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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

101 Beiträge, Schlüsselwörter: Politik, Euro

Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

20.07.2020 um 08:18
Quatermass
schrieb:
Es fehlt dieser EU alleine schon an einer gemeinsamen Sprache, Interessen, Verständnis und Respekt. Gerade die Sprache hat Helmut Schmitt im Hinblick auf die EU, schon in den späten 70ern, als elementar bezeichnet.
Alle, auf die es wirklich ankommt, also die Denker und Lenker der Länder, sprechen normalerweise englisch. Das ist kulturell vllt nicht ganz so nachhaltig, aber auch nicht so schlecht, um die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Zudem haben wir eine lange gemeinsame Geschichte an der die Strukturen wuchsen.

Die 50 Staaten der USA zB. sind sich auch alles andere als grün - genau wie die etwa 100 (?) unterschiedlichen ethnischen Gruppen in China. Natürlich ist das Mandarin Verkehrssprache, und die Han dominant, aber auch die haben innerhalb ihrer Reihen größere Unterschiede und Eigenheiten. Ebenso wie teilweise diametral gerichtete Interessen. Trotzdem schaffen sie es dennoch einen Konsens zu finden.

Wir sind Europäer. Das Abendland. Die Aufklärer und Entdecker der Welt. Wir haben seit 2000 Jahren eine gemeinsame Schrift, viele gemeinsame Werte die sich nicht zuletzt aus dem semitischen Religionsbekenntnis speisen - genau wie aus der Denke der Gelehrten vergangener Jahrtausende, die wir ebenso allesamt gleich hoch halten. Zudem grenzen wir uns sowohl kulturell als auch politisch schon seit Jahrhunderten stark sowohl nach Asien als auch nach Afrika ab. Das verbindet durchaus. Gerade in einer globalen Politik.
Quatermass
schrieb:
Gerecht ist nicht die Umverteilung von den effizienten Leistungsgesellschaften zu den weniger effizienten oder wie Ökonomen sagen würden, zu den nicht wettbewerbsfähigen. Gerecht ist, wenn die nicht Wettbewerbsfähigen ihre Ausgabe entsprechend anpassen, statt über ihre Verhältnisse zu Leben.
Das ist natürlich ein Problem. Dennoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass die nationale Einheit von solchen für unsere Verhältnisse ungenügenden Zuständen abhängt, und das gilt es deshalb doch erstmal zu respektieren. Man kann natürlich versuchen einen gewissen Druck auszuüben, damit sich mit der Zeit was ändert.
Als Privatperson fände ich das auch nicht so toll, wenn mein Nachbar sich Überschuldet und ich ihn dann am Besten aus den Miesen ziehen soll…der Staat hat kein Geld, es ist unsere Leistung die hier „verschenkt“ werden soll und auf dem Spiel steht.
Es ist ja nicht nur der Nachbar. Es ist quasi ein Familienmitglied, das auch nicht selten dafür sorgte - und weiterhin durch etwaige ökonomische Verflechtungen sorgt - dass mein eigener Laden brummen kann. Es wird da auch nicht wirklich was "verschenkt", sondern man investiert in die Stabilität des Nachbarn/Famileinmitgliedes, damit sich der weiter entwickeln kann. Natürlich ist sowas mühsam, und kostet Ressourcen, aber wenn nicht jetzt, wann dann sollten wir solche Dinge angehen? 70 Jahre Frieden in Europa, das gab es noch nie. Wir täten gut daran, das so weit es geht so zu belassen.

Nehmen wir an, Italien schmiert uns ab, weil wir nicht helfen. China springt ein, und übernimmt unsere Rolle, wie auch immer das aussehen mag. Wird sowas zu unserer Stabilität beitragen, sowohl wirtschaftlich wie politisch? Gerade dann, wenn China vllt plant alles, was wir an Wirtschaftsleistung haben, über kurz oder lang zu übernehmen? Da darf man zweifeln.
Wir sparen unsere Infrastruktur, Bildungs-, Sozialleistungssystem und unsere Wehrfähigkeit kaputt, aber dafür hab ich ein gutes Gewissen beim Einschlafen, weil die Südländer gerettet sind und dort alle vor mir in die gesetzliche Rente gehen können.


Echt toll, so funktioniert die EU? Oder Spaltung?
Zunächst mal halte ich das für etwas übertrieben. Klingt schon sehr plakativ.

Zum anderen .. Was ist die Alternative? Wie mit dem Beispiel von China gezeigt, ist das nicht ganz so einfach, denke ich. Zumal unsere Strukturen bei weitem nicht so schlecht sind, wie das hier gerade durchklingt. Zumindest im Vergleich zu den ärmeren Ländern. Auch im Vergleich zu den reichen.

Können wir wirklich besser schlafen, wenn uns die Südländer an andere Globalplayer verloren gingen, und die dort ihre politischen und ökonomischen Zelte aufschlagen? Das wäre die entscheidenden Frage, meiner Ansicht nach.
Ich glaub mein Link ging einfach unter, daher...
Die Verteilung der Privatvermögen hat wohl eher was mit dem deutschen Steuersystem zu tun. Hab dazu gestern sogar eine interessante Sendung im Radio gehört, in der genau dieses Thema angeschnitten wurde.

Darüberhinaus wird das bei uns auch nicht so heiß gegessen, weil sich die Leute bis zum Zusammenbruch der Sowjets auf dem gigantischen Sozialstaat der BRD ausruhten, und sich weiterhin noch stark auf den Rest dieses sozialen Netzes verlassen. Du darfst zB. gar kein Vermögen haben, wenn du Harzen willst. Also wird lieber in den unteren Schichten verprasst, statt gespart. Das stärkt ja auch den Binnenmarkt. Stichwort Shoppingweltmeister. usw..

Gerade was Immobilien anging, war der Deutsche des letzten Jahrtausends eher zurückhaltend. Lag unter Anderem an den billigen Mieten, die staatlich ebenso stark subventioniert wurden etc.

Tenor der Sendung war im großen und ganzen: "liegt hauptsächlich am großen Strukturwandel in der Wendezeit"


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20.07.2020 um 10:16
@weißichnixvon
Die USA sind ein schlechtes Beispiel, da vermutlich kaum jemand ernsthaft die Vereinigten Staaten von Europa möchte. Ich jedenfalls nicht.
Die EU war im Kern immer eine gute Sache, sie hat uns freie Grenzen etc gebracht. Allerdings ist die EU inzwischen zu einem bürokratischen, aufgeblasen Monster mit viel zu vielen Mitgliedsstaaten geworden, von der aufgeblähten Eurozone ganz zu schweigen. Von der EU des Friedens, wie Herr Kohl oder Herr Mitterrand einst sagten, wurde eine EU der Spaltung, der Minuszinden, der Unfähigkeit zu einer vernünftigen Außenpolitik (zu viele Quertreiber), der versteckten Eurobonds und der Rettung von Ländern, deren Regierungen entweder nicht mit Geld umgehen können, die immer nur Quertreiber spielen, deren Systeme total marode sind, oder die als Gipfel auch noch reicher sind als wir. Aber wir kurbeln den Export an und bezahlen noch dafür. Die Niederländer nennen das, man bekommt eine Zigarre aus der eigenen Packung geschenkt.
Ich hoffe, Herr Rutte und Co bleiben hart.


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20.07.2020 um 10:25
@abberline
Nichts gegen Kritik, wo sie angebracht ist. Aber man muss nicht gleich mit dem Hintern nieder reißen, was Generationen vor uns mit Verstand und Weitsicht aufbauen. Dass hier und dort nachgebessert werden muss, geschenkt.


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20.07.2020 um 12:13
weißichnixvon
schrieb:
Alle, auf die es wirklich ankommt, also die Denker und Lenker der Länder, sprechen normalerweise englisch
Tut mir Leid, es kommt auf die Menschen innerhalb der EU an und nicht auf die „Lenker“.

In meinem Demokratie Verständnis will ich nicht gelenkt werden, sondern es sollte über Mehrheitsbeschlüsse die Politik gelenkt werden. Für das Europaparlament ist dies durch die Gewichtung der Stimmrechte umso schwieriger.

Ich halte die Demokratie eigentlich für ein gutes System, wenn die Gesellschaft nicht gelenkt, sondern Informiert wird und selbst entscheiden kann. Ein mündiger EU-Bürger (oder auch nur ein Wähler auf Nationalstaatenebene) traue ich zu, „richtig“ zu entscheiden. Die hochdiskutierte Politikverdrossenheit resultiert auch daraus, dass sich die Menschen in den Ländern nicht von „ihren“ Vertretern repräsentiert fühlen. Aktuelle Beispiele lasse ich mal aus.

