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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

3.347 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leitkultur, Kulturchauvinismus, Kulturhegemonie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

27.09.2017 um 11:22
@fumo
multi - kulti meint wörtlich genommen:
viele Kulturen.

immerhin gibt es Menschen, die gar  verneinen, dass es kulturelle Unterschiede zw Menschen unterschiedl Herkunft gibt. aber die gehören zur absoluten Minderheit.

immerhin akzeptieren die meisten Menschen, dass sich Menschengruppen hinsichtl ihrer Sozialisation, ihrer Werte, ihrer Traditionen, ihrer sozialen Bindungen etc pp unterscheiden.


@all
Ziel des Multikulturalismus ist die multikulturelle Gesellschaft, in der es keinen staatlichen oder auch nichtstaatlichen Anreiz oder „Druck“ zur Assimilation geben soll. Die ethnischen und kulturellen Gruppen sollen hingegen einzeln existieren. Dabei beruht dieses Modell auf dem Postulat, dass die (Angehörigen der) jeweiligen Ethnien sich gegenseitig Verständnis, Respekt, Toleranz entgegenbringen und einander als gleichberechtigt ansehen können.
das funktioniert auch leidlich gut, mit einzelnen Gruppen.
ich wüsste nicht, dass die Sorben (eine anerkannte nationale Minderheit in Deutschland) mit Separatismus, mit verweigerter Integration, mit Segregation durch die Mehrheitsgesellschaft und Bildung von PArallelgesellschaften auffallen würden. Grund dafür:
die als verbindlich geachteten WErte, Normen, Gesellschaftsvorstellungen unterscheiden sich nicht von der Mehrheitsgesellschaft. Sorben konnten über Jahrhunderte ihr kulturelles Erbe, ihre Traditionen,  ihre Sprache , Feste etc beibehalten ohne in nenneswerte Konflikte mit der Umgebugs/Mehrheitsgesellschaft zu geraten.

anders sieht es  zB mit einigen  libanesischen und arabischen  Familienclans aus.
Niemand, der alle Tassen im Schrank hat, würde ernsthaft bezweifeln, dass es da zT zu gravierenden Entwicklungen hinsichtlich Parallelgesellschaften kam.
Über allem steht die Ehre der Familie, sagt Clan-Mitglied Ahmed: "Wir stehen für die Familie, leben für die Familie und fallen für die Familie." Wer mit einem Clan-Mitglied Streit habe, "hat Streit mit der ganzen Familie".



Wenn die Ehre einmal verletzt ist, wird zugeschlagen, im Extremfall auch gemordet, sagt Anwalt Benecken. Die Brutalität macht aber nicht vor der Familiengrenze Halt. Er habe selbst davon erfahren, dass ein Familienoberhaupt die Tötung zweier Töchter angeordnet habe.
http://www1.wdr.de/nachrichten/familien-clans-verbrechen-polizei-100.html (Archiv-Version vom 13.10.2017)


das Konzept der Familienehre gehört in vielen Ländern dieser Erde zur Leitkultur . Nicht nur der islamischen und arabischen Welt!
wir sind derzeit aber mit einer starken Einwanderung aus Teilen der arabischen Welt konfrontiert. Wir erleben eine massive Zuwanderung aus islamischen Ländern, in denen westl. Individualismus kein verbreitetes gesellschaftl Konzept ist.

wer das in Frage stellt, tickt mMn nicht richtig.

das kulturelle Konzept der Familienehre ist unserer Kultur fremd.

