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Gleichnisse, Allegorien, Sinnbilder

191 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gesellschaft, Bibel, Licht ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gleichnisse, Allegorien, Sinnbilder

08.06.2012 um 15:12
Die drei Siebe des Weisen
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Zum weisen Sokrates kam einer gelaufen und sagte:
"Höre, Sokrates, das muss ich Dir erzählen!"
"Halte ein!" unterbrach ihn der Weise, "hast Du das was Du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?"
"Drei Siebe?", fragte der andere voller Verwunderung.
"Ja, guter Freund! Lass sehen, ob das was Du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste ist die Wahrheit. "Hast Du alles, was Du mir erzählen willst geprüft, ob es wahr ist?"
"Nein, ich hörte es erzählen und..."
"So, so! Aber sicher hast Du es im zweiten Sieb geprüft." Das ist das Sieb der Güte. "Ist das, was Du mir erzählen willst, gut?"
"Nein, im Gegenteil...."
"Hmmmm", unterbrach ihn der Weise, "so lasst uns auch das dritte Sieb noch anwenden.
Die Notwendigkeit: "Ist es notwendig, dass Du mir das erzählst?"
"Notwendig nun gerade nicht...."
"Also", sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste Dich und mich nicht damit."


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09.06.2012 um 03:27
@-Therion-

Ja, Onkel Friedrich fördert Kreativität und Freigeist immer in seinen Gleichnissen.
Ich persönlich finde aber Deine Interpretation hammermässig! :)

@NeoDeus

Lieben Dank für Sokrates' Siebe! Wenngleich es mir bereits bekannt war, ist es doch immer wieder erhebend, es erneut zu lesen. :)


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09.06.2012 um 18:21
Ein Fuchs sieht früh am Morgen seinen Schatten und sagte:" Ich will heute zum Mittagessen einen Ochsen verspeisen."
Und den ganzen Morgen lief er herum und suchte nach einem Ochsen.
Doch am Mittag sah er wieder seinen Schatten - und sagte:"Eine Maus wird reichen:"

L.G. Babsi6


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09.06.2012 um 18:41
@Dude
Ich kenne die Chinesische auch schon länger aber ich muss sagen sie gefällt mir nicht wirklich.

Ich finde den Satz 'Ärger den man nicht gehabt hat, hat man nicht gehabt' viel schöner um zu versinnbildlichen das man sich nicht immer gleich aufregen sollte.

Die schwer nach Opium anmutende Gelassenheit des Chinesen finde ich einfach nicht als ein irgendwie geartetes Ideal. Ein entspanntes angehen ist ja nicht Grundschlecht, aber es wäre doch schon nicht schlecht danach zu suchen? Diese sklavische Bindung ans 'schicksal' halte ich gerade für unsere Breitengrade für wenig Idealistisch.


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09.06.2012 um 21:10
@Babsi6
Manchmal bekommt man nicht was man will, und sollte sich also besser mit demjenigen zufrieden geben, was man hat, wenn das Gewollte ohnehin viel zu gross ist, um es erhaschen zu können... ;)
Zitat von BelafonteBelafonte schrieb:Ich finde den Satz 'Ärger den man nicht gehabt hat, hat man nicht gehabt' viel schöner um zu versinnbildlichen das man sich nicht immer gleich aufregen sollte.
Mir gefallen beide - sowohl, als auch... ;)

Es zeigt einfach wunderschön auf, dass der multidimensionale Quantencomputer so riesig ist, und darin so viele verschiedene Faktoren zum tragen kommen, dass man die Zukunft ohnehin niemals voraussehen kann, weil es gar nicht möglich ist alle Details zu beachten und alle Faktoren in die Gleichung miteinzubeziehen - das überstiege bei weitem unsereiner Kapazität. :)

Ps. Folgend reich ich euch noch das nächste Gleichnis. Es ist wiedermal ein längeres, aber eins meiner drei Liebsten.


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09.06.2012 um 21:16

Der surfende Buddha

Ein Wirbel erfaßte mich und trug mich fort. Ich schwebte über ein weites großes
Meer bis zu einer Insel mit einem langen weißen Strand. Vor dem Strand bildeten
sich größere und kleinere Wellen. Mir fiel eine Gestalt auf, die scheinbar
mühelos auf einem Surfbrett stand. Das Surfbrett flog nur so auf den
Wellenkämmen. Der Surfer war groß, rundlich und braungebrannt. Er hatte ein
strahlendes Lächeln, das mir irgendwie vertraut war. Etwa so wie die Buddhas in
den Chinarestaurants. Auf dem Rücken trug er einen wasserdichten Rucksack
mit der Aufschrift "Nirwana Jetpack".

