige StA hat dort (sinngemäß) gesagt, für ihn wäre es Mord gewesen.

Woher die Aussage kommt, die Staatsanwaltschaft sei von Mord von Totschlag "herunter gegangen", entzieht sich meiner Kenntnis.

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat das Gericht Marianne Bachmeier nur deshalb wegen Totschlag verurteilt, weil man ihr geglaubt hat, dass die Tat nicht geplant war, sondern aus dem Affekt heraus begangen wurde.

Ich kaufe ihr das nicht ab, aber sei's drum.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:03
wanagi
schrieb:
Misanthropen
Bin ich schon, zu spät .. :troll:
wanagi
schrieb:
mir geht es darum dass niemand zu solchen Mitteln greift, denn JEDER und ALLES hat seinen Platz in der Gesellschaft auch Vergewaltiger oder Kinderschänder haben ein Recht darauf, sich zu ändern, nach ihrer Strafe nämlich, heutzutage gibt es so gute Therapieangebote mit hoher Resozialisierungsmöglichkeit
Das lässt sich halt immer leicht sagen wenn man nicht selbst betroffen ist. In der Theorie klingt alles immer so simpel. Ich sehe da kein Resozialisierungspotenzial sondern ein "für immer wegsperren bis die Gänseblümchen wachsen".
wanagi
schrieb:
Falsch, sie hat sich zu einem Opfer selbst stilisiert, das wahre Opfer ist ihre Tochter!
Sie ist genauso ein Opfer auch wenn indirekt. Ihre Tochter hätte ihn ja schwer erschießen können.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:06
Eya
schrieb:
Sie hat davor unbescholten gelebt und erst als ihr dieser Mann den "Lebenssinn" genommen hat, hat ihr Urtrieb wohl das Ruder übernommen und deshalb finde ich die milde Strafe auch gerechtfertigt.
Ich finde die milde Strafe ganz und gar nicht gerechtfertigt.

Ein Mord ist ein Mord und mit lebenslänglichem Freiheitsentzug zu bestrafen.

Dass man Frau Bachmeier die Affekttat abgekauft hat, ist für mich ein Skandal.

Fehlurteil mal andersrum.

BTW: Ob das Kind ihr Lebenssinn war, lassen wir mal dahingestellt. Es gab einige Hinweise auf Gegenteiliges.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:06
@wanagi
Du machst es dir sehr einfach. Du stellst eine Mutter, deren Kind grausam ermordet wurde, als verrückt dar, weil sie den Mörder ihrer Tochter umbrachte? Ich kann die Tat nachvollziehen und würde mir nicht anmaßen zu sagen, dass ich nicht so handeln würde. Von außen ist das leicht. Rechtlich ist das wiederum eine ganz andere Frage, das milde Urteil finde ich aber in dem Fall nachvollziehbar
Misanthropisch bin ich mitunter durchaus, aber ja


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:08
@Eya
Ich bin selbst Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kindheit, ich habe meinem Peiniger vergeben wenn ich das kann können es bestimmt auch andere und JA ich habe mir Hilfe gesucht ich bin seit 12 Jahren in Behandlung nur dadurch konnte ich soviel aufarbeiten und das rate ich auch anderen, versinkt nicht in Hass sondern sucht euch Hilfe um eurer aber auch anderer Willen!
Eya
schrieb:
Sie ist genauso ein Opfer auch wenn indirekt
Man könnte auch sagen, dass der Täter Opfer von seinen Wahngedanken und Zwangsgedanken war, dass er pschisch krank war zweifelt sicherlich keiner, nur die wenigsten kommen als Monster zur Welt, jeder hat eine Geschichte das vergessen viele.
@abberline
abberline
schrieb:
Misanthropisch bin ich mitunter durchaus, aber ja
Damit schadest du dir aber am meisten, ich hoffe dass du es schnell wie es geht verstehst.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:12
@wanagi
Oh, es hat lange gedauert, mich von vielem zu emanzipieren. Ich lebe gut und bin zufrieden.
Wenn Du Menschen solche Dinge vergeben kannst, ist das gut. Aber werte nie über andere, wie sie in einer solchen Situation handeln würden. Ich nehm niemanden in Schutz, jeder ist für sein Tun selbst verantwortlich, verstehen kann ich die Frau allerdings.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:14
abberline
schrieb:
verstehen kann ich die Frau allerdings.
Das ist ja auch okay wenn du das verstehst ich habe nur Angst, dass Leute dadurch sich "inspiriert" fühlen ihren Peiniger einen tödlichen Besuch abzustatten, es bringt niemand was wenn man tötet, nurnoch mehr Leid in diese Welt


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:16
wanagi
schrieb:
Ich bin selbst Opfer von sexuellem Missbrauch in der Kindheit, ich habe meinem Peiniger vergeben wenn ich das kann können es bestimmt auch andere und JA ich habe mir Hilfe gesucht ich bin seit 12 Jahren in Behandlung nur dadurch konnte ich soviel aufarbeiten und das rate ich auch anderen, versinkt nicht in Hass sondern sucht euch Hilfe um eurer aber auch anderer Willen!
Vorerst: Mein Beileid zu deiner Erfahrung.

