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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

86 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Deutschland, Berlin, Hamburg ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

03.11.2020 um 08:41
Zitat von HatmakerHatmaker schrieb:Also irgendwas haben doch die Holländer und die Deutschen gegeneinander. Als ich in den NL war, kams mir so vor als hörten die deutsch nicht ganz so gern
Vor unserer Reise in die Niederlande in diesem Sommer hatte ich auch ein wenig Sorge vor Anfeindungen, aber zum Glück habe ich eigentlich doch überwiegend sehr freundliche Leute erlebt. Zumindest in den größeren und touristischen Städten bekam man diese alten Feindschaften eigentlich nicht zu spüren. Wobei wir halt mangels guter Niederländischkenntnisse überwiegend in Englisch geredet haben (auf Deutsch sind wir nur übergegangen, wenn jemand explizit von sich aus mit uns Deutsch geredet hat).


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

03.11.2020 um 08:52
Zitat von martenotmartenot schrieb:Wobei wir halt mangels guter Niederländischkenntnisse überwiegend in Englisch geredet haben
Das unterschreibe ich wie du es sagst, sobald man auf englisch anfängt ist alles gut. Angefeindet werden ist vl auch übertrieben,
aber das innerliche augenrollen wenn man statt fries mal pommes sagt :D Auch spät abends darf man sich solche schnitzer nicht erlauben.
Aber ich mag die NL, zu uns waren sie auch nett also ich kann nichts sagen, nur sie sprechen nicht gern deutsch. Was ich irgendwie komisch finde, denn deutsch und dutch ist ja ziemlich ähnlich. Ich hab mir ein paar NL Sätze bei gebracht und DAS lieben die natürlich, da lachen sie :D "Goede Morgen,Ik will graag.."


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

03.11.2020 um 09:07
Zitat von HatmakerHatmaker schrieb:Was ich irgendwie komisch finde, denn deutsch und dutch ist ja ziemlich ähnlich.
Die Sprachkenntnisse sind halt leider ziemlich einseitig: die meisten Holländer können mehr oder weniger gut Deutsch, aber nur wenige Deutsche können Niederländisch. Vor der Reise hatte ich mich zwar ein wenig mit der Sprache befasst, aber die Vorbereitungszeit war zu kurz gewesen, um nennenswert in die Sprache reinzukommen. Dabei macht es mir eigentlich Spaß, mich mit anderen Sprachen zu beschäftigen und sie auf Reisen auch zu benutzen.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

03.11.2020 um 09:13
Zitat von martenotmartenot schrieb:Die Sprachkenntnisse sind halt leider ziemlich einseitig: die meisten Holländer können mehr oder weniger gut Deutsch, aber nur wenige Deutsche können Niederländisch
Also ich muss sagen nur geschrieben verstehe ich viel, aber gesprochen versteh ich kaum etwas. Ich habe wie du auch ein bisschen was
versucht zu lernen, aber die zeit war zu knapp dafür. Das sind schon zwei unterschiedliche Sprachen, wobei mir wie gesagt die Aussprache schwerer fällt als die geschriebene Sprache.
Es kommt aber natürlich drauf an wo man ist, in den Hauptstädten mit dem Massentourismus sind die Menschen schon Touristenmüde denk ich, vergleichbar mit Venedig.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

03.11.2020 um 09:36
Zitat von HatmakerHatmaker schrieb:Es kommt aber natürlich drauf an wo man ist, in den Hauptstädten mit dem Massentourismus sind die Menschen schon Touristenmüde denk ich, vergleichbar mit Venedig.
Deswegen sind wir auch überwiegend durch weniger touristische Städte und Regionen gereist.

Was Touristenmüdigkeit betrifft: als Bewohner Münchens gibt es hier normalerweise auch viele Touristen, aber mich persönlich haben sie eigentlich nur zur Oktoberfestzeit genervt. Normalerweise mag ich es eigentlich gern, wenn sich Menschen aus aller Welt hier tummeln.

