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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

247 Beiträge, Schlüsselwörter: Schule, Reform, Digitalisierung

Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

13.07.2018 um 09:07
@shionoro

Naja es ist schon richtig, dass im Alltag Grundrechenarten und einige Geometriekenntnisse ausreichen, da geb ich dir Recht.
Kurvendiskussionen beispielsweise, wozu braucht das der Normalsterbliche? Das war auch mein Problem damals bei vielen Gebieten im Mathematikunterricht: wenn ich verstanden hatte, wenn man mir das wirklich nahebrachte, wozu ich dies und jenes können sollte, was der Nutzen im realen Leben sein könnte, dann war ich auch richtig gut in Mathe.
Wenn die Lehrer das nicht konnten, gar nicht mehr.
,,Wir machen das, weil es auf dem Lehrplan steht" oder gar überhaupt keine Erklärungen, damit konnte ich nichts anfangen.
Vor allem nicht mit der gefühlten Haltung von Frau K., die ausdrückte:,,Ist mir doch scheißegal, ob du mitkommst oder nicht."

Einigen können wir uns aber glaub ich darauf, dass eine komplette Abschaffung des Mathematikunterrichts in der Schule - und eine komplette Abschaffung der Schule - falsch wäre oder?
In Schulen lernt man ja auch viel, was über den reinen Wissenserwerb hinausgeht.


Steigen, wirklich steigen, muss die Unterrichtsqualität in vielen Fällen. Man hört zwar von jedem Politiker jeder Partei, von allen möglichen Forschern und Firmenchefs, wie wichtig Bildung sei. Aber bezahlen will sie immer ,,keiner".


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

13.07.2018 um 09:16
Kann mir mal jemand den Unterschied zwischen Kompetenz und Wissen erklären?
Ich war immer der Meinung, dass Kompetenz Wissen voraussetzt.
Kompetenz bezieht sich auf die reine Ausführung ohne Verständnis dafür?


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

13.07.2018 um 09:29
Kc schrieb:Naja es ist schon richtig, dass im Alltag Grundrechenarten und einige Geometriekenntnisse ausreichen, da geb ich dir Recht.
Kurvendiskussionen beispielsweise, wozu braucht das der Normalsterbliche? Das war auch mein Problem damals bei vielen Gebieten im Mathematikunterricht: wenn ich verstanden hatte, wenn man mir das wirklich nahebrachte, wozu ich dies und jenes können sollte, was der Nutzen im realen Leben sein könnte, dann war ich auch richtig gut in Mathe.
Wenn die Lehrer das nicht konnten, gar nicht mehr.
,,Wir machen das, weil es auf dem Lehrplan steht" oder gar überhaupt keine Erklärungen, damit konnte ich nichts anfangen.
Vor allem nicht mit der gefühlten Haltung von Frau K., die ausdrückte:,,Ist mir doch scheißegal, ob du mitkommst oder nicht.
In der Berufschule - 2.te LJ - wollte mir mein Fach-Theorie-Lehrer, Herr. J......nsky unbedingt einprügeln das ich als Kfz-Mech. wissen MUß wie ich den Reibungs -Koeffizienten von Kupplung-Mitnehmerscheiben berechne.

Das eskalierte soweit das ich mich weigerte weiterhin den Unterricht bei diesen Herrn zu besuchen.

Ich habe nach meiner Gesellenprüfung noch gut sieben oder Acht Jahre in dem Beruf gearbeitet...in all dieser Zeit bat mich KEIN EINZIGER Kunde darum, ich möge ihn bitte dieses Reibungs-Dinsgbums seiner Kupplung-Mitnehmerscheibe berechnen.

Unterricht "weils im Lehrplan steht" gab es schon immer, wird es immer geben - leider.


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13.07.2018 um 09:33
Kc schrieb:Kurvendiskussionen beispielsweise, wozu braucht das der Normalsterbliche?
Ich tue mich ein wenig schwer mit deiner Definition von Normalsterblicher, wenn du davon ausgehst, dass ein Normalsterblicher keine Kurvendiskussion braucht.