Geht man nach Einwohnerzahlen und Wirtschaftstärke, wäre wohl eher Deutsch eine alternative für die Sprache. Schließt sich aus, da es die Sprache der "Täter und Verbrecher" ist. Eine Randnotiz.
weißichnixvon
schrieb:
Die 50 Staaten der USA zB. sind sich auch alles andere als grün - genau wie die etwa 100 (?) unterschiedlichen ethnischen Gruppen in China.
Von USA nun zu China. Sogar in Tibet zahlt man mit Renminbi/Yuan. China schließe ich mal als gutes Beispiel aus, dass dortige System funktioniert und wäre nicht mein Favorit.

Bei Kultur mag ich die Ansicht zu Europa von Charles de Gaulle, er sprach von einem Europa der Vaterländer.

Charles de Gaulle liebte Frankreich, sein Heimatland. Was er meinte mit seiner „Europa der Vaterländer“; wir sollen unsere nationalen Traditionen, Kulturelles Erbe, unsere Geschichte mit ihren Errungenschaften und unser Land lieben soll. Nur, wer sein Land liebt und sich mit diesem Identifiziert, kann die Schönheit, die Eigenheiten anderer Länder verstehen, ebenfalls Lieben lernen und Respektieren. Im heutigen Zeitgeist verfallen solche Gedanken in den Schubladen.

Der €uro ist eine gute Idee, aber er kam zu früh. Schon 1992 gab es Mahner und 1998 erneut:

155 Professoren für Verschiebung der Euroeinführung

Manifests deutscher Wirtschaftswissenschaftler
Es ging nicht gegen die Gemeinschaftswährung sondern den Zeitplan. Nun ist er halt mal da, Alternativelose-Basta-Politik.

Das Verständnis, wer gegen die Euro-Rettung ist oder gegen die Unterstützung der Südländer, sei ein Anti-Europäer ist nicht zu halten und für mich nicht mehr wie eine Floskel um solche Gedankengänge diffamierend in gewisse Ecken zu stellen.
weißichnixvon
schrieb:
Zunächst mal halte ich das für etwas übertrieben. Klingt schon sehr plakativ.
Es ist eine logische Konsequenz die einige schon erkannt haben und mit einer plakativen Aussage weniger etwas zu tun haben, sondern eher provokant – es darf einfach nicht in das Weltbild passen, wenn der Traum von geeinten Kontinent bröckelt oder die „Geber-Länder“ irgendwann die Geduld verlieren.

Ach ja, die Wortwahl hab ich passenderweise übernommen:

Tagesspiegel: Der Euro wird Europa-Spalten

Wirtschaftswoche: Währungsunion: Spaltet der Euro Europa? Ja!

Handelsblatt: Der Euro spaltet Europa

Der Euro hat das Potential das einzureisen, was die Generationen vorher geschaffen haben - nicht umgekehrt.

Warum spaltet der Euro?
weißichnixvon
schrieb:
Man kann natürlich versuchen einen gewissen Druck auszuüben, damit sich mit der Zeit was ändert.
Druck ausüben, wie war das mit der plakativen Spaltung?

Zypern - Proteste mit Nazivergleich

Italien - wegen der Schuldenkrise anti-europäische Proteste

Bin gerade zu faul, weitere Links zur Untermauerung einzufügen und erspare mir weitere Ausführungen.
weißichnixvon
schrieb:
Die Verteilung der Privatvermögen hat wohl eher was mit dem deutschen Steuersystem zu tun.
Ach, Steuersystem sieh an…

Spielt es eine Rolle, wo die Ursachen liegen, wenn die Zahlen, Daten, Fakten klar erkennen lassen, dass „die Deutschen“ eigentlich zu den ärmeren auf dem Kontinent gehören. Schwer zu glauben, wenn`s nicht ins gefühlte Weltbild passt. Schade das solche Informationen vom Statistischem Bundesamt nicht für jeden abrufbar sind, aber min. 5 Sek. Suchmaschineneingabe gibt`s die Auswertung in Unterschiedlichen Darstellungen auch.

Ich würde mir nicht anmaßen so ein Urteil zu fällen, nur weil in meiner Gegend Brücken gesperrt, Schulen geschlossen werden und Unternehmensansiedelungen wegen der Strukturanbindung (Digitale, wie Straßeverkehranbdinungen) fehlschlagen.

Ich verlasse mich da auf fundierte Analysen und Aussage von Ökonomen wie Daniel Stelter, Hans-Werner Sinn, Marcel Fratzscher, Christoph M. Schmidt, Thomas Mayer,…

Die Immobilien sind ein Argument unter vielen. Die derzeitige Finanzierungorgie, gepaart mit dem Niedrigzins, und der hohen Preissteigerung in den Ballungsgebieten in Deutschland wird sich ebenfalls noch rächen. Auch so etwas, die Inflation ist in Gebieten mit Immobilienboom höher, da die Ausgaben für die Miete (oder die Kaufsumme) entsprechen steigen, verrät die Warenkorb Berechnung nicht - wenn über die Inflationsquote geschrieben wird.

Und da dies nunmal ein Faktum ist mit dem Nettovermögen, sollten solche Länder wie u.a Italien, Griechenland ihre Strukturprobleme ersteinmal selbst versuchen durch Investitionen, Sparen und/oder durch Anpassung in der Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Spannend wird es im Herbst, wenn die "Grippe"-Politik entgültig eine Pleite und Insolvenzwelle auslösen sollte.
weißichnixvon
schrieb:
Können wir wirklich besser schlafen, wenn uns die Südländer an andere Globalplayer verloren gingen, und die dort ihre politischen und ökonomischen Zelte aufschlagen?
Gutes Argument, wir umarmen jetzt noch die ganzen afrikanischen Ländern, bevor es China macht. Ernsthaft? Oder sollte man die Frage als Erpressung an die Geber-Länder werten?

Die Südländer haben über ihre Verhältnisse gelebt, sie haben sich durch eine falsche Politik verschuldet, eine Politik die diese Währung erst möglich machte. Sie müssen ihr Verhalten anpassen in der Fiskal- und Finanzpolitik. Ansonsten werden hier nur Milliarden verbrannt, die für zukünftige Generationen dringend hier investiert werden müssten – dann könnte ich gut schlafen.

Je mehr das Verständnis in den Geber-Ländern schwindet, also in der dortigen Bevölkerung, desto mehr wird es das europäische Gemeinschaftsgefühl auseinander getrieben. Die Folge auf Nationalstaatenebene kann sich jeder selbst ausdenken, ich wink derweil nach Großbritannien…


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20.07.2020 um 12:35
@weißichnixvon
Die Generationen wollten aber weder die vereinigten Staaten von Europa mit Brüssel als Regierung, noch eine EU voller Quertreiber, noch eine Schuldenunion zugunsten der Süd- und Osteuropäer. China hin oder her, das ist kein Grund unseren Export durch Geschenke an Länder, die reicher sind als wir, zu finanzieren. Aber der deutsche Sparer hat Nullzinsen. Die italienische Regierung soll bei der eigenen Bevölkerung Geld eintreiben, ich kann nichts für die jahrzehntelange Murks und Geschenke Politik einiger südeuropäischer Staaten. Geschenke nimmt man, aber Kontrolle darüber ist Gängelei....
Und ich kann auch nichts für Länder, die immer gern Geld nehmen, sich aber ansonsten nur quer stellen (Ungarn, Polen, Slowakei etc)
Ich war immer pro EU, aber wenn das so weitergeht, wird die jetzige Politik weiter spalten und den Wunsch nach einer neuen Kern EU, ohne die Hälfte der jetzigen Mitglieder, wachsen lassen. Die EU ist zu gross geworden und der Euro für manche Länder zu viel.


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

20.07.2020 um 13:53
Quatermass
schrieb:
Tut mir Leid, es kommt auf die Menschen innerhalb der EU an und nicht auf die „Lenker“.
Naja, darauf kommt es auch an, aber nicht nur. In welchem Verhältnis, ist noch mal eine andere Frage.

Es kommt meiner Wahrnehmung nach immer zunächst auf die Denker und Lenker an, die dann ihrerseits die Volksmassen entsprechend via Medienlandschaft informieren und einstimmen. Schließlich eben doch ein Stück weit lenken.

Der einzelne Mensch hat mangels echter, nachprüfbarer Information nur sehr selten eine eigene selbst durchdachte und dazu auch noch adäquate Meinung. Meistens ist es ein von sonstwo vorgeprägtes Bild von vielen verschiedenen übergeordneten Strömungen des jeweiligen Zeitgeistes und des regionalen Umfeldes, das eine zum jeweiligen politischen Momentum massentaugliche Meinung formt.

Natürlich ist es aber auch immer eine Mischung aus der emotionalen Verfassung der Menschenmassen sowie den Interessen der Denker und Lenker.
Quatermass
schrieb:
In meinem Demokratie Verständnis will ich nicht gelenkt werden, sondern es sollte über Mehrheitsbeschlüsse die Politik gelenkt werden. Für das Europaparlament ist dies durch die Gewichtung der Stimmrechte umso schwieriger.
Wir wählen nun mal eine politische Vertretung, und die Lenkt die Geschicke der politischen Einheiten. Mehr kann man erstmal nicht tun, und ich denke, das ist fürs Erste gar nicht mal so schlecht, was an Demokratie da ist.

