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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

1.636 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Schule, Reform, Digitalisierung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

11.05.2019 um 22:11
@Niselprim

Aber warum schule? Man lernt da nix.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

11.05.2019 um 22:14
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Aber warum schule? Man lernt da nix.
Doch. Gewisse Grundkenntnisse, welche alle haben "müssen", würden weiterhin in den Schulräumen des Jugendzentrums verpflichtend für alle Kinder vermittelt - dann später kann man das Schulische auf richtungsweisendes "Fachwissen" erweitern - und ansonsten können ja die Kinder im Jugendzentrum ihren Hobbys nachgehen. @shionoro


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

11.05.2019 um 22:23
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Doch. Gewisse Grundkenntnisse, welche alle haben "müssen", würden weiterhin in den Schulräumen des Jugendzentrums verpflichtend für alle Kinder vermittelt - dann später kann man das Schulische auf richtungsweisendes "Fachwissen" erweitern - und ansonsten können ja die Kinder im Jugendzentrum ihren Hobbys nachgehen. @shionoro
Aber diese Grundkenntnisse die Sinn machen sind bis KLasse 6 dicke abgeschlossen. Dazu braucht man keine Schule. Das sind einzelne Kurse.
Optionalen Unterricht können die Kinder sich ja in dem Konzept jederzeit holen.


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12.05.2019 um 02:20
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Aber warum schule? Man lernt da nix.
Dein Ernst? Ich verzweifel oftmals an dem mangelndem Allgemeinwissen von Kiddies heute.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

12.05.2019 um 02:20
@Gwyddion

Mein absoluter ernst.
Du siehst es doch: Da lernen Kinder kein Allgemeinwissen. Und was anderes auch nicht.
Eher lernen sie toxische VErhaltensweisen, die sie negativ beeinflussen.


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12.05.2019 um 02:35
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Du siehst es doch: Da lernen Kinder kein Allgemeinwissen. Und was anderes auch nicht.
Eher lernen sie toxische VErhaltensweisen, die sie negativ beeinflussen.
Deine Argumentation ist leider nicht im Geringsten überzeugend. Du wiederholst nur in einem Fort deine Zirkelschlüsse.


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12.05.2019 um 02:48
@bgeoweh

Was ist denn ein Zirkelschluss hier?


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12.05.2019 um 02:50
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Was ist denn ein Zirkelschluss hier?
Du argumentierst im wesentlichen, dass wir keine Schulen brauchen, weil man in den Schulen nichts lernt, weshalb wir keine Schulen brauchen. Wenn dir widersprochen wird, heißt es "ja aber das lernt man in Schulen nicht". Du machst nur sehr sehr viel mehr Worte drum.


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12.05.2019 um 02:52
@bgeoweh

Das ist schonmal kein Zirkelschluss.
Ich argumentiere, dass Schulen ausgedient haben, weil man dort ohnehin nichts lernt, ja.
Was absolut sinn macht, denn etwas nutzloses benötigt man nicht.

Dein letztes 'weshalb wir keine schulen brauchen' ist da überflüssig. Ich argumentiere ja, dass man mit dem System schule heute auch gar nichts vernünftiges mehr beibringenkann, weil das system an sich nicht auf heutige wissensvermittlung und wissensansammlung wirklich gut anwendbar ist.

Ich muss ja erstmal immer wieder erklären, dass man in Schulen nichts lernt. Man will es mir ja sonst nicht glauben.
Da ist ja nicht meine Schuld, dass sich einige Dinge wiederholen.

Aber auch das ist kein Zirkelschluss. Wir wären in der Diskussion weiter, wenn wir alle kollektiv einsehen, dass heute in Schulen nichts mehr gelernt wird.

Oder widesprichst du dem und findest, heutige Schüler haben einen guten Bildungsstand nach der Schule und sind gut auf das Studium, die Ausbildung und das Leben vorbereitet?