Tatsächlich kann man Kurvendiskussion in sehr vielen Lebenslagen sehr gut gebrauchen. Der Selbstständige, der seine Kennzahlen analysieren möchte, der Finanzberater, der Architekt, grundlegend im kompletten wissenschaftlichen Bereich.

Sind das alles keine Normalsterblichen? Soll man den die schulische Grundlage entziehen, weil es Leute gibt, die das später nicht brauchen?


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13.07.2018 um 09:33
@Funzl

Wahrscheinlich wussten 99,99% der Kunden gar nicht, dass es einen Reibungs-Koeffizienten einer Kupplungs-Mitnehmerscheibe gibt :D

Ja da hast du Recht, in vielen Fällen ist es nicht nur weltfremd, was man im Mathematikunterricht lernt, die Lehrfähgkeit der Lehrer lässt auch zu wünschen übrig. Man lernt an der Uni viel zu wenig, wenn überhaupt, das Lehren.
Aber nur etwas an die Tafel schreiben oder etwas machen, weil es im Lehrplan steht, ist für guten Unterricht nicht ausreichend.

Man muss den Schülern zumindest begreiflich machen, warum sie dies oder jenes brauchen KÖNNTEN.
Muss ja nicht jeder Raketentechniker werden.
Aber WENN du Physiker oder XY werden willst, dann brauchst du dieses Areal, weil...


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13.07.2018 um 09:39
@Kc


Ich habe in meinem Leben schlechte, sehr schlechte ( sieh oben ) und sehr gute Lehrer erleben dürften.
Fach-Praxis-Lehrer in der Berufschule, beide Namen nenne ich hier um sie zu ehren - Herr Sommerfeld und Herr Appoldt waren erstklassige Lehrer! Die haben das, was der Fachtheorie-Leher nicht geschafft hat in einer Doppelstunde rüber zubringen, in zehn Minuten am "lebenden Objekt" erklärt..und wenn alles nix geholfen hat, sind die auch mal mit einem ins nahe gelegene Wirtshaus gegangen, haben mit dir ein Bier getrunken und es dort nochmal versucht zu erklären...und dann hat´s "Klick" gemacht - im Hirn - und auch am Motor - im Getriebe - im Vergaser - wo und wie auch immer..
Kc schrieb:Raketentechniker
Hab ich versucht - so im "Heim-Unterricht" - da ich aber damals als 14jähriger unser Heim fast 3 x in die Luft gejagt habe, hat mir Papa dann nahe gelegt doch lieber was bodenständigeres zu lernen....^^


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13.07.2018 um 13:04
@Kc

Bei Mathe ist es aber gerade, meiner meinung nach, ein irrweg, immer zu behaupten, man würde es im alltag brauchen. Es ist gelogen und es war schon immer gelogen, und die beispiele sind an den haaren herbeigezogen.

Mathe ist abstrakt, und je früher man einsieht, dass es abstrakt ist und die anwendungen nicht immer offensichtlich, desto eher wird man es beherrschen.
Außerdem, seien wir mal ehrlich: Ein schüler der keinen BOck auf mathe hat wird auch keinen bock auf funktionsgleichungen haben, wenn er weiß, dass man damit etwas potentiell interessantes berechnen kann. Warum auch?
Ich bin ja auch nicht interessierter an informatik, nur weil ich gerne counterstrike spiele.

Die Unterrichtsqualität ist nur da relevant, wo schüler sitzen, die einigermaßen befähigt und willens sind.
Und das haben wir nicht überall.
Die Unterrichtsqualität ist irrelevant bei schülern, bei denen es als lernerfolg angesehen werden muss, wenn sie ruhig dasitzen.

Der einzige grund, den verpflichtenden Matheunterricht nicht komplett abzuschaffen, ist, dass man kindern mathematische kompetenzen vermitteln muss, damit sie später überhaupt die möglichkeit haben, darauf aufzubauen.
Das gilt aber nicht nur für mathe, sondern auch für viele andere kompetenzen.

