Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturHelpdeskAstronomieGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Unruhen in der Ukraine - reloaded

79.992 Beiträge, Schlüsselwörter: Krieg, EU, Merkel, Obama, Krise, Ukraine, Putin, Krim, Maidan, Jazenjuk, Bandera + 11 weitere
wichtelprinz
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 12:45
@Foss
Foss schrieb:Ich habe auch einen Wiki-Eintrag angegeben und da steht genau das. Der neu eingesetzte wurde nicht gewählt und bekam bei der letzten Wahl noch nicht einmal 10%. Das Parlament wurde besetzt und Oppositionelle wurden nicht hineingelassen. Also nichts Demokratisches.
Auch in Deinem Wiki Link steht nichts das das Parlament abgesetzt wurde. Also nicht "genau das". Wo steht "genau das"?
Was bei Dir auch steht ist das ein prorussischer gegen einen prorussischen "ersetzt" wurde.
Es kann also nur eine Behauptung bleiben und nie bewiesen werden das unter dem alten prorussischen Ministerpräsidenten es nicht zu einer Abspaltung gekommen wäre. Nachdem der Konflikt in der Ostukraine jetzt sehr blutig wurde fragt sich dazu ob das was auf der Krim passiert ist nun "gut" oder "schlecht" war.
Wer vermag das zu beurteilen? Du?


melden
Anzeige

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 13:12
def schrieb:1. Bewaffnete besetzen Parlament: Kiew - check! , Krim - check!
In Kiew befanden sich kurzeitig Bewaffnete im Parlament, besetzten es aber nicht. Während auf der Krim das Parlament gestürmt, anschließend besetzt und verbarrikadiert wurde. Zu behaupten, sie wollten damit die Arbeit des Parlamentes unterstützen, ist eine Lächerlichkeit.
http://www.taz.de/!133880/
Auf der ukrainischen Halbinsel Krim haben bewaffnete Unbekannte die Gebäude von Parlament und Regionalregierung besetzt. Die etwa 30 Männer hätten mit Schnellfeuergewehren das Glas der Eingangstüren zerschossen und sich Zugang verschafft
Klar, wenn ich es gut meine und die demokratische Arbeit in einem Parlament unterstützen will, ballere ich da erstmal rein.
Der Eingang des Parlaments sei mit einer Barrikade aus Holz und Abfalltonnen versperrt, hieß es.
Was natürlich auch notwendig ist, um auch Oppositionellen den Zugang zu ermöglichen.
def schrieb:2. Nicht genug Stimmen für konforme Abwahl: Kiew - check! , Krim - check!
Janukowytsch wurde abgesetzt, weil er sich seiner Verantwortung in Form von einer Nichtanwesenheit entzogen hat. Die Regierung kann nicht einfach aufhören zu regieren, wenn der Präsident Reisaus nimmt. Auf der Krim wurde der Präsident ohne Angabe von Gründen einfach ausgetauscht. Und ja, ein Präsident muss erst abgesetzt werden bevor ein neuer kommt. Zu behaupten er wurde nicht abgesetzt ist demzufolge Schwachsinn, wenn doch bereits schon ein andere da sitzt.
def schrieb:Die Opposition war da... hat sich aber nicht registrieren lassen.
Ach so, wie erklärst Du dir dann das hier?
Wikipedia: Sergei_Aksjonow
Es wurden Stimmen von Parlamentsmitgliedern gezählt, die nicht anwesend waren.[18] Dies betreffe mindestens 10 der abgegebenen Stimmen, für die aus dem Safe des Parlaments entwendete Duplikate der Stimmkarten verwendet worden seien. Manche Abgeordnete, deren Stimmen registriert wurden, waren nicht einmal in Simferopol.[11]
Und außerdem:
Die Abstimmungen waren nicht öffentlich,[16] Zutritt erhielten nur Abgeordnete, die von Aksjonow eingeladen wurden.[17]
Alles lupenreine Demokraten wie Putin nicht war?