ich bestehe darauf, dass (als eines von mehreren Beispielen) das Konzept von Familienehre innerhalb Europas nicht zur Leitkultur erhoben wird, auch nicht zur "schützenswerten" "Nischenkultur".
Am Konzept des Multikulturalismus hat der Rostocker Althistoriker Egon Flaig in einem Gespräch mit dem Blog der Wochenzeitung Die Zeit schon vor einigen Jahren pointiert Kritik geübt: „Der Multikulturalismus wird nur von der so genannten Linken in den liberalen Gesellschaften vertreten. Außerhalb dieser Gesellschaften gibt es keinen Multikulturalismus und hat es nie einen gegeben“.[11] Dort, wo der Multikulturalismus die „Gleichheit“ und das „Eigenrecht“ aller Kulturen erklärt und keinen kulturübergreifenden Werte-Konsens anerkennt – etwa den Maßstab der universellen Menschenrechte –, sieht Flaig den „linken“ Multikulturalismus überdies in der Nähe „rechter“ ethnopolitischer Vorstellungen von der „Apartheid“ unantastbarer kultureller Entitäten mit ihren jeweiligen Werte- und Moralkategorien: „Wenn jede Kultur das absolute Recht hätte, zu bestimmen, was ein Verbrechen ist und was nicht, ohne Rücksicht auf universale Werte, dann wäre Auschwitz kein Verbrechen mehr“.[12] Ähnlich argumentiert auch der deutsch-syrische Politologe Bassam Tibi in Bezug auf die muslimische Einwanderung nach Europa: „Beispielsweise neigen Kulturrelativisten dazu, die fundamentalistische Forderung nach einer Geltung der Scharia für die in Europa lebenden Muslime im Sinne von multikultureller Toleranz als ‘Präsentation‘ einer anderen Kultur zuzulassen“. Der „innere Frieden in Gesellschaften, in die Migrationsschübe erfolgen“, hänge jedoch „von der Bejahung einer Ordnung ab, die auf einer Werte-Verbindlichkeit basiert“.[13
Wikipedia: Multikulturalismus
Wie bei jeder Mafia - ob italienischer, russischer oder arabischer - sei auch bei der libanesischen das höchste Ziel: „Wir müssen Macht demonstrieren.“....


Die meisten Familienmitglieder Ahmeds seien schon straffällig geworden. Fehden würden oft blutig enden.....

sobald sie vor Gericht ständen, würden sie die Aussage verweigern.

Es gelte eine internes Clan-Schweigegelübde. Da die Ehre der Familie über allem stehe, hielten sich die Meisten daran. Die, die es nicht täten, müssten sogar mit dem Tode rechnen. Angeordnet vom Familienoberhaupt - um die Ehre wiederherzustellen.
https://www.derwesten.de/staedte/essen/familien-clans-im-ruhrgebiet-werden-immer-brutaler-der-staat-ist-machtlos-id210881009.html


wer ernsthaft meint, alle Kulturen und kulturellen Konzepte sollten gleichberechtigt nebeneinander gelebt werden, sollten gleichberechtigter Teil des Wertekonsens in Deutschland/europa werden, verweigert sich mit großem Erfolg dem Konzept der europäischen Leitkultur.
Glückwunsch :( (dieser Glückwunsch ist zynischer Natur)


übrigens ist für mich nicht wichtig, welche Kultur , gesellschaftl Konzepte und Traditionen anderen überlegen oder unterlegen sind.

wichtig ist mir, dass in Deutschland (Europa) nach den Konzepten gelebt wird, die wir als zu Westeuropa gehörende Nation in jahrhunderte langem Kampf von unseren Vorfahren übernahmen und weiter entwickeln konnten. Gesellschaftskonzepte mit einer (LEit)kultur, die unser Zusammenleben, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Gebräuche , Traditionen bis hin zu unseren Gesetzen geprägt haben.

vielleicht ist eine Kultur, die Familienclans und die Familienehre über den westl geprägten Individualismus stellt, sogar in vielen Punkten überlegen (Stichwort: Familienzusammenhalt; Umgang mit armen, schwachen alleinstehenden Familienmitgliedern; Versorgung der Alten).
ich lehne sie dennoch ab.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

27.09.2017 um 11:22
Zitat von fumofumo schrieb:Nicht der Herrenmensch zeigt, wo es langgeht, sondern der Hausherr zeigt dem Gast, wo es langgeht; eine Gepflogenheit, die selbst der zergrünteste unter uns zuhause pflegen wird.
Du machst aber einen Fehler wenn nur dich als Gastgeber siehst. Ich bin auch einer, und ich widerspreche dir da etwas. ^^


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

27.09.2017 um 11:25
Zitat von PhilippPhilipp schrieb:Du machst aber einen Fehler wenn nur dich als Gastgeber siehst. Ich bin auch einer, und ich widerspreche dir da etwas. ^^
Die Mehrheit in diesem Land hat nicht Grün gewählt; was leider nichts daran geändert hat, dass Grün nicht verhindert werden konnte.