Wenn ich es bis auf die weiterführende schule nicht geschafft habe, einem kind eine minimale impulskontrolle zu vermitteln, hab ich verloren.
Das gilt aber eben auch für minimale mathematische kenntnisse wie zählen oder größen einschätzen, ferner aber auch für sportliche bemühungen.
Das machen wir aber nicht gut und mathe ist da noch irgendwo der geringste faktor von der prioritätenliste her.

Was ich mir wünschen würde wäre bei grundschulen eher eine rein pädagogische herangehensweise.
Ich brauche auf grundschulen keine Fächerafuteilung wie Musik oder kunst, am geislten noch mit noten.
Ich könnte mir vorstellen, dass es besser wäre, wenn grundschulen mehr wie ein Hort funktionieren würde, wo kinder relativ frei sachen ausprobieren können, wo es aber einzelne pflichtprogramme ist, die sie bis zur weiterführenden shcule absolvieren müssen.
Diese pflichtprogramme könnte man dann aber so anpassen, dass ein kind sie in seiner eigenen geschwindigkeit absolvieren kann (mit vernünftigen grenzen natürlich).


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13.07.2018 um 13:46
@Atrox

Da sehen wir doch, dass man Schülern zumindest nahebringen muss, warum sie ein mathematisches Feld kennen sollten.
Das fehlte mir als Schüler immer. Ich sah und hörte bzw. bekam einfach nur gesagt: f(x) = 2x - 1 / x²

Toll und jetzt?
Meine Lehrer konnten mir leider nicht begreiflich machen, worum es hier geht, wofür ich das brauche. Es hätte ja schon geholfen, wirklich mal zu vermitteln:,,Stell dir vor, du willst als Architekt ein Haus bauen. Damit es sicher steht und nicht umkippt, musst du die Statik richtig berechnen. Dafür benötigst du Kurvendiskussion, denn...".
Aber das gab es nicht. Für mein Empfinden wurde das nur gemacht, weil es halt auf dem Lehrplan stand. Und die Lehrerin keinen Bock hatte, keine Zeit oder unfähig war, dazu weiter was zu sagen.

,,Mach das weil darum", ist für einen Schüler alles andere, als motivierend.

Darüber hinaus kann man das durchaus diskutieren, welche Areale der Mathematik jetzt überhaupt in der Schule drankommen müssen, in welcher Klasse und auf welchem Niveau.
Schule soll ja idealerweise ein solides Fundament bieten und keine fertigen Mathematiker in diesem Fall ausbilden.
Wenn die Abiturienten sich nach dem Abi schließlich entscheiden, Architektur zu studieren oder Statik und ein gutes Fundament bezüglich mathematischen Verständnis haben, dann werden sie sich auch Kurvendiskussion aneignen können.
shionoro schrieb:Bei Mathe ist es aber gerade, meiner meinung nach, ein irrweg, immer zu behaupten, man würde es im alltag brauchen. Es ist gelogen und es war schon immer gelogen, und die beispiele sind an den haaren herbeigezogen.
Rechnen ist nicht Mathe. Aber ohne Mathe bzw. mathematisch grundlegendes Verständnis geht auch kein Rechnen. Kein Plus/Minus, kein Mal/Geteilt, Brüche oder Prozent. Das begegnet uns im Alltag doch überall und ständig, das ist nicht an den Haaren herbeigezogen.

Wenn ich keinerlei mathematisches Verständnis habe und nicht rechnen kann, dann ist ein Geldschein oder eine Münze für mich nur ein Stück Papier oder ein Stück Metall. Was soll ich damit anfangen? Ich könnte nichts kaufen, kein Essen, weil ich nicht weiß, ob ich genug Geld habe, ich kann ja keine Zahlen lesen, selbst wenn ich es könnte, kann ich die Zahlen auf dem Preisschild nicht in Beziehung setzen zu den Zahlen, die auf meinem Schein/Münze stehen.