Zum Niederländischen: stimmt, die Aussprache ist schon wirklich schwierig und sie enthält auch Laute, die man im Deutschen nicht verwendet. Viele Worte werden ganz anders ausgesprochen, als man es als Deutscher vermuten würde. Aber auch das geschriebene Niederländisch enthält viele "false friends", wie zum Beispiel
- uitfart bedeutet nicht Ausfahrt sondern Beerdigung
- nuttig heißt nützlich
- bellen heißt klingeln oder anrufen.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

03.11.2020 um 09:42
Zitat von martenotmartenot schrieb:- uitfart bedeutet nicht Ausfahrt sondern Beerdigung
- nuttig heißt nützlich
- bellen heißt klingeln oder anrufen.
Großartig :D Made my Day.

Ich bin recht oft in den NL gewesen, und ich muss sagen ich liebe ja deren Sprache und das "Gesellige", das einzige
was verbesserungsbedürftig wäre ist das Essen :D so ungesund wie dort hab ich selten wo gegessen.
Ich komme selbst aus Wien und das ist in etwa mit München vergleichbar, aber wir haben auch nicht so enge Gassen überall.
Gerade bei der momentanen Lage sehr schwierig alles. Ich seh das aber auch so wie du, ich finde den Tourismus hier nicht so schlimm
und es ehrt einen ja irgendwie, dass die Leute sich für wien interessieren.


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03.11.2020 um 17:04
@CPH-HH-AMS

Die endgültige Teilung Deutschlands ist unser Auftrag! (Chlodwig Poth)

Mein Vorschlag:

Baden-Württemberg = Schweiz
Bayern = Österreich
Berlin = Türkei
Brandenburg = Polen
Bremen = Niedersachsen
Hamburg = Schleswig-Holstein
Hessen = Tschechien
Mecklenburg-Vorpommern = Polen oder Dänemark
Niedersachsen = Niederlande
Nordrhein-Westfalen = Belgien
Rheinland-Pfalz = Frankreich oder Luxembourg
Saarland = Frankreich
Sachsen = Tschechien
Sachsen-Anhalt = Polen
Schleswig-Holstein = Dänemark
Thüringen = Tschechien

Ich lebe in Südtondern, unmittelbar an der dänischen Grenze. Meinen dänischen Freunden diesseits und jenseits des Zaunes sind sich schon lange einig, dass Espersen nicht nur ein Rad ab hat, sondern genügend für einen Reifenhändler.

Nach 1945 gab es allerdings hier in der Grenzregion bis etwa zur Eider nicht wenige frühere "Grossdeutsche", die plötzlich gern Dänen sein wollten und sich zur dänischen Minderheit bekannten. Die britische Besatzungsmacht warf deren Interessenvertretung allerdings Seperatismusbestrebungen vor, an denen dem UK nicht gelegen war. In der Folge wurden u.a. LehrerInnen an den Schulen der dänischen Minderheit in der Region gefeuert, weil sie die dänische Flagge vor dem Schulgebäude aufgezogen hatten.

Dass die "Umdänung" nicht nur den Vorteil hatte, dass man plötzlich vom strammen Nazi zum Opfer des Faschismus mutieren konnte, sondern auch materielle Vorteilen in Form von Hilfelesitungen durch die dänische Bevölkerung, brachte den Wendehälsen auch den Spitznamen "Speckdänen" ein, gefolgt von gewalttätigen Übergriffen.

Heute spielt es keine Rolle mehr, ob Du Deutscher in Dänemark oder Däne in Deutschland bist. Beide jeweiligen Minderheiten haben ihre eigenen Kitas, Schulen, Kultureinrichtungen, Zeitungen und Parteien. Hier in der Grenzregion sind wir vielsprachig, arbeiten grenzüberschreitend und kaufen ebenso grenzüberschreitend ein.


