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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

787 Beiträge, Schlüsselwörter: Religion, Islam, Satire, Mohammed, Titanic, Karikatur, Mohammed-karikaturen

Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 12:38
@Yolandabecool

Die theoretische Überlegung lähmt nur, wenn man die Lähmung zulässt. Ist man sich erst mal darüber im Klaren, dass man es unmöglich allen Recht machen kann, dann ist man durchaus beschlussfähig. Man wählt die Lösung der vermeintlich geringsten Ungerechtigkeit, oder (wie die meisten) den Weg, der einem am sympathischsten ist.

Meine Antwort wird durch das Ava deutlich. Nur muss ich halt bei diesem Standpunkt auch so aufrichtig sein und den "Beschwerden" anderer einer gewissen Berechtigung zugestehen.
(ein 'Mach Kopp zu und leb damit" wäre ja schon wieder ein Verstoß gegen eigene Wertvorstellung; da kommt schnell was zusammen, wenn man nicht aufpasst)
Zitat von Yolandabecool
Yolandabecool
schrieb:
In der Fortbildung wurde uns gesagt, das ginge nicht einfach so, es könnte sich jemand gekränkt fühlen, weil er sich nicht wie aus diesem Land stammend fühlt, sondern sich als Deutscher empfindet.....
Solche Probleme entstehen vornehmlich, wenn man es "zu gut" meint und allen recht machen will. Ist genauso wie diese ehemals unsäglich Kruzifix Diskussion. Die einen stören sich angeblich, wenn keins rumhängt, die anderen könnten (oder auch nicht) negative Energien empfangen. Ja, was denn nun? Da gibt´s halt keinen Kompromiss der es alle Wünsche gleichermaßen berücksichtigen kann (es sei den man einigt sich auf halbe Kreuze). Da wird manchmal ein Tratraa wegen nichts veranstaltet. 80 Mio Leute suchen nach der einen Lösung, die es offensichtlich gar nicht geben kann. Leute sind in ihren Grundfesten erschüttert. Suizidgefährdet...wegen was? Einem Kruzifix-Streit in christlich geprägtem Land? Also manche haben echt spannende Probleme.
Zitat von Yolandabecool
Yolandabecool
schrieb:
Sorry, da komme ich ich nicht mehr mit, da wird es dann langsam bescheuert und absurd.....
Jepp. Absurd. Das trifft es oft ganz gut.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:01
@dasewige

bitte was mach ich? :D

ich bin beeindruckt was du da so in meinen text rein interpretierst. darf man jetzt nicht mal mehr den sinn hinterfragen?

vielleicht kannst du ja die gestellten fragen ja einfach mal beantworten.
warum verletzt man jemanden absichtlich?
muss man alles machen nur weil man es darf?
anstatt mir irgendwas vorzuwerfen was ich nicht geschrieben habe, auch nicht indirekt!
und mir dann gleich noch undemokratische haltung zu unterstellen.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:06
Zitat von zündfunke
zündfunke
schrieb:
warum verletzt man jemanden absichtlich?
Weil man es darf, das Recht und die Gesellschaftsordnung auf seiner Seite weiß.
Zitat von zündfunke
zündfunke
schrieb:
muss man alles machen nur weil man es darf?
Nö, aber man kann es und was noch wichtiger ist: man darf es (s.o.)



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:12
@wuec

ist ja irgendwie kein grund. für mich.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:16
@zündfunke
Genau das ist das Problem mit "euch Leutchen" (nimm´s nicht persönlich, klingt einfach nur gut)

Schau mal.
Die einen pochen auf ihre Rechte, die anderen tun das gleiche. Und daraus - nur weil jeder auf sein Recht pocht und sich benachteiligt fühlt wenn er in diesem beschnitten würde - entsteht dieses Konfliktpotential.
Eigentlich (wären die Umstände und Auswirkungen nicht so schlimm) ist das ziemlich lustig, weil wir es mit 2 Seiten der gleichen Medaille haben.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:16
@wuec

um auf dein post an mich einzugehen, satire will gar nicht beleidigen, satire will nur in abstrakter form der gesellschaft oder den jeweiligen adressat einen spiegel vorhalten um einen sachverhalt klar darzustellen.