Wenn das Backrezept sagt:,,Fügen Sie einen Viertelliter Milch hinzu", muss ich wissen, was ein Viertelliter ist und wie ich den abmesse.
...
shionoro schrieb:Mathe ist abstrakt, und je früher man einsieht, dass es abstrakt ist und die anwendungen nicht immer offensichtlich, desto eher wird man es beherrschen.
Ja Mathe ist abstrakt. Und wenn man sich GAR nicht damit beschäftigt, dann wird man das auch nie begreifen.
Also brauchen wir Mathematikunterricht in der Schule!
shionoro schrieb:Ein schüler der keinen BOck auf mathe hat wird auch keinen bock auf funktionsgleichungen haben, wenn er weiß, dass man damit etwas potentiell interessantes berechnen kann.
Das zweifel ich mal ganz stark an! Motivation ist von größter Bedeutung. Es kann außerordentlich motivierend sein und das Verständnis fördern, wenn man vermittelt bekommt, wofür das blöde, langweilige Zeug gut sein könnte.
Somit kann man aus dem desinteressierten Schüler einen interessierten Schüler machen.
Das macht einen guten Lehrer aus.
shionoro schrieb:Ich könnte mir vorstellen, dass es besser wäre, wenn grundschulen mehr wie ein Hort funktionieren würde, wo kinder relativ frei sachen ausprobieren können, wo es aber einzelne pflichtprogramme ist, die sie bis zur weiterführenden shcule absolvieren müssen.
Diese pflichtprogramme könnte man dann aber so anpassen, dass ein kind sie in seiner eigenen geschwindigkeit absolvieren kann (mit vernünftigen grenzen natürlich).
Zeigt uns nicht die Erfahrung, dass Kinder und Schüler auch Führung brauchen?
Sicherlich sind viele, gar alle von Natur aus neugierig. Aber vielleicht interessieren sie sich mit Spaß für das Falsche oder sie haben so partikulare Interessen, dass sie später keinen Beruf ausüben können.

Zudem ist nicht in jedem Kind die Selbstständigkeit gleichermaßen ausgeprägt. Manche brauchen mehr Leitung, Führung und Aufmerksamkeit. Auch sollten wir übrigens andere/ältere Schüler nicht zu kleinen Hilfslehrern machen, wie es manche Konzepte vorsehen, bei denen erwachsene Lehrer nur noch ,,Coaches" und Spielkameraden sind.


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13.07.2018 um 13:48
RetinaK schrieb:Kann mir mal jemand den Unterschied zwischen Kompetenz und Wissen erklären?
Von der Begriffen:


Kompetenz (lateinisch competentia ‚Eignung‘; competere ‚zusammentreffen‘, ‚ausreichen‘, ‚zu etwas fähig sein‘, ‚zustehen‘)

ist eine Eignung, zu etwas fähig sein, Fähigkeiten, Fertigkeiten haben.

Wikipedia: Kompetenz


Wissen

Als Wissen wird üblicherweise ein für Personen oder Gruppen verfügbarer Bestand von Fakten, Theorien und Regeln verstanden, die sich durch den größtmöglichen Grad an Gewissheit auszeichnen, so dass von ihrer Gültigkeit bzw. Wahrheit ausgegangen wird.

Wikipedia: Wissen


Als Beispiel:

Ein Mensch hat die Kompetenz Auto zu fahren, oder eine Maschine zu bedienen. Es reicht aus, er ist fähig dazu. Er braucht überhaupt nicht verstehen, wie das Ding funktioniert, er braucht kein Wissen darüber zu haben, um es zu nutzen. Man muss nicht den Aufbau des Verbrennungsmotor und die Funktionen der Teile kennen, um sich im Auto fortzubewegen. Man muss auch nicht den Bremsweg berechnen können, um Auto fahren zu können. (Es ist aber sinnvoll die Konsequenz aus dem Bremsweg zu ziehen.)