Zumindest wird durch die gewählte Vertretung (indirekte Demokratie) sicher gestellt, dass die am besten tauglichen regieren; nicht unbedingt immer nur die, die am lautesten schimpfen, dem Populismus frönen, oder eben dem Pöbel das zugestehen, wonach es ihm gerade verlangt.

Nicht alles, was das Volk denkt, dass das Beste ist, muss auch wirklich das Beste sein.
Quatermass
schrieb:
Ich halte die Demokratie eigentlich für ein gutes System, wenn die Gesellschaft nicht gelenkt, sondern Informiert wird und selbst entscheiden kann. Ein mündiger EU-Bürger (oder auch nur ein Wähler auf Nationalstaatenebene) traue ich zu, „richtig“ zu entscheiden. Die hochdiskutierte Politikverdrossenheit resultiert auch daraus, dass sich die Menschen in den Ländern nicht von „ihren“ Vertretern repräsentiert fühlen. Aktuelle Beispiele lasse ich mal aus.
Naja, alles hat seine Vor- und Nachteil. Soll jetzt aber nicht das Thema sein. Kannst ja mal gucken, wie die direkte Demokratie in der Schweiz funktioniert. Gibt auch durchaus kritische Stimmen dazu, nicht nur Lobeshymnen.
Geht man nach Einwohnerzahlen und Wirtschaftstärke, wäre wohl eher Deutsch eine alternative für die Sprache. Schließt sich aus, da es die Sprache der "Täter und Verbrecher" ist. Eine Randnotiz.
Echt jetzt? Keine Ahnung wie du zu dieser Einschätzung gelangt bist.. Ich kenne die Geschichte etwas anders.

Englisch ist deshalb die Verkehrssprache Europas, weil es die Welthandelssprache Nr 1. ist, und weil schon seit vielen Jahrzehnten alle Facharbeiten im Wissenschaftsbereich in Englisch verfasst und bearbeitet werden.

Dass das was mit der deutschen Vergangenheit zu tun haben könnte, ist kaum belegbar, vermute ich.
Quatermass
schrieb:
Von USA nun zu China.
Wen soll ich sonst mit Europa vergleichen? Die Staaten haben in ihrer Vergangenheit zumindest ähnliche Zusammenschlußprobleme erlebt, und es letztlich auch geschafft.

Zudem sind sie eben nun mal direkte Konkurrenten, was die Wirtschaftsleistung angeht.
Sogar in Tibet zahlt man mit Renminbi/Yuan. China schließe ich mal als gutes Beispiel aus, dass dortige System funktioniert und wäre nicht mein Favorit.
Es ging dir vorher um die kulturelle und ethnische Zusammensetzung, die hier als Problem im Raum schwebte.
Bei Kultur mag ich die Ansicht zu Europa von Charles de Gaulle, er sprach von einem Europa der Vaterländer.
Klar, de Gaulle war ein Soldat und ein kalter Krieger. Die Zeiten haben sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion stark geändert. Die Herausforderungen sind ganz andere. Zudem ist in den letzten 70 Jahren die Welt sowohl informativ wie in vielen Fragen der Mobilität stark zusammen gewachsen; damit änderte sich der Zeitgeist und die Kultur der jeweiligen Staaten massiv.

Wie leben in einer völlig anderen Welt als zu de Gaulles Zeiten, und deshalb sollten auch die Antworten angepasster sein.
Quatermass
schrieb:
Charles de Gaulle liebte Frankreich, sein Heimatland. Was er meinte mit seiner „Europa der Vaterländer“; wir sollen unsere nationalen Traditionen, Kulturelles Erbe, unsere Geschichte mit ihren Errungenschaften und unser Land lieben soll. Nur, wer sein Land liebt und sich mit diesem Identifiziert, kann die Schönheit, die Eigenheiten anderer Länder verstehen, ebenfalls Lieben lernen und Respektieren. Im heutigen Zeitgeist verfallen solche Gedanken in den Schubladen.
Viel nationaler Pathos, der durchaus seine Berechtigung hat, um ein bestimmtes Maß an Diversität zu wahren, aber leider keine Antwort auf die drängenden Fragen der Zeit.
Der €uro ist eine gute Idee, aber er kam zu früh. Schon 1992 gab es Mahner und 1998 erneut:
Das kann durchaus stimmen, nur hilft die Erkenntnis jetzt auch nicht weiter.

Übrigens; So schlecht ist der Euro trotz seiner problematischen Stellen auch nicht.
Sicher muss auch einiges nachgebessert werden, nur kann das erst geschehen, wenn die politische Stabilität des ganzen Wirtschaftsraumes halbwegs gesichert ist.

Wir werden sehen..
Das Verständnis, wer gegen die Euro-Rettung ist oder gegen die Unterstützung der Südländer, sei ein Anti-Europäer ist nicht zu halten und für mich nicht mehr wie eine Floskel um solche Gedankengänge diffamierend in gewisse Ecken zu stellen.
Oft nicht ganz zu unrecht. Es ist kein Zufall, dass Leute, die den Euro kritisieren auch gerne von Vaterländern träumen, von starken Nationalstaaten, und von etwaigen nationalen Egoismen getrieben werden.
Der Euro hat das Potential das einzureisen, was die Generationen vorher geschaffen haben - nicht umgekehrt.



Warum spaltet der Euro?
Es ist schon was dran, aber eine Lösung hab ich hier auch nicht anzubieten. Bin selbst gespannt, wie die Probleme in den Griff zu bekommen sind. Zumal gerade Deutschland einer der größten Profiteure des Euro sein sollen:

https://www.wz.de/wirtschaft/deutschland-profitiert-vom-euro_aid-37042095
Druck ausüben, wie war das mit der plakativen Spaltung?
Nicht gleich spalten, aber ein sanfter Druck - am besten nicht belehrend, sondern inspirierend - wäre hier der richtige Ansatz, denke ich. Was besseres fällt mir auch nicht ein.
Ach, Steuersystem sieh an…
Was soll ich da sehen? Mann kann nicht über die EU lamentieren, wenn das Problem hausgemacht ist.
Quatermass
schrieb:
Spielt es eine Rolle, wo die Ursachen liegen, wenn die Zahlen, Daten, Fakten klar erkennen lassen, dass „die Deutschen“ eigentlich zu den ärmeren auf dem Kontinent gehören. Schwer zu glauben, wenn`s nicht ins gefühlte Weltbild passt. Schade das solche Informationen vom Statistischem Bundesamt nicht für jeden abrufbar sind, aber min. 5 Sek. Suchmaschineneingabe gibt`s die Auswertung in Unterschiedlichen Darstellungen auch.
Ja, es spielt eine Rolle, was man hier mit was vergleicht, und vor allem wie man es vergleicht.

Die Deutschen sind nicht die Ärmeren.

Anhand der privaten Vermögen sieht man nicht den ganzen Wohlstand, sondern auch anhand des Konsumverhaltens, oder anhand des Sozialstaates, oder an der Bildungsinfrastruktur, oder an der med. Versorgung, oder oder oder.. Das ist in D alles erstklassig im Weltvergleich. Außerdem sind wir Weltmeister in Reise-, Shoppig-, und was sonst noch alles.

Wir leben hier in einem relativen Schlaraffenland. Es ist auch kein Zufall, dass die halbe Welt ausgerechnet zu uns will. Die andere Hälfte in die USA, nach Australien, Neu Seeland oder nach Skandinavien. Alles höchst entwickelte Länder, zu denen eben auch D gehört.

Wir gehören einfach zur Weltspitze (top 10) was Sicherheit, Wohlstand und Freiheit angeht. Trotz der Probleme die wir dennoch natürlich auch haben.
Ranking der 20 Länder mit der höchsten Lebensqualität nach dem Best Countries Ranking 2020
Quelle:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/732084/umfrage/top-20-der-laender-mit-der-hoechsten-lebensqualitaet-nach-...
Ich verlasse mich da auf fundierte Analysen und Aussage von Ökonomen wie Daniel Stelter, Hans-Werner Sinn, Marcel Fratzscher, Christoph M. Schmidt, Thomas Mayer,…
Ich kenne jetzt nicht alle Aussagen dieser Herren, bin mir aber relativ sicher, dass keiner von denen den Euro gänzlich abschaffen würde. Klar wird die Art und Weise kritisiert, wie manches vonstatten geht, das hat auch seine Berechtigung, aber Deutschland darüber schon so schlecht zu machen, wird nicht funktionieren. Das trifft die Realität meiner Ansicht nach nicht wirklich.
Gutes Argument, wir umarmen jetzt noch die ganzen afrikanischen Ländern, bevor es China macht. Ernsthaft? Oder sollte man die Frage als Erpressung an die Geber-Länder werten?
Wüsste nicht, dass die afrikanischen Länder so eng mit uns verflochten sind, wie die Kernstaaten der EU.