@zündfunke

wow, anscheinen habe ich genau ins schwarze getroffen. du solltes dich mal mehr über den sinn von satire nachdenken, die will in keinster weise beleidigen und schädigen tut sie auch nicht, sie regt im gegenteil die lachmuskeln an und das ist wiederum gesund.
Zitat von zündfunke
zündfunke
schrieb:
muss man alles machen nur weil man es darf?
und schon wieder ein erhobener zeigefinger und wenn du es trotzdem machst dann bist du ein ganz ganz böser obwohl du es machen darfs.

meinst du ich unterwerfe mich deines sinnlosen moralischen appel dann bis du aber schief gewickelt.
ich lasse mir von niemanden eine schere in den kopf setzen um mich dann selber zu zensieren.
Zitat von zündfunke
zündfunke
schrieb:
und mir dann gleich noch undemokratische haltung zu unterstellen.
genau diese methode anderen mit der moralischen keule, eine schere in den kopf zu setzen ist dermaßen undemokratisch.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:22
@dasewige
Zitat von dasewige
dasewige
schrieb:
um auf dein post an mich einzugehen, satire will gar nicht beleidigen
Da könnte man unterschiedlicher Meinung sein. Nicht wenige sagen, dass Satire ungerecht (wegen der Überspitzung) sein müsse. (vgl Tucholsky)

Letzten Endes kann es durchaus sein, dass sich Leute auf den Schlips getreten fühlen. Das lässt sich gar nicht vermeiden, ob man das nun möchte oder nicht, ob man dies beabsichtigte oder nicht.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:23
@wuec

aber, dass ist dann das problem dieser leuten und nicht das problem der satire

außerdem ist ungerecht nicht gleich zusetzen mit beleidigung



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:26
@dasewige

Korrekt. Aber -und daran kann es keinen Zweifel geben- das ist nun mal ein Problem. (leider eins das zuweilen eskalieren kann).


>außerdem ist ungerecht nicht gleich zusetzen mit Beleidigung<
Auch das ist korrekt. Aber du weißt doch selbst, dass die Wahrnehmung da zuweilen etwas trügerisch ist. Vor allem wenn man sich benachteiligt fühlt.
Was für den einen die erlaubte Hyperbel ist, ist für den anderen eine faustdicke Beleidigung. So ist das nun mal auf dieser Welt.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:27
@dasewige

kannst du mir verraten warum du so aggressiv bist?

sehr lustig wenn man so sehr für meinungsfreiheit eintritt. und dann so empfindlich auf meine reagiert. aber das liegt auch mit daran dass du sie (absichtlich?) falsch verstehst.

sieh mal, ich habe eine ganz normale frage gestellt. anstatt ganz normal zu antworten kommst du mir mit vorwürfen. ich würde einfach gerne argumente lesen, verstehst du? ganz sachliche. von mir aus, rede mit mir wie mit einem kleinen kind dem man was selbstverständliches erklären muss. aber greife mich nicht so an.

@wuec

das stimmt auch! man kann wie gesagt nicht immer und überall aufpassen ob man eventuell jemand auf die füße tritt.

das habe ich auch gar nicht gemeint.

mit meinem humor und meinen sprüchen habe ich auch schon menschen unbewusst vor den kopf gestoßen, das lässt sich ja gar nicht vermeiden.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:36
@wuec


sorry aus meiner sicht gibt es da kein problem, das problem hat der jenige der in seiner engstirnigkeit, mord und doria schreit.