Solltest du jedoch SPD oder CDU gewählt haben, rate ich dazu, dich mit ihrer Assimilationspolitik vertraut zu machen, denn darin kommt die Leitkultur zum Ausdruck, wenn auch nicht namentlich genannt!


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27.09.2017 um 11:30
@fumo
Bin kein Grünwähler, nein. Eher ein Liberaler, mit etwas mehr Sozialverantwortung, wenn man das mal so nennen kann. Also durchaus ein Schwarzgelber in der bisherigen Konstellation, mit der Sozailverantwortlichen Merkel an der Spitze. Diese Leute befürworten die offene Gesellschaft schon immer. Das hat nichts mit Links-Grün-versifft zu tun, das ist gelebter Pluralismus. Einer der höchsten Werte unseres Kulturkreises.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

27.09.2017 um 11:30
@Realo

Der Punkt ist doch, dass man die Grünen auf der inhaltlichen Sachebene bekämpfen muss, um zu zeigen, welche Konsequenzen sich aus welcher Politik ergeben. Wer als einzigen Konsens die Achtung der Gesetze propagiert, schafft Abgrenzung und Abschottung - gewollt oder ungewollt.

Er trägt nicht zur gegenseitigen, kulturellen Befruchtung bei, weil potentielle Zuwanderer nicht in die Verlegenheit kommen, sich mit der Mehrheitsgesellschaft austauschen zu müssen.

Ich hatte einen Syrer, der sich von einem arabischen Arbeitgeber hat retten lassen, nur um diese Sprache nicht lernen zu müssen! ... :D


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

27.09.2017 um 11:31
Zitat von PhilippPhilipp schrieb:Also durchaus ein Schwarzgelber in der bisherigen Konstellation, mit der Sozailverantwortlichen Merkel an der Spitze.
Was im Moment in Bezug auf die Integrationspolitik umgesetzt wird, kommt von Merkel!

Und diese Politik ist richtig; es bedarf keiner AFD!


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

27.09.2017 um 11:32
Zitat von fumofumo schrieb:Wenn ich jetzt in die Türkei auswandern würde, dort direkt mit 5 Deutschen Freundschaft schließen könnte und meine alltäglichen Geschäfte mit Deutschen abwickeln könnt, würde ich einen Teufel tun, diese schwere türkische Sprache zu lernen! Es bestünde keine Notwendigkeit, es zu tun, und dadurch würde ich mich abgrenzen! Mehr oder weniger ungewollt!
würdest du erwarten, dass dir der türkische Staat/ die Stadt in die du ziehst, dir nahezu kostenlosen Sprachunterricht anbietet??


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27.09.2017 um 11:37
Vielleicht hilft einfach noch mal ein wenig Geschichtsunterricht. Dann wird man feststellen, dass "die Deutschen" in den vergangenen zwei, drei Jahrhunderten ein Volk von "Wirtschaftsflüchtlingen" und "Asylbewerbern" waren, die sich aufgemacht haben, von der Wolga bis in die Karpaten, von Alaska bis Feuerland, von Afrika bis Asien und Australien ihr Glück zu suchen.

Was die freiwillige Ghettobildung angeht: Es ist wohl nicht so ungewöhnlich, dass sich Menschen gern mit "Ihresgleichen" umgeben. Man denke an die deutschen Dörfer und Städte in Ungarn, Rumänien, der ehemaligen UdSSR - oder an deutsche Ansiedlungen in Namibia, in Südamerika oder auf Malle. Selbst die USA hatten, zumindest bis zum Eintritt in den Ersten Weltkrieg, fast rein deutschstämmige Stadtteile, Städte und Gemeinden. Mit deutschen Schulen, deutschen Zeitungen und deutschen Festivitäten. Selbst Kaisers Geburtstag oder der Sedantag wurden dort gefeiert. Ein Wiederaufleben ergab sich (ohne Feiern) durch die Menschen, die vor dem Faschismus aus Deutschland flüchten mussten. Froh konnte von den Flüchtlingen der sein, der ein deutschsprachiges Netzwerk für Bürokratie, Unterkunft, Arbeit vorfinden konnte.

Geschäfte und Restaurants, in denen deutschstämmige Migranten heimische Speisen und Getränke vorfinden, gibt es wohl weltweit - von der Bierbar in Shanghai oder Thailand bis zum Currywurststand in Spanien oder "Feinkost"-Läden in New York.

