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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

3.347 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leitkultur, Kulturchauvinismus, Kulturhegemonie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

28.09.2017 um 10:06
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Aber welche kulturellen Bereicherungen bringt uns denn die Zuwanderung von fundamentalislamischen Arabern und Nordafrikanern?
Diese Form der Zuwanderung wäre ablehnenswert, weil sie wiederum generisch zur Erzeugung von Parallelgesellschaften diente.

Bereits zugewanderte Menschen, die unter genannte Kategorie fallen, sollten auch schnellstmöglich abgeschoben werden; ungeachtet einer eventuellen Konsequenz in ihrem Herkunftsland.

Das wurde bei den bisherigen Sammelabschiebungen krimineller Afghanen bereits praktiziert und war absolut unterstützenswert!

Das setzte jedoch voraus, dass die Menschen Nordafrikas oder Arabiens alle fundamentalistisch seien; das ist jedoch ein Irrglaube, wie ich täglich bei meiner Arbeit mit den Syrern oder Eritrea-Leuten erlebe.

Die Menschen sind überwiegend Muslime, sind aber gleichzeitig sehr weltoffen und liberal; eine absolute Bereicherung für unsere Gesellschaft!


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Leitkultur…oder west-östlicher Divan?

28.09.2017 um 10:25
@fumo


Ich stimme deiner Zielsetzung bzgl Assimilation zu (Du hast die Definition nicht zufällig von Koopmans)


Anbei relativ aktuell aus der Schweiz



https://www.nzz.ch/international/muslime-in-deutschland-die-schoene-welt-von-bertelsmann-ld.1313961 (Archiv-Version vom 10.09.2017)


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28.09.2017 um 10:27
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Ich stimme deiner Zielsetzung bzgl Assimilation zu (Du hast die Definition nicht zufällig von Koopmans)


Anbei relativ aktuell aus der Schweiz
Nein, ich bin eigenständig ohne Einfluss von außen zu dieser Überzeugung gelangt.

Ein Abweichen von dieser Form der Assimilation wäre gesellschaftsschädigend, weil es unvermeidlich zu Spaltung führen würde.


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28.09.2017 um 10:30
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:So wie wir ohne französische und italienische Küche ärmer wären, wie wir ohne südamerikanische Lebensart ärmer wären und ohne fernöstliche Höflichkeit vielleicht auch. Da stimme ich vollkommen zu. Und auch ohne die türkische Küche, die man auf keinen Fall auf Dönerbudenfraß reduzieren sollte.
Klar wenn man kultur und Bereicherung auf "Fressen und Saufen" reduziert..

Eine Superkultur gibt es noch nicht. Wobei zb die  Westliche Kultur eine gewisse Suprakultur ist die sich über den Globus auch in andere Kulturkreise erstreckt.

Tatsache ist eigentlich nur das eine bestimmte Enwicklung eben angenommen werden und dafür andere Traditionen, Werte, Normen aufgegeben werden weil "Veraltet".
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Aber wenn ich mir die Herkunftsländer anschaue, wie zB den Irak oder Afghanistan, dort gibt es absolut gar nichts, was ich als Bereicherung auffassen könnte. Und diese Länder sind wie jedes Land von Menschen gemacht.
Geht mir ähnlich, ich sehe nicht wie uns die Sunnitische wahhabitische Kultur heutzutage bereichern sollte.
Zitat von fumofumo schrieb:Ein Abweichen von dieser Form der Assimilation wäre gesellschaftsschädigend, weil es unvermeidlich zu Spaltung führen würde.
Da bin ich völlig bei dir, und genau da sehe ich das Problem als auch eine Ursache des Unmuts der Leute.


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28.09.2017 um 10:35
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:    sacredheart schrieb:
   Aber wenn ich mir die Herkunftsländer anschaue, wie zB den Irak oder Afghanistan, dort gibt es absolut gar nichts, was ich als Bereicherung auffassen könnte. Und diese Länder sind wie jedes Land von Menschen gemacht.