Ich schwebte langsam näher. Im Wasser war Bewegung . Zunächst glaubte ich
an Haie. Bei näherem Hinsehen waren es Menschen, die sich verzweifelt
bemühten, nicht unterzugehen. Schiffbrüchige? Eine Flugzeugkatastrophe?
Jeder dieser Verzweifelten war damit beschäftigt, seinen Kopf über Wasser zu
halten. Teilweise hielten Sie sich an mehr oder weniger großen Holzplanken fest.

Regelmäßig schlug eine Welle über ihren Köpfen zusammen. Sekunden, ja
minutenlang konnten Sie nicht atmen. Manche ertranken, andere tauchten
prustend wieder auf, um sich bis zur nächsten Welle in Sicherheit zu
wiegen.Während ich die Menschen im Wasser beobachtete, spielten sich
unglaubliche Szenen ab. Jeder versuchte so viele der herumtreibenden Planken
wie nur möglich zusammenzuraffen. Manche bauten aus mehreren Planken
richtige Flöße zusammen, aber die herankommenden Wellen zerstörten immmer
wieder diese mühsam aufgebauten Inseln. Woher kamen diese merkwürdigen
Planken? Ich sah sie mir näher an und stellte fest, daß sie alle mit einer feinen,
fast unsichtbaren Schrift beschrieben waren. Auf manchen stand Geld,
Partnerschaft, Besitz. Auf den anderen Macht , Einfluß und Freiheit. Einige der
Planken waren etwas größer und seltener. Auf ihnen standen Worte wie
Religion, Schuld, Sühne, Erleuchtung, Karma.

Mein Blick richtete sich wieder auf den Surfer. Er surfte gelassen durch diesen
Tumult und beobachtete aufmerksam das Geschehen. Immer wenn einer der
Treibenden seine Planke kurzzeitig losließ, war der Buddha zur Stelle. Mir war
es, als ob er einen Moment bei dem Betreffenden verharren würde, bevor er
weiterfuhr.

Ich sah den Buddha an und er schaute freundlich zurück. "Hast du eine Frage?"
fragte er ruhig. "Ja! Warum läßt du die Leute weiter im Wasser treiben? Warum
nimmst du nicht einfach eines der Opfer an Bord und zeigst ihm, wie das surfen
funktioniert?". Mild lächelnd antwortete er "Manchmal biete ich den Menschen
an, auf dem Surfboard mitzufahren. Die meisten lehnen ab. Sie wollen lieber
weiter an ihren Flößen bauen. Die fast einhellige Antwort beginnt mit den
Worten "Eigentlich würde ich ja schon ganz gerne, aber...". Irgendwie scheinen
sie sich mit ihren Planken sicherer zu fühlen.".

Der Buddha sah mich kurz an, lächelte und griff ins Wasser. Sofort hatte er
einen der Vorbeitreibenden ergriffen und zog ihn an Bord. Der klammerte sich an
die Beinen des Buddhas. Er zitterte vor Angst. "Hab keine Angst" sagte der
Buddha. Das schien nicht viel zu helfen. Ab und zu öffnete der Passagier seine
zugekniffenen Augen und schloß sie sofort wieder. Ständig murmelte er das
Mantra "Ich kann nicht, ich kann nicht, ich kann nicht...". Als das Surfboard bei
der nächsten Welle Fahrt aufholte, stürzte sich der Passagier voller Panik ins
Meer und rief: "Ich muß...". Den Rest seines Schlachtrufes verschluckte das
über ihm zusammenbrechende Wasser. "Das erlebe ich jedesmal" seufzte der
Buddha. Aber dann lachte er wieder. "Manchmal habe ich Glück. Wie diesmal".

Er fischte wieder einen Losgelassenen aus dem Wasser.
Dieser schaute den Buddha mit großen Augen an. "Was willst du?" fragte der
Buddha. Zögernd antwortete der Passagier "Seit einiger Zeit treibe ich schon im
Meer und beobachte, wie du scheinbar mühelos und elegant an uns
vorbeirauschst. Du hast keine Angst vor der großen Welle. Im Gegenteil, du
reitest auf ihr. Ich hörte ein Gerücht, daß jeder dazu in der Lage ist, aber keiner
von meinen Mitschwimmern wußte etwas genaues. Alle waren zu sehr damit
beschäftigt, sich festzuhalten. Irgendwann erzählte ein vorbeitreibender
Geschichtenerzähler, daß diese Kunst mit dem Loslassen der Planken anfängt. Er
selber könne es nicht tun, weil er zu beschäftigt sei und sich um seine Familie
sorgen müße. Aber dem Freund eines Freundes soll der Buddha einmal erzählt
haben, daß es mit dem Loslassen zu tun habe. Natürlich wurde der
Geschichtenerzähler verlacht. Wenn es wirklich so einfach ist, warum macht er
es dann nicht selbst?"