Gilt auch für @wichtelprinz


melden
wichtelprinz
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 13:31
@Foss
Das Parlament wurde abgesetzt. Ich habe leider immer noch kein Link von Dir gesehen wo genau das steht. -.-
Aber Du kannst natürlich schon die prsönliche Schiene fahren wenn Du möchtest.

Ich glaube so lupenreine Demokraten wie Du sie Dir wünschst gibts schon länger nicht mehr in der Ukraine.
Weder auf der Krim noch in Kiew.


melden
def
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 13:37
@Foss
Foss schrieb:In Kiew befanden sich kurzeitig Bewaffnete im Parlament, besetzten es aber nicht.
Stimmt ja... sie waren nur kurz, wärend der "Wahl" der Putschregierung im Parlament... das gilt schließlich nicht als besetzt.
Foss schrieb:Klar, wenn ich es gut meine und die demokratische Arbeit in einem Parlament unterstützen will, ballere ich da erstmal rein.
Du hast die Bilder und Videos der Erstürmung von Polizeistationen, Rathäusern und anderer Verwaltungsgebäude im Februar nichtmehr auf dem Schirm wie es scheint. Schau dir diese doch nochmal an.
Foss schrieb:Janukowytsch wurde abgesetzt
Nein. Die Verfassung regelt ganz klar unter welchen Umständen das Staatsoberhaupt abgesetzt werden kann. Es wurde geputscht, egal wie oft du was anderes behauptest.
Ach so, wie erklärst Du dir dann das hier?

Es wurden Stimmen von Parlamentsmitgliedern gezählt, die nicht anwesend waren.[18] Dies betreffe mindestens 10 der abgegebenen Stimmen, für die aus dem Safe des Parlaments entwendete Duplikate der Stimmkarten verwendet worden seien. Manche Abgeordnete, deren Stimmen registriert wurden, waren nicht einmal in Simferopol.[11]
Du weißt was ein konjunktiv ist oder? Wenn nicht, schlag es nach!
Foss schrieb:Alles lupenreine Demokraten wie Putin nicht war?
Genauso lupenrein demokratisch wie die Putschisten in Kiew ist Putin allemal.

Tatsächlich demokratisch? Nein, nicht wirklich, das versucht einem nur die immer gleiche Klientel unterzuschieben.

Nächster Versuch!


melden

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 14:06
@def

Ist das nicht praktisch egal, ob Viktor Janukowitsch nun abgesetzt oder weggeputscht wurde?

Auch auf der Krim kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass bewaffnete, vermummte Personen dem Parlament ,, helfen" wollen, wenn sie in solchem Aufzug auftreten. Mindestens ist das ja eine Einschüchterung.

Besonders interessant ist es aber, finde ich, wie taktisch Wladimir Putin vorgeht.

Dass er sich vom Parlament gerade wieder das Recht zum Einmarsch in die Ukraine offiziell hat abnehmen lassen, lässt ihn nun gut dastehen, statt als Kriegstreiber, als der er ja im Westen verschrien wird. Er tut praktisch das Gegenteil von dem, was man ihm vorwirft.

Fraglich, ob EU/USA darauf weiterhin mit harten Sanktionen reagieren können (über deren Wirksamkeit ich bisher noch nicht viel gehört habe).

Russland will ja, zusammen mit China, auch eigene Ratingagenturen schaffen, auch ein Schritt zu mehr Unabhängigkeit von den USA, was diesen natürlich nicht schmecken kann.


melden
def
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 14:20
Kc schrieb:Ist das nicht praktisch egal, ob Viktor Janukowitsch nun abgesetzt oder weggeputscht wurde?
Nein. Es macht einen gewaltigen Unterschied, will man die Legitimität der Putschisten auf den Prüfstand stellen.
Hier wird immer wieder betont wie demokratisch das Kiewer "Parlament" ist, das es die Mehrheit der Ukrainer repräsentiert.

Das ist gequirrlte Kuhkacke... die sind weder gewählt noch verfassungsgemäß installiert. Selbst die Präsidentschaftswahl ist unter den Umständen höchst strittig.