Geht mir ähnlich, ich sehe nicht wie uns die Sunnitische wahhabitische Kultur heutzutage bereichern sollte.
Es sollte jedoch das Individuum berücksichtigt werden; jenseits seiner Herkunftskultur.
An dieser Stelle ist zu prüfen, wie entwicklungsfähig die Person in Bezug auf Liberalismus ist.

Ich muss jedoch eingestehen, dass die überwiegende Anzahl an Afghanen, die ich bisher kennengelernt habe, meinen Assimilationsansätzen nicht entsprechen.

ich möchte jedoch nicht ausschließen, dass es sich lediglich um ein Problem der Zeit handelt, was dazu führen würde, dass sich diese Leute ebenfalls assimilieren lassen; jedoch eben etwas zeitverzögert!


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28.09.2017 um 10:52
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Da bin ich völlig bei dir, und genau da sehe ich das Problem als auch eine Ursache des Unmuts der Leute.
Der Unmut der Mehrheit an Menschen in diesem Land rührt von "Überfremdung" her, wobei dieser Begriff zu definieren ist.

Ein Mensch ist mir fremd, wenn es keine Möglichkeit gibt, mit ihm in Kontakt zu treten; sei es über die Sprache, die persönliche Freundschaftsebene oder die partnerschaftliche Ebene.

Ein Mensch, zu dem ich einen persönlichen Kontakt aufbaue, kann mir in der Folge nicht fremd sein.

Und die Menschen - einschließlich mir - sehen nicht die Notwendigkeit, in ihrem eigenen Land Abschottung gegenüber der Leitkultur zu tolerieren. Es gibt auch kein Argument, welches diese vorsätzliche Abschottung rechtfertigen könnte.

Was mich jedoch beruhigt, sind meine Beobachtungen, dass die Menschen ab der Sprachstufe B2 mehrheitlich auch freundschaftliche Kontakte zu Deutschen knüpfen oder sich in Vereinen einbringen.

Hier muss allerdings betont werden, dass das Erlernen der Sprache nicht der Freiwilligkeit obliegt, sondern eine behördliche Anordnung ist.

Aus diesem Grund halte ich es für unabdingabr, vom bisherigen Integrationsansatz endgültig abzurücken "Lerne die deutsche Sprache, wenn du das möchtest, es hat Vorteile blabla!", sondern es zu einer undiskutierbaren Bedingung zu machen!

Fraglich wäre es allerdings, welche Zielsprachstufe verbindlich sein sollte! Über dieses Thema müssten noch Diskussionen geführt werden:

B1: gebrochenes Deutsch; ausreichend für einfache Helfertätigkeiten
B2: mittelmäßiges Deutsch; ausreichend zum Besuch der Berufsschule
C1: ordentliches Deutsch; im Moment verbindlich für Studenten, Lehrer und Ärzte
C2: Muttersprachler


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28.09.2017 um 11:00
Ich kann erst mal nur für mich sprechen, aber ein Kern des Problems mag auch Folgendes sein:

Ich habe schon Menschen aus vielen Ländern kennengelernt. Meine Partnerin stammt aus Peru, wir haben viele Kontakte nach Südamerika, nicht nur nach Peru. Hier traf ich auf offene und herzliche Menschen, mit einer Lebenseinstellung, die ich mag.
Ich kenne auch Menschen aus Thailand, aus Vietnam und den Philippinen und Japan und war fasziniert.
Wir haben Freunde in Holland, Italien, Spanien und Belgien.
Wir haben türkische Freunde.
Deren Lebenseinstellung wirkte auf mich sympathisch und offen.

Die Menschen aus Arabien und Nordafrika, die ich aus beruflichen Gründen kennengelernt habe, lösten bei mir nicht die gleichen positiven Assoziationen aus. Das liegt an lautstark auftretenden Männern mit teilverhüllten wortkargen Frauen, an einer aggressiv wirkenden Körpersprache, von der ich natürlich nicht weiss, ob sie so intendiert ist.