Polemik macht es auch nicht wahrer.
Die Südländer haben über ihre Verhältnisse gelebt, sie haben sich durch eine falsche Politik verschuldet, eine Politik die diese Währung erst möglich machte. Sie müssen ihr Verhalten anpassen in der Fiskal- und Finanzpolitik. Ansonsten werden hier nur Milliarden verbrannt, die für zukünftige Generationen dringend hier investiert werden müssten – dann könnte ich gut schlafen.
Natürlich müssen sie das. Daran wird auch gearbeitet. Dass sowas nicht über Nacht geht, mitunter Generationen dauern kann, bis die gröbsten Versäumnisse aufgeräumt sind, ist die andere Seite.
Je mehr das Verständnis in den Geber-Ländern schwindet, also in der dortigen Bevölkerung, desto mehr wird es das europäische Gemeinschaftsgefühl auseinander getrieben. Die Folge auf Nationalstaatenebene kann sich jeder selbst ausdenken, ich wink derweil nach Großbritannien…
Bin sehr gespannt, wie das UK das weg steckt. Bis jetzt sieht es nicht gerade rosig aus.


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

20.07.2020 um 16:10
abberline
schrieb:
Geschenke an Länder, die reicher sind als wir
Weiter lese ich nicht, sorry..


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

20.07.2020 um 16:16
@weißichnixvon
Würden manche Staaten vernünftige Politik machen, bräuchten sie auch keine Geschenke von uns. Und nur weil sie sich nicht an die eigenen Bürger trauen, wüsste ich nicht, warum wir und unsere kommenden Generationen dafür büßen sollen. Keinerlei Verständnis.
Wenn Eurobonds kommen, wird das die EU weiter spalten.


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

20.07.2020 um 16:46
abberline
schrieb:
Würden manche Staaten vernünftige Politik machen
Gilt auch für D.

Würden wir es zB. schaffen den Niedriglohnsektor abzubauen, der dafür sorgt, dass unser Exportüberschuss viel zu groß ist (was auch schon seit vielen Jahren an uns kritisiert wird) hätten die anderen auch eher ausgeglichene Haushalte. Damit würde sich der europäische Binnenmarkt ein gutes Stück weit selbst stabilisieren.

Aber versuche mal zB. einen vernünftigen Mindestlohn bei uns durchzusetzen (wie in Dänemark), oder eine vernünftige Rente für die unteren Schichten. Da heulen sie wieder auf, die Wirtschaftsliberalen, von wegen Sozialismus. Die aber seit Jahren eine Rekordbilanz nach der anderen vorlegten, und den Aktionären die Nasen vergoldeten.

Gibt noch mehr Kritik.. Wir können nicht immer nur auf andere Zeigen, und sagen, die sind schuld. Müssten erstmal den eigenen Dreck weg räumen, aber das ist eben auch nicht so leicht.


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

20.07.2020 um 17:35
Hallo @alle !


Ich muß zugeben, das mein letzter Beitrag etwas missverständlich ist, wenn man ihn nicht im größeren Zusammenhang liest.
Ich formuliere ihn neu und baue darauf auf.

Der Euro ist keine "richtige" Währung, wie der Dollar oder meinetwegen die dänische Krone, sondern allenfalls ein "Währungs-sugerat", weil hier einige wichtige Regulierungsmechanismen einfach fehlen. Es gibt hier keine europäische Regierung, die schon alleine durch die Europasteuern, die sie einnehmen und wieder ausgeben, Wirtschaftspolitik machen. Es gibt auch keine europäische Wirtschaftspolitik sondern nur die der einzelnen Staaten und eine europäische Volkswirtschaft gibt es nur, wenn man die "Summe der Einzellstaaten Wirtschaften" betrachtet.

Jedes Land entwickelt sich anders und im laufe der Jahre werden aus kleinen Unterschieden Große. Eine Notenbank kann nicht gleichzeitig bremsen, wenn es für die Wirtschaft A gut wäre und Gas geben, wenn es für die Wirtschaft B gut wäre. Das geht einfach nicht !

Das Corona - Hilfspaket, oder wie man es auch immer nennen möge, ist in Wirklichkeit ein Euro - Rettungspaket. Der Virus hat nun mal keine Fabriken bombadiert oder Brücken gesprengt, die jetzt wieder aufgebaut werden müßten.

Die Pandemie hat einige unschöne Entwicklungen allenfalls beschleunigt, nicht aber verursacht. Die Null - Zins Politik der EZB, aus der eine Minus - Zins Politik wurde, outet den Euro doch schon als einen "Währungszombie", der einfach nicht sterben darf und den man künstlich am Leben hält. Wenn das Corona Rettungspaket so oder in veränderter Form verabschiedet wird, ist der Euro erst einmal für die nächsten Jahre gerettet. In 5 oder 15 Jahren kommt dann die nächste Krise, was die auslösen wird, wissen wir noch nicht.


Gruß, Gildonus


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

20.07.2020 um 19:14
@Gildonus
Ehrlich gesagt lese ich solche eine Meinung zum ersten mal.

Gibt es jemanden innerhalb der Wirtschaftswissenschaften der dir hier beipflichtet?


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

24.07.2020 um 11:43
Moin Zusammen @alle,
weißichnixvon
schrieb am 20.07.2020:
abberline schrieb:
Geschenke an Länder, die reicher sind als wir

Weiter lese ich nicht, sorry..
Zahlen, Daten, Fakten...

Bei so wenig Wertschätzung oder Ignoranz einer anderen Meinung gegenüber, vergeht mir ebenso die Lust noch eine Antwort zu formulieren...aber die freie Debattenkultur ist im Zeitgeist, um die Wortwahl aufzugreifen, auch schon den Universitäten abhanden gekommen.
weißichnixvon
schrieb am 20.07.2020:
Der €uro ist eine gute Idee, aber er kam zu früh. Schon 1992 gab es Mahner und 1998 erneut:

Das kann durchaus stimmen, nur hilft die Erkenntnis jetzt auch nicht weiter.
Stimmt, wenn man nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen möchte, dann hilft eine Retroperspektive wirklich nicht. Teil der Evolution ist die Erkenntnis durch Fehler und Irrtum zu lernen.

Für mich ist klar, dass diese Milliarden nicht den Wohlstand dieses Landes sichern werden und das Risiko einer Inflation oder weiteren Zahlungen omnipräsent im Raum stehen werden. Die Kosten werden noch die zukünftigen Generationen tragen, wohl dem der Sachwerte hat (Immobilien, Gold, Silber, Aktien, ausländische Divisen u.a.) und diese Bestenfalls noch vererben kann. Weil Immobilien nicht beweglich sind, ist auch hier skepsis angebracht.

Die letzten Tage haben mir gezeigt was die EU anscheinend ausmacht und wie seit sie sich von dem Entfernt, was ihre Gründungsväter ausgedacht haben.

Ein NZZ-Kommentar zum Gipfel
weißichnixvon
schrieb am 20.07.2020:
Viel nationaler Pathos, der durchaus seine Berechtigung hat, um ein bestimmtes Maß an Diversität zu wahren, aber leider keine Antwort auf die drängenden Fragen der Zeit.
Die Konstrukteure der EU wollten eine übergreifende Zusammenarbeit auf Wirtschaftseben, in der jeder Staat seine eigenständige Souveränität behält und frei über eigene Investitionen oder den Staatshaushalt entscheiden darf.

Soldaten waren damals alle, also ein Hinweis ohne Inhalt auf den Euro und dessen fehlerhaften Konstruktion, Stützung und gegen Maastricht verstoßende Vereinbarungen. Die Frage des Themas dreht sich im Kern um die Stabilität der Einheitswährung.
weißichnixvon
schrieb am 20.07.2020:
Ich kenne jetzt nicht alle Aussagen dieser Herren, bin mir aber relativ sicher, dass keiner von denen den Euro gänzlich abschaffen würde. Klar wird die Art und Weise kritisiert, wie manches vonstatten geht, das hat auch seine Berechtigung, aber Deutschland darüber schon so schlecht zu machen, wird nicht funktionieren. Das trifft die Realität meiner Ansicht nach nicht wirklich.
Die Arbeit dieser Herren besteht in der Erstellung Wirtschaftlicher- und Ökonomischer Analysen, da geht es nicht nach einer gefühlten Realität- die frei nach Paul Watzlwick nur eine Wahrnehmung unter vielen ist.

Diese Herren Analysen auf Kennzahlenbasis und Interpretieren entsprechend ihrer Sichtweise (als Ökonomen) die Lage und die zukünftige Entwicklung.

Den eingesetzten imperativ einer getroffenen Aussage über die „gänzliche Euro“ Abschaffung sehe ich hinweg. Ökonomie und VWL basiert auf Kennzahlen und wie gut bzw. schlecht ein Land dasteht vermittelt der Vergleich zu anderen Ländern. Bei fast sämtlichen OECD-Studienergebnisse zeichnet Deutschland international eine absteigende Tendenz, entgegen dem Bauchgefühl.