Der letzte demokratisch gewählte Präsident ist und bleibt Janukowitsch seit den Wahlen 2012... das kann man drehen wie man will.
Kc schrieb:Auch auf der Krim kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass bewaffnete, vermummte Personen dem Parlament ,, helfen" wollen, wenn sie in solchem Aufzug auftreten. Mindestens ist das ja eine Einschüchterung.
Das ist garnicht mein Punkt. Mein Punkt ist, dass einerseits die Kiewer Putschisten als "legitime Übergangsregierung" gepriesen wird, aber das, mit gleichen Mitteln ans Ruder gekommene, Parlament auf der Krim diabolisiert wird.

Doppelstandard.
Kc schrieb:Besonders interessant ist es aber, finde ich, wie taktisch Wladimir Putin vorgeht.
Putin reagiert von Anfang an auf das Säbelrasseln aus dem Westen. Die Mär von seinem Masterplan sollte man auch langsam mal wieder gut sein lassen... als ob irgendwas aus den letzten Monaten ohne die rechtsextreme Initialzündung auf dem Maidan zustande gekommen wäre...
Kc schrieb:Fraglich, ob EU/USA darauf weiterhin mit harten Sanktionen reagieren können (über deren Wirksamkeit ich bisher noch nicht viel gehört habe).
Das tun sie von Anfang an und werden sie auch weiter. Es geht nicht darum was Russland tut oder nicht. Wie kann man einerseits der Kiewer Junta beim Einsatz des Militärs gegen die eigene Bevölkerung auf die Schulter klopfen und Milliarden zur Finanzierung rüberschieben wenn man andererseits von Russland einseitig verlangt gefälligst zu deeskalieren?
Einem Rassmussen läuft die Sabber vor lauter Hetzerei aus der Gusche und Russland soll gefälligst deeskalieren?

Wie bescheuert ist das bitteschön?

Es geht darum Russland, oder respektive Putin, möglichst fest vors Schienbein zu treten... das man selbst jede Glaubwürdigkeit dabei verliert scheint selbst unsere Grazie in Berlin nicht zu stören.


melden
Egalite
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 14:35
Eine relativ genaue Karte von der aktuellen militärischen Situation in der Ostukraine.

Karte vom 26.6.2014

LngEuHb


melden
unreal-live
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 14:39
Leitfaden zur Berichterstattung: Ukrainische Reporter verzerren die Realität


Die so genannte „Unabhängige Mediengewerkschaft der Ukraine“ hat Hinweise für Reporter veröffentlicht, die über die Kämpfe im Osten des Landes berichten, schreibt die "Rossijskaja Gaseta".

Die Berichterstatter sollten keine Bilder von Leichnamen zeigen und selbst das Wort „Leiche“ nicht erwähnen, sondern durch „neutrale“ Wörter wie „Todesopfer“ ersetzen. „Demoralisierende Bilder können nicht nur die Soldaten destabilisieren, sondern auch ihre Verwandten, die dann alles tun, um die Einberufung ihrer Söhne zu verhindern“, heißt es im Dokument.

Dasselbe gilt für Fotoreportagen über die Beerdigung von Gefallenen, „es sei denn es handelt sich um allgemein bekannte Personen“. „Wir leiden zwar mit, aber denken Sie daran, dass wir den Toten nicht mehr helfen können und dass Ihr Bericht niemandem eine Hoffnung geben kann. Solche Berichte sollten nicht veröffentlicht werden.“ Zudem sollen die TV-Moderatoren auf ihre Intonation achten, wenn sie über Verluste der ukrainischen Armee reden. Ihre Stimme sollte „nicht hoffnungslos“ klingen. Außerdem sollten sie keine Kritik am Kommando der Streitkräfte und am Verlauf der Kriegshandlungen üben. „Falls Sie ein Problem hinsichtlich der Kriegshandlungen aufgedeckt haben, berichten Sie nicht darüber, solange Sie nicht sagen können, dass an der Lösung dieses Problems bereits gearbeitet wird.“