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12.05.2019 um 02:55
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Aber auch das ist kein Zirkelschluss. Wir wären in der Diskussion weiter, wenn wir alle kollektiv einsehen, dass heute in Schulen nichts mehr gelernt wird.
Ja, wir wären alle weiter, wenn wir dir einfach Recht geben würden.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Ich muss ja erstmal immer wieder erklären, dass man in Schulen nichts lernt. Man will es mir ja sonst nicht glauben.
Da ist ja nicht meine Schuld, dass sich einige Dinge wiederholen.
Du demonstrierst oder belegst das aber nicht, sondern postulierst nur. Wenn jemand ein Gegenargument bringt, kommt von dir nur ein absolutistische "ja aber das lernt man doch in der Schule nicht".
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Oder widesprichst du dem und findest, heutige Schüler haben einen guten Bildungsstand nach der Schule und sind gut auf das Studium, die Ausbildung und das Leben vorbereitet?
Lol, die Falle ist zu simpel - dass die Schulen besser sein könnten, heißt nicht, dass sie nichts wert sind.


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12.05.2019 um 02:57
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Ja, wir wären alle weiter, wenn wir dir einfach Recht geben würden.
Oder zumindest wirklich trifftige Argumente dagegen liefern würden.
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Du demonstrierst oder belegst das aber nicht, sondern postulierst nur. Wenn jemand ein Gegenargument bringt, kommt von dir nur ein absolutistische "ja aber das lernt man doch in der Schule nicht".
Ja, weil man das in der Schule nicht lernt und das habe ich durchaus belegt. Ich hab belegt, dass es immer mehr verhaltensauffällige kinder gibt, immer mehr jugendliche, die nach der schule nicht wissen was sie wollen.
Dass Ausbildungen immer unbeliebter werden und Ausbilder mit dem Lernstandard nicht zufrieden sind.
Dass Unis mit dem Lernstandard nicht mehr zufrieden sind und Vorkurse brauchen.

Das wurde aber geflissentlich ignoriert und es wird weiterhin gebetsmühlenartig gesagt, dass man in der Schule sozialkompetenz lernen würde und das alles ganz toll wäre, hätte man nur ein paar Lehrer mehr. Obwohl es nicht an den Lehrern liegt.
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Lol, die Falle ist zu simpel - dass die Schulen besser sein könnten, heißt nicht, dass sie nichts wert sind.
Was lehren Schulen denn den Kindern, was sie später mal brauchen, nach klasse 7?


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12.05.2019 um 03:01
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Was lehren Schulen denn den Kindern, was sie später mal brauchen, nach klasse 7?
Das ist jetzt wieder eine deiner Einleitungen, entweder mit "das braucht man nicht" oder "das kann man anders besser lernen" zu antworten. Lach dich doch selber aus, da hast du einen Schritt gespart.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

12.05.2019 um 03:25
@bgeoweh

Weil es stimmt. Du kannst mir wohl kaum verbieten, dafür zu argumentieren. Das ist auch kein Zirkelschluss.
Ich sage, die Sachen die man da lernt bringen einem nix für die Ausbildung oder das studium.

Da scheinen mir Unis und Ausbilder irgendwie Recht zu geben, und ich kann das durchaus auch einigermaßen überschauen, da ich viel bezug zu Universitäten und eben auch zu schülern habe.

Ein trifftiges gegenargument lieferst du nicht, wo man denn das Wissen aus der Schule nach Klasse 7 wirklich braucht.

Ich weiß auch nicht, warum du jetzt so schnippisch bist. Das ist unangebracht.


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12.05.2019 um 08:37
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Shionoro schrieb:
Was lehren Schulen denn den Kindern, was sie später mal brauchen, nach klasse 7?
Mal umgekehrt gefragt: Was wüsstest du, wenn du die Schule nach Klasse 7 verlassen würdest? Welche Perspektiven hättest du? Wo würdest du das Wissen, das zu z.B. für ein Studium oder eine Ausbildung brauchst, sonst erwerben?

Das Problem, das die Schule hat, ist der Wandel von einer Lerninstution zu einer Lern- und Sozialinstitution. Ich arbeite an einer Schule, zu deren Einzugsgebiete viele soziale Brennpunkte gehören. Was leistet unsere Schule?