Das kann man wegdiskutieren, aber eine Vorfreude auf Gemeinsamkeit entsteht bei mir anders. Ich glaube, das geht nicht nur mir so.
Das wird auch durch lautstark auftretende Gruppen junger Männer, die in ihrer Landessprache wild rufend durch Innenstädte stolzieren, nicht besser.
Deren Abwesenheit jedenfalls würde mir niemals negativ auffallen können. Daher bin ich auch nicht vom brennenden Wunsche beseelt, dass es noch mehr werden sollen.


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28.09.2017 um 11:05
Zitat von fumofumo schrieb:Der Unmut der Mehrheit an Menschen in diesem Land rührt von "Überfremdung" her
Nein.
Die gibt es nämlich garnicht, nicht mal in der von dir vorgebrachten Parallelgesellschaft, denn das würde bedeuten, dass die Fremden in die (uns) nicht fremde Kultur eingriffen und dem ist nicht so, sie laufen eben nur parallel, nebeneinander her. Der Unmut kommt von ganz woanders, es gibt andere Faktoren, die die Wähler zu rechtspopulistischen Parteien ziehen, aber das wurde schon im AfD-Thread vor einigen Tagen thematisiert.


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28.09.2017 um 11:14
Zitat von KältezeitKältezeit schrieb:dass die Fremden in die (uns) nicht fremde Kultur eingriffen und dem ist nicht so, sie laufen eben nur parallel, nebeneinander her.
Ich habe deswegen versucht, diesen fehlerhaften Begriff der "Überfremdung" korrekt zu definieren, denn du hast Recht, dass es nicht so viele Menschen sind, dass es zulässig wäre, von einem Eingriff in die Mehrheitskultur zu sprechen.

Ich definiere "Überfremdung" deswegen - wie du - ausschließlich als "parallel laufend".

Viele Menschen haben jedoch die Sorge, dass die Anzahl an Menschen und Gruppen, die uns fremd sind und bleiben, ansteigt; was als "zu viel" empfunden wird  - also "über".


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28.09.2017 um 12:16
Zitat von fumofumo schrieb:Integration:
- Der Zuwanderer hält sich an die Gesetze und Verordnungen
- Die deutsche Sprache ist mindestens eine Behelfssprache, die jedoch nur zu gewissen Anlässen eingesetzt wird (Behörden, Ärzte, Bäcker usw.)
Nein, das ist nicht Integration, das ist eine Protoform, wenn der Migrant noch nicht lange hier ist und sich noch nicht mit Sicherheit sasgen lässt, ob es zu Integration oder Assimilation tendieren wird, also ein Status in Knospenform. Als entwickelte Form ist dies weder Integration noch Assimilation, sondern "Parallelexistenz". Das mag für einen Flüchtling ausreichen, der in absehbarer Zeit wieder abhaut, aber nicht für einen, der länger hier bleiben oder gar die Staatsbürgerschaft annehmen will.
Zitat von fumofumo schrieb:Assimilation:
- Der Zuwanderer hält sich an die Gesetze und Verordnungen
- Die deutsche Sprache ist Alltagssprache geworden; die Muttersprache wird zur Behelfssprache (Familie und Verwandte usw.)
- Der Zuwanderer steht exogenen Kontakten und Freundschaften offen gegenüber und beschränkt diese nicht mit Vorsatz auf die eigene endogene Gruppe.
- Der Zuwanderer steht exogenen Partnerschaften offen gegenüber und beschränkt diese nicht mit Vorsatz auf die eigene endogene Gruppe.
Das könnte sowohl Integration wie auch Assimilation bedeuten. Für uns: mission accomplished, Ziel erfüllt.