Wissen was der Bremsweg ist, ist die Formel zu kennen, sie richtig anzuwenden, die richten Werte einsetzen, und dann auch noch die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dafür muss man keine Fähigkeiten haben, Auto zu fahren.

Jeder Vergleich ist schwierig, aber so ungefähr passt das schon.

Rechnen habe ich in meinem vertrauten Umfeld gelernt, ebenso wie Lesen und Schreiben. In der Schule hätte ich gerne gelernt zu lernen. Das hat nur leidlich funktioniert, leider. Schule war ein Paralleluniversum, mein wirkliches Leben spiele sich woanders ab. Ich hab auch kaum Erinnerungen an die Schulzeit, erst ab der 10. Klasse sind diese teilweise abrufbar. Ich war wohl vorwiegend körperlich dort anwesend. Schade um die Zeit. Um so älter ich werde drängt sich mir der Gedanke auf, daß mein wirkliches Leben das Paralleluniversum war und die Schule die "Wirklichkeit".

Ich habe z.B. den Eindruck, dass ich gut rechnen kann. Auch im Kopf, und schriftlich, Dreisatz, Prozent, Zinsrechnung. Ich würde mal sagen bis zur 8. Klasse. Benutze höchst selten Taschenrechner auch bei längeren Aufgaben, hab das eher untereinander oder schriftlich gerechnet als eingetippt. Um dahin zu kommen, hat es sehr viel Übung erfordert, Tränen gegeben, und ich trainiere heute noch täglich, damit das nicht verloren geht. Die ZAP aus dem Jahr 2016 in Mathe da hätte ich schon richtig Probleme bekommen. Einstellungstest waren zu meiner Zeit mit meinen Kompetenzen noch gut zu bewältigen.
Mathematik hat für mich etwas von Rätsel, es ist ein Feld auf dem ich nicht zuhause bin, was sich mir nie wirklich erschlossen hat. Dort die Kompetenzen zu erlangen, die ich besitze, war einfach den Notwendigkeiten geschuldet.


Interessant was Schule im eigentlichen Wortsinn bedeutet: Muße, Müßiggang.
In diesem Sinne brauchen wir Schulen, dringender als je zuvor.


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13.07.2018 um 14:10
Fedaykin schrieb:Tja, was kann man Machen? Problem ist wie wir woanders schon feststellten das der Umgang und Erwartung des Elternhauses enormen einfluss auf die Bildung hat.
Meinst du den Umgang und Erwartung an Schule oder/und Kinder?
Fedaykin schrieb:Schule ist nicht dazu da, im Auftrag der Politik das Volk zu formen....
Ja und ja und nochmals ja.
Dieses Butterbrotdosen kontrollieren, dieses Wahlempfehlungsverhalten für nicht wahlberechtigte Grundschulkinder, diese "Erzählkreise" müssen ein Ende haben.
Fedaykin schrieb: Schule ist dazu da, die Kinder mit dem auszustatten, was sie zum Leben in der Wissensgesellschaft brauchen: den Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens, Rechnens...
Unbedingt aber in abgespeckter Stundenzahl. 4 Zeitstunden, eine Art Schichtdienst, dafür Klassen halbieren. circa 6 Jahre.
Fedaykin schrieb: ... Fremdsprachenkenntnissen, naturwissenschaftlichem und historisch-gesellschaftlichem Grundwissen, musikalischen und sportlichen Fähigkeiten.
Darüber müßten wir uns dann nochmal unterhalten, Musik und Sport hat für mich was mit Teilhabe zu tun, ob das unbedingt Gegenstand von Schule sein muss, fraglich.


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13.07.2018 um 15:04
Kc schrieb:Schule soll ja idealerweise ein solides Fundament bieten und keine fertigen Mathematiker in diesem Fall ausbilden.
Ein solides Fundament für den angehenden Architekten sieht aber anders aus als für den angehenden Kurierfahrer.