(a) Wir haben Schüler, deren Eltern überhaupt nicht erziehungskompetent sind, auch nicht, wenn das Jugendamt versucht, Hilfe zu leisten. Zeigt sich wie? Für die Schüler ist es nicht selbstverständlich, zu Hause genügend Essen, saubere Kleidung und andere "Selbstverständlichkeiten" vorzufinden. Wir haben Schüler, die sich v.a. im Winter nach Schulschluss noch Stunden im Schulhaus herumdrücken, weil es zuhause kalt und/oder unerträglich ist. Wir haben Sozialarbeiter, die sich um diese Missstände kümmern - und oft viel Schlimmeres verhindern, weil sie niederschwellige Ansprechpartner sind. Diese Schülergruppe geht sehr gerne in die Schule - nur nicht gerne in den Unterricht. :-). Die Mensa, die die Schule hat, ist für die Schüler sehr oft auch die einzige halbwegs gesunde, warme Mahlzeit am Tag.

(b) Sprache: Wir haben Schüler, die die Schule nach Schulschluss verlassen und damit auch den deutschen Sprachraum und die deutsche Kultur. Sie gehen nach Hause und haben oft ein familiäres Umfeld, wo beispielsweise die Mutter und/oder andere Angehörige, die im Haushalt leben, Deutsch maxiimal auf einem A1 Niveau, oft auch darunter sprechen. Diese Schüler bekommen in der Schule Sprachkenntnisse, Werte und Wissen vermittelt, das sie befähigt, auf dem deutschen Arbeitsmarkt anschließend Fuß zu fassen und Deutschkenntnisse zu erwerben, die im Idealfall einem Muttersprachler gleichzusetzen sind - und das, obwohl das Elternhaus überhaupt nicht "mithilft" oder mithelfen kann.

(c) Berufsorientierung: In den letzten Jahren ist v.a. bei langzeitarbeitslosen Eltern der Trend erkennbar, den eigenen Kindern von einer Berufsausbildung etc. abzuraten oder völlig unrealistische Berufsziele für das Kind festzulegen und sich dann, wenn das Kind z.B. mit dem Lernstoff überfordert ist, weil die Eltern z.B. gegen den Rat der Lehrer eine zweite Fremdsprache dazu genommen haben, das Kind aber in der ersten eine 5 hatte, massive Probleme bekommt, komplett zurückzuziehen. Bei uns in der Schule hat das Arbeitsamt ein festes Büro und kümmert sich von Anfang um solche Schüler, hilft ihnen, sich richtig und zeitnah zu bewerben, vermittelt Praktika und übernimmt die Elternrolle, umzu verhindern, dass das Kind den Weg seiner Eltern geht, weil es nur ein einseitiges Bild vermittelt bekommt. Das ist ziemlich erfolgreich und konnte viele Kinder "retten" und ihnen ein "normales" Leben mit Teilhabe ermöglichen.

(d) Soziales Lernen: Ja, das endet nicht mit Klasse 7. Gerade an unserer Schule wird da sehr viel Zeit und Manpower hinein investiert - du würdest gar nicht glauben, wie viele Schüler jenseits der 7. Klasse Probleme mit dem richtigen Umgangston, der Arbeitshaltung, Pünktlichkeit, Vermeidung von unnötigen Konflikten, Lösung von entstandenen Konflikten, Sorgfalt etc. haben.

(e) Wissen: In der Schule wird weiterhin Wissen vermittelt - Lass mal sehen: Wenn du in Mathe nach Klasse 7 aufhörst, ist dir jegliche höhere Schulbildung und verwehrt - auch die meisten Ausbildungsberufe setzen heute doch einiges an "Vorwissen" voraus. Deutsch: Über Klasse 7 hinaus ist es wichtig, dass Schüler noch Lesen, v.a. komplexerer Texte und Rechtschreibung üben - oft Lesen Schüler wirklich nur noch in der Schule (von Whatsapp Chats mit Akronymen etc. mal abgesehen). Fremdsprache: Am Ende von Klasse 10 können unsere Schüler wirklich gut Englisch sprechen - zumindest die meisten. Von den Nebenfächern ganz zu Schweigen, gerade in der heutigen Zeit ist Geschichtswissen und Politikwissen ein großes Gut - wenn man dann sieht, dass es Eltern gibt, die bei der traditionellen Berlinfahrt mokieren, dass der Bundestag besucht wird "langweilig" finde ich es gut, dass die Schule hier ein Gegengewicht bildet, gleiches gilt für den Geschichts-
unterricht mit dem KZ Besuch und der Wirtschaftskunde, wo z.B. durchaus praxisnah besprochen wird, wie ein Ratenkredit abläuft, Marketing funktioniert, die Bewerbung beschlossen wird. Auch Naturwissenschaft hilft dir, dich und deinen Körper zu verstehen, aktuell besprechen die Schüler z.B. auch die Funktion des Verbrennungsmotors und beziehen das auf die aktuelle politische Debatte, etc.