Es ist aber nur ein Ausschnitt: Wie lebt er sonst? Hat er mit der Sprache auch seine Kultur, seinen Glauben, seine einstigen Peer Groups abgeworfen und umgibt sich jetzt nur noch mit Deutschen, um in der öffentlichkeit - abgesehen von den unverändrerbaren optischen Kennzeichen, die auf eine außereuropäische Herkunft hinweisen - als Deutscher durchgehen zu können? Wenn man diese Fragen mit ja beantworten kann, muss man tatsächlich von Assimilatkion sprechen; alles, was seine ursprüngliche Identität ausmachte, ist Substrat; alles Deutsche ist Superstrat. Er wird versuchen seine Kinder in der deutschen Sprache zu erziehen und im Extremfall sogar darauf verzichten ihnen seine eigene Muttersprache beizubringen.

Bei Integration wird, was diese kulturellen Spezifikationen (nicht zu verwechseln mit Normen und Werten) angeht, zu einer Fusion beider "Kulturen" zu bringen, also eine "doppelte Kultur" herzustelölen, die Neues (Deutsches) überniommt und Altes (Herkömmliches) konserviert. Die Kinder lernen dann zB zwei Muttersprachen und können später wählen, für welche Religion sie sich entscheiden oder ob sie Atheisten sein wollen. Das Gleiche gilt für die Essgewohnheiten, Bekleidung (Kopftuch ja oder nein) etc. Also eine liberale Haltung, in der man sich die Nähe oder Distenz zu der einen oder anderen Kultur selbst aussuchen kann, bis oder wie es "passt".
Zitat von fumofumo schrieb:Und diese Punkte sind für mich nicht verhandelbar, wenn ein Mensch längerfristig in Deutschland leben möchte, denn ein Abweichen von diesen Assimilationspunkten führt zu einer gesellschaftlichen Spaltung, zu Abgrenzung und zur Bildung von Parallelgesellschaften.
Nein, das ist falsch, weil du es  mMn nicht gründlich und konsequent genug durchdacht hast. gerade die Freiheit zu wählen, wie nah und wie fern man kulturellen Einflüssen der einen und anderen Seite sein will, ist eine extrem westliche Haltung und ein Markenzeichen (water proof) für gelungene Integration und eben nicht Assimilation, denn bei Assimilation hat er keine echte Wahl, als alles, was seine Herkunfts-Kultur ausmacht, abzulegen, bis in den Glauben hinein, denn hier in Deutschland wird einer mit islamischem Glauben nicht richtig angenommen, wenn man weiß, dass er Muslim ist. Er muss als Asiimilierter seinen Glauben also immer verstecken, so wie das ein Christ auch tut, der davon ausgeht, das Glauben eine individuelle und rein persönliche Angelegenheit ist und die anderen nichts angeht, so dass man nicht weiß, ob er Christ ist oder Atheist. Das ist bei uns die Normalform, kann für einen Migranten mit anderem kulturellen Hintergrund aber nie die Normalform sein, sondern nur die assimilierte. Hat man es mit einem Integrierten  zu tun, weiß man, oder ahnt es, dass er Muslim ist, weil er sich bisweilen zurückzieht (zum Gebet?) und in der Kantine nur halal isst (Vegetarier oder Muslim? wahrscheinlich Letzteres, weil er Hähnchen und Pute nicht verschmäht).
Zitat von fumofumo schrieb:Wenn ein muslimischer Zuwanderer nicht mit einem Deutschen befreundet sein möchte, weil dieser entweder eine andere Nationalität hat oder einen anderen Glauben vertritt, dann ist das Rassismus, weil die eigene endogene Gruppe (Religion, Volkszugehörigkeit) als höherwertig und alles andere als ablehnenswert erachtet wird.