Aus einem älteren Beitrag:
Das lobe ich mir an Nordfriesland. Hier ist man "gefühlter Däne", schickt sein Kind auf die dänische Schule, hisst an St. Hans den Dannebrog und wählt SSW. Oder der zugezogene Schweizer hisst vor seinem Altersruhesitz die Friesenfahne, die hier seit dem Friisk Gesäts 2004 gleichberechtigt neben der Landesfahne steht. Dann radebrecht er "Lewer duad üs slav!" und ist gefühlter Friese. Früher hatten wir sogar einen Imbiss mit dem schönen Namen "Friesen-Döner". Hier wird alles wegintegriert!

Hier oben bei uns in Südtondern sind die Grenzen zwischen Denen und Dänen fliessend. Man hat sich lange genug die Köppe eingekloppt und hat sich seit 1945 wieder einigermassen vernünftig verhalten. Deutsche fahren zum Arbeiten nach Dänemark, Dänen kommen zum Einkaufen nach Deutschland. Die setzen im Einzelhandel in SH pro anno etwa 800 Millionen Euro um. Lebensmittel, vor allem "Ungesundes" wie Alkohol, Limonaden und Süssigkeiten sind hier deutlich billiger als "drüben". Wir können diesseits dänische Waren in dänischen Supermärkten kaufen, uns auf Dänisch bedienen lassen und mit Kronen bezahlen.

Mein Heimatort lebt praktisch von Dänen, besteht fast nur aus Supermärkten, die sieben Tage in der Woche fast rund um die Uhr geöffnet sind.

In Tondern, der nächst grösseren Stadt, ist es dann fast umgekehrt. Man kauft dort, was "typisch" ist: Möbel, Designer-Kram, Kleidung etc. Ohne deutsche Einkaufsbummler wäre Tondern so öde wie das umgebende Flachland. Man spricht deutsch, man zahlt in Euro, isst Hot Dogs und Eis. Best of both worlds, sozusagen.

Diese fliessenden Grenzen, in etwa zwischen den jeweiligen ehemaligen Maximal-Ausdehnungen von Deutschland und Dänemark, werden von beiden Seiten als positiv empfunden. Europa wächst an den Rändern zusammen. Ähnliches kenne ich aus vielen Regionen zwischen BRD und angrenzenden Ländern. Vielleicht "im Osten" nicht ganz so intensiv wie hier oben. Das mag an der kürzeren Zeit und an der Geschichte liegen.

Ich schrieb bereits - viele Deutsche arbeiten in Dänemark, weil der Arbeitsmarkt an der Westküste nicht so viel bietet. Die Stellenanzeigen in den Zeitungen bieten jede Menge Jobs, auch qualifizierte, in DK. Wer beide Sprachen spricht, ist natürlich hüben wie drüben der King auf dem Arbeitsmarkt. Darum schicken viele Mensch hier ihre Kinder in dänische Kitas, auf dänische Schulen, die es in nahezu jeder grösseren Gemeinde gibt. Wer diese Einrichtungen besucht, zählt als "dänische Minderheit", wobei es vollkommen wurst ist, ob er nun Ibrahim Abdulla, John Smith, Jörgen Jörgensen, Mai Ling Ping Pong oder Schackeline-Schantalle Hugendubel heisst. Man ist "gefühlter Däne", hat einen Danebrog im Garten oder am Auto, feiert St. Hans oder Lucia, liebt dänische Torten und deutsches Bier - und wählt selbstverständlich SSW.

In grossen Städten wie Flensburg ist es nicht anders. Dort sind sogar die Hinweisschilder "Die Stadtwerke Flensburg buddeln die Kanalisation um" zweisprachig. DAS ist Europa!