"Mir ging diese Geschichte nicht aus dem Kopf. Und so habe ich begonnen,
meine Mitschwimmer zu beobachten. Manche Köpfe waren fast ständig unter
Wasser und tauchten nur gelegentlich auf, um Luft zu schnappen und prustend
wieder unterzugehen. Andere schafften es, ihren Kopf ständig über Wasser zu
halten. Das Geheimniss war ihr tiefer Atem. Je tiefer und intensiver sie ein- und
ausatmen, desto besser schweben sie über dem Wasser. Das habe ich dann
selber ausprobiert. Nach einiger Zeit war ich sicher, daß ich die Planken nicht
mehr brauche. Ich ließ eine nach der anderen los. Als ich die letzte Planke in der
Hand hielt, packte mich die Panik. In diesem Moment hast du mich aus dem
Wasser gefischt."

Der Buddha wiegte mit dem Kopf und sah mich an. Wieder erfaßte mich der
Wirbel und plötzlich war ich selbst der Gast, den der Buddha gerade
herausgefischt hat. Er fing an, mir die Geheimnisse des Surfens zu offenbaren.
"Es geht um Gleichgewicht. Du darfst nicht zu weit vorne und nicht zu weit
hinten stehen". Ich schaute ihn ratlos an. "Immer wenn du dich zu weit nach
vorne legst, kreisen deine Gedanken um die Zukunft. Was alles passieren
könnte, gegen welche Unglücke du bestehen mußt, welche Gefahren auf dich
lauern." Eine kurze Brise streifte unsere Haut und kündigte eine neue Welle an.
"Immer wenn du dich zu weit nach hinten legst, denkst du an die Vergangenheit,
was du alles hättest besser machen können, welches Leiden du bereits hinter dir
hast, welche Investitionen dich daran hindern, etwas anders zu machen." Das
Surfbrett hob sich langsam. "Nur das Hier und Jetzt entscheidet. Laß es uns
versuchen". Eine Welle packte das Surfboard und es nahm Fahrt auf.
Der Buddha bewegte sich nur minimal. Mal ein bißchen vor, dann ein bißchen
zurück. Zwischen der Bewegung der Welle und denen des Buddhas schien
absolute Harmonie zu herrschen. Jedesmal wenn ich dachte "Jetzt muß er nach
vorne" hatte er es bereits getan. Es schien, als könne er vorausahnen, wie die
nächste Bewegung der Welle sein würde. Darauf angesprochen lachte er nur.
"Mit dem Verstand ist das nicht zu machen. Der ist zu langsam. Wenn du jedoch
das quäkende Radio deines Verstandes abstellst, wird deine Intuition stärker.
Und wenn du ganz im Hier und Jetzt bist, gibt es keinen Unterschied zwischen
dir und der Welle." Durch eine kurze Bewegung wendete er das Surfbrett in eine
andere Richtung. "Jeder Gedanke bringt dich aus dem Gleichgewicht". Ich
erinnerte mich, so etwas bereits in den alten Werken der japanischen Samurai
gelesen zu haben. Auch in den taoistischen Schriften war immer von einem
absichtslosen Tun die Rede. "Jaja" sagte der Buddha und sah mich an als hätte
er meine Gedanken gelesen. "Du bist auf der richtigen Spur. Aber grau ist alle
Theorie, probier es selber". Ich stellte mich vorne auf das Brett und versuchte
das Gleichgewicht zu halten. Im meinem Kopf ratterten die Gedanken "jetzt vor,
zurück, pass auf, jetzt runter, dann rauf...". Ich sah aus den Augenwinkeln, wie
der Buddha sich hinter mir bemühte, das Gleichgewicht für uns beide zu halten.
Dennoch war es eine ruckelige Angelegenheit. Mit der Zeit bekam ich ein Gefühl
dafür. Ich wurde ruhiger und konnte sogar zeitweise die Aussicht genießen.
Und je weniger ich mich anstrengte, desto glatter lief die Fahrt.

Irgendwann überraschte ich mich dabei, wie ich mühelos, ohne einen Gedanken
mit dem Surfbrett schwebte. "Jetzt ist es soweit" sagte der Buddha und holte
aus seinem Rucksack ein faltbares Surfbrett heraus, das meinen Namen trug.
"Hier, nimm dein Surfboard und fahr über das Lebensmeer. Alles was du
brauchst, hast du bereits in dir. Alles was du wissen mußt, weißt du bereits.
Solltest du dich einmal an etwas nicht erinnern können, dann komm zurück und
wir unterhalten uns".

