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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

29.164 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Political Correctness, Politische Korrektheit ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 18:58
@Groucho

Du weißt, dass 'gerade' mehr bedeutungen als 'zum jetzigen zeitpunkt' hat, oder? Als wort?
Dieses gerade bedeutet nicht 'momentan'.
Hier ist gerade gleichbedeutend mit worten wie 'genau'. Genau das ist wissenschaft. Wissenschaft ist gerade das.
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Klar, man kann ja auch kein Rassist sein, weil man hat ja einen Ne.... äh Schwarzen als Freund.
Wenn man schlichtweg im gesamtwerk ganz offensichtlich aus der linken ecke kommt, dann ist es eher fragwürdig, jemandem antisemitismus zu unterstellen weil man dessen witze nicht versteht.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 19:01
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Genau das ist wissenschaft. Wissenschaft ist gerade das.
Wenn mir Nuhr über den Weg laufen würde, würde ich höchstens sagen: Lass es.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 19:02
@eckhart

Kannste ja machen, ich find ihn auch nicht besonders lustig. Die Reaktionen auf ihn und andere sind aber wesentlich entlarvender.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 19:18
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Das ist aber nicht wissenschaftsfeindlich, sondern die realität.
So funktioniert wissenschaft. Da wird Christian Drosten nicht widersprechen, bei dieser Aussage
richtig, aber dazu gehört Wissen
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:"Wissenschaft ist gerade, dass sich die Meinung ändert, wenn sich die Faktenlage ändert."

Obwohl ich an dieser Stelle zugeben muss, dass ich den Satz zu erst falsch gelesen habe "dass sich die Faktenlage ändert, wenn sich die Meinung ändert" und wollte gerade zurück rudern, aber dieses "gerade"....
es war mal Stand der Wissenschaft, dass die Sonne um die Erde kreist. ICh bin doch sehr froh, dass Wissenschaftler offen sind für neue Fakten und dann ihre wissenschaftl Meinung anpassen. :)

Alles andere wäre aber wirklich wissenschaftsfeindlich :)


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 19:19
@Groucho

Ok. Ich habe das Gefühl, dass hinter dem etwas verzweifelt wirkenden Versuch deine Sicht der Dinge in Stein zu hauen, mehr und mehr der große Hammer herhalten muss. Das ist keine gute Bedingung um verschiedene Meinungen auszutauschen. "Blablabla, Bullshit, unter aller Sau..." mögen deinen Emotionen entwachsen und in in einer echten Diskussion (in welcher man sich gegenüber sitzt) noch halbwegs verstehbar sein. Hier ist es schwierig es richtig zu verorten und daran sachlich anzuknüpfen. Zumindest jetzt hier für mich.
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Dein Verweis auf einen bestimmten User ist durchaus passend, ich verstehe deine Beiträge zunehmend weniger (Du näherst dich für mein Empfinden durchaus der Unverstehbarkeit des anderen users an, wenngleich du noch lange nicht in den wolkigen Gefilden bist, wie derjenige. Ist nicht böse gemeint, aber bei einigen deiner Passagen habe ich keinen Schimmer, was die sagen wollen)
Mit dem Verweiss auf "den bestimmten User", deren Namen du nicht mal aussprechen kannst, wollte ich darauf hinaus, dass es gerade an so Orten wie hier etwas mehr an gegenseitiger Toleranz und Mitnahme bedarf, um sich nicht misszuverstehen. Ich habe deswegen auch herausgestellt, dass es auch nicht immer einfach mit mir ist. Dein pawlowscher Reflex hat sofort funktioniert. Wenn du etwas nicht verstehst, warum frägst du nicht nach, wie es gemeint war? Stattdessen stellst du dich lieber urteilend auf die hohe Kanzel, verteilst Zeugnisnoten und bist wieder mal total empört.
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Tja, wenn dir das egal ist, dass sie ohne dafür nur den geringsten Hinweis zu haben meetoo Antisemitismus und Rassismus unterstellt (was du ja selbst auch getan hast, wenngleich nicht so drastisch wie Eckhardt), um ihnen dann "den Spiegel" vor zu halten, ist das eben dein Statement.
Ich finde das unter aller Sau.
Nein. Mir ist das nicht egal. Nur was soll ich jetzt noch weiter argumentieren, nachdem du angefangen hast, mich zu pathologisieren?
Ich möchte eine Menge dazu schreiben oder sagen. In diesem Fall unternehme ich den 2. Versuch und verlinke nochmal das "Käseblatt" Jungle World, da ich hier inhaltliche Schnittmengen sehe.
Aber spätestens nach ihrer Ausladung von einem Hamburger Literaturfestival in diesem Sommer geht es um so Grundsätzliches wie Kunst- und Meinungsfreiheit, cancel culture und die Grenzen von Satire. Der besagte boshafte Gag, dargeboten zu Beginn der »Me too«-Kampagne, biegt um mehrere Ecken. Zur Erinnerung: Eckhart spricht das vermeintliche Tabu an, dass drei der Vergewaltigung Bezichtigten, Roman Polanski, Harvey Weinstein und Woody Allen, Juden sind; lässt ihr Publikum eine Weile zappeln, kriegt scheinbar die Kurve (»Nein, es geht den Juden gar nicht wirklich ums Geld«), um schließlich die Pointe des doppelten Ressentiments zu zünden: »Denen geht’s um die Weiber, und deswegen brauchen sie das Geld.«

