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Genitalverstümmelung

379 Beiträge, Schlüsselwörter: Missbrauch, Body Modification, Verstümmelung

Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 12:25
@Samnang
Das weißt du? Das freut mich :D Ich werde mich nicht ändern und immer schön meine Meinung vertreten, das ist Recht.


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Samnang
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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 12:49
Ja... du wirst immer BESSER werden* :)@Zerox


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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 12:50
@Samnang
Wieso sagst du sowas? Bzw. wieso denkst du sowas? ^^


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Samnang
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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 12:51
@Zerox
siehe PN


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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 12:55
@Samnang
Okay, ich sehe und warte :D


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Samnang
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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 13:11
@Samnang
Weltweit sind 150 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Ihnen werden meist unter unhygienischen Bedingungen und ohne Narkose Teile der äußeren Genitalien entfernt. Trotz dieser Ausmaße stellt weibliche Genitalverstümmelung bis heute ein Tabu dar.
Da kriegt man fast Gewissensbisse, weil man nicht's dagegen tun kann. Oder sagen wir so, nicht viel, oder weil dann soclhe 'Spinner' kommen und sagen, dass das ja sowieso nur 'woanders' passiert!
Die Wanderausstellung stellt weibliche Genitalverstümmelung als Ausdruck einer weltweit verbreiteten Diskriminierung und Gewalt gegen Mädchen und Frauen dar.
Einer der fünf Rittertugenden war die 'Frauenverehrung', davon ist leider nicht's mehr übrig. Mädchen und Frauen wurden fast immer überall benachteiligt.
Auf 20 Fahnen informiert die Ausstellung in Bildern, Zitaten und Texten über Fakten und Hintergründe weiblicher Genitalverstümmelung und stellt afrikanische Aktivistinnen und ihre Initiativen vor.
Ob das mal jemanden wachrüttelt? Die Menschen kümmern nur ihre eigenen Sorgen. Niemand interessiert mehr irgendwas und keiner weiß, weil es allen egal ist.


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Samnang
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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 13:12
Missy empfiehlt: Diskussion über das Verbot weiblicher Genitalverstümmelung in der Schweiz
Weibliche Genitalverstümmelung/beschneidung ist in verschiedenen Ländern Afrikas und Asiens eine gängige Praxis - mit gravierenden Folgen für die Gesundheit der betroffenen Frauen. Durch die Migration wird das Thema auch in der Schweiz aktuell, Mädchen aus somalischen Flüchtlingsfamilien etwa sind gefährdet, von ihren Familien beschnitten zu werden. In der Schweiz wurde daraufhin die Verstümmelung weiblicher Geschlechtsorgane per Gesetz verboten, was sowohl auf Befürwortung als auch auf Kritik gestoßen ist. Schließt nicht das allgemeine Gesetz gegen Körperverletzung die Genitalverstümmelungen auch mit ein? Müsse dann nicht für alle Sondergruppen ein eigenes Gesetz verabschiedet werden? Gelten Operationen Transsexueller auch als Genitalverstümmelung? - Die Diskussionsveranstaltung im Les Complices* in Zürich will ganz grundsätzliche Fragen zu Körper, Geschlecht, Sexualität, Migration und Kultur aufgreifen und erörtern. Zu Wort kommen Daniela Hrzán (Kulturwissenschaftlerin) und Chris Caprez (Journalistin).

Wann & Wo:

Mittwoch, 30. März 2011, 20:00 Uhr, Les Complices*, Anwandstrasse 9, CH-8004 Zürich



die Schweiz legt vor...

http://missy-magazine.de/2011/03/28/missy-empfiehlt-diskussion-uber-das-verbot-weiblicher-genitalverstummelung-in-der-sc...

Goesmann: Das Wissen über die Genitalverstümmelung ist größer geworden
Berlin, 28.03.2011

Schätzungen zufolge leben circa 18 000 Mädchen und Frauen in Deutschland, die an ihren Genitalien verstümmelt wurden. Die Bundesärztekammer und das Bundesgesundheitsministerium (BMG) wollen dieses Thema aus der Tabuzone herausholen. Notwendig sei ein sensibler Umgang mit den Betroffenen. Dies betonten Dr. Cornelia Goesmann, Vize-Präsidentin der Bundesärztekammer, und Annette Widmann-Mauz, parlamentarische Staatssekretärin im BMG in einem gemeinsamen Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt (25.03.2011). Goesmann wies darauf hin, dass es in den vergangenen Jahren viel Aufklärungsarbeit zu diesem Thema gegeben habe. Das Wissen unter Ärztinnen und Ärzten sei größer geworden. „Die Empfehlungen der Bundesärztekammer zum Umgang mit betroffenen Frauen sind inzwischen Bestandteil der Facharztweiterbildung und der Fortbildung in der Gynäkologie.“ Den Ärzten riet sie, sie sollten „sachlich, aber auch einfühlsam vorgehen und die Frau so akzeptieren, wie sie ist“.