Epilog
Ich bin mit meinem Surfbrett oft ins Wasser gefallen. Und oft war ich versucht,
die ganze Sache einfach sein zu lassen und mich wieder an meinen Planken
festzuklammern. Aber die Erinnerung an das Gleiten, die Leichtigkeit und das
Glücksgefühl, das ich erlebt habe, brachten mich immer öfter dazu, alles
loszulassen, mein Surfboard auszupacken und zu gleiten.
Mit der Zeit wurde ich besser. Ich lernte, daß die Welle, das Chaos mein Freund
ist. Sie transportierte mich wohin ich wollte. Ich sah unbekannte Gegenden und
erlebte unglaubliche Abenteuer. Je sicherer ich wurde, desto mehr bedauerte ich
die Menschen, die im Lebensmeer herumpaddeln und gegen die Welle kämpfen,
die mich trägt. Ich hatte Mitleid. So habe ich begonnen, ab und zu jemanden zu
mir auf das Surfboard zu ziehen. Am Anfang haben mich die Passagiere mit ins
Wasser gezogen und ich brauchte eine Weile, um wieder auf mein Brett zu
steigen. Mit der Zeit wurde ich geübter. Ich lernte viel über mich, über
Gleichgewicht, über Ego, darüber wie diese Welt funktioniert. Ich gab weiter,
was ich gelernt hatte und lernte dabei noch mehr hinzu. Eines Tages baute sich
vor mir die größte Welle auf, die ich je gesehen habe. Sie stand wie eine Mauer
vor mir. Die Wasserfläche war absolut glatt, so daß ich mich darin spiegelte. In
diesem Spiegel sah ich den Buddha auf dem Surfboard. Und ich hörte sein
Lachen. Es war das Lachen des Buddhas.

Es war mein eigenes Lachen.



(Quelle: Unbekannt)


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10.06.2012 um 09:48
@Dude
Ich verstehe es so, das wenn man an Altes sich zu sehr klammert, und die Vergangenheit nicht los lässt, und das neue einfangen will, um die Gegenwart zu überspringen, in die Zukunft ,ist das Leben im moment nicht greifbar.
Wenn ich nur im gestern verweile oder mir nur Gedanken über morgen mache ist der heutige Tag
nicht gelebt.


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10.06.2012 um 16:08
Gleichnisse koennen auch "richtig peinlich" sein.

Denn wenn ein Beispiel aus einer (noch) nicht existierenden Arbeitswelt herangezogen wird, das Himmelreich zu veranschaulichen
koennte nicht die Wirklichkeit "wie das Himmelreich" gestaltet werden ?

Die Weinbergparabel (Mt 20,1)
1 Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am
Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.
2 Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte
sie in den Weinberg.
3 Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen,
die keine Arbeit hatten.
4 Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch
geben, was recht ist.
5 Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der
Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso.
6 Als er um die elfte Stunde noch einmal ging, traf er wieder einige, die dort
herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig
herum?
7 Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht
auch ihr in meinen Weinberg!
8 Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinberges zu
seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen
bei den letzten, bis hin zu den ersten.
9 Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und
jeder erhielt einen Denar.
10 Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen.
Aber auch sie erhielten nur einen Denar.
11 Dann begangen sie, über den Gutsherrn zu murren,
12 und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie
uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit
und die Hitze ertragen.
13 Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein
Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart?
14 Nimm das Geld und geh! Ich will dem letzten ebensoviel geben wie dir.
15 Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du
neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin?
16 So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.

www.hochschulgottesdienste.im-leben.de/.../2005ws_hogodi2.pdf

In unserer Wirklichkeit gilt:
Die Ersten werden die Ersten sein und die Letzten werden die Letzten sein und BLEIBEN !
Bis 2020 werden beispielsweise in Deutschland mindestens 2,6 Billionen Euro vererbt.


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11.06.2012 um 08:54
Beim Durchwandeln der Allmy-Sphären auf diese bereichernde Diskussion gestoßen...
Stimmt mich nachdenklich und beflügelnd. Tolle Idee!@Dude
Hier kommt eins meiner liebsten Gleichnisse.

Das Eisenbahngleichnis - Erich Kästner

Wir sitzen alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir fahren alle im gleichen Zug
und keiner weiß, wie weit.

Ein Nachbar schläft; ein andrer klagt;
ein Dritter redet viel.
Stationen werden angesagt.
Der Zug, der durch die Jahre jagt,
kommt niemals an sein Ziel.