Die Schule umfasst rund 13 Jahre Mathematikunterricht. Was bringt es Dreisatz von der 5 bis zur 13 zu pauken, wenn viele es schon auf Anhieb kapieren. Woraus sollte der Matheunterricht in deinen Augen bestehen? Wieviele alltagsrelevante Sachen gibt es? Braucht man da wirklich 13 Jahre für?

Die richtige Mathematik beginnt doch ohnehin erst an der Uni. Der Rest ist dagegen ein Kaffeekränzchen. Schulen sind also so oder so weit davon entfernt fertige Mathematiker auszubilden.


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13.07.2018 um 15:33
tonnenfieber schrieb:Meinst du den Umgang und Erwartung an Schule oder/und Kinder?
Umgangsformen, erwartungshaltung der Eltern an die Kinder.

Der Rest ist ein Zitat aus einem Artikel den ich verlinkt habe.


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13.07.2018 um 15:53
tonnenfieber schrieb:Wissen was der Bremsweg ist, ist die Formel zu kennen, sie richtig anzuwenden, die richten Werte einsetzen, und dann auch noch die richtigen Schlüsse zu ziehen. Dafür muss man keine Fähigkeiten haben, Auto zu fahren.
Erstmal vielen Dank für die Ausführlichkeit.

Nachdem ich beim Bremsen die richtigen Schlüsse ziehen soll, setzt das zwar
voraus, dass ich zwar nicht unbedingt die genaue Berechnung eines Bremsweges
kennen muss, aber mir mein Instinkt sagt, wann ich jetzt auf die Bremse muss.
Im Grunde also so etwas wie empirisch angeeignetes Wissen, nehme ich an.
Die Definitionsunterschiede sind mir schon klar, aber wo liegt da eine klare Abtrennung
und reicht wirklich reine "Kompetenz"? Mir sträubt sich das Fell.

Ein Mauerer mit Erfahrung weiß, wie sein Mörtel beschaffen sein muss,
d.h. er hat Kompetenz und das Wissen (auch ohne Studium).
Ich denke nicht, dass man ihm das Wissen absprechen darf,
das er nunmal hat.

Es ist doch interessant, Bauwerke zu sehen, die seit 2000 Jahren oder länger bestehen
und z.B. im Brückenbau, aber auch bei Gebäuden, selbst dort, wo viel Geld versenkt wird, inzwischen
nach ein paar Jahren die ersten Risse zu finden sind, wo Stahlbeton erhebliche
Qualitätsmängel hat....eine schier endlose Liste.
Oder in einer KFZ - Werkstatt, wo nur noch ein PC angeschlossen wird
und sich kaum noch einer auskennt und das ist überall so.
In den Bäckereien muss nur noch die Fertigmischung zum Wasser geschüttet werden
und fertig ist das Brot. Der künftige Bäcker weiß also, in welchem Winkel er die
Fertigmischung ins Wasser geben muss und wie lange backen, und vorher formen.
Und das ist dann wirklich kompetent?

Da muss ich jetzt lachen.
Wir bräuchten Schulen, die Zusammenhänge erklären, wo auch die Lust
zum Verstehen wieder geweckt wird.


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13.07.2018 um 17:20
@Atrox

Mit was geht es denn an der Universität im Architekturstudium los in den mathematischen Bereichen?

Warum braucht ein Kurierfahrer ein anderes Fundament, als der Architekt? Der Architekturstudent lernt doch das, was ihn speziell erst am Ende zum richtigen Architekt macht, an der Universität.
Der Kurierfahrer lernt meinetwegen gar nicht mehr weiter im mathematischen Bereich, weil das Fundament ausreicht.


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13.07.2018 um 22:43
Kc schrieb:Rechnen ist nicht Mathe. Aber ohne Mathe bzw. mathematisch grundlegendes Verständnis geht auch kein Rechnen. Kein Plus/Minus, kein Mal/Geteilt, Brüche oder Prozent. Das begegnet uns im Alltag doch überall und ständig, das ist nicht an den Haaren herbeigezogen.

