Politik
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

3.347 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leitkultur, Kulturchauvinismus, Kulturhegemonie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 09:55
Zitat von PhilippPhilipp schrieb:Spätestens. Wird auch bei den anderen Einwanderungsgruppen nicht anders sein, vermutlich sogar schon früher.
Falsch, wie die Praxis zeigt. Bei den Türken zb zieht es sich sogar in die 3 Generation.

und bei Syrern und co sehe ich da auch nicht wirklich viel chance, eben weil die Kompatibilität nicht gegeben ist.
Zitat von PhilippPhilipp schrieb:etzt wird noch ein riesen Hallo drum gemacht, nicht selten überdeutlich von politischen Nutznießern gepuscht, und in einigen Jahren interessiert es keinen mehr. Wie bei den Russen auch.
Das Denke ich eher weniger.


3x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 11:06
@Fedaykin
Gibts eigentlich Hi weise dafür das kulturelle Gepflogengeiten vererbbar sibd?


2x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 11:31
Wurde noch gar nicht über Gysi und die "FKK-Kultur" diskutiert?
Auf jeden Fall ein interessantes Thema für einen anregenden interkulturellen Austausch.


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 11:35
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Gibts eigentlich Hi weise dafür das kulturelle Gepflogengeiten vererbbar sibd?
ja. sonst gäbe es keine kulturellen Unterschiede zw Menschengruppen(ganz allgemein gesprochen).
nennt sich (Familien)Tradition.
also keine genetsiche Geschichte, sondern eine Frage der bewussten Sozialisation.
meist sind das Menschen, die über Jahrhunderte hinweg gewissen Eigenständigkeit* innerhalb einer Mehrheitsgesellschaft bewahrt haben.
*kulturell, sprachlich, religiös, Brauchtum.

schade, dass es hier einige user zu geben scheint, die davon scheinbar nichts wissen.



deswegen gibt es in vielen Ländern anerkannte NATIONALE Minderheiten.

in D :
Dänische Minderheit in Deutschland: Etwa 50.000 Dänen deutscher Staatsangehörigkeit (dänische Südschleswiger) siedeln im schleswig-holsteinischen Landesteil Schleswigs und bilden dort seit dem 1864 für Dänemark verlorenen Krieg eine Minderheit. Die Region wurde ab dem 7. Jahrhundert von Dänen besiedelt.
die friesische Volksgruppe: Als Volk der Küstenregion sind die Friesen an der Nordsee – zunächst im niederländischen Westfriesland und im deutschen Ostfriesland – seit Beginn der Zeitrechnung bekannt. Nach Nordfriesland wanderten sie etwa im 7. Jahrhundert zu, in das Saterland zwischen 1100 und 1400 n. Chr.
die deutschen Sinti und Roma: In historischen Dokumenten in Deutschland werden Roma seit dem 14. Jahrhundert erwähnt. Die auf 70.000 geschätzten Roma deutscher Staatsangehörigkeit wohnen vor allem in den großstädtischen Ballungszentren.
das sorbische Volk: Ab etwa dem Jahr 600 n. Chr. sind Sorben in das von Germanen weitgehend verlassene Gebiet östlich von Elbe und Saale zugewandert. Heute wohnen in der Niederlausitz (Land Brandenburg) etwa 20.000 Niedersorben und in der Oberlausitz (Freistaat Sachsen) ca. 40.000 Obersorben.
Wikipedia: Nationale Minderheit

wie du siehst, allein in Deutschland gibt es Volksgruppen, die seit 1300
Jahren eine eigenständige Kultur und Sprache bewahrt haben.


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 11:37
@lawine
Also man schreibt jetzt den Menschen dank ihrer familiären Situation schon die Kompatibilität ab.


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 11:37
@Philipp
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:    Philipp schrieb:
   Spätestens. Wird auch bei den anderen Einwanderungsgruppen nicht anders sein, vermutlich sogar schon früher.