Zudem wurde den Reportern faktisch untersagt, von den „Feinden“ heruntergeladene Videos zu veröffentlichen. Vor allem gilt das für Videos über das Donez-Becken, in denen gefangen genommene ukrainische Soldaten zu sehen sind. „Falls Sie über Gefangene berichten, suchen Sie nach offiziellen Kommentaren kompetenter Personen, die mit den Terroristen verhandeln werden“, lautet der Hinweis. Darüber hinaus dürfen keine genauen Angaben zu den Einheiten genannt werden. Berichterstatter sollten generalisierende Begriffe wie „ukrainische Soldaten“, „ukrainische Armee“ usw. verwenden.

Die Reporter sollen auch nicht über Kontroversen zwischen ukrainischen Politikern in Bezug auf die „Anti-Terror-Operation“ im Osten des Landes berichten. „Während der Kriegshandlungen sollten Sie keine Berichte über Widersprüche innerhalb einzelner Parteien veröffentlichen. Falls Ihnen jemand Geld dafür anbietet, raten Sie ihm, mit diesen Mitteln die Verletzten oder die Truppen zu unterstützen.“

Zudem wurde den Journalisten ausdrücklich empfohlen, sich beim Ukrainischen Sicherheitsdienst (SBU) akkreditieren zu lassen. „Dann kann man Extremisten mit gefälschten Pressekarten von den richtigen Journalisten unterscheiden, die die Kriegshandlungen beleuchten“. Auf der „feindlichen Seite“ (im Donez-Becken) gibt es allerdings nahezu keine ukrainischen Reporter mehr.

http://de.ria.ru/zeitungen/20140626/268855174.html


melden
Babushka
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 15:44
@Foss
Die Sache wurde in der anderen Diskussion schon genauer erläutert.
Diskussion: Unruhen in der Ukraine (Beitrag von Foss)
Bitte bei diesem Stand weiter machen und nicht alles neu aufrollen.

Ich habe auch einen Wiki-Eintrag angegeben und da steht genau das.
Wikipedia: Sergei_Aksjonow
Interessant. Wäre ja eigentlich nichts neues, wenn man widersprüchliche Angaben bei Wikipedia findet. Man sollte sich auch die Quellen anschauen und wenigstens den gesamten Artikel aufmerksam lesen.

Da steht z.b. folgendes:
Sergei Walerjewitsch Aksjonow ist ein ukrainischer und russischer Politiker (Russische Einheit).

Am 27. Februar 2014 wurde er vom Parlament der Autonomen Republik Krim als neuer Ministerpräsident eingesetzt und ist seit deren Gründung der Präsident der Republik Krim.
Das Parlament setzte einen neuen Ministerpräsidenten ein. Es ist schon etwas anderes als die Auflösung des Parlaments.

Interessant ist auch diese Stelle aus deinem Wiki Artikel
Ebenso wurde in dieser Sitzung die Regionalregierung der Autonomen Republik Krim unter dem Ministerpräsidenten Anatolij Mohiljow für abgesetzt erklärt, wobei 55 von den 64 anwesenden Abgeordneten des hundertköpfigen Parlaments für die Absetzung der bisherigen, eigentlich ebenfalls prorussischen Regierung votiert hätten.[8]
Da ist die Rede von der Absatzung der Regierung durch das Parlament und nicht des Parlaments durch irgendwen sonst. Dir ist schon klar, dass eine Regierung und Parlament verschiede Dinge sind?
Normalerweise werden die Abgeordneten vom Volk ins Parlament gewählt und je nach dem wie die Mehrheitsverhältnisse ausfallen bestimmen die Abgeordneten dann die Zusammensetzung des Kabinetts (bzw. Regierung). Und selbstverständlich kann ein Parlament ein Regierungskabinett oder auch einfach nur den Ministerpräsidenten per Misstrauensvotum absetzen, wenn es dafür gute Gründe gibt.