Auf keinen Fall dürften sich Ärzte an einer Genitalverstümmelung beteiligen. „Das ist straf- und berufsrechtlich verboten. Der Arzt kann dadurch seine Approbation verlieren“, betonte Goesmann. „Diese Praktiken seien in Deutschland verboten, sagte auch Widmann-Mauz. Frauen und Mädchen müssten wissen, welche Rechte sie haben. „Die Frauen müssen erkennen, dass sie ein Recht auf körperliche Unversehrtheit haben und dieses auch einfordern können.“

Quelle Bundesärztekammer


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Samnang
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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 13:15
@Zerox
ich bin da imer positiv-man bei mir schon so oft gesagt-ach nützt das was und was soll ich tun-persönlich schon "keine Chance" leider...usw.
und ich habe nie locker gelad´ssen und immer wieder auch nahezu aussichtslose Ziele erreicht- egal jett bei welcher Thematik...
nur wer bleibt und wer was tut verändert-das WORT UNMÖGLICH
hat mir noch nie gefallen-
man muss sich einfach einsetzen und etwas wagen-auch gegen den Strom und immer mit dem Herzen einer Löwin/Löwen :)
Nie aufgeben

ich hoffe sehr dass die Fahnen in den Geist wehen....


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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 13:17
@Samnang
Samnang schrieb:nur wer bleibt und wer was tut verändert-das WORT UNMÖGLICH
ich hatte mir auch vorgenommen, bis zum letzten meiner Atemzüge für das zu kämpfen und das zu verwirklichen, woran ich glaube und was ich denke. Nicht's ist unmöglich, dass muss man sich klar vor Augen halten. Nur wie weit eingeschränkt der Geist eines jeden ist, macht es für einen selbst unmöglich. Okay, außer nach dem Tode wiederaufzuerstehen, das hat dann nicht's mehr damit zu tun :D


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Samnang
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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 13:19
@Zerox
"Ich weiß" und doch auch DAS..ist möglich) LG SAM du machst alles RICHTIG


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Genitalverstümmelung

29.03.2011 um 13:21
@Samnang
Danke und alles Liebe dir zurück ;)


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Genitalverstümmelung

21.04.2011 um 17:41
@Shana_chan
Shana_chan schrieb:Ja und genau weil es eben so ist muss man etwas dagegen machen!
Und nich nur dumm rumsitzen und denken wie toll sein leben doch ist....
Ich steh jeden Morgen auf und kümmere mich 8 ja manchmal 10 Stunden am Tag um hochgradig Demente Patienten und damit erfülle ich mein Selbstgesetztes Ziel und Investiere in meine Arbeit mehr Energie als ich letztendlich für mich habe!
Und eins kannst du mir glauben, sich jeden TAg dasd Elend anzusehen und Menschen die man ins Herz geschlossen hat irgendwann Sterben zu sehen ist garnicht so einfach ;)
Ausser große Reden schwingen kommt doch von dir garnichts!
Mich würde mal Interessieren was du so machst da du ja scheinbar so Überzeugt von dir bist ;)


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Samnang
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Genitalverstümmelung

22.04.2011 um 08:57
@hulkster
Finde ic tioll was du tust, ich weiß wie dasist und kenne auch genau die Gefühle die da sind und es werden unbedingt Menschen wie du gebraucht, die immer wieder Ihre Kraft sammeln und aufstehen und sich wieder diesen Aufgaben stellen.
Und versucht das ELEND zu begrenzen, was immer dem Einzelnen nun auch möglich ist-aber jeder kleinenste Schritt zählt. DANKE

zum Thema-einfach um immer wieder an die Vorgehensweise zu erinnern

http://www.sterneck.net/gender/terres-des-femmes/

von Anfang April 2011
Genitalverstümmelung in Kinderkliniken: Chirurgische Arbeitsgemeinschaft geht auf Distanz (will sich aber nicht distanzieren)

http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2011/04/04/Genitalverstummelung-in-Kinderkliniken%3A-Chirurgische-Arbeitsgemein...
DARAUS ENTNOMMEN

Die konkretesten bisher bekanntgewordenen Zahlen stammen aus der aktuell weltweit grössten Studie von 2008, erhoben durch die Verstümmler selbst (u.a. mit Beteiligung des Inselspitals Bern und des Ostschweizer Kinderspitals) – und zeichnen ein erschreckendes Bild:

58% aller Betroffenen von 0-3 Jahren wurden mindestens einmal kosmetisch genitaloperiert
87% aller Betroffenen von 4-12 Jahren wurden mindestens einmal kosmetisch genitaloperiert
91% aller betroffenen Jugendlichen wurden mindestens einmal kosmetisch genitaloperiert
90% aller betroffenen Erwachsenen wurden mindestens einmal kosmetisch genitaloperiert



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Genitalverstümmelung

22.04.2011 um 09:10
hulkster schrieb: Ich steh jeden Morgen auf und kümmere mich 8 ja manchmal 10 Stunden am Tag um hochgradig Demente Patienten und damit erfülle ich mein Selbstgesetztes Ziel und Investiere in meine Arbeit mehr Energie als ich letztendlich für mich habe!
Hattest also nen Jobwechsel? :)

Löblich. Aber kann das hier keiner wissen wie sehr engagiert du plötzlich bist. Hier wurde nur auf deine sehr unsensible Bemerkung betreffend Genitalverstümmelung reagiert.

Solch Aussagen: "Das ist dort halt so" , kann man leider nicht positiv aufnehmen


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Shana_chan
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Genitalverstümmelung

22.04.2011 um 10:17
@hulkster
ich finde es auch toll das du so engagiert bist , aber das hat nicht dierekt was mit dem kommentar von dir zu tun.


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Genitalverstümmelung

22.04.2011 um 11:30
@hulkster
Ja, das kann ich mir vorstellen, dass das nicht allzu einfach fuer dich ist.
Also auch ich finde es toll, wie du dich in dieser Sache engagierst und wie motiviert du diese Sache machst.

Respekt!


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Genitalverstümmelung

19.12.2015 um 15:56
Lesenswertes Interview über Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen in Irakisch-Kurdistan, die gesellschaftliche Verbreitung dieser Praktiken und die Arbeit von Initiativen dagegen.
In den 60er Jahren wurden in der westlichen Welt Klitoridektomien (chirurgische Entfernung der Klitoris) durchgeführt, um damit teilweise krankhaftes weibliches Sexualverhalten vermeintlich zu heilen. Diese Behandlungsmethode wurde angewandt gegen Anorgasmie, Hysterie, Masturbation und weibliche Homosexualität.1

In der Geschichte der Gewalt gegen Frauen findet sich eine Vielfalt der Barbarei – der Hass auf das weibliche Lustempfinden findet dabei heute in Staaten des Nahen Ostens, Südostasiens und Afrikas unter anderem seinen Ausdruck in der Weiblichen Genitalverstümmelung. Female Genital Mutilation (FGM) definiert die Weltgesundheitsorganisation dabei als: „[…] all procedures that involve partial or total removal of the external female genitalia, or other injury to the female genital organs for non-medical reasons.“2

Der Queer Theory und den Critical Whiteness Studies gilt die Benennung des Eigentlichen, mutilation, also Verstümmelung, als rassistisches Moment und wird verhandelt: das Spezifikum wird durch ein Wort ersetzt zu Female Genital Cutting (Beschneidung) – damit zeige man ein neues Forschungsparadigma auf.3

Für all jene Mädchen und Frauen, die in Gesellschaften leben, wo ein Versuch der Tilgung der Sexualität des Mädchens und der Frau existiert, ist diese akademische Debatte irrelevant. Medial ist die kurdische Autonomiebestrebung wieder präsent – da der Islamische Staat nun im Irak und im bürgerkriegsgezeichneten Syrien wütet. Seit jeher sei das kurdische Autonomiegebiet im Nordirak jene Region des Nahen Ostens, in welcher rechtsstaatliche Ansprüche und damit auch Frauenrechte als am konsequentesten durchgesetzt gelten. Kurdische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kampagne Stop FGM in Kurdistan führen ihre Arbeit in jenen Regionen jedoch nur unter widrigsten Bedingungen durch – unter Drohungen und Verleumdung, so Thomas von der Osten-Sacken, Geschäftsführer der vor allem im Nordirak tätigen NGO Wadi e. V. Ein Gespräch.



Wie verbreitet ist FGM im Nordirak? Gibt es ein Stadt-Land-Gefälle?