@zündfunke

sorry, aber wenn du der meinung bis, dass ich agressiv bin, ist es eindeutig dein problem und kannst für dich die konsequenzen ziehen.

das ist nun mal meine sichtweise, die ich gewonnen habe aus deinen texten und ich habe schon gesagt das ich mir keine schere in den kopf setzen lasse und erst recht nicht mit einer moralischen keule.
Zitat von zündfunke
zündfunke
schrieb:
muss man alles machen nur weil man es darf?
denn dieser satz ist nichts anderes als eine moralische keule und soll nur eins den anderen in seinen daran hindern seine rechte wahr zunehmen um ja nicht die so scheinheilige harmonie zu stören.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:40
Zur Auflockerung mal eine kleine Satire aus meiner Lieblingswebseite&#128540;

http://www.stupidedia.org/stupi/Forum


Auch lustig:

http://www.stupidedia.org/stupi/Pegida

oder

http://www.stupidedia.org/stupi/Islamische_Terroristik


So, habe ich jetzt alle beleidigt oder wen vergessen ?&#128541;



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:45
@dasewige

nein das ist eine frage auf welche die antwort noch aussteht.

dadurch kann man niemanden dran hindern seine rechte wahrzunehmen. es kann höchstens zum nachdenken und reflektieren anregen.

du findest das eine moralische keule oder schere? was ist scheinheilig daran wenn man mutwillige beleidigung und lächerlichmachen in frage stellt. nicht die legitimation sondern die motivation. ich versteh dich grad echt nicht.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 13:56
@zündfunke

das du mich nicht verstehst, ist mir völlig klar. deswegen noch mal, satire hat nicht den sinn jemanden lächerlich oder beleidigen zu wollen.

der sinn der satire ist es den adressaten einen spiegel in abstrakter form vorzuhalten.



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RoseHunter
ehemaliges Mitglied

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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 14:42
@wuec
RoseHunter schrieb:
Dass dies für jede Kultur gleichermaßen gilt, ist doch nicht so schwer zu bgereifen, oder?

Meinst du? Sag das mal dem Gauck, der weiß das nämlich nicht. Er kennt eine überlegene Lebensweise, behauptet er jedenfalls.
Ich denke, dass so ziemlich jede Kultur ihre Lebensweise als überlegen oder doch zumindest gut ansieht, ansonsten würde man anders leben.
Der Werterelativismus (alle Werte sind nur beleibig und damit gleich gut) ist in letzter Konsequenz auch nicht überzeugend, da gibt es gleich mehrere gute Einwände.

Aber unterstellen wir mal einen Relativismus und unterstellen wir, dass jede Kultur ihr Recht hätte, ihre Werte in ihrem Kulturkreis durchzudrücken, wäre gerade das nicht ein starkes Argument für eine Anpassung?
Ich teile diese Einstellung so nicht, aber nur mal hypothetisch.
Zitat von wuec
wuec
schrieb:
Eigentlich die gleiche Baustelle. Wenn wir Satire über Werte begründen wollen, dann müssen wir auch beantworten, was Werte überhaupt sind und in welchem Rahmen sie anzuwenden sind und Gültigkeit besitzen. Da gehört Moral zu, auch Doppelmoral.
Da gehören Begriffe wie (Un-)Freiheit rein, Toleranz und Akzeptanz. (Wer von sich behauptet eine freie und offene Gesellschaft zu sein, der sollte mit Intoleranz sparsam umgehen, denn das beißt sich*) Da gehört auch dazu, wie man zu den eigenen Werten steht. Ob sie in Stein gemeißelt sind, oder nur wie eine undefinierte zähflüssige und stetig wandelbare Masse zu behandeln sind.
Wer über Werteschiene argumentiert, kann all das nicht ausblenden.
Da müsste man jetzt ins Detail gehen, aber prinzipiell ist das auch meine Einstellung.
Man kann theoretisch aber Doppelmoral ablehnen (da diese einen Verstoß gegen den eigenen Wertekanon bedeutet, man schiebt sich die Werte dann zurecht, wie man sie braucht, was aber oft gerade dem Werterelativismus angekreidet wird - oft natürlich erkennbar polemisch), die Legitimität der eigenen Werte aber dennoch befürworten, das ist kein Widerspruch.
Zitat von wuec
wuec
schrieb:
Wer soll was behauptet haben? Ich behaupte das, steht doch da. Es war erneut der Hinweis darauf, dass unsere Wertvorstellungen nicht die einzigen und nicht die einzig wahren sind.
Mal ganz konkret gefragt: Findest du unsere Werte, wenn man sich dran hält und sie nicht verbiegt, prinzipiell gut und schützenswert oder kannst du dich nicht mit ihnen identifizieren.