Das Gleiche gilt für Partnerschaften. Wenn ein Mensch aufgrund seiner Staatsangehörigkeit oder Religion als Partner abgelehnt wird - was bei Jesiden sehr stark ausgeprägt ist und zum Ausschluss aus der Religionsgemeinschaft führt -, dann ist das ebenfalls Rassismus.
Nein, das ist nichrt Rassismus, das nennt man Kulturchauvinismus. Rassismus ist was anderes und wird vor allem anders definiert.
Wikipedia: Rassismus
Wikipedia: Chauvinismus#Religi.C3.B6ser Chauvinismus
http://www.taz.de/!776486/
Zitat von fumofumo schrieb:Und dieser Rassismus, der sich in Parallelgesellschaften zeigt, kann und darf in diesem Land nicht länger toleriert werden;
Wenn es um Integration geht, gilt das auch für die andere Seite: Wir dürfen andere aufgrund ihres Namens nicht als minderwertig behandeln und ihnen geringere Chancen bei der Job- und Wohnungssuche einräumen, denn solange wir das tun, sind wir selbst eine "Parallelgesellschaft" ihnen gegenüber und verwehren ihnen die volle Mitgliedschaft in "unserer Gruppe".

Integration zeichnet sich gegenüber Assimilation in erster Linie also dadurch aus, dass die die Bilateralität der Verhältnisse anerkennt wird und nicht zur Unilateralität zwingt.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Aber welche kulturellen Bereicherungen bringt uns denn die Zuwanderung von fundamentalislamischen Arabern und Nordafrikanern?
Schön, dass du die kulturelle bereicherung auch siehst. Daher lässt sich die diese anschließende Frage aus meiner Sicht auch leicht beantworten: ein Rückflugticket, sofern sie die geltenden Gesetze missachte und hier anfangen zu missionieren. Es ist ihnen hier inzwischen ja sogar verboten Korane zu verteilen, ist also nicht so, als täten wir nichts.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Was kommt denn als kulturelle Vermischung heraus, wenn man eine recht liberale Sexualmoral mit Steinigungen und Ehrenmorden und Kinderehe mischt? Gut, das Beispiel ist extrem.
Soweit ich weiß, wird Mord bei uns mit "lebenslänglich" bestraft. Da die Diskussion aber die Grundannahme voraussetzt, dass Normen und Werte (= Gesetze und Verfassungen) unverhandelbar sind, es also nur um die weiter gehende Frage der kulturellen Kompatibilität geht, ist das ein erneuter Strohmann, den du uns hier unterjubeln willst. Ich erwarte hier etwas mehr Diskursdisziplin.
Zitat von fumofumo schrieb:Bereits zugewanderte Menschen, die unter genannte Kategorie fallen, sollten auch schnellstmöglich abgeschoben werden; ungeachtet einer eventuellen Konsequenz in ihrem Herkunftsland.
Ich schrieb es schon x Mal: Man kann schlecht in ein Herkunftsland abschieben, in dem Krieg tobt (das gilt auch für Afghanistan) oder politische und religiöse Verfolgung herrscht (das gilt zB für Somalia und Sudan).
Zitat von fumofumo schrieb:Und die Menschen - einschließlich mir - sehen nicht die Notwendigkeit, in ihrem eigenen Land Abschottung gegenüber der Leitkultur zu tolerieren.
Da haben wir wieder unseren Leitkulturchauvinismus. Die für mich spannende und ungeklärte Frage wäre, inwieweit wir die Abschorttung gegenüber der herrschenden Kultur nicht selbst inszenieren und verursachen, um hinterher sagen zu können, ihre Kultur sei mit der herrschenden inkompatibel, und sie entsprechend leichter wieder abschieben zu können. So kann man es sich natürlich sehr einfach machen, man muss die Verhältnisse nur so zuspitzen, dass man den schwarzen Peter immer dem Migranten zuspielen kann. Das ist dann aus meiner Sicht auch unzumutbarer Machtmissbrauch.


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28.09.2017 um 12:46
@Realo

Deine Ausführung, wir dürften Menschen wegen ihres Namens nicht benachteiligen, damit sie eine echte Chance haben, kann ich verstehen. Das wird aber nicht besonders gut funktionieren.

