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Gleichnisse, Allegorien, Sinnbilder

Dude
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27.06.2012 um 02:57
@MinnieMaus

Vielen Dank auch für Dein wundervolles Sinnbild.

Ich sag dazu mal nur: Man muss eben ein Geist sein, und kein Gespenst... ;)

Den Rest der Interpretation möchte ich andern überlassen. :)


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27.06.2012 um 12:14
Dude schrieb:Und zu Deiner Sichtweise hinsichtlich Deines Widerspruchs, kann ich nur sagen, dass ich diese Sichtweise ganz klar und deutlich nachvollziehen kann, und verstehe, was mich aber nicht davon abhält, weiter bei schon dargelegtem zu bleiben. Davon wird mich nämlich niemals nichts abbringen können. Die Gründe dazu führten viel zu weit und eher OT, daher lass ich das mal. ;)

Ps. Mit Selbstzweck hat es aber nicht im geringsten zu tun. :D Denn wenn es mir um Selbstzweck ginge, dann würde ich Deine Variante sehr wahrscheinlich auch übernehmen. Es geht mir aber immer ums grosse Ganze. Die Hartnäckigkeit ist also gewiss. ;)
Mein Einwand bezog sich ja im Grunde ausschließlich auf die Erwartungshaltung.

Ich wollte Dich jedenfalls nich vom Freischwimmen abbringen, ganz im Gegenteil. Daher verstehe ich jetzt nich so ganz wie Du darauf kommst.

Wenns Dir zu sehr OT wird schreib mir halt ne pm, aber das würde ich gerne noch klarstellen.


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27.06.2012 um 14:18
kurvenkrieger schrieb:Mein Einwand bezog sich ja im Grunde ausschließlich auf die Erwartungshaltung.
Ich erinnere Dich hierzu nur mal an den EP. "Man wird sehen", sprach der Bauer ;)

Denn letztlich hab ich keine Erwartung mehr, wenngleich die Hoffnung durchaus präsent ist.

Meine Schwimmrichtung ist jedenfalls klar. ;)

Ps. Womöglich hab ich Dich auch ein wenig missinterpretiert. Kann mal vorkommen bei Gleichnissen. :)


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29.06.2012 um 13:13
Ein Gleichnis will ich euch geben. Vor dreitausend Jah­ren ging ein Fremder, der nicht von dieser Welt war, mit einem Mann, der von dieser Welt war, über die Erde. Der Mann war verwundert, dass ein Fremder aus der Ferne der Sterne zu ihm gekommen war! Der Mann dachte an einen "Engel", denn von diesen hatte er schon gehört.

So kamen sie zu einem Haus. Dort war ein alter Greis, der bot beiden Wanderern Speise und Trank in Fülle an, zudem bot er ihnen Unterkunft für die Nacht. Er nahm keinen Preis für diese Gabe. Am Morgen machten sich der Fremde und der Mann auf, um die Reise fortzusetzen. Unterwegs zeigte der Fremde dem Mann einen goldenen Becher.

Der Mann war entsetzt: "Dieser goldene Becher war bei dem alten Mann, der so gut zu uns war! Du hast ihn bestohlen! Was bist du für ein Fremder, was bist du für ein Engel, der dieses tut? Ich wußte nicht, dass Engel stehlen eines anderen Hab und Gut!"

Der Fremde blieb ruhig, und so gingen sie des Weges weiter. Einige Stunden später kamen sie wieder zu einem Greis, der aber sehr viel älter war als der erste. Er war einsam und verlassen von seiner Familie und lebte in einem alten, kleinen und zerfallenen Haus. Dennoch bot er seinen Gästen Speise und Trank in Fülle an und auch eine Unterkunft für die Nacht. Am anderen Morgen segnete er den Fremden und den Mann für den weiteren Weg.

Als der Fremde und der Mann von dem zerfallenen Haus entfernt waren, brach ein alles verzehrendes Feuer aus und verschlang das Haus bis auf die Grundmauern.

Und der Mann, der von dieser Erde war, rief wieder aus: "Du Aas! Du Lumpenhund! Du Verderbter! Bist du ein Diener Mastemas? Wie kannst du es wagen, das Haus anzuzünden? Es war alt und zerfallen, aber das einzige Hab und Gut des alten Mannes. Ich sollte dich dafür töten!"

Der Fremde, der nicht von dieser Welt war, rief aus: "Schweig und sei still! Du kennst nicht des Höchsten Wege! Also schweig!"

Und wieder gingen sie des Weges. So kamen sie zu einem weiteren Haus. Es war das Haus eines reichen Mannes, und dieser hatte einen Sohn. Auch er gab seinen Gästen Speise und Trank und Nachtruhe,
und am nächsten Morgen gab er ihnen sogar allerlei Geschenke mit auf den Weg.

Der Fremde bat den reichen Hausherrn: "Gib mir doch deinen vierzehnjährigen Sohn mit, für eine Tagesreise, damit wir uns nicht verirren."

Der Hausherr erfüllte auch diesen Wunsch ohne Zögern und gab den Gästen seinen Sohn mit auf den Weg.

Nach einigen Stunden kamen die drei Wanderer an einen Bach. Im gleichen Augenblick ergriff der Fremde den Knaben und schlug ihn mit dem Kopf an den Baum, um ihn danach im Wasser zu ertränken.

Der Mann von dieser Welt rief aus: "Du Mörder! Wie konntest du den Knaben töten? Wer bist du, ein Dämon etwa? Wenn du ein Engel bist, dann frage ich dich, wie kannst du ein Mörder sein?"

Und der Fremde nicht von dieser Welt sprach aus: "Schweig und sei still! Denn du kennst nicht die Wege des galaktischen Königs! Ich will dir nun kundtun, wie diese Wege sind.

Schau, ich nahm den goldenen Becher des Alten, weil dieser vergiftet war, denn nur so konnte ich sein Leben retten.

Dem Greis, der in dem zerfallenen Hause wohnte, brannte ich seine Wohnstatt ab, weil unter dem Mauerwerk ein Goldschatz lag, denn nur mit diesem wird er sich ein neues Haus bauen können und den Rest seines Lebens in Frieden und ohne Hunger verbringen.

Den Knaben habe ich getötet, denn schau: Er trägt ein Messer in seinem Gewand! Er war im Begriff, noch heute seinen Vater zu töten, der ein sehr frommer Mann ist. Siehe also: dem Frommen habe ich das Leben gerettet, dem Mörder habe ich es genommen.

Kannst du nun erkennen, wie die Wege des galaktischen Königs verlaufen?"

Mit diesen Worten verabschiedete sich der Fremde und verschwand. Der Mann blieb betrübt zurück und mußte erkennen, dass er irrte, weil sein Horizont so viel kleiner war als jener des galaktischen Königs.

Das Erkennen der Wege des Königs ist Stückwerk, weil mehr nicht möglich ist. Um wieviel mehr gilt es dann dem zu vertrauen, der ein größeres Stück des Weges einzusehen vermag - wie der Fremde nicht von dieser Welt. Alle Wege des galaktischen Königs liegen nur offen vor diesem und sind von den Menschen niemals in seiner Gesamtheit zu erfassen.


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01.07.2012 um 02:58
Auch relativ bekannt:

Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.

Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: "Wie war dieser Ausflug?"

"Sehr interessant!" antwortete der Sohn.

"Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?"

"Oh ja, Vater, das habe ich gesehen."

"Was hast du also gelernt?" fragte der Vater.

Und der Sohn antwortete: "Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont."

Der Vater war sprachlos.

Und der Sohn fügte noch hinzu: "Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind."


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03.07.2012 um 23:09
@SagopaKajmer

Heftig! Der Fremde hatte offensichtlich übermenschliche Fähigkeiten, und damit, den kompletten Überblick sozusagen. ;)

@NoSilence

Wundervoll veranschaulichend wie unsäglich fragwürdig eigentlich jedwedes materialistische Streben ist. ;)

Danke euch für diese zwei weiteren Perlen :)

@All

Viel Spass bei den Interpretationen. Ich freu mich schon... :)


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03.07.2012 um 23:56
@Dude

Vll. war der Fremde der,der am Computer sitzt und Matrix erschaffen hat..kann man nie wissen.


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Birkenschrei
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04.07.2012 um 10:18
Guten Morgen @all,
ein kleiner „Schmunzel- und Gedankenanstoß“ zu eurem Vergnügen (auch bei nicht gelungenen Entschlüsselungsversuchen stets aufheiternd wirkend ) ;)

Deutung eines allegorischen Gemäldes

Fünf Männer seh ich
inhaltsschwer -
wer sind die fünf?
Wofür steht wer?

Des ersten Wams strahlt
blutigrot -
das ist der Tod
das ist der Tod

Der zweite hält die
Geisel fest -
das ist die Pest
das ist die Pest

Der dritte sitzt in
grauem Kleid -
das ist das Leid
das ist das Leid

Des vierten Schild trieft
giftignass -
das ist der Hass
das ist der Hass
Der fünfte bringt stumm
Wein herein -
das wird der
Weinreinbringer sein.

(Robert Gernhardt, 1937 - 2006)


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06.07.2012 um 23:24
@Birkenschrei

Die Figut es Weinbringers ist sehr interessant dabei - er ist der wichtigste Part im Bild, und kommt stumm, da seine Botschaft keiner Worte bedarf :)

Wein wird spirituell als der der Saft des Lebens gedeutet, als Offenbarung, Vitalität und Wahrheit
auf dieser spirituellen Ebene symbolisiert er die die Aufnahme spiritueller Kraft.


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06.07.2012 um 23:31
@NoSilence
aus Deiner Geschichte:
Und der Sohn fügte noch hinzu: "Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind."
Eine schöne Geschichte, die mich immer schon fasziniert hat :)

Der Sohn erkennt die Vergänglichkeit des Reichtumes seiner Familie, und erkennt den wahren Reichtum, der unvergänglich sich in der Natur eigentlich jedem Menschen darbietet, wenn er ihn als einen Schatz erkennt, ein wahrer Reichtum und Schatz, der umso viel zufriedener und reicher im Herzen macht :)


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07.07.2012 um 03:15
@elfenpfad

Danke für Deine zauberhaften Entschlüsselungen, edle Schlüsselmeisterin. :)

@All

Ich bin soeben hier im Forum über ein anderes, qualitativ höchststehendstes Gleichnis gestossen.
Eines Tages fragte sich ein Mönch, worin denn der Sinn des Lebens bestehend würde.
Fortan machte er sich auf die suche danach und fand ihn aber nicht. Deswegen begab er sich auf einen großen Stein zu setzen und fing an zu meditieren. DIe Zeit verstrich und sein Bart erreichte schon bald den Grund des Bodens.
Eines Tages, nach langer Zeit und kurz vor dem ableben des Mönches, kam jener Tag wo ihn ein Kind mit einem Schmetterling begnete.
Das Kind sagte: "Schau, ich habe einen Schmetterling gefunden."
Der Mönch schaute ohne seinen Kopf zu bewegen in die Augen des Kindes, sagte aber kein Wort.
"Warum bist du hier?"fragte schliesslich das Kind.
Der Mönch sagte:" Seit meiner Jugend sitze ich hier Tag und Nacht um den Sinn des Lebens zu finden. Bis jetzt habe ich ihn nicht gefunden aber ich werde nicht gehen solange ich ihn nicht gefunden habe."
Voller Staunen und ehrfurcht trat das Kind zurück. Es ging und kam nie wieder. ;)
Diskussion: Der Sinn des Lebens (Beitrag von purcell)
Danke @purcell :)


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Sidhe
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08.07.2012 um 20:09
Über die Gleichnisse:



Jede Erscheinung auf Erden ist ein Gleichnis,

Und jedes Gleichnis ist ein offenes Tor,

Durch welches die Seele, wenn sie bereit ist,

In das Innere der Welt zu gehen vermag,

Wo du und ich und Tag und Nacht alles eines sind.

Jedem Menschen tritt hier und dort in seinem Leben

Das geöffnete Tor in den Weg,

Jeden fliegt einmal der Gedanke an,

Dass alles Sichtbare ein Gleichnis sei,

Und dass hinter dem Gleichnis der Geist

Und das ewige Leben wohne.

Wenige freilich gehen durch das Tor

Und geben den schönen Schein dahin

Für die geahnte Wirklichkeit des Inneren.



( Hermann Hesse )


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Birkenschrei
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09.07.2012 um 09:08
@elfenpfad
Dankeschön für deine weisen Worte - in diesem Sinne: Auf dein Wohl! :D

Eine kluge und scharfsinnige Darstellung von Hesse. Vielen Dank dafür! :) @Sidhe


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10.07.2012 um 13:53
@Dude
@Birkenschrei

Mercy auch Euch :)

@Sidhe

Sehr schön von Hermann Hesse :)
Dude hat geschrieben:
Ich bin soeben hier im Forum über ein anderes, qualitativ höchststehendstes Gleichnis gestossen.
Da noch niemand dazu etwas geschrieben hat ....


Eine wunderbare Geschichte zum Sinn des Lebens. !

"Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst"

Johann Wolfgang von Goethe


Ich sehe das Kind mit dem Schmetterling als Sinnbild, wie gelebtes und erlebtes Leben der einzig wahrhaftige Weg ist, Sinnhaftigkeit zu erfahren, zeigt in dieser Einfachheit eine tiefe Weisheit auf.
In seiner Unbefangenheit gibt das Kind mit dem Schmetterling diese Botschaft weiter.
Den Schmetterling könnte man als Sinnbild der Befreiung aus dem engen Kokon des Denkens deuten.

Der Mönch aber bleibt gefangen in seiner vergeblichen Suche, und erkennt diese Botschaft des Kindes mit dem Schmetterling nicht. Da Kind zieht sich zurück, wohlweislich, das der Mönch selbst diese Erkenntnis erlangen muss.


Liebe Grüsse :)


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10.07.2012 um 17:15
@elfenpfad
Ja, genau :) Wozu ein Leben lang über Fragen, die neue Fragen in potenzierter Form nach sich ziehen, brüten, wenn man die Wahrheit eigentlich vor seinem (inneren ;) ) Auge schon längst präsent hat, da diese ewiger Natur ist, man sie also nur noch bewusst wahrnehmen muss? :)

@Sidhe
Hesse ist immer gut! :)


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10.07.2012 um 17:56
Der Totenschädel

Dschuang Dsï sah einst unterwegs einen leeren Totenschädel, der zwar gebleicht war, aber seine Form noch hatte.
Er tippte ihn an mit seiner Reitpeitsche und begann also ihn zu fragen: »Bist du in der Gier nach Leben von dem Pfade der Vernunft abgewichen, daß du in diese Lage kamst? Oder hast du ein Reich zugrunde gebracht und bist mit Beil oder Axt hingerichtet worden, daß du in diese Lage kamst? Oder hast du einen üblen Wandel geführt und Schande gebracht über Vater und Mutter, Weib und Kind, daß du in diese Lage kamst? Oder bist du durch Kälte und Hunger zugrunde gegangen, daß du in diese Lage kamst? Oder bist du, nachdem des Lebens Herbst und Lenz sich geendet, in diese Lage gekommen?«
Als er diese Worte geendet, da nahm er den Schädel zum Kissen und schlief. Um Mitternacht erschien ihm der Schädel im Traum und sprach: »Du hast da geredet wie ein Schwätzer. Alles, was du erwähnst, sind nur Sorgen der lebenden Menschen. Im Tode gibt es nichts derart. Möchtest du etwas vom Tode reden hören?«
Dschuang Dsï sprach: »Ja.«
Der Schädel sprach: »Im Tode gibt es weder Fürsten noch Knechte und nicht den Wechsel der Jahreszeiten. Wir lassen uns treiben, und unser Lenz und Herbst sind die Bewegungen von Himmel und Erde. Selbst das Glück eines Königs auf dem Throne kommt dem unseren nicht gleich.«
Dschuang Dsï glaubte ihm nicht und sprach: »Wenn ich den Herrn des Schicksals vermöchte, daß er deinen Leib wieder zum Leben erweckt, daß er dir wieder Fleisch und Bein und Haut und Muskeln gibt, daß er dir Vater und Mutter, Weib und Kind und alle Nachbarn und Bekannten zurückgibt, wärst du damit einverstanden?«
Der Schädel starrte mit weiten Augenhöhlen, runzelte die Stirn und sprach:
»Wie könnte ich mein königliches Glück wegwerfen, um wieder die Mühen der Menschenwelt auf mich zu nehmen?«

Dschuang Dsï: Das wahre Buch vom südlichen Blütenland.


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10.07.2012 um 18:35
@Jupiterhead

Wieso sich in die scheinbare unendliche Vergänglichkeit werfen (lassen), wenn man stattdessen auch bewusst seiend in unvergänglicher Ewigkeit leben könnte? ;)

Dschuang Dsï hat noch einiges zu lernen, denn ich bezweifle mal stark, dass sich mit einem Schädel als Kissen bequem und gemütlich schlafen lässt... :D


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corinni
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10.07.2012 um 23:47
etws Witziges aus dem Amerikanischen:

I hate to see you go but I love to see you walk :)

..naja..passt wohl nur so halbwegs ;)


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14.07.2012 um 01:52
@Jupiterhead

Der Totenschädel hat in der Traumdeutung übrigens folgende Aussage ;)

"Wenn der Träumende mit einem Schädel spricht, drückt dies das Bedürfnis aus, mit jenen Menschen zu reden, die er verloren hat.
Spricht ein Schädel mit ihm, wird ein Persönlichkeitsanteil des Träumenden, den er abgelehnt oder verleugnet hat, wieder zum Leben erwachen. "



ich hab auch noch eine Geschichte entdeckt, eine östliche Weisheit


"Tanzan und Ekido wanderten eine schmutzige Strasse entlang. Zudem fiel auch noch ein heftiger Regen. Unterwegs trafen sie eine hübsches Mädchen in einem kostbaren Seidenkimono, dass die Strasse überqueren wollte, aber nicht konnte.
Kurz entschlossen nahm Tanzan sie auf den Arm und trug sie über den Schmutz. Ekido sprach kein einziges Wort. Als sie aber zur Nacht einen Tempel erreichten und Rast machten, konnte er nicht länger an sich halten:
"Wir Mönche dürfen doch Frauen nicht in die Nähe kommen" sprach er zu Tazan. "Vor allen nicht den jungen und hübschen, es ist gefährlich, warum tatest Du das? "
"Ich liess das Mädchen dort stehen" erwiedert Tazan - "trägst Du es noch immer ? "


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14.07.2012 um 02:07
Gleichnis vom verlorenen Sohn.

Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Vater, gib mir den Anteil am Vermögen, der mir zukommt. Er verteilte also das Vermögen unter sie. Wenige Tage später packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land.

Dort verschwendete er sein Vermögen durch ein ausschweifendes Leben. Als er alles durchgebracht hatte, entstand in jenem Lande eine grosse Hungersnot, und er fing an zu darben. Da ging er hin und verdingte sich bei einem Bürger jenes Landes. Dieser schickte ihn

auf seine Felder, die Schweine zu hüten. Gern hätte er seinen Hunger mit den Schoten gestillt, die die Schweine frassen; aber niemand gab sie ihm. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Taglöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, und ich komme hier vor Hunger um! Ich will mich aufmachen, zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt wider den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heissen; behandle mich wie einen deiner Taglöhner. Er machte sich also auf und ging zu seinem Vater.

Schon von weitem sah ihn sein Vater und ward von Erbarmen gerührt. Er eilte ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sagte zu ihm: Vater, ich habe gesündigt wider den Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heissen. Doch der Vater befahl seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an. Gebt ihm einen Ring an die Hand und Schuhe an die Füsse. Dann holt das Mastkalb und schlachtet es. Wir wollen ein Freudenmahl halten und fröhlich sein. Denn dieser mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden. Und sie fingen an, ein Freudenmahl zu halten.

Sein älterer Sohn war gerade auf dem Felde. Als er heimkam und sich dem Hause näherte, hörte er Musik und Tanz. Er rief einen von den Knechten und erkundigte sich, was das zu bedeuten habe. Dein Bruder ist heimgekommen, antwortete ihm dieser. Nun hat dein Vater das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn gesund zurückerhalten hat. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater ging hinaus und redete ihm gütlich zu. Er aber entgegnete dem Vater: Schon so viele Jahre diene ich dir und habe noch nie dein Gebot übertreten. Aber mir hast du noch nie ein Böcklein gegeben, dass ich mit meinen Freunden hätte ein Freudenmahl halten können. Jetzt aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Vermögen mit Buhlerinnen verprasst hat, hast du für ihn das Mastkalb schlachten lassen. Er erwiderte ihm: Mein Sohn, du bist immer bei mir, und all das Meinige ist dein. Es galt aber, ein Freudenmahl zu halten und fröhlich zu sein, denn dieser dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.“


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