Warum sollen andere Menschen also nicht die gleichen Ansprüche ans Leben stellen wie unsere (ehemaligen) Landsleute?

Schon merkwürdig: Wenn sich Wolgadeutsche, Sudetendeutsche, Donauschwaben oder Siebenbürger Sachsen in Jahrhunderten nicht in ihre Heimatländer Russland, Tschechien, Ungarn oder Rumänien integrierten, sondern an ihrer Parallelgesellschaft mit eigener Sprache, eigenen Medien, eigenen Sitten, Religionen und Gebräuchen festhielten: Dann freut sich der Deutsche hierzulande, dass diese allen Widrigkeiten zum Trotze ihre "nationale und kulturelle Identität" bewahrt haben. Und die unterschiedlichsten Regierungen der BRD subventionieren diese "Parallelgesellschaften" mit unserem Steuergeld.

Und noch ein Blick zurück und in meine Heimat:

Die Bewohner Nordfrieslands mussten im Laufe der Geschichte oft ihr Land verlassen, weil es sie nicht ernähren konnte oder schlichtweg abgesoffen ist. Nach dem von Preussen gegen Dänemark gewonnen Krieg 1864 kam Nordfriesland zu Preussen. Damals sind junge Männer in Scharen - angeblich etwa 30 Prozent, aus Nordfriesland abgehauen, meist in die USA, weil Preussen, im Gegensatz zu Dänemark, für sie mehrjährige Wehrpflicht bereit hielt. Dann hätten sie ihre Familien nicht mehr unterstützen oder ernähren können. Also haben sie "rübergemacht" und, so seltsam es klingt, in Parallelgesellschaften z.B. in New York, gelebt und gearbeitet und haben mit dem verdienten Geld entweder ihre Familie daheim unterstützt oder für deren Nachzug gesorgt.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

27.09.2017 um 11:40
Zitat von DoorsDoors schrieb:Vielleicht hilft einfach noch mal ein wenig Geschichtsunterricht
nein, hilft nicht wenn es um gesellschaftl Konzepte von Familienehre geht,
um die Frage Individualismus ./. Familienclan
hilft auch nciht bei der Frage, ob Strafgesetzbuch oder Shariarecht der Vorzug einzuräumen ist. Je nach Herkunft und Sozialisation wird diese Frage unterschiedlich beantwortet.

die Friesen und ihre Wanderungen spielen bei den gegenwärtigen brennenden Fragen - ich muss dich echt enttäuschen - keine Rolle :(


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27.09.2017 um 11:43
@Doors
Gute Information, danke dafür. Zeigt sie doch eben auch, dass solche Multikulti-Modelle schon immer und überall gelebt wurden, und dass sie diese Länder/Gesellschaften auch bis heute noch nicht geschafft hatten zu unterwandern, zu zerlegen und zu zerstören. Ganz im Gegenteil. Nicht selten wurde die neue Heimat sogar bereichert.


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

27.09.2017 um 11:48
Zitat von DoorsDoors schrieb:Was die freiwillige Ghettobildung angeht: Es ist wohl nicht so ungewöhnlich, dass sich Menschen gern mit "Ihresgleichen" umgeben. Man denke an die deutschen Dörfer und Städte in Ungarn, Rumänien, der ehemaligen UdSSR - oder an deutsche Ansiedlungen in Namibia, in Südamerika oder auf Malle. Selbst die USA hatten, zumindest bis zum Eintritt in den Ersten Weltkrieg, fast rein deutschstämmige Stadtteile, Städte und Gemeinden. Mit deutschen Schulen, deutschen Zeitungen und deutschen Festivitäten.
Teilsweise wird in den USA heute noch "Deutsch" gesprochen.

Wikipedia: Pennsilfaanisch Deitsch


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27.09.2017 um 11:49
@lawine

Bislang ist mir kein deutsches Gericht bekannt, das nach der Scharia entscheidet.

Zum Thema Individum vs. Familie unterhalte man sich gern mal mit Familientherapeuten. Ist ja nicht so, dass die eingeborene Bevölkerung nur aus absoluten Individuen bestünde, für die familiäre Verpflichtungen (im Guten wie im Bösen) keine Rolle spielten.