Zur Quelle: Hier ist unter der Ziffer [8] Dieser Spiegelartikel vom 27. Februar verlinkt.

Das besetzte Parlament der Krim hat eine Volksabstimmung über den künftigen Status beschlossen. Damit droht der Ukraine die Abspaltung der prorussischen Region. Innenminister Awakow mobilisiert die Sicherheitskräfte - und warnt Russland vor Truppenbewegungen auf der Halbinsel.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/krise-in-der-ukraine-krim-referendum-droht-ukraine-zu-spalten-a-956134.html

Interessant ist doch, dass am 27. Februar noch Niemand von der russischen Okkupation sprach. Selbst der Spiegel formuliert hier korrekt und benennt das Parlament der Krim als den initiator der Abspaltung per Referendum.

Ich hoffe, du stimmst mir zu dass hier drei grundlegende Fragen gekläert werden müssen.


1.) Wer ist für die Besetzung des Parlaments verantwortlich?
2.) Was war das Ziel der Besetzung des Parlaments?
3.) Hat diese Besetzung irgendeinen Einfluss auf die Abstimmung gehabt?

Zu mindestens auf die erste Frage steht im Spiegel Artikel vom 27. Febraur etwas drin:
Nach dem Machtwechsel in der Ukraine wird die Halbinsel Krim immer mehr zum Krisenherd: Das von prorussischen Milizen besetzte Regionalparlament in der Hauptstadt Simferopol hat am Donnerstag eine Volksbefragung über die Zukunft der mehrheitlich russischsprachigen Region beschlossen.
Prorussische Milizen also. Hier könnte man noch klären ob sie unter russischer Kontrolle standen oder nicht. Es kann nähmlich genauso gut sein, dass es sich um irgendwelche einheimische Extremisten oder ein Privatbatallion von irgendeinen russlandtreuen Oligarchen handelte.
Zweite und Dritte Frage kann ich persönlich nicht beantworten. Vielleicht kannst du ja etwas dazu beitragen?


melden

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 16:24
@def
def schrieb:Der letzte demokratisch gewählte Präsident ist und bleibt Janukowitsch seit den Wahlen 2012... das kann man drehen wie man will
Naja theoretisch stimmt das und formal.

Aber praktisch kann man ja davon ausgehen, dass Janukowytsch ohnehin nicht mehr als Präsident auftreten wird. Auch Russland wird kaum noch darauf dringen, der ist weg.
Man sollte also nach vorne schauen, die Ukraine muss wieder eine Regierung haben, idealerweise eine demokratisch gewählte Regierung.

Vorerst ist ja die aktuelle Regierung in Kiew legitimiert, seit der Wahl im Mai. Und damit eben Ansprechpartner, es bringt, glaub ich, nichts, wenn man nun darauf beharrt:,,Nee, die Regierung ist illegal, mit denen darf man sich nicht abgeben."


Erfreulicherweise ist ja übrigens die Bevölkerung in Deutschland mittlerweile recht kritisch gegenüber den Medienberichten geworden, statt nur auf die ,, wir sind die guten Jungs, die Russen die bösen" reinzufallen. Ich find das positiv.


melden
wichtelprinz
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 16:33
@Kc
Kc schrieb:Erfreulicherweise ist ja übrigens die Bevölkerung in Deutschland mittlerweile recht kritisch gegenüber den Medienberichten geworden, statt nur auf die ,, wir sind die guten Jungs, die Russen die bösen" reinzufallen. Ich find das positiv.
Auch erfreulich das dies hier von einem Moderator so wahrgenommen wird. Jedoch weniger erfreulich bis fragwürdig ist doch: wieso sind unsere westlichen, "freien" Medien überhaupt so das man sie anfangen muss kritisch zu beobachten. Was läuft da gerade so total verkehrt?


melden

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 16:36
@wichtelprinz
wichtelprinz schrieb:Was läuft da gerade so total verkehrt?
Ich tippe auf konkurrierende Agenden.


melden
def
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 16:54
Kc schrieb:Naja theoretisch stimmt das und formal.