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

04.11.2020 um 01:18
Zitat von martenotmartenot schrieb:Vor unserer Reise in die Niederlande in diesem Sommer hatte ich auch ein wenig Sorge vor Anfeindungen, aber zum Glück habe ich eigentlich doch überwiegend sehr freundliche Leute erlebt.
Die Zeiten sind auch vorbei, wo man als Deutscher die Füße ganz still halten musste wenn man über die Grenze fuhr, da hat sich die letzten 20 oder 25 Jahre ganz viel getan. Früher gab es vor allem wenn mal wieder ein wichtiges Fussballspiel angesagt war in Kerkrade/Herzogenrath richtige Strassenschlachten. Mein Vater hatte nen Kollegen der in nem Dorf direkt an der Grenze wohnte und auch viele holländische Bekannte hatte. Der sagte, wenn Fussball ansteht drehen die Holländer durch, da wollen Dir dieselben Typen mit denen man sonst ein Bier trinkt aufs Maul hauen. Ist alles nicht mehr. Da hat sich seit den Neunzigern wirklich was entwickelt.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

04.11.2020 um 01:24
Zitat von martenotmartenot schrieb:Zum Niederländischen: stimmt, die Aussprache ist schon wirklich schwierig und sie enthält auch Laute, die man im Deutschen nicht verwendet. Viele Worte werden ganz anders ausgesprochen, als man es als Deutscher vermuten würde. Aber auch das geschriebene Niederländisch enthält viele "false friends", wie zum Beispiel
- uitfart bedeutet nicht Ausfahrt sondern Beerdigung
- nuttig heißt nützlich
- bellen heißt klingeln oder anrufen.
Als Rheinländer kann ich Niederländisch sehr gut lesen und teilweise auch gut verstehen. Ist halt ein weiter entwickeltes Plattdeutsch 😉 Witzigerweise geht es den Holländern ähnlich, aber erst wenn sie ein paar Kilometer gen Osten vorgedrungen sind. Hab mal mit einem aus Maastricht gesprochen, der meinte wenn er in Aachen die Grenze überquert und da aussteigt versteht er kein Wort, das fängt erst ab Düren an das er sich verständigen kann...


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

04.11.2020 um 08:30
Zitat von TheirSlaveTheirSlave schrieb:Als Rheinländer kann ich Niederländisch sehr gut lesen und teilweise auch gut verstehen.
Lesen kann ich die Sprache auch ganz gut, von den erwähnten False Friends abgesehen, die man leicht missverstehen kann. Mit dem Verstehen der gesprochenen Sprache siehts aber nicht so gut aus. Als Süddeutscher bin ich eher mit den österreichischen Dialekten groß geworden.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

04.11.2020 um 13:48
@Doors
Wie gesagt, ich nehm Luxemburg. Dann steigt das Netto auf meinem Gehaltszettel sprunghaft an, der Mindestlohn im Zweifelsfall auch, die Rente ist gesichert, Benzin ist wieder bezahlbar und Deutsch spricht man sowieso. 🤓
Nur mit Cola-Rotwein kann man mir wegbleiben.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

04.11.2020 um 20:59
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:Unmittelbar nach dem Krieg gab es tatsächlich in den Niederlanden Politiker, die über eine Ausdehnung der Niederlande bis bis nach Köln und Münster nachdachten. Die Regierung hatte gemäßigtete Pläne und setzte die Annektion einiger Dörfer in der sog. Selfkant und kleinerer Gebiete an der Grenze am Niederrhein durch.
15 Jahre später sind diese Gebiete fast vollständig zurückgegeben worden. Es hätte auch anderes kommen können...
gibt dazu einen wikipedia-eintrag.
Zitat von DoorsDoors schrieb:@CPH-HH-AMS

Die endgültige Teilung Deutschlands ist unser Auftrag! (Chlodwig Poth)

Mein Vorschlag:

Baden-Württemberg = Schweiz
Bayern = Österreich
Berlin = Türkei
Brandenburg = Polen
Bremen = Niedersachsen
Hamburg = Schleswig-Holstein
Hessen = Tschechien
Mecklenburg-Vorpommern = Polen oder Dänemark
Niedersachsen = Niederlande
Nordrhein-Westfalen = Belgien
Rheinland-Pfalz = Frankreich oder Luxembourg
Saarland = Frankreich
Sachsen = Tschechien
Sachsen-Anhalt = Polen
Schleswig-Holstein = Dänemark
Thüringen = Tschechien
berlin zur türkei? wäre polen nicht naheliegener?
Zitat von DoorsDoors schrieb:Ich lebe in Südtondern, unmittelbar an der dänischen Grenze. Meinen dänischen Freunden diesseits und jenseits des Zaunes sind sich schon lange einig, dass Espersen nicht nur ein Rad ab hat, sondern genügend für einen Reifenhändler.
ich
kannte da einen dänen, der würde mir vielleicht zustimmen
Zitat von DoorsDoors schrieb:Nach 1945 gab es allerdings hier in der Grenzregion bis etwa zur Eider nicht wenige frühere "Grossdeutsche", die plötzlich gern Dänen sein wollten und sich zur dänischen Minderheit bekannten. Die britische Besatzungsmacht warf deren Interessenvertretung allerdings Seperatismusbestrebungen vor, an denen dem UK nicht gelegen war. In der Folge wurden u.a. LehrerInnen an den Schulen der dänischen Minderheit in der Region gefeuert, weil sie die dänische Flagge vor dem Schulgebäude aufgezogen hatten.

Dass die "Umdänung" nicht nur den Vorteil hatte, dass man plötzlich vom strammen Nazi zum Opfer des Faschismus mutieren konnte, sondern auch materielle Vorteilen in Form von Hilfelesitungen durch die dänische Bevölkerung, brachte den Wendehälsen auch den Spitznamen "Speckdänen" ein, gefolgt von gewalttätigen Übergriffen.
denke, dass von 10 menschen von damals nur 2 wirklich stramme nazis waren. alle anderen waren keine überzeugten, sondern wurden einer gehirnwäsche unterzogen
Zitat von DoorsDoors schrieb:Heute spielt es keine Rolle mehr, ob Du Deutscher in Dänemark oder Däne in Deutschland bist. Beide jeweiligen Minderheiten haben ihre eigenen Kitas, Schulen, Kultureinrichtungen, Zeitungen und Parteien. Hier in der Grenzregion sind wir vielsprachig, arbeiten grenzüberschreitend und kaufen ebenso grenzüberschreitend ein.
ich bin ein riesiger dänemark-fan
Zitat von DoorsDoors schrieb:Aus einem älteren Beitrag:
Das lobe ich mir an Nordfriesland. Hier ist man "gefühlter Däne", schickt sein Kind auf die dänische Schule, hisst an St. Hans den Dannebrog und wählt SSW. Oder der zugezogene Schweizer hisst vor seinem Altersruhesitz die Friesenfahne, die hier seit dem Friisk Gesäts 2004 gleichberechtigt neben der Landesfahne steht. Dann radebrecht er "Lewer duad üs slav!" und ist gefühlter Friese. Früher hatten wir sogar einen Imbiss mit dem schönen Namen "Friesen-Döner". Hier wird alles wegintegriert!

Hier oben bei uns in Südtondern sind die Grenzen zwischen Denen und Dänen fliessend. Man hat sich lange genug die Köppe eingekloppt und hat sich seit 1945 wieder einigermassen vernünftig verhalten. Deutsche fahren zum Arbeiten nach Dänemark, Dänen kommen zum Einkaufen nach Deutschland. Die setzen im Einzelhandel in SH pro anno etwa 800 Millionen Euro um. Lebensmittel, vor allem "Ungesundes" wie Alkohol, Limonaden und Süssigkeiten sind hier deutlich billiger als "drüben". Wir können diesseits dänische Waren in dänischen Supermärkten kaufen, uns auf Dänisch bedienen lassen und mit Kronen bezahlen.

Mein Heimatort lebt praktisch von Dänen, besteht fast nur aus Supermärkten, die sieben Tage in der Woche fast rund um die Uhr geöffnet sind.