Und weil ich aus der Geschichte gern lerne, um heutige Probleme zu begreifen, noch ein historischer Verweis:

Friedrichstadt an der Mündung der Treene in die Eider, eine niederländische Gründung, hatte nicht nur 200 Jahre lang ein niederländisches Sprachprivileg, sondern es galt auch ebenso lange niederländisches Recht. Was würde passieren, würden, auf Wunsch der Regierung, muslimische Glaubensverfolgte, meinetwegen Schiiten aus dem Irak oder Sunniten aus dem Iran, in der BRD eine Stadt gründen, in der sie 200 Jahre lang ausschliesslich ihre Heimatsprache und ihr Heimatrecht (Scharia!) ausüben dürften?


Natürlich sind Kriminelle immer Kriminelle und als solche auch von Polizei und Justiz zu behandeln, daran besteht kein Zweifel. Nun ist allerdings organisierte Kriminalität, ebenso wie individuelle, kein arabisches Privileg. Darüber kann man sich gern mal mit dem lokalen Chapter der Hell's Angels unterhalten.


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27.09.2017 um 11:50
Hmm ... in Bezug auf den Titel und die gerade beendete Wahl stelle ich fest dass man es nicht schafft die richtige Botschaft zu transportieren: Dialog ist beidseitig!

Deswegen kommt es so an dass der Westen sich bitte anpassen soll, aber die Migranten überhaupt nicht.
Das führt zu nichts.


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27.09.2017 um 11:52
@Philipp
@Realo

Aus meinem persönlichen Threadarchiv exhumiert:

Ich bin in den sechziger Jahren in einem damals schon auf eine lange "multiethnische Tradition" zurück blickenden Stadtteil (Hamburg-St.Pauli) gross geworden. Da war es vollkommen normal, dass Nachbarn aus aller Herren Länder stammten. Kaum einer hatte Probleme damit. Man hatte Gemeinsamkeiten. Man war Malocher, man war arbeitslos, man war arm, man wohnte in beschissenen Verhältnissen, man war gelegenheitskriminell, man ging anschaffen. Da war es vollkommen egal, ob jemand schwarz, gelb oder blass war, de Vries, Müller, Smith, Hinterhuber, Li, Kim, Stanislawski, Ulutürk oder Wagadongo mit Nachnamen hiess. Bis 1945 hatte dieser Stadtteil sogar noch eine komplette "Chinatown", ganz, wie es sich für eine Welt- und Hafenstadt gehört.

Natürlich war Deutschland immer auch ein Durchzugs- und Einwanderungsland mit nationalen Minderheiten in bestimmten Regionen, wie Nord- und Ostfriesen an den westlichen Küsten, wendischen Sorben in der Lausitz und im Spreewald, Dänen an der Nordgrenze.

Darüber hinaus hat Deutschland immer wieder grosse Immigrationswellen erlebt.
Stichwort Völkerwanderung.

Jüdische Gemeinden lassen sich seit 321 urkundlich nachweisen. Im Mittelalter zog es Handwerker und Händler aus den Niederlanden, Frankreich, Polen etc. in die Grenzen des heutigen Deutschlands. "Gekommen um zu bleiben" - ebenso zog es natürlich auch Deutsche hinaus in die Welt. Bereits die Hanse sorgte für eine rege Durchmischung der Handel treibenden Völker. Später kamen Kolonisten aus den Niederlanden, um beispielsweise die Überschwemmungsgebiete der Elbe (Vier- und Marschlande) zu besiedeln, im 16. Jahrhundert war jeder 4. Hamburger ein niederländischer Migrant.

Im 17. Jahrhundert waren gut 1/4 der Einwohner des Grossraums Berlin französischer Herkunft. In Hamburg waren Portugiesen und Engländer stark vertreten, wie sich heute noch an Namen alter Familien erkennen lässt. Ebenso rege war der Zuzug von Schweden, schliesslich waren Teile der Ostseeküste einst schwedisch, oder von Dänen, die bis an die Elbe herrschten - und blieben.

Im 19. Jahrhundert kam es zu einem starken Zustrom von Arbeitsmigranten, meist aus Polen oder der Ukraine, nach Deutschland. In manchen Städten im Ruhrgebiet gab es um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mehr Polen als Deutsche. Nationalisten befürchteten eine "Verpolung" der deutsche Rüstungsschmiede im Ruhrpott.