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundes­regierung, Felix Klein, stufte diese und andere auf der Bühne getätigten Äußerungen als »antisemitisch, rassistisch und menschenverachtend« ein. Dabei wird hier vorgeführt, wie hart­näckig und zugleich wandelbar das anti­semitische Ressentiment ist. Man hat es an einer Stelle ausgetreten, aber es flammt an anderer Stelle umso heftiger auf. Der Witz beruht auf ­einem Schema, das Eckhart immer wieder durchdekliniert. Expositio, Complicatio und Pointe, so baut man einen Witz. Vollgepumpt mit den Theorien von Slavoj Žižek und Jacques Lacan, die sie nach ei­genem Bekunden verehrt, spielt die Kabarettistin mit den Affekten des Publikums, gibt sich harmlos, zieht die anderen auf die eigene Seite, um sie dann gnadenlos zu entblößen. Wie ein Vampir nährt sie sich von den Widersprüchen identitätspolitischer Diskurse. Sexpositiver Feminismus – Eckhart oder besser ihre konzeptuelle Bühnenfigur ist dafür: Sie hat doch nicht mit Professoren geschlafen, um ihr Studium zu finan­zieren. Nein, sie hat nur deshalb studiert, um mit Professoren zu schlafen.
Diskurs-Vampir
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:ich sehe vor allem, dass du die Antworten schuldig bleibst.
Ja, schuldig bleibst... Warum immer so pastoral? Meine Antwort ist ziemlich klar ausgefallen. Wenn du nicht verstehst, kann das auch mal an deinen eigenen Horizont liegen. Schon mal darüber nachgedacht?
Für mich hat Satire kein bösartiges Naturell. Wenn Eckhart auf Grund ihrer Auswahl Sanktionen erfährt und sich dann ihr spöttischer Blick bestimmten moralischen Instanzen zuwendet, dann muss man nicht gleich sein inneres Washington herbeihalluziieren. Das ist mir einfach zuviel!
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Du findest es tatsächlich bedenklich, wenn sie eine Gesellschaft gegen derartige Lügner, Hetzer und Fake News Verbreiter stellt?

DAS wiederum finde ich höchst bedenklich.
Solchen geistigen Brandstiftern MUSS man sich entgegen stellen (man hat doch gerade in Washington gesehen, was da passieren kann)



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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 19:20
Um die Debatte um Dieter nuhr hier ein für alle mal zu beenden, weil ich es wirklich absurd finde, ihm wissenschaftsfeindlichkeit zu unterstellen, hier mal der gesamte text aus dem Video:
Nuhr: Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu 100% sicher ist, sondern, dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben. Weil viele Menschen beleidigt sind, wenn Wissenschaftler ihre Meinung ändern. Nein, nein, das ist normal. Wissenschaft ist gerade, dass sich die Meinung änder, wenn sich die Faktenlage ändert. Wissenschaft ist nämlich keine Heilslehre, keine Religion, die absolute Wahrheiten verkündet. Und wer ständig ruft Volk der Wissenschaft, der hat das offensichtlich nicht begriffen. Wissenschaft weiß nicht alles, ist aber die einzige vernünftige Wissensbasis, die wir haben. Deshalb ist sie so wichtig.
Da Wissenschaftsfeindlichkeit drin zu erkennen grenz für mich an Realitätsleugnung.
Nuhr spricht über wissenschaft im allgemeinen (nicht wissenschaft 'gerade', wie momentan, nein, über das Wesen der Wissenschaft).
Er nimmt Wissenschaftler klar in Schutz vor denen, die z.b. Drosten vorwerfen, dass er Richtlinien und Meinungen ändert.

