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Unsere Existenz ist ein ewiges Dasein

65 Beiträge, Schlüsselwörter: Leben, Tod

Unsere Existenz ist ein ewiges Dasein

19.11.2014 um 22:45
@DeepReisender
@SagopaKajmer


Wie soll es denn weitergehen? In welchen höheren Sphären sollen denn all die Milliarden Wesen, die schon in den Staub gesunken sind weiterexistieren, was sollen sie dort in der Ewigkeit machen. Es gibt nur dieses Leben als Puppen vollgestopft mit Sinnplacebos und Illusionen um ein nichtiges, leere, monotones Dasein zu ertragen. Woraus leitest aus einem Universum, in welchem alles stirbt Unsterblichkeit ab - wo es nur Tod und Vernichtung gibt und die Wesen sich geistig und physisch gegenseitig quälen und auffressen. Es ist ein unglaublich schlecht designtes Spiel, in welchem alle und alles verottet, stirbt augelöscht wird.


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19.11.2014 um 22:56
@Peisithanatos

Ich habe nichts anderes behauptet.


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19.11.2014 um 23:29
@stichling
Klingt sehr hoffnungsvoll.okay.....@Peisithanatos kingt sehr hoffnungslos auch okay.....
was bleibt ist die Ewigkeit,das ewige Jetzt.
Wir können uns auch die 4. Dimension noch nicht vorstellen,vielleicht kann das Stephen Hawking.Aber die 4. Dimension existiert,unser Gehirn ist aber nur dreidimensional konzipiert.Nahmhafte Wissenschaftler sind auch davon überzeugt,daß es sie gibt .die 4. Dimension und dann kann man einiges nicht mehr ausschließen,wenn man das vierdemensionale Dasein begriffen hat.Unser Kosmos
beinhaltet wahrscheinlich alle aufeinanderfolgenden Dimensionen und entwickelt sich entsprechend.
Es gibt auch eine sinnvolle Erklärung im Buddhismus,aus dem Nichtvorhandensein der Dinge,ensteht alles.Aber ein ewiges physisches Dasein widerspricht der Logik.Interessanter Thread.@DeepReisender


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22.11.2014 um 23:55
Zyklotrop schrieb am 17.11.2014:Ich bin davon überzeugt, dass der Tod das Ende der Existenz ist.
Es schreckt mich auch nicht, das mein Leben endlich ist.
Wer eine Weiterleben-nach-dem-Tod-Fantasie braucht kann sich bei diversen Aberglaubensgemeinschaften bedienen und sich die am besten passende aussuchen.
Du vertrittst eben eine ziemlich dogmatische und egozentrische Weltsicht, was allerdings wenig überraschend ist.


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Kayla
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Unsere Existenz ist ein ewiges Dasein

23.11.2014 um 11:02
@Noumenon
Du vertrittst eben eine ziemlich dogmatische und egozentrische WeltsichtText
Ich bin davon überzeugt, dass der Tod das Ende der Existenz ist, schrieb emanon.
Jenseits ist der Ort im Inneren unseres Daseins und wer Letzteres schon für Alles hält muss sich nicht wundern, wenn es tatsächlich für ihn ewig Nacht bleibt.


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Unsere Existenz ist ein ewiges Dasein

23.11.2014 um 11:18
Als ich meine Mutter 2012 verlor, weil sie gestorben ist, war es ziemlich aus mit meinem Glauben an eine ewige Existenz. Weg war sie und fertig aus. Jetzt ist mein Hund "Marino" am 19 Oktober gestorben und all die Gedanken sind wieder da.

Was bleibt ist schlicht ergreifend ein großes NICHTS. Da ist keiner mehr, aus und vorbei... Wenn es denn eine Erklärung oder sonstwas gibt, dann nur in meinen höchst persönlichen Gedanken und Gefühlen. Meine Träume und meine Erinnerungen und wenn ich einstens gehen werde, dann bleibt von mir genauso wenig. Staub zu Staub und Asche zu Asche wurde für mich ein wahres, greifbares Wort.

Ja, wenn was bleibt, dann Asche. Denn ich wollte nicht, da meine Mama Würmer fressen. Was mit der Seele ist, ist eine andere Frage. Doch auch die kann ich nicht beantworten, weil wir eigentlich so rein gar nichts Wissen. Nicht mal ich, die immer für alles Antworten parat hatte. Ich weiß es nicht, aber ich kann hoffen und ich kann etwas glauben. Das ist halt kein Wissen und gibt wenig Trost. Schön ist es sich zu Erinnern, daß kann keiner nehmen. Ich liebe darum all meine Erinnerungen, sie helfen mir.

Meine Mama und mein Hund Marino leben in meinen Erinnerungen. Das ist so lange ich lebe auch eine Existenz...


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popcorncandy
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04.12.2014 um 12:56
DeepReisender schrieb am 17.11.2014:Der "Tod" ist nicht das Ende. Ich weiß zwar nicht wie es nach dem sogenannten "Tod" weitergeht, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es weitergeht.

Was haltet ihr von meiner Überlegung? Ist unsere Existenz nach diesem Leben endgültig?
Ich bin überzeugt, daß es weiter geht mit unserem Bewusstsein/ Seele.
Wie das weiß ich auch nicht so genau, schwer vorstellbar.
An Reinkarnation glaube ich nicht.

Der Mensch besteht aus Energie und Energie existiert rein wissenschaftlich gesehen weiter.

Ich sage immer: die Natur verschwendet nichts.


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04.12.2014 um 14:12
Ich denke schon, dass es weiter geht. Wie das genau vonstatten geht, weiß ich auch nicht. In diesem Konsens ist es für mich auch nicht unvorstellbar, schon häufig gelebt zu haben.

Ob es, wie hier geschrieben, dann um höhere Daseinsformen geht oder nicht, halte ich für irrelevant, da die Begriffe "hoch" und "niedrig" lediglich die Perspektive des Betrachters darstellen.


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Kotknacker
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04.12.2014 um 14:31
@Malajka
Malajka schrieb am 23.11.2014:Meine Mama und mein Hund Marino leben in meinen Erinnerungen. Das ist so lange ich lebe auch eine Existenz...
Ja. Eine sehr schöne Herzenswahrheit.
:lv:


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Unsere Existenz ist ein ewiges Dasein

04.12.2014 um 21:30
Die Antwort liegt bei der Atomverschränkung. Jedes Teil im Universum ist auf geheimnisvolle Weise mit jedem anderen für uns unsichtbar verbunden. Grund dafür sind diee für uns unsichtbaren Dimensionen und unser stabil eingestelltes Zeitgefühl. Das bei Krankheiten wie den Zeitkranken von England auch erheblich abweichen Kann. Ein berühmter Physiker hat die Theorie; Elektronen und Positronen sind deshalb nicht fixierbar, weil dies Verbindungen - vergleichbar mit kleinen Blitzen - von Gegenwart zu Zukunft und Vergangenheit sind. Bekannt ist, dass 2 Blinde Sportler mit Mountainbikes im Gebirge unterwegs waren und die Welt mit ihren Ohren genauso wahrnahmen wie wir mit den Augen. Ein Wissenschaftler aber definierte, dass Empfindungen ob mit Auge, Ohr oder Nase nur möglich sind, wenn von Grund auf ein Vergleichssystem im Hirn vorhanden ist. Also muss die Welt wie wir sie empfinden uns bereits von Geburt bekannt sein. Wie dies geschieht ist unerforscht. Aber ohne das Vergleichssystem ist kein Gefühl oder Wahrnehmung der Aussenwelt möglich.


