Rumo schrieb:Versteh ich nicht..kann doch jeder selbst für sich halten, wie man will.
Nein, man kann ein Forum oder Blog nicht einfach laufen lassen. Wenn man schreiben lässt, sich aber nicht kümmert, ist es wie in einem Gemüsegarten, den man nicht pflegt: Das Unkraut überwuchert alles! Von daher hatte ich in meinen Info-Kanälen (hatte ich früher mal) alsbald die Kommentarfunktion abgeschaltet, weil ich noch mehr zu tun habe, als mich um meist kindliche Streitereien zu kümmern.
Nemon schrieb:Das können am besten die Experten in den jeweiligen Themen einschätzen.
Experten wie du, nehme ich an
:D
Nemon schrieb:Um die Qualität des MM einzuschätzen, gibt es eigentlich genug objektive Kriterien, oder nicht?
Nemon schrieb:Es gibt gar nicht so viel Spielraum, um aus der einen oder anderen Perspektive heraus den MM zu bewerten.
Ja was denn nun? Du musst dich für a oder b entscheiden
Nemon schrieb:Sinn und Verstand für faktenbasiertes Denken
Nemon schrieb:pure Lust am Unfug
Nemon schrieb:Das Mystery-Erlebnis per se hochzuhalten kann ich schwerlich als Pro-Argument stehenlassen
Nemon schrieb:Bei genauerer Betrachtung löst sich „Mystery“ nun mal gewöhnlich ziemlich schnell auf
@Nemon, gut gemeinter Ratschlag: halte besser den Ball flach, sonst wirds peinlich. Nachdem du zwar betont wissenschaftlich aufzutreten bestrebt bist, dir in einfachsten Aussagen jedoch schon unsicher bist (siehe oben), lass dir gesagt sein, dass Mythen sehr wohl einen wissenschaftliche Anspruch auf hohem Niveau haben. Mythen sind weder bloße Lügen noch faktische Berichte. Ihr Wahrheitsgehalt liegt in ihrer Fähigkeit, kollektive Emotionen, ethische Leitlinien und existenzielle Fragen zu verkörpern – eine Form der Wahrheit, die jenseits des Messbaren wirkt und dennoch wesentlich ist. In diesem Sinne sind Mythen Brücken zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren – nicht immer wahr im engen Sinne, aber wahrhaftig in ihrer menschlichen Tiefe. Mythen tragen zum Erhalt des kulturellen Gedächtnisses bei. Die Schöpfungsmythen der Aborigines z.B. offenbaren nicht nur spirituelle Weltsichten, sondern auch ökologisches Wissen über Landschaften, haben wissenschaftlich also auch einen sogenannten praktischen Nutzen. Mithilfe vergleichender Methoden (z.B. Joseph Campbells Untersuchung des "Heldenmythos") zeigt die Forschung, dass Mythen archetypische Strukturen teilen. Diese Wiederkehr von Motiven (z. B. der Kampf zwischen Chaos und Ordnung) deutet auf grundlegende psychologische und existenzielle Fragen hin, die alle Menschen verbinden. Das kollektive Unbewusste (Carl Jung) verdeutlicht, wie Mythen innere Konflikte und Hoffnungen verkörpern. Mythen prägen oft politische oder gesellschaftliche Narrative. In unserer Zeit sollen sie, oft mit Nachdruck, veralbert und belächelt werden, aber das war nicht immer so. Die Wissenschaft hinterfragte oft, wie Mythen instrumentalisiert werden, um Herrschaft zu legitimieren (z. B. Ahnenerbe) oder um Normen zu festigen. Gleichzeitig dekonstruiert sie moderne Mythen wie Fortschrittsglauben oder Konsumversprechen und legt deren ideologische Untergründe offen - oder eben gegenteilig, so wie heute. Wissenschaftliche Mythenforschung ist kein esoterisches Nischenfeld, sondern ein Schlüssel zum Verständnis des Menschen. Sie enthüllt, wie Gesellschaften sich selbst erzählen, Ängste bewältigen und Gemeinschaft stiften. Indem sie Mythen als vielschichtige Phänomene ernst nimmt, leistet sie einen Beitrag dazu, die Tiefe menschlicher Kreativität und Resilienz zu begreifen – und damit auch uns selbst.