Wenn ich keinerlei mathematisches Verständnis habe und nicht rechnen kann, dann ist ein Geldschein oder eine Münze für mich nur ein Stück Papier oder ein Stück Metall. Was soll ich damit anfangen? Ich könnte nichts kaufen, kein Essen, weil ich nicht weiß, ob ich genug Geld habe, ich kann ja keine Zahlen lesen, selbst wenn ich es könnte, kann ich die Zahlen auf dem Preisschild nicht in Beziehung setzen zu den Zahlen, die auf meinem Schein/Münze stehen.

Wenn das Backrezept sagt:,,Fügen Sie einen Viertelliter Milch hinzu", muss ich wissen, was ein Viertelliter ist und wie ich den abmesse.
...
Richtiges Mathe kommt ja auch heute in Schulen nicht vor. Denn das ist dreisatz und lineare gleichungen lösen nunmal auch nicht :p

Deine Theorie ( die ja oft vorgebracht wird ) finde ich nicht so ganz haltbar. Was geld ist versteht man auch in ländern wo es keinen breiten zugang zu Schulunterricht gibt. Größtenordnungen versteht man dort auch.
UNd Kochen kann man da auch.

Es ist ja nun auch nich so, dass man in Deutschland vor verpflichtenden Schulunterricht keine alltagstauglichkeit hatte. Die hatte man eher mehr als weniger.
Kc schrieb:Das zweifel ich mal ganz stark an! Motivation ist von größter Bedeutung. Es kann außerordentlich motivierend sein und das Verständnis fördern, wenn man vermittelt bekommt, wofür das blöde, langweilige Zeug gut sein könnte.
Somit kann man aus dem desinteressierten Schüler einen interessierten Schüler machen.
Das macht einen guten Lehrer aus.
Motivation entsteht aber nicht dadurch, dass man ein anwendungsbeispiel bringt.
Dass etwas grundsätzlich relevant ist bedeutet nicht, dass es jemanden interessiert.

Dein Denkfehler wird in deinem Post offensichtlich: Du hälst das Zeug für blöd und langweilig. Wer den Prozess für blöd und langweilig hält wird mathe aber niemals können. Dem hilft auch kein anwendungsbeispiel.
Mathe können leute, die bock auf mathe haben. Andere Leute können bestenfalls konzepte auswendig lernen. So ist das und so bleibt das auch. Und es macht keinen sinn, leute konzepte auswendig lernen zu lassen, die sie sowieso niemals anwenden werden.
Kc schrieb:Zeigt uns nicht die Erfahrung, dass Kinder und Schüler auch Führung brauchen?
Sicherlich sind viele, gar alle von Natur aus neugierig. Aber vielleicht interessieren sie sich mit Spaß für das Falsche oder sie haben so partikulare Interessen, dass sie später keinen Beruf ausüben können.

Zudem ist nicht in jedem Kind die Selbstständigkeit gleichermaßen ausgeprägt. Manche brauchen mehr Leitung, Führung und Aufmerksamkeit. Auch sollten wir übrigens andere/ältere Schüler nicht zu kleinen Hilfslehrern machen, wie es manche Konzepte vorsehen, bei denen erwachsene Lehrer nur noch ,,Coaches" und Spielkameraden sind.
Daran würde dann aber auch schulunterricht nix ändern.
Partikulärinteressen sind nicht das Problem. Kein Interesse an irgendwas und unfähigkeit, sich überhaupt in irgendetwas einzugliedern, das sind probleme.
Einer der ein grundsätzlich vernünftiger Mensch ist, aber nicht sonderlich geistig begabt, der kann z.B. Kellner werden. Ist gar kein Problem. Dafür muss man auch bestimmte fähigkeiten haben, people skills, disziplin, ok, aber man muss keine pq formeln können.
Einer der keine frustrationstoleranz hat und keine strukturierten tagesabläufe einhalten kann, der kann nichtmal das.

Ich will nicht dass da kinder einfach rumsitzen.
Ich will, dass man die zeit, in der man heute kinder zwingt, sinnlose sachen zu 'lernen', die sie sowieso nicht behalten, nutzt, um die kinder vernünftiger zu bilden.