Deutschland steht nicht schlecht da, aber ist schlecht gerüstet für die Zukunft, der Nimbus wankt gewaltig.
Und wohl gemerkt, geht es um die Verteilung von Gelder und deren Einsatz.

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Zur Weltsprache auch nur eine Randbemerkung...
weißichnixvon
schrieb am 20.07.2020:
Echt jetzt? Keine Ahnung wie du zu dieser Einschätzung gelangt bist.. Ich kenne die Geschichte etwas anders.
Zum Beispiel durch lesen von Büchern u.a. Roswitha Reinbothe: Deutsch als internationale Wissenschaftssprache und der Boykott nach dem Ersten Weltkrieg - hat nen guter Freund mir nach seinem Studium geliehen.

In Wiki reichts grad für einen Absatz...
Weltsprachen in speziellen Zusammenhängen

Das Französische erlangte im 17. Jahrhundert als Sprache der Diplomatie, des Postwesens und des europäischen Adels seine Bedeutung als führende Weltsprache. Für die Diplomatie kann sogar konkret das Jahr 1678 mit dem Frieden von Nimwegen angegeben werden.

Das Deutsche wurde ab dem Ende des 18. Jahrhunderts infolge der Weimarer Kulturpolitik (s. Weimarer Klassik, vertreten durch Dichter und Politiker wie Goethe, Schiller und die Brüder Humboldt, aber auch durch die Wichtigkeit der Schriften der philosophischen Aufklärung, insbesondere Kants, siehe: Dichter und Denker) eine sehr bedeutende Sprache in Wissenschaft und Kunst; es verlor diesen Status jedoch nach den Niederlagen in den beiden Weltkriegen und wohl auch infolge des diesen Kriegen vorangegangenen kontinuierlichen Verfalls von aufklärerischen Idealen.
Quelle: Wikipedia: Weltsprache

Englisch entstand durch die Kolonialmacht der britischen Krone an Bedeutung - wär`s keine Sprache hatte man diese vielleicht schon mit Farbe beschmiert oder umgeworfen. Der Ursprung dieser Weltsprache ist die Ausbeutung der ehemaligen Kolonien, Sklavenhandel und Krieg, während die Deutsche durch wissenschaftliche Publikationen um die Jahrhundertwende an Bedeutung gewann und zudem auch in Ländern gesprochen wurde, die nicht dem deutschen Staatenbund angehörten und auch Heute noch.

Da du die Geschichte anders kennst, empfehle ich dir die oben erwähnte Fachliteratur zu lesen.

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Ich weiße im Vorfeld darauf, dass mein nächstes Geschwurbel nicht persönlich zu nehmen ist… :)
weißichnixvon
schrieb am 20.07.2020:
Die Herausforderungen sind ganz andere. Zudem ist in den letzten 70 Jahren die Welt sowohl informativ wie in vielen Fragen der Mobilität stark zusammen gewachsen; damit änderte sich der Zeitgeist und die Kultur der jeweiligen Staaten massiv.
Zeitgeist was soll das heute schon sein?

Banker und Aktionäre als Bankster-Verbrecher und Ausbeuter darstellen, Euro-Rettung im jeden Preis, Hochschulen ohne freien Diskurs (Allensbach-Studie), Diffamierung, Denunziation, Gendersprachverwirrung bis zu Unleserlichkeit, Orwellsche Sprachsteuerung (Gewalttäter sind „Feiernde“ oder „Demonstranten“, Gewaltorgie nennt man neuerdings „Partys“, Unworte des Jahres, etc.p.p.), Toleranz gegenüber dem Rechtsbruch, Friday for Futur-Schulschwänzen, Stay at Home, Social distancing, ökologisch schwachsinnige Elektromobilität, Skulpturen umwerfen, Alternativlosigkeit, Instagram-Narzissmus, Filterblasen-Ignoranz…schöne neue Welt erschafft sich der Homo oeconomicus da.

Zeitgeist die mentale Fühl- und Denkweise des aktuellen Zeitalters, was ein Fortschritt der Evolution. Was wohl Voltaire, Arthur Schoppenhauer, Jeremy Bentham, Aldous Huxley zu diesem Zeitgeist sagen würden? Im heutigen Zeitgeist wären die wohl schon längst in einer Schublade der Missachtung gelandet.

Die Herausforderungen sind im Grunde die Selben und leiten sich immer noch von der Maslowsche Bedürfnishierarchie ab, damals wie heute. Heute wird nur an jeder Ecke Angst verbreitet von Rechts, wie von Links. Und wir Bürger werden für nicht mündig genug gehalten die richtigen Entscheidungen zu treffen, sondern „müssen“ gelenkt werden.

Für ne Meinung reichen heue 280 Twitter-Zeichen und dann ab in die Argumenten-Filterblase. Debatten werden zunehmen ideologisch geführt, den gegenüber Angreifbar machen ist die Devise.

Deine Meinung scheint fest zu stehen:
weißichnixvon
schrieb am 20.07.2020:
Wir wählen nun mal eine politische Vertretung, und die Lenkt die Geschicke der politischen Einheiten. Mehr kann man erstmal nicht tun, und ich denke, das ist fürs Erste gar nicht mal so schlecht, was an Demokratie da ist.

Zumindest wird durch die gewählte Vertretung (indirekte Demokratie) sicher gestellt, dass die am besten tauglichen regieren; nicht unbedingt immer nur die, die am lautesten schimpfen, dem Populismus frönen, oder eben dem Pöbel das zugestehen, wonach es ihm gerade verlangt.
Demokratie ist mehr, wie ein Kreuz alle vier Jahre zu setzen...aber wie gut, dass dem Volk jemand die Verantwortung abnehmen kann selbst zu denken.

Leider kann ich deine Sätze auch ins umgekehrte verdrehen;
Was ein Aufschrei der moralisch überlegenen, als zwei Abstimmungen in GB für den Brexit waren – was eine Feier als Demos TTIP kippten.
Heute so, morgen so – nichts mehr wie eine Doppelmoral. Wer entscheidend, wer tauglich ist und wer nicht? Wer wird als Populist diffamiert und wer ist dieser Pöbel? Die Spaltung der Gesellschaft fängt mit so profanen an....und schwächt den Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Schön, wenn jemand frei nach seinen moralischen Vorstellungen entsprechend Mitbürger und gewählte Repräsentanten kategorisieren kann. Hirn aus, die gewählte Politikerkaste macht alles richtig- sie ist per Wahl tauglich.

Besserer Vorschlag: Die Menschheit gibt wie in der Erzählung „Colossus“ von Dennis Feltham Jones oder wie von Jean-Luc Godard`s „Alphaville“ alle Macht einem global vernetzten Computernetzwerk- für eine fehlerfreie Zukunft- eine Diktatur der Wissenschaft.

Wenn ich die Entwicklung der Gesellschaft betrachte, so muss ich mich immer mehr Fragen – haben wir eine Entwicklung in eine Freiheitliche Richtung die dem Individuum gerecht wird oder geht die Entwicklung in eine unfreie Gesellschaft durch mehr Verbote, Regularien, Steuerung, Entmündigung. Sry…ich bekomme gerade meinen Philosophischen.
weißichnixvon
schrieb am 20.07.2020:
Wir leben hier in einem relativen Schlaraffenland. Es ist auch kein Zufall, dass die halbe Welt ausgerechnet zu uns will.
Stimmt ich werde dann bis 67 Arbeiten, während die ach so armen Italiener schon mit 62 in Rente gehen können, bei gleichzeitigen höheren Bezügen und jetzt schon mehr Nettovermögen auf der Kante haben. Die OECD-Daten kann man schließlich nicht leugnen.

Mir fällt bei dem Sozialsystem gar kein Grund ein, wieso die halbe Welt ausgerechnet zu uns will. An der Steuerlast wird`s nicht liegen, hab gehört Schloss Neuschwanstein im Allgäu soll so schön sein, dass die sogar Schlange stehen für eine Besichtigung.
*zwinkersmilie-sarkasmus*

Mit diesen Worten schließe ich hier…und entschuldige mich für soviel Off-Topic.


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

24.07.2020 um 17:41
Quatermass
schrieb:
Bei so wenig Wertschätzung oder Ignoranz einer anderen Meinung gegenüber, vergeht mir ebenso die Lust noch eine Antwort zu formulieren...aber die freie Debattenkultur ist im Zeitgeist, um die Wortwahl aufzugreifen, auch schon den Universitäten abhanden gekommen.
Du unterstellst mir Ignoranz, wobei du selbst die Chronologie des Gesprächs völlig ignorierst, in der genau nachvollziehbar sein sollte, warum ich so reagiert hatte. Es stimmt einfach nicht, dass die besagten Länder reicher als wir sind, und dass willkürliche Geschenke verteilt werden. Wenn das ein Beitrag vorher geklärt und auch argumentativ untermauert wird, werte ich eine Wiederholung der gleichen offenbar falschen Behauptung als unerträgliche Phrase.