Nach der russischen Revolution 1917 liessen sich viele zarentreue Flüchtlinge aus Russland und dem Baltikum in Deutschland nieder. Zuvor hatten schon Menschen aus den deutschen Kolonien sich in Deutschland niedergelassen.

Der Zweite Weltkrieg mischte die Völker Europas noch einmal nachhaltig durch, zahlreiche "displaced persons" aus allen Teilen Europas blieben freiwillig oder unfreiwillig in Deutschland hängen, ebenso wie ehemalige Besatzungssoldaten.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Arbeitsmigranten aus den Ländern rund ums Mittelmeer dazu, politische Flüchtlinge aus Diktaturen wie Griechenland, dem Iran oder Chile oder Asylbewerber aus allen Staaten der Erde, nicht zu vergessen die Communities ausländischer Geschäftsleute, wie der Japaner in Düsseldorf oder der iranischen Teppichhändler in Hamburg.

Heute gilt Berlin als grösste "polnische", "russische" oder "türkische" Stadt ausserhalb der jeweiligen genannten Länder. Etwa 20.000 junge Israelis leben in Berlin - mehr als irgendwo sonst ausserhalb Israels. Hamburg ist die grösste "afghanische" Stadt und die grösste "ghanaische", so weit ich weiss. Ein "Portugiesenviertel" am Hafen gibt's übrigens auch noch, sowie einige skandinavische Kirchengemeinden.

Wahrscheinlich habe ich noch allerlei Völkerscharen vergessen.

So viel zum Thema "Vielvölkerstaat"!


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27.09.2017 um 12:01
@Abahatschi

Viele von den Menschen, mit denen ich ehrenamtlich arbeite, kommen aus Ländern, aus denen sie religiöser Irrsinn vertrieben hat - ob dieser nun unter IS, Taliban, Boko Haram oder wasauchimmer firmiert. Die haben mit Religion meist nicht mehr viel am Hut bzw. Turban. Vor allem Frauen sind erstaunt und begeistert davon, welche Freiheiten und Möglichkeiten sie hierzulande haben.

Natürlich gibt es auch die, die sich nach Verlust ihrer Heimat um so verzweifelter an zweifelhafte Traditionen halten, vom Alkoholverzicht über andere religiösen Ernährungs- oder Kleidungsvorschriften bis hin zu Familien- und Rollenvorstellungen, wie man sie sonst nur noch von AfD-Anhängern kennt. Aber die gibt es ebenso unter Eingeborenen, wie einem ein Gespräch mit einem Guttempler, einem Veganer oder Kuttenträger eines Motorrad-Clubs zeigen wird. Von traditionalistischen Frauen-, Kinder- und Familienbildern bzw. Konfliktlösungs- oder Erziehungsstrategien mal ganz abgesehen.


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27.09.2017 um 12:06
@Doors
Das mag alles sein, aber außer (gesetzlich) respektieren kann ich das nicht, für mich sind die Gesetze hier bindend.
Ich kann auch keine Rücksicht drauf nehmen, warum er/sie mit meinem Lebensstill nicht einverstanden ist.
Seine Freiheit endet dort wo meine beginnt (gilt auch umgekehrt).


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27.09.2017 um 12:11
@Abahatschi

Wie ich schon schrieb: Mir ist nicht bekannt, dass aus falscher Rücksichtname auf migrationshintergründige Kriminelle die Scharia von deutschen Gerichten zur Anwendung kommt. Wenngleich manch anständiger Bürger vielleicht wünschte, dass Kinderficker an den Baukran kommen, Kiffer auf's Schafott und Ladendieben oder Sprayern die Hand abgehackt werden solle. Teilnehmern illegaler Autorennen gern auch der Gasfuss.


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27.09.2017 um 12:29
@Doors
Es gibt auch Zwischenstufen: ich bin kein Ungläubiger bzw. geht das niemand an, es wird kein Kommentar erwartet, verlangt oder akzeptiert.
Zu meiner Religion hat man die Freiheit zu schweigen, zu den anderen legalen Sachen auch.