Wenn ich ein Vermieter wäre, würde ich doch eher Heinz Strackmann, Single, 73 Jahre in eine größere Hausgemeinschaft integrieren als Yal-as a-Haaram, 26 Jahre, Single. Das nennt man Vorsicht und leider sogar Werterhaltung des Umfeldes.

Wenn ich ein Unternehmen betriebe, das nicht nur Araber bedient, würde ich auf der Internet Seite als Geschäftsführer auch lieber Strackmann als a-Haaram aufführen.

Wenn ich ein Auto kaufen möchte, kaufe ich niemals eines von einem Araber, dies schon aufgrund der bekannten äußerst windigen arabischen Vorstadtautohäusern.

Wenn ich eine Tochter hätte, würde ich den Abdul mit viel mehr Argwohn als neuen Freund betrachten als den Maximilian.

Wenn ich einen einfachen Arbeitsplatz zu vergeben hätte, würde ich auch eher Marvin einstellen als Yal-sa. Dies würde ich eingedenk weiblicher Mitarbeiter tun und auch eingedenk von Gebetszeiten und einem Monat im Jahr mit beschränkter Arbeitsfähigkeit.

Ist das Alltagsrassismus? Ich bin nicht sicher, ich glaube nicht, dass es verboten ist aus Erfahrungen zu lernen, auch wenn es nicht legitim ist, von pars auf toto zu schließen.


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28.09.2017 um 12:56
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Das nennt man Vorsicht und leider sogar Werterhaltung des Umfeldes.
Ja das ist leider so. Wir beide wissen, dass wir sehr weit voneinander entfernte pol. Positionen vertreten, benutzen aber beide das Wort "leider". Was das wohl bedeuten mag... Jeder findet es "leider", wahrscheinlich sogar AfD-Wähler, und trotzdem ändert es nichts am Fakt. Das ist es, was ich in meinem letzten Absatzz (oben drüber) zu beschreiben versuchte. "Gescheiterte Integration" betrifft also nun mal eben beide Seiten, und dabei muss nicht einmal Kulturchauvinismus im Spiel sein, es reicht schon von "Wertminderung" der Immobilie zu sprechen.


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28.09.2017 um 13:48
@Realo

Deshalb halte ich es für erforderlich, wie zB hier in einem Forum, ein solches Thema auch vom ersten Schritt an zu diskutieren.

Der erste Schritt angesichts einer siebenstelligen Zahl an Muslimen, die einfach in kurzer zeit hierhin gekommen sind, wäre aus meiner Sicht eine ergebnisoffene Diskussion: 'Wollen wir das ?'

Die Diskussion wurde durch das schreckliche 'Wir schaffen das' übersprungen.

Alle öffentlichen Diskussionen drehen sich um die Themen 'Schaffen wir das wirklich?', 'Wie wollen wir die Integration verbessern?' oder 'Wie gehen wir mit Terroristen / Gefährdern / Straftätern um?'.

Frage Nr1 scheint aber gar nicht erst erlaubt zu sein, denn nur wenn wir das wollten, hätte es Sinn zu überlegen, ob wir das schaffen.

Wenn ich vor dem Mount Everest stehen, kann ich überlegen, ob ich das schaffe. Aber auch da würde ich mir erst mal überlegen, was will ich überhaupt im Himalaya. Und zumindest im Himalaya wäre für mich die Antwort einfach: Wo ich schon mal da bin, maximal ins Basislager. Ob ich es auf den Gipfel schaffen würde, ist dann ja letztlich bedeutungslos.