Falsch, wie die Praxis zeigt. Bei den Türken zb zieht es sich sogar in die 3 Generation.
@Fedaykin

was sind schon 3 Generationen -- eine lächerlich kurze Zeit.

siehe oben.
in Deutschland leben -regional recht scharf begrenzte-  Volksgruppen, die ihre kulturellen, sprachlichen und meist auch religiösen  Besonderheiten über 1300 Jahre erhalten haben.


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 11:39
@lawine
Gibts denn schon ein Leitkultur Katalog von Euch. Ich mein so damit ich die Leute auf der Strasse einteilen kann. Ah Syrer, inkompatibel, ah Türke inkompatibel.


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 11:41
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Falsch, wie die Praxis zeigt. Bei den Türken zb zieht es sich sogar in die 3 Generation.
Das zeigt die Praxis:
Viele der Durchschnittsgastarbeiter sind "deutscher" als die Deutschen selbst, weil sie besonders drauf achten voll anerkannt zu werden.

Einpaar Querschläger hat man immer, und dass gerade auch in solchen Zeiten in denen die Türkei vor großen Umbrüchen steht, auch einem Erdogan beigepflichtet wird, wundert mich nicht. Ist aber auch der politischen Lage im nahen Osten geschuldet. Hat jedenfalls wenig mit Kulturinkompatibilität zu tun, wie du behauptest, sondern eher damit, dass zumindest die etwas einfacher gestrickten Gruppen hier immer noch nicht als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt, sondern eher noch belächelt und vorverurteilt werden. Das Wort "Kümmel" hört man dann immer noch öfter, als man es in unserer "aufgeklärten Gesellschaft" vermuten würde.

Andererseits haben es auch schon viele andere (eben aus der zweiten und dritten Generation) zu Ruhm und Ehren bei uns gebracht, und das zeigt die Praxis eben auch.


3x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 11:48
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Gibts dann schon ein Leitkultur Katalog von Euch. Ich mein so damit ich die Leute auf der Strasse einteilen kann. Ah Syrer, inkompatibel, ah Türke inkompatibel.
ich schrieb schon mehrfach, dass ich den Begriff Leitkultur im Sinne Bassam Tibis verwende. er meint mit Leitkultur
einen auf europäischen Werten basierenden gesellschaftlichen Konsens zu beschreiben, der als Klammer zwischen Deutschen und Migranten dienen soll.
....

Tibis Begriff Europäische Leitkultur bezeichnet einen Wertekonsens basierend auf den Werten der „kulturellen Moderne“ (Jürgen Habermas) und beinhaltet:

   Vorrang der Vernunft vor religiöser Offenbarung,
   Demokratie, die auf der Trennung von Religion und Politik basiert,
   Pluralismus und
   Toleranz
Wikipedia: Leitkultur
keine Ahnung, ob das bei dir schon angekommen ist.

daher erregen solche geistigen "Mausausrutscher" bei mir nur mitleidiges Kopfschütteln:
Zitat von wichtelprinzwichtelprinz schrieb:Ah Syrer, inkompatibel, ah Türke inkompatibel.
Das Gegenteil von Leitkultur sei, so Tibi -- Wertebeliebigkeit
Tibis Fazit:
Sein Fazit: Europa muß aus seiner aufklärerischen Tradition ein neues Selbstbewußtsein entwickeln; es muß eine Leitkultur bilden, die jeder zu akzeptieren hat, der hier leben will. Erst auf diesem Fundament kann es ein Neben- und Miteinander verschiedener Kulturen geben.

https://www.amazon.de/Europa-ohne-Identit%C3%A4t-Leitkultur-Wertebeliebigkeit/dp/3442755921


3x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 11:51
@wichtelprinz

Na ja, bei den Türken, die eine Autokratie von Erdogan noch toll finden, die lieber unter ihren eigenen Leuten bleiben, bei denen Frauen immer Menschen 2. Klasse sein werden, und die die deutsche Sprache nur sprechen, wenn es unbedingt nötig ist, sehe ich jedenfalls kein Integrationspotential.