Wir packen aus, wir packen ein.
Wir finden keinen Sinn.
Wo werden wir wohl morgen sein.
Der Schaffner schaut zur Tür herein
und lächelt vor sich hin.

Auch er weiß nicht, wohin er will.
Er schweigt und geht hinaus.
Da heult die Zugsirene schrill.
Der Zug fährt langsam und hält still:
die Toten steigen aus.

Die erste Klasse ist fast leer.
Ein feister Herr sitzt stolz
im roten Plüsch und atmet schwer.
Er ist allein und spürt das sehr
Die Mehrheit sitzt auf Holz

Wir reisen alle im gleichen Zug
zur Gegenwart in spe.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und viele im falschenCoupé !


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12.06.2012 um 13:14
@Dude

Ich hab da mal was gefunden, was eine Rätsel - Allegorie darstellt. Was meint Schiller wohl damit ? ;)



Unter allen Schlangen ist eine,
Auf Erden nicht gezeugt,
Mit der an Schnelle keine,
An Wut sich keine vergleicht.

Sie stürzt mit furchtbarer Stimme
Auf ihren Raub sich los,
Vertilgt in einem Grimme
Den Reiter und sein Roß.

Sie liebt die höchsten Spitzen,
Nicht Schloß, nicht Riegel kann
Vor ihrem Anfall schützen,
Der Harnisch – lockt sie an.

Friedrich Schiller


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12.06.2012 um 13:44
@elfenpfad
Zitat von elfenpfadelfenpfad schrieb:Was meint Schiller wohl damit ? ;)
hast du ne idee? ;)


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12.06.2012 um 13:49
@rockandroll

Ja, nicht nur Ahnung, sondern ich weiss, was Schiller damit ausdrücken wollte, aber ich verrate es noch nicht ok ;)
Und wie ist es mit Dir ? Hast Du denn schon eine Idee ? ;)


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12.06.2012 um 13:54
@elfenpfad
Zitat von elfenpfadelfenpfad schrieb:Hast Du denn schon eine Idee ?
das erste woran man denkt, ist die selbstverzehrende "welt-schlange" aus der mythologie.. das kann man dann wieder weiter spinnen, bis zu einer tarot-karte, die sich "der gehängte gott" nennt.. aber das grundprinzip gibt es überall in den weltmythen, und daran musste ich gerade denken.. also ja, ne idee ist vorhanden^^


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12.06.2012 um 13:57
@rockandroll

diese Idee ist gut, aber viel zu weit hergeholt bezw. zu tiefgehend - Du wirst wahrscheinlich enttäuscht sein, wenn Du die Antwort erfährst ;D

Mal gucken, was noch so kommt dazu, obwohl es jetzt einfacher ist nach meiner Bemerkung dazu oder? ;)


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12.06.2012 um 14:01
@elfenpfad
ok, dann bin ich mal gespannt^^

schiller mag ich übrigens besonders gern, auch wenn er manchmal etwas schwerer "verdaulich" ist, als die meisten gängigen schriftsteller/dichter aus seiner zeit. sein leben als solches fand ich irgendwo sympathisch.. hatte was von nem rock-musiker :D


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12.06.2012 um 14:12
@rockandroll
Zitat von rockandrollrockandroll schrieb:schiller mag ich übrigens besonders gern, auch wenn er manchmal etwas schwerer "verdaulich" ist, als die meisten gängigen schriftsteller/dichter aus seiner zeit. sein leben als solches fand ich irgendwo sympathisch.hatte was von nem rock-musiker :D
Joah, sind teilweise echt gute Textvorlagen auch für Black Metal songs :D
Zitat von rockandrollrockandroll schrieb:ok, dann bin ich mal gespannt^^
Ich auch, ob es jemand rausfindet ;)

ich schreib mal einfach die hier Mitdiskutierenden alle an ^^

@Ahiru
@veritatis
@napistum
@-Therion-
@NeoDeus
@Belafonte
@Babsi6
@eckhart
@Birkenschrei

habt Ihr ne Idee, was sich hinter der Allegorie der Schlange in dem Schiller - Gedicht versteckt ? ;)


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12.06.2012 um 14:31
Ich habe jetzt mal nur kurz nachgedacht und bin am zweifeln ob es nicht vieleicht ganz daneben liegt ,aber bin mal mutig und blamiere mich vieleicht.
Untreue?
Boshaftigkeit?


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12.06.2012 um 14:34
@elfenpfad


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12.06.2012 um 14:35
mhhhhh, die Schlange ist aber nur für den Ritter persönlich gefährlich? Reiter und Ross, Harnisch...


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