In einigen Regionen lag die Quote bis vor kurzem bei 100%. Sehr hoch ist sie in den Provinzen Sulaimaniyya und Erbil während sie in nördlicheren Regionen aus unklaren Gründen wesentlich niedriger ist, wobei die Bereitschaft, über FGM zu reden, gegensätzlich gelagert ist. In Kirkuk ist FGM ebenfalls sehr verbreitet, und zwar unter der kurdischen Bevölkerung weiter als unter der arabischen oder turkmenischen. In den letzten 50 Jahren führte eine immense Landflucht dazu, dass sich die Stadtbevölkerung im Irak von 30 auf 80 Prozent erhöhte. Interessant ist hier, dass FGM in der ländlichen Bevölkerung eine Tradition ist, es genau dort jedoch einfacher ist, die Bevölkerung zu überzeugen, diese Praxis zu beenden. Auch in gebildeten Schichten in den Städten existiert FGM, welche früher als dörfliche Tradition galt. Dort ist – nicht nur in Irakisch-Kurdistan, sondern in vielen Ländern des Nahen Ostens oder Asiens – zu beobachten, dass Islamisten seit etwa 30 Jahren eine massive Propaganda für FGM tätigen. In Irakisch-Kurdistan bewirkt vor allem von Salafisten und wahabitisch angehauchten Islamisten betriebene Propaganda, dass auch Teile des städtischen Mittelstand seitdem ihre Töchter verstümmeln lässt, was er früher nicht tat, als FGM eher als eine dörfliche Tradition galt.

Laut UNICEF sind ungefähr die Hälfte aller FGM-Prozeduren im Irak in der Statistik4 nicht bestimmt. Wer sind die Personen, die diese Verstümmelung durchführen?

Wir haben die UNICEF-Studie massiv kritisiert und sofort nach ihrer Erscheinung eine sehr lange Analyse publiziert, weil wir sie für äusserst fragwürdig halten. Interessanterweise gibt diese Studie nur dort etwas her, wo vor allem wir Vorstudien im Nordirak getätigt haben. Laut UNICEF gibt es nämlich im Zentral- und Südirak kein FGM und das stimmt so nicht. In Irakisch-Kurdistan werden diese Verstümmelungen vor allem von midwives [Hebammen] durchgeführt, welche schlecht ausgebildet ein Spektrum der prämedizinischen Betreuung im ländlichen Gebiet abdecken. Aufgrund der Tatsache, dass FGM seit 2011 per Gesetz verboten ist und ärztliches wie Pflegepersonal sich durch Verstümmelung strafbar macht, ist dort die Quote sehr gering. Die Geburtshelferinnen verwenden dafür Nagelscheren, Glasscherben oder Messer an Mädchen im Alter zwischen drei und vier und desinfizieren mit heisser Asche.

In Ägypten ist die Rate seit 2014 bei Mädchen im Alter von 15-17 um 13%5 gesunken. Wie ist der Ausblick im Nordirak?

In den letzten Jahren haben wir in den Gebieten, in denen wir intensiv arbeiten, festgestellt, dass die Quote an Neuverstümmelungen laut Angaben der Befragten dramatisch zurückgeht. Es ist festzustellen, dass mit intensiven Mühen es gerade in ländlichen Gebieten möglich ist, die Menschen davon zu überzeugen, damit aufzuhören und somit in relativ kurzer Zeit die Rate der Neuverstümmelungen drastisch zu senken. Allerdings stösst das natürlich auf Widerstand der islamisch-Konservativen – es ist ein Kulturkampf, der auch geführt werden muss. Bei Befragungen sagen immer mehr Leute – Eltern, Lehrer, Krankenschwestern – dass sie kein positives Verhältnis mehr zu FGM haben, das ist wichtig.

In Ägypten sind 91% der Mädchen im Alter von 5-14 genitalverstümmelt; dabei werden 70% aller Eingriffe von medizinischem Personal durchgeführt.4 Wie wirkt sich das allgemein auf die medizinische Behandlung der Mädchen aus?

FGM galt – bis wir mit unserer Arbeit begonnen haben – als ein afrikanisches Phänomen. Dass das Problem auch im Iran, in Indonesien, Malaysia, Singapur, Indien, Pakistan und Oman bestand und besteht, war ebensowenig bekannt wie das bestehende Engagement dagegen. Ägypten hält eine Sonderstellung inne, weil es ein arabisches Land ist, aber immer Afrika zugerechnet wurde. In der Amtszeit Mubaraks in Ägypten gab es nur halbherzige Versuche, FGM einzudämmen – stattdessen fand eine Medikalisierung statt, um die hygienischen Bedingungen zu verbessern. Diese Idee ist in Irakisch-Kurdistan nicht sehr verbreitet, zum Glück. Die Diskussion gibt es dagegen in auch in Indonesien und Malaysia. Dazu lässt sich aus meiner Sicht nur sagen: FGM gehört abgeschafft, nicht medikalisiert.