Das trifft natürlich ergänzend auch auf Syrer zu, für die Kinderehen normal sind, bei denen Frauen vor der Hochzeit keinen Sex haben dürfen oder denen man den Handschlag oder Minirock verweigert und diese sich weder im Freibad noch am Strand so freizügig kleiden dürfen wie sie wollen.

Das alles sind Dinge, die mit unserer hiesigen Gesellschaft einfach unvereinbar sind, wo es eine Toleranzgrenze gibt und ganz sicher auch kein Teil deutscher Kultur sind.

Eine Leitkultur ist meiner Ansicht nach auch nie eine Forderung, sondern immer eine Orientierung, die das gemeinsame Zusammenleben vereinfachen, vielleicht auch verbessern soll. Sie hängt nicht von der Nationalität ab, sondern von der Einstellung.


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 12:02
@Nevrion
@lawine


Ich bin doch echt froh über das Ziel der Leitkultur welches sich mir hier offenbart. Es wird mir das Leben um einiges vereinfachen und allein schon durch Nationalität, Glaube oder familiären Hintergrund kann ich an einem Menschen Leitkulturelle inkompatibilität diagnostizieren.


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 12:19
Zitat von lawinelawine schrieb:Das Gegenteil von Leitkultur sei, so Tibi -- Wertebeliebigkeit
Da hat er gerade zwei Worte erfunden. Toll. Wie stehts dabei eigentlichb um die Gewissensfreiheit?


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 13:17
Zitat von lawinelawine schrieb:Europa muß aus seiner aufklärerischen Tradition ein neues Selbstbewußtsein entwickeln; es muß eine Leitkultur bilden, die jeder zu akzeptieren hat, der hier leben will.
Wodurch sollte sich diese noch zu entwickelnde Leitkultur von unserem Grundgesetz, bzw. dem Menschenrechten und Menschenpflichten unterscheiden?
Sollte diese noch zu entwickelnde Leitkultur mehr oder weniger umfassen, als diese drei Beispiele?


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 13:36
@Realo

Ich finde unsere Kultur allen anderen Kulturen überlegen. Du nicht?

Dieser Satz fasst unser ganzes Problem im Umgang mit Muslimen, also mit dem Islam, kurz & knackig zusammen, denn es war nicht satirisch gemeint, sondern im Ernst.
Ich finde diesen Satz äußerst problematisch, aber aus ganz anderen Gründen. Vielleicht verstehst du, was ich meine, wenn ich folgendes ausführe:

Gehen wir doch mal einige deiner im EP dargelegten Aussagen durch.
Noch Goethe sah (im west-östlichen Divan, daher auch die Headline) in der "morgenländischen" Kultur eine absolute Bereicherung für uns, der man auf Augenhöhe zu begegnen habe, weil ein Dialog zwischen der abendländischen und der morgenländischen Kultur beide nur bereichern könne; er war so gesehen der erste westliche Multikulturalist.
Goethe lebte a) in einer Zeit, in der Männer das Sagen hatten. Frauen waren bestenfalls in bestimmten Kreisen hübsches Beiwerk, ansonsten hatten sie zu Hause sich um Mann und Kinder zu kümmern.
b) Goethe war - wie fast alle Männer damals - ein Chauvinist. Er sah die Welt aus männlichen Augen: Alles, was quirlig und bunt war, was er auf seinen Reisen sah und erlebte war männlich geprägt. Alles, was wichtig war, haben ausschließlich Männer geprägt. Hätte es das Testesteron nicht gegeben, so wären ihm Frauen überhaupt nicht aufgefallen. Wir leben Gott sei Dank in einer anderen Zeit heute: Frauen dürfen reisen und sich die Welt erobern. Das gefällt nicht allen Männern.