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05.12.2014 um 00:49
Peisithanatos schrieb am 19.11.2014:Wie soll es denn weitergehen? In welchen höheren Sphären sollen denn all die Milliarden Wesen, die schon in den Staub gesunken sind weiterexistieren, was sollen sie dort in der Ewigkeit machen. Es gibt nur dieses Leben als Puppen vollgestopft mit Sinnplacebos und Illusionen um ein nichtiges, leere, monotones Dasein zu ertragen. Woraus leitest aus einem Universum, in welchem alles stirbt Unsterblichkeit ab - wo es nur Tod und Vernichtung gibt und die Wesen sich geistig und physisch gegenseitig quälen und auffressen. Es ist ein unglaublich schlecht designtes Spiel, in welchem alle und alles verottet, stirbt augelöscht wird.
Du hast wie auch ich perfekt die Illusionen erkannt und wir beide leben desillusioniert. Nur hast du eines noch nicht erkannt, es sind zwar Billiarden von Lebewesen die kamen und gingen, sie alle waren am Ende nur Kompost für neues Leben wie eben auch beim Tod eines Sterns, dessen Sternstaub die Lebensgrundlagen für alles Leben erschufen. Zumindest dessen elementare Grundbausteine.

Nur gibt es einen großen Denkfehler, alle Lebewesen sollen einzelne Energien haben die in den Himmel oder die Hölle kommen? Nein das ist gewiss ein Aberglaube. Man kann es am besten mit dem Nirwana begreiflich machen. Jedes Leben lebt in der Illusion eine bestimmte Perspektive zu haben, man fühlt sich isoliert. Dabei ist man sich der Ganzheitlichkeit allen Seins einfach nur noch nicht bewusst geworden. Denn es gibt keine Trennung, nach dem Tod kehrt man nur zur "Urenergie" zurück und es kann passieren das man in welcher Form auch immer wieder ein neues Leben durchlebt, wenn man noch nicht bereit war und sein Selbst noch nicht erkannt hat. Wer sein Selbst erkannt hat, wird auch für das Nirwana bereit sein.
Samsara (Sanskrit, n., संसार, saṃsāra; Pali: saṃsāra; wörtlich: „beständiges Wandern“) ist die Bezeichnung für den immerwährenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen oder den Kreislauf der Wiedergeburten in den indischen Religionen Hinduismus, Buddhismus und Jainismus.

Dieser ewige Kreislauf wird in den indischen Religionen als leidvoll (siehe Dukkha/Leiden) gewertet. Der Ausbruch aus diesem unheilvollen Kreislauf geschieht auf dem Wege des Loslassens von allen Bindungen, Begierden und Wunschvorstellungen sowie durch Erkenntnis. Erreicht wird der Zustand der „Erlöstheit“ (und nach einigen Varianten der ewigen Glückseligkeit, siehe Erlösung), den die Hindus Moksha und die Buddhisten Nirvana nennen.

Nirwana wird erreicht im Loslassen von allen Anhaftungen an die Bedingungen des Samsara. Folglich bedeutet Nirwana manchen Meinungen zufolge nicht etwas, das sich erst mit dem Tod einstellt, sondern kann – die entsprechende mentale oder spirituelle Entwicklung vorausgesetzt – schon im Leben erreicht werden (Zustand des Arhat). Nirwana wird vom historischen Buddha an mehreren Stellen des Suttapitaka „das höchste Glück“ genannt. Dieses keinem Entstehen, Vergehen und Anderswerden unterworfene Wohl ist allerdings nicht ein angenehmes Gefühl, sondern ein Glück unabhängig und jenseits aller Gefühle, Bedingungen und Gestaltungen. Nirwana ist gleichbedeutend mit innerer Ruhe und besteht im Freisein von aller Unruhe des Geistes, allen Wünschen und Denkvoraussetzungen. Nirwana bezeichnet damit einen spezifischen, aber ungewöhnlichen und im Samsara weitgehend unbekannten Geisteszustand. Er wird auch beschrieben als bildlos (animitta), richtungslos (apranihita) und unterscheidungslos (ekalakshana).
Wikipedia: Samsara
Wikipedia: Nirwana

Ich kann bestätigen, das sich mit der Selbsterkenntnis das ganzheitliche Bewusstsein etabliert, man wird hinter die Illusionen und Rollenspiele seines Egos blicken und erkennen wie sehr es sich in den Labyrinthen des Diesseits bequem oder unbequem gemacht hat, leidet oder voller Leidenschaft und Hingabe lebt und stirbt. Am Leben klammert oder es am liebsten so schnell es geht wieder verlassen möchte. Es lebt nicht im Hier und Jetzt und auch nicht im Bewusstsein des Momentes.

Menschen sind nur eine temporäre Zustandsform der seienden Energie der Ganzheitlichkeit. Da passt der Energieerhaltungssatz, Energie bleibt immer erhalten und gleich, nur ihre Zustände befinden sich in kausalen und temporären Wechselwirkungen.

Wenn man das Leben verlässt und bereit für das Nirwana ist, wird weder die eigene Persönlichkeit, die Eigenheiten, noch die vielen Erinnerungen und Vorlieben oder Abneigungen noch eine Rolle spielen, diese lösen sich einfach auf. Der Mensch klammert zu sehr an seiner egozentrischen Sichtweise dass er vergisst, dass dies nur ein temporärer, flüchtiger Schatten an einer Wand ist.

Diskussion: Das Höhlengleichnis - Lebt die heutige Gesellschaft in einer Höhle?

Es bleibt am Ende keine Seele mehr mit einer spezifischen Persönlichkeit und Sinneswahrnehmungen mehr übrig, sondern nur noch reines Bewusstsein. Einen Ausflug in diese Form der Existenz ermöglicht DMT.

Der Körper ist am Ende natürlich nur noch eine verrottende Hülle, so auch das Ich-Bewusstsein, welches ja sogar in der Bewusstlosigkeit oder in einem traumlosen Schlaf schon im Zustand des Todes ist. Übrigens stirbt der Mensch viel häufiger als ihm das bewusst ist, selbst ein kleiner Sinneswandel, bedeutet den Tod einer vorherigen Denkweise oder gar eines Weltbildes. Alles ist veränderlich im Leben und das kleine Kind das man einst war ist schon gestorben, als Jugendlicher aufgekeimt und als erwachsener gereift, so als Mensch im Herbst seines Lebens verwelkt und am Ende eben der physische Tod, so auch der Tod der Persönlichkeit die man verkörpert hat.

Wir sind keine Körper mit einer Seele, sondern eine Seele mit einem Körper ;)
Ist man für das Nirwana bereit, wird man auch seine Seele verlieren und loslassen von allem. Man hat einfach genügend Erfahrungen gesammelt die die Seele geprägt haben. Warum macht die Seele das? Einfach ein Spiel mit allen Möglichkeiten, das Erlebnis der Selbsterfahrung, der vielleicht undenkbarste Trip des Seins selbst. Doch man wird nur solange „spaß“ an dieser Form der Existenz haben, solange man sich seiner Selbst noch nicht bewusst geworden ist und noch in den Illusionen seines Egos lebt. Das Selbst ist von vielen Schleiern verhüllt die die klare Sicht trüben oder gänzlich nehmen.