Du vergisst aber eine Sache, das Mädchen kann nicht mehr vergeben weil sie tot ist.
wanagi
schrieb:
Man könnte auch sagen, dass der Täter Opfer von seinen Wahngedanken und Zwangsgedanken war, dass er pschisch krank war zweifelt sicherlich keiner, nur die wenigsten kommen als Monster zur Welt, jeder hat eine Geschichte das vergessen viele.
Und nun? Muss man den Tyrannen nun auch vergeben? Hitler? Auch ein Opfer seines Größenwahns? Da kannst noch einige solcher Soziopathen einreihen. Alles arme Opfer?

Du vergisst dabei die Verhältnismäßigkeit, nämlich dass er ein wehrloses und schutzbedürftiges Kind auf dem Gewissen hat.
Cassandra71
schrieb:
Ich finde die milde Strafe ganz und gar nicht gerechtfertigt.

Ein Mord ist ein Mord und mit lebenslänglichem Freiheitsentzug zu bestrafen.

Dass man Frau Bachmeier die Affekttat abgekauft hat, ist für mich ein Skandal.

Fehlurteil mal andersrum.

BTW: Ob das Kind ihr Lebenssinn war, lassen wir mal dahingestellt. Es gab einige Hinweise auf Gegenteiliges.
Ich finde es eher skandalös dass man der Mutter die Unzurechnungsfähigkeit nicht zugesteht und sich anzumaßen zu wissen dass ihr das Kind wohl nicht wichtig genug war. Chapeau


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:19
@wanagi
Auch das könnte ich mitunter nachvollziehen. Man weiß nie, wie man selbst handeln würde, wenn einem etwas so grausames widerfährt, wie es Frau Bachmeier erleiden müsste. Es ist leicht, aus einem Forum heraus auf andere zu zeigen und sich als moralisch überlegen darzustellen.
@Eya
Ich seh es genau wie Du


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:25
Eya
schrieb:
Ich finde es eher skandalös dass man der Mutter die Unzurechnungsfähigkeit nicht zugesteht (...)
Wo kommt denn auf einmal die Unzurechnungsfähigkeit her?
und sich anzumaßen zu wissen dass ihr das Kind wohl nicht wichtig genug war.
Ich maße mir überhaupt nichts zu wissen an, ich gebe lediglich zu bedenken, dass es Hinweise darauf gab, die das in Frage stellen.

Wissen tue ich das genauso wenig wie du weißt, dass Anna Frau Bachmeiers Lebenssinn war.

Trotz und alledem habe ich in einem früheren Beitrag geschrieben, dass ich aus meiner Perspektive als Mutter ihr Handeln nachvollziehen kann.

Die rechtliche Seite ist aber nun mal davon losgelöst zu betrachten.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 20:47
Cassandra71
schrieb:
Trotz und alledem habe ich in einem früheren Beitrag geschrieben, dass ich aus meiner Perspektive als Mutter ihr Handeln nachvollziehen kann.

Die rechtliche Seite ist aber nun mal davon losgelöst zu betrachten.
Viel anderes schrieb ich nicht bis auf das, dass ich das Urteil gerechtfertigt finde und du nicht. Aber so hat jeder seine eigene Sicht und im Endeffekt sind alle drei Beteiligten mittlerweile tot.
Cassandra71
schrieb:
Wo kommt denn auf einmal die Unzurechnungsfähigkeit her?
Es geht um die Schuldfähigkeit.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 21:21
Eya
schrieb:
Es geht um die Schuldfähigkeit.
Das Gericht hat keine Schuldunfähigkeit festgestellt.


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Marianne Bachmeier

27.07.2020 um 21:28
Cassandra71
schrieb:
Das Gericht hat keine Schuldunfähigkeit festgestellt.
Deshalb wurde sie ja wegen Totschlags verurteilt und nicht wegen Mordes - weil die mildernden Umstände mit einbezogen werden.