Goethe als Beispiel zu nehmen, schließt also schon mal wieder die Hälfte der Menschheit aus, die das sicherlich alles anders wahrgenommen haben. Und das soll jetzt keine Wertung Goethes sein: Er war ja auch nur ein Mann ;).


Nun zu deinen weiteren Ausführungen, die du als Fakten hier darstellst:
Auch was den männlichen Chauvinismus und die Unterdrückung der Frau angeht, lagen beide Kulturen bis in die 1970er Jahre praktisch gleichauf; erst danach setzte im Westen die Frauenemanzipation ein.
Das ist so nicht richtig, denn eine Emanzipation kann sich nicht von heute auf morgen entwickeln und ist dann irgendwann da (noch weniger bleibt sie einfach so).

Die Emanzipation der Frau setzte schon in der westlichen Welt sehr viel früher ein (ich zitiere aus Wiki):
Erste Ansätze einer Frauenrechtsbewegung entstanden im Zeitalter der Aufklärung und den Anfängen der bürgerlichen Emanzipationsbestrebungen zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Grundgedanke war die Gleichwertigkeit aller Menschen, wie sie beispielsweise im Laufe der französischen Revolution proklamiert wurde. So forderte Olympe de Gouges mit ihrer Déclaration des droits de la Femme et de la Citoyenne bereits 1791, also kurz nach der Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte (1789), dieselben Rechte und Pflichten für Frauen ein. Denn Aussagen zu Menschen- und Bürgerrechten berücksichtigten zu diesem Zeitpunkt nur Männer.
Quelle: Wikipedia: Frauenbewegung
Beide Kulturen – und nehmen wir noch die jüdische dazu – haben monotheistische Religionen, sind sich in ihrer Weltanschauung also ähnlicher als allen anderen Kulturen gegenüber.
Eine Interpretation deinerseits, die ich nicht teilen kann. Du gehst hier einzig auf den Glauben an (den) einen Gott ein. Das, was die drei Religionen grundsätzlich unterscheidet, lässt du lieber hinten runter fallen: Die Dogmen, die hinter jeder Religion stehen. Hier, bei diesen dreien, sind sie grundverschieden.

1. Judentum (hier streiten sich zwar die Gelehrten, ob es überhaupt ein jüdisches Dogma gibt - aber ich stehe da auf Seiten derer, die das mit Ja beantworten - führt hier aber zu weit):
Ausgangspunkt ist hier die 'Hebräische Bibel', die fünf Bücher Mose = 'Die Thora', die Gebote. Es ist der ewige Bund des Volkes Israel mit Gott, die Befreiung des Volkes Israels aus der Gefangenschaft Ägyptens. Das ganze ist ein in sich geschlossenes System (= Dogma) und hat nur Gültigkeit für das Volk Israel.

2. Christentum:
Ausgangspunkt ist hier der 'Neue Bund' unter anfänglicher Einbeziehung der Gebote Moses, die durch das 'Neue Testament', durch den von Gott gesandten Jesus, abgeschafft wurden. Sie wurden ersetzt durch die Glaubenswahrheit der Trinität (Vater, Sohn, Heiliger Geist). Sie gilt für alle im Namen Christi 'Getauften'.

3. Islam:
Ausgangspunkt sind hier die Rezitation und Texte des 'Koran' (= durch den Propheten Mohammed vorgetragene Rede Gottes) und der 'Hadithen' (= Überlieferung von Handlungsweisen, Brauchtum). Das 'Ewige Wort Gottes' wird durch die Verehrung des Propheten Mohammeds bezeugt. Mohammed sah Abraham als seinen 'leiblichen Stammvater' (= Umma = Gemeinschaft aller Gläubigen). Ismael, der Sohn Abrahams, war für Mohammed der Wegbereiter sich als 'Auserwählter' für die Gründung des Islams zu sehen.