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05.12.2014 um 19:07
@cRAwler23

Danke für deine interessanten Ausführungen.
cRAwler23 schrieb:Es bleibt am Ende keine Seele mehr mit einer spezifischen Persönlichkeit und Sinneswahrnehmungen mehr übrig, sondern nur noch reines Bewusstsein. Einen Ausflug in diese Form der Existenz ermöglicht DMT.
Deine Prämissen setzen voraus, dass es auch ohne Gehirn Bewusstsein gibt - ich bin mit dir der Überzeugung, dass bestimmte Substanzen den Filter unseres Alltagsbewusstseins aufreissen und Bewusstseinsmodi ermöglichen können, die sonst nur sehr schwer erreichbar sind.
Aber wer sagt, dass diese Zustände mehr als nur Spielarten unseres Gehirns sind?
Was wir wissen ist, dass schwere Gehirnverletzungen massive Auswirkungen auf unser Bewusstsein und unsere Persönlichkeit haben und das ist der springende Punkt, sogar zur Bewusstlosigkeit und komatoösen Zuständen führen können.
Wir können uns nicht vorstellen wie etwas ohne Bewusstseinmatrix existieren kann - existiert der Stein, der Planet, die Sonne weiter, wenn alle Bewusstseinsentitäten innerhalb unseres Universums verschwinden?
Ist dein idealistischer Ansatz, dass alles nur Ausdrucksweisen eines Geists im pantheistischen Sinne sind evident?
Ich würde mich genauso wie du als Monist betrachten, aber wie können wir jemals mit Sicherheit wissen, ob das Bewusstsein emergente Eigenschaft des Gehirns/ der Materie ist, oder ob es genau umgekehrt ist und alles reiner Geist ist?
cRAwler23 schrieb:Jedes Leben lebt in der Illusion eine bestimmte Perspektive zu haben, man fühlt sich isoliert. Dabei ist man sich der Ganzheitlichkeit allen Seins einfach nur noch nicht bewusst
Nun, der Kosmos erscheint mir nicht als harmonisches Ganzes, sondern als ein Verbund von sich widerstreitenden Kräften, von Polaritäten, in welchem Chaos und Notwendigkeit, aber nicht ein planender, denkender NOUS, alle Phänomene in der Zeit/Ewigkeit hervorbringen.
So würde alles, was möglich ist, das Sinnvolle wie Unsinnige realisiert... blind, gleichgültig, zyklisch wiederkehrend.

Abschließend lässt sich sagen, dass am Ende alle metaphysischen Fragen unbeantwortet bleiben... aber die Reflexion hat es uns ermöglicht eine Vielzahl von Modellen, Optionen über das Woher und Wohin, über den Urspung aller Phänomen aufzustellen.... Eine davon könnte der Wahrheit nahekommen. Die Frage ist warum entscheiden wir uns für das eine kosmologische Modell und nicht für das Andere. Immer wenn ich kurz vor einer Bekehrung stehe, schrecke ich reflexhaft zurück... ich werde mein Leben lang in der Schwebe bleiben und um mich werden Ideen wie ein Karusell kreisen.


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GuteLaune
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05.12.2014 um 19:57
DeepReisender schrieb am 17.11.2014:Was haltet ihr von meiner Überlegung? Ist unsere Existenz nach diesem Leben endgültig?

Eine Sache noch: Was hinterlässt der Gedanke, nicht mehr zu existieren bei euch? Bei mir ist es so, dass ich gedanklich einfach nicht weiterkomme, wenn es um das endgültige Ende geht. Unsere Fantasie ist grenzenlos. Wieso kann ich mir das Ende meines Daseins dann nicht vorstellen?
Ich glaube auch an ein Existieren vor und nach dem jetzigen Dasein.

Nicht weil ich diesen Glauben für meinen Seelenfrieden brauche sondern weil mir vor vielen Jahren mal die Frage in Kopf kam, warum lebe ich eigentlich gerade jetzt? Warum nicht vor hundert oder tausenden von Jahren oder warum nicht erst in der Zukunft.

Wenn man bedenkt wie lange es Leben gibt und noch geben wird, wie wahrscheinlich ist es dann dass ich ausgerechnet nur im Jetzt existiere?

Von daher denke ich man existiert immer irgendwie.

Ob immer als Mensch oder auch mal als Tier dazu habe ich keine Antwort. Aber existieren irgendwie bestimmt.

Davon abgesehen macht es mir auch keine Angst, sollte es nicht so sein. Denn das ist ja eigentlich egal. In dem nächsten Leben weiß ich ja nichts von meiner vorherigen Existenz und sollte es danach wirklich GAR NIX geben dann merk ich es ja nicht.


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GuteLaune
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Unsere Existenz ist ein ewiges Dasein

05.12.2014 um 20:39
und man möge sich nur mal vorstellen, es wäre bewiesen, dass es ein Leben nach jedem Leben gäbe.

Menschen neigen ja dazu immer besser, glücklicher, reicher, usw. als andere Leben zu wollen oder als es nun mal gerade ist.

Wie viele Selbstmorde man da wohl zu verzeichnen hätte aus der Hoffnung auf ein besseres nächstes Leben. Und wie bedeutungslos dann ein Leben überhaupt werden würde.

Das Chaos, dass daraus entstehen würde wäre maßlos.

Von daher besser so dass es eben niemand weiß. :-)


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Unsere Existenz ist ein ewiges Dasein

06.12.2014 um 17:49
Peisithanatos schrieb:Danke für deine interessanten Ausführungen.
Das gebe ich immer auch gern bei dir zurück, wir sind uns da im Denken ja sehr ähnlich :)
Peisithanatos schrieb:Deine Prämissen setzen voraus, dass es auch ohne Gehirn Bewusstsein gibt - ich bin mit dir der Überzeugung, dass bestimmte Substanzen den Filter unseres Alltagsbewusstseins aufreissen und Bewusstseinsmodi ermöglichen können, die sonst nur sehr schwer erreichbar sind.
Aber wer sagt, dass diese Zustände mehr als nur Spielarten unseres Gehirns sind?
Ohne unser Gehirn gibt es weder Wahrnehmung noch Gedanken noch Persönlichkeit. Das reine Bewusstsein ist jedoch noch etwas anderes, nennen wir es die Intuition. Das reine Bewusstsein ist wie ein stiller, eigenschaftsloser Beobachter. Der Kern und auch die Kernerkenntnis in der Selbsterkenntnis sind das Gewinnen reinen Bewusstseins. (im Buddhismus nennt man dies auch Nirwana und kann schon zu Lebzeiten erreicht werden)
Peisithanatos schrieb:Was wir wissen ist, dass schwere Gehirnverletzungen massive Auswirkungen auf unser Bewusstsein und unsere Persönlichkeit haben und das ist der springende Punkt, sogar zur Bewusstlosigkeit und komatoösen Zuständen führen können.
Das ist absolut richtig, jedoch muss man zwischen physischen und geistigen Aspekten differenzieren. Das eine ist die weltliche Ebene, das andere die Metaebene. Die Persönlichkeit ist ja nur das Zusammenspiel von subjektiven Gedanken, Empfindungen und Verhaltensweisen (welche auch ihre Ursachen in der hormonellen Wechselwirkung haben). Ohne diese Aspekte bleibt "nichts" über. Ohne unseren Sinnesorgane und ohne unser Gehirn sind wir ja praktisch nicht existent. Nur was ist Bewusstsein und Intuition? Ist man während des Komas wirklich ohne Bewusstsein? Da gibt es ganz wundersame Erfahrungen von Komapatienten die wieder aufgewacht sind. Bewusstlosigkeit oder auch der traumlose Schlaf, sind Zustände bei denen unsere Sinneswahrnehmung und auch unsere Gedanken ruhen, nur ist da völlig unklar ob das reine Bewusstsein wirklich abwesend ist. Das ist die große Unbekannte Komponente in unserer Existenz. Unsere Hüllen, Gedanken und Eigenheiten sind alle vergänglich. Doch ist es auch das reine Bewusstsein welches keine Trennung kennt sondern nur die Ganzheitlichkeit allen Seins?
Peisithanatos schrieb:Wir können uns nicht vorstellen wie etwas ohne Bewusstseinmatrix existieren kann - existiert der Stein, der Planet, die Sonne weiter, wenn alle Bewusstseinsentitäten innerhalb unseres Universums verschwinden?
In der Hinsicht ist das anthropische Prinzip interessant:
Das anthropische Prinzip (von griechisch anthropos »Mensch«), kurz AP, besagt, dass das beobachtbare Universum nur deshalb beobachtbar ist, weil es alle Eigenschaften hat, die dem Beobachter ein Leben ermöglichen. Wäre es nicht für die Entwicklung bewusstseinsfähigen Lebens geeignet, so wäre auch niemand da, der es beschreiben könnte.
Wikipedia: Anthropisches_Prinzip