Falls Lezteres, welches Wertesystem bevorzugst du?
Zitat von wuec
wuec
schrieb:
*Und da wird's nochmal schwieriger. Als wäre es nicht schon kompliziert genug. Wer offen und frei ist, hat Religionen zu akzeptieren (sonst ist man Biggest Heuchler Ever).
Letztlich ja, wir haben hier rechtlich Religionsfreiheit, bei Religionen die meinen, sie stünden über dem Recht, ist der rechtlich erlaubte Rahmen auch überschritten.

Moralisch glaube ich auch, dass es uns gut zu Geschicht stünde auf gläubige Menschen zuzugehen, statt sie zu verhöhnen.
Zitat von wuec
wuec
schrieb:
Dann hat man aber auch hier ansässige "fremde" Religionen (Islam) zu akzeptieren. Jetzt darf der Moslem nicht erwarten, dass wir für ihn unsere Gesellschaftsordnung und Gesetze ändern. Das ginge auch gar nicht, weil sonst morgen der Hindu kommt und wir schreiben alle Gesetze erneut um. Aber der Moslem darf mit Hinweis auf unsere Offenheit und Toleranz erwarten, dass wir seine Bedürfnisse hinnehmen (man muss sie nicht mögen und nicht teilen, aber hinzunehmen hab ich sie). Tja und nun wird's echt kriselig: zu diesen Bedürfnissen zählt auch dass wir seinen Propheten nicht verunglimpfen. Ha. Und jetzt ist guter Rat klumpenweise Gold wert. Was ist denn nun höher einzustufen? "Billige" Satire, womöglich Effekthascherei oder die Gefühle der Religiösen? Egal wie man sich entscheidet, man verstößt in irgend einer Form gegen unsere eigenen Wertvorstellung, die ja zuvorderst unsere Ausgangssituation darstellten. Aus der Nummer kommt man nicht "sauber" raus. Irgend einem tut man immer etwas Unrecht, da können wir uns anstrengen wie wir wollen.
Absolut d'accord, weshalb ich auch dafür plädiere nicht mit dem Holzhammer auf das Thema loszugehen, wo Fingerspitzengefühl gefragt ist.
Meine Meinung ist nicht erst seit dem Anschlag, dass man da mehrfach hinschauen und nicht unablässig provozieren sollte. Manche nennen das Appeasement, nur die Irren nicht reizen, aber das ist nicht das, was ich meine und offenbar auch du nicht.

Ich bin neben rechtlicher auch für moralische Klarheit - etwas, was bei uns irgendwie derzeit nicht hoch im Kurs steht und hier darf und muss man hart verhandeln, ist meine Meinung - aber ich finde dazu gehört auch, dass man allzu selbstgefällige Provokateure in die Pflicht nimmt.
Damit meine ich weniger kluge Satiriker - es gibt ja den Ausdruck, Satire die man bemerkt, hat es verdient, dass sie verboten wird - als jene groben Klötze, die sich als selbsternannte Hüter der Geserechtig, des Abendlandes und der allgemeinen Menschenvernunft ansehen und deren Intelligenz in dauernden Wettstreit mit ihrer moralischen Integrität steht, allerdings anders als sie selbst meinen, nur um einen Platz im hinteren Mittelfeld.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 14:43
@RoseHunter

Ist mir gerade zu lange. Zu wenig Zeit für ausfü Antwort. Später.



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RoseHunter
ehemaliges Mitglied

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09.01.2015 um 14:48
@wuec

Kein Problem, lass dir Zeit.