Ismael kommt übrigens in der Bibel kaum vor. Man könnte nun geneigt sein zu glauben, dass das der Grund dafür ist, die Anhänger der beiden anderen Religionen als 'Ungläubige' zu bezeichnen. Denn Mohammed definierte sich ja über Ismael als auserwählt. Für mich ist das schlüssig.

Diese grundlegenden Verschiedenheiten haben natürlich Auswirkung auf die jeweiligen Anhänger der Religion. Sie sind überhaupt nicht miteinander vereinbar. Man kann nicht ein bisschen davon, ein wenig davon und ein Teil davon nehmen und weiterhin von sich behaupten, man gehöre einer bestimmten Religion an. Und das wiederum hat nichts mit dem Glauben an den einen Gott zu tun: Es ist im Gegenteil die grundlegende Erklärung für die jeweilige Religion (Gemeinschaft), warum es nur (den) einen Gott geben kann.

Wie man sieht, bin ich nicht auf die Inhalte der jeweiligen Religion eingegangen. Denn das würde hier a) zu weit führen und b) hat das Gegenüberstellen dieser noch nie dazu geführt, Verständnis für die jeweils andere "Seite" zu wecken, seien sie sich in gewissen Bereichen auch noch so ähnlich (Paradoxon), geschweige denn, wenn man die Unterschiede benennt.

Fazit:
Auch du machst immer wieder den Fehler - und ich muss leider sagen, mittlerweile auch wieder viele Frauen - die Welt nur aus den Augen eines Mannes zu sehen. Das Wesentliche, das Wichtige in deinen Augen ist und bleibt: männlich. Deswegen bin ich äußerst skeptisch, was Gespräche auf dem Diwan angehen. Diese hat es immer schon gegeben, es gibt sie noch (s. Saudi Arabien) und es wird sie wohl auch in Zukunft geben. Die Ergebnisse sind bekannt.

Aber wie sagte damals schon Margarete Mitscherlich: "Die Zukunft ist weiblich". Und ich hoffe, sie hatte Recht.


1x verlinktmelden
Realo Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied

Link kopieren
Lesezeichen setzen

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 13:37
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Kompatibilität.
Scheint das neue Zauberewort dafür zu sein, den Islam nicht nur für alles Schlimme in der Welt verantwortlich zu machen, sondern von vornherein eine bessere Form des Zusammenlebens grundsätzlich auszuschließen, weil die Kulturen nicht kompatibel seien. Also irgendwie muss jeder, der aus einer islamischen Region kommt, eine Art Geburtsfehler haben, die ihn mit uns inkompatibel macht. Dass es sich dabei um eine schlichte Ablehung alles Andersartigen handelt, darüber muss man sich dann erst gar keinen Kopf mehr machen: schlicht inkompatibel. Warum hat sich Pegida mit seinem Namen eigentlich so eine Mühe gemacht, wenn man es doch vorher schon wusste, daß Orient und Okzident sich zueinander verhalten wie Feuer und Wasser?