Aber praktisch kann man ja davon ausgehen, dass Janukowytsch ohnehin nicht mehr als Präsident auftreten wird. Auch Russland wird kaum noch darauf dringen, der ist weg.
Man sollte also nach vorne schauen, die Ukraine muss wieder eine Regierung haben, idealerweise eine demokratisch gewählte Regierung.
Zwar muss ich dir hierbei teilweise Recht geben aber das Signal, welches man dadurch in die Welt sendet ist kein tolles:

"Schaffe einfach mit Gewalt Fakten und störe dich nicht daran, wenn es gegen gesellschaftliche Konventionen geht oder unterzeichnete, multilaterale Verträge gebrochen werden. Schaffe Fakten und du wirst legitimiert."

Jedoch legitimiert man sich dadurch in Wirklichkeit nicht sondern ist kein Stück besser als ein belliebiger Despot...
Kc schrieb:Vorerst ist ja die aktuelle Regierung in Kiew legitimiert, seit der Wahl im Mai.
Das ist so einfach nicht korrekt.

1. Die Umstände der Wahl. "Anti-Terror-OP" im Osten und im Westen rechte Truppen die durch die Städte marschieren. (wer das leugnet ist aufgrund der unzähligen Videos und berichte darüber nichtmehr für voll zu nehmen) Wie soll man sich da als unbescholltener Bürger frei entscheiden?

2. Gibt es in Kiew Demonstrationen tausender gegen die aktuelle Junta mit der Forderung nach Neuwahlen. (Auch da reicht einfaches "googeln" um Berichte zu finden)

3. Nehmen wir an, die Wahl des Schokomannes war lupenrein demokratisch. Sein erster Schritt hätte eine Auflösung der Rada und eine Entlassung der Minister sein müssen... wenigstens hätte man Neuwahlen in naher Zukunft anberaumen müssen.
Kc schrieb:Und damit eben Ansprechpartner, es bringt, glaub ich, nichts, wenn man nun darauf beharrt:,,Nee, die Regierung ist illegal, mit denen darf man sich nicht abgeben."
1. Warum schließt die EU dann mit Jazenjuk ein Assoziierungsabkommen ab? Warum kann die EU nicht warten bis eine tatsächlich demokratisch gewählte Regierung in Amt und Würden ist? Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

2. Warum erkennt man dann die Abspaltung der Krim oder des Osten nicht an? Bringt es denn etwas zu sagen "Nee die sind illegal, mit denen darf man sich nicht abgeben!" ? Doppelstandard?


Man kann das drehen wie man will.

Wenn man die Putschisten in Kiew als legitime Regierung der Ukraine anerkennt muss man auch die Abspaltung der Krim oder die Unabhängigkeitsbestrebungen im Osten anerkennen.

Wenn man den Einsatz der Ordnungskräfte Janukowitsch verurteilt hat muss man den Einsatz des Militärs im Osten aufs Schärfste verurteilen. Immerhin wollen die nicht den Westen überrollen sondern schlicht ihre Städte abriegeln. Würde man also in Kiew die Füße stillhalten würde niemand sterben... aber hey, da sehen die pro Westlichen Oligarchen wohl ihre Felle wegschwimmen.

Das was man hier feilgeboten bekommt ist weder konsequent noch konsistent... es ist das Aufrechterhalten eines Feindbildes, dass so schon lang nimmer existiert.


melden
Babushka
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 17:03
@wichtelprinz
wichtelprinz schrieb:Jedoch weniger erfreulich bis fragwürdig ist doch: wieso sind unsere westlichen, "freien" Medien überhaupt so das man sie anfangen muss kritisch zu beobachten. Was läuft da gerade so total verkehrt?
naja. Die Medien waren schon immer mal mehr mal weniger seriös. Der Journalismus hat meiner Meinung nach unter dem Aufkommen des Internets arg gelitten. Heutzutage recherchiert doch keine Sau mehr selbst. Einer sagt was, und der Rest übernimmt es per copy&paste ohne nachzubohren. Denn es muss doch Alles schön schnell gehen. Man muss immer der Erste dran sein, bevor Alles über das Internet bei den Konkurenten nachgelesen werden kann.

