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Die letzten Rätsel der Menschheit

2.782 Beiträge, Schlüsselwörter: Wissenschaft, Menschheit, Rätsel, Phänomene
Keysibuna
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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:47
@KlausBärbel
@CosmicQueen

Und dort zerschlugen sie ca. 374 das Reich der Alanen im Gebiet der Wolga und des Kaukasus und schlossen ein Bündnis mit ihnen. In der heutigen Ukraine zerstörten sie 375 das Reich der Greutungen Ermanarichs (vgl. vor allem Ammianus Marcellinus, 31, 2f.).


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CosmicQueen
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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:48
@Keysibuna
@KlausBärbel
Attila war auf Beutegewinne bzw. Tributzahlungen angewiesen, um seine Machtstellung zu behaupten. In den Jahren zwischen 441 und 447 verwüstete Attila den gesamten Balkanraum und legte die Städte Singidunum, Serdica und Ratiaria in Schutt und Asche. Er zwang den damaligen oströmischen Kaiser Theodosius II. zu hohen Tributzahlungen. Kaiser Markian jedoch stellte die Tributzahlungen ein; Attila musste sich nach einer neuen Quelle umsehen, zumal die europäischen Provinzen Ostroms bereits verwüstet waren.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:50
@CosmicQueen
@Keysibuna
In der Folgezeit erreichten die Hunnen die Grenzen des oströmischen Reiches, so dass der Großteil der Terwingen sich gezwungen sah, über die Donau ins Römische Reich zu fliehen. Die Hunnen sollen einen geradezu dämonischen Eindruck auf ihre Feinde gemacht haben: Bei ihnen war es, nach Angaben des Geschichtsschreibers Jordanes, Sitte, den männlichen Kleinkindern die Gesichter zu zerschneiden, um den Bartwuchs zu verhindern


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CosmicQueen
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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:50
@Keysibuna
@KlausBärbel
Attila zog schließlich gegen Westrom: Er marschierte quer durch „Germanien“ und traf in Gallien 451 auf seinen einstigen Verbündeten Flavius Aëtius, den Statthalter Westroms: Dieser war zwischenzeitlich mit den Stammeskönigen der Franken, Burgunden und Westgoten verbündet und schlug Attila und dessen ostgotische, gepidische u.a. Vasallen in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern zurück. Die Schlacht endete ohne Sieger. Beide Seiten hatten schwere Verluste erlitten, aber die Moral der Hunnen war erschüttert, zumal Attila den Rückzug antreten musste.


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10.11.2010 um 22:51
@KlausBärbel
@Keysibuna
Attila zog dann nach Italien und verwüstete mehrere Städte (u.a. Aquileia), musste sich dann aber in die Ungarische Tiefebene zurückziehen; die angebliche Begegnung mit Papst Leo dem Großen, der Attila davon abgehalten haben soll, Rom zu plündern, ist wohl nicht historisch. Aber im Grunde stellte Attila bereits seit seinem Rückzug aus Gallien keine ernsthafte Gefahr mehr dar.


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Keysibuna
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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:51
@KlausBärbel
@CosmicQueen

Apropos dämonisch;

Die Krieger schmierten sich Schwarzerde in die Kampfwunden, damit sich dort dickhäutige Narben bildeten. Auch praktizierten sie die Sitte der Schädeldeformation, weshalb viele Hunnen hohe Turmschädel aufwiesen. Derartig deformierte Schädel wurden sowohl in Thüringen als auch am Talas (Kirgisistan) gefunden. Der Oberkopf wurde als äußeres Zeichen ihrer Unterwerfung kahlgeschoren.


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10.11.2010 um 22:52
@CosmicQueen
@Keysibuna

Bezüglich der Kampftechnik zu Pferde waren die Hunnen den Europäern weit überlegen: Wie alle zentralasiatischen Reiterhirten waren auch sie außerordentliche Reiter und Bogenschützen und beherrschten die Technik des Parthischen Manövers, bei der in vollem Galopp nach hinten geschossen wurde. Die besten Bogenschützen trugen bunte Bänder in ihren langen Zöpfen.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:53
@KlausBärbel
@Keysibuna
Wobei das wieder eine Frage der Sichtweise ist, denn immerhin hat sich Attila für das Risiko eines Raubzuges in Gallien, weit entfernt von seinem natürlichen Stammland, gut gehalten.) Auch Ostrom lehnte weitere Tributzahlungen ab; gleichzeitig griffen oströmische Truppen hunnisches Gebiet an.


