Ist nur Demokratie "gut"?
21.07.2026 um 11:01Dein Ernst?Wutbürger schrieb:Hast Du dafür irgendeine seriöse Abhandlung, welche diese steile These stützt?
Diktator = Alleinherrscher
König = Alleinherrscher
Da hast du deine Abhandlung.
Dein Ernst?Wutbürger schrieb:Hast Du dafür irgendeine seriöse Abhandlung, welche diese steile These stützt?
Tja, wenn das jetzt noch stimmen würde ... Abgesehen von der Frage, wo z. B. der britische Monarch heutzutage noch ein Alleinherrscher sein soll: In mittelalterlichen Monarchien galt das Prinzip Konsensherrschaft, das ist der heutige Stand der Geschichtswissenschaft. Nix Alleinherrschaft.Stirnsänger schrieb:Dein Ernst?
Diktator = Alleinherrscher
König = Alleinherrscher
Da hast du deine Abhandlung.
Die Fürsten verstanden sich zusammen mit dem König als universitas der gemeinschaftlich für das Reich Verantwortlichen. Mittelalterliche Herrschaft war somit weniger Befehl und Gehorsam, sondern basierte vorrangig auf Konsensherstellung in Beratungen. Die Einsicht in konsensuale Herrschaftsformen im Mittelalter gilt in der Mediävistik als eine der wichtigsten Erkenntnisse am Anfang des 21. Jahrhunderts.Quelle: Wikipedia: Konsensuale Herrschaft
Was sollen solche sinnbefreiten Beiträge eigentlich am Ende genau bringen?Stirnsänger schrieb:Dein Ernst?
Diktator = Alleinherrscher
König = Alleinherrscher
Da hast du deine Abhandlung.
Wir reden nicht von parlamentarischen/ konstitutionellen Monarchie, oder?Borromini schrieb:Abgesehen von der Frage, wo z. B. der britische Monarch
Rechte Paranoia?Wutbürger schrieb:sollen jegliche Diskussionen unterhalb der Oberfläche generell unterbunden werden? Letzteres vielleicht, weil dann die Deutungshoheit relativ schnell gefährdet ist?
Jein. Das hängt tatsächlich von dem Monarchie Verständnis der Gesellschaft ab. Wie @BorrominiStirnsänger schrieb:Wenn wir von einer "echten" Monarchie reden, hat selbstverständlich der König das letzte Wort.
Wobei es auch im Absolutismus einen Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit gab. Das zeigen die Dauerkonflikte zwischen dem französischen König und dem Parlement de Paris (dem obersten Gerichtshof).Cachalot schrieb:Beispiel wären da zum Teil die französischen Könige (Ludwig XIV als Beispiel)
Ihre Aufgabe war es letztinstanzlich Recht zu sprechen. Das Parlement de Paris hatte zudem die Gesetze, Edikte und Ordonnanzen des Königs zu registrieren und ihnen dadurch Rechtskraft zu verleihen. Auch konnte es inhaltlich widersprechen und den König so zwingen, seinen Gesetzesvorschlag zu ändern (Remonstrationsrecht). (...) Das Parlement de Paris nutzte jede sich bietende Gelegenheit, seine Prärogative gegen den absolutistischen Anspruch der Könige auszubauen, sie allein wären die souveränen Inhaber der Staatsgewalt.Quelle: Wikipedia: Parlement de Paris
Zustimmung, so eine Machtkonzentration haben nicht zuletzt die modernen Verwaltungs- und Kommunikationsmittel erst möglich gemacht.Cachalot schrieb:oder heute Monarchien wie in Saudi Arabien.
Beim kleinen Wörtchen "heute" liegt der Hase im Pfeffer, wenn es um die Bedeutung von @taren s Vergleich geht.Cachalot schrieb:heute Monarchien
als reine Diskursverschleppung, wie sie typisch ist in der rechten Ecke.Wutbürger schrieb:Hast Du dafür irgendeine seriöse Abhandlung, welche diese steile These stützt? Dann könnte man entlang derer ggf. argumentativ darauf eingehen.
Ja. Es gab/gibt kein Schwarz/WeissBorromini schrieb:Wobei es auch im Absolutismus einen Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit gab. Das zeigen die Dauerkonflikte zwischen dem französischen König und dem Parlement de Paris (dem obersten Gerichtshof).
Nope. Es ging umStirnsänger schrieb:Beim kleinen Wörtchen "heute" liegt der Hase im Pfeffer, wenn es um die Bedeutung von @taren s Vergleich geht.
Und das war weder gestern noch heute so unumstößlich richtig.Stirnsänger schrieb:Wenn wir von einer "echten" Monarchie reden, hat selbstverständlich der König/ Kaiser das letzte Wort.
Wenn schon kleinkariert dann aber auch richtig. 😇Stirnsänger schrieb:Sowohl Monarchen als Diktatoren sind nicht demokratisch legetimiert und können quasi per Erlass
regieren.
Nichts für ungut aber auch die Sowjetunion war eine Diktatur, daher ist dein Beispiel nicht wirklich besser, nicht jede Diktatur ist zwingend ein Alleinherrscher. Ob jetzt ein paar Fürsten mitmischen ändern nichts daran und ich meine natürlich nicht die Monarchien wo diese nur den Grüßonkel gibt.Borromini schrieb:Tja, wenn das jetzt noch stimmen würde ... Abgesehen von der Frage, wo z. B. der britische Monarch heutzutage noch ein Alleinherrscher sein soll: In mittelalterlichen Monarchien galt das Prinzip Konsensherrschaft, das ist der heutige Stand der Geschichtswissenschaft. Nix Alleinherrschaft.