Heutzutage kann sich kaum noch jemand eine gründliche Recherche leisten. Aus Zeitmangel, aus Kostengründen und weil es viel einfacher ist mit dem Strom zu schwimmen als gegen ihn.

Da lauert natürlich eine Gefahr. Wenn Alle bei sich gegenseitig kopieren, kann es passieren, dass etwas falsches die Runde macht und im ungünstigsten Fall glaubt es am Ende jeder, weil überall davon berichtet wird.

So hat irgendjemand mal gesagt die Abspaltung der Krim sei völkerrechtswidrig gewesen. Alle haben es so oft nachgeplappert, dass eine Illusion von Eindeutigkeit entstanden ist. So dass in der Öffentlichkeit Niemand daran zweifelt. Aber es kann auch Niemand das Völkerrecht entsprechend eindeutig zitieren. Kurios.


melden
unreal-live
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 17:57
Es scheint sich leider zu bewahrheiten das die Waffenruhe beendet wurde bzw eh nur Makulatur war.

Die Kämpfe im Donbass gingen am Dienstag und Mittwoch in kaum vermindertem Umfang weiter. Jede Seite beschuldigte die andere, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Inzwischen gab Poroschenko seinen Truppen offi­ziell wieder das Feuer frei; die Aufständischen hatten den Waffenstillstand zu Kiewer Bedingungen von Anfang an zurückgewiesen.

Der Leiter des ukrainischen Grenzschutzes räumte das Scheitern des Waffenstillstands ein und kündigte einen Großangriff der Regierungstruppen für die nächste Zeit an. Nach Darstellung der Aufständischen haben die Regierungstruppen ohnehin die ganze Zeit Umgruppierungen vorgenommen und Stellungen der »Armee des Südostens« angegriffen. So sei auch der am Dienstag gemeldete Abschuß eines Armeehubschraubers mit neun Soldaten an Bord im Rahmen einer Luftlandeoperation der Regierungstruppen erfolgt. Der Ministerpräsident der Volksrepublik Donezk, Olexander Borodai, bezeichnete die Vereinbarung vom Montag zwischen Kiew und den Aufständischen als völligen Bluff. Kiew sei es nur darum gegangen, vor der bevorstehenden Unterzeichnung des wirtschaftlichen Teils des Assoziierungsabkommens mit der EU vor der internationalen Gemeinschaft gut dazustehen

http://www.jungewelt.de/m/2014/06-26/056.php


melden

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 18:36
@Kc

Putin ist kein Taktiker, er ist Stratege. Die Russen scheinen generell sehr strategisch zu denken, nichts bringt sie aus der Ruhe. Und ihre Strategie ist nicht durchschaubar.

Schau dir mal Lawrow an, den Außenminister. Nicht nur, dass dieser Mann hochintelligent ist (und auch so aussieht), er ist *der* Stratege vor dem Herrn. Er spielt in seiner Freizeit Schach (scheint ein russischer Nationalsport zu sein) und er ist absolut cool und gelassen. Auch der lässt sich nicht in die Karten gucken.

Man kann wirklich nur davor warnen, die Russen zu unterschätzen. Die wissen genau, was sie tun.


melden
Egalite
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 20:12
Hier eine ganze Kolonne von "Grads" Richtung Slowjansk, und natürlich wird Kiew weiterhin den Einsatz von Mehrfachraktenwerfern leugnen! Das ist dann wohl der Plan B von Poro, den Waffenfabrikanten! Und wer diese einsetzt, ist bestimmt nicht darauf bedacht Präzisionsschläge zu begehen, sondern nimmt massive zivile Verluste in Kauf.