Eigentlich müsste ich deine wiederholte Polemik auch gleich hier abwürgen, aber ich schreibe mal zu Ende, wie in den nachfolgenden Beiträgen an den anderen User, was du offenbar ebenso geflissentlich überlesen hattest.
Stimmt, wenn man nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen möchte, dann hilft eine Retroperspektive wirklich nicht. Teil der Evolution ist die Erkenntnis durch Fehler und Irrtum zu lernen.
Wer sagt, dass nicht aus Fehlern gelernt werden will? Möglicherweise ist das nur nicht ganz so einfach Politik und Wirtschaft in Harmonie zu bringen, also wieso gleich diese extremen Vorurteile?
Für mich ist klar, dass diese Milliarden nicht den Wohlstand dieses Landes sichern werden und das Risiko einer Inflation oder weiteren Zahlungen omnipräsent im Raum stehen werden. Die Kosten werden noch die zukünftigen Generationen tragen, wohl dem der Sachwerte hat (Immobilien, Gold, Silber, Aktien, ausländische Divisen u.a.) und diese Bestenfalls noch vererben kann. Weil Immobilien nicht beweglich sind, ist auch hier skepsis angebracht.

Die letzten Tage haben mir gezeigt was die EU anscheinend ausmacht und wie seit sie sich von dem Entfernt, was ihre Gründungsväter ausgedacht haben.
Klar ist da gar nichts. Du weißt nicht, was die Zukunft bringt, und tust gerade, als hättest du den vollen Überblick. Das grenzt schon an Scharlatanerie. Ökonomie, gerade in diesem Umfang ist ein höchst dynamisches, zT. chaotisches System, genau wie Politik es sein kann, also wovon sprechen wir hier?

Dass immer auch ein gewisses Risiko im Raum schwebt, gerade in solchen instabilen Zeiten, wie der jetzigen, wo sich das Machtzentrum global vom Atlantik zum Pazifik verschiebt, ist doch völlig klar. Dass bedeutet aber erst recht, dass wir bestehende Strukturen schützen und pflegen sollten, um nicht vom neuen Zeitgeist zu schnell überrumpelt zu werden, und uns damit Zeit erarbeiten/erkaufen müssen, uns anzupassen zu können.
Die Konstrukteure der EU wollten eine übergreifende Zusammenarbeit auf Wirtschaftseben, in der jeder Staat seine eigenständige Souveränität behält und frei über eigene Investitionen oder den Staatshaushalt entscheiden darf.

Soldaten waren damals alle, also ein Hinweis ohne Inhalt auf den Euro und dessen fehlerhaften Konstruktion, Stützung und gegen Maastricht verstoßende Vereinbarungen. Die Frage des Themas dreht sich im Kern um die Stabilität der Einheitswährung.
Dir scheint nicht klar zu sein, dass sich das alles die letzten 70 Jahre massiv verändert hat.

Die Kernstaaten der EU sind sowohl kulturell, als auch technologisch, infrastrukturell und ökonomisch viel enger zusammen gewachsen. Zudem ist die globalpolitische Situation - in der wir stark mit Amerika verbunden waren - eine völlig andere. Amerika wird zusehends zum Konkurrenten, ja sogar Gegner auf vielen Gebieten.

Wir müssen ganz andere Allianzen stärken, und da ist doch nur klar, dass man erstmal die stärkt, die schon seit geraumer Zeit ganz gut halten. Dass sie nicht perfekt sind, ist klar, aber bessere zaubern können wir uns auch nicht.
Die Arbeit dieser Herren besteht in der Erstellung Wirtschaftlicher- und Ökonomischer Analysen, da geht es nicht nach einer gefühlten Realität- die frei nach Paul Watzlwick nur eine Wahrnehmung unter vielen ist.
Hört hört. ^^

Ökonomische Analysen sind das eine. Die haben sicher ihre Berechtigung.
Paul Watzlawicks Arbeit zum Konstruktivismus werden sie indes allesamt nicht umhauen können. Da verwette ich das ganze BIP gegen. ;)
Diese Herren Analysen auf Kennzahlenbasis und Interpretieren entsprechend ihrer Sichtweise (als Ökonomen) die Lage und die zukünftige Entwicklung.

Den eingesetzten imperativ einer getroffenen Aussage über die „gänzliche Euro“ Abschaffung sehe ich hinweg. Ökonomie und VWL basiert auf Kennzahlen und wie gut bzw. schlecht ein Land dasteht vermittelt der Vergleich zu anderen Ländern. Bei fast sämtlichen OECD-Studienergebnisse zeichnet Deutschland international eine absteigende Tendenz, entgegen dem Bauchgefühl.
Absteigende Tendenz also.. Könnte das nicht vllt auch mit ganz anderen Faktoren zusammen hängen? Also zB. der problematischen Steuerlast, die eine bedenkliche Vermögensverteilung zur Folge hat, was unseren Binnenmarkt schwächt? Oder mit der demographischen Entwicklung, die zur Folge hat, dass immer weniger junge Leute immer mehr Alte tragen müssen? Überhaupt mit der ganzen billigen Konkurrenz aus Fernost, usw.?

Wie passt der Euro hier genau rein in die Einschätzung.. Gibt es auch dazu Untersuchungen?
Quatermass
schrieb:
Deutschland steht nicht schlecht da, aber ist schlecht gerüstet für die Zukunft, der Nimbus wankt gewaltig.
Das habe ich auch schon öfter gelesen. Nur ist die Frage, was die tatsächlichen Ursachen dafür sind, sehr umstritten, und alles andere als klar, nach allem zumindest, was ich darüber weiß.
Quatermass
schrieb:
Deutsch als internationale Wissenschaftssprache und der Boykott nach dem Ersten Weltkrieg - hat nen guter Freund mir nach seinem Studium geliehen.
Dass das zu Zeiten des Kaiserreichs anders war, ist mir auch klar. Stichwort deutsch als Medizinersprache in Japan zB., etc.

Nur ist seit dem viel Wasser den Rhein herunter geflossen, und die USA haben seit dem WK2 ihren kulturellen Einfluss quasi über Nacht globalisiert. Damit natürlich auch Englisch als Welthandels- und Wissenschaftssprache weltweit etabliert, weshalb sie eben dann in Europa auch zur Hauptverkehrsprache wurde. Auch weil wir mit Amerika stark verstrickt sind. Neben Französisch und Deutsch wohlgemerkt, die ebenso als europäische Verkehrssprachen fungieren.

Also eigentlich gar kein Grund zur Klage, wenn man es bei Lichte betrachtet.
Und schon gar kein Grund irgendwelche nationalen Legenden von der "deutschen Täterschaft" zu bemühen, denke ich.

Sorry, wenn ich dir das so unverblümt rein drücke -ist auch zT. eine Retourkutsche für deine wenig zurückhaltende Art mir Ignoranz anlasten zu wollen- aber ich hab schon zu viel von diesem "dieHaltenUnsImmerNochFürNazisUndUnterdrückenUns" Kram lesen müssen, und kann wirklich nicht anders an dieser Stelle:

Das Opfergetue von Leuten, die sowas ständig wiederholen, wird langsam nur noch peinlich.

Ja, die Deutschen hatten eine große Zeit, sie waren eine Weltmacht, und sie haben wie die meisten Großmächte der Vergangenheit aus bekannten Gründen an Einfluss verloren. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir darüber furchtbar traurig sein müssen.

Vllt war es auch das Beste, was uns hat passieren können, wer weiß das schon.
Ich brauche deutsch jedenfalls nicht als Weltsprache, schon gleich gar nicht, wenn der militaristische Preußengeist noch dran hängen sollte. Wozu auch? Bismarck wird zwar immer noch verehrt, aber wenn die Leute wüssten, mit wie viel unschuldigem Blut der preußische Glanz und die Glorie bezahlt wurden, würden sie vllt auch anders drüber denken. Zumindest die, denen das Blut der Unschuldigen was bedeut.
Da du die Geschichte anders kennst, empfehle ich dir die oben erwähnte Fachliteratur zu lesen.
Danke, wird mich wohl nicht dümmer machen. :)
Zeitgeist was soll das heute schon sein?

Banker und Aktionäre als Bankster-Verbrecher und Ausbeuter darstellen, Euro-Rettung im jeden Preis, Hochschulen ohne freien Diskurs (Allensbach-Studie), Diffamierung, Denunziation, Gendersprachverwirrung bis zu Unleserlichkeit, Orwellsche Sprachsteuerung (Gewalttäter sind „Feiernde“ oder „Demonstranten“, Gewaltorgie nennt man neuerdings „Partys“, Unworte des Jahres, etc.p.p.), Toleranz gegenüber dem Rechtsbruch, Friday for Futur-Schulschwänzen, Stay at Home, Social distancing, ökologisch schwachsinnige Elektromobilität, Skulpturen umwerfen, Alternativlosigkeit, Instagram-Narzissmus, Filterblasen-Ignoranz…schöne neue Welt erschafft sich der Homo oeconomicus da.
Klingt, als lebten wir in der Hölle. Hm..