Der Text drückt aus, dass es keinen Vertrauensverlust in Wissenschaft bedeuten sollte, nur, weil sich einmal ein wissenschaftlicher Konsens ändert. Denn etwas besseres als sie zur Wissensanhäufung haben wir nicht. Das steht da alles drin.

Da steckt weder kritik am derzeitigen stand der wissenschaft dran, noch im allgemeinem.

Was dazu kommt: Die DFG hat den Text nicht 'nicht angenommen'. Nein. Der war vollkommen okay, es ging nicht um den text. Es ging um die person und dass da leute geshitstormed haben. Davor sind die eingeknickt, weil die nicht so mutig wie der WDR bei Eckhart waren. Und haben es runtergenommen. Und das ist traurig und cancel culture at work.

https://www.nordbayern.de/panorama/dieter-nuhr-nimmt-entschuldigung-der-dfg-nicht-an-1.10325579

Haben die von der DFG auch selbst zugegeben.
Die DFG hat sich entschuldigt: "Die Entfernung des Beitrags erfolgte ohne weitere Erläuterung und ohne vorherige Information an Herrn Nuhr, was die DFG ausdrücklich bedauert und wofür sie sich bei Herrn Nuhr entschuldigt. Auch möchte die DFG betonen, dass sie mit der Entfernung des Beitrags keineswegs Herrn Nuhrs persönliche Einstellung zur Wissenschaft bewerten wollte."
Es ging nicht um den Textinhalt. Es ging um die Person und den Shitstorm. Den inhalt kannten die ja vor dem hochladen.


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11.01.2021 um 19:27
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Dann lies nochmal gaaaaaaanz langsam:

Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu hundert Prozent sicher ist, sondern, dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben", sagt Dieter Nuhr. "Wissenschaft ist gerade, dass sich die Meinung ändert, wenn sich die Faktenlage ändert."
Nuhr wendet hier einen Trick an. Er unterscheidet zwischen Meinung und Fakten :) das scheint schon mal einige Menschen zu triggern

Wissenschaft bedeutet, dass (wissenschaftl) Meinungen auf Fakten bezogen sind (wenn sich die wissenschaftl Faktenlage durch Fortschritt verändert, ändert sich auch die wissenschaftl Meinung) und nicht, dass die Fakten an die Meinung angepasst werden .

Zudem: Wenn Meinungen auf unveränderlichen , quasi "Gott gegebenen" Grundlagen beruhen, handelt es sich entweder um (Natur) Gesetze oder Dogmen.

Ich finde Nuhr's Beitrag einfach nur Klasse, weil er zwingt, genau zuzuhören


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11.01.2021 um 19:36
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Hier ist gerade gleichbedeutend mit worten wie 'genau'. Genau das ist wissenschaft. Wissenschaft ist gerade das.
Okey, ich muss einräumen, dass das stimmt, das es das auch bedeuten kann.

Ich habe heute leider keine Zeit mehr, den Kontext seiner Aussage zu recherchieren, um zu sehen, wie er es denn nun wirklich gemeint hat.


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11.01.2021 um 19:59
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Das ist mir einfach zuviel!
Und in deinem post ist mir zu viel userbezug, um darauf inhaltlich zu antworten.
Solltest du den nochmal ohne so viel Userbezug schreiben....
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Mit dem Verweiss auf "den bestimmten User", deren Namen du nicht mal aussprechen kannst, wollte ich darauf hinaus, dass es gerade an so Orten wie hier etwas mehr an gegenseitiger Toleranz und Mitnahme bedarf, um sich nicht misszuverstehen.
1) Natürlich kann ich den Namen aussprechen, wollte das aber nicht tun, weil ich den User nicht mit reinziehen wollte. Du hast seinen Namen genannt, das war deine Entscheidung, ich habe ihn aus dem eben genannten Grund nicht genannt.

2) Indem ich deinen diesbezüglichen Satz aufgegriffen habe, wollte ich eigentlich nur sagen, dass es aus dem Grund sein kann, dass ich dich missverstehe. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn da was anderes rüber kam: Sorry


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 20:22
@Groucho
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Und in deinem post ist mir zu viel userbezug, um darauf inhaltlich zu antworten.
Solltest du den nochmal ohne so viel Userbezug schreiben....
Oooch! Nicht mal zum durchaus sehr passenden und inhaltlichen Zitat ein Wörtchen... Naja...