25.06.2014: Grads Richtung Slowjansk
https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=KpXtoj4HjQk


melden

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 20:13
@def
def schrieb:Schaffe einfach mit Gewalt Fakten und störe dich nicht daran, wenn es gegen gesellschaftliche Konventionen geht oder unterzeichnete, multilaterale Verträge gebrochen werden. Schaffe Fakten und du wirst legitimiert."
Nun ja, faktisch läuft das doch überall so.

Was Vertragsbrüche sind, was inakzeptable Putschaktionen, illegitime Regierungen, Diktatoren und was ,,tolle, demokratische Revolutionen¨, Befreiungen, demokratisch gewählte, ehrenwerte Politiker sind, liegt eben oft im Auge des Betrachters.

Vor einer Weile habe ich ja auf ZON einen erschrockenen Artikel gelesen, dass die Geopolitik zurück sei (vor allem deshalb, weil Russland ja so uncoolerweise die Krim annektiert habe).

,,Oh nein, jetzt geht das wieder los mit Ost gegen West...¨ - aber die so genannte Geopolitik war eigentlich nie fort, wenn man sich mal anschaut, was so in den letzten Jahrzehnten auf der Welt abging, seit dem Ende des 2. Weltkriegs.

Es ging immer um Einflusssphären, wo hatte ,,der Westen¨, meist konkret die USA, das Sagen, wo ,,der Osten¨, speziell Russland und seit einiger Zeit China?
def schrieb:Jedoch legitimiert man sich dadurch in Wirklichkeit nicht sondern ist kein Stück besser als ein belliebiger Despot..
Ich denke, nicht jeder Putschist ist gleich ein Despot, es gibt für mich Abstufungen in der Schuld von Diktatoren und verbreitetem Schrecken.
def schrieb:Wenn man die Putschisten in Kiew als legitime Regierung der Ukraine anerkennt muss man auch die Abspaltung der Krim oder die Unabhängigkeitsbestrebungen im Osten anerkennen
Dem stimme ich zu.

Würde übrigens auch meinen, dass der Westen ziemlich selbstgefällig und blauäugig war, wenn er dachte, er könnte einfach eine pro-europäische Regierung installieren.

Russlands Reaktionen waren berechtigt.


Mit dem Kampf gegen die Separatisten ist das jetzt so eine Sache...

Sinnvoll ist es nicht, eine Zerstückelung der Ukraine zuzulassen, indem sich alle möglichen Regionen abspalten.


melden
Egalite
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 20:19
Babushka schrieb:Heutzutage kann sich kaum noch jemand eine gründliche Recherche leisten. Aus Zeitmangel, aus Kostengründen und weil es viel einfacher ist mit dem Strom zu schwimmen als gegen ihn.
Die GEZ-Medien sind davon nicht betroffen und dennoch geben gerade die ein absolutes Trauerspiel ab. Und das ist dann wohl so gewollt!

@Kc

Muss dich mal loben, du scheinst dich echt zu bemühen! Daumen rauf!


melden
Anzeige
Egalite
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Unruhen in der Ukraine - reloaded

26.06.2014 um 20:39
Zahl der Asylanträge aus der Ukraine überschreitet 95.000 in Russland, mittlerweile (26.05.) kommen jeden Tag ca. 8.000-10.000 (Flüchtlinge, nicht alle beantragen Asylstatus, da viele Verwandtschaft in Russland haben) neue dazu!

Asylum-seekers, refugees reach 95,000 as Ukraine flight continues

MOSCOW, June 26. /ITAR-TASS/. More than 95,000 Ukrainian citizens have sought refugee status, asylum, residency or temporary accommodation in Russia, the Federal Migration Service said on Thursday. The size of the unfolding problem is evident in latest statistics from officials in Russia's Belgorod region, bordering Ukraine.
Displaced people fleeing there number between 8,000 and 10,000 daily, say those handling the emergency.
Deputy regional governor Elena Batanova said migrants were accommodated in college dormitories, hotels and buildings of public organisations.
Three daily meals were provided alongside medical care, she said.Currently there are 271 temporary accommodation facilities for refugees around the country.

http://en.itar-tass.com/russia/737870


melden
94 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Anzeigen ausblenden