Weißt ja, was Watzlawick dazu sagen würde.^^
Zeitgeist die mentale Fühl- und Denkweise des aktuellen Zeitalters, was ein Fortschritt der Evolution. Was wohl Voltaire, Arthur Schoppenhauer, Jeremy Bentham, Aldous Huxley zu diesem Zeitgeist sagen würden? Im heutigen Zeitgeist wären die wohl schon längst in einer Schublade der Missachtung gelandet.
Missachtet, ja sogar zT. verfolgt wurden sie doch damals erst recht. Heute finden sie wenigstens unter den etwas mehr gebildeten Beachtung. Die Aufklärung ist nach 200 Jahren noch lange nicht abgeschlossen. Die Ignoranz stirbt einfach nicht aus.
Die Herausforderungen sind im Grunde die Selben und leiten sich immer noch von der Maslowsche Bedürfnishierarchie ab, damals wie heute. Heute wird nur an jeder Ecke Angst verbreitet von Rechts, wie von Links. Und wir Bürger werden für nicht mündig genug gehalten die richtigen Entscheidungen zu treffen, sondern „müssen“ gelenkt werden.

Für ne Meinung reichen heue 280 Twitter-Zeichen und dann ab in die Argumenten-Filterblase. Debatten werden zunehmen ideologisch geführt, den gegenüber Angreifbar machen ist die Devise.
Gut, dem kann ich schon soweit zustimmen.
Deine Meinung scheint fest zu stehen:
Eigentlich gar nicht.
Aber ich will jetzt nicht weiter über mich quatschen.
Demokratie ist mehr, wie ein Kreuz alle vier Jahre zu setzen...aber wie gut, dass dem Volk jemand die Verantwortung abnehmen kann selbst zu denken.
Die Demokratie wäre mehr, wenn sie auf den idealen, gut gebildeten und immer bestens informierten Bürger treffen würde. Tut sie nur eher selten, und deshalb ist das, was sie eben ist.
Leider kann ich deine Sätze auch ins umgekehrte verdrehen;

Was ein Aufschrei der moralisch überlegenen, als zwei Abstimmungen in GB für den Brexit waren – was eine Feier als Demos TTIP kippten.
Heute so, morgen so – nichts mehr wie eine Doppelmoral. Wer entscheidend, wer tauglich ist und wer nicht? Wer wird als Populist diffamiert und wer ist dieser Pöbel? Die Spaltung der Gesellschaft fängt mit so profanen an....und schwächt den Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Das System entscheidet, wer wohin gehört, und ich bin Teil des Systems. Ich entscheide/erfühle, ob das System mir eher dient, oder mir eher schadet. Geht es mir gut, bin ich für ein weiter so, geht es mir schlecht, bin ich für eine andere - meinen persönlichen Vorlieben entsprechende Richtung. Die Meinungsmache macht den Rest.

Klar kann man das jetzt alles verdammen, und für eine riesen große Muppet-Show halten.
Aber man muss nicht.

Man kann auch Watzlawick lesen, und sich denken, fuck you.

Entweder ist das die beste aller möglichen Welten - in der ich trotz bestimmter Einschränkungen immer noch die und die Möglichkeiten habe, die ich jederzeit ausschöpfen kann, oder eben die schlechteste.
Diese Entscheidung treffe nur ich.
Schön, wenn jemand frei nach seinen moralischen Vorstellungen entsprechend Mitbürger und gewählte Repräsentanten kategorisieren kann. Hirn aus, die gewählte Politikerkaste macht alles richtig- sie ist per Wahl tauglich.
Würde das nur vom Hirn abhängen, würde ich dir beipflichten. Tut es aber nicht. Es hängt eher vom persönlichen Gefühl ab, und das ist immer relativ zur persönlichen Situation zu bewerten.

Viele Leute wissen nicht mal, dass sie ihre Probleme auf die Umwelt projizieren, und tun so
-legen sich sogar alles so zurecht, um sich selbst darin zu bestätigen- als sei die Umwelt für alles schlechte in ihrem Leben verantwortlich. Für das Gute natürlich dann nicht, denn das nehmen sie nicht mal richtig wahr. (hier kann ich auch ein gutes Buch empfehlen: Spoilerhttps://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID117433369.html )

Da ist die Politik immer ein dankbares Opfer. Die Merkel könnte goldene Eier legen, und Nörgler würden sie absägen wollen. Nur weil sie heute morgen nicht richtig aufs Klo konnten.

Das ist auch ein Teil der Realität.
Besserer Vorschlag: Die Menschheit gibt wie in der Erzählung „Colossus“ von Dennis Feltham Jones oder wie von Jean-Luc Godard`s „Alphaville“ alle Macht einem global vernetzten Computernetzwerk- für eine fehlerfreie Zukunft- eine Diktatur der Wissenschaft.
Solange die Menschen sich selbst, also ihre eigenen psychischen wie physischen Unzulänglichkeiten nicht im Griff haben, ist es egal, ob sie in einer Diktatur oder im Paradies leben. Es wird ihnen immer schlecht gehen, und sie werden in der Mehrzahl mit eingeschränkter Wahrnehmung die Schuldigen zumeist auch außerhalb von sich selbst suchen wollen.

Lies auch mal Dostojewski. Ein unglaublicher Menschenkenner und Beobachter, der genau das immer wieder in den Fokus zu rücken versteht.
Quatermass
schrieb:
Wenn ich die Entwicklung der Gesellschaft betrachte, so muss ich mich immer mehr Fragen – haben wir eine Entwicklung in eine Freiheitliche Richtung die dem Individuum gerecht wird oder geht die Entwicklung in eine unfreie Gesellschaft durch mehr Verbote, Regularien, Steuerung, Entmündigung. Sry…ich bekomme gerade meinen Philosophischen.
Dafür solltest du dich nicht entschuldigen, sondern dankbar sein. Erst durch diese Art der Reflexion werden die wahren Probleme offenbart; mit etwas Mühe aufgearbeitet, und die Welt als solche verliert an Gewicht.
Stimmt ich werde dann bis 67 Arbeiten, während die ach so armen Italiener schon mit 62 in Rente gehen können, bei gleichzeitigen höheren Bezügen und jetzt schon mehr Nettovermögen auf der Kante haben. Die OECD-Daten kann man schließlich nicht leugnen.
Man könnte ja auch mal eine Partei in Erwägung ziehen, die das ändern will. Es gibt schon welche, die sich das auf die Fahnen schreiben. Wäre keine große Sache, nachdem hierzulande mehr als genug Gut und Geld für alle vorhanden ist, und das nur offenbar eine Frage der Wohlstandsverteilung ist, nicht die Frage der Wirtschaftsleistung oder die der vermeintlichen Geschenke ans Ausland. Fragen wir mal die Skandinavier, wie die das handhaben, und kaum Probleme mit Rente oder Armut haben. Aber das will die Mehrheit halt nicht. Warum?

Hier nbissl Info dazu:
https://www.diw.de/de/diw_01.c.679909.de/publikationen/wochenberichte/2019_40/vermoegensungleichheit_in_deutschland_blei...


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

24.07.2020 um 19:05
Hier wird auch genauer erklärt, was es mit dem vermeintlich niedrigen "Privatvermögen der Deutschen" auf sich hat. Darin zeigt sich deutlich, dass hier nicht die ganze Bevölkerung der einzelnen Ländern über einen Kamm geschoren werden kann, und dass dieser Wert eigentlich gar nichts über das tatsächliche Vermögen, oder die Wirtschaftsleistung aussagen kann.
Der Median ist der Punkt, an dem exakt eine Hälfte der Bevölkerung mehr besitzt und die andere Hälfte weniger. Weicht der Durchschnittswert stark vom Median ab, dann bedeutet dies, dass es offenbar wenige große Vermögen gibt, die den Durchschnitt nach oben ziehen – und das ist ein Hinweis auf eine starke Ungleichheit.

Und hier zeigt sich eindrücklich, wie ungleich die Vermögen vor allem in den USA verteilt sind. Denn während dort das durchschnittliche Vermögen 184.000 Euro pro Kopf beträgt, was auf eine wohlhabende Gesellschaft hindeutet, liegt der Median nur bei 27.000 Euro, sprich: Die Hälfte der US-Bürger besitzt weniger als 27.000 Euro.
Die USA stürzen dadurch von ihrem Spitzenplatz beim Durchschnittsvermögen um zwölf Plätze ab und landen in der Länderliste des Median-Vermögens nur noch auf Rang 13. Dafür erklimmt nun die Schweiz den ersten Platz. Dort besitzt die Hälfte der Bevölkerung immerhin mehr als 84.000 Euro.

Auch Japan, die Niederlande und Belgien verbessern sich um mehrere Plätze, und den größten Sprung nach vorne macht Italien. Denn dort ist das Durchschnittsvermögen zwar relativ niedrig, es ist aber auch relativ gleichmäßig verteilt.