„Mutilation“ wird oft auch durch „Cutting“ ersetzt oder ergänzt (FGM/C). Ist eine begriffliche Trennung sinnvoll oder eine Relativierung der Gewalt?

FGM/C ist eine offizielle Wortwahl. Ich lehne die Forderung nach dieser Trennung nicht etwa deshalb ab, weil sie aus selbstbezüglichen akademischen Debatten von Kulturrelativistinnen und -relativisten kommt, sondern weil ‚mutilation‘ bedeutet, dass eine irreversible körperliche Beeinträchtigung erhalten bleibt. Wenn wir jedoch von „Beschneidung“ reden, wäre das eine Abmilderung. Auch wenn ich ebenfalls gegen die Beschneidung von Jungen bin – FGM hat doch stärkere Implikationen.

Obwohl es bei FGM um die Kontrolle der weiblichen Sexualität geht, wird die Beschneidung bei Jungen als religiöser Ritus verteidigt.

Innerhalb der vier sunnitischen Rechtsschulen schreibt die schafaitische, welche vor allem in Ägypten, Indonesien und Kurdistan verbreitet ist, Beschneidung bei Mädchen und Jungen gleichermassen vor. Wenn sich das kurdische Parlament ganz klar gegen die religiöse Rechtsschule stellt und FGM 2011 unter Strafe stellt, dann ist das ein eindeutiges Zeichen. In der islamischen Welt gilt das weibliche Lustempfinden und die Fähigkeit der Frau, Lust zu empfinden, als zersetzend und wird bekämpft. Das geht auch Männer etwas an. Die Beschneidung der Klitorisvorhaut ist ein Versuch der Geschlechterzuordnung und damit der Unterdrückung: ein Mädchen muss beschnitten werden, weil ihr sonst womöglich noch ein Penis wachse. Diese Argumentation ist in Irakisch-Kurdistans stark verbreitet.

Wie steht es um die anderen Frauenrechte in Irakisch-Kurdistan?

Derzeit gibt es einen immensen Rollback durch den generellen Zerfall der Region. Die Diskussion um FGM, Zwangsheirat und Ehrenmord kommt immer dann auf, wenn ein wenig Freiheit herrscht. Man redet über diese Themen nicht unter Assad oder Hussein, sondern in dem Moment, wenn sich – wie nach 2003 im Irak – eine Aufbruchstimmung entwickelt und sich kleine Freiräume bilden. Eine Fülle von Initiativen gegen Polygamie, FGM, Zwangsheirat und gegen die arrangierte Ehe bereits im Säuglingsalter konnten entstehen. Ich möchte das nicht schönreden, denn die Situation ist wie überall im Nahen Osten desaströs, aber es hat schon positive Entwicklungen gegeben. Doch durch den syrischen Bürgerkrieg und den „Islamischen Staat“ haben die Leute ihre Hoffnung verloren. Es ist klar: die USA hat sich zurückgezogen, Europa hat sich zurückgezogen, der Iran und Russland sind auf Seiten Assads, alle machen Dialog mit irgendwelchen Erdogans, geht vor dem Islamismus in die Knie. 70 Kilometer entfernt mordet der Islamische Staat, 150 Kilometer weiter bombt die russische Luftwaffe – für die fundamentalistischen Kräfte ist das Morgenluft. Die Gewaltstruktur im Nahen Osten entlädt sich als erstes gegen Frauen, Mädchen und Minderheiten. Und auch für Kampagnen gegen FGM wird es immer schwieriger Gelder zu bekommen, unsere Arbeit sowohl in Irakisch-Kurdistan als auch die Stop FGM Mideast Kampagne sind kaum mehr finanziert – dieser Krieg und die daraus resultierende Flüchtlingswelle absorbieren die Gelder. Projekte, die langfristig gegen – obwohl ich diesen Begriff hasse – „Fluchtursachen“ ankämpfen, können so nicht mehr arbeiten, die Gelder werden in Nothilfe umdeklariert und der Teufelskreis geht weiter. Stattdessen umarmt man jene zum Dialog, die die Region zerstören und darunter leidet alles, was je auf Veränderung gesetzt hat. Und am Ende gibt es nur noch mehr Flüchtlinge.

Das Gespräch führte Yasemin Makineci.
http://www.univie.ac.at/unique/uniquecms/?p=5189


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Warhead
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Genitalverstümmelung

20.12.2015 um 11:34
@Fabs
Das ist Unfug,die Beschneidung hat nichts mit Religion zu tun.
Auch in traditionell christlichen Ländern Afrikas und buddhistischen Gegenden Asiens wird beschnitten.


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