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11.01.2021 um 20:29
@Groucho

Insbesondere hat er ja nonstop in dem text von der wissenschaft an sich gesprochen. Da wäre es sehr seltsam, wenn er nur in dem einen satz irgendeinen seitenhieb auf die derzeitige wissenschaft machen wollen würde.
Dann hätte er eher sowas wie 'wissenschaft war mal toll, heute ist das ein bisschen anders' geliefert, aber das hat er nicht.

Wie gesagt war auch die DFG ja absolut okay mit dem, was er da gesagt hat. Die haben den einspieler angenommen, sie haben sich später entschuldigt für das runternehmen und explizit gesagt, dass das nichts mit dem inhalt zu tun hat.
Und jetzt ist der beitrag wieder hochgeladen.

Hier hat man Nuhr schlichtweg weil er Nuhr ist, also person, nicht wegen dem Inhalt des beitrags eben canceln wollen. Und die DFG hat das erst mit sich machen lassen, bis sie gemerkt haben, dass das keine gute idee ist.

Aus meinem link:
Die aktuelle Diskussion hat die DFG zum Anlass genommen, Nuhrs Kampagnen-Beitrag von ihrer Webseite zu löschen. Auf Twitter steht er weiterhin. "Zu ihrem Bedauern sah sich die DFG nicht in der Lage, kurzfristig und während einer zum Teil aggressiven Twitter-Diskussion eine klare Einschätzung zu den Kommentaren vorzunehmen", schreibt die Organisation. "Die DFG hat sich daher am 31. Juli entschieden, den Beitrag von der Seite “DFG2020 – Für das Wissen” und aus ihrem Youtube-Kanal zu nehmen und die Situation näher zu beleuchten.

Doch auch diese Aktion ging nach hinten los: Das Löschen hat erneut zahlreiche böse Kommentare ausgelöst. Nuhr selbst kritisierte die Entscheidung mit einer langen Stellungnahme auf seinem Facebook-Account."Dass Kritik aufkommt, wenn ich mich äußere, erstaunt mich nicht weiter", schreibt der Kabarettist darin unter anderem. "Neu ist, dass nun eine Organisation wie die Deutsche Forschungsgesellschaft, die eigentlich wie keine andere für freies Denken stehen sollte, den Ideologen im Netz nachgibt.

Dieter Nuhr nimmt Entschuldigung der DFG nicht an

Forschungsgemeinschaft hatte zuvor einen Beitrag des Kabarettisten gelöscht - 06.08.2020 11:49 Uhr

ERLANGEN - Das ging nach hinten los: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Kaberettist Dieter Nuhr streiten - und alle schauen zu. Wie es besser hätte laufen können, erklärt ein Erlanger Experte für Wissenschaftskommunikation.
Dieter Nuhr tritt als Kabarettist und Moderator auf.

Dieter Nuhr tritt als Kabarettist und Moderator auf.

20.05.2019


"Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu hundert Prozent sicher ist, sondern, dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben", sagt Dieter Nuhr. "Wissenschaft ist gerade, dass sich die Meinung ändert, wenn sich die Faktenlage ändert." Mit diesem Beitrag hat sich der Kabarettist an der Kampagne #fürdasWissen beteiligt. Damit wirbt die Deutsche Forschungsgemeinschaft zu ihrem 100. Jubiläum.

Auf Twitter hat das seit der Veröffentlichung vor knapp einer Woche zu über 600 Kommentaren und teils heftigen Reaktionen geführt. "Ist ja ein bisschen, als würde der Papst das Grußwort zum deutschen Atheistentag sprechen...", schreibt eine Nutzerin. "Ihr seid ja von allen guten Geistern verlassen", meint ein anderer. "Fand den ein Entscheidungsträger persönlich ganz witzig, oder was?" Oder auch: "Dieter Nuhr kommentiert die Relevanz von Wissenschaft? Was kommt als nächstes, Clemens Tönnies gibt einen Vortrag über den arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsplatz?" Auf Facebook, wo der ganze Beitrag zu lesen ist, sind es sogar knapp 4500 Kommentare.