Denn mit Bildung hat das heutige Schulwissen nicht mehr viel zu tun. Da werden ja gerade nur partikuläre details gelehrt, die mal mehr, mal weniger relevant sind (selbst als grundwissen).
Wir würden uns einen größeren gefallen tun, wenn wir nah an den kindern dran sind und pädagogisch überhaupt erstmal dafür sorgen, dass sie zu selbstbewussten Menschen werden.

Ich hab Mathe studiert (undzwar erfolgreich). Das einzige was mir da im Vorfeld ein bisschen was gebracht hat war der LK den ich in der Shcule hatte, und das nur, weil der lehrer vom alten schlag war und sachen mit reingenommen hat, die man normalerweise in der schule nicht hat (beweise führen und so).
Ansonsten weiß die uni, dass der matheunterricht eh nicht funktioniert und gibt vorkurse.
Und selbst die braucht man eigentlich nicht wirklich, die braucht man nur, um leute kennen zu lernen.
Wenn ich selbst als Mathe student eigentlich auf den unterricht pfeiffen könnte und mich auch so nochmal einlesen kann, was bringt's dann? Die paar schemas (nullstellen ausrechnen und so) die man da lernt in 13 jahren, das ist ganzschön schwach.

Da hätte es mir wesentlich mehr gebracht, wenn man mir in der schule disziplin, verantwortungsbewusstsein und sowas in der art nähergebracht hätte, meinetwegen sogar sport.


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13.07.2018 um 22:49
Atrox schrieb:Ein solides Fundament für den angehenden Architekten sieht aber anders aus als für den angehenden Kurierfahrer.

Die Schule umfasst rund 13 Jahre Mathematikunterricht. Was bringt es Dreisatz von der 5 bis zur 13 zu pauken, wenn viele es schon auf Anhieb kapieren. Woraus sollte der Matheunterricht in deinen Augen bestehen? Wieviele alltagsrelevante Sachen gibt es? Braucht man da wirklich 13 Jahre für?

Die richtige Mathematik beginnt doch ohnehin erst an der Uni. Der Rest ist dagegen ein Kaffeekränzchen. Schulen sind also so oder so weit davon entfernt fertige Mathematiker auszubilden.
Ja genau, das ist das ding.
Das paradoxe ist ja, dass junge menschen eigentlich BESSER lernen als ältere.
Heißt eigentlich müsste das Tempo auf der Schule höher sein können als auf der uni.

Das gegenteil ist aber der Fall, auf der Schule machst du in einem Jahr, was du auf der Uni in zwei wochen durchnimmst.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

13.07.2018 um 22:50
Und wenn das so ist, dann könnte ich genausogut eben das, was man auf der uni oder in der ausbildung so relevantes lernt eben minimal ausweiten und aus der schule mehrere unterrichtsjahre rausnehmen.
Würde ich dem Kind und dem ausbilder einen gefallen mit tun.

Der Ausbilder weiß dann wenigstens, woran er ist.


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13.07.2018 um 23:00
@shionoro

Nach 8 Jahren Klippschule auf die Uni?
Das hat was...


@RetinaK
RetinaK schrieb:Wir bräuchten Schulen, die Zusammenhänge erklären, wo auch die Lust
zum Verstehen wieder geweckt wird.
Dazu bräuchten wir Lehrer, die Zeit für die Kinder haben. Viel mehr Lehrer also.


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13.07.2018 um 23:01
@geeky

Würde bei mehr als genug studienfächern klappen.
Undzwar weil die uni schon jetzt weiß, dass sie von vorn anfangen muss.
Das einzige, was die uni erwartet, ist dass man ein halbwegs vernunftbegabter mensch ist. Oft nichtmal das.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

13.07.2018 um 23:06
Das ist wahrlich ein düsteres Bild und läßt mich die Threadfrage mit anderen Augen sehen.
Bedeutet das nicht eine Kapitulationserklärung des gesamten Bildungssystems?


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