Was würdest du denn mit Schülern im Altern von 13 und 14 anhand von Schule machen? Wir starten ab und an einen Versuch, die Kindern sich selbst zu überlassen - das heißt dann "Ferien". Das ist teilweise nicht schön -wir haben Schüler, die dann die ganze Zeit "Fortnight" durchzocken und dabei sogar den Tag- und Nachtrhythmus verlieren, das Haus nicht verlassen, weil "online", viel "chillen". Und vergiss bitte nicht, es gibt Schüler, die wirklich gerne und motiviert in die Schule gehen (auch an unserer Schule).

Aktuell: Mir hat eine ehemalige Schülerin geschrieben - Elternhaus mit Migrationshintergrund, sie hatte in Klasse 5 massive Sprachprobleme als sie kam - hat an unserer Schule zusätzlich zum Unterricht noch Sprachförderung bekommen, die hat sie aufgesogen wie ein Schwamm, war in Mathe sowieso immer Klassenbeste, hat anschließend Abitur gemacht und Medizin studiert - und ist jetzt fertig und glücklich. Hier hat Schule einen sozialen Aufstieg ermöglicht - und das ist nur einer von vielen Fällen.


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12.05.2019 um 08:37
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Du demonstrierst oder belegst das aber nich
Oh Vorsicht!

Fordere blos keine Belege, sonst wirft er dir
Zitat von shionoroshionoro schrieb am 01.05.2019:Quellentrolling
vor.


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12.05.2019 um 08:42
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Wo würdest du das Wissen, das zu z.B. für ein Studium oder eine Ausbildung brauchst, sonst erwerben?
Na, in einem seiner vorher beschriebenen Jugendzentren (andere sagen dazu Schule).
Aber außer dass man da freiwillig lernt, sagt er nicht, was er am Matheunterricht anders machen würde, oder wann man einen Bruch WIRKLICH verstanden hat.

Aber noch viel schlimmer finde ich seine kaltschnäuzige Elitenförderung, während er alle anderen kalt lächelnd ignoriert.

Warum irgendwas besser werden sollte, wenn viel weniger Schüler gut gefördert werden und ein großer Rest gar nicht mehr, hat sich mir bislang noch nicht erschließen können.

Und wann zum Henker hat man einen Bruch richtig wirklich verstanden?

Außerdem glaube ich ja, dass jemand, der bei Bildung fragt, wann oder ob man das später im Beruf mal braucht, das Prinzip Bildung nicht verstanden hat.
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Was würdest du denn mit Schülern im Altern von 13 und 14 anhand von Schule machen? Wir starten ab und an einen Versuch, die Kindern sich selbst zu überlassen - das heißt dann "Ferien". Das ist teilweise nicht schön -wir haben Schüler, die dann die ganze Zeit "Fortnight" durchzocken und dabei sogar den Tag- und Nachtrhythmus verlieren, das Haus nicht verlassen, weil "online", viel "chillen". Und vergiss bitte nicht, es gibt Schüler, die wirklich gerne und motiviert in die Schule gehen (auch an unserer Schule).
Das war auch meine Vermutung bei Freiwilligkeit.
Jedenfalls hätte ich es mit 16 so gemacht.
Deshalb sprach ich ja weiter oben "Elitenförderung" wenn nur noch die Handvoll Freiwilliger unterrichtet wird.
Nebenbei: Wie soll es da an der Uni dann genug Nachwuchs geben?


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12.05.2019 um 12:49
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Doch. Gewisse Grundkenntnisse, welche alle haben "müssen", würden weiterhin in den Schulräumen des Jugendzentrums verpflichtend für alle Kinder vermittelt - dann später kann man das Schulische auf richtungsweisendes "Fachwissen" erweitern - und ansonsten können ja die Kinder im Jugendzentrum ihren Hobbys nachgehen
Unser "Klientel" (teilweise): Leben in spärlich eingerichteten (Sozial)wohnungen. Das Leben spielt sich nur dort ab, in der Innenstadt, den Einkaufszentren und der Schule. Sie kennen nichts außerhalb der Stadt. Die Eltern leben oft in einer Parallelwelt (auch Alkohol, Drogen aber meistens: Computerspiele, soziale Netzwerkdramen). Sie sind oft nicht erziehungskompetent und oft auch nicht wirklich am Nachwuchs interessiert: Stichwort: feiern gehen, etc.