Und man muss das mit der angeblichen Inkompatibilität auch gar nicht näher begründen, erläutern und darlegen, denn das Simsalabim fuinktioniert, indem man es einfach ausspricht, andernfalls, wollte man es begründen, würde es seine Zauberkraft verlieren.
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Also am besten ist ertma jeder bleibt bei seinesgleichen.
Also ethnische und kulturelle Homogenität. Früher sagte man völkisch dazu, aber seitdem das einen historisch bedingten Beigeschmack hat, spricht man stattdessen von Inkompatibilität. Muss ich jetzt das ganze rechte Namedropping und deren neue Bedeutungen lernen, um hier noch mitreden zu können?
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Stimmt.
Ja, als einsamer Rufer in der Wüste, halb geflankt von @Doors und @Tussinelda, hat man hier nicht mehr viel zu melden, sondern geht als Stimme im anschwellenden Bocksgesang unter. Hätte ich eigentlich ahnen müssen, bevor ich den Thread eröffnete. Immerhin wird es von Seite zu Seite klarer: gegen die Inkompatibilitätskeule geht jedes Argument unter. Wozu überhaupt noch reden?  Argumente werden eigentlich nicht mehr wahrgenommen, sondern quasi mit "Gegengebrüll" erstickt. Wer dann immer noch einem Ostwestdialog als besseren Lösungsansatz das Wort redet, wird dann sehr schnell an den Linksaußenrand gedrängt.  Wenn du dein Konzept durchziehen willst, müsstest du als erstes mal das Asylrecht abschaffen oder missachten.
Zitat von lawinelawine schrieb:schade, dass es hier einige user zu geben scheint, die davon scheinbar nichts wissen.
Das sind wahrscheinlich die Gleichen, die Leitkultur für eine genuin deutsche Erfindung halten und das auch belegt haben. Dass nicht Kultur vererbt wird, sondern dass Tradition gepflegt wird, erkennt man an Nordamerika. Hier bei uns ist das eher ein politisches Ding, das Islam als Waffe benutzt, weil hier, anders als in den USA, die Integration versagt (verweigerte Chancengleichheit aufgrund des Namens bei Wohnungs- und Jobsuche). In den USA juckt keinen, wie einer mit Nachnamen heißt, notfalls wird er amerikaniksiert: Aus Rosenfeld wird Roosevelt, aus Dumpf wird Trump usw.).
Zitat von lawinelawine schrieb:wie du siehst, allein in Deutschland gibt es Volksgruppen, die seit 1300 Jahren eine eigenständige Kultur und Sprache bewahrt haben.
Und was willst du uns damit jetzt sagen? Dass der Unterschied zu den Türken darin liegt, dass die einem anderen Glauben anhängen und daher nicht mit unserer Kultur kompatibel seien?
Zitat von PhilippPhilipp schrieb:Das Wort "Kümmel" hört man dann immer noch öfter, als man es in unserer "aufgeklärten Gesellschaft" vermuten würde.
Ist das echt so oder vermutest du das nur? Ich lausche nie an deutschen Stammtischen und zu Facebook verirre ich mich nur im äußersten Notfall
Zitat von lawinelawine schrieb:Wikipedia: Leitkultur
keine Ahnung, ob das bei dir schon angekommen ist.
Wikipedia: Leitkultur#The national debate
keine Ahnung, ob das bei dir schon angekommen ist.
Zitat von NevrionNevrion schrieb:Eine Leitkultur ist meiner Ansicht nach auch nie eine Forderung, sondern immer eine Orientierung, die das gemeinsame Zusammenleben vereinfachen
Das hört sich hier aber seitenlang ganz anders an.
Zitat von NevrionNevrion schrieb:Das alles sind Dinge, die mit unserer hiesigen Gesellschaft einfach unvereinbar sind, wo es eine Toleranzgrenze gibt und ganz sicher auch kein Teil deutscher Kultur sind.
Erstens simplifizierst du pauschalisierend, denn nicht alle Türkinnen sind so wie du sie beschreibst, und außerdem willst du wieder, dass sie sich an unsere "Leitkultur" halten und damit ihre persönliche Tradition aufgeben, obnwohl sie nicht gegen Gesetze verstoßen, nicht beschnitten sind und auch keine Burka tragen. Du willst 1:1 Anpassung, und zwar primär im optischen Sinne, denn Italiener, Griechen und Russen in Deutschland wird ihre Tradition nicfht abgesprochen, die dürfen das. Sind ja auch kein Muslime.


6x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 13:59
Zitat von RealoRealo schrieb:Ist das echt so oder vermutest du das nur? Ich lausche nie an deutschen Stammtischen und zu Facebook verirre ich mich nur im äußersten Notfall
Habe das tatsächlich kürzlich in der Debatte um Erdi öfter wieder vernommen. Natürlich immer auch abhängig davon, in welchen Kreisen man sich gerade bewegt. Habe persönlich einige Türken im Bekanntenkreis, und die meisten sind in der zweiten Generation perfekt integriert. Schule, Job, ggf. Studium, alles kein Problem, auch nicht für die Gastarbeitertochter.