Ich schätze in Deutschland ist das nicht all zu anders.
Mit dem Mord hat der Totschlag gemein, dass beide Delikte einen Tötungsvorsatz voraussetzen: Der Täter hielt es zumindest ernsthaft für möglich und nahm es in Kauf, dass seine Tat zum Tod eines anderen führt. Beim Totschlag kommt aber als besonderes Privilegierungsmerkmal hinzu, dass der Täter „sich in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung dazu hinreißen läßt, einen anderen zu töten“, also im Affekt, wobei sowohl sthenische (Wut, Zorn etc.) als auch asthenische Affekte (Schrecken, Verzweiflung etc.) zum Tragen kommen können
Quelle: Wikipedia: Totschlag_(Österreich)


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Marianne Bachmeier

28.07.2020 um 08:03
Cassandra71
schrieb:
Ich habe mir vorhin die Doku angeguckt.

Der damalige StA hat dort (sinngemäß) gesagt, für ihn wäre es Mord gewesen.

Woher die Aussage kommt, die Staatsanwaltschaft sei von Mord von Totschlag "herunter gegangen", entzieht sich meiner Kenntnis.

Wenn ich es richtig verstanden habe, hat das Gericht Marianne Bachmeier nur deshalb wegen Totschlag verurteilt, weil man ihr geglaubt hat, dass die Tat nicht geplant war, sondern aus dem Affekt heraus begangen wurde.

Ich kaufe ihr das nicht ab, aber sei's drum.
Das ist/wäre natürlich nochmal ein vollkommen anderer Sachverhalt, den ich aber trotzdem nicht nachvollziehen kann.
Planung allein ist ja kein Mordmerkmal bzw. vollkommen unerheblich erst mal, wenn sich aus Planung keine heimtückische Vorgehensweise ergibt.

Sinn würde es für mich nur machen, wenn das Gericht anhand fehlender Planung auch Zweifel an der Heimtücke gesehen hätte und ohne Heimtücke fehlt in dem Fall ein Mordmerkmal. Denn auch ansonsten liegen keine Mordmerkmale vor, da Pistole kein anerkanntes gemeingefährliches Mittel darstellt und das Motiv Rache zumindest im Fall Marianne Bachmeier als kein niederer Beweggrund angesehen werden kann, da sich ihr Motiv bzw. das Gefühl Rache aus nachvollziehbaren Gründen ergeben hatte.

Für mich wäre die Heimtücke trotzdem erfüllt gewesen, selbst wenn sie den Entschluss zur Tötung erst direkt im Gerichtssaal getroffen hätte. Und Tötungsabsicht auf subjektiver Ebene mitsamt der Heimtücke auf objektiver Ebene hätte eigentlich für Mord gereicht.

Ich bin aber auch kein Jurist sondern nur Laie, der nicht alles verstehen muss.

Ps.


@Eya

Bei uns in Deutschland unterscheidet man zwischen Totschlag (§ 212 StGB) und dem minderschweren Totschlag (§ 213 StGB). Darüberhinaus gibt es auch Fälle des besonderen schweren Totschlags, siehe 212 StGB.

Die berühmte Affekttat, getötet in einem Zustand außerordentlicher Gefühlsregung, aus Zorn beispielsweise, mündet häufig nur in § 213 StGB.
Hier ist tatsächlich das Verhalten auf Opferseite mitentscheidend. Hat das Opfer den Täter vor seiner Tat beispielsweise gereizt, provoziert und auch wie und mit was, durch eine ehrverletzende Äußerung oder ähnliches usw...


Und ja, auch bei uns in Deutschland ist sowohl für Mord als auch für Totschlag der Vorsatz Voraussetzung.

-entweder als direkter Vorsatz, bei dem der Täter über den eintretenden Erfolg einer Handlung sicher Bescheid weiß. Dieser Erfolg ist aber meist nicht das eigentliche Ziel, sondern wird nur als notwendiges Übel (vereinfacht ausgedrückt) für eine Tathandlung angesehen.

- oder als bedingter Vorsatz, bei dem der Täter einen Erfolg lediglich nur für möglich hält, mit rechnen kann, diese Möglichkeit auf einen Erfolg aber ignoriert.

Demgegenüber steht ganz Oben sogar noch mal die reine Absicht, bei der ein Täter mit einer bestimmten Handlung ein festes Ziel verfolgt. Handlung dient hier ausschließlich als feste Zielerfüllung, was man bei Marianne Bachmeier wohl annehmen kann. Ich korrigiere mich daher noch mal selbst, denn im Falle Marianne Bachmeier haben wir es nicht dem direkten Vorsatz zu tun, sondern können auch von eindeutiger Absicht ausgehen.


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