In Tondern, der nächst grösseren Stadt, ist es dann fast umgekehrt. Man kauft dort, was "typisch" ist: Möbel, Designer-Kram, Kleidung etc. Ohne deutsche Einkaufsbummler wäre Tondern so öde wie das umgebende Flachland. Man spricht deutsch, man zahlt in Euro, isst Hot Dogs und Eis. Best of both worlds, sozusagen.

Diese fliessenden Grenzen, in etwa zwischen den jeweiligen ehemaligen Maximal-Ausdehnungen von Deutschland und Dänemark, werden von beiden Seiten als positiv empfunden. Europa wächst an den Rändern zusammen. Ähnliches kenne ich aus vielen Regionen zwischen BRD und angrenzenden Ländern. Vielleicht "im Osten" nicht ganz so intensiv wie hier oben. Das mag an der kürzeren Zeit und an der Geschichte liegen.

Ich schrieb bereits - viele Deutsche arbeiten in Dänemark, weil der Arbeitsmarkt an der Westküste nicht so viel bietet. Die Stellenanzeigen in den Zeitungen bieten jede Menge Jobs, auch qualifizierte, in DK. Wer beide Sprachen spricht, ist natürlich hüben wie drüben der King auf dem Arbeitsmarkt. Darum schicken viele Mensch hier ihre Kinder in dänische Kitas, auf dänische Schulen, die es in nahezu jeder grösseren Gemeinde gibt. Wer diese Einrichtungen besucht, zählt als "dänische Minderheit", wobei es vollkommen wurst ist, ob er nun Ibrahim Abdulla, John Smith, Jörgen Jörgensen, Mai Ling Ping Pong oder Schackeline-Schantalle Hugendubel heisst. Man ist "gefühlter Däne", hat einen Danebrog im Garten oder am Auto, feiert St. Hans oder Lucia, liebt dänische Torten und deutsches Bier - und wählt selbstverständlich SSW.

In grossen Städten wie Flensburg ist es nicht anders. Dort sind sogar die Hinweisschilder "Die Stadtwerke Flensburg buddeln die Kanalisation um" zweisprachig. DAS ist Europa!
wenn ich auf der deutschen seite der dänischen grenze wohnen würde, dann in flensburg oder in harrislee


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

05.11.2020 um 11:25
Ein in zahlreiche kleinere oder größere Stückchen zerschlagenes Deutschland wäre in der Nachkriegszeit kein geeigneter Puffer gegen mögliche Expansionsbewegungen von Stalin und Nachfolgern gewesen. Man darf nie vergessen, daß damals Kalter Krieg herrschte, wo sich die Großmächte und Ideologien Demokratie und Kapitalismus/Kommunismus und Planwirtschaft feindlich und bis an die Zähne bewaffnet gegenüberstanden. Es gibt schon gute Gründe, warum man damals von so einer Zerschlagung abgesehen hat und trotz der bösen Erfahrungen mit Nazideutschland das Land so bald wie möglich, auch militärisch (wenn auch unter strikter Kontrolle durch die westlichen Siegermächte) wieder stark haben wollte. Sonst wäre bald die Westgrenze des Sowjetimperiums an der Grenze zu Frankreich gelegen und hätte dort zweifellos nicht lange haltgemacht. Nachdem Frankreich schon den Nazis nicht widerstanden hatte, hätte es den Russen auch nicht lange widerstehen können.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

05.11.2020 um 15:37
Zitat von martenotmartenot schrieb:Zum Niederländischen: stimmt, die Aussprache ist schon wirklich schwierig und sie enthält auch Laute, die man im Deutschen nicht verwendet. Viele Worte werden ganz anders ausgesprochen, als man es als Deutscher vermuten würde.
Oh ja, eine ganz liebe niederländische Kundin konnte sich das Lachen nie ganz verkneifen, wenn ich versuchte, den Namen des Amsterdamer Flughafens Schiphol halbwegs richtig auszusprechen. Es ist mir nie gelungen und ich hab's dann halt deutsch gesagt.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

07.11.2020 um 21:25
Möchte dazu nur auf Südtirol verweisen: dank der UN wurde dort eine sprachliche und auch wirtschaftliche Autonomie durchgesetzt (Gruber - de Gaspari Abkommen). Es geht gar nicht so sehr um Staaten, sondern um die Achtung der Menschenrechte, gleich in welcher Staatsfprm.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

07.11.2020 um 21:38
@Volker_Meid

Hier bei uns in Schleswig-Holstein klappt es mit den Minderheiten auch.