Oder auch der Solipsismus aber der ist nun wirklich sehr isolierend im Denken ;)
Peisithanatos schrieb:Nun, der Kosmos erscheint mir nicht als harmonisches Ganzes, sondern als ein Verbund von sich widerstreitenden Kräften, von Polaritäten, in welchem Chaos und Notwendigkeit, aber nicht ein planender, denkender NOUS, alle Phänomene in der Zeit/Ewigkeit hervorbringen.
So würde alles, was möglich ist, das Sinnvolle wie Unsinnige realisiert... blind, gleichgültig, zyklisch wiederkehrend.
So habe ich auch mal gedacht. Bis ich mir einer ganzheitlichen Denkweise bewusst wurde. Was du als Chaos und widerstreitende Kräfte von Polaritäten verstehst, verstehe ich inzwischen nur noch als reine Kausalität. Es gibt im Kosmos keinen Streit der Polarität, sondern nur dessen Wechselwirkung. Nur der Mensch steht irgendwie zwischen diesen Prozessen und denkt an das Übel seiner Existenz, dabei ist das alles nur die Folge kausaler Wechselwirkungen auf die man kaum/keinen Einfluss hat. Man erlebt sie einfach und wird sich bewusst, es formt alles zu dem was es ist. Es ist was es ist. Im Leben der Menschen bestimmen nur zwei wirkliche Polaritäten das Leben selbst, die Angst und die Liebe, wobei Angst einfach nur die völlige Abwesenheit von Liebe ist.

Licht und Dunkelheit sind keine wirklichen Gegensätze oder Polaritäten, das eine ist nur eine Anwesenheit von etwas, das andere dessen Abwesenheit. Der Kosmos beschreibt die Ordnung, das Chaos die Abwesenheit von Ordnung. Chaos bringt etwas Willkür und Rauschen in die Existenz und macht sie scheinbar spannender :D

Wir beide haben da irgendwo schong ganz treffende Erfahrungen und Einschätzungen gesammelt, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen :)
Peisithanatos schrieb:Abschließend lässt sich sagen, dass am Ende alle metaphysischen Fragen unbeantwortet bleiben... aber die Reflexion hat es uns ermöglicht eine Vielzahl von Modellen, Optionen über das Woher und Wohin, über den Urspung aller Phänomen aufzustellen.... Eine davon könnte der Wahrheit nahekommen. Die Frage ist warum entscheiden wir uns für das eine kosmologische Modell und nicht für das Andere. Immer wenn ich kurz vor einer Bekehrung stehe, schrecke ich reflexhaft zurück... ich werde mein Leben lang in der Schwebe bleiben und um mich werden Ideen wie ein Karusell kreisen.
Mir geht/ging es da sehr ähnlich und ich kann da nur Dito! sagen.

Wir alle leben in dieser Schwebe, die einen mehr, die anderen weniger. Am Ende ist die Metaebene eine reine Glaubensfrage und da sollte man sich nicht bekehren lassen, sondern allein durch Erkenntnisse und Erfahrungen hinkommen, die Wahrheit ist ein pfadloses Land. Es mag Wegweiser geben, doch keiner dieser sollte missionarischer Natur sein, sondern rein aufklärerischer und Einsichten geben, so auch mögliche Perspektiven.

Am Ende sind wir aber der Willkür in der Existenz der Kausalität ausgesetzt, man könnte sie sicherlich durchaus "berechnen", doch gleicht dies einem Kampf gegen Windmühlen oder dem Zählen von Sandkörnern am Strand. Statt einfach den Strand in seiner Ganzheit zu erkennen. Wo fängt das Tal an und wo fängt das Gebirge an? Berg und Tal sind ineinander fließend. Die Ganzheitlichkeit liegt im Erkennen des Gebirges als eine unebene Oberfläche auf einem Planeten, einzelne Berge und Täler spielen dann kaum noch eine Rolle.

Der Mensch hat sich in Labyrinthe seiner Gedanken verloren und den Blick für das Wesentliche verloren. Der Weg der Mitte im Buddhismus ist da durchaus logisch und wesentlich/ganzheitlich:
Der Mittlere Weg wird unter anderem mit dem Gleichnis einer Saite eines Musikinstrumentes beschrieben. Ist sie zu wenig gespannt, entsteht kein schöner Klang. Ist sie zu stark gespannt, kann sie reißen. Nur wenn eine Saite die geeignete Spannung hat (zwischen den Extremen) kann sie einen schönen Klang erzeugen.
Wikipedia: Mittlerer_Weg


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06.12.2014 um 20:04
@cRAwler23
cRAwler23 schrieb:Ohne unser Gehirn gibt es weder Wahrnehmung noch Gedanken noch Persönlichkeit. Das reine Bewusstsein ist jedoch noch etwas anderes, nennen wir es die Intuition. Das reine Bewusstsein ist wie ein stiller, eigenschaftsloser Beobachter.
Du sagst ohne Gehirn gibt es keine Wahrnehmung, aber wie kann es dann einen "eigenschaftslosen Beobachter" geben? Was sollte der Unterschied zwischen wahrnehmen und beobachten sein?
Solange wir existieren können wir nicht wissen, ob gewisse exaltierte Zustände nicht doch nur Hirnphänomene sind, die nach dem Tod nicht mehr möglich sein werden, wenn wir aber tot sind, würde sich der "Zustand" als "eigenschaftsloser Beobachter nicht mehr mitteilen lassen.
Daraus folgt, wir können deine Annahme nie überprüfen - das ist es ähnlich wie mit dem Gläubigen, der eine Gotteserfahrung macht.
cRAwler23 schrieb:In der Hinsicht ist das anthropische Prinzip interessant
Es beantwortet die Frage mit einem Ja, da ja davon ausgegangen wird, dass es auch Universen ohne bewusste Wesen, ohne Bewusstsein, ohne Beobachter gibt, wo alles nur eine Ansammlung von Materie ist - ein materialistischer Ansatz also.
cRAwler23 schrieb:So habe ich auch mal gedacht. Bis ich mir einer ganzheitlichen Denkweise bewusst wurde. Was du als Chaos und widerstreitende Kräfte von Polaritäten verstehst, verstehe ich inzwischen nur noch als reine Kausalität.
Für mich setzt jeder Prozess und jedes Werden Polarität, Unterschiede voraus (Heraklit nennt deshalb auch den Krieg den Vater aller Dinge) wie z.B. Wasser nur fließen kann, wenn es einen Höhenunterschied gibt und Strom nur, wenn eine Ladungsdifferenz herrscht.
Ob man es jetzt als "reine Kausalität" bezeichnen will, oder als steten Widerstreit und Kampf, beides ist legitim - es ist eine Frage der Perspektive, entscheide ich mich fürs Erstere und beseitige den "Krieg" dann entschärfe ich das Sein und führe eine Art "Ontodizee" durch.