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28.09.2017 um 14:03
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Frage Nr1 scheint aber gar nicht erst erlaubt zu sein, denn nur wenn wir das wollten, hätte es Sinn zu überlegen, ob wir das schaffen.
Wir haben aber nun mal vom Grundgesetz her (Menschenrechte) nicht die Wahl zu fragen, ob wir Asylsuchende bzw. subsidiären Schutz Suchende wollen oder nicht. Hätten wir die Wahl, wäre NEIN vorprogrammiert. Dann wären wir aber kein Rechtsstaat mehr. Von daher ist dein Konstrukt leider nicht tragbar. Merkel wäre in so einem Fall, kombiniert mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass die grundsätzliche Ablehnung von Asylsuchenden verfassungswidrig ist, durch ein konstruktives Misstrauensvotum schon vor 2 Jahren abgewählt worden. Sie hatte also überhaupt keine andere Wahl als "wir schaffen das" zu sagen.


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28.09.2017 um 14:10
Zitat von RealoRealo schrieb:Ich schrieb es schon x Mal: Man kann schlecht in ein Herkunftsland abschieben, in dem Krieg tobt (das gilt auch für Afghanistan) oder politische und religiöse Verfolgung herrscht (das gilt zB für Somalia und Sudan).
Wobei ich hier mit mehrfach auffälligen Gewalttätern schon anders umgehen würde.
Ich denke sogar, die gehören in ein Kriegsgebiet, wenn sie schon ihre privaten Konflikte hierher verlegen wollen, wollen sie den Krieg offenbar auch.

Wobei natürlich klar ist, dass es Gesetzlich so nicht machbar ist.
Das hätte aber evtl. sogar mehr Abschreckungspotential als die übliche Strafe.


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28.09.2017 um 14:15
@Philipp

siehe oben

Wir wollen hier aber nicht über Nebelkerzen, Strohmänner und Whataboutisms diskutieren (dazu gibt es andere Threads, zB Migrantengewalt, Asylgesetzgebung oder Gewinnt der islamistische Terrorismus), sondern über Leitkultur oder "Divan".


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28.09.2017 um 15:39
Zitat von RealoRealo schrieb:Es ist aber nur ein Ausschnitt: Wie lebt er sonst? Hat er mit der Sprache auch seine Kultur, seinen Glauben, seine einstigen Peer Groups abgeworfen und umgibt sich jetzt nur noch mit Deutschen, um in der öffentlichkeit - abgesehen von den unverändrerbaren optischen Kennzeichen, die auf eine außereuropäische Herkunft hinweisen - als Deutscher durchgehen zu können?
Ich sehe, dass wir im Moment noch eine Definitionsherausforderung haben.
Eine Assimilierung in ein Volk ist per Definition  nahezu nicht möglich, weil es voraussetzen würde, dass es sich bei dem deutschen Volk um eine homogene Gemeinschaft handelt.

Alle Individuen dieses Volks dürften sich in der Folge von ihrem Verhalten und Wertekonsens kaum bis nicht unterscheiden. (Alle Deutschen trinken Bier, essen Haxe, schauen Fußball usw.)

Das ist natürlich Quark.

Folglich kann es nur einige Eckpunkte geben, die von den meisten Individuen der Mehrheitsgesellschaft in ihrer Auffassung geteilt werden und die von den Individuen der Mehrheitsgesellschaft als existenziell für das friedliche Zusammenleben betrachtet werden.

Nenn wir es in der Folge einfach Quasi-Assimilation, um es von der bisher geltenden, mangelhaften Integration abzugrenzen und um es gleichzeitig von der Vollassimilation unterscheiden zu können.

Das führt mich wieder zum Anfang, denn meine Arbeit zielt auf die Quasi-Assimilation ab:

Folgende Punkte sind hierbei unverhandelbar zu erfüllen, weil sie von den meisten Deutschen als Grundlage ihres Lebens und ihrer individuellen Freiheit erachtet werden:

- Der Zuwanderer hält sich an die Gesetze und Verordnungen
- Die deutsche Sprache ist Alltagssprache geworden; die Muttersprache wird zur Behelfssprache (Familie und Verwandte usw.)
- Der Zuwanderer steht exogenen Kontakten und Freundschaften offen gegenüber und beschränkt diese nicht mit Vorsatz auf die eigene endogene Gruppe.
- Der Zuwanderer steht exogenen Partnerschaften offen gegenüber und beschränkt diese nicht mit Vorsatz auf die eigene endogene Gruppe.