Absteiger sind dagegen neben den USA beispielsweise Großbritannien und Schweden, aber auch Deutschland. Hier liegt der Median nur bei 16.800 Euro – die Hälfte der Deutschen hat also nicht einmal 17.000 Euro auf der hohen Kante, weniger als ein Drittel des durchschnittlichen Nettovermögens von 53.000 Euro.

Dies ist einerseits eine Langzeitfolge der deutschen Teilung. Im Osten konnten die Menschen nicht über mehrere Generationen Vermögen aufbauen, sodass die Ersparnisse dort nach wie vor deutlich niedriger sind. Zum anderen investieren hierzulande aber eben auch fast nur Wohlhabende in Aktien, während die große Masse der Bevölkerung an dieser Form des Vermögensaufbaus nicht teilhat.
Wer ist also schuld, dass der deutsche Wert nicht ganz so hoch ist, wie er nach der starken Wirtschaftsleistung sein müsste? Nicht der Euro, sondern der Kommunist, und der Fortschrittsverweigerer, der immer noch die Aktie scheut.

https://www.welt.de/finanzen/article200530536/Vermoegen-So-wohlhabend-sind-die-Deutschen-wirklich.html

Mal etwas polemisch aufgerundet. ;)


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

26.07.2020 um 00:48
Elfenqueen
schrieb am 10.07.2020:
Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?
Die Corona-Hilfen werden durch Schulden finanziert, deshalb werden die Schulden höher, der
Euro müßte etwa so stabil bleiben wie vorher.
Nerok
schrieb am 10.07.2020:
In vielen Güterklassen (gerade Elektronik zB.) sind die Preise massiv gesunken oder stagniert.
Vor allem durch en techologischen Fortschritt gehen die Preise nach unten, ausserdem werden in China den Arbeitern Dumpinglöhne
gezahlt.


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

26.07.2020 um 01:11
parabol
schrieb:
der Euro müßte etwa so stabil bleiben wie vorher.
Was aber nicht ausschließt dass einige Verbraucherpreise dauerhaft höher werden.


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

26.07.2020 um 05:09
parabol
schrieb:
Was aber nicht ausschließt dass einige Verbraucherpreise dauerhaft höher werden.
Vor allem Mieten? Was die Ungleichheit in Deutschland weiter verschärft, womit wir wieder bei dem Thema Vermögen wären...


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

26.07.2020 um 11:02
Fragwürdig ist im Zusammenhang mit der Einigung des letzten EU-Gipfels, wo es um Corona-Hilfen um 390 Milliarden, andere Medien berichteten von über 1 Billion Corona-Hilfen, daß die Corona-Hilfen an die Rechtstaatlichkeit geknüpft werden sollen. Vor allem Ungarns Regierung und Polens Regierung geraten in die Schusslinie.

Während die schlimmsten Feinde des Rechtstaates und Verfassungsfeinde in Europa, die Spaniens Regierung, weiterhin ihr Unwesen ungestraft treiben können: Siehe Katalonien-Frage, beim Referendum wurden viele Katalanen brutal niedergeknüppelt. Viele Oppostionelle wurden von der spanische Regierung überwacht und einfach in den Knast weggesperrt. Dort schaute die EU Kommission weg.
https://taz.de/Archiv-Suche/!5445530&s=spanien%2Bknebelgesetz/


Auch sonst ist Spanien bei Thema Rechtstaatlichkeit viel schlimmer als Ungarn oder Polen:

https://www.heise.de/tp/features/Spanien-Internetsperren-wie-in-Iran-und-China-ohne-Richterbeschluss-4598809.html

https://www.heise.de/tp/features/Spanien-ist-Weltmeister-bei-der-Inhaftierung-von-Musikern-4704884.html
https://www.heise.de/tp/features/Spanien-mit-immer-haerterer-Zensur-4359246.html

https://taz.de/Archiv-Suche/!5392403&s=spanien%2Bknebelgesetz/
https://taz.de/Archiv-Suche/!5224331&s=spanien%2Bknebelgesetz/


Auch in Griechenland werden die Demokratie und die Grundrechte systematisch abgeschafft. Die EU-Kommission ignoriert das Problem. Warum wurde das beim jüngsten EU-Gipfel von den Staats- und Regierungschefs nicht berücksichtigt ???

https://www.heise.de/tp/features/Strafanzeigen-wegen-Regierungskritik-in-Griechenland-4849423.html
https://jungle.world/artikel/2020/29/mehr-macht-fuer-die-polizei

Unfassbar. Ich hatte es schon vor 8 Jahren gesagt: Die schlimmsten Demokratiefeinde sitzen in Brüssel!


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

26.07.2020 um 11:07
weißichnixvon
schrieb:
Wer ist also schuld, dass der deutsche Wert nicht ganz so hoch ist, wie er nach der starken Wirtschaftsleistung sein müsste? Nicht der Euro, sondern der Kommunist, und der Fortschrittsverweigerer, der immer noch die Aktie scheut.
Vergleichen Sie mal das Durchschnittsrenten-Niveau von Italien und Deutschland.
Deutschland ist tatsächlich viel ärmer als die meisten Chefs der EU-Südstaaten es behaupten:

Fast jede zweite Rente in Deutschland liegt unter 800 Euro
Dem Bundesarbeitsministerium zufolge erhalten 8,6 Millionen Rentner weniger als 800 Euro monatlich.


Quelle: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesarbeitsministerium-fast-jede-zweite-rente-in-deutschland-liegt-un...


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Bleibt der Euro noch lange beständig nach Corona?

26.07.2020 um 12:49
@Sokrates86
Die Sache ist die, dass wir eine Ausnahmesituation in D haben.

Während sich der Westen eine durchaus beachtliche Speckschicht angefressen hatte, hat der Osten das nicht gekonnt. Dafür wurden aber zB. Gelder aus den Wes-Kassen her genommen, um den Osten zu sanieren. Schätzungen sprechen von bis zu 2 Billionen Euro, die die Einheit gekostet haben soll.

Wikipedia: Kosten_der_deutschen_Einheit

Die Situation ist also die, dass der Osten als Gemeinschaft nun eine der modernsten Infrastrukturen der Welt bekommen hat - finanziert aus Soli, Wes-Rentenkasse, und EU Zuschüssen, zudem ein beachtliches Niveau an Sozialleistungen; aber der private Bürger Ost immer noch darunter leiden muss, dass er keinen Anspruch auf eine höhere Rente hat - was letztlich auch das gesamte Landesniveau runter zieht.

Die bestehenden Regelungen bzgl. Rente reichen schon lange nicht aus, um die Angelegenheit vernünftig zu regeln, aber so richtig traut sich da auch keiner ran. Aus welchen Gründen, weiß ich nicht.
Vergleichen Sie mal das Durchschnittsrenten-Niveau von Italien und Deutschland.
Deutschland ist tatsächlich viel ärmer als die meisten Chefs der EU-Südstaaten es behaupten:
Das müsste man jetzt etwas ausdifferenzieren.

Man müsste erstmal die durchschnittliche West-Rente mit dem Süden vergleichen. Diese wird mit hoher Wahrscheinlichkeit um einiges höher liegen. Dann müsste man das durtschnittliche West-Privatvermögen mit dem Süden vergleichen. Das wird noch mal höher liegen, als das im Süden.

Dann vergleicht man die Ost-Rente mit dem Süden, die hier wohl schmäler sein dürfte, und dann das Privatvermögen. Das dürfte aus bekannten Gründen auch tiefer liegen. Der Osten hatte schließlich noch nicht so viel Zeit was anzusparen, was wohl einer der Hauptgründe dafür ist.

Nun, vergleicht man aber alle Gelder die von West nach Ost transferiert wurden, und dem Osten ein völlig neues Antlitz verpassten, sieht man dass der Osten ohne besondere Eigenleistung - einfach weil er da ist - eine Infrastruktur von Weltrang sein eigen nennen darf. Das macht die Privatperson zwar jetzt nicht gleich reicher im Vergleich zum Südländer, aber dafür hat der Osten hier ein Kapital, mit dem er fähig sein müsste, den Süden innerhalb der nächsten Dekade locker zu überholen. Falls nichts größeres dazwischen kommt.

Dieses Kapital hat der Süden so noch nicht.

Langer Rede kurzer Sinn: Wohlstand ist nicht gleich Wohlstand, und durchschnittliche Rente oder das Durchschnitt-Privatvermögen sagen nicht alles darüber aus, wie wohlhabend einen Gesellschaft wirklich ist.

Das soziale Netz, die Infrastruktur in Bildung, Medizin, Mobilität, Kommunikation und vieles mehr, alles was im Osten die letzen 30 Jahre nagelneu aufgebaut wurde, hätten die Südländer auch gern. Auch manche Kommunen im Westen mittlerweile. Auch wenn sie viel mehr Bürger mit höheren Vermögen und Rentenbezügen haben.


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