Aber als die Leitmedien danach bei uns anfingen das Demokratieverständnis unserer Türken zu hinterfragen, hättest du mal sehen sollen, wie diese besagten Kumpels und Bekannten guckten. Plötzlich wurde aus einem Viertel aller hier lebender Türken die Erdogan unterstützen, ein allgemeingültiges türkisches Integrationsproblem gesponnen, und das mit entsprechender Stammtisch-Rhetorik natürlich.


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 14:10
@Realo
Mittlerweile kann man sagen, dass hier ganz offen xenophob argumentiert wird. So soll es eben am besten sein, wenn jeder unter seinesgleichen bleibt. Das ist ganz klar das Geschäft der Rechtspopulisten. Natürlich gehört es zur Strategie, Fremdenfeindlichkeit äußert sich heute als harmlos erscheinende 'Kulturkritik'. Die fremde Kultur wird schlicht als nicht kompatibel erklärt, Negativbeispiele werden zur Regel hochstilisiert.
Langsam bekomme ich regelrecht Gähnattacken. Ich muss das mal von einem Arzt untersuchen lassen^^


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 14:15
Ich frage mich, wie man denn - egal jetzt welche - Leitkultur bindend machen will? Und wie man bemessen will, wer nach der Leitkultur lebt, wer nicht, wie derjenige dann integriert ist oder nicht und was man mit denen macht, die sich nicht an unsere "Leitkultur" halten. Das könnte dann ja auch mich und andere betreffen. Könnte das mal jemand von den Leitkulturverfechtern erklären? Und mir gleich noch ein paar Leitkulturverhaltensmaßregeln mit auf den Weg geben? Vielen Dank im Voraus.


melden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 14:22
@Tussinelda

Ich versuchs mal, obwohl mir das Wort Leitkultur auch erhebliche Bauchschmerzen bereitet und hoffe, dass die meisten die es benutzen, folgendes damit meinen:

Es gibt bestimmte Errungenschaften unserer Kultur, die in Deutschland zwar unterbrochen wurde, aber dadurch nicht komplett auf 0 gesetzt wurde, nämlich:

Freiheit, seine Meinung zu sagen, freie Religionsausübung, eine gewisse soziale Absicherung, die man nach Möglichkeit nicht ohne Not ausnutzt, Aufheben der Stände, neuer dann noch: Gleichberechtigung von Mann und Frau, Rsepekt auch zB für Homosexuelle etc

Nahezu alle Menschen, die ich persönlich mag, versuchen sich innerhalb dieser Errungenschaften zu bewegen.

Und da sehe ich es nicht ein, hier eine parallele Kulturentwicklung zu beobachten, die dahinter zurück möchte.
Einmal Aufklärung ist genug. Da will ich auch gar nicht drüber diskutieren, ob das gut ist.
Und wer diese freie und offene Lebensweise für sich oder schlimmer noch für andere nicht möchte, der ist hier vielleicht auch fehl am Platze.


1x zitiertmelden

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

11.08.2017 um 14:25
@Tussinelda

Das ist ja das verzwickte. Das geht nicht. Deshalb wäre es besser meinen Ansatz herzunehmen und dann eine Einwanderung auch davon abhängig zu machen.

Erfahrungswerte gibt es ja. Und ansonsten schaut man sich die Herkunftsländer an was und wie dort gelebt wird.

Verbessern könnte man das natürlich, wenn man selbst mithilft, dass eine Integration auf allen Ebenen funktioniert.

Aber solange hier SA, Iran und Co. eine Religion in unserem Land prägen, wird es schwer in vielen Jahren ein positives Fazit zu ziehen.

Das bedeutet natürlich, dass man Geld in die Hand nehmen muss, aber sparen wäre hier falsch.


melden