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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

71 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gesellschaft, Homosexualität, Queer ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

09.09.2026 um 14:32
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Ja, das nennt man dann transsexuell, wo weibliche Geschlechtsmerkmale mit männlichen Geschlechtsmerkmalen gemeinsam auftreten. Biologisch gesehen gibt es aber stets und immer nur zwei Geschlechter - auch Zwitterbildungen stellen Kombinationen dieser beiden Geschlechter dar und nicht ein drittes Geschlecht.
seh ich auch so...


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

09.09.2026 um 15:42
Zitat von soomasooma schrieb:Ich lege Dir gern nochmal die Links ans Herz
Ich hab nur was zu Identität, Neigung und Lebenswelt geschrieben. Dazu findet sich in deinem Beitrag nix, da gibt es
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Ich kann nur beantworten was er sagte.
Es ging nicht um das was er sagte, sondern das was du geschrieben hast. Ich hab dich so verstanden, das sowas wie sexuelle Neigungen nicht zur Identität gehören. Was keinen Sinn ergibt.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Also gibt es Queere Identität und nicht Queere Identität?
Sicher.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Aufgenmacht? Ich habe gefragt.
Du stellst in deiner Frage eine Behauptung auf, die du dann dem Begriff queer unterschiebst.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Ich will es nur mal richtig verstehen?!
Dann glaub ich dir das mal.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:war die immer queer oder wird dies damit?
Die Frage ist falsch gestellt, zumindest aus der Perspektive der queer Theory. Aber auch wenn du da umgangssprachlich rangehst, ist die Frage falsch gestellt. Man kann sie nicht beantworten.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Mir scheint, dass die Betroffenen oder die sich dem queeren zugehörig fühlen wohl sich über die Begriffsnutzung eher abgrenzen wollen, anstatt anzustreben wie jeder Mensch gleich behandelt zu werden.
Hm, ein "Regenschirm" Begriff der alles mögliche zusammenfasst soll abgrenzend sein? Weil?


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

11.09.2026 um 10:05
Zitat von paxitopaxito schrieb:das sowas wie sexuelle Neigungen nicht zur Identität gehören. Was keinen Sinn ergibt.
Dass wollte ich so nicht sagen. Eher das sich ein homosexueller Mensch nicht zwingend der Queerszene angehörig fühlen muss, weil diese ggf alles was nicht CIS ist sich "einverleibt". Ich meine mit deutlich zu erinnern, er sagte ich bin nicht Queer, ich bin nur homosexuell. Aber das verwirrt mich eben....da sich die Queerszene ja begreift mit allen Homosexuellen?!
Zitat von paxitopaxito schrieb:Die Frage ist falsch gestellt, zumindest aus der Perspektive der queer Theory. Aber auch wenn du da umgangssprachlich rangehst, ist die Frage falsch gestellt. Man kann sie nicht beantworten.
Und was wäre die richtige Frage und die Antwort darauf?


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

11.09.2026 um 10:12
Zitat von paxitopaxito schrieb:Hm, ein "Regenschirm" Begriff der alles mögliche zusammenfasst soll abgrenzend sein? Weil?
Ok, ich habe es ggf zu negativ formuliert.

Dein Regenschirm als Begriff ist da positiv, da hast du Recht. Ich habe den Eindruck, ich kann da falsch liegen, dass der Regenschirm Begriff Queer eben alles beinhalten was nicht cis-hetero ist.

Es scheint mir bewusst so zu sein, wir sind nicht cis-het also sind wir alle Queer. Ich vermute, ich kann nur vermuten, es ist der Sinn dahinter unter dn Queeren ein Gemeinschaft- Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen, was durchaus positiv ist.

ABER: Es gibt ja offensichtlich nicht Cis-Het Menschen die sich selbst gar nicht zur Queer-Szene dazugehörig fühlen oder fühlen wollen.

Ich habe den persönlich Eindruck es ist zu schwarz / weiß, wenn ich nicht cis-hetero bin dann muss ich queer sein, und wenn du nicht queer bist, dann musst du cis-hetero sein, aber so einfach s/W ist es ja nicht.