Die Kinder werden geboren und haben Glück, wenn sie mit drei in den Kindergarten gesteckt werden (wobei das Jugendamt bemüht ist, sie schon früher in eine Einrichtung zu schicken, wo sie sinnvolle Impulse bekommen). Bei ihnen wird auch nicht gekocht, bzw. nicht so, wie man sollte - es gibt oft Cornflakes, Nudeln + Ketchup, Ravioli und Fertigpizza - und so Teilchen, ich weiß gar nicht, wie die heißen, wo man die Packung aufmacht und warmes Wasser reinschüttet, so ähnlich wie eine 5 Minuten Terrine. Hobbys in der Pubertät: Abhängen (im Winter gerne auch mal im Einkaufszentrum), Chillen, Handy, Computer. Schule - freiwillig? Niemals. Wenn du Glück hast, spielen sie Fußball und träumen davon, entdeckt zu werden von einem Talentscout.

Du hast die Leute nun in deinem Jugendzentrum und machst Angebote - wir haben Schüler, die sich am Projekttag bzw. den Projektwochen aus 60 Angeboten keins raussuchen können, weil es "langweilig" ist. Alles. Wir haben Schüler, die sich weigern, pro Schuljahr ein Buch zu lesen. Was machst du mit diesen Schülern? Sie werden nicht freiwillig lernen. Sie können nicht sinnentnehmend Lesen. Wenn du sie nicht über die Stufe drüberzwingt, besteht die Gefahr, dass sie sich "rückentwickeln" und funktionale Analphabeten werden.

Meine Meinung: Bildung ist ein Recht. Und das Recht muss demjenigen aufgezwungen werden, zumindest bis zum Minimal erreichbaren Abschluss (Hauptschule), weil der Schüler oft die Tragweite seiner Handlungen nicht überblicken kann.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

12.05.2019 um 13:01
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Du siehst es doch: Da lernen Kinder kein Allgemeinwissen. Und was anderes auch nicht.
Eher lernen sie toxische VErhaltensweisen, die sie negativ beeinflussen.
Grundkenntnisse von Mathematik, Chemie, Physik, Sprachen, Geologie, Geschichte.
Ohne diese Grundkenntnisse kannst Du die Kiddies für die Zukunft nicht rüsten. Wo sollen sie sonst ihr Basiswissen herbekommen?
YouTube? Vom Großvater oder der Mutter? Vom Imam in der Moschee oder vom Pastor auf der Kanzel? Sie können ja dann noch nicht einmal lesen um sich ein eigenes Bild zu formen.. denn das wird auch in Schulen gelehrt.

Über YT können sie ebenso toxische Verhaltensweisen erlernen.. und sich sogar radikalisieren und je nach Elternhaus bekommen sie
ein ganz schräges und sozial unkompatibles Weltbild vermittelt.


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12.05.2019 um 15:52
@shionoro
Also meinst du, ein Mensch kann gar nichts lernen ohne einen persönlichen Lehrer?
Das habe ich nicht gesagt. Ja, man lernt auch aus Erfahrung. Aber persönliche Erfahrungen sind halt Anekdoten, die nicht immer zu allgemein gültigem Wissen führen. Nur selten zu validen Erkenntnissen, weil einem der statistische Vergleich fehlt.