Für dich wäre ein "ganzheitliches Sein" nicht kompatibel mit dem steten Kampf der Dinge, viell. hat sich deswegen das Konzept der "reinen Kausalität" bei dir etabliert.
Da ich aber ein Mensch bin, der permanent zwischen verschiedenen Spannungszuständen wandert, zwischen Negation und Bejahung, ist wahrscheinlich für mich der "Krieg" plausibler.
cRAwler23 schrieb:Der Mensch hat sich in Labyrinthe seiner Gedanken verloren und den Blick für das Wesentliche verloren. Der Weg der Mitte im Buddhismus ist da durchaus logisch und wesentlich/ganzheitlich
Der Buddhismus ist ja im Grunde genommen eine radikale Infragestellung aller Selbstverständlichkeiten... kein Gott, kein Selbst, keine unsterbliche Seele, die Einzelphänomene haben kein Sein. Auf den ersten Blick auch sehr pessimistisch und lebenspragmatisch zugleich... Leben ist Leiden, Erlösung gibt es nur, wenn man sich vom Leben mit seinen unendlichen Bedürfnissen, Begierden löst.
Die Frage, die ich mir immer bezüglich dieses Systems stelle ist, kann es überhaupt Erlösung geben, wenn es kein Selbst und eine Seele, die daran geknüpft ist gibt und auf der anderen Seite das irdische Rad des Samsara sich ewig dreht? Müsste dazu nicht das Gesamtsystem des Samsara im Nirwana verschwinden?
Viell. ist Sprache nicht ausreichend, um näher zum "Seinskern" vorzudringen. Gefühle, Stimmungen und Intuition sind manchmal viel näher am Eigentlichen des Daseins.


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06.12.2014 um 20:29
@cRAwler23


Wenn es keine Seele, oder kein Selbst gibt, das es zu erlösen gilt, dann bleiben nur die Einzelphänome/Gefühle/Handlungen übrig, nur die leidvolle Verknüpfung von Ursachen und Wirkungen, die sich mit dem Rad des Samsara ewig drehen. Damit wäre der Erlösungsgedanke obsolet.


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07.12.2014 um 01:22
Peisithanatos schrieb:Du sagst ohne Gehirn gibt es keine Wahrnehmung, aber wie kann es dann einen "eigenschaftslosen Beobachter" geben?
Ohne Gehirn keine Sinnes-Wahrnehmung, das Gehirn ist ja nur ein neuronaler Knotenpunkt und ein Verwaltungszentrum für Informationen. Der "eigenschaftslose Beobachter" ist metaphysischer Natur, man kann es nicht mit weltlichen Begrifflichkeiten beschreiben. Intuition trifft es aber am besten. Ob diese nun körperlos oder körpergebunden existiert ist unklar, das werden wir sicherlich erst dann wissen wenn es mit dem eigenen physischen Leben zu Ende geht. Oder es folgt wirklich nur ewiger, traumloser Schlaf, absolut nichts.
Peisithanatos schrieb:Daraus folgt, wir können deine Annahme nie überprüfen - das ist es ähnlich wie mit dem Gläubigen, der eine Gotteserfahrung macht.
So ist es und ich halte eine Prüfung dessen auch nicht für relevant fürs Leben, wenn man ohne Angst vorm Tod lebt, sollte man auch ein mögliches Danach nicht fürchten. Aber auch nicht die endlose Stille. Im Leben ist nur eines von Relevanz, das bestmögliche für sich und hoffentlich geliebte Menschen zu bieten. Also sich selbst und seinen Mitmenschen ein möglichst angenehmes Leben zu bieten, vielleicht auch das eine oder andere Abenteuer und dann und wann etwas Solidarität.
Peisithanatos schrieb:Es beantwortet die Frage mit einem Ja, da ja davon ausgegangen wird, dass es auch Universen ohne bewusste Wesen, ohne Bewusstsein, ohne Beobachter gibt, wo alles nur eine Ansammlung von Materie ist - ein materialistischer Ansatz also.
Beim rein materialistischen Ansatz frage ich mich aber immer, was ist denn eigentlich Materie wirklich? Wenn nicht nur geronnene Energie?
E=mc²: Materie als geronnene Energie

Energie kann in Masse umgewandelt werden und umgekehrt. Mit den Begriffen muss man hier ein wenig aufpassen, denn in der Masse ist ja schließlich diese ursprüngliche Energie immer noch vorhanden. Sie ist also nicht weg, sondern hat lediglich eine andere Erscheinungsform angenommen.
http://www.drillingsraum.de/room-emc2/emc2.html

Auch interessant sind die Muster in der Natur die kymatischer Natur sind. Alles im Universum ist nur Energie und Schwingung, hatte schon Tesla richtig erkannt:

j sandkreisfein
Der Begriff Kymatik wurde von dem Schweizer Naturforscher Hans Jenny für die Visualisierung von Klängen und Wellen geprägt. Das Wort ist vom altgriechischen κῦμα für Welle abgeleitet. Im Englischen hat sich die Bezeichnung Cymatics eingebürgert.

Ausgehend von Arbeiten Galileo Galileis, Robert Hookes und besonders von Ernst Florens Friedrich Chladnis entwickelte Jenny durch systematisches Variieren der Parameter die Technik zum bildgebenden Verfahren von Klängen weiter.