Daher kam mein Gedanke den ich formuliert habe, auf, es wirkt wie eine Art Abschottung/Abgrenzung.


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

11.09.2026 um 10:37
Ich persönlich finde, dass es mega unverschämt ist, Queerness mit irgend einer Art von *ismen in Verbindung zu bringen. Egal ob Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus, das hat nichts mit Queer zu tun. Auch wenn ich das Buch und den Autoren nicht kenne...

Und dass sich die Gehirnmuster Frau/Mann Hetero/Homo unterscheiden sagt gar nichts ohne zu wissen welche Areale zu welchem Zweck mit welchen Methoden stimuliert wurden.

Dass Unterschiede da sind ist durchaus nachvollziehbar.


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

11.09.2026 um 10:46
Zitat von superuschisuperuschi schrieb:Ich persönlich finde, dass es mega unverschämt ist, Queerness mit irgend einer Art von *ismen in Verbindung zu bringen.
"Dekonstruktivismus" ist ein Begriff aus der Philosophie. Und es wird hinterfragt, ob der Kapitalismus das Modell "2 Geschlechter -> Mann und Frau" begünstigt oder gar erschaffen hat.
Zitat von superuschisuperuschi schrieb:Auch wenn ich das Buch und den Autoren nicht kenne...
Und Dich anscheinend auch kein bißchen mit der Idee auseinandergesetzt hast und deshalb einen Angriff auf "Queerness" zu vermuten scheinst.


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

11.09.2026 um 11:10
Zitat von soomasooma schrieb:"Dekonstruktivismus" ist ein Begriff aus der Philosophie. Und es wird hinterfragt, ob der Kapitalismus das Modell "2 Geschlechter -> Mann und Frau" begünstigt oder gar erschaffen hat.
Wie soll Kapitalismus das getan haben? Kurz und knapp zusammengefasst...
Zitat von soomasooma schrieb:Und Dich anscheinend auch kein bißchen mit der Idee auseinandergesetzt hast und deshalb einen Angriff auf "Queerness" zu vermuten scheinst.
Stimmt, ich habe mich damit nicht auseinandergesetzt weil ich keinen kausalen Zusammenhang sehe. Ich vermute auch keinen Angriff, ich weiß aber, dass das Thema zieht und bei solchen Headlines, die bewusst so gewählt werden um Emotionen zu wecken und zum Kauf animieren sollen, tendiert der sachliche Inhalt gen null.


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

11.09.2026 um 11:38
@superuschi
Die «Erfolgsgeschichte» der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der «Einsatz für Frauen- und Homorechte» als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street «(S)chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse», die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‹queer› nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten» (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln.

Der Band betrachtet die aktuell viel diskutierten Ansätze einer ‹queer-feministischen Ökonomiekritik› vor dem Hintergrund queerer Bewegungsgeschichte. Er zeigt mögliche Verbindungen zum ‹westlichen Marxismus› Antonio Gramscis, zum postkolonialen Feminismus Gayatri Chakravorty Spivaks, zu den ‹Eine-Welt›-Konzepten von Immanuel Wallerstein und Samir Amin auf. Wegweisend ist dabei ein intersektionales Verständnis, wie es Schwarze Frauen und queere Migrant_innen in der Bundesrepublik bereits seit den 1980er-Jahren erarbeitet haben. Das Buch fragt, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, sogar dort erst aufkommen oder funktional werden. Theoretisch, historisch und immer mit Blick auf Praxis untersucht es die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen. Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?
Quelle: https://schmetterling-verlag.de/produkt/queer-und-anti-kapitalismus/ (mit Leseproben)
Zitat von superuschisuperuschi schrieb:Egal ob Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus, das hat nichts mit Queer zu tun.
"Queer" ist politisch.