Man lernt auch durch Nachahmung, aber das ist eigentlich dasselbe wie ein Lehrer, nur auf weniger Situationen beschränkt. Das wird man eben Bauer, weil die Eltern Bauern waren, oder Tischler, etc. Darüber hinaus kann und weiß man aber nichts.
was niemals Mathe oberhalb von Klasse 6 brauchen wird.
Und was ist mit unterhalb? Ohne entsprechende Bildung können die meisten gerade mal addieren und subtrahieren, Dividieren und Multiplizieren geht schon nicht mehr.
Und wie schon oft gesagt, Allgemeinbildung ist keine private Fachausbildung. Allgemeinbildung bietet eben die Chance, aus einer großen Palette Wissen sich etwas heraus zu picken, eine Auswahlsbreite, die man ohne einer allgemeine Bildungsstätte nicht hätte.
Man vergisst zwar die Dinge, die man nicht weiter verfolgt, hat aber eben auch die Chance, viel mehr Dinge als im privaten Umfeld kennen zu lernen. Die meisten Menschen treten eben beruflich nicht in die Fußstapfen ihrer Eltern. Folgen Interessen, statt Traditionen. Haben aber auch nur deshalb mehr Interessen, weil sie allgemein gebildet wurden.
Ich wage zu behaupten, wie haben Emanzipationen, gleiche Rechte, Befreiung von religiösem-kirchlichen Terror und Aufstiegschancen dank allgemeiner Bildung.
weil das System nicht funktioniert.
Würde das System nicht funktionieren, dann hätte jeder Schüler einen Nachhilfelehrer. Es gibt aber weitaus mehr, die keinen brauchen. Du solltest anfangen, Deine Meinung zu überdenken, Es wäre möglich, dass lediglich Deine Nachhilfeschüler "nicht funktionieren". Oder sich in Schulsysteme begeben haben, in denen sie überfordert sind.
Rein von der Unterrichtsmethode her arbeitest Du sicherlich nicht anders, außer eben, dass Du Einzelunterricht gibst.
Es läuft darauf hinaus, den Kindern die Hausaufgaben zu machen und ihnen wie bei einem Kochrezept zu sagen, was sie in der Klausur machen müssen und sie darauf zu drillen. Das ist kein echtes lernen.
Das machen einige Lehrer so, weil es schnellere Erfolge gibt, aber bei Weitem nicht alle. Unterschiedliche Fächer werden unterschiedlich erarbeitet. Nennt sich Didaktik. Lernt man als Lehrer, hat man keine Ahnung davon aus Außenstehender. Und natürlich ist nicht jeder Lehrer gleich gut.
Abgesehen davon ist Drillen eine Lernmethode. Lernen ist nicht nur ein einziger richtiger Weg, es gibt mehrere. Nicht jeder lernt mit derselben Methode gleich gut, aber jede Methode findet ihre Liebhaber.
Kinder zB lernen nicht nur ausgesprochen gerne, sondern sogar sehr gut durch Auswendiglernen. Was verständlich ist, denn frisch geboren und in den ersten Lebensjahren haben sie noch keine rationalen und logischen Kriterien, um das, was sie Neues erfahren, nach der Sinnhaftigkeit zu beurteilen. Das Auswendiglernen, das lückenlose Übernehmen der vorhandenen Sprachen, Verhaltensmuster, Traditionen etc, ohne darüber nachzudenken oder gar zu maulen, ist einfach die primäre Lernmethode, eigentlich die einzige die Menschen in ihren ersten Lebensjahren beherrschen.
Die sogenannte Ratio, die geistige reife, entwickelt sich erst allmählich, besonders heftig in der Pubertät. Was dann ja auch die Zeit ist, in der die meisten anfangen, alles Gelernte wieder zu hinterfragen.
Früher sind sie nur recht selten zu rational-logischem Denken überhaupt fähig Wären Menschen das von Kindesbeinen an, dann hätten wir zB keine Religionen, denn diese werden indoktriniert. Dh, genauso gelernt, wie alles andere auch – auswendig, ohne rationale Beurteilung.

Was Du da als vermeintliches Argument anführst, sind Strohmänner. Mir scheint, Du fällst auch auf das Gejammere von Schülern und ihren Eltern, die auch auf das Gejammere ihrer Kinder reinfallen, rein, die einfach nicht lernen wollen (aus welchen Gründen auch immer). Da sind dann stets alle anderen schuld (Lehrer mag mich nicht, Lehrer ist doof, Schule ist doof, das System ist falsch, das Genie meines Kindes wird nicht erkannt oder gar unterdrückt, ...).