Ein einfaches Verfahren besteht darin, eine Platte (z. B. Glas oder Blech) mit einem feinen Pulver (z. B. Ruß oder Blütenpollen) gleichmäßig zu bestreuen und durch anstreichen mit einem Geigenbogen in Schwingungen zu versetzen. Die sich bildenden Muster werden Chladnische Klangfiguren genannt. Heutzutage werden Lautsprecher eingesetzt und durch geschickte Beleuchtung und Einsatz von Videotechnik können auch Schwingungen in Flüssigkeiten visualisiert werden.
Wikipedia: Kymatik

Der rein materialistische Ansatz ist also selbst noch nicht klar definiert worden. Ist Materie ein fester Stoff oder nur ein Energiekraftfeld in einem spezifischen Zustand in kausalen Wechselwirkungen? Energie im Energieerhaltungssatz ist jedenfalls unzerstörbar und befindet sich nur in spezifischen Zuständen und Erscheinungsformen. So sind Leben und Tod auch nur sich abwechselnde Zustände. Ich denke mal da ist noch mehr was wir noch nicht wissen können.
Peisithanatos schrieb:Für mich setzt jeder Prozess und jedes Werden Polarität, Unterschiede voraus (Heraklit nennt deshalb auch den Krieg den Vater aller Dinge) wie z.B. Wasser nur fließen kann, wenn es einen Höhenunterschied gibt und Strom nur, wenn eine Ladungsdifferenz herrscht.
Nun ist die Frage, sind es die Gegensätze die da prägen oder einfach nur die Wechselwirkungen der Unterschiedlichen Kräfte die wirken? Der Höhenunterschied allein bringt Wasser noch nicht zum fließen, es ist auch möglich das eine Flüssigkeit mit geringere Dichte nach oben fließen kann. Im Ozean fließt Wasser heißer Quellen auch nach oben. Die Gravitation allein bestimmt auch noch nicht ob etwas nach unten fällt oder nach oben steigt. Auch die Ladungsdifferenz bringt noch nix, wenn keine Ladungsträger zwischen ihnen vorhanden wären und beide "Pole" verbinden würden. Gleiches auch beim Magnetismus in Form magnetischer Felder zwischen den Polaritäten. Man kann es nur als Ganzheitlichkeit erkennen, es ist eben wie beim Yin und Yang, nur das zwischen ihnen ein ganzes Spektrum besteht.

Yin und Yang können einzeln nicht existieren, sie bedingen einander und ergeben damit die Ganzheitlichkeit aller Wechselwirkungen in Form dieses schönen Symbols.

220px-Yin yang.svg
Peisithanatos schrieb:Für dich wäre ein "ganzheitliches Sein" nicht kompatibel mit dem steten Kampf der Dinge, viell. hat sich deswegen das Konzept der "reinen Kausalität" bei dir etabliert.
Nein, die Ganzheitlichkeit inkludiert ja den scheinbaren Kampf der Dinge, es ist Teil dessen und wird nur durch den Menschen als "Kampf" gewertet, dabei ist es einfach nur eine kausale Wechselwirkung. Die Natur ist voll davon und ergibt ein Rauschen. Der Mensch kann sich im Rauschen verlieren und will die Einzelheiten in ihnen erkennen, dabei ergibt das Rauschen in seiner Gesamtheit ein angenehmes Schwingen, kann zur Melodie und zum Rhythmus werden. Die Harmonie ist eine Einstellungsfrage und keine analytischer Betrachtungen.

Da wo du Kampf siehst, es ich Wechselwirkung und Energietransformation, bzw. die Veränderung von Zuständen und dessen Bewegungen, so auch Interaktionen. Reibungsenergie eben. Nur beim Menschen gibt es den Kampf in dessen moralischen Konzepten. In der Natur ist z.B. das Paarungsritual nur ein Aufwand der dem Weibchen die Paarungsbereitschaft signalisieren soll, vielleicht auch dessen Durchsetzungskraft und Fruchtbarkeit.

Früher als ich noch in der mentalen "Matrix" meines Egos gelebt habe, da teilte ich auch die Sichtweise von Nietzsche "Leben ist Kampf". Prinzipiell stimmt das, dabei ist es nur Existenzabsicherung. Ein Kampf findet jedoch nur zwischen gegensätzlichen Interessen und Ideologien statt die vom Menschen erschaffen wurden.

Nach der Selbsterkenntnis steigt man über diese begrifflichen Definitionen die vom Ego stammen.
Peisithanatos schrieb:Da ich aber ein Mensch bin, der permanent zwischen verschiedenen Spannungszuständen wandert, zwischen Negation und Bejahung, ist wahrscheinlich für mich der "Krieg" plausibler.
Nun Krieg ist eine Einstellungsfrage des Egos, wenn es diese Spannungen als Angriff werdet, wird es sich sicherlich auch verteidigen und in den Krieg ziehen. Doch Krieg existiert nicht, jeder menschliche Konflikt wird als Form des Krieges verstanden, ist am Ende jedoch auch wieder nur ein Wechselspiel der Kräfte. Da hilft nur die Dialektik im Denken. These-Anthithese-Synthese.
Peisithanatos schrieb:Der Buddhismus ist ja im Grunde genommen eine radikale Infragestellung aller Selbstverständlichkeiten... kein Gott, kein Selbst, keine unsterbliche Seele, die Einzelphänomene haben kein Sein.
Gott ist die Ganzheitlichkeit allen Seins, dazu gehört auch das Selbst in seiner Reinheit. Im Buddhismus gibt es schon Gott, nur eben nicht als personifizierbare Dinglichkeit, es ist die schöpferische Instanz des Seins selbst und macht sich mit der Selbsterkenntnis bemerkbar, wenn das Denken ganzheitlich wird. Daher ist dies auch die Erleuchtung, man wird zu Buddha und hat sein Selbst in der Ganzheitlichkeit erkannt.

Es ist richtig, im Buddhismus betet man nicht zu Gott oder zu irgendwas speziellem, man betet nicht mehr, sondern man meditiert und geht in der Ganzheitlichkeit allen Seins auf, man schnuppert mal ins Nirwana.
Buddha hat, als er unter einem Baum saß schlagartig die Erleuchtung erfahren. Die "Anhänger" Buddhas, die Buddhisten, erhoffen, dass auch sie, wenn sie der Lehre des Buddha folgen, auch diese Erleuchtung erlangen. Erleuchtet zu sein, bedeutet, mit dem Höchsten Absoluten verbunden und mit seiner Kraft erfüllt zu sein. Das "Höchste Absolute" wird bei uns als "Gott" bezeichnet.

Jetzt soll jeder für sich entscheiden, ob Buddhisten an die Existenz Gottes glauben, oder nicht.
Im Buddhismus gibt es keine eindeutige Aussage über Gott, es spielt da einfach keine große Rolle und muss auch nicht benannt werden. Im Islam hat man ja eigentlich auch die strikte Regel sich kein Bildnis Gottes zu machen, eigentlich dürfte man es nicht mal benennen, da es so zu begrifflichen Deformationen und Desinformationen durch Fehlinterpretationen kommen kann. Daher ist die Hingabe allein im Gebet oder der Meditation zu finden und bedarf keiner Bilder und Worte im Kopf.
Peisithanatos schrieb:Auf den ersten Blick auch sehr pessimistisch und lebenspragmatisch zugleich... Leben ist Leiden, Erlösung gibt es nur, wenn man sich vom Leben mit seinen unendlichen Bedürfnissen, Begierden löst.
So ist es und dabei muss man einfach nur etwas leidenschaftsloser werden, so auch die Illusionen im Leben erkennen die auf das Ego wirken und vom Ego kommen (Wechselwirkung).
Peisithanatos schrieb:Die Frage, die ich mir immer bezüglich dieses Systems stelle ist, kann es überhaupt Erlösung geben, wenn es kein Selbst und eine Seele, die daran geknüpft ist gibt und auf der anderen Seite das irdische Rad des Samsara sich ewig dreht? Müsste dazu nicht das Gesamtsystem des Samsara im Nirwana verschwinden?
Stell dir vor, du wirst ständig wiedergeboren, weil du noch nicht im Leben zur Erleuchtung erlangt bist, die Erlösung liegt dann allein in der Erleuchtung und damit im Nirwana. Bei diesem Zustand verliert man alle Ängste aber auch alle Leidenschaft im Leben, man ist nur noch ein bewusstes Wesen das auf seinen physischen Tod wartet aber auf der Reise dahin alles bewusst genießt, mit innerer Ruhe und Harmonie. Dann und wann können alte Muster des Egos und der Illusionen im Samsara noch wirken, wird sie aber als das akzeptieren was sie sind. Flüchtige Schatten an einer Wand.