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27.09.2017 um 12:44
@Doors
ich kann echt nicht nachvollziehen, wie man voller Übezeugung sagen kann, der Islam gehöre vollumfänglich zu Deutschland, aber nicht die Sharia.
ebenso könntest du von einem Christen verlangen, den 10 GEboten abzuschwören.

für einen gläubigen Moslem gibt es keine Trennung von Islam und Sharia. Dass strafrechtl die Sharia in Deutschland  keine Anwendung findet, klar. im Familien -und Zivilrecht sieht das in der Realität ganz anders aus. Auswirkungen gibt es in Einzelfällen auch im Strafrecht.
Grundsätzlich jedenfalls, so muss man sagen, seit 2007 eine Frankfurter Familienrichterin einem prügelnden Marokkaner ein "Züchtigungsrecht" zugestand und die vorzeitige Scheidung ablehnte.
http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/deutschland/H%C3%A4lt-die-Scharia-Einzug-in-deutsche-Gerichte-article3311722.html
Der rheinland-pfälzische Justizminister Jochen Hartloff (SPD) hat sich für die Einführung von sogenannten Scharia-Gerichten in Deutschland ausgesprochen. Diese machen das islamische Recht zur Grundlage ihrer Urteile. „Wenn das in Form von Schiedsgerichten geschieht wie im Handel oder im Sport, dann ist das vertretbar“, sagte Hartloff der „B.Z.“.
aha, ein bisschen Sharia light darfs für Menschen mit Migrationshintergrund also doch sein...zumindest wenn es nach einzelnen linken Politikern geht
http://www.focus.de/politik/deutschland/islamisches-recht-spd-politiker-will-scharia-gerichte-in-deutschland_aid_709993.html
Zum Tragen kommt dann das Internationale Privatrecht - indem bei Scheidungs- oder Erbrechtsfällen beispielsweise nach tunesischem oder iranischem Recht geurteilt werden kann. Genau das ist die Stelle, an der die Scharia ins Spiel kommt. Und aus dem Blickwinkel westlicher Rechtstradition zu teilweise bemerkenswerten Ergebnissen führt: So erkannten deutsche Gerichte bereits Ehen an, die in Tunesien durch zwei Stellvertreter per Handschlag geschlossen worden waren. Ein Kölner Gericht verdonnerte einen geschiedenen türkischen Ehemann dazu, seiner geschiedenen Frau 600 Golddukaten als "Brautgabe" auszuzahlen, weil es der islamische Ehevertrag so vorsah. Und bereits im Jahr 2000 lehnte das Bundessozialgericht die Klage einer aus Marokko stammenden Witwe ab, die sich weigerte, die Rente ihres Mannes mit dessen Zweitfrau zu teilen. Unter Verweis auf islamisches Recht entschieden die Richter damals zugunsten der Zweitfrau: Beide Frauen hätten Anspruch auf den gleichen Rentenanteil.
http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/politik/deutschland/H%C3%A4lt-die-Scharia-Einzug-in-deutsche-Gerichte-article3311722.html

Mehrehen gehören nicht zu unserer Leitkultur.
Kinderehen gehören nicht zu unserer Leitkultur
Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit gehört nicht zu unserer Leitkultur.
Behandlung der Frau als Eigentum des Vaters/Bruders/Onkels (der Familie) gehört nicht zu unserer Leitkultur
Familienehre , die sich am Hymen von jungen Mädchen und Frauen festmacht, gehört nicht zu unserer Leitkuktur

und auch wenn es derzeit keine Rolle spielt:
indisches Kastenwesen gehört ebensowenig zu unsrer Leitkultur


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27.09.2017 um 13:09
Zitat von lawinelawine schrieb:ebenso könntest du von einem Christen verlangen, den 10 GEboten abzuschwören.
Der Vergleich hinkt so stark da könnte man glatt Behindertengeld dafür verlangen. 

Und was die herbeiziehung der Sharia in der Rechtssprechung betrifft ists ganz klar das dies nur soweit zulässig ist wenn die Grundrechte von hier nicht verletzt werden.
Die Grundsätze eines fremden Kulturkreises könnten aber in eine Entscheidung miteinbezogen werden, wenn sie nicht gegen das Wertesystem des Grundgesetzes verstoßen.

https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-limburg-nach-tuerkisscher-scheidung-scharia-als-rechtsgrundlage/



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