Witze über den Islam und Greta

Dieter Nuhr hat in der Vergangenheit immer wieder polarisiert, weil er sich auf der Bühne über den Islam oder den Klimawandel lustig gemacht hat. Seine Witze über Greta Thunbergs Rede beim UN-Klimagipfel im vergangenen Herbst führten vor allem auf Twitter zu einer Welle der Entrüstung. Im Laufe der Corona-Pandemie kristisierte Nuhr mehrmals das Handeln von Politik und Wissenschaft. In seiner ARD-Sendung mutmaßte er, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel dem Virologen Christian Drosten inzwischen "hörig" sei.

Die aktuelle Diskussion hat die DFG zum Anlass genommen, Nuhrs Kampagnen-Beitrag von ihrer Webseite zu löschen. Auf Twitter steht er weiterhin. "Zu ihrem Bedauern sah sich die DFG nicht in der Lage, kurzfristig und während einer zum Teil aggressiven Twitter-Diskussion eine klare Einschätzung zu den Kommentaren vorzunehmen", schreibt die Organisation. "Die DFG hat sich daher am 31. Juli entschieden, den Beitrag von der Seite “DFG2020 – Für das Wissen” und aus ihrem Youtube-Kanal zu nehmen und die Situation näher zu beleuchten."

So war Dieter Nuhrs Auftritt in Erlangen

Doch auch diese Aktion ging nach hinten los: Das Löschen hat erneut zahlreiche böse Kommentare ausgelöst. Nuhr selbst kritisierte die Entscheidung mit einer langen Stellungnahme auf seinem Facebook-Account."Dass Kritik aufkommt, wenn ich mich äußere, erstaunt mich nicht weiter", schreibt der Kabarettist darin unter anderem. "Neu ist, dass nun eine Organisation wie die Deutsche Forschungsgesellschaft, die eigentlich wie keine andere für freies Denken stehen sollte, den Ideologen im Netz nachgibt."

Die DFG hat sich entschuldigt: "Die Entfernung des Beitrags erfolgte ohne weitere Erläuterung und ohne vorherige Information an Herrn Nuhr, was die DFG ausdrücklich bedauert und wofür sie sich bei Herrn Nuhr entschuldigt. Auch möchte die DFG betonen, dass sie mit der Entfernung des Beitrags keineswegs Herrn Nuhrs persönliche Einstellung zur Wissenschaft bewerten wollte."

Nuhr will diese Entschuldigung nicht annehmen. Das Vorgehen der DFG hält er für inakzeptabel: Die DFG beteiligt sich somit aktiv daran, Kritik als Ketzerei zu verfolgen und Andersdenkende mundtot zu machen", schreibt Nuhr. "Ich halte das indessen für ein Phänomen, das die demokratische Diskussion ernsthaft gefährdet, schon weil sie indessen den Wissenschaftsbetrieb weltweit erreicht hat.
"
"
Also im klartext hat man gelöscht BEVOR man den inhalt eingeschätzt hat NUR aufgrund der hate kommentare. Dann hat man noch mehr hate kommentare bekommen und sich entschuldigt. NUhr nahm nicht an, dann hat man sich einen Ruck gegeben und den Audiokommentar wieder hochgeladen (ob das dann zur Klärung mit Nuhr geführt hat, weiß ich nicht).

Aber du hast ja gesagt, dass der Inhalt nicht in Ordnung war. Damit will ich dich jetzt nicht persönlich angreifen, sondern das problem erläutern, was ich mit PC habe.
Du schriebst sowas wie:
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Was genau ist daran UNKULTUR wenn die DFG (F steht für Forschung) einen Beitrag cancelt der Wissenschaftsfeindlich ist?
Warum glaubst du, müssen die sich folgenlos von Nuhr anpissen lassen?
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Um den Sachverhalt richtig zu erfassen, müsste es heißen: "Wer kam nur auf die Idee, einen Satiriker, der bezüglich Wissenschaften schon als Vollidiot geoutet hat um ein Grußwort zu bitten?"

Auf die Frage habe ich allerdings auch keine Antwort.