Das alles ist sehr sinnbildlich und metaphysisch zu verstehen. Ob und wie es nach dem Leben weitergeht wissen wird nicht, da wir keine Erinnerungen an eine Existenz vor unserem Leben haben. Es ist also wieder eine unbekannte Variable und Möglichkeit, es kann, muss aber nicht so sein ;)
Peisithanatos schrieb:Viell. ist Sprache nicht ausreichend, um näher zum "Seinskern" vorzudringen. Gefühle, Stimmungen und Intuition sind manchmal viel näher am Eigentlichen des Daseins.
Und genau diese Erkenntnis ist der erste Schritt gen Erleuchtung! :)
Der Verstand ist analytisch und rational, das Gefühl und die Intuition sprechen eine andere "Sprache". Das Gefühl ist nicht nur ein hormonelles Gemisch, sondern ein Wechselspiel zwischen "innen" und "außen". Die Erleuchtung ist dann eine Erkenntnis die dann sogar der Verstand verstehen wird, es gibt keine Trennung zwischen innen und außen, alles ist Eins.

Der Verstand versucht zu teilen, begnügt sich mit Mathematik, doch der Verstand wird erst im Einklang mit der Intuition erkennen, die Ganzheitlichkeit allen Seins ist unteilbar, selbst wenn man jedes Atom spalten würde, die Ganzheitlichkeit wäre noch immer da, nur die spezifischen Zustände wären anders. Die einzelnen Zustände verlieren mehr und mehr an Bedeutung, so auch das Rollenspiel des Egos, welches das wahre Selbst verhüllt.

Jedenfalls sind das die Erkenntnisse die ich im Laufe der Zeit gewonnen habe und meine Erleuchtung war auch ein Zustand den ich nicht mit Worten beschreiben kann, es kam während des Schreibens eines Beitrages. Das bedeutet aber nicht das ich nun über alles erhaben bin, nein ich muss auch noch mit meinem restlichen Leben irgendwie klar kommen, in der Hinsicht ändert sich nix, nur man kann mehr über die eigene Existenz schmunzeln. Fast alle Monty Python Filme werden dann plötzlich noch mal viel mehr "Sinn" machen als einem vorher bewusst war :D


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Unsere Existenz ist ein ewiges Dasein

07.12.2014 um 10:27
@cRAwler23
cRAwler23 schrieb:Intuition trifft es aber am besten. Ob diese nun körperlos oder körpergebunden existiert ist unklar, das werden wir sicherlich erst dann wissen wenn es mit dem eigenen physischen Leben zu Ende geht. Oder es folgt wirklich nur ewiger, traumloser Schlaf, absolut nichts.
Im Grunde genommen lassen sich die nachtodlichen Vorstellungen auf drei Annahmen reduzieren:
Eine Art Nichtsein.
Ein abstraktes Sein, ein Aufgehn im "Alles", oder wie du es nennst in der "Ganzheitlichkeit des Seins - die mystisch-pantheistische Variante.
Der Jenseitsglaube der verschiedenen Religionen - hier hat man erkannt wie vergänglich und nichtig die ephemeren Daseinsformen sind und Seele+Gott+moralisches Leben sind hier Garanten für die ewige Perpetuierung des personalen Daseins. Lieschen Müller wird ewig Lieschen Müller bleiben. :D
Die Menschen werden dazwischen wählen, je nach Prägung, Wunschdenken, oder weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
cRAwler23 schrieb:Im Leben ist nur eines von Relevanz, das bestmögliche für sich und hoffentlich geliebte Menschen zu bieten. Also sich selbst und seinen Mitmenschen ein möglichst angenehmes Leben zu bieten, vielleicht auch das eine oder andere Abenteuer und dann und wann etwas Solidarität.
Das kann man so nur unterschreiben.
cRAwler23 schrieb:Der rein materialistische Ansatz ist also selbst noch nicht klar definiert worden. Ist Materie ein fester Stoff oder nur ein Energiekraftfeld in einem spezifischen Zustand in kausalen Wechselwirkungen? Energie im Energieerhaltungssatz ist jedenfalls unzerstörbar und befindet sich nur in spezifischen Zuständen und Erscheinungsformen. So sind Leben und Tod auch nur sich abwechselnde Zustände. Ich denke mal da ist noch mehr was wir noch nicht wissen können.
Für mich persönlich ist Materie auch nur eine Spielart von Energie, Materie gleichsam verdichtete Energie und die Art wie sich phänomenologisch darstellt ein Resultat der Schwingungen, der Frequenz - ich denke, wir haben hier sehr ähnliche Vorstellungen.
Hier gibt es von meiner Seite keinen Widerspruch ;)
Aber eine Frage wurde damit ja noch nicht berührt, was ist Bewusstsein - eine Art Energieform, ein Spezialfall der Materie?
Der Dualismus unterscheidet zwischen Geist und Materie/Energie und der Monismus sagt, entweder ist alles Materie oder alles Geist. Da wir kein Bezugswelt/universum haben und unsere Bewusstseinsmatrix, die letzte unüberwindliche Barriere ist, können wir es nie wissen.
cRAwler23 schrieb:Nun ist die Frage, sind es die Gegensätze die da prägen oder einfach nur die Wechselwirkungen der Unterschiedlichen Kräfte die wirken? Der Höhenunterschied allein bringt Wasser noch nicht zum fließen, es ist auch möglich das eine Flüssigkeit mit geringere Dichte nach oben fließen kann. Im Ozean fließt Wasser heißer Quellen auch nach oben. Die Gravitation allein bestimmt auch noch nicht ob etwas nach unten fällt oder nach oben steigt. Auch die Ladungsdifferenz bringt noch nix, wenn keine Ladungsträger zwischen ihnen vorhanden wären und beide "Pole" verbinden würden. Gleiches auch beim Magnetismus in Form magnetischer Felder zwischen den Polaritäten. Man kann es nur als Ganzheitlichkeit erkennen, es ist eben wie beim Yin und Yang, nur das zwischen ihnen ein ganzes Spektrum besteht.
Egal wie man es dreht, jeder Prozess setzt Polarität und Unterschiede voraus, ob es nun der Dichteunterschied beim Wasser ist, oder verschiedenartige Ladungsträger. Wenn die Entropie im Universum ihr Maximum erreicht hat und es keine Temperaturunterschiede mehr gibt, wird es auch keine Prozesse mehr geben.
Man kann sich auf die Ganzheitlichkeit konzentrieren, oder auf den Widerspruch in allem Seienden. Davon ausgehend, dass das Urprinzip, der vernunftlose "Wille" bei Schopenhauer, blind ist, kann man so auch zu einer radikal pessimistischen Ansicht gelangen, wie es z.B. bei Julius Bahnsen der Fall ist:
Als Schüler Schopenhauers wagte Bahnsen eine Verbindung Hegelscher Dialektik (die Bahnsen nur im Bereich des Abstrakten gelten lässt) mit Schopenhauerschem Monismus. In dieser Verbindung wird zwar der vernunftlose all-eine Wille Schopenhauers als das Grundwesen der Welt und das einzig Reale akzeptiert, jedoch nicht dergestalt, dass er in den vielen Individuen derselbe ist, sondern so, dass er ebenso vielfach wie dieselben ist, deren unveränderliches Wesen in deren unveränderlicher Willensnatur, in ihrem Charakter besteht. Der Schopenhauersche Wille wird somit nicht nur in sich, sondern auch außer sich in eine Vielheit von Einzelwillen gespalten.