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07.11.2020 um 21:46
Pardon, vertippt, meinte natürlich die Staatsform: die mag sich kapitalistisch oder kommunistisch oder nationalistisch nennen, das ist sich im Grund ziemlich ähnlich - die in solchen Staatsgebilden lebenden Menschen werden als verfügbare Objekte wahrgenommen statt Subjekte, erleben das mal wieder in China.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

07.11.2020 um 23:22
@Doors
Meines Wissens nach ist in Schleswig-Holstein Dänisch auch Amtssprache, zumindest ist Dänisch als Minderheitensprache anerkannt und wird entlang der deutsch-dänischen Grenze auch gesprochen. Flensburg und irgendeine andere Stadt haben auch zweisprachige Ortsschilder.


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

08.11.2020 um 17:25
@CPH-HH-AMS

"Mit fünf rechtlich anerkannten Sprachen (Hochdeutsch, Niederdeutsch, Dänisch samt Südjütisch, Nordfriesisch und Romanes) ist Schleswig-Holstein innerhalb des deutschsprachigen Raumes in Europa die Region mit den meisten Sprachen." (Wikipedia)

Quelle und mehr dazu:

Wikipedia: Sprachen und Dialekte in Schleswig-Holstein

Mehrsprachige Ortsschilder und Hinweisschilder sind hier eher die Regel als die Ausnahme, je nachdem, welche "Zweitsprache" in der jeweiligen Region die verbreitetste ist, das ist meist Niederdeutsch, Friesisch (in verschiedenen Unterformen) oder eben Dänisch.

Fütr meinen Heimatkreis gilt:

"Situation im Kreis Nordfriesland
Hochdeutsch, Niederdeutsch (Schleswigsch als Husumer Platt, Eiderstedter Platt, nordfriesisches Platt), Nordfriesisch in seinen Dialekten, Dänisch (Standarddänisch, Sydslesvigdansk, Sønderjysk) und Missingsch werden heute (noch) im Kreis Nordfriesland gesprochen. Daher wird der Landstrich auch als Sprachenland Nordfriesland bezeichnet. Für die Grenzgemeinde Rodenäs liegen über die Sprachsituation mehrere Untersuchungen vor. Eine Untersuchung aus den 1970er Jahren ergab, dass neben Hochdeutsch auch 39 Prozent der Bevölkerung fließend Plattdeutsch sprachen, 27 Prozent den dortigen nordfriesischen Dialekt (Wiedingharder Friesisch) fließend beherrschten und 23 Prozent ebenso fließend das Südjütische; insgesamt 28 Prozent sprachen nach der Untersuchungen inklusive Reichsdänisch alle fünf Sprachen bzw. Dialekte (mehr oder weniger gut).[36] Das einst in Friedrichstadt und teilweise auf Eiderstedt gesprochene Niederländisch ist allerdings in Nordfriesland ausgestorben. Das Wort „Frikandelle“ gehört zu den Rudimenten der niederländischen Sprache dort. Im Kreis Nordfriesland besitzen alle vier Sprachen (Hochdeutsch, Niederdeutsch, Dänisch einschließlich Sønderjysk, Nordfriesisch) Amtssprachenstatus." (Wikipedia, siehe oben)


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Was wäre, wenn man Deutschland nach dem 2. Weltkrieg zerschlagen hätte?

08.11.2020 um 22:49
@Doors

Danke für die Info


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