Was genau das Problem dabei ist, ein Grußwort zu streichen, von jemanden, der einem bei vielen Gelegenheiten ans Bein gepisst hat?
Sehr kernige Worte, die eine Vorverurteilung beinhaltet haben gegen Nuhr als Person. Du hast dann, ohne den Inhalt zu kennen, schon geurteilt. Das konnte man auch daran erkennen, dass du, wie du selbst zugabst, erst zurückrudern wolltest, bis du noch das wort 'gerade' gesehen hast. Das heißt, du wusstest gar nicht, was da zu beanstanden war, bevor du schon schriebst, dass Nuhr da zurecht gecancelt gehört:
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Was ist das Problem, wenn Nuhrs Grußwort gecancelt wird, wenn sich rausstellt, dass er wissenschaftsfeindlich eingestellt ist. Wie kann man dann weiter dieses Grußwort benutzen wollen, wo es um Wissenschaft geht?
Das Grußwort NICHT zu canceln wäre absolut idiotisch gewesen.
Du sagst, etwas nicht zu canceln, was du noch gar nicht kanntest, wäre idiotisch gewesen. Siehst du da nicht das Problem?
Du unterstellst leuten sachen wegen hörensagen. Es geht dann gar nicht mehr um den inhalt. Nuhr ist eine unperson, die darf kein absolute unprovozierendes Grußwort machen. Weil du gesagt hast, er sei Wissenschaftsfeindlich.

Und dann wolltest du das beweisen und hast gemerkt: Da steht nichts wissenschaftsfeindliches drin. Aber klar sind fälle selten wie bei diesem Grußwort. Meinst du nicht, dass du schon ganz oft jemanden zu unrecht vorverurteilt hast, weil du nur ein paar ausschnitte kennst oder etwas in den falschen hals bekommen hast und da eben nicht so leicht widerlegbar ist, wie bei Nuhr, dass da nichts zu beanstanden war?


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 21:36
Ich sag mal so, Lisa Eckhart und Dieter Nuhr sind deshalb noch nicht gecancelt worden, weil die Behauptungen eben sehr fragil sind. Der Kontext, die Gesamtheit ihrer Bühnenfigur wird komplett ausgeblendet und ihre Kritiker sind quasi Wort für Wort fixiert und dementsprechend Interpretiert man dann auch. Gerade in der heutigen Zeit kann sich doch keiner mehr erlauben offensichtliche rassistische oder antisemitische Witze auf eine Bühne zu reißen, aber LE, die ist dann so "clever" und macht das dann trotzdem, schon klar.
Zum Glück gibt es aber noch Menschen mit Verstand, die die Dinge wesentlich differenzierter betrachten und dem Dauerfeuer an Empörung nicht all zu viel Gehör schenken.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 21:38
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Also im klartext hat man gelöscht BEVOR man den inhalt eingeschätzt hat NUR aufgrund der hate kommentare
also auf Grund von heftigen ad hominem Kommentaren?

in diesem Beitrag wird eindeutig ein ad hominem eingesetzt, eine Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Beitrages findet nicht statt:
Groucho schrieb:
Um den Sachverhalt richtig zu erfassen, müsste es heißen: "Wer kam nur auf die Idee, einen Satiriker, der bezüglich Wissenschaften schon als Vollidiot geoutet hat um ein Grußwort zu bitten?"
es ist eine Meinung, dass Nuhr ein Vollidiot bezüglich Wissenschaften sei, kein Fakt.

Das Schöne ist ja: genau mit dem Duo Fakt und Meinung spielt der Satiriker schon, als er das Grußwort abgibt ;)
Wissen bedeutet nicht, dass man sich zu 100% sicher ist, sondern, dass man über genügend Fakten verfügt, um eine begründete Meinung zu haben.



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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 21:44
@CosmicQueen

Man muss sich auch vorstellen, in welchen kreisen sich eckhart bewegt.
Die Sendung in der sie Regelmäßig auftritt hat sonst leute wie rether, priol und anderen eben doch recht linken kabarettisten auf ins endungen, die ein klar linksintellektuelles publikum haben.

Da ernsthaft zu glauben, die verdient ihr geld mit menschenfeindlichen witzen.... Wie soll das gehen? Ist das den anderen Kabarettisten und dem Publikum nur eben nie aufgefallen?

In der Sendung, um die es ging, war richard david precht da und auch carolin kebekus. Jetzt nicht gerade die stramme nazi Riege. Die haben nur gerade nicht gut hingehört oder so.
Zitat von SeidenraupeSeidenraupe schrieb:also auf Grund von heftigen ad hominem Kommentaren?

in diesem Beitrag wird eindeutig ein ad hominem eingesetzt, eine Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Beitrages findet nicht statt:
Ganz genau, das wurde auch offen zugegeben. Man hat wegen der heftigen Reaktion gelöscht, weil man "sichten" wollte aber explizit nichts am Inhalt auszusetzen hatte. Als dann nuhr selebr sauer geworden ist und die gegenreaktion kam, hat man sich entschuldigt und es wieder hochgeladen.