Sprich doch mal mit Schülern, die gerne in die Schule gehen. Die gute Noten haben. Die sich leicht tun beim Lernen, und das ohne Nachhilfelehrer.
Schule war für mich immer ein Klacks. Ohne viel Fleiß zu Hause, hatte ich stets 2er oder 3er, mit einem bisschen gutem Willen immer 1er.
Der Ärger begann zugegeben im Gym mit einer einzigen D-Lehrerin, bei der wir uns aber alle einig sind, dass die Dame eine Fehlbesetzung war.
Gym war natürlich anspruchsvoller als HS, und da gingen meine Leistungen mit meiner Lernmethode (zuhören, ein bisschen merken, aber ansonsten nichts tun) dann doch den Bach runter. Da gab´s dann ohne Fleiß keinen Preis mehr. Nur war mir das klar, dass das nicht "das System“, sondern die stinkfaule Schülerin in Gestalt meiner Person war (bis auf die D-Lehrerin, deren Deutsch schlechter war als meines).
Kam trotzdem durch, habe mich auch nicht in Online-Petitionen darüber aufgeregt, dass ausgebildete Lehrer tatsächlich so schlau waren, meine Faulheit zu erkennen und dementsprechend zu beurteilen.
Ich würde das gern anders machen, aber das wollen die Eltern nicht. Die denken sich auch : Der bekommt das Geld von uns, um sich bei der nächsten Klausur ein oder zwei NOtenstufen besser zu kaufen. Wenn ich vorschlage, mal über die Sommerferien wirklich tiefergehenden Unterricht zu machen um dem Kind wirklich mathematische Fähigkeiten beizubringen, haben da die meisten keinen Bock
drauf.
Na, hoppla! Da hast Du es ja glasklar erkannt, wo das Problem sitzt. Wie das denn? Warum sind, wenn die Schüler und ihre Eltern nicht tun wollen, was Du vernünftigerweise vorschlägst, auf einmal die Schüler und Eltern schuld? Warum nicht Du? Warum ist Dein Vorschlag nicht falsch? Dein System nicht falsch? Und müsste umgehendst verbessert werden?

Denn wenn "das System Schule" dasselbe wie Du möchte, nämlich dass Schüler mal lernen, dann soll "das System" aber falsch sein?
Schließlich haben Schüler ca neun Monate Zeit, in der Schule mal was zu lernen. Wer da mitmacht, muss dann seine Ferien nicht mehr mit Lernen verbringen.
Aber sie tun es halt nicht alle. Nicht, weil "das System" so böse und falsch ist, sondern weil eben einige Schüler nicht wollen und das auch durchziehen. Und Eltern haben, die das nicht ändern können. Oder auch einfach keinen Ärger mit ihren unwilligen Kids wollen.
Haste ja selbst erlebt, nicht wahr?

Meinst Du echt, ein anderes System, möglicherweise privat, würde diese Eltern und ihre Kinder ändern? Wenn für die es schon zu viel Aufwand ist, mal ein paar Hausaufgaben, die übrigens nicht der Schikane, sondern der persönlichen Übung dienen, einzufordern, meinst Du echt, die halten dann einen täglich über mehrere Stunden dauernden Privatunterricht durch?
Auch der ändert nichts an der Motivation der Schüler, eventuell an der der Eltern, denn es wird teuer.

Egal, welches System Du wählst, Schüler/Kinder müssen auf dieser Welt LERNEN, wenn sie etwas verstehen oder können wollen oder sollen. Yep, sollen, denn sie können nicht ewig von anderen durchgefüttert werden, während sie selbst nur abhängen und chillen.
Gelinde gesagt, ist das System völlig schnuppe, denn LERNEN muss man einfach selber. Lehrer, sei es privat oder systembedingt, LEHREN, weshalb sie auch LEHRER und nicht Lerner heißen.

Schulen u.ä. sind, wie ich schon erwähnte, einfach praktisch effektiver, weil man mit weniger Geld und Personal viel mehr Schüler auf einmal bilden kann. Weil gesicherter ist, dass Wissen überprüft wird und nicht jeder esoterische Unsinn ungeprüft weiter gegeben wird (im Idealfall)
Ebenso von Vorteil sind gerade mehrere Lehrer, da ist eher für jeden Geschmack einer dabei. Auch was die Persönlichkeitsbildung anbelangt.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

12.05.2019 um 15:57
@shionoro

Ich hab´s eventuell übersehen, aber hast Du schon Deine Vorstellung von funktionierender Bildungsvermittlung vorgelegt?


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