Da das Wesen der Unvernunft im Widerspruch, jenes des unvernünftigen Willens insbesondere in dem gleichzeitigen Bestehen einander anschließender Willensrichtungen besteht, folgt, dass nicht nur die Realität ein ununterbrochener Kampf realer Gegensätze (Realdialektik), sondern auch das Innere jedes Individuums unlöslichem Zwiespalt entgegengesetzter Willensrichtungen (Willenskollision) verfallen. Bahnsen negiert eine Erlösung der unzähligen „Willenshenaden“ und postuliert die Permanenz der Existenz des Widerspruchs als Grundwesen der Welt, wodurch das Gesetz dieser Welt zur tragischen Weltordnung wird.
Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Bahnsen
cRAwler23 schrieb:Gott ist die Ganzheitlichkeit allen Seins, dazu gehört auch das Selbst in seiner Reinheit. Im Buddhismus gibt es schon Gott, nur eben nicht als personifizierbare Dinglichkeit, es ist die schöpferische Instanz des Seins selbst und macht sich mit der Selbsterkenntnis bemerkbar, wenn das Denken ganzheitlich wird. Daher ist dies auch die Erleuchtung, man wird zu Buddha und hat sein Selbst in der Ganzheitlichkeit erkannt.
Egal wie man das schöperische Urprinzip nennen will, ob Gott, das Alleine, oder den vernunftlosen blinden "Willen" bei Schopenhauer, das Wesentliche, das "Ding an sich" wie Kant es formuliert, können wir im Aussen nicht erkennen, auch nicht durch die Ratio - nur in der introspektivischen Schau, können wir es intuitiv erfassen.
cRAwler23 schrieb:Stell dir vor, du wirst ständig wiedergeboren, weil du noch nicht im Leben zur Erleuchtung erlangt bist, die Erlösung liegt dann allein in der Erleuchtung und damit im Nirwana. Bei diesem Zustand verliert man alle Ängste aber auch alle Leidenschaft im Leben, man ist nur noch ein bewusstes Wesen das auf seinen physischen Tod wartet aber auf der Reise dahin alles bewusst genießt, mit innerer Ruhe und Harmonie. Dann und wann können alte Muster des Egos und der Illusionen im Samsara noch wirken, wird sie aber als das akzeptieren was sie sind. Flüchtige Schatten an einer Wand.
All das sind Strategien und Denkkonzepte, um irgendwie durchs Leben zu kommen... sei es Hedonismus, Askese, Meditation, das Aufgehen im Alltag, Fatalismus, oder das Denken, das alles vergänglich ist. Alles ist notwendig, alles vergeht - es gibt nichts woran man sich hängen müsste, nicht an materielle noch ideelle Sachen, noch an Probleme. Das macht das Leben unendlich leicht.
cRAwler23 schrieb:in der Hinsicht ändert sich nix, nur man kann mehr über die eigene Existenz schmunzeln. Fast alle Monty Python Filme werden dann plötzlich noch mal viel mehr "Sinn" machen als einem vorher bewusst war :D
Und diesen Gedanken möchte ich mit diesem Zitat von Cioran abrunden: ;)
Ob man aber einmal oder tausendmal Male lebt, ob man über eine Stunde verfügt oder über alle, das Problem bleibt das gleiche: ein Insekt und ein Gott sollten sich in ihrer Art, die Tatsache des Existierens als solche zu betrachten, nicht unterscheiden; diese Tatsache ist so erschreckend (wie nur ein Wunder es sein kann), daß man, verweilt man dabei, den Willen verspürt, auf immer zu verschwinden, um sie nicht erneut in anderen Existenzen schauen zu müssen. Das ist es, worauf der Buddha bestanden hat, und es ist fraglich, ob es seine Folgerungen beeinflussen konnte, wenn er aufgehört hätte, an den Mechanismus der Seelenwanderung zu glauben.


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07.12.2014 um 12:35
@cRAwler23

Noch ein paar Anmerkungen und Fragen
cRAwler23 schrieb:Das ist absolut richtig, jedoch muss man zwischen physischen und geistigen Aspekten differenzieren. Das eine ist die weltliche Ebene, das andere die Metaebene.
Postulierst du da nicht eine Art Dualismus? Wäre diese Vorstellung mit der Ganzheitlichkeit des Seins kompatibel?
cRAwler23 schrieb:Stell dir vor, du wirst ständig wiedergeboren, weil du noch nicht im Leben zur Erleuchtung erlangt bist, die Erlösung liegt dann allein in der Erleuchtung und damit im Nirwana.
Wie kann man im Buddhismus wiedergeboren werden, wenn es kein Selbst, keine Seele gibt? Wiedergeburt umschreibt doch im Buddhismus nichts anderes als Ursache und Wirkung, dass sich beispielsweise schlechte oder gute Handlungen fortpflanzen. Das "Selbst" kommt nur der Buddhanatur zu, welche aber wiederum keine Erlösung braucht.
Fazit: Wenn es kein Selbst gibt, gibt es auch niemanden der erlöst werden müsste, ist es aber in der Buddhanatur erreicht, muss niemand mehr erlöst werden.
cRAwler23 schrieb:Yin und Yang können einzeln nicht existieren, sie bedingen einander und ergeben damit die Ganzheitlichkeit aller Wechselwirkungen in Form dieses schönen Symbols.
Diesen Ansatz gibt es auch in der christlichen Theologie/Mystik mit dem Begriff der Coincidentia oppositorum, dem Zusammenfall der Gegensätze in Gott, z.B. bei Nikolaus von Kues:
Darüber hinaus schreibt er nun dem Menschen die Fähigkeit zu einem „göttlichen“ Denken zu, das auch den Gegensatz von Affirmation und Negation im Sinne der Koinzidenz transzendiert. Er behauptet, dieses göttliche Denken lasse auch die Vernunft und deren Verständnis der widersprüchlichen Gegensätze hinter sich, um sich der absoluten Einheit und Unendlichkeit zuzuwenden.
Wikipedia: Coincidentia_oppositorum
cRAwler23 schrieb:Der Verstand ist analytisch und rational, das Gefühl und die Intuition sprechen eine andere "Sprache". Das Gefühl ist nicht nur ein hormonelles Gemisch, sondern ein Wechselspiel zwischen "innen" und "außen". Die Erleuchtung ist dann eine Erkenntnis die dann sogar der Verstand verstehen wird, es gibt keine Trennung zwischen innen und außen, alles ist Eins.
Es sind für mich Zustände, die man erreichen kann, wenn man z.B. eine bestimmte Musik hört, oder auch nur einen banalen Naturvorgang beobachtet - das Gefühl alles zu verstehen, für einen Moment unendliche Klarheit, die sich nicht in Worte fassen lässt, danach der absolute Stumpfsinn.
Trotzdem bleibt alles ein großes Mysterium - warum ist überhaupt etwas und nicht nichts? warum diese Abfolge der Ereignisse und keine andere?
Das Sein ist sprachlos, es ist voll und leer, vergänglich und ewig, alles und nichts.


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