Auch die shitstormer hatten am inhalts nichts auszusetzen. Es ging um die person dieter nuhr. Nicht den einspieler. Die person dieter nuhr darf keinen einspieler für die DFG machen, weil er als Wissenschaftsfeind gebrandmarkt ist. Punkt. Das war die haltung.

Das hat die DFG anders gesehen, die wussten ja auch vor dem hochladen genau, was da inhaltlich drin ist und fanden es gut.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 21:51
Zitat von CosmicQueenCosmicQueen schrieb:Ich sag mal so, Lisa Eckhart und Dieter Nuhr sind deshalb noch nicht gecancelt worden, weil die Behauptungen eben sehr fragil sind.
Aber gesetzt den Fall, Lisa Eckhart und Dieter Nuhr würden c.c. werden, hoffe ich doch, dass ich das nicht verpasse!


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 21:51
Zitat von shionoroshionoro schrieb:In der Sendung, um die es ging, war richard david precht da und auch carolin kebekus. Jetzt nicht gerade die stramme nazi Riege. Die haben nur gerade nicht gut hingehört oder so.
Dieter Nuhr war früher für viele auch linksintellektuell, aber weil er jetzt einige Linke Themen kritisiert oder hinterfragt, ist er jetzt eben urplötzlich rechtsintellektuell. Linksintellektuelle sind auch meistens intoleranter was ihre Themen betrifft, das habe ich neulich irgendwo mal gelesen.


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11.01.2021 um 21:53
Zitat von eckharteckhart schrieb:Aber gesetzt den Fall, Lisa Eckhart und Dieter Nuhr würden c.c. werden, hoffe ich doch, dass ich das nicht verpasse!
Das wird nicht passieren, die Demokratie wird jeden Tag neu auf eine Probe gestellt und es gibt viele, die diese verteidigen möchten. ;)


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 21:53
@CosmicQueen

Ich bin wie gesagt kein fan, ich finde auch viel von dem was er zuletzt gesagt hat nicht gut sondern doch eher relativ spießig und ein bisschen reaktionär.
Aber der ist weder ein rechter noch ein wissenschaftsfeind deswegen.

Daran krankt ja die ganze deutsche kulturszene, dass man sich gar nicht mehr an den meinungen anderer reiben und streiten möchte, man möchte eigentlich nur das vorgesetzt bekommen, was man eh schon für richtig hält. Nur ein bisschen anders, als man es kennt.

Darum guckt der richtig linke die anstalt und der mitte linke die heute show, aber eine krähe kratzt der anderen kein auge aus


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 22:01
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Ich bin wie gesagt kein fan, ich finde auch viel von dem was er zuletzt gesagt hat nicht gut sondern doch eher relativ spießig und ein bisschen reaktionär.
Aber der ist weder ein rechter noch ein wissenschaftsfeind deswegen.
Dieter Nuhr ist eben auch nur ein Mensch, manchmal lacht man über ihn, manchmal runzelt man die Stirn oder man findet einige Sachen nicht lustig. Mein Gott, das macht eine Person aus, du kannst nicht Allen alles recht machen, die Geschmäcker sind verschieden. Wenn ich jemanden nicht interessant finde oder der Humor mir nicht zusagt, dann gucke ich das eben nicht und gut ist. Bei manchen kommt es mir aber so vor, als ob man einen regelrechten Hass gegen einen Menschen hegt, den man nur aus dem TV kennt.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

11.01.2021 um 22:14
@CosmicQueen

Den sie leider oft sogar eben gar nicht kennen.

Wenn man wenigstens die Mitternachtsspitzen geguckt hätte und sich da so aufgeregt hätte über eckhart, oder über nuhr wegen dem einspieler, dass man richtig sauer ist und seinem ärger luft machen muss, dann ist das ja total in ordnung.

Aber bei einem shitstorm wissen mehr als die hälfte, oft 90%, gar nicht, worum es geht. Wissen nicht wer das ist, was der gemacht hat. Die kennen nur ein paar zusammengeklaubte zitate ohne kontext (und bei satire auch wichtig: Wie es gesagt wurde) und schon rennt der mob los.

Das ist schade.


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