Die übrigen Punkte, die du genannt hast, sind für den Zusammenhalt einer Gesellschaft nachweislich völlig irrelevant; Alkoholverzicht, Schweinefleischverzicht usw. liegen vollkommen in der Freiheit des Einzelnen.

Selbstverständlich ist es für die Quasi-Assimilation nicht nötig, mit der bisherigen Muttersprache oder dem Umfeld zu brechen. Die Quasi-Assimilation erhebt lediglich den Anspruch, keinen Kulturchauvinismus zu pflegen - um bei deiner Definition zu bleiben.

Dies gilt auch für religiöse Weltanschauungen, solange sich nicht mit den Punkten der Quasi-Assimilation kollidieren.


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28.09.2017 um 16:48
Zitat von fumofumo schrieb:Nenn wir es in der Folge einfach Quasi-Assimilation, um es von der bisher geltenden, mangelhaften Integration abzugrenzen und um es gleichzeitig von der Vollassimilation unterscheiden zu können.
Bin ich nicht mit einverstanden. Nach dem, was ich bisher von dir gelesen habe, dürftest du mit "mangelhafter Integration" weniger den je individuellen Fall meinen, sondern eine charakteristische Eigenschaft von Integration generell, der du ja Ziellandungsfähigkeit generell absprichst. Eine Integration wird an deinen Vorstellungen und Ansprüchen gemessen also grundsätzlich und stets mangelhaft sein. das liegt an deiner mMn abschätzigen Integrationsvorsttellung, aber da gibt es zwischen uns auch keinen Konsens.
Zitat von fumofumo schrieb:Quasi-Assimilation
Würde ich eher als Integration bezeichnen. Was du allerdings an der Integration nicht magst, ist das von mir sschon weiter oben beschriebene: Eine Bringschuld auch der Einheimischen, die darin liegt, die strukturellen Nachteile, denen der Migrant schon aufgrund seines Nachnamens unterworfen ist (ich nannte Job- und Wohnungssuche) zu überwinden, aufzuilösen und zu beenden, also die chauvinistische wenn nciht rassistische Grundeinstellung nicht Biodeutschen gegenüber in Frage zu stellen und zu überwinden. Wie sagte doch einer aus der AfD: Mich juckt nicht, was für einen Pass einer hat. Ein deutscher Pass macht aus einem Ausländer noch längst keinen Deutschen. Solange dieses Denken aus den Leuten nicht rauszukriegen ist, hat Integration keine Chance und es bleibt dann eben nur die (Zwangs-) Assimilation, die wenn sie - wie meistens - nicht klappt, zwangsläufuig zu den von dir kritisierten Parallelgesellschaften führt.


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28.09.2017 um 17:17
Zitat von RealoRealo schrieb: Eine Integration wird an deinen Vorstellungen und Ansprüchen gemessen also grundsätzlich und stets mangelhaft sein. das liegt an deiner mMn abschätzigen Integrationsvorsttellung, aber da gibt es zwischen uns auch keinen Konsens.
Eigentlich hat er es sehr gut und sehr Treffen beschrieben. Du leugnest die Realität, er erlebt sich täglich.
Zitat von RealoRealo schrieb:Eine Bringschuld auch der Einheimischen, die darin liegt, die strukturellen Nachteile, denen der Migrant schon aufgrund seines Nachnamens unterworfen ist
Integration ist eine Bringschuld. Damit wäre der Kreis bzgl Unsinn in diesem Thread geschlossen.



Leute wie du bringen die AFD noch mal auf 25%


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28.09.2017 um 17:41
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Leute wie du bringen die AFD noch mal auf 25%
Na dann hab ich meine Bringschuld ja übererfüllt. :trollking:

Wahrscheinlich waren auch die Judenfreunde am Nationalsozialismus schuld.


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