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Keysibuna
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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:54
@KlausBärbel
@CosmicQueen

Mit den Hunnen kam eine revolutionäre Erfindung nach Europa:

stabile Sättel mit eingearbeiteten Steigbügeln.
Die Römer kannten zwar auch leichte Sättel, aber keine Steigbügel. Durch den stabilen Halt und die Steigbügel war die hunnische Reiterei in der Lage, beidhändig vom Pferde aus zu kämpfen, da sie dieses nun mit den Schenkeln lenken konnten.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:57
@CosmicQueen
@Keysibuna

Den verschiedenen europäischen Kampfverbänden der damaligen Zeit war ein derart flexibler Einsatz von Reiterei und berittenen Bogenschützen hingegen noch weitgehend unbekannt. Bei den germanischen Stämmen etwa war es üblich, den Gegner in loser Keilformation frontal anzugreifen.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:58
@KlausBärbel
@CosmicQueen

Auch die professionell gedrillte römische Armee bestand Ende des 4. Jahrhunderts vor allem aus Infanterieeinheiten (wenngleich die Rolle der Reiterei auch im spätrömischen Heer stetig zunahm), deren disziplinierte und flexible Formationen zwar frontal angreifenden Gegnern in der Regel weit überlegen waren, die aber gegenüber dem hohen Tempo der sich immer wieder zurückziehenden hunnischen Reiterei ebenfalls empfindliche Nachteile aufwiesen.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

10.11.2010 um 22:59
@CosmicQueen
@Keysibuna

Das grosse Problem war, die Hunnen hatten zunächst keine umfassend anerkannte Führungsspitze. So stellten sie keine besondere Gefahr dar und konnten sogar gruppenweise an diversen Orten in römischen Sold genommen werden.


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10.11.2010 um 23:00
@KlausBärbel
@CosmicQueen

Bekannt wurden die Anführer Basich und Kursisch, die 395 über den Kaukasus kamen und römisches wie persisches Gebiet zwischen Antiochia und Ktesiphon plünderten, bis sie von den Persern geschlagen wurden. Der Grund für den Raubzug war eine Hungersnot auf ihrem Gebiet - sie trieben unzählige Rinder ab.


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10.11.2010 um 23:02
@Keysibuna
@CosmicQueen

Später suchten sie in Rom um ein Bündnis nach. Im gleichen Zeitraum spielte sich Uldin als Anführer der Hunnen gegenüber den Römern in den Vordergrund, bis er aufgrund von Misserfolgen um 408/09 von der Bühne der Geschichte verschwand. Der nächste Anführer scheint Charaton gewesen zu sein. Er ist für 412/13 belegt.


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10.11.2010 um 23:04
@KlausBärbel
@CosmicQueen

Greifbarer werden aber die nächsten Anführer, die Brüder Mundschuk, Oktar und Rua (der jedoch vielleicht nicht mitregierte). Nach Oktars Tod 430 (angeblich durch Völlerei), regierte Rua über den Großteil der europäischen Hunnen.


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10.11.2010 um 23:05
@KlausBärbel
@Keysibuna
Im Jahre 453 heiratete Attila die Gotin Hildico und starb bereits in der Hochzeitsnacht, laut Überlieferung an einem Blutsturz. Nun begann der rasche Verfall des Hunnenreichs Attilas. Durch innere Auseinandersetzungen (Abfall der Gepiden, Ostgoten und anderen) um 454/55 stark zerrissen, verloren sie endgültig ihre Schlagkraft. Ellac (Ellak, İleks) fiel 454 in der Schlacht am Nedao, Dengizich 469 im Krieg gegen Ostrom. Hunnen dienten später noch als Söldner, etwa für Ostrom (während der Kriege Justinians wurden sie unter anderem von Belisar eingesetzt).


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10.11.2010 um 23:06
@CosmicQueen
@Keysibuna

Rua war der erste, der eine einheitliche Führung der Hunnen gewährleisten konnte, was sich in einer energischeren Außenpolitik niederschlug. Die Römer einigten sich mit ihm auf einen Waffenstillstand und mussten mäßige Tributzahlungen leisten. Dafür versprach der Hunne, Rom im Bedarfsfalle Truppen zu stellen, was z.B. im Falle des Burgundenkriegs 436 auch geschah (Nibelungensage).


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10.11.2010 um 23:07
@KlausBärbel
@CosmicQueen

Nach dem plötzlichen Tode Ruas (angeblich Frühjahr 434) wurde das Reich zwischen seinen Neffen bzw. Mundschuks Söhnen Bleda und Attila geteilt. Im Auftrag des weströmischen Feldherren Aëtius zerschlugen hunnische Hilfstruppen 436 das Reich der Burgunden, das sich seit 400 am mittleren Rhein befand. Dadurch wurde der Hunnen-König Attila, der daran aber nicht beteiligt war, ein wichtiger Bestandteil der deutschen Heldensage des Mittelalters:Er ist der König Etzel des Nibelungenliedes.


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10.11.2010 um 23:09
@CosmicQueen
@Keysibuna

Zu einem nicht ganz geklärten Zeitpunkt Ende 444/Anfang 445 wurde Bleda von Attila ermordet. Unter dem Alleinherrscher Attila erreichte die Macht der Hunnen ihren Höhepunkt, wenngleich Attila nie über alle Hunnen herrschte und seine Kontrolle wohl eher indirekter Natur war, indem er die wichtigsten Anführer der unterworfenen Völker an seinen Hof band. Mitte des 5. Jahrhunderts begannen die „europäischen Hunnen“ sesshaft zu werden.


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Keysibuna
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10.11.2010 um 23:10
@KlausBärbel
@CosmicQueen

Das Hauptsiedlungsgebiet des Volkes lag zwischenzeitlich in der Theißebene, wo Attila seit 444 seinen Heersitz hatte. Attila bekam einen Palast aus Holz, von Pfählen umzäunt, auch wenn die Hunnen immer noch im Zelt lebten.


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