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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 15:21
@RoseHunter
1. Teil
Ich denke, dass so ziemlich jede Kultur ihre Lebensweise als überlegen oder doch zumindest gut ansieht, ansonsten würde man anders leben.
Der Werterelativismus (alle Werte sind nur beleibig und damit gleich gut) ist in letzter Konsequenz auch nicht überzeugend, da gibt es gleich mehrere gute Einwände.

Aber unterstellen wir mal einen Relativismus und unterstellen wir, dass jede Kultur ihr Recht hätte, ihre Werte in ihrem Kulturkreis durchzudrücken, wäre gerade das nicht ein starkes Argument für eine Anpassung?
Ich teile diese Einstellung so nicht, aber nur mal hypothetisch.
Hmm, okay. Oder aber man sagt, dass momentane Werte und Leitmotive einfach nur die besten sind, die wir momentan haben (oder glauben zu haben). Denn -ich weiß das klingt jetzt hohl- nichts ist so beständig wie der stete Wandel. Selbst starre Gebilde wie die Kirche waren in der Vergangenheit starken Veränderungen unterworfen. Damit einher gingen u.a. auch bis dato unbekannte/unerlaubte/unerwünschte Ansichten hinsichtlich Werte, Ethik und Moral.

Heutzutage wandelt sich alles in zunehmendem Tempo. Dementsprechend muss man zumindest in Erwägung ziehen, die eigenen Werte entsprechend zu erneuern. Zumindest ergebnisoffenes Hinterfragen muss man zulassen, sonst landet man in der Hölle des Dogmatismus und dann sind Werte wie Freiheit und Toleranz im Zweifelsfall keinen Pfifferling mehr wert.
Zwischen dem von dir angesprochenen Relativismus und einem starren System sollte demnach der Mut zur Verbesserung (insofern sie sich anbieten und möglich ist) befinden.

Wer extremen Werterelativismus betreibt oder fordert, dem sind unsere momentane Werte wohl nicht gut genug. Anders ausgedrückt: so jemand tritt unsere Werte mit Füssen. Und dazu zähle ich mich nicht, nur weil ich offen für (etwaigen) Fortschritt sein möchte. Anders herum bin ich auch Gegner von starren Weltbildern. Ein Verfechter dessen kann man wohl nur sein, wenn man die Menschheitsgeschichte der letzten ~2000 Jahre ausblendet. Lieber kaue ich Glasscherben, als so ein Weltbild zu vertreten.
Zitat von RoseHunter
RoseHunter
schrieb:
Da müsste man jetzt ins Detail gehen, aber prinzipiell ist das auch meine Einstellung.
Man kann theoretisch aber Doppelmoral ablehnen (da diese einen Verstoß gegen den eigenen Wertekanon bedeutet, man schiebt sich die Werte dann zurecht, wie man sie braucht, was aber oft gerade dem Werterelativismus angekreidet wird - oft natürlich erkennbar polemisch), die Legitimität der eigenen Werte aber dennoch befürworten, das ist kein Widerspruch.
Okay, da scheint größtenteils Einigkeit zu herrschen.
Nur eins noch: Was wenn man sich letzten Endes gar nicht dergestalt entscheiden kann, um allen Werten aufs Genaueste genüge zu tun? Dann ist Doppelmoral wohl die einzige Lösung (es sei denn man erfindet mal "schnell" neue Wertvorstellungen, was wohl etwas mühselig sein dürfte). Das ist dann wenigstens immer noch besser, als seine eigenen Werte völlig über den Haufen zu werfen und so zu tun als ginge einen das alles nichts an. Denn dann hat man jede Glaubwürdigkeit verspielt (findet man beispielsweise in der Politik, öfter als einem lieb ist)

Den Rest muss ich später beantworten.



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09.01.2015 um 15:29
Ach Mist. Wurde nicht so klar, wie beabsichtigt.
Zitat von wuec
wuec
schrieb:
Heutzutage wandelt sich alles in zunehmendem Tempo. Dementsprechend muss man zumindest in Erwägung ziehen, die eigenen Werte entsprechend zu erneuern. Zumindest ergebnisoffenes Hinterfragen muss man zulassen, sonst landet man in der Hölle des Dogmatismus und dann sind Werte wie Freiheit und Toleranz im Zweifelsfall keinen Pfifferling mehr wert.
Zwischen dem von dir angesprochenen Relativismus und einem starren System sollte demnach der Mut zur Verbesserung (insofern sie sich anbieten und möglich ist) befinden
Hier waren vornehmlich gesellschaftliche Werte gemeint, nicht zwingend die privaten. Einzelne können, wenn sie es unbedingt wollen, durchaus prima mit kruden/altertümlichen/längst überholten (sonst was...) Werten überleben, gar keine Frage.



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RoseHunter
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Satiremagazin Titanic steigt in Mohammed-Karikaturen ein. Muss das sein

09.01.2015 um 15:53
@wuec
Zitat von wuec
wuec
schrieb:
Zwischen dem von dir angesprochenen Relativismus und einem starren System sollte demnach der Mut zur Verbesserung (insofern sie sich anbieten und möglich ist) befinden.
Ja, um das mal auf eine psychologische Ebene zu ziehen.
Wenn es mal gelungen ist ein gesundes Gewissen oder Über-Ich zu etablieren (da kann man selbst nichts zu, es gehört Glück oder Schicksal dazu), dann hat man ein dynamisches Wertesystem und praktisch alle Formen einer brauchbaren Ethik sind ja dynamische, von Fall zu Fall Entscheidungen.

Ich denke, da sind wir weitgehend einer Meinung?
Zitat von wuec
wuec
schrieb:
Wer extremen Werterelativismus betreibt oder fordert, dem sind unsere momentane Werte wohl nicht gut genug. Anders ausgedrückt: so jemand tritt unsere Werte mit Füssen. Und dazu zähle ich mich nicht, nur weil ich offen für (etwaigen) Fortschritt sein möchte. Anders herum bin ich auch Gegner von starren Weltbildern.
Der Konflikt ist mir bewusst, ich lebe auch in ihm.
Ich glaube, dass man bei einem Blick auf die Hierarchie der Moral in der eigenen Psyche weiter kommt und viel verstehen kann.
Da gibt es eine Menge guter Stimmen zu, Kohlberg, Nunner-Winkler, Gilligan, Habermas, Apel, Wilber, Kegan sind nur einige, die mir einfallen.
Die besten Argumente gegen den Werterelativismus, wenn man das Argument des performativen Widerspruchs oder seine Reichweite nicht versteht, also kein philosophisches Training hat, kommen aus dem Lager der Entwicklungspsychologie und gleich, wie man zu Ken Wilber steht (falls der dir was sagt), seine kulturlkritischen Einlassungen treffen oft ins Mark.
Zitat von wuec
wuec
schrieb:
Nur eins noch: Was wenn man sich letzten Endes gar nicht dergestalt entscheiden kann, um allen Werten aufs Genaueste genüge zu tun?
Dann muss man sich für einige entscheiden.
Das tut dann weh, wenn man um die Beliebigkeit der Werte weiß, auf der anderen Seite lässt der Schmerz nach, wenn man nicht mehr die Absicht hat, Werte durch etwas Höheres legitimieren zu lassen, wie durch einen Gott oder durch einen Rückgriff auf die Natur, weil man bei Affen Fairness findet. So interessant das evolutionsbiologisch ist, so grauenhaft dämlich ist der Biologismus den oft die finstersten Vertreter des organisierten Atheismus vertreten. Wenn ich nur Sam Harris höre, schmeiße ich mich schon freiwillig auch den Boden. :D
Hat man diesen Anspruch nicht, bleibt man bei der Vernunft und der aktuellen sozialen Perspektive der Wertegemeinschaft in der man lebt.



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