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

11.09.2026 um 13:16
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Ich meine mit deutlich zu erinnern, er sagte ich bin nicht Queer, ich bin nur homosexuell. Aber das verwirrt mich eben....da sich die Queerszene ja begreift mit allen Homosexuellen?!
queer bezeichnete ursprünglich (Ende 19 Jhd / 20 Jhd) beleidigend homosexuelle Menschen, im Deutschen etwa mit den Begriffen Schwuchteln / Perverse zu übersetzen. Erst in den 80igern wurde der Begriff von den Emanzipationsbewegungen neu besetzt und positiv umgewertet.
Ab dem Punkt ist es auch ein politischer Begriff, bezeichnet soziale Bewegung, Gemeinschaft, Szene - wie auch immer.
Gleichzeitig wurde der Begriff aber auch in den Sozialwissenschaften aufgegriffen und dort eben wissenschaftlich verwendet in der queer Theorie.
Und schließlich hat sich aus beidem heute ein Alltagsbegriff entwickelt der als Regenschirmbegriff funktioniert.
Dein Freund wird sich da gegen den politischen Begriff gewendet haben, weil er sich dieser sozialen Bewegung nicht zugehörig fühlt. Ist natürlich ein Luxusproblem, dass er das heute so sehen kann ist Leistung der Emanzipationsbewegungen.
Aber macht dir klar das es nicht DEN queer Begriff gibt und alle damit sofort wissen was gemeint ist. Als rein deskriptiven Begriff würde dein Freund den Begriff vermutlich nicht ablehnen. Und wenn, dann weil er eben auch politisch gemeint sein kann.
Zitat von superuschisuperuschi schrieb:Wie soll Kapitalismus das getan haben? Kurz und knapp zusammengefasst...
Durch Landraub, Entrechtung der Frauen auf mannigfache Weise, Ideologisierung der Mutterliebe und Belohnung von Konformismus.
Zitat von superuschisuperuschi schrieb:ch weiß aber, dass das Thema zieht und bei solchen Headlines, die bewusst so gewählt werden um Emotionen zu wecken und zum Kauf animieren sollen
Ich bezweifle das so ein durchaus abgehobenes wissenschaftliches Werk einer sehr speziellen Richtung der Sozialwissenschaften auf Headlines setzt um Verkäufe zu generieren. Ich denke du sortierst das Werk in eine komplett falsche Ecke.


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

11.09.2026 um 14:31
Zitat von paxitopaxito schrieb:Und schließlich hat sich aus beidem heute ein Alltagsbegriff entwickelt der als Regenschirmbegriff funktioniert.
Leuchtet ein. Danke.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ist natürlich ein Luxusproblem
Naja, ob man das als Luxus oder Problem oder beides so werten kann, weiß ich nicht. GGf ist es in der aktuellen Queer-Community ja eher so, das zu viel unterschiedliche Strömung hinzukommen und das das nicht jedem zusagt und deswegen sich am Rand oder außerhalb dieser Communtiy sieht? (Vermutung von mir)
Queer scheint aus dem Wortstamm ja "anders/seltsam/sonderbar" zu kommen. Also jene Menschen die ab der Norm leben. Als im 16 Jahrhundert das Wort erschaffen wurde war eben Mann/Frau das normale und alles andere war seltsam, oder geheim gehalten.

Heutzutage ist man, wie ich finde, gar nicht mehr seltsam wenn man homosexuell ist. Aber die Queercommunity bezieht diese Sexualität eben mit ein. GGf für die betroffenen nicht imme rgewollt.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Aber macht dir klar das es nicht DEN queer Begriff gibt und alle damit sofort wissen was gemeint ist.
Das scheint das Thema zu sein. Wenn es Queer eben in verschiedenen Formen/Bedeutungen gibt.... also politisch, sozial, sexuell usw


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Queer-Theorie und Dekonstruktion der Geschlechter

gestern um 22:50
Menschen kommen als Mann und Frau auf die Welt, sie kommen aber nicht als Homosexuell oder Heterosexuell auf die Welt. Homosexuelle unterscheiden sich vor allem in der Partnerwahl von Heterosexuellen.

Alles andere sind Kulturelle Dinge.


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