Ist dir klar das du deswegen noch immer eine Diktatur hast.Cachalot schrieb:Die längste Zeit hatten wir in Europa Wahlmonarchien. Keine Erbmonarchien. Das heißt, der König wurde gewählt. Nicht vom Volk, ok, aber bei uns z.B. von den Kurfürsten.
Starb der König wurde der neue gewählt.
Monarchie. Nicht Diktatur.taren schrieb:Ist dir klar das du deswegen noch immer eine Diktatur hast.
Kann man in dem Fall so sagen, denn die war ein gleichgeschaltetes Einparteiensystem. Aber eine typische europäische Monarchie war etwas ziemlich anderes.taren schrieb:auch die Sowjetunion war eine Diktatur, (...) nicht jede Diktatur ist zwingend ein Alleinherrscher.
Natürlich ändert das etwas. Dem König standen in ganz offizieller Funktion massenhaft eigenständige politische Akteure gegenüber, die ein Recht auf Mitsprache hatten und dieses auch durchsetzen konnten, sollte es angezweifelt werden. Und wie ich schon verlinkt hatte: Eine Hauptaufgabe eines Königs war die politische Vermittlung und Konsensbildung. So funktioniert keine Diktatur.taren schrieb:Ob jetzt ein paar Fürsten mitmischen ändern nichts daran
Die hoffentlich niemals das politische Kommando übernehmen wird. Ich will jedenfalls nicht in einer Dystopie leben.taren schrieb:daher ist Demokratie die einzige geeignete Staatsform heute, jedenfalls bis evtl. künstliche Intelligenz mit eingebunden werden kann.
Mitunter auch abgewählt, wie das (zugegebenermaßen außergewöhnliche) Beispiel von König Adolf von Nassau zeigt.Cachalot schrieb:Die Monarchen wurden gewählt. Von nur sehr wenigen, aber gewählt.
Warum sollte es eine Dystopie sein, dies ist erstmal nur eine These. Genauso wie du versuchst die Monarchie zu verklären.Borromini schrieb:Die hoffentlich niemals das politische Kommando übernehmen wird. Ich will jedenfalls nicht in einer Dystopie leben.
Wenn Technik über Menschen bestimmt, kann das schnell passieren. Aber leg vielleicht mal dar, wie du dir das genau vorstellst.taren schrieb:Warum sollte es eine Dystopie sein
Ich verkläre nicht, sondern korrigiere deine Stammtischphrasen anhand (verlinkter) historischer Fakten. Was @Cachalot und ich hier dargelegt haben, ist der allgemein nachlesbare Wissensstand zum Thema, und wenn es dir noch so sehr nicht passt.taren schrieb:Genauso wie du versuchst die Monarchie zu verklären.
So wie du die Monarchie darlegst habe ich es in der Schule gelernt. Zumindest hab ich das noch so in Erinnerung.taren schrieb:Genauso wie du versuchst die Monarchie zu verklären.
Erstmal soll AI nur die Planungen der Politiker und des Staatsapparates auf Plausibilität überprüfen, den Staat simulieren, evtl. später eigene Vorschläge machen. Bis eine AI einen Staat komplett führen kann sind wir noch weit weg, dies werden wir sicherlich nicht mehr erleben und das ist auch nicht wirklich das Ziel.Borromini schrieb:Wenn Technik über Menschen bestimmt, kann das schnell passieren. Aber leg vielleicht mal dar, wie du dir das genau vorstellst.
Borromini schrieb:Ich verkläre nicht, sondern korrigiere deine Stammtischphrasen anhand (verlinkter) historischer Fakten. Was @Cachalot und ich hier dargelegt haben, ist der allgemein nachlesbare Wissensstand zum Thema, und wenn es dir noch so sehr nicht passt.
Borromini schrieb:Das wirft übrigens die Frage auf, wie viele Leute deiner Meinung nach „mitmischen“ dürfen müssten, damit es keine Diktatur ist. 100% der Bevölkerung kann es ja nicht sein, sonst hätten wir heute in den Ländern Europas auch nur Diktaturen.
Dein Argument ist nicht wirklich gut, da dies auch in einer Diktatur nicht der Fall ist, ein Mensch ist immer auf andere die mitlaufen angewiesen.Cachalot schrieb:Ist allerdings falsch. Beides. Weder die Kirche noch die Könige/Kaiser hatten diese Macht inne. Von wenigen Ausnahmen abgesehen.
Nicht dass das viele Herrscher für sich gewollt hätten, sie hatten nur nicht die Möglichkeit dazu.
Das ist nett geschrieben, nur Menschen sind nicht perfekt und werden es nie sein. Weder das Staatsoberhaupt, noch die Staatsführung, noch der gesamte Staatsapparat, noch die Menschen die im Staat leben. Damit eine Demokratie automatisch gut wäre müssten die Menschen perfekt sein und auch moralisch einwandfrei, beides wir nie der Fall sein. Daher kann auch eine Demokratie nie automatisch gut sein, allerdings bei einer Diktatur und Monarchie ist von Anfang an gesetzt das die Staatsführung nicht perfekt und moralisch einwandfrei ist. Daher können diese auch niemals gut sein.dr.who schrieb:Eine Demokratie persé ist nicht automatisch gut, aber der richtige Weg